Kirche Klieken
Kirchengebäude in Coswig, Landkreis Wittenberg, Sachsen-Anhalt
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Die evangelische Kirche Klieken ist eine barocke Saalkirche im Ortsteil Klieken von Coswig (Anhalt) im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zur Kirchengemeinde St. Nicolai (Coswig) im Kirchenkreis Zerbst der Evangelischen Landeskirche Anhalts.[1]

Geschichte und Architektur
Die Kirche ist ein Fachwerkbau mit geradem Chorschluss und südlichem Seitenflügel vom Ende des 17. Jahrhunderts. Der quadratische Westturm ist im Obergeschoss oktogonal mit geschweifter Haube und Laterne ausgebildet. Die Inschrift über dem Westportal gibt die Jahreszahl 1784 an. An der Nordseite ist eine Loge angebaut. Restaurierungen wurden in den Jahren 1907 und 1931 vorgenommen.
Das Innere ist durch eine flache kassettierte Holzdecke geschlossen; auf der Nord- und Westseite des Schiffes und der Süd- und Westseite des Südflügels sind hölzerne Emporen eingebaut. Im Chor hinter dem Altar ist die Orgelempore angeordnet.
Ausstattung
Der Schrein eines wertvollen Schnitzaltars vom Anfang des 16. Jahrhunderts zeigt die Madonna zwischen den kleineren Figuren einer weiblichen Heiligen und des Heiligen Christophorus. Die Flügel des Altars wurden im Jahr 1980 gestohlen, konnten aber 2007 wiedergefunden und in die Kirche zurückgebracht werden.[1]
Die übrige Ausstattung stammt weitgehend aus der Bauzeit und wurde von Patronatsherren Lattorf gestiftet. Dazu gehören ein runder Taufstein auf einem Balusterfuß und der Orgelprospekt mit geschnitztem Akanthus- und Bandelwerk. Die Orgel ist ein Werk des Orgelbauers Johann Christoph Zuberbier aus dem Jahr 1754.[2] Sie wurde in den Jahren 1992–1994 durch die Firma Kristian Wegscheider restauriert.[1]
Der Korb der ehemals an der Südseite des Schiffs angebrachten Kanzel wird heute im südlich vom Schiff abgetrennten Flügel aufbewahrt. An der Südwand befindet sich ein Ölgemälde aus der Zeit um das Jahr 1700 mit der Kreuzabnahme. Zwei steinerne Epitaphe erinnern an Hans von Lattorf († 1709), Matthias Wilhelm von Lattorf († 1710) und dessen Gemahlin Clara von Davier († 1716); auf dem letzteren sind über den Schrifttafeln die Porträtreliefs der Verstorbenen in Girlandenrahmung zu sehen. An der nördlichen Loge befindet sich ein Wappenstein mit den Wappen derer von Lattorf und Stammer.
Zwei Bronzeglocken wurden von Heinrich Borstelmann aus Magdeburg im Jahr 1590 geschaffen.
Literatur
- Ute Bednarz, Folkhard Cremer, Hans-Joachim Krause (Bearb.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt II. Regierungsbezirke Dessau und Halle. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1999, ISBN 3-422-03065-4, S. 365 (dehio.org).