Klaus Musinowski
deutscher Industrie- und Glas-Designer
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Klaus Musinowski (* 24. November 1933 in Berlin) ist ein deutscher Industrie- und Glas-Designer.
Leben und Werk
Musinowskis Vater war Bauschlosser. Musinowski absolvierte von 1950 bis 1952 eine Lehre als Mechaniker und studierte von 1953 bis 1956 an der Ingenieurschule für Maschinenbau und Elektrotechnik in Ost-Berlin. Von 1957 bis 1960 arbeitete er in Berlin und Leipzig als Ingenieurtechnologe. Von 1960 bis 1964 war er in Berlin wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für angewandte Kunst. 1962 war er im Auftrag des Instituts auch im VEB UNION Quedlinburg tätig. Der Betrieb fertigte u. a. Haushalts- und Küchengeräte aus Reinaluminium. Ab 1964 arbeitete Musinowski freischaffend als Formgestalter in Berlin. Er war der Design-Spezialist der DDR für elektrische Schlagwerkmühlen („Kaffeemühlen“).[1]
1986 wurde vom Amt für Erfindungs- und Patentwesen der DDR für ein von Musinowski u. a. entwickeltes Verfahren zur Herstellung von elektrostatisch beschichteten Glasgegenständen ein Wirtschaftspatent erteilt.
Von 1967 bis 1968 machte Musinowski an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle – Burg Giebichenstein ein Fernstudium zum Diplom-Formgestalter. Er war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR.
Für die Zeit nach der deutschen Wiedervereinigung lagen keine Informationen vor.
Werkbeispiele
Design von Haushalts- und Küchengeräten
- Schlagwerkmühle Pirouette (1957; Produktion durch VEB Galvanotechnik Leipzig)[2]
- Kaffeebrühgerät Moccadolly (1962; mit Lutz Rudolph; Produktion durch Fa. Otto Bengtson)[3]
- Tischlampe 7969 (Produktion durch VEB Leuchtenbau Arnstadt)[4]
- Mahlwerkmühle MWM II (um 1977; Produktion durch VEB Elektroinstallation Oberlind)[5]
- Schlagwerkmühle SWM (1964; Produktion durch VEB Elektroinstallation Oberlind)[6]
Design von Glasgefäßen
- Drei Stamper (1976, handgeformt; auf der VIII. Kunstausstellung der DDR)[7]
- Grüne Vase (1976/1977; auf der VIII. Kunstausstellung der DDR)[8]
- Gläserserie Rom (1985)[9][10]
Ausstellungen (unvollständig)
Einzelausstellung
- 1978: Berlin, Galerie im Turm („Schmuck – Glas – Fotografie“; mit Reiner Grabowitz und Roger Melis)
Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der DDR
- 1962/1963 und 1977/1978: Dresden, Fünfte Deutsche Kunstausstellung und VIII. Kunstausstellung der DDR
- 1976: Berlin, Bezirkskunstausstellung Kunsthandwerk/Design
- 1979: Berlin, Ausstellungszentrum am Fernsehturm („Kunst, Handwerk, Form, Gestaltung“)
Literatur
- Heinz Hirdina: Gestalten für die Serie. Design in der DDR. 1949–1985. Verlag der Kunst, Dresden, 1988, S. 384
- Günter Höhne: Das große Lexikon. DDR-Design. Komet-Verlag, 2008; ISBN 978-3-89836-676-2, S. 250
- Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 646