Klong (Trommel)

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Klong (thailändisch กลอง), auch klō̧ng, englische Umschriften klawng, glawng, ist der Oberbegriff für Membranophone in Thailand, die in klassischen Musikstilen und in der Volksmusik gespielt werden. Die meisten thailändischen Trommeln sind zweifellige, fassförmige oder zylindrische Röhrentrommeln, einfellig sind eine kleine (thon) und eine lange Bechertrommel (klong yao) sowie eine Rahmentrommel (rammana). Die Trommeltypen werden entweder mit den Händen oder mit dünnen Stöcken geschlagen. Durch Namenszusätze unterscheiden sie sich:

  • Taphon (ตะโพน), auch klong taphon, ist eine waagrecht gespielte zweifellige Fasstrommel und die führende Trommel im klassischen Orchester piphat.
  • Klong khaek (กลองแขก) ist eine lange zweifellige Zylindertrommel, die paarweise mit den Händen geschlagen wird und zu Unterhaltungsensembles mit Perkussions- und Saiteninstrumenten gehört. Manchmal ist klong chawa („javanische Trommel“) ein anderer Name für die klong khaek.
  • Klong malayu (กลองมลายู, „malaiische Trommel“) ist eine zweifellige Röhrentrommel, etwas kleiner als die klong khaek, die im Ensemble piphat nang hong Bestattungszeremonien begleitet.
  • Klong chana (กลองชนะ) ist eine etwas kleinere Röhrentrommel als die klong malayu, die im 16. Jahrhundert bei Militärprozessionen und später in großer Zahl bei königlichen Zeremonien verwendet wurde.
  • Klong that (กลองทัด), auch klong thad, ist eine zweifellige Fasstrommel chinesischer Herkunft, deren Membranen nicht wie bei den bisher genannten Trommeln mit Bändern gegeneinander verspannt, sondern am Rand festgenagelt sind. Bei der stets paarweise im piphat gespielten klong that hängen zwei Trommeln ungefähr senkrecht an einem Gestell.
  • Klong khon ist eine der klong that ähnliche Trommel, die beim Maskentanz khon gebraucht wird. Entsprechend gehören die klong nang zum thailändischen Schattenspiel nang talung und die klong nora zum Tanzstil nora.
  • Klong jin (กลองจน, „chinesische Trommel“) ist eine der chinesischen tanggu entsprechende Fasstrommel, mit der Auftritte chinesischer Charaktere bei Theateraufführungen begleitet werden.
  • Klong tuk (กลองตุ๊ก), auch klong chatri (กลองชาตรี), ist mit 25 Zentimetern Länge die kleinste Trommel. Sie wird paarweise im Ensemble piphat chatri unter anderem zur Begleitung des Tanztheaters lakhon chatri verwendet.
  • Klong seng (กลองเส็ง), auch klawng sing, klong ching (กลองจิ่ง) und klong tae (กลองแตะ), sind in Nordostthailand (Isan) bei sportlichen Wettbewerben paarweise geschlagene lange Fasstrommeln.
  • Klong tum (กลองตุ้ม) ist eine zweifellige kurze Zylindertrommel im Isan, die in der Volksmusik (mo lam) und bei Prozessionen verwendet wird.
  • Klong yao (กลองยาว) ist eine langgestreckte Bechertrommel von Typ der südchinesischen „Elefantenfußtrommel“ (chinesisch xiangjiao gu), die in unterschiedlichen Größen bei zeremoniellen Prozessionen eingesetzt wird. Am größten ist die bis drei Meter lange klong ae.
  • Klong kantrum (กลองกันตรึม) ist eine Bechertrommel, die im Isan lebende Khmer im Volksmusikstil kantrum spielen.
  • Klong bantho (กลองบัณเฑาะว์), auch klawng bandhaw, ban thaw, ist eine aus der indischen religiösen Musik stammende sanduhrförmige Klappertrommel vom Typ der damaru, die früher in Thailand nach hinduistischer Tradition bei königlichen Zeremonien gespielt wurde.

Nicht mit dem Oberbegriff klong bezeichnet werden die Rahmentrommel rammana (รำมะนา), die stets zusammen mit der kleinen Bechertrommel thon zur Unterhaltung in Ensembles von Tanztheatern gespielt wird, und die von den in Myanmar und Thailand lebenden Mon verwendete zweifellige Zylindertrommel poeng mang (เปิงมาง).

Trommeln der klassischen Ensembles (khruang) mahori und piphat. Von links nach rechts: Fasstrommel taphon, stehend Zylindertrommel klong khaek, liegend klong malayu, stehend poeng mang, Bechertrommel thon, chinesische Fasstrommel klong that, Rahmentrommel rammana, kleine Fasstrommel klong chatri. Illustration in einer Abhandlung über thailändische Musikinstrumente von Prinz Damrong, 1931

Herkunft

Indien

Südindische Doppelkonustrommel maddale

Auf dem südostasiatischen Festland besitzen die klassischen Musikstile von Thailand, Laos und Kambodscha die größten Gemeinsamkeiten. Die Entsprechungen rühren von den gleichermaßen starken Einflüssen durch die indische Kultur her, die sich nach der Gründung des indisierten Reiches Funan Anfang des 1. Jahrtausends verbreitete. Bis heute ist der indische Einfluss in den auf die altindischen Sprachen Sanskrit und Pali zurückgehenden musiktheoretischen Begriffen erkennbar.[1] Mehrere in Indien im 1. Jahrtausend gebräuchliche Musikinstrumente sind auf Tempelreliefs in Angkor (12. Jahrhundert) abgebildet, einige Instrumententypen wie die Stabzither (in Kambodscha kse diev, in Nordthailand phin phia) werden noch vereinzelt in der Volksmusik gespielt, andere, wie die alte indische Bogenharfe yazh, sind bis auf die saung gauk in Myanmar in Südostasien verschwunden (in Kambodscha früher pinn).

Die in Indien seit der Zeitenwende abgebildete, bis heute in Nordindien als damaru und dhadd, in Südindien als timila und idakka bekannte Sanduhrtrommel erscheint nur an einer Stelle am Angkor Wat und ist ansonsten in Südostasien kaum nachweisbar. Eine seltene Ausnahme ist die in Thailand bis ins 20. Jahrhundert rituell verwendete Sanduhrtrommel klong bantho. Bei den mit einer Hand auf das obere Fell geschlagenen Zylindertrommeln, die mehrfach am Angkor Wat abgebildet sind und die heute in Kambodscha skor arakh genannt werden, ist ihre indische Herkunft unsicher.

Die in den traditionellen thailändischen Musikstilen am häufigsten verwendeten Trommeln sind Fasstrommeln indischer Herkunft. In Indien sind Fasstrommeln und ähnliche Doppelkonustrommeln häufig auf Reliefs an buddhistischen Stupas ab etwa dem 1. Jahrhundert v. Chr. und später an Hindutempeln abgebildet. Die heutigen südindischen Trommelnamen mridangam, maddalam und maddale gehen auf Sanskrit mridanga aus dem 1. Jahrtausend v. Chr. zurück.[2] Am Angkor Wat ist allerdings nur eine einzige Fasstrommel abgebildet.[3] Ihr entsprechen die heute in Kambodscha gespielte samphor und die taphon in Thailand, deren beide Membranen mit parallelen Schnüren gegeneinander gespannt sind. Dem Namen nach indischer Herkunft ist die klong khaek, mit khaek (thailändisch allgemein „Inder“ oder „Muslim“), ähnlich malaiisch keling („Südinder“ oder „Tamile“). Dem Namen nach wurde die klong khaek aus Indonesien oder Malaysia eingeführt.[4]

