Kloster Flaran
Kloster in Frankreich
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Das Kloster Flaran (Flaranum) ist eine ehemalige Zisterzienserabtei in der Gemeinde Valence-sur-Baïse im Département Gers, Region Okzitanien, in Frankreich. Es liegt rund 8 km südlich von Condom und 35 km nordwestlich von Auch in einer Schleife der Baïse kurz unterhalb der Einmündung der Auloue, in der Nähe der Via Podiensis des Jakobswegs.
| Zisterzienserabtei Flaran | |
|---|---|
| Lage | Region Okzitanien Département Gers |
| Koordinaten: | 43° 53′ 23″ N, 0° 22′ 23″ O |
| Ordnungsnummer nach Janauschek |
321 |
| Gründungsjahr | 1151 |
| Jahr der Auflösung/ Aufhebung |
1791 |
| Mutterkloster | Kloster L’Escaladieu |
| Primarabtei | Kloster Morimond |
|
Tochterklöster |
keine |
Geschichte
Das Kloster wurde im Jahr 1151 auf einem von den Benediktinern von Condom zur Verfügung gestellten Gelände gegründet. Den Gründungskonvent bildeten Mönche aus dem Kloster L’Escaladieu. Es gehörte der Filiation der Primarabtei Morimond an. Das Kloster kam rasch zu Wohlstand, erlebte aber ab der Mitte des 13. Jahrhunderts einen Niedergang der Disziplin. 1274 wurde von Flaran und dem Grafen von Armagnac die Bastide von Valence-sur-Baïse gegründet. Am Ende des 15. Jahrhunderts fiel die Abtei in Kommende.
Während des Dritten Hugenottenkrieges zerstörten hugenottische Truppen unter dem Befehl von Gabriel de Lorges, Graf von Montgomery 1569 die Abtei. Die Französische Revolution führte zu zur Auflösung der Abtei. Das Anwesen wurde verkauft und als landwirtschaftlicher Betrieb fortgeführt. Nachdem es in der Nacht vom 15. auf den 16. Oktober 1970 durch Brandstiftung großteils zerstört worden war, gelangte es 1972 in das Eigentum des Département Gers und wurde in ein Kulturzentrum umgewandelt.

Bauten und Anlage
Die zwischen 1180 und 1220 errichtete romanische Kirche weist ein dreijochiges, mit einer auf Gurtbögen ruhenden Spitztonne überwölbtes Langhaus mit schmalen Seitenschiffen, ein ausladendes Querhaus, im Süden ebenfalls mit einer Spitztonne auf Gurtbögen, im Norden mit Kreuzrippengewölbe, mit je zwei halbrund geschlossenen, mit einer Halbkuppel überwölbten Kapellen an den Ostseiten und einen Chor mit einer ebenfalls halbrund geschlossenen Apsis auf. Hauptfassade und südliche Querhausfassade weisen je einen verhältnismäßig großen Okulus auf, die Hauptfassade dazu zwei rundbogig geschlossene Fenster und das romanische Portal ohne Tympanon. Die Klausur liegt nördlich (links) von der Kirche. Aus der Frühzeit des Klosters sind der Ostflügel mit Sakristei, Armarium, Kapitelsaal (ähnlich dem in L’Escaladieu) und teilweise der Mönchssaal sowie teilweise der Nordflügel mit Kalefaktorium, Refektorium und Küche erhalten, während der Kreuzgang aus dem 14. Jahrhundert und die Gebäude im Westen mit einem Gästetrakt um einen Ehrenhof und Stallungen aus spät- und nachmittelalterlicher Zeit stammen.
Literatur
- Anselme Dimier, Jean Porcher: Die Kunst der Zisterzienser in Frankreich. Echter, Würzburg 1986, ISBN 3-429-01026-8, S. 277–281, 316–320 (mit zwei Grundrissen).
- Marcel Durliat: Flaran. Comité départemental du Tourisme et des Loisirs du Gers, Flaran o. J.
- Bernard Peugniez: Routier cistercien. Abbayes et sites. France, Belgique, Luxembourg, Suisse. Nouvelle édition augmentée. Éditions Gaud, Moisenay 2001, ISBN 2-84080-044-6, S. 264–266.
- Catherine Schmidt-Burges: Flaran – au pays des bastides. In: Dossiers d’Archéologie. Nr. 234, 1998, ISSN 1141-7137, S. 56–57.