Klosterdorf (Oberbarnim)
Ortsteil der Gemeinde Oberbarnim
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Klosterdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Oberbarnim im Brandenburgischen Landkreis Märkisch-Oderland. Es liegt auf dem Barnim und hat 1124 Einwohner (Stand 2022); das Dorf wird verwaltet vom Amt Märkische Schweiz.
| Klosterdorf | ||
|---|---|---|
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| Koordinaten | 52° 36′ N, 13° 58′ O | |
| Symbole | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat | Deutschland | |
| Land | Brandenburg | |
| ISO 3166-2 | DE-BB | |
| Einwohner | 1124 (2022) | |
| Gründung | 1241 | |
| Postleitzahl | 15377 | |
| Telefonvorwahl | (+49) 03341 | |
| Website | klosterdorf.de | |
| Politik | ||
| Bürgermeister | Detlef Daubitz (Oberbarnim) (2024) | |
| Kultur | ||
| Stadtfest | Klosterdorfer Teichfest | |
Geschichte
Vorgeschichte
Das Dorf wurde erstmals 1241, damals noch unter dem Namen Clostertorp, erwähnt. Es war im Besitz des Klosters Zinna, nachdem vier Mönche in Klosterdorf eine Niederlassung Zinnas gegründet hatten. Eine Urkunde erhielt es 1247 vom Brandenburgischen Bischof Rutger, gemeinsam mit den Dörfern Levenberch (Liebenberg) und Revelde. Später zogen sich die Mönche aus Klosterdorf zurück, sodass es ungefähr 100 Jahre unbewohnt blieb. Erst für 1471 lassen sich wieder Einwohner nachweisen. Nachdem das Kloster Zinna 1553 aufgelöst worden war, ging Klosterdorf 1570 an das Amt vom Eigentum Strausbergs. Rund 150 Jahre später, 1701, wurde der größte Hof in Klosterdorf zum königlichen Domänenvorwerk, welches 1798 an Christian Elßholtz in Pacht gegeben wurde.
Im 18. Jahrhundert wurde vom Amt Rüdersdorf am südlichen Ausgang eine Windmühle erbaut, die den Bauern zur Verarbeitung dienten. Am 1. Juni 1862 starb der Gutsherr von Bredow, welchem das Vorwerk gehörte. Anschließend wurde es an die Familie von Eckhardstein verkauft, die es 1925 weiter an Fritz Krüger verkaufte. Ab 1928 wurden die Gutsbezirke aufgelöst und parzelliert. 1940 wurde die Klosterdorfer Windmühle wegen Beeinträchtigung des Flugplatzes Strausberg abgerissen.[1]
Nach Ende des 2. Weltkrieges
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gehörte Klosterdorf dem sowjetischen Sektor an, später dem Bezirk Frankfurt (Oder) der DDR. 1970 wurde eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) eingeführt, die im LPG Typ III 108 Mitglieder und im LPG Typ I 33 Mitglieder hatte. Nach dem Fall der Mauer im Jahr 1989 wurde die LPG aufgelöst und die Agrargenossenschaft e.G. gegründet, welche bis heute existiert. Seitdem stieg die Einwohnerzahl deutlich an, von 1989 bis 2003 von ca. 400 auf 500. 1997 fand das Jubiläum zum 750-jährigen Bestehen des Dorfes statt. Seither findet jedes Jahr das Klosterdorfer Teichfest statt.[1]
Gründung der Gemeinde Oberbarnim
Am 31. Dezember 2001 wurde die Gemeinde Oberbarnim gegründet, durch den freiwilligen Zusammenschluss der Dörfer Bollersdorf und Grunow, der Ortsteile Ernsthof von Grunow und Pritzhagen von Bollersdorf sowie der Wohnplätzen Bollersdorfer Höhe, Kähnsdorf und Tornow. Oberbarnim gehört zum Amt und der Region Märkische Schweiz, welche von Buckow aus verwaltet wird.
Seit 1890 wird die Märkische Schweiz als Tourismusregion etabliert. Jedoch gehören nur Bollersdorf und Pritzhagen zur Tourismusregion. Bis zum 26. Oktober 2003 war Ihlow noch eine eigene Gemeinde, sie wurde nun auch nach Oberbarnim eingemeindet.[2] Klosterdorf stellt seit Gründung der Gemeinde den Bürgermeister Lothar Arndt, welcher der lokalen Partei Klosterdorf für Oberbarnim angehört. Dieser ist schon seit 1989 Bürgermeister von Klosterdorf.[3] Die Sitzungen finden ebenfalls in Klosterdorf, im Gemeindezentrum statt. Seit 2024 ist Detlef Daubitz Bürgermeister von Oberbarnim und Christoph Kollasch Ortsvorsteher von Klosterdorf.
Geographie und Ortsteile
Geographie
Klosterdorf befindet sich auf dem Barnim, einer eiszeitlich gebildeten Hochfläche und historischen Landschaft in Berlin und Brandenburg. Der Kern befindet sich am Dorfanger von Klosterdorf. Daher gilt es auch als Angerdorf, welche in Brandenburg sehr verbreitet sind.
Im nördlichen Teil sind viele Findlinge zu sehen. Trockenrasen ist in Klosterdorf sehr weit verbreitet.
Ortsteile

Klosterdorf besteht aus zwei Ortsteilen.