Indische Musiker sitzen auf dem Boden und legen Doppelkonustrommeln wie mridangam, maddalam und pakhawaj waagrecht auf ein Bein oder auf eine Unterlage, während sie mit den Händen auf beide Membranen schlagen. (Skor) samphor und (klong) taphon werden wegen ihrer Form, einer ähnlichen Spielhaltung und der auf den Membranen angebrachten Stimmpaste auf diese indischen Trommeln zurückgeführt. Es wird angenommen, dass die samphor, die zum kambodschanischen höfischen Orchester pinpeat gehört, bereits in der ersten Hälfte des 1. Jahrtausends eingeführt wurde.[5] Einen Bezug zur hinduistischen Tradition Indiens zeigen Mythen, die über die taphon erzählt werden und die in die thailändisch-buddhistische Kultur eingegangen sind. Die taphon wird als Instrument des Phra Parakhonthape (Phra Parakantapa) aufgefasst, des himmlischen Musikers, der für die Götter musiziert. Er entspricht dem indischen mythischen Weisen Narada, der stets mit dem von ihm erfundenen Saiteninstrument vina erscheint. Die Erhöhung zum göttlichen Musikinstrument soll die hervorgehobene Bedeutung der taphon in den klassischen thailändischen Musikstilen begründen. Nach einer indischen Legende wurde die mridangam zu Ehren des obersten Gottes Shiva erfunden und dessen göttlicher Sohn Ganesha soll als erster die Trommel gespielt haben.[6] In der thailändischen Fassung einer Erzählung (Jataka) aus dem Leben des historischen Buddha hatte dieser seine Mutter im Himmel besucht und war danach auf die Erde zurückgekehrt. Bei seiner Ankunft schlug Gott Indra die taphon zur Begleitung der musizierenden Engel. Einer der Engel (Gandharvas), Phra Panchashikara (Pancashikha), spielte für Buddha die Langhalslaute phin. Der Zusammenhang wird auch durch die Etymologie deutlich: Phra ist von Pali für „Gott, Herr“ abgeleitet, das mit Sanskrit para, „über“ verwandt ist. Kanthapa ist die thailändische Aussprache von Pali gandhabbo, das auf Sanskrit gandharva zurückgeht.[7]

In der Literatur aus der Zeit des Königreichs Ayutthaya (1351–1767) wird die zweifellige Fasstrommel des höfischen Orchesters piphat als muthing oder marithang bezeichnet. Der frühere Name saphon für die taphon rückt die thailändische Fasstrommel näher an die kambodschanische samphor, die deren unmittelbares Vorbild gewesen sein könnte.[8]

Der indische Kultureinfluss erstreckte sie ab Anfang des 1. Jahrtausends auch auf Sumatra und Java. Indische zweifellige Trommeln mit Schnurverspannung sind in unterschiedlichen Formen (konisch, fassförmig und sanduhrförmig) auf Java am buddhistischen Borobudur aus dem 9. Jahrhundert abgebildet.[9] Die im javanischen Gamelan und vielen anderen indonesischen Musikstilen gespielte fassförmige oder zylindrische kendang besitzt eine Membranverspannung aus Rattanstreifen. Die kendang entspricht mit ihrer musikalischen Führungsrolle im Ensemble der taphon. Curt Sachs (1923) ordnet mit Verweis auf das Material der Spannriemen die thailändischen Fasstrommeln entweder einem direkten indischen (taphon mit Hautstreifen) oder einem malaiischen Einfluss zu (klong khaek mit einer Verspannung aus Rattan).[10]

China

Chinesische „große Trommel“ dagu mit genagelten Membranen in der chinesischen Nationalbibliothek, Peking

Neben Trommeln indischer Herkunft, für die eine Verspannung der beiden Membranen aus Hautstreifen kennzeichnend ist, kommen Trommeln mit aufgenagelten Membranen vor, wie sie von den chinesischen Fasstrommeln (allgemein gu) bekannt sind. In Kambodscha gehört zu diesem Trommeltyp die große, mit zwei Stöcken geschlagene skor thom, in Thailand die klong that. Am Rand angenagelte Membranen besitzen auch von den chinesischen gu abstammende große Fasstrommeln taiko, die in Japan als Zeremonialtrommeln geschlagen werden.

Die ethnischen Thai wanderten mutmaßlich in der zweiten Hälfte des 1. Jahrtausends aus dem südlichen China in das Gebiet des heutigen Thailand, wo sie nachfolgend auf die Bevölkerung aus dem Reich Srivijaya (Zentrum auf Sumatra, 6. bis 13. Jahrhundert), auf die Mon des zentralthailändischen Reichs Dvaravati (6. bis 11. Jahrhundert) und auf die Khmer des mittelalterlichen Khmer-Reichs von Angkor trafen. Bereits zur Zeit ihres ersten unabhängigen Reichs Sukothai (1238–1378) gebrauchten die Thai die meisten der heutigen Musikinstrumente.[11]

Die klong that kennen die Thai wahrscheinlich seit frühen Zeiten. Auch in Thailand wird dieser Trommeltyp in mehreren Varianten verwendet und üblicherweise nach ihrem Einsatz benannt: etwa klong khon beim Maskentanz khon und klong nang beim Schattenspiel nang talung. Ursprünglich gehörte eine einzelne klong that zu einem Ensemble, unter König Rama II. (reg. 1809–1824) wurde das paarweise Spiel der klong that eingeführt.[12]

Myanmar

Die klassischen Musikstile von Thailand und Myanmar unterscheiden sich zwar, dennoch gibt es Gemeinsamkeiten, die auf gegenseitigen musikalischen Beeinflussungen im Verlauf der Geschichte beruhen. Ein Bindeglied ist die Musik der Mon, deren Reich Pegu sich vom Ende des 12. Jahrhunderts bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts über den Süden Myanmars und den zentralen Westen Thailands erstreckte. Der vertikale Gongkreis gong mon oder khong mon hat den horizontalen thailändischen Gongkreis khong wong yai zum Vorbild. Verwandt sind auch das Mon-Xylophon renad und das thailändische ranat, die Doppelrohrblattinstrumente pi und die Krokodilzithern der Mon cam und der Thai chakhe. Dagegen verwenden die Mon einen als Melodieinstrument dienenden Kreis von gestimmten Trommeln poeng mang khok, der in der thailändischen Musik sonst nicht vorkommt, aber dem burmesischen Trommelkreis pat waing entspricht.[13] Der pat waing (burmesisch pat, „Trommel“, und waing, „Kreis“) ist das führende Melodieinstrument im burmesischen Ensemble hsaing waing. Im Thailändischen bedeutet pat allgemein „Perkussionsinstrument“, abgeleitet von Sanskrit pataha („Trommel“) oder vadya („Musikinstrument“).[14]

In der Ayutthaya-Periode (1351–1767) kam es über die Jahrhunderte immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit den rivalisierenden Burmesen. Nach der Zerstörung der Hauptstadt Ayutthaya 1767 durch die Burmesen verbrachten die Sieger siamesische Kulturgüter einschließlich der höfischen Orchester nach Burma, was in der Folge zu einer gegenseitigen Beeinflussung der Musik führte. Die lange Bechertrommel klong yao gilt nach der mündlichen Überlieferung durch Volkslieder als ein burmesisches Erbe aus dieser Zeit. In den Liedern wird ein alter Burmese gewürdigt, der ein ausgezeichneter klong yao-Spieler gewesen und nach Siam ausgewandert sein soll.[15] Unbeschadet erhalten blieben nach den Plünderungen nur wenige Manuskripte, weshalb über die siamesische Musik vor 1767 eher etwas aus europäischen Reiseberichten als aus einheimischen Quellen zu erfahren ist. Die ersten Europäer erreichten Siam 1511.[16]

Siam

Wandmalerei im Wat Suthat, Bangkok, Mitte 19. Jahrhundert. Musiker mit gewundenen Trompeten, Zylindertrommel, mehreren Fasstrommeln, einem Xylophon ranat und einer mit Stöcken geschlagenen Fasstrommel chinesischen Typs

Zahlreiche europäische Schilderungen des siamesischen Hoflebens, angefangen mit dem portugiesischen Reisenden Fernão Mendes Pinto, der sich um 1548 in Siam aufhielt, erwähnen den zeremoniellen Einsatz von Trompeten und Trommeln. Ging der König auf die Jagd oder einfach spazieren, so warnten vor ihm marschierende Trompetenbläser und Trommler die Menschen auf der Straße, damit sie sich rechtzeitig vor dem vorbeiziehenden König auf den Boden werfen konnten. Dies geht aus dem 1686 veröffentlichten Bericht des französischen Marineoffiziers Alexandre de Chaumont hervor, der 1685 und 1686 Gesandter am Hof von Ayutthaya war.[17] Die wertvollste Beschreibung der siamesischen Kultur lieferte der französische Diplomat Simon de La Loubère (1642–1729), dessen Werk Du Royaume de Siam 1691 in Paris erschien.[18] Darin ist ein Kapitel über Musik mit Abbildungen von Musikinstrumenten enthalten.[19]

Thailändische Trommeln sind meist zweifellig und viele werden mit den Händen geschlagen. In den europäischen Quellen wird zwar das Zusammenspiel von Trompeten und Trommeln erwähnt, aber nur die detaillierten Beschreibungen von La Loubère sagen etwas über die Trommeltypen aus. Von den 19 thailändischen Trommeltypen, die Dhanit Yupho (1960)[20] unterscheidet, lassen sich rund die Hälfte in den Quellen nachweisen.

