Kończyce Wielkie

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Kończyce Wielkie (früher auch Kunczyce Wielkie, deutsch Groß Kuntschitz, ursprünglich Kunzendorf[1], tschechisch Velké Kunčice) ist eine Ortschaft mit einem Schulzenamt der Gemeinde Hażlach im Powiat Cieszyński der Woiwodschaft Schlesien in Polen. Das Dorf liegt in der historischen Landschaft Teschener Schlesien (polnisch Śląsk Cieszyński).

Blick auf Kończyce Wielkie von Norden
Schnelle Fakten Basisdaten ...
Kończyce Wielkie
Kończyce Wielkie (Polen)
Kończyce Wielkie (Polen)
Kończyce Wielkie
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Schlesien
Powiat: Cieszyn
Gmina: Hażlach
Fläche: 14,45 km²
Geographische Lage: 49° 50′ N, 18° 39′ O
Einwohner: 1845 (2023)
Postleitzahl: 43-419
Telefonvorwahl: (+48) 33
Kfz-Kennzeichen: SCI
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Geographie

Kończyce Wielkie liegt im Ostrauer Becken (Kotlina Ostrawska),[2] an der Piotrówka etwa 28 km westlich von Bielsko-Biała und 55 km südlich von Katowice im Powiat (Kreis) Cieszyn.

Das Dorf hat eine Fläche von 1445,24 ha.[3]

Nachbarorte sind Kończyce Małe im Norden, Pruchna im Nordosten, Rudnik im Osten, Hażlach im Süden, Brzezówka im Südwesten, Kaczyce im Nordwesten.

Geschichte

In den Jahren 2004 und 2005 wurden hier 800.000 Jahre alte Spuren des Homo erectus gefunden, die ältesten in Polen.[4]

Mittelalter

Der Ort wurde um 1305 im Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis (Zehntregister des Bistums Breslau) erstmals urkundlich als „Item in Cunczindorf Pasconis debent esse XXIX mansi“ erwähnt.[5][6][7]

Politisch gehörte das Dorf ursprünglich zum Herzogtum Teschen, dies bestand ab 1290 – der Zeit des polnischen Partikularismus – und gehörte seit 1327 als Lehen zum Königreich Böhmen und seit 1526 zur Habsburgermonarchie.

Eine Pfarrei Cunczendorf im Teschener Dekanat wurde im Peterspfennigregister des Jahres 1335 im Teschener Dekanat[8] und im Jahr 1447 als Cunczendorff[9] erwähnt. Auch 1447 wurde Cunczendorf zweimal aufgelistet, aber es gab vier Ortschaften im Herzogtum mit diesem Namen und es ist nicht ganz sicher ob es Kończyce Wielkie bzw. Kończyce Małe an der Piotrówka oder Kunčice oder Kunčičky an der Ostrawitza war.

Reformation

Nach 1540 erfolgte unter Wenzel III. Adam die Reformation und die Kirche wurde von Lutheranern übernommen. Eine Sonderkommission gab sie am 25. April 1654 an die Katholiken zurück.[10] Die Gegenreformation in der Umgebung war sehr erfolgreich und das Gebiet war später fast rein römisch-katholisch.

Neuzeit

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften war es ab 1850 eine bäuerlich geprägte Gemeinde in Österreichisch-Schlesien, Bezirk Teschen, ab 1868 im hoch industrialisierten Bezirk Freistadt, Gerichtsbezirk Freistadt. In den Jahren 1880–1910 hatte die Gemeinde (mit Rudnik) etwa 1650 Einwohner, es waren überwiegend Polnischsprachige (zwischen 97,4 % und 98,5 %) und vereinzelt Deutsch- beziehungsweise Tschechischsprachige. Im Jahre 1910 waren 99,7 % römisch-katholisch.[11][12]

1920, nach dem Zusammenbruch der k.u.k. Monarchie und dem Ende des Polnisch-Tschechoslowakischen Grenzkriegs (in dem es von tschechischen Truppen besetzt wurde), kam Kończyce Wielkie als eine von nur vier Gemeinden des Bezirkes Freistadt zu Polen und wurde dem Powiat Cieszyński der autonomen Woiwodschaft Schlesien angegliedert. Unterbrochen wurde dies nur durch die Besetzung Polens durch die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg, als es völkerrechtswidrig dem deutschen Landkreis Teschen im Provinz Oberschlesien gehörte.

Von 1975 bis 1998 gehörte Kończyce Wielkie zur Woiwodschaft Bielsko-Biała.[13]

Sehenswürdigkeiten

Unter Denkmalschutz stehen heute:

  • Das Schloss (Pałac) in der ul. Zamkowa 18 liegt an der Böschung über dem Bach Piotrówka, ein Barockgebäude aus dem 18. Jahrhundert; eklektizistisch ausgebaut an der Wende von 19. zum 20. Jahrhundert. Nach 1945 Waisenhaus, renoviert 1965–68 und 1980–94. Im Erdgeschoss des Südflügels gibt es einen Ballsaal.[14]
  • Die Schlosskapelle zur Göttlichen Vorsehung (Kaplica pałacowa) aus dem Jahre 1776, umgebaut im 19. und 20. Jahrhundert und dreimal – 1953, 1959, 2003 – renoviert. Im Inneren eine auf zwei Pfeilern ruhende Musikempore , zwei italienische Glasfenster aus dem 19. Jahrhundert sowie eine Rokoko-Kanzel.[15]
  • Die katholische Pfarrkirche St. Michael (Kościół parafialny pw. św. Michała Archanioła) wurde 1777 erbaut, es ist eine Schrotholzkirche. Es gibt eine auf vier Pfeilern ruhende Musikempore; er Altar trägt ein Rokoko-Tabernakel, auch die Kanzel ist in diesem Stil gehalten.[16]
  • ein ehemaliger Kuhstall, heute Stall auf dem Bauernhof „Karłowiec“ aus dem 19. Jahrhundert

Im Ort wächst auch die über 500 Jahre alte Mieszko-Eiche – eine Stieleiche, als älteste Eiche in Schlesien ein Naturdenkmal.

Gemeinde

Zu dem Dorf gehören die Ortsteile Babilon, Karłowiec, Łubowiec, Odnóżka, Podlesie, Pudłowiec, Sośnie, Statek und Stawiska.

Persönlichkeiten

Commons: Kończyce Wielkie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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