Koniewo (Wolin)
Siedlung in Polen
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Koniewo (deutsch Kunow) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Es gehört zur Gmina Wolin (Gemeinde Wollin) im Powiat Kamieński (Camminer Kreis).
| Koniewo | ||
|---|---|---|
| ? Hilfe zu Wappen |
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| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Westpommern | |
| Powiat: | Kamieński | |
| Gmina: | Wolin | |
| Geographische Lage: | 53° 48′ N, 14° 39′ O | |
| Einwohner: | 119 (2011[1]) | |
| Postleitzahl: | 72-510 | |
| Kfz-Kennzeichen: | ZKA | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Nächster int. Flughafen: | Flughafen Stettin-Goleniów | |
Geographische Lage
Das Kirchdorf liegt im Nordwesten Polens, östlich unweit des Stettiner Haffs, etwa 37 Kilometer nördlich von Stettin (Szczecin), 19 Kilometer südsüdwestlich der Stadt Kamień Pomorski (Cammin in Pommern), 4,5 Kilometer südsüdöstlich der Stadt Wolin (Wollin) und 2,5 Kilometer südwestlich der Ortschaft Wiejkowo (Groß Weckow).
Geschichte

Der Ortsnamen des heutigen Koniewo wechselte mehrfach; Konow,[2] Kuno,[3] Cunow oder Cuno,[4] Conow,[5] Cono[6][7] oder Kono. Das Dorf wurde erstmals 1288 urkundlich erwähnt.[8] Es war 1288 oder kurz davor vom Nonnenkloster Wollin erworben worden.[9] 1299/1303 bestätigte Bogislaw IV. dem Nonnenkloster Wollin das Dorf als Eigentum mit allen Rechten und befreite es von fast allen Abgaben und Diensten.[8] Nach Auflösung des Klosters um 1560 kamen dessen Besitzungen an das landesherrliche Amt Wollin. Laut den Hufenmatrikeln von Pommern-Stettin von 1628 wurden in Konow 52 Hakenhufen, vier Kossäten, ein Krug und vier Instleute versteuert.[10] 1654 umfasste die Gemarkung des Dorfs 26,5 Landhufen (1 Landhufe ≙ etwa 30 Morgen), und es gab hier 14 Bauern, vier Kossäten sowie fünf wüste Höfe und Katen; 1732 waren nach Wiederaufbau der wüsten Höfe 17 Bauern, zwei Kossäten, ein Büdner und ein Schmied vorhanden.[8] Um 1780 gehörte Cunow oder Conow zum Flemmingschen Kreis und war dem Amt Stepenitz zugeordnet.[5]
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte das Pfarrkirch- und Bauerndorf Konow oder Kunow eine Mutterkirche, das Pfarrgehöft, ein Küsterschulhaus, ein Obdachlosenhaus für zehn Personen, ein weiteres öffentliches Gebäude, zwei gewerbliche Gebäude sowie 17 Bauernhöfe, zwei Kossäten und zehn Büdner. Der Schule stand als Lehrer der Küster und Organist vor,[11] und sie war einklassig.[12] Um 1864 war für Cunow (Cono) die Kreisgerichts-Kommission I zu Wollin zuständig.[13]
Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 697,4 Hektar großen Gemarkungsfläche der Landgemeinde Kunow 33 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 86 Pferde, 375 Stück Rindvieh, 63 Schafe und 444 Stück Borstenvieh, 101 Gänse, 91 Enten, 1436 Hühner, fünf Truthühner sowie 72 Bienenstöcke hielten. Auf der Gemarkung der Landgemeinde standen 428 Apfelbäume, 270 Birnbäume, 671 Pflaumen- und Zwetschgenbäume, 163 Kirschbäume und 25 Walnussbäume.[14]
Die Gemarkung der Landgemeinde Kunow hatte Anfang der 1930er Jahre eine Fläche von 7 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen, wo Kunow der einzige Wohnplatz war, standen 37 bewohnte Wohnhäuser.[15]
Im Jahr 1945 gehörte das Dorf Kunow zum Kreis Cammin i. Pom. im Regierungsbezirk Stettin in der Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Kunow war dem Amtsbezirk Groß Weckow zugeordnet.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region Anfang März 1945 von der Roten Armee besetzt. In der Folge wurde der Ort Teil Polens und in Koniewo umbenannt.
Demographie
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1782 | – | königliches Dorf des Amts Stepenitz, mit einem Prediger, einem Küster, 17 Bauern einschließlich des Schulzen, zwei Kossäten, zwei Büdnern, einer Schmiede, die Eigentum der Dorfschaft ist, 39 Feuerstellen (Haushaltungen) und einer zur Wollinschen Synode gehörigen Mutterkirche[5] |
| 1818 | 230 | königliches Dorf, zum Amt Stepenitz gehörig, mit einer Mutterkirche[3][4] |
| 1831 | 257 | Dorf, mit zwei Vorwerken, einer Mutterkirche und 29 Häusern, zum Domänenamt Stepenitz gehörig[7] |
| 1852 | 259 | Dorf[16] |
| 1864 | 237 | am 3. Dezember, Gemeindebezirk, mit einem Gesamtflächeninhalt von 2726,75 Morgen sowie zwei gewerblichen und 33 Wohngebäuden[17] |
| 1867 | 242 | am 3. Dezember, Landgemeinde[18] |
| 1871 | 254 | am 1. Dezember, Landgemeinde, sämtlich Evangelische[18] |
| 1885 | 263 | am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 262 Evangelische und eine katholische Person[19] |
| 1890 | 254 | am 1. Dezember, Landgemeinde[20] |
| 1895 | 242 | am 2. Dezember, Landgemeinde, sämtlich Evangelische[21] |
| 1910 | 225 | am 1. Dezember, Dorf, mit einer evangelischer Pfarrkirche[22][23] |
| 1925 | 221 | darunter 212 Evangelische[15] |
| 1933 | 174 | [24] |
| 1939 | 161 | am 17. Mai[25][24] |
| 2011 | 119[1] |
Kirche
Dorfkirche

Im Jahr 1288 wurde die Kirche erstmals urkundlich erwähnt, von deren mittelalterlichem Findlingsbau noch Reste in den Wänden erhalten sind.[26] Die älteste Glocke von 1554 trug die Inschrift:[2]
Im 17. Jahrhundert wurde die baufällig gewordene Kirche während der Amtszeit des Pastors Samuel Schmaltz, der 1764 sein 50. Amtsjahr vollendete, renoviert und baulich erweitert. Der 1742 wiederhergestellte Holzturm mit seinem achteckigen Spitzhelm blieb bis in die Neuzeit erhalten. 1746 wurden die Kirchenfenster erneuert, 1753 wurde das Kirchenschiff mit Backsteinen erhöht sowie mit neuem Dach, Gestühl und Fußboden versehen und ausgemalt. Schon 1712 war ein neues Küsterhaus erbaut worden, 1715 das Pfarrhaus.[2][26] Die Pfarrkirche St. Bartholomäus in Kunow stand früher unter dem Patronat des Königs[27] und vor 1945 unter staatlichem Patronat. Von 1288 bis zu dessen Aufhebung hatte das Nonnenkloster Wollin das Patronatsrecht ausgeübt.[26]
Das Kirchengebäude wurde nach 1945 zugunsten der Römisch-katholischen Kirche in Polen zwangsenteignet.
Kirchspiel bis 1945
Die bis 1945 anwesenden Einwohner der Landgemeinde Kunow waren mit seltenen Ausnahmen evangelischer Konfession und gehörten zum Kirchspiel Kunow. Eingepfarrt waren die Ortschaften Gaulitz, Groß und Klein Weckow (Tochtergemeinde mit eigener Filialkirche), Paulsdorf, Sager und Schinchow.[28] Der Bestand an Kirchenbüchern reichte bis 1626 zurück.[6]
- Pfarrer von der Reformation bis 1945
- Joachim Manicke, war hier schon vor 1540 als Prediger im Amt[2]
- Eustachius Wedige, sein Name ist in der Inschrift der ältesten Glocke von 1554 enthalten, er wird 1556 in der Matrikel und 1597 im Visitationsbescheid genannt, † 1576[2]
- Michael Dannenberg, seit 1577 im Amt, † 1621[2]
- Michael Schütte, Sohn des Johann Schütte, der Provisor bei der großen Kirche zu Wollin war, ordiniert 22. Mai 1622 zu Stettin, eingeführt 14. Juli, † 1658[2]
- Johann Hammermeister, aus Massow, war 1653 Kantor zu Gollnow, seit 1659 hier als Pfarrer im Amt, † 10. November 1674[2]
- Michael Klempin, * 1650, Sohn des Wolliner Bürgermeisters Peter Klempin, eingeführt Oktober 1675, † 1703 im 53. Lebensjahr[2]
- Samuel Schmaltz, * 16. Oktober 1674, Sohn des David Schmaltz zu Wulkow bei Stargard, studierte in Stargard, Kolberg, Breslau, Wittenberg und Rostock, ließ 1712 ein neues Küsterhaus bauen, 1715 das Pfarrhaus, 1742 den Kirchturm, 1746 die Kirchenfenster erneuern, 1753 die Kirche vergrößern und ausmalen, nahm 1745 Martin Friedrich Stammer zum Gehilfen, erreichte 1764 sein 50. Amtsjahr und hielt am 28. April seine Jubelpredigt, † 26. Februar 1756[2]
- Martin Friedrich Stammer, als Gehilfe seines Vorgängers am 14. April 1745 ordiniert, am 17. Mai eingeführt, am 29. September Antrittspredigt, wurde nach zehn Jahren an die St.-Georgs-Kirche in Wollin versetzt[2]
- Friedrich Greiff, * 12. April 1718, Sohn des Bürgermeisters Friedrich Greiff zu Pritzwalk, erzogen im Halleschen Waisenhaus, Studium in Halle seit 12. April 1737, wurde 1739 Hauslehrer in Vogelsang, 1743 zum Bayreuthschen Dragonerregiment nach Korkenhagen, Synode Gülzow, berufen, bekam dann die hiesige Pfarre, am 21. November 1756 eingeführt, am 28. November Amt angetreten, † 29. November 1757[2]
- Johann Christoph Bothe, * 28. April 1729 in Greifenberg in Pommern, Sohn eines Jägers und späteren Torfschreibers, ging in Stettin zur Schule, studierte seit 30. April 1750 in Halle, erhielt 1752 eine Stelle bei dem Hauptmann v. Weyherr, nahm 1755 das Rektorat in Naugard an, wo er am 21. Oktober eingeführt wurde, nach eigenen Bemühungen um eine Amtsstelle wurde ihm am 14. April 1758 das hiesige Pfarramt übertragen, am 29. Mai 1758 wurde er in Stettin ordiniert und am 30. Juli hier eingeführt, wirkte noch bis 10. Dezember aushilfsweise als Prediger in Naugard, hielt am 31. Januar 1759 in Kunow seine Antrittspredigt[2]
- Johann Samuel Balcke, aus Schwiebus, ordiniert 26. Juni 1772, zu seiner Zeit wurde der Gutsbezirk Groß Weckow vom Kirchspiel Martenthin abgetrennt und mit Kunow kombiniert, weshalb er am 11. November 1786 nach Groß Weckow berufen und am 4. Februar 1787 dort eingeführt wurde, † 17. September 1790[2]
- Gotthilf Balcke, * Februar 1755, Bruder des Vorherigen, Sohn des Kaufmanns Johann Christoph zu Schwiebus, studierte an der Universität Frankfurt und nach 1 ½ Jahren in Halle, verwaltete zehn Jahre lang das Amt des Kantors zu Wollin, am 5. Mai 1787 zum Pfarramt nach Binow berufen, wurde 1790 Nachfolger seines Bruders, † 16. März 1793, an seinem Sterbetag übertrug die Gutsherrschaft die vakante Stelle in Groß Weckow, das einige Jahre dieser Pfarre beigelegt war, dem Pastor Klamroth zu Martenthin[2]
- Otto Gottlieb Zschock, * 20. Februar 1763, jüngster Sohn des Bürgermeisters Karl Ludwig Zschock zu Greifenberg in Pommern, war 5 ½ Jahre Rektor zu Wollin, ordiniert 8. Oktober 1793 und eingeführt 4. Mai 1794, emeritiert Ostern 1834, † 23. Juli 1847[2]
- Anton Wilhelm Julius Backe, studierte in Berlin und Königsberg, ordiniert 13. Februar 1834, eingeführt 6. April 1834, 29 Jahre alt, † 28. März 1873[2]
- Ernst Maximilian Meinhof, * 8. März 1840, studierte nach Vorbereitung auf dem Gymnasium zu Stettin an den Universitäten Leipzig und Halle, ordiniert 4. Januar 1871, in Kunow eingeführt 26. April 1874, wirkte zuvor als Provinzial-Vikar a) in Sagard a. R. 5. bis 31. Januar 1871, b) in Stolp (Altstadt) 1. Februar bis 31. März 1871, als Hilfsprediger a) in Stolp (Altstadt) 1. April 1871 bis 22. Oktober 1873, b) in Wintershagen 1. November 1873 bis 15. März 1874, übernahm Oktober 1884 das Pfarramt in Groß Tychow (Synode Belgard)[2]
- Karl Wilhelm Kuhlmann, * 16. Dezember 1851, studierte in Tübingen und Halle, ordiniert 1. April 1879 in Breslau, trat das hiesige Pfarramt am 2. Dezember 1884 an, eingeführt 14. Dezember, wirkte zuvor vom 1. April 1879 bis 30 August 1881 als Geistlicher der Diakonissen-Anstalt zu Frankenstein in Schlesien, vom 1. September 1881 bis 30. November 1884 als Pastor zu Rengersdorf (Synode Lauban in Schlesien), ging 1. Mai 1894 als Pastor nach Büche (Synode Jakobshagen).[2]
- Richard Hermann Theodor Kittlaus, * 13. Oktober 1866, vorbereitet in Königsberg und Berlin, ordiniert 14. September 1890, war vom 28. September 1890 bis 30. September 1894 Hilfsprediger in Charlottenburg, wurde durch den Oberkirchenrat hierher berufen und am 7. Oktober 1894 eingeführt, ging Februar 1899, gleichfalls durch den Oberkirchenrat berufen, nach Marienborn, Diözese Eilsleben (Provinz Sachsen)[2]
- Otto Karl Gotthilf Waack, * 7. Februar 1865, studierte in Halle und Stettin, ordiniert 29. August 1897, war von da an Hilfsprediger a) bis 15. März 1899 in Lanzig (Rügenwalde), b) 1. April bis 15. Juni 1899 in Schönebeck (Synode Freienwalde i. P.), c) 1. Juli 1899 bis 19. November 1899 in Kunow, als Pastor in dieses Amt hier eingeführt am 19. November 1899[2][27]
- Theodor Kittlaus, * 13 Oktober 1866, ordiniert 14. September 1890, seit 1894 hier im Amt[29]
Das katholische Kirchspiel war in Cammin i. Pom. Das Standesamt befand sich in Groß Weckow.
Trivia
Etliche pommersche Sagen, die von Jahn zusammengetragen worden sind, waren in Kunow mitgeteilt worden, so zum Beispiel die Sage vom Ursprung des Hügels Trünkelnberg bei Kunow, der entstanden sei, als einem Riesen, der beabsichtigte, die Dievenow bei Sager mit Erde einzudämmen, die Haltegurte seiner Schürze rissen, in der er die Erde von Kunow aus hatte abtransportieren wollen. Noch heute sei bei Kuno die Grube im Erdreich sichtbar, aus der er die Erde entnahm.[30]
Weblinks
- Die Gemeinde Kunow im ehemaligen Kreis Cammin in Pommern ( vom 18. Februar 2015 im Internet Archive) (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011).
