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Klaus Finkelnburg

deutscher Jurist, Rechtswissenschaftler und Politiker (CDU) From Wikipedia, the free encyclopedia

Klaus Finkelnburg (* 7. Mai 1935 in Bonn; † 30. Mai 2026 in Berlin) war ein deutscher Jurist und Politiker (CDU). Er war Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin und der erste Präsident des Verfassungsgerichtshofes des Landes Berlin.

Leben

Finkelnburg studierte Rechtswissenschaften an der Universität Bonn und der Freien Universität Berlin. Er legte 1959 die Erste Juristische Staatsprüfung ab und wurde 1963 an der Freien Universität Berlin mit der Dissertation Über den Rechtsschutz bei anwaltlichen Zulassungsstreitigkeiten zum Dr. jur. promoviert.[1]

Im Jahr 1966 gründete er eine Anwaltskanzlei, arbeitete dann als Rechtsanwalt und Notar und ab 1972 war er als Honorarprofessor für Verfassungs- und Verwaltungsrecht an der Freien Universität Berlin tätig. Die Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht (NVwZ) begleitete er als Gründungsherausgeber 1981.

Von 1985 bis 1992 war er für die CDU Abgeordneter im Berliner Landesparlament. In der Phase der Wiedervereinigung Berlins war er mit Renate Künast und Ehrhart Körting (damals gemeinsam auch „FKK-Gruppe“ genannt) maßgeblich an der Ausarbeitung der 1995 neu gefassten Berliner Landesverfassung beteiligt.[2][3]

Von 1992 bis 2000 fungierte er als ehrenamtlicher Präsident des Verfassungsgerichtshofes des Landes Berlin. Weltweite Schlagzeilen erreichte die Entscheidung des Gerichts in seiner Amtszeit, den seinerzeit gegen Erich Honecker ergangenen Haftbefehl aufzuheben. Im Jahr 2000 schloss er sich der internationalen Anwaltskanzlei White & Case an. Zu den Verfahren in der Kanzlei gehörten die Privatisierung der Stadtwerke Göttingen und die Vertretung des Bundes aufgrund der Flugzeugkollision von Überlingen.[4]

Am 30. Mai 2026 starb Finkelnburg nach langer, schwerer Krankheit[5] in Berlin.[6]

Ehrenamt

Finkelnburg war von 1999 bis 2005 Erster Vorsitzender des Vereins für die Geschichte Berlins.

Ehrungen

Veröffentlichungen

  • Über den Rechtsschutz bei anwaltlichen Zulassungsstreitigkeiten. 1964; zugleich Juristische Dissertation, FU Berlin 1963.
  • Aktuelle Rechtsprobleme des Immissionsschutzrechts, Köln 1980.
  • Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht (NVwZ), 1981. (Gründungsherausgeber)
  • Öffentliches Baurecht, München 1981.
  • Die Minderheitsregierung im deutschen Staatsrecht, Berlin 1982.
  • 50 Jahre Verwaltungsgerichtsbarkeit in Berlin. In: Der Bär von Berlin. Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins, 53. Folge, Berlin 2004.
  • Vorläufiger Rechtsschutz im Verwaltungsstreitverfahren. 2. Auflage 1979; weitere Auflage München 2008.
  • Die Wiedervereinigung Berlins. In: Susanne Kähler, Wolfgang Krogel, Manfred Uhlitz (Hrsg.): 150 Jahre Metropole Berlin (= Festschrift zum 150. Jubiläum des Vereins für die Geschichte Berlins e. V.), gegr.1865, 63./64. Folge, Berlin 2015.

Literatur

  • Werner Breunig, Andreas Herbst (Hrsg.): Biografisches Handbuch der Berliner Abgeordneten 1963–1995 und Stadtverordneten 1990/1991 (= Schriftenreihe des Landesarchivs Berlin. Band 19). Landesarchiv Berlin, Berlin 2016, ISBN 978-3-9803303-5-0, S. 139 f.
  • Finkelnburg, Klaus. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 305.

Einzelnachweise

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