Schrotholzkirche

Holzkirche, die aus Schrotholz gefertigt ist From Wikipedia, the free encyclopedia

Eine Schrotholzkirche ist eine Holzkirche, die aus Schrotholz gefertigt ist. Diese Bauform mit tief heruntergezogenem und weit überstehendem Dach, mitunter mit gestauchtem seitlichen Umgang, ist eine vorwiegend aus Schlesien bekannte Bautechnik, die in verschiedenen Konstruktionsarten ausgeführt ist.

Beispiele

Schlesien

Die meisten Schrotholzkirchen sind in Schlesien erhalten:

  • Eine besonders große Schrotholzkirche befindet sich in der oberschlesischen Stadt Gliwice (Gleiwitz).
  • Die Schrotholzkirche in Poniszowice (Ponischowitz; 1936–1945: Muldenau O.S.) soll nach Visitationsprotokollen von 1687 und 1987 bereits im Jahr 1175 gebaut worden sein und wurde im Jahr 1404 gründlich renoviert (Visitationsbericht von 1679). Neben der Kirche steