Kloster Sorø

historisches Kloster in Dänemark From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Kloster Sorø ist eine ehemalige Zisterzienserabtei in Dänemark. Es liegt auf der Insel Seeland (Sjælland) bei der Stadt Sorø zwischen Slagelse und Ringsted. Die romanische Kirche ist neben der St.-Bendts-Kirche von Ringsted die älteste Backsteinkirche in Dänemark. Die nach der Reformation in den Klostergebäuden eingerichtete Schule ist eine der ältesten Schule Dänemarks.

Schnelle Fakten Zisterzienserabtei Sorø ...
Zisterzienserabtei Sorø
Klosterkirche Sorø
Klosterkirche Sorø
Klosterkirche Sorø
Lage Danemark Dänemark
Koordinaten: 55° 25′ 48″ N, 11° 33′ 24″ O
Ordnungsnummer
nach Janauschek
369
Gründungsjahr 1161
Jahr der Auflösung/
Aufhebung
1538
Mutterkloster Kloster Esrom
Primarabtei Kloster Clairvaux

Tochterklöster

Ås (1194)
Knardrup (1326)

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Geschichte

Grabplatte Bischof Absalons in Sorø

Gründung

Das Kloster wurde um die Mitte des 12. Jahrhunderts von den Brüdern Toke, Ebbe und Asser Rig, den Söhnen von Skjalm Hvide, als Benediktinerkloster gestiftet. Die ersten Klostergebäude einschließlich einer Kirche lagen vermutlich südwestlich der heutigen Kirche, wie aus Funden bei der Erweiterung des Schulgeländes 1918/19 geschlossen wird.[1]

Das mit der (ersten) Klosterstiftung 1140 begonnene Gaben- oder Memorialbuch verzeichnet die Namen der Stifter, die zumeist auch in der Kirche beigesetzt wurden und für deren Seelenheil die Mönche beten sollten.[2] Sie entstammten fast alle dem Hvide-Geschlechts, als dessen Grablege die neue Klosterkirche dienen sollte. Zusätzlich erinnert der Wappenfries, der sich an den Wänden des Kirchenschiffs unterhalb der Obergaden entlang zieht, an die in der Kirche Beigesetzten.

Auf Einladung des Bischofs Absalon von Roskilde, eines Sohnes des Stifters Asser Rig, wurde das Kloster 1161 von Zisterziensern aus Kloster Esrom, dem ersten dänischen Zisterzienserkloster und Tochterkloster der Primarabtei Clairvaux, übernommen. Im folgenden Jahr begann der Neubau von Klostergebäuden und Kirche. Als Zisterzienserkirche erhielt sie das Patrozinium der Jungfrau Maria.[1] Wie die Kirche von Ringsted, deren Bau König Waldemar I. ebenfalls 1161 in Auftrag gab, und die nicht erhaltene Kirche von Esrom wurde die Kirche aus Feldbrandziegeln errichtet, deren Gebrauch in Dänemark erst ab etwa 1160 nachgewiesen ist und maßgeblich durch Zisterzienser verbreitet wurde. Die Hvide-Familie stellte sich mit dem Bau einer eigenen, modernen Grablegekirche auf dieselbe Stufe mit dem König.[3] Der Bau ging verhältnismäßig schnell und ohne längere Unterbrechungen vonstatten. Bereits 1179 waren der Chor und die Querschiffe so weit fertiggestellt, dass die ersten Beisetzungen stattfinden konnten, darunter der Schleswiger Bischof Friedrich in einer Kapelle im nördlichen Querschiff. Als Absalon 1201 in Sorø starb und dort vor dem Hochaltar beigesetzt wurde, war der Kirchbau größtenteils abgeschlossen.[4] Auch die Überreste von Skjalm Hvide, dem Stammvater der Familie, wurden von seiner Eigenkirche in Fjenneslev in die neue Klosterkirche überführt.

Absalon selbst, sein Bruder Esbern und dessen Nachkommen sowie dessen Schwiegersohn Peder Strange († 1241), die wie Absalon zu den wichtigsten Berater von Waldemar I. gehörten, statteten Sorø derart reichlich mit Landbesitz aus, dass das Kloster reicher wurde als der König. Sorø wurde zum wichtigsten Zisterzienserkloster Dänemarks. Von Sorø aus wurden 1194 das Kloster Ås (heute in Schweden) und 1326 das Kloster Knardrup gegründet.