Die Bechertrommel thon beschreiben Simon La Loubère (1693) und der französische Missionar Nicolas Gervaise (1688), der von 1681 bis 1685 in Siam lebte. Demnan bestand die thon im 17. Jahrhundert aus einem Korpus aus gebranntem Ton, dessen Membran aus Büffelhaut mit Hautstreifen befestigt war. Der britische Diplomat Frederick Arthur Neale (1852) bildet einige Musiker mit ihren Instrumenten ab, darunter einen knienden Bechertrommelspieler, der seine Tontrommel unter den linken Arm einklemmt und mit der rechten Hand schlägt.[21] Neale zufolge bestand die Membran der Bechertrommel aus Schaffell, dem britischen Reisenden John Bowring (1857) gemäß war sie aus Schlangenhaut. Bowring beschreibt eine andere Spielhaltung, bei der die Bechertrommel quer im Schoß vor dem Musiker liegt, der sie mit der rechten Hand schlägt und mit der linken Hand die kleine untere Öffnung öffnet oder schließt, um den Klang zu verändern.[22] Die Bechertrommel gehört offenbar seit langer Zeit zu den viel benutzten Trommeln der Thai.[23]

Die Rahmentrommel rammana wurde früher einzeln und nicht wie heute zusammen mit der Bechertrommel thon gespielt. Sie gehört zu den vor Jahrhunderten mit der arabisch-islamischen Kultur im Malaiischen Archipel verbreiteten einfelligen Rahmentrommeln rebana. Sie wird von John Bowring und einigen wenigen Autoren des 19. Jahrhunderts kurz erwähnt, darunter auch in Maxwell Sommervilles Reisebericht von 1897 (als zehn „rumanes“ in einem Ensemble mit unter anderem zehn „ka-japes“, also Langalslauten krajappi).[24] Möglicherweise wurde die rammana erst im 19. Jahrhundert eingeführt.[25]

Wahrscheinlich gehört die klong khaek zu den seit langer Zeit in Siam bekannten Trommeln, denn sie wird in alten Gesetzestexten erwähnt, in denen der Rang von Würdenträgern festgelegt ist. Darin wird festgehalten, wie viel Ackerland dem führenden klong khaek-Spieler und weiteren Musikern gemäß ihrem jeweiligen Rang zusteht. In der Ayutthaya-Periode wurde die klong khaek Teil der Perkussionsbegleitung im piphat-Ensemble von Aufführungen des Epos Inao, der thailändischen Version der javanischen Erzählungen um den mythischen Prinzen Panji.[26] Als die „javanische Trommel“ mit den Inao-Inszenierungen eingeführt wurde, begleitete sie den Kris-Tanz des Helden Inao und davon ausgehend andere Tänze.[27]

Über die klong khaek ist aus kolonialzeitlichen Berichten wenig bekannt. Der US-amerikanische Diplomat Edmund Roberts (1837) erwähnt, dass zwei mit den Händen geschlagene Trommeln zusammen mit Trompeten, Rohrblattinstrumenten, einem Bambusxylophon ranat und wohl einem Buckelgongkreis khong gespielt wurden.[28] Etwas genauer beschreibt der englische Politiker Frederick Verney (1846–1913) in einem 1885 veröffentlichten Artikel über die Musikinstrumente in Siam „die malaiische Trommel, genannt ‚klong khek‘“. Beachtung verdient, dass Verney zufolge die klong khaek damals auf einer Seite mit einem Stock und auf der anderen Seite mit der Hand geschlagen wurde, wie dies bei der zylindrischen kendang auf Bali üblich ist.[29]

Abbildungen von thailändischen Musikinstrumenten finden sich auch auf den Wandmalereien in buddhistischen Tempeln (Wats). Im Wat Chong Nonsi in Bangkok am Ostufer des Chao Phraya zeigt eine um 1675 datierte Wandmalerei im Bot eine Prozession mit zwei geraden Langtrompeten, drei gewundenen Trompeten (europäischer Herkunft) und zwei zweifelligen Zylindertrommeln. Die jährliche Fruchtbarkeitszeremonie (Pflugzeremonie, Raek Na Khwan) am Beginn der Regenzeit (im Mai) findet am Königshof unter der Leitung eines Brahmanenpriesters statt, begleitet von einem Orchester aus Trommeln, Schneckenhörnern und anderen Blasinstrumenten. Diese Zeremonie wurde aus Indien übernommen und in der Sukhothai-Periode (1257–1350) eingeführt. Eine Darstellung der Zeremonie enthält der Bot im Wat Ratchapradit in Bangkok vom Ende des 19. Jahrhunderts. An der Außenwand des 1785 vollendeten Wat Phra Kaeo in Bangkok sind gerade Trompeten, gewundene Trompeten, Schneckenhörner und Trommeln abgebildet. Der Nutzen für die historische Forschung ist allerdings eingeschränkt, denn die Wände wurden in den 1930er Jahren neu bemalt und es ist unklar, inwieweit sie mit der vorherigen Bemalung übereinstimmen.

Die Wandmalereien enthalten generell verallgemeinerte Motive, sodass sich ähnliche Trommeltypen nur selten unterscheiden lassen. Erkennbar, weil deutlich verschieden, sind das Fasstrommelpaar klong that, die waagrecht auf einem Gestell ruhende taphon, die Bechertrommel thon und die Rahmentrommel rammana.[30] Des Weiteren ist die Klappertrommel klong bantho an zwei Wats abgebildet. Im Wat Suwandararam aus der Zeit von Rama I. (reg. 1782–1809) in der Stadt Ayutthaya ist ein in alter Besetzung spielendes mahori-Ensemble aus schwebenden himmlischen Musikern dargestellt, mit unter anderem einer krajappi, einer selten gezeigten nordthailändischen Stabzither phin phia, einer Spießgeige so u, einem Schneckenhorn sang, einer Flöte khlui, zwei kleinen zweifelligen Trommeln und einem Spieler mit zwei Klappertrommeln.[31] Eine weitere Darstellung einer Klappertrommel enthält die 1795 erbaute Buddhaisawan-Kapelle, die zum Nationalmuseum Bangkok gehört. Die Szene in der Kapelle zeigt Gott Indra und seinen nur in der buddhistischen Tradition vorkommenden Begleiter, den Gandharva Pancasikha,[32] wie beide im Flug vom Himmel herabkommen. Pancasikha hält eine krajappi mit zwei Händen schräg vor dem Oberkörper und schüttelt mit zwei weiteren Händen in Kopfhöhe kleine Klappertrommeln.[33]

Bauform und Spielweise

Die Frage, ob eine Trommel ursprünglich aus Indien oder China stammt oder über die muslimische malaiische Musikkultur nach Thailand gelangte, ist unabhängig von ihrer Verwendung in der eigenständigen thailändischen Musik. Die von Trommeln produzierten rhythmischen Muster der klassischen thailändischen Musik (natab) unterscheiden sich von den zyklischen Strukturen der indischen Musik. Weitere Rhythmusinstrumente sind ein Paar Handzimbeln ching, die für die metrische Struktur sorgen. Ein zweites Paar kleiner Zimbeln chap ergänzt eine zur ching verzahnte Schlagfolge. „Ching“ heißt der unbetonte Schlag (Upbeat) und „chap“ der betonte Schlag (Downbeat). Der „chap“ wird durch hölzerne Gegenschlagstäbe krap verstärkt. Das Ende eines rhythmischen Musters wird durch einen einzelnen Schlag des hängenden Buckelgongs mong markiert.[34]

Die drei hauptsächlichen klassischen Ensembles, die sich jeweils in mehrere unterschiedliche Besetzungen einteilen lassen, sind piphat (dem kambodschanischen pinnpeat entsprechend), mahori (dem kambodschanischen mohori entsprechend) und khruang sai. Das bedeutendste höfische Ensemble piphat begleitet traditionell verschiedene religiöse und höfische Zeremonien, das Maskenspiel khon und andere Theaterformen. Seine führenden Melodieinstrumente sind die Buckelgongkreise khong wong yai und khong wong lek.

Das von der dreisaitigen Spießgeige so sam sai geleitete Ensemble mahori diente früher nur zur Unterhaltung, später übernahm es vom piphat die Begleitung des Tanzdramas lakhon. Die einzelnen mahori-Formationen bestehen aus vier, sieben, neun und mehr Musikinstrumenten.