Dorfkern
Am Dorfanger steht die Dorfkirche Klosterdorf aus dem 13. Jahrhundert, bei der Feldsteine als Baumaterial verwendet wurden, welche in Ostbrandenburg bis ins Oderbruch verbreitet sind. Nahe der Kirche befinden sich die Bushaltestelle und die Freiwillige Feuerwehr.[4]
An der heutigen Straße des Friedens liegt der ehemalige Gutshof. Der Gutshof wird auf einer 1902 gestempelten Postkarte als „Schloss“ bezeichnet. In der Nähe des Gutshofs gibt es einen Spielplatz.

Südlich des Dorfkerns befindet sich ein Sportplatz, auf dem der SG Klosterdorf 75 e. V. spielt, der einzige Fußballverein in Oberbarnim.[5] In der Nachbarschaft zum Sportplatz liegt eine Hundeschule.[6]
Fünf Flurstücke des Dorfkerns sind unter der Bezeichnung Dorfkern deutsches Mittelalter, Dorfkern Neuzeit unter der Nummer 60738 in der Denkmalliste des Landes Brandenburg als Bodendenkmal eingetragen.[7]
Wohnpark Kiebitz Aue
Schon 1994 gab es Planungen zum Bau eines Neubaugebietes in Klosterdorf. Im vorgesehenen Bereich befand sich zum damaligen Zeitpunkt ein Reifenlagerplatz, auf dem alte Autoreifen auf ihre Verbrennung warteten. Die Bauarbeiten begannen ab der Jahrtausendwende, nach der Gründung der van Boeckel Dinvest GmbH, einer Tochtergesellschaft der van Boeckel Group aus den Niederlanden, die den Zuschlag für den Bau der Wasser-, Strom-, Gas-, Internetleitungen und Straßen sowie die weitere Planung erhalten hatte. Das Baugebiet war aufgeteilt in vier Bauabschnitte. So stieg ab 2005 die Einwohnerzahl Klosterdorfs schrittweise deutlich an.
Verkehr
Durch den Dorfkern verläuft die Kreisstraße K 6414, welche innerhalb Klosterdorfs Straße des Friedens heißt. Die Kreisstraße K 6414 führt zum einen zur Landstraße L 34 in Reichenberg und zum anderen zur Landstraße L 33 bei Strausberg.
Durch Klosterdorf führt der Radwanderweg Tour Brandenburg, der mit über 1.000 Kilometer längsten Radfernweg Deutschlands. Ferner verläuft die Oberbarnimer Feldsteinroute (OFR) durch Klosterdorf. Sie ist ein 41,5 km langer kultur- und bauhistorischer Wanderweg mit vielen Informationstafeln und Sitzgelegenheiten, eine davon bei der Freiwilligen Feuerwehr in Klosterdorf.[8]
Der Busverkehr wird betrieben von der Märkisch-Oderland Bus GmbH, ein Unternehmen der transdev. Mit den Buslinien 927, 929, 937 sowie 947 wird Klosterdorf an Strausberg, Neuhardenberg und Buckow angebunden. Die Linie 947 verkehrt ab Klosterdorf im Zwei-Stunden-Takt. Für die meisten Fahrten der Linie 947 bedarf es eines Anrufs mindestens 90 Minuten vor der planmäßigen Abfahrt.[9]
Entwicklungen der Hufen und Einwohnerzahlen
Im Jahr 1375 wurde das Dorf als wüst bezeichnet, u. a. wurden gerade einmal 70 Hufen Land gezählt. Von da an war Klosterdorf für 100 Jahre unbewohnt. Vermutet wird, dass die ab 1350 in Mitteleuropa auftretende Pest der Grund dafür gewesen sein könnte. Außerdem gab es zwischen 1348 und 1358 mehrfach Kriege in der Region. Jedoch wurden die Felder weiterhin bewirtschaftet, vermutlich von Bauern aus den umliegenden Dörfern. 1574 wurden 10 Bauern verzeichnet, die dort lebten. Einer davon war der Schulz Wiprecht, der fünf Hufen bewirtschaftete. Zum Vorwerk, dem späteren Gutshof, gehörten damals 12 Hufen. Zusätzlich hatte Klosterdorf einen Schmied sowie einen Krüger.[1]
| Jahr | 1734 | 1800 | 1860 | 1939 | 1989 | 2003 | 2005 | 2010 | 2014 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohnerzahl[1] | 142 | 247 | 460 | 484 | 384 | 500 | 518 | 541 | 554 | 611 | 724 | 829 | 923 | 1.038 |
Institutionen
Ökologische Wohngemeinschaft
In den 90er Jahren kamen junge Berliner nach Klosterdorf, um dort ihren ökologischen Lebensstil umzusetzen. Dabei gründete sie den ÖkoLeA-Verein für Bildung und Kultur, Ökologie und Gesundheit e. V. Mit Hilfe von Fördermitteln der Europäischen Union wurde das Gutshaus des ehemaligen Domänenvorwerks sowie die alte Dorfschule als Wohnraum saniert. Beim Teichfest des Ortes bietet der Verein eigene Veranstaltungen an. Im Seminarhaus der ÖkoLeA können Veranstaltungsräume und Zimmer als Unterkunft gemietet werden.[10]
Teichfest / 750-Jahr-Feier
Das Klosterdorfer Teichfest findet seit der 750-Jahr-Feier in Klosterdorf 1997 jedes Jahr im August statt, um den Geburtstag des Dorfes zu feiern. Die Feier findet mit zahlreichen Ständen statt, einem großen Lagerfeuer am Abend, einem Tag der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr sowie Veranstaltungen in der Ökolea.[1]
Siehe auch
Weblinks
Commons: Klosterdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
- Klosterdorf – Folge in der RBB-Reihe Landschleicher, 8. Mai 1994
- Offizielle Homepage von Klosterdorf
- Gemeinde Oberbarnim – Amt Märkische Schweiz

