Kottenhain
kleine Siedlung in Thüringen
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Kottenhain ist ein Ortsteil der Stadt Blankenhain im Landkreis Weimarer Land, Thüringen.
Kottenhain Stadt Blankenhain | ||
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| Koordinaten: | 50° 50′ N, 11° 23′ O | |
| Höhe: | 441 m ü. NN | |
| Postleitzahl: | 99444 | |
| Vorwahl: | 036459 | |
Lage von Kottenhain in Thüringen
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Luftbild vom August 1997 | ||
Geografie und Geologie
Das ehemalige Gut Kottenhain ist 4,5 km Luftlinie (Fahrstrecke rund 7 km) von Blankenhain entfernt. Die Gemarkung liegt auf einer mittleren Höhe von 441 m über NN auf der zweiten Etage einer Hochebene an einem Nordhang auf flachgründigem, grundwasserfernem, steinreichem Muschelkalkboden, der auch noch ein geringes Festhaltevermögen für Wasser besitzt. Das Grundstück ist von Feldern und im Westen von einem Wäldchen umgeben. Der Ort liegt dazu noch peripher von Alt-/Neudörnfeld, Lengefeld und Wittersroda entfernt. Mit einer Ortsverbindungsstraße ist aber der Anschluss an die Bundesstraße 85 und Landesstraße 2309 gegeben. Nachbardörfer sind noch Lotschen und Drößnitz.
Geschichte
Wolfgang Kahl weist den 14. Mai 1366 als urkundliche Ersterwähnung des Weilers/Gutes nach.[1] Vor 1486 fiel der Weiler wüst (temporäre Siedlungswüste, Wechsel von Auflassung und Wiederbesiedlung). 1573 war das Dorf wieder Gutshof und Schäferei; der minderwertige Boden reichte für diese Nutzung aus. Es gab sogar eine Kirche, stellte man später bei Abrissarbeiten fest. 1582 wurde ein Weingarten auf dem Land des Gutes errichtet. 1839 wurde das Gut als Kammergut geführt.
1848 wird für die Ortslage eine Fläche von 2,6 Hektar, 1876 für die gesamte Gemarkung rund 98 Hektar (davon 74 Hektar Ackerland) angegeben. 1945–1955 war das Anwesen Eigentum des Kreises Weimar, dann wurde es vom VEG Neudörnfeld übernommen. 1966 wurde eine Einstufung als Denkmal geprüft, aber offenbar nicht weiter verfolgt.
Nach einer Neuvermessung 1977 und Flächenerweiterung kam das Gut zum VEB Weimar-Werk, einem großen Hersteller von Landmaschinen, der es unter anderem als Versuchsgelände und für vormilitärische Ausbildung (siehe Gesellschaft für Sport und Technik) nutzte. Dafür fanden größere Abriss- und Umbauarbeiten mit Einzäunung der Ortslage statt, und die meisten Einwohner wurden nach Neudörnfeld umgesiedelt. Das bebaute Grundstück blieb bis 1995 nicht frei zugänglich.
1992 hat der letzte Bewohner den Ort verlassen. Als ehemaliges Volkseigentum ging das Objekt an die Treuhand-Liegenschafts-Gesellschaft über; ein Verkauf zum geforderten Preis scheiterte aber und das Gut wurde zum Lost Place. 1996 bewarb sich die Kottenhain GbR um das Gut und löste damit einen Restitutionsanspruch des Landes Thüringen aus; nach einem öffentlichen Bieterverfahren konnte sie es erwerben. Später wurde noch ein gemeinnütziger Verein (Kottenhain e.V.) gegründet.
Es stehen noch 13 Gebäude ohne dörfliche Anordnung auf einem 4,6 ha großen eingezäunten Grundstück. Bauliche Reste aus dem 19. Jahrhundert sind noch vorhanden. Im Jahr 2013 lebten in Kottenhain wieder 19 Personen.[2]
Weblinks
Historische Luftbilder von Kottenhain und Umgebung im Geoportal des Landes Thüringen (Downloadbereich: ); Auswahl: Nummern 194550 1065 vom 8. April 1945, 195314 09172 vom 26. Mai 1953, 198704 0061 vom 29. April 1987, 199202 0543 vom 15. Mai 1992
Quellen
[1] Homepage des Gutes Kottenhain (archivierte Version vom 30.12.2005): Kottenhain GbR und Kottenhain e.V.: Homepage des Gutes Kottenhain. Dezember 2005, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 30. Dezember 2005; abgerufen am 9. Oktober 2025.
[2] Webtext zur Geschichte von Kottenhain bis 1999 (verlinkt in Quelle [1], archivierte Version vom 11.05.2005): Kottenhain GbR und Kottenhain e.V.: Dokument ohne Titel. (PDF) Mai 2005, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 11. Mai 2005; abgerufen am 9. Oktober 2025.
[3] Sabine Brandt: Auferstanden aus Ruinen: Ein Dorf bei Blankenhain wird wachgeküsst. In: Thüringische Landeszeitung. 22. September 2013 (tlz.de – Bericht über die Neubesiedlung des Ortes, online hinter Bezahlschranke).

