Kolonie Seebahn

genossenschaftliche Wohnsiedlung in Zürich-Aussersihl aus der Zeit des "Roten Zürich" From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Kolonie Seebahn ist eine genossenschaftliche Wohnsiedlung der Baugenossenschaft des Eidgenössischen Personals (BEP) in Zürich-Aussersihl. Sie ist aus der Zeit des Roten Zürich und war 1930 bezugsbereit. Die Wohnsiedlung ist umgeben von der Seebahnstrasse, der Kanzleistrasse, der Erismannstrasse und der Stauffacherstrasse. Sie steht in unmittelbarer Nachbarschaft zu den kommunalen Wohnsiedlungen Erismannhof und Lochergut und zur genossenschaftlichen Wohnsiedlung Siedlung Kanzlei der Genossenschaft der Allgemeinen Baugenossenschaft Zürich (ABZ).[1]

Zeitgenössische Aufnahme ca. 1930. Städtische Siedlung Erismannhof, BEP Kolonie Seebahnstrasse, ABZ-Siedlung Kanzlei.

Die Siedlung des Architekten Peter Giumini[2] umfasst 113 Wohnungen, mehrheitlich für Familien. Die vierstöckigen Zeilenbauten mit Hochparterre sind an den Enden mit Verbindungsbauten zu einer Blockrandbebauung zusammengefasst. Im Erdgeschoss gibt es sechs Gewerbelokale. Die Siedlung zeichnet sich aus durch die grossen Dachterrassen zum Wäschetrocknen.[1] Das Architekturbüro des Architekten Peter Giumini erstellte unter anderem die stadtbekannte Gründersiedlung der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Röntgenhof Zürich (GBRZ).[3]

Im Spezialinventar Wohnsiedlungen der Stadt Zürich, Ausgabe Gemeinnütziger Wohnungsbau im kommunalen Inventar, 1999/2003 wird die Siedlung gewürdigt:

"Die Anlage mit dem begrünten Innenhof wirkt sehr grosszügig durch die zweistöckigen Zwischenbauten entsteht eine interessante Torwirkung zischen Strasse und halböffentlichem Hof. Die zurückversetzte Strassenflucht lässt an der Erismannstrasse eine platzartige Ereiterung entstehen. Die Anordnung der Waschküchen und Terrassen im Attikageschoss und die gleichmässige Durchbildung der sonnenausgerichteten Strassen- und Hoffassaden entsprechen moderner augensinnung. Die Fensteröffnungen, welche mit Sichtbackstein eingefasst sind und die ehemals liegenden Sprossenfelder erinnern an zeitgenössische norddeutsche Architektur."[4]

Wie die Siedlung Kanzlei ist auch die Kolonie Seebahn durch das Projekt des Ersatzneubaus, die Seebahnhöfe, vor der Zerstörung durch Abriss bedroht.[5]

Das Städtische Quartiergebiet Hard, in dem sich die Genossenschaftsbauten befinden, ist im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder (ISOS) mit der Erhaltensstufe A klassifiziert. Das Quartiergebiet wird 2014 in der Ortsbildaufnahme folgendermassen beschrieben:[6]

«Hard, Quartierbereich zwischen Seebahneinschnitt und Hardau: geschlossene Bebauungsstruktur geprägt durch die in der Diagonale verlaufende Sihlfeldstrasse, dem ehem. sogenannten Schrägweg; die meisten Strassen mit Alleen; grosszügige, einheitliche Hofrandbebauungen wie Erismann- und Bullingerhof; Kindergärten und Spielwiesen in den Höfen, 1920/30er-Jahre; mehrheitlich erstellt durch die Stadt und Baugenossenschaften, eindrückliche Beispiele für die städt. Massnahmen gegen die Wohnungsnot der Zwischenkriegsjahre.»[6]

Einzelnachweise

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