Kirchberg (Gemeinde Maria Lankowitz)

Ortschaft im Bezirk Voitsberg From Wikipedia, the free encyclopedia

Kirchberg ist eine Ortschaft und gleichnamige Streusiedlung in der Weststeiermark in der Marktgemeinde Maria Lankowitz im Bezirk Voitsberg in der Steiermark. Kirchberg ist zugleich auch der Name einer Katastralgemeinde von Maria Lankowitz. Die Ortschaft hat 216 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026).[1]

Schnelle Fakten
Kirchberg (Streusiedlung)
Ortschaft
Katastralgemeinde Kirchberg
Kirchberg (Gemeinde Maria Lankowitz) (Österreich)
Kirchberg (Gemeinde Maria Lankowitz) (Österreich)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Voitsberg (VO), Steiermark
Gerichtsbezirk Voitsberg
Pol. Gemeinde Maria Lankowitz
Koordinaten 47° 5′ 5″ N, 15° 2′ 5″ O
Höhe 879 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 216 (1. Jän. 2026)
Fläche d. KG 7,87 km² (31. Dez. 2023)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 16180
Katastralgemeindenummer 63326
Zählsprengel/ -bezirk Kirchberg-Kemetberg (61632 )
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Stmk
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Lage und Geographie

Kirchberg liegt im östlichen Teil der Marktgemeinde Maria Lankowitz, nordwestlich des Ortszentrums. Der Ort liegt auf den vom Laudonkogel nach Osten zum Gradnerbach hin streichenden Hängen und Ausläufern.

Durch den Ort verläuft keine größere Straße, sondern nur die Kirchbergstraße, die Maria Lankowitz über Kirchberg mit Kemetberg verbindet.

Auf dem Gebiet der Katastralgemeinde bestehen neben der gleichnamigen Ortschaft und Streusiedlung Kirchberg auch noch die Streusiedlungen Sankt Johann und Schafittelgraben.

Geschichte

Der heutige Ort Kirchberg entstand auf einem hochmittelalterlichen Rodungsgebiet rund um einen kleinen Kirchweiler der sich um die Filialkirche St. Johann am Kirchberg bildete. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort 1318 als am Chirchperch. Weitere Erwähnungen datieren 1360 Chirichperkch, 1394 als der Chirchperg ob s. Johans sowie 1424 als ob Chöflach an dem Kirchperg. Der Ortsname leitet sich dabei von dem Berg ab, auf dem die Johanneskirche steht. Für das Jahr 1373 ist auch belegt das der Freie Ulrich der Kirchberger auf einem Hof am Kirchberg saß.[2]

Bis zur Abschaffung der Grundherrschaften im Jahr 1848 gehörten die Bewohner Kirchbergs im Verlauf der Jahrhunderte zu verschiedenen Herrschaften. Da Kirchberg im Marchfutterurbar von 1265 fehlt, dürfte der Ort zur Grundherrschaft Piber und damit zum Stift St. Lambrecht gehört haben. Später hatten die Herrschaften Altenberg, Greißenegg (mit dem Amt Stadler), Kleinkainach (mit dem Amt Piberstein), Lankowitz (mit dem Amt Kirchberg und dem Schleiffer-Amt), Obervoitsberg (mit dem Judl-Amt), Piber, Plankenwarth (mit dem Amt Köflach), sowie Reiteregg (mit dem Amt Gößnitz) Untertanen im Ort. Ein Teil der Bewohner gehörten zur Pfarrgült von Köflach, es gab aber auch eine Gült der Filialkirche St. Johann am Kirchberg, zu der 1542 etwa das Meßnergut gehörte. Der Garbenzehnt ging an die Herrschaften Lankowitz und Piber. Der Ort war Teil des Werbbezirks Lankowitz.[2]

Mit der Konstituierung der freien Gemeinden im Jahr 1850 wurde der Kirchberg eine freie Ortsgemeinde. Im Jahr 1919 scheiterte eine erste geplante Zusammenlegung mit Maria Lankowitz. Am 1. März 1951 wurde die Gemeinde Kirchberg aufgelöst und nach Maria Lankowitz eingemeindet.[2][3]

Wirtschaft und Infrastruktur

Kirchberg ist land- und forstwirtschaftlich geprägt, wobei hier in der Vergangenheit vor allem der Ackerbau, trotz der als nicht besonders fruchtbar beschriebenen Böden, eine größere wirtschaftliche Rolle spielte. Um 1840 gab es einen Kalksteinbruch mit Kalkofen im Ort, der vor allem zur Beschotterung der Sallastraße diente. An Kirchberg führte auch die alte Weinstraße vorbei, die von Maria Lankowitz auf die Stubalpe führte. Diese Straße verlor ab etwa 1835 durch die Gaberl Straße immer mehr an Bedeutung.[4]

Der Ort ist nach Lankowitz eingepfarrt, nachdem er wahrscheinlich ab dem 13. Jahrhundert bis 1786 von der Pfarre Köflach seelsorgerisch versorgt worden war. Im Mittelalter war der Ort von der Filialkirche St. Johann am Kirchberg aus betreut worden, wo auch ein Friedhof bestand. Die Kinder besuchen die Schulen Maria Lankowitz.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die Filialkirche St. Johann am Kirchberg

Zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern in Kirchberg gehört die romanische und spätgotisch um- und ausgebaute Filialkirche St. Johann am Kirchberg (Listeneintrag), die im 11. oder 12. Jahrhundert errichtet wurde. Von Maria Lankowitz führt ein 1881 errichteter Kreuzweg bis zur Kirche.[4]

Daneben gibt es noch einige religiöse Kleindenkmäler die von regionalgeschichtlicher Bedeutung sind. Die Schnitterkapelle wurde 1857 vom Gemeindevorstand Josef Schnitter erbaut. Im Jahr 1877 wurde beim Bauernhof vulgo Feuchter die gemauerte Feuchterkapelle errichtet. An der Weinstraße wurde wahrscheinlich wegen der Pestepidemie gegen Ende des 17. Jahrhunderts das Huambauernkreuz, ein Pfeilerbildstock, aufgestellt.[4]

Literatur

Commons: Kirchberg (Maria Lankowitz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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