Das khruang sai (mit khruang, „Musikinstrument“, und sai, „Saite“) setzt sich hauptsächlich aus Saiteninstrumenten zusammen. Zur Standardbesetzung mit der Flöte khlui können europäische Musikinstrumente wie Akkordeon und Violine (entsprechend der biola in Malaysia) hinzukommen.[35]

Taphon

Fasstrommel taphon

Die taphon (ตะโพน), auch taphon thai und tapone, ist die führende Trommel im Ensemble piphat, die das Tempo und den Grundrhythmus vorgibt. Anders als ihre mutmaßlichen Vorbilder in Indien und Indonesien liegt die taphon nicht auf dem Boden, sondern ruht ihrer sakralen Bedeutung wegen waagrecht auf einem niedrigen Holzgestell. Ihre Position sollte höher als die der anderen Musikinstrumente sein. In Laos heißt die verwandte Trommel kong taphone.

Der aus einem massiven Block von Teak- oder Jackfruchtbaumholz geschnitzte Korpus ist 48 bis 50 Zentimeter lang, die unterschiedlichen Membrandurchmesser betragen 22 Zentimeter (na mud) und 25 Zentimeter (na theng). Die Membranen werden an einem Ring aus Rohrfasern befestigt und mit derart dicht nebeneinander verlaufenden Hautstreifen verspannt, dass der Holzkorpus vollständig bedeckt ist. In der Korpusmitte werden in etwa 7 Zentimetern Breite Hautstreifen rechtwinklig umlaufend eingeflochten (rat ok, „die Brust binden“). Dies hält die Verspannung in ihrer Position und ergibt ein dekoratives Flechtmuster.[36] Die in die Mitte der Membranen aufgebrachte schwarze Stimmpaste besteht nach indischer Tradition aus gekochtem Reis mit Asche vermischt und bewirkt einen weicheren Klang. Je mehr Paste aufgetragen wird, desto langsamer werden die Membranschwingungen und desto tiefer wird der Ton. Musiker unterscheiden elf Arten von Schlägen mit den Händen, die unterschiedliche Töne hervorbringen.[37] Im piphat-Ensemble spielt die taphon die grundlegenden rhythmischen Muster entweder unverziert oder als Ausgangspunkt für komplexe Improvisationen.[38]

Die taphon ist das am meisten verehrte thailändische Musikinstrument und wird als „(spiritueller) Lehrer“ (khru taphon) bezeichnet. Dies kommt in der wai khru-Zeremonie zum Ausdruck, mit der vor jeder traditionellen Musikaufführung den Geistern der Musik und den verstorbenen berühmten Musikern Respekt gezollt wird. Zu diesem Zweck verneigt sich der Orchesterleiter mit einem wai vor der taphon. Zugleich zündet er neben der Trommel eine Kerze an und legt Opfergaben in Form von Blumen, Essen und Geld ab.[39] Neben diesem kleinen Opferritual praktiziert das Oberhaupt einer Musikerfamilie ein jährliches Ritual für die Götter und für die verehrten früheren Musiklehrer durch. Die königlichen Zeremonienmeister veranstalten ebenfalls jährlich das Ritual piti wai khru an den staatlichen Musik- und Tanzschulen.[40]

Taphon mon

Größere Fasstrommel taphon mon

Die taphon mon entspricht ungefähr der taphon, ist jedoch wesentlich größer und ihre maximale Ausbauchung ist nicht in der Mitte, sondern nach einer Seite verschoben. Der Korpus ist etwa 75 Zentimeter lang, die Membrandurchmesser betragen 38 und 50 Zentimeter. An beiden Enden ist je ein Handgriff angebracht, der bei der auf dem Gestell liegenden Position nach oben ragt.

Die Spieltechniken sind ähnlich wie bei der taphon. Eingesetzt wird die taphon mon im Ensemble piphat mon, das von der Musiktradition der Mon herrührt und hauptsächlich bei Bestattungszeremonien gebraucht wird. Das Ensemble besteht aus einer taphon mon, zwei vertikalen Buckelgongkreisen khong mon lek und khong mon yai, zwei Xylophonen ranat ek und ranat thum, einer großen Kegeloboe pi mon mit einem breiten metallenen Schallbecher, einem Set aus gestimmten Trommeln poeng mang khok, einem hängenden Gong mong sowie großen (chap) und kleinen (ching) Paarbecken.[41] Die taphon mon spielt mit den sieben Trommeln des Trommelkreises poeng mang khok verzahnte rhythmische Muster.

Klong khaek

Ein Paar klong khaek

Die klong khaek (กลองแขก) ist eine ungefähr zylindrische Trommel von 60 Zentimetern Länge mit einem Korpus aus Hartholz. Die Membranen aus Kalbs- oder Ziegenhaut messen 18 und 20 Zentimeter im Durchmesser. Sie werden auf überstehende Ringe gezogen und diese mit Hautstreifen Y-förmig gegeneinander verspannt. Die Verspannung wird durch ein quer umlaufendes Band fixiert. In Ensembles spielen stets zwei Musiker mit unterschiedlich hoch tönenden klong khaek verzahnte rhythmische Muster. Die höher und damit durchdringender klingende Trommel gilt als „männlich“ (klong khaek tua phu) und die tiefere und weicher klingende Trommel als „weiblich“ (klong khaek tua mea). Eine solche Zuschreibung von Geschlechterpaaren gibt es auch bei anderen thailändischen Musikinstrumenten (etwa bei den Xylophonen ranat ek und ranat thum), ebenso bei Trommeln und weiteren Musikinstrumenten im indonesischen Gamelan. Die rechte Hand produziert auf der „männlichen“ Trommel den Schlag ting und mit der linken Hand den Schlag jo. Bei der „weiblichen“ Trommel heißen die Schläge rechts tam und links ja. Aus der Abfolge dieser Schläge ergeben sich rhythmische Zyklen (Rhythmusmuster, na thap), die nicht nur das Zeitmaß (attra) vorgeben, sondern auch ein Stilmerkmal für die Zuordnung der Musik als ein siamesischer, laotischer, burmesischer oder chinesischer Charakter darstellen. Klassische Musikstücke werden traditionell nach ihren Rhythmusmustern klassifiziert.[42]

Ihrem zweiten Namen klong chawa („javanische Trommel“) zufolge soll die klong khaek – zusammen mit dem in der Ayutthaya-Periode eingeführten Inao-Epos – aus Java kommen, wo entsprechend eine kleinere, höher klingende kendang lanang von einer größeren, tiefer klingenden kendang wadon unterschieden wird. Auf Java und Bali werden diese Trommeln ebenfalls paarweise eingesetzt. Die klong khaek wird gelegentlich als Ersatz für die taphon im piphat verwendet, auch anstelle der thon-rammana-Kombination im mohori-Ensemble. Außerdem kann sie zusammen mit der Kegeloboe pi chawa Thaiboxkämpfe begleiten.[43]

Klong malayu

Ihren Namen erhielt die klong malayu (กลองมลายู), weil sie von der Malaiischen Halbinsel stammen soll. Gegenüber der etwas größeren klong khaek gibt es einige Unterschiede bei der Art der Membranverspannung und der Spielweise. Die Membranen aus Rindshaut werden über breite Ringe gelegt und diese mit V-förmigen Hautstreifen gegeneinander verspannt. Bei dieser Fixierung ist ein quer umlaufendes Band wie bei der klong khaek nicht erforderlich. Um die Membranen zu spannen, werden um zwei benachbarte Hautstreifen gebundene Schlaufen so nach einer Seite verschoben, dass sich ein Y-Verspannung ergibt. Wie bei manchen malaysisch-indonesischen kendang schlägt der Spieler bei der klong malayu auf die linke Membran mit der Hand und auf die rechte Membran mit einem kurzen gebogenen Stab.

Prinz Damrong (1931) zufolge wurde die klong malayu vor der klong khaek eingeführt und anfangs während der königlichen Elefantenprozession, an der auch Malaiien teilnahmen, oder während der königlichen Barkenprozession geschlagen. Später wurde sie bei Bestattungszeremonien für den König und Adlige eingesetzt, bis sie im Lauf der Zeit generell in die Musik für Bestattungen übernommen wurde.[44]

Das alte Ensemble um die klong malayu heißt bua loi. Es besteht neben den beiden klong malayu aus einem Doppelrohrblattinstrument pi chawa und einem kleinen Gong khong meng. Die Weiterentwicklung des bua loi führte zum Ensemble piphat nang hong, mit den Xylophonen ranat ek und ranat thum, den Buckelgongkreisen khong wong lek und khong wong yai, einer pi chawa, den Zimbelpaaren chap lek und chap yai sowie einem Gong mong.[45]

Klong chana

Die klong chana (กลองชนะ) ist eine ungefähr zylindrische Röhrentrommel von indischer Herkunft, etwas kleiner als die klong malayu und mit unterschiedlichen Membrandurchmessern. Die über Ringe gezogenen Membranen werden mit Y-förmigen Hautstreifen verspannt. Der stehende oder marschierende Spieler hält die Trommel an einem um die Schultern gelegten Band vor seinem Oberkörper und schlägt sie mit beiden Händen.[46] Bei der königlichen Barkenprozession werden klong chana verwendet, deren hölzerner Korpus vollflächig mit entweder Goldfarbe, Silberfarbe, roter oder grüner Farbe bemalt ist.[47]

Ihren Namen „Siegestrommel“ erhielt die klong chana, weil sie im 16. Jahrhundert bei Militärprozessionen geschlagen wurde und seitdem in großer Zahl bei königlichen Prozessionen, Krönungszeremonien und königlichen Bestattungen verwendet wird.