Bei einer Feuerbrunst 1247 brannten die Klostergebäude ab. Von den damals neugebauten Gebäude blieb das Torhaus erhalten als eines der ältesten heute noch bewohnten Häuser in Dänemark. Hier schrieb Saxo Grammaticus ab 1185 auf Anregung des Bischofs Absalon seine Chronik Gesta Danorum. Die Kirche wurde zwar auch in Mitleidenschaft gezogen, aber das Mauerwerk überstand den Brand.

Königliche Grablege

König Waldemar IV. Atterdag wurde nach seinem Tod 1375 zunächst in der Marienkapelle der Burg Vordingborg beigesetzt, doch ließ seine Tochter Margarethe I., die zu ihrer Zeit mächtigste Frau Europas, seine sterblichen Überreste 1377 in die Klosterkirche von Sorø überführen. 1387 ließ sie hier auch ihren früh verstorbenen Sohn Olav II. beisetzen und nach ihrem Tod 1412 in Flensburg wurde ihr Leichnam ebenfalls in Sorø beigesetzt. Im Sommer 1413 ordnete aber Bischof Peder Jensen Lodehat von Roskilde die Überführung von Margarethes Leichnam von Sorø in den Dom zu Roskilde an. Wahrscheinlich wollte er damit seiner Metropolitankirche eine größere Bedeutung verleihen. Der Roskilder Dom wurde dann auch die Begräbnisstätte für die meisten späteren dänischen Herrscher.

Nach der Reformation

Als in Dänemark die Reformation eingeführt wurde, war Henrik von Sorø Abt. Während die meisten anderen Klöster geschlossen wurden, wurde Sorø als lutherischer Konvent fortgeführt. Seit 1586 bestand eine Schule, die der Gelehrte Holger Rosenkrantz 1623 zu einer Ritterakademie ausbaute. Die Sorø Akademi, die den Rang einer Universität hatte, wurde von seinem Sohn Jørgen Rosenkrantz geleitet, musste aber schon 1665 wieder geschlossen werden, da sie sich finanziell nicht trug. Eine zweite Akademie bestand von 1747 bis 1793. Die Schule blieb die ganze Zeit über bestehen und besteht heute noch als öffentliche Schule mit Internat. Die Kirche gehört zur Schule.

In Sorø wurde Ende des 16. Jahrhunderts eine Abschrift der damals bereits in Vergessenheit geratenen mittelalterlichen Chronik Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum des Scholastikers Adam von Bremen entdeckt, heute eine der wichtigsten Geschichtsquellen für Norddeutschland und Nordeuropa.

1813 fielen einem Brand fast die gesamten Klostergebäude zum Opfer. Nur die Kirche und das Klostertor blieb erhalten. Bei der Kirchenrenovierung 1860–1910 wurde versucht, den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen.[4] Auch der Wappenfries wurde rekonstruiert.

Klosterkirche

Inneres der Klosterkirche nach Osten

Die turmlose, 70 m lange Kirche ist eine ursprünglich flach gedeckte dreischiffige Basilika mit fünf Langhausjochen im gebundenen System, Querschiff mit drei quadratischen Jochen, je zwei gerade geschlossenen Kapellen an der Ostseite und einjochigem Rechteckchor. Sie wurde nach dem Brand von 1247 überwölbt; die Gewölbebögen ruhen auf kurzen Säulchen. Seitenschiffe und Kapellen waren wohl von Anfang an gewölbt. Die Kirche weist einen mehrfach erneuerten Dachreiter über der Vierung auf. In der Kirche finden sich zahlreiche Epitaphien und Grabmäler, darunter das Grab des Klostergründers Absalon. Sie ist Grablege mehrerer Angehöriger des dänischen Königshauses. Auch der Dichter Ludvig Holberg ist in der Kirche begraben.

In der Kirche befindet sich ein Triumphkreuz des gotischen Bildhauers Claus Berg.

Literatur

Der Sarg des Königs Waldemar IV. Atterdag
  • Anselme Dimier: L'art cistercien hors de France, Zodiaque, La Pierre-qui-Vire 1971, S. 35.
  • Rudolf Zeitler: Reclams Kunstführer Dänemark, 1978, S. 360–361, ISBN 3-15-010273-1.
  • Sorø Kirke. In: Danmarks Kirker. Band 5, 1936, S. 17–108 (dänisch, windows.net [PDF; abgerufen am 19. Juni 2026]).

Einzelnachweise

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