Bei offiziellen Zeremonien spielt die klong chana mit der kurzen und schrill tönenden Kegeloboe pi chanai (abgeleitet von shehnai) zusammen.[48] Von den Ayutthaya-Periode bis zu König Rama V. spielt während der gesamten königlichen Bestattungszeremonie die pi chanai die traurige Melodie Nang Rong Hai und zugleich werden die klong chana geschlagen. Bei den Zeremonien nach dem Tod der Königinmutter Srinagarindra 1995 wurde das höfische Ensemble piphat nang hong hinzugenommen, das im Wechsel mit dem sung trae-Ensemble (Schneckenhorn sung und europäisches Signalhorn trae farang) und dem pi chanai klong chana-Ensemble spielte. Ein Wandbild im Großen Palast von Bangkok zeigt eine königliche Bestattungsszene, auf der eine Musikgruppe mit trae farang, trae ngon (alte siamesische Trompete), sung und klong chana erkennbar ist. Auf einem anderen Wandbild im Großen Palast spielen die Musiker außerdem eine alte Bronzetrommel mahorathuek.[49]

Bei einer königlichen Bestattungszeremonie spielt das pi chanai klong chana-Ensemble zu drei Ereignissen: zur Badezeremonie für den verstorbenen König, zur Prozession mit der goldenen Urne zur Verbrennungspagode (im Wat Bang Toei am nordöstlichen Stadtrand von Bangkok) und zur dort stattfindenden Schein-Verbrennung. Solche Zeremonien finden außer für den König für Mitglieder des Ordens von Chula Chom Klao und ähnlich hoch geachtete Persönlichkeiten statt.

Die Prozession, bei der die Asche des verstorbenen Königs Mongkut (Rama IV., reg. 1851–1868) in den Großen Palast überführt wurde, begleitete ein großes Zeremonialorchester mit 80 klong chana, einer Kegeloboe pi chanai, 16 europäischen Hörnern trae farang, 20 siamesischen Trompeten trae ngon und 2 Schneckenhörner sung. Hinzu kamen 6 piphat-Ensembles mit zusammen 24 Musikern (und weiteren 24 Personen, um deren Musikinstrumente zu tragen), 4 klong khaek-Gruppen (darunter 8 Trommler plus 16 Instrumententräger) und 5 chinesische piphat-Ensembles (darunter 10 Trommler).[50]

Klong that

Ein piphat-Ensemble von 1930. Hintere Reihe von links nach rechts: Doppelrohrblattinstrument pi, Buckelgongkreis khong wong, Fasstrommel klong that und Musiker mit Zimbeln ching. Vordere Reihe: Musiker mit Zylindertrommel klong song na und taphon, Xylophon ranat, Sänger mit Klappern krap

Die klong that (กลองทัด) ist eine etwa 50 Zentimeter lange, breite Fasstrommel, deren Korpus aus einem Hartholzblock herausgearbeitet und außen sorgfältig glatt geschliffen wurde. Beide Membranen aus Rindshaut oder Wasserbüffelhaut messen etwa 46 Zentimeter im Durchmesser. Die Membranen werden straff über die Korpusränden gezogen und mit einer Reihe von Nägeln oder Stiften aus Holz, Knochen oder Elfenbein einige Zentimeter unterhalb des Korpusrands befestigt. Beim Spielen wird die klong that aufrecht in einen aus zwei gekreuzten Holzstäben bestehenden Ständer gestellt, sodass sie etwas schräg dem Musiker zugeneigt ist. Die Membranen besitzen einen schwarzen kreisrunden Fleck in der Mitte. Auf der unteren Membran wird eine Stimmpaste aus gekochtem Reis und Asche aufgebracht. Nur die obere Membran wird mit zwei dünnen, etwa 50 Zentimeter langen Bambusstöcken mit oder ohne weichen Köpfen geschlagen.

Dieser chinesische Trommeltyp wird seit alter Zeit in Perkussionsensembles gespielt. Unter König Rama II. (reg. 1809–1824) wurde anstelle der zuvor nur einzeln verwendeten klong that das paarweise Trommelspiel eingeführt. Seitdem werden eine höher klingende (tua phu, „männliche“) und eine tiefer klingende (tua mea, „weibliche“) Trommel unterschieden. Nach einer Information aus der Mitte des 20. Jahrhunderts können auch drei klong that (hoch – mittel – tief) verwendet werden. Üblicherweise werden die beiden klong that nur zusätzlich in größeren Perkussionsensembles eingesetzt, um ein weiteres Rhythmusmuster zu ergänzen.[51] Die entsprechende kong that in Laos wird ebenfalls paarweise gespielt.

Weil mit Stöcken geschlagen klingen die klong that laut und aggressiv. Unter König Chulalongkorn (Rama V., reg. 1868–1910) wurde deshalb das neue Ensemble piphat dukdamban eingeführt, um die klong that durch zwei taphon zu ersetzen. Damit lassen sich die Rhythmusmuster der klong that mit weicher klingenden Schlägen produzieren. In einem üblichen kleinen piphat oder einem mittelgroßen piphat-Ensemble (mit doppelter Besetzung) ist die taphon in der ersten Reihe linker Hand vom ranat ek aufgestellt, während die klong that in die letzte Reihe hinter den beiden Buckelgongkreisen khong wong verbannt ist. Der Spieler der klong that kann in vielen Fällen auch die Zimbeln ching bedienen.[52]

Klong khon, klong nang

Unter dem Namen klong khon gehört der Trommeltyp klong that zum Maskentheater khon und als klong nang bezeichnet zum Schattenspiel nang talung. Erstmals beschrieb Simon de La Loubère (1691) den Maskentanz khon. Demnach gehörte damals die Spießgeige so sam sai zum Begleitensemble. Üblicherweise wird der Maskentanz jedoch von einem piphat ohne Saiteninstrumente begleitet. Es gibt eine Beschreibung von khon aus dem 18. Jahrhundert und mehrere aus dem 19. Jahrhundert, die belegen, dass sich das Tanztheater im Lauf der Jahrhunderte wenig verändert hat.[53]

Das für khon gebrauchte Ensemble ist das „laute“ piphat mai khaeng. Die Ergänzung mai khaeng bezieht sich auf die „Hartholzstöcke“, die ohne gepolsterte Köpfe für das Xylophon ranat ek verwendet werden. Nur mit diesem Ensemble wird das Genre phleng naphat gespielt, dessen Rhythmusmuster von taphon und klong that produziert werden. Eine Variante von phleng naphat begleitet das klassische Tanzdrama lakhon und (mit klong khon) das Maskentheater khon.[54]

Zum Schattenspiel nang talung gehören eine oder zwei kleine Fasstrommeln klong nang.

Klong jin

Die klong jin (กลองจน) ist ihrem Namen nach chinesischer Herkunft (jin steht für alles Chinesische). Die zweifellige Fasstrommel mit aufgenagelten Membranen entspricht der senkrecht in einem Gestell hängenden chinesischen tanggu. Die klong jin wird mit zwei Stöcken geschlagen in den klassischen Ensembles piphat und mahori verwendet, wenn im chinesischen Stil (phleng phasa chin oder phleng jin) gespielt wird.[55] Dies ist bei Theateraufführungen der Fall, wenn ein chinesischer Charakter erscheint. Für den Auftritt anderer ethnischer Gruppen, sind entsprechende Musikstile (etwa phleng phama für Burmesen und phleng lao für Laoten) vorgesehen, die mit eigenen melodischen Ornamentierungen und rhythmischen Phrasen das „Ausländische“ herausstellen sollen. Der „chinesische Stil“, der an eine chinesische Oper erinnern soll, ist durch eine pentatonische Skala, schnelle gleitende Melodieverläufe mit dem Doppelrohrblattinstrument pi chawa und harte Trommelschläge gekennzeichnet.[56]

Klong tuk

Die klong tuk (กลองตุ๊ก), auch klong chatri (กลองชาตรี), ist mit rund 25 Zentimetern Länge die kleinste Form der zweifelligen Fasstrommel mit aufgenagelten Membranen vom Typ der klong that. Die stets paarweise gespielten Trommeln sind von unterschiedlicher Tonhöhe. Sie stehen senkrecht auf dem Boden und werden mit zwei Holzstöcken geschlagen.[57] Üblicherweise spielen die klong tuk verzahnte rhythmische Muster mit der kleinen Bechertrommel thon chatri.[58]

Eingesetzt wird das Trommelpaar im Ensemble piphat chatri (Thai chatri ist von Sanskrit kshatriya, „Krieger[kaste]“, abgeleitet) und dient zur Begleitung des Tanzdramas lakhon chatri (ละครชาตร) in Zentralthailand. Das Volkstheater mit wandernden Ensembles, das zu den ältesten Formen von Tanzdramas in Siam gehört, war früher in Südthailand verbreitet und erhielt seinen heutigen Namen, als es in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Bangkok eingeführt wurde. Ein traditionelles Begleitensemble für das lakhon chatri besteht aus zwei von einem Musiker geschlagenen Bechertrommeln thon chatri, einem Trommelpaar klong tuk, hölzernen Klappern krab, Handzimbeln ching und einem oder mehreren Doppelrohrblattinstrumenten pi. Um die melodischen Klang zu erweitern wird das Xylophon ranat ek aus dem piphat-Ensemble ergänzt.[59]

Während der Ayutthaya-Periode und bis zu seiner Einführung in Bangkok war das Tanzdrama als nora chatri bekannt, mit nora (โนราห์) namentlich bezogen auf das damalige südthailändische Tanzdrama manora. In der Provinz Phetchaburi wird lakhon chatri als Huldigung an die Geister (phi) und als Heilungsritual aufgeführt. Von entsprechender ritueller Bedeutung sind die für die Aufführung gebrauchten Masken, Kostüme, Musikinstrumente und anderen Objekte. Teilweise gehören die Musikinstrumente dem lakhon chatri-Ensemble, häufiger werden heute vom Ensemble für bestimmte Termine Musiker angeheuert, die ihre eigenen Instrumente mitbringen.[60]

Beim regionalen südthailändischen nora chatri setzt sich das Musikensemble aus klong tuk, Bechertrommel thon, zwei kleinen Buckelgongs khong khu, Handzimbeln ching, Klapper trae und dem im Süden verwendeten Doppelrohrblattinstrument pi tai zusammen. Eine Neuerung, die zu einem khruang ha („fünf Musikinstrumente“) genannten Ensemble führt, ist der Verzicht auf die Klapper trae, an deren Stelle auf die Kante der klong tuk geschlagen wird. Als Anpassung an einen heutigen Musikgeschmack wird das Ensemble um bislang nicht hierfür eingesetzte Musikinstrumente wie die hoch tönende Spießgeige so duang, die tiefere Spießgeige so u, die Flöte khlui und die Becken chap ergänzt. Auch westliche Instrumente, darunter Keyboards, werden hinzugenommen.[61]

Die Kombination der Trommelpaare thon und klong tuk mit der Flöte khlui, der Spießgeige so duang und dem Becken ching kann neben anderen Ensembles in Zentralthailand das Schattenspiel mit großen Figuren nang yai begleiten.[62] Eine andere Besetzung für das Schattenspiel besteht aus den Trommeln thon (auch thap) und klong tuk, dem Doppelrohrblattinstrument pi, dem Becken ching und dem Buckelgong mong.[63] Ansonsten benötigen die Schattenspiele nang yai und nang talung dasselbe klassische piphat-Orchester (piphat mai khaeng, mit harten Schlägeln und dem Trommelpaar klong that).[64]

Thon

Kleine Bechertrommeln thon chatri

Die thon (älterer Name thap) ist eine kleine einfellige Bechertrommel, die typologisch mit der nahöstlichen darbuka verwandt ist und in zwei Varianten vorkommt, die sich in Material und Verwendung unterscheiden.

Die thon chatri besitzt einen hölzernen Korpus, der etwas kleiner ist als bei der anderen Variante. Der Korpus misst etwa 36 Zentimeter in der Länge und 20 Zentimeter im Durchmesser an der Membran. Die Membran besteht aus Wasserbüffelhaut, die um einen Metallring gezogen und mit engen parallelen Hautstreifen bis zu einem unterhalb des breiten Korpus umlaufenden Band verspannt ist. Die Verspannung lässt sich nicht nachjustieren.

Die Bechertrommel wird in Südthailand paarweise von jeweils einem Musiker in einem Ensemble piphat chatri zur Begleitung der zur Volkstradition gehörenden Tanzdramas lakhon chatri und lakhon nora sowie des Schattenspiels nang talung gespielt. Der allgemeine Begriff ist phleng phasa talung, „Musik im südthailändischen Stil vorgetragen“ (mit phleng, „Musikgenre“, und talung von der Provinz Phatthalung abgeleitet). Die beiden thon chatri spielen verzahnte Rhythmusmuster mit den klong tuk.[65] In Zentralthailand werden die thon chatri außerdem in klassischen Ensembles zur Liedbegleitung gespielt.[66]

Der Korpus der insgesamt sorgfältiger gefertigten thon mahori besteht aus gebranntem Ton oder Keramik und hat eine Länge von 38 Zentimetern und einen Durchmesser von 22 Zentimetern. Zwar gibt es unter den chinesischen Trommeltypen (gu) keine Bechertrommeln, dennoch wurden in früheren Zeiten thon mahori häufig aus Keramik in China hergestellt. Der Korpus mancher Trommeln ist aufwendig mit Gold- und Silberfarbe sowie Einlagen aus Perlmutt und buntem Glas dekoriert. Die Membran kann aus verschiedenen Tierhäuten wie Kalbs-, Ziegen- oder Schlangenhaut (meist Python oder Elefantenrüsselschlange) bestehen. Sie ist wie bei der thon chatri über einen Metallring gezogen und mit Bändern aus Rattan oder geflochtener Seide verspannt.

Wenn ein Musiker eine einzelne Bechertrommel spielt, dann schlägt er sie mit der rechten Hand und verwendet die linke Hand, um für eine Klangveränderung (Dämpfung) die offene Unterseite abzudecken. Ein Musiker mit zwei Bechertrommeln klemmt diese im Schneidersitz unter seine Beine mit den Membranen nach beiden Seiten gerichtet und schlägt jede mit einer Hand. Die thon mahori gehört zum klassischen mahori-Ensemble und wird dort häufig von einem Musiker mit der rechten Hand geschlagen, während dieser mit der linken Hand die Rahmentrommel rammana bedient. Für Ensembles mit Saiteninstrumenten wie mahori ist die einen konstanten Rhythmus produzierende thon-rammana-Kombination charakteristisch.[67]

Klong seng, klong ching

Klong seng (กลองเส็ง, auch klawng sing), klong ching oder klong tae heißen in der Region Isan (Nordostthailand) vor allem von den Phu Thai paarweise gespielte konische Röhrentrommeln, deren Korpus aus einem Baumstamm ausgehöhlt ist. Die über einen Metallring gezogenen Membranen aus Rindshaut sind mit Hautstreifen oder dicken Kordeln parallel verschnürt. Zum Verspannen und Nachstimmen werden jeweils zwei benachbarte Spannstreifen mit Holzknebeln verdrillt. Die Trommeln werden stets paarweise geschlagen. Die Schlägel werden aus schwerem hartem Tamarindenbaumholz gefertigt und, um sie besser in der Hand halten zu können, am unteren Ende mit Stoff umwickelt. An der Spitze erhalten die Schlägel einen Überzug aus Blei, damit sie mit mehr Masse lautere Schläge erzeugen.[68] Klong seng gehören zu sportlichen Wettbewerben (jing), Prozessionen und zur Begleitung von Tänzen bei Festveranstaltungen, wie dem Raketenfest (bun bang fai).[69] Die Musiker schlagen auf das obere Fell einer ungefähr senkrecht hängenden Trommel oder mit zwei Stöcken auf beide Felle einer liegenden Trommel.[70]

Klong tum

Die wahrscheinlich lautmalerisch benannte klong tum (กลองตุ้ม) ist eine zweifellige kurze Zylindertrommel im Isan mit Membranen aus Rindshaut oder Wasserbüffelhaut, die mit Hautschnüren V-förmig eng verspannt sind. Der Membrandurchmesser beträgt etwa 30 Zentimeter und die Länge des hölzernen Korpus etwa 40 Zentimeter.[71]

Die klong tum wird von den Phu Thai in der nordostthailändischen Volksmusik mo lam zusammen mit unter anderem der Mundorgel khaen und einer Langhalslaute phin gespielt.[72] Bei Prozessionen mit langen Bechertrommeln klong yao gehören in jedem Fall eine große Rahmentrommel oder eine kleine klong tum dazu.[73] Klong tum sind im Isan auch auf Wandbildern in Wats dargestellt. So zeigt ein Wandbild im Wat Udom Pracharat in der Provinz Kalasin eine Begräbnisprozession von Dorfbewohnern, die Volkstänze aufführen und mit klong tum begleiten.[74]

Klong yao

Der langen klong yao entsprechende Bechertrommel ozi der Shan in Myanmar

Die klong yao (กลองยาว, „lange Trommel“) oder klong hang („Schwanztrommel“) ist eine schlanke einfellige Bechertrommel aus Hartholz in unterschiedlichen Größen, die in ganz Thailand vorkommt. Die lange Bechertrommel ist ein Trommeltyp, der mutmaßlich in der heutigen südchinesischen Provinz Yunnan beheimatet ist, von wo er im 9. Jahrhundert, zur Zeit des Königreichs Nanzhao, mit Bevölkerungsgruppen der Shan und Thai südwärts nach Thailand und Myanmar gelangt sein könnte. Heute verwenden die Dai in Südchina bei Festen die lange Bechertrommel xiangjiaogu (mit chinesisch gu, „Trommel“, wörtlich "Elefantenfußtrommel") für den „Elefantenfußtrommeltanz“. Bei den Mon in Myanmar und Thailand heißt die entsprechende Trommel thep. Die Bamar in Myanmar nennen ihre etwa 100 Zentimeter lange Bechertrommel ozi. Die ozi der Palaung im ostburmesischen Shan-Staat misst 120 Zentimeter und die ozi der Intha etwa 150 Zentimeter. Die größte „lange Trommel“ mit bis zu 300 Zentimetern Länge und einem oberen Korpusdurchmesser von 60 Zentimetern kennen die Shan.[75] Die kambodschanische Entsprechung ist die an einem Band um die Schulter gehängte und bei festlichen Anlässen gespielte skor chhaiyam.

Die klong yao wird bei religiösen und säkularen Prozessionen vor allem in der Isan-Region eingesetzt. Landesweit wird sie etwa beim Lichterfest Loi Krathong, das jährlich im November stattfindet, eingesetzt. Mehrere meist männliche Trommler marschieren bei Prozessionen in einheitlichen Kostümen mit klong yao und begleiten häufig eine Gruppe von Tänzerinnen. Die Truppen gehören meist zu einer Dorfgemeinschaft, einem Verein oder einer Schule. Im Isan gelten klong yao als besonders alte Musikinstrumente. Bei Prozessionen anlässlich von Festtagen, bei denen sie den Rhythmus für die Tänzerinnen vorgeben, werden sie zeremoniell und zur Unterhaltung geschlagen.

Eine kleine klong yao misst etwa 75 Zentimeter in der Länge bei einem oberen Durchmesser von 20 Zentimetern und ist mit buntem Stoff geschmückt, der vom Rand der Membran lose herabhängt. Die Membran aus Rindshaut ist über den breiten Korpus bis zu einem Ring an dessen Unterseite verspannt. Zum Stimmen wird auf die Mitte der Membran eine schwarze Stimmpaste aus gekochtem Reis und Asche gestrichen, damit die Trommeln beim Zusammenspiel auf der gleichen Tonhöhe erklingen. Der Fuß endet an einem kreisrunden Holzring als Standfläche. Für den Korpus wird das Holz vom Jackfruchtbaum, ersatzweise auch vom Mangobaum oder Regenbaum verwendet. Die äußere Form und die Höhlung werden mit einer Drechselbank angefertigt.[76]

Der Spieler hängt sich die Trommel mit einem Band um die Schulter und schlägt die Membran mit beiden Händen, gelegentlich mit akrobatischer Rafinesse auch mit anderen Körperteilen wie Ellbogen und Knie. Ein typisches Ensemble besteht aus mehreren (mindestens zwei) klong yao und aus einer großen Rahmentrommel rammana (auch klong tum oder klong tat genannt), die an einer von zwei Männern getragenen Stange hängt, oder aus einer kurzen Zylindertrommel klong tum, ferner aus mehreren unterschiedlich großen Buckelgongs khong mong, mehreren Paarbecken ching und chap sowie Klappern krap. Hinzu kommt ein Gesangschor. Die Perkussionisten folgen mit gewissen Variationen einem gleichbleibenden Rhythmus.[77]

Manche Wandmalereien in Wats schließen auch Darstellungen dörflicher regionaler Musik mit ein. In Zentralthailand gehören hierzu ausschließlich die klong-yao-Ensembles. Im Bot des Wat Senasanaram in Ayutthaya ist in einer Tanzszene eine lange klong yao zusammen mit großen Paarbecken chap yai abgebildet.[78] In der Isan-Region lassen sich auf den Wandmalereien in den Wats 25 Musikinstrumente unterscheiden, darunter lange klong yao, Bechertrommeln thon, Fasstrommeln und Rahmentrommeln. Im Wat Na Phra That in der Provinz Nakhon Ratchasima zeigt ein Wandgemälde aus der Zeit von König Rama III. (reg. 1824–1851) eine königliche Prozession mit Soldaten, die verschiedene Waffen tragen, und mit Musikern, die klong yao schlagen und siamesische Trompeten trae ngon blasen. Andere Musiker spielen den Gongkreis khong wong und Rahmentrommeln. Klong yao mit piphat-Instrumenten oder mit der Mundorgel khaen sind auch auf den Wänden in anderen Wats im Nordosten abgebildet. Im Wat Si Chom Chuen in der Provinz Nakhon Phanom enthält eine Illustration des Vessantara Jataka eine Prozession von Soldaten und Musikern, die sich aus dem Wald in Richtung Stadt bewegen. Die Musiker spielen Klarinette, Tuba, die große Trommel klong yai, Paarbecken chap und klong yao.[79]

Die größte Version, die klong ae genannt wird, kann bis zu 3 Meter Länge erreichen. Bei ihr wird die Membran mit eng nebeneinander verlaufenden Hautstreifen wie bei einer Fasstrommel bis zur Unterseite des breiten oberen Korpus geführt und dort an einem zweiten Ring verspannt. Der sich anschließende Fuß aus gedrechseltem Holz verbreitert sich bis zur Unterseite, damit die Trommel senkrecht aufgestellt werden kann.[80] Außer zur Begleitung von Volksliedern, Tänzen und Prozessionen dient diese Trommel hauptsächlich in buddhistischen Wats in Nordthailand als Signalinstrument für den Tagesablauf.[81]

In Nordthailand ist die lange schlanke Bechertrommel als klong puje (กลองปูเจ๋) bekannt. Ihr gedrechselter Fuß verbreitert sich unten trichterförmig. Die klong puje wird an einem Band über der Schulter in einer schrägen Position gehalten.[82]

Die thailändische Minderheit im malaysischen Bundesstaat Perlis versteht die klong yao als identitätsstiftendes Merkmal ihren ethnischen Gemeinschaft. Dort dürfte die Trommel ungefähr in den 1970er Jahren eingeführt und zuerst bei einer buddhistischen Prozession verwendet worden sein. Das klong yao-Spiel wurde aus Zentralthailand übernommen und war zuvor in Perlis unbekannt. Nach dem anfänglichen Einsatz der klong yao am Beginn religiöser Zeremonien wurde der Trommel in Perlis die Einführung von praktisch allen öffentlichen Veranstaltungen übertragen.[83]

Klong kantrum

Kantrum (กันตรึม, auch kantruem, kantrüm) ist ein Volksmusikstil von ethnischen Khmer, die in Thailand hauptsächlich in dem an Kambodscha angrenzenden südlichen Teil des Isan leben. Ein traditionelles kantrum-Ensemble ist ähnlich besetzt wie ein phleng arak-Ensemble, das in Kambodscha traditionell für Geisterbeschwörungsrituale verwendet wird. Ein Medium wird dabei in Trance versetzt, um die Ursache einer Krankheit zu finden. Das arak ist das älteste kambodschanische Ensemble, zu dem ein Doppelrphrblattinstrument pey prabauh, eine dreisaitige Stachelgeige tror khmai, eine Langhalslaute chapey dang veng, eine Stabzither kse diev, eine Bechertrommel skor dey und Gesang gehören.[84] Mit dem traditionellen Ensemble kantrum dangdum (auch kantruem dangdoem) praktizieren die thailändischen Khmer nach wie vor Geisterbeschwörungen. Daneben gibt es das populäre Ensemble kantrum prayuk mit E-Gitarre und Keyboard, das Lieder auf Khmer, Thai und Lao begleitet.[85]

Die im kantrum-Ensemble eingesetzte klong kantrum (กลองกันตรึม) ist eine Bechertrommel, deren Korpus aus Jackfruchtbaumholz oder dem weichen Holz der Kokospalme hergestellt wird. Die Korpuslänge beträgt 50 bis 60 Zentimeter und der Membrandurchmesser etwa 20 Zentimeter.[86] Die klong kantruem wird an einem Tragegurt über die Schulter gehängt oder im Sitzen waagrecht auf den Oberschenkeln liegend gespielt.[87] Weitere Musikinstrumente im kantrum dangdum sind das Doppelrohrblattinstrument pi salai, die zweisaitige Röhrenspießgeige so kantrum, Zimbeln ching und Klappern.

Klong bantho

Die klong bantho (กลองบัณเฑาะว์, auch ban thaw) ist eine in Thailand seltene oder verschwundene Klappertrommel vom Typ der in Indien zu hinduistischen Ritualen gehörenden damaru. Am kleinen sanduhrförmigen Trommelkorpus ist ein Stiel befestigt, an dessen Spitze zwei Schnüre mit Metallkügelchen (bei La Loubère, 1691, Bleikügelchen) an ihren Enden befestigt sind. Der Musiker hält den Korpus von unten und neigt ihn zu beiden Seiten vor und zurück, sodass die Kügelchen abwechselnd gegen die Membranen schlagen und ein lautes Ticken wie bei einer Uhr verursachen. Die damaru hat keinen Stiel, die Schnüre sind mittig am Korpus befestigt und dieser wird waagrecht vor und zurück gedreht. Dadurch lassen sich mit der damaru lautere Schläge in schnellerer Folge erzeugen. Da viele Zeremonien des thailändischen Königtums von indischen Traditionen abgeleitet sind, gehörte auch die von der hinduistischen Priestertrommel und einem Attribut Shivas abstammende klong bantho zum höfischen Zeremoniell in Thailand.[88]

Das klassische Ensemble, in dem die klong bantho mitspielte, war das Ensemble khab mai. Es entstand während der Sukhothai-Periode (13./14. Jahrhundert) und bestand aus einer dreisaitigen Stachelgeige so sam sai, einer klong bantho und einem Sänger, der auch die Schlaghölzer krab phuang spielte. Dieses Ensemble wurde in der nachfolgenden Ayutthaya-Periode (im 15. Jahrhundert) um die Laute krajappi und eine Bechertrommel thon anstelle der Klappertrommel zum mahori khruang si („Mahori-Quartett“) erweitert.[89]

Poeng mang

Trommelkreis poeng mang khok

Die poeng mang (เปิงมาง) ist eine annähernd zylindrische zweifellige Trommel, deren Name mang sich auf die Mon bezieht, in deren klassischem Ensemble piphat mon sie in einem Halbkreis von sieben Trommeln poeng mang khok (เปิงมางคอก, auch boeng mang kawk) eingesetzt wird. Die Trommeln des Trommelspiels werden mit den Händen geschlagen.

Der aus einem Holzstamm gefertigte Korpus ist etwa 54 Zentimeter lang, die Membrandurchmesser betragen 16 und 17 Zentimeter. Die poeng mang ist kleiner als die verwandte taphon. Wie beim burmesischen pat waing werden die Trommeln senkrecht an die Innenseite eines halbkreisförmigen Gestells gehängt. Der Musiker sitzt auf einem Stuhl in der Mitte. Das Gestell misst etwa 116 Zentimeter im Durchmesser und 66 Zentimeter in der Höhe.[90] Im Unterschied zum burmesischen Vorbild wird das obere Trommelfell David Morton (1976) zufolge nicht auf eine genaue Tonhöhe gestimmt, sondern nur in einer ungefähr abgestuften Reihe von tief nach hoch tönend angeordnet. Beim pat waing sind hingegen 21 Trommeln sorgfältig gestimmt und in einem nahezu geschlossenen Kreis gereiht.[91] Laut Terry E. Miller (1998) wird die etwas größere obere Membran mit Stimmpaste aus Asche und gekochtem Reis auf die Töne der heptatonischen Skala gestimmt.

Der Trommelkreis poeng mang khok gehört zum Beerdigungs-Ensemble piphat mon, das aus mindestens neun Musikern bestehen sollte und neben den beiden Xylophonen und den beiden senkrechten Buckelgongkreisen khong mon (wong) lek und khong mon (wong) yai unter anderem mit einer großen Fasstrommel taphon mon und einem poeng mang khok besetzt ist.[92] Die poeng mang können die von der taphon produzierte rhythmische Grundstruktur (naa thap) erweitern oder wie der burmesische Trommelkreis als Melodieinstrument eingesetzt werden. Geübte Musiker ragen aus dem Ensemble durch schnelle und effektvolle Riffs in melodischen Abwärtsbewegungen hervor.[93] Bei einer Beerdigung wechselt das piphat mon-Ensemble zwischen säkularen und rituellen Kompositionen, die nur für diesen Zweck gespielt werden. Einige der Kompositionen für die rituelle Musik stammen vom berühmten thailändischen Komponisten Luang Pradit Phairo (1881–1954) und dem Mon-Musiker Khruu Sum Dontriicaroen, der in den 1920er und 1930er Jahren aktiv war.[94]

Eine einzelne poeng mang kann ergänzend im Begleitensemble für das Tanzdrama lakhon phanthang eingesetzt, wenn der burmesische Charakter der Musik hervorgehoben werden soll. Lakhon phanthang ist ein im 19. Jahrhundert unter europäischem Einfluss entstandener Stil des lakhon, der heute als traditionell gilt. Die Inszenierungen der Erzählungen werden allgemein von einem Ensemble piphat mai nuam (ปี่พาทย์ไม้นวม) begleitet, das durch die Verwendung weicher Schlägelköpfe beim Xylophon und der Flöte khlui phiang o anstelle eines Doppelrohrblattinstruments pi weniger laut als andere piphat klingt.

Geht es um Mon-Musik, so wird das piphat mai nuam für die grundlegende rhythmische Struktur um eine taphon mon ergänzt. Den laotischen Musikcharakter heben zwei Musiker mit dem Trommelpaar klong khaek hervor. Eine Musik im europäische Stil markiert eine europäische Zylindertrommel (große Trommel), die klong marikan (กลองมริกัน, „amerikanische Trommel“) genannt wird.[95]

Weitere Trommeln

Alte klong puja mit zerstörten Membranen im Wat Ku Daeng im Amphoe Saraphi, Provinz Chiang Mai

Klong chum (กลองชุม) ist eine in Nordthailand verwendete zweifellige Fasstrommel, deren Membranen mit eng nebeneinander verlaufenden Hautstreifen verspannt sind. Der hölzerne Korpus wird in zwei Größen gefertigt. Die größere Trommel ist 90 Zentimeter lang bei einem Membrandurchmesser von 40 Zentimetern, die kleinere Trommel ist 70 Zentimeter lang bei einem Membrandurchmesser von 20 Zentimetern.[96] Die Trommel wird für zeremonielle Zwecke verwendet. Chum (ชุม) wird mit „zusammenkommen“, „sich treffen“ übersetzt. Der Trommelname bedeutet also „Gemeinschaftstrommel“.

Klong puja (กลองปูจา) ist eine in buddhistischen Tempeln in Nordthailand rituell eingesetzte große zweifellige Zylindertrommel von etwa 200 Zentimetern Länge und Membrandurchmessern zwischen 100 und 120 Zentimetern. Der Korpus besteht aus einem glatt geschliffenen Hartholzstamm. Die Membranen sind über den Rand gezogen und mit einer dichten Reihe von umlaufenden Holzstiften fixiert. Die klong puja ruht waagrecht auf einem Gestell und wird mit zwei Stöcken geschlagen. An der Trommel sind an einer Seite zwei wesentlich kleinere Trommeln, die luk tum genannt werden, befestigt. Damit lassen sich Schläge in drei Tonhöhen produzieren. Früher wurde diese Trommelkombination in Kriegszeiten als Signalinstrument verwendet, heute wird sie ausschließlich in Wats für diesen Zweck geschlagen.[96] Der Name bedeutet „Trommel der Ehrerweisung“, abgeleitet von Sanskrit puja.

Literatur

Commons: Klong – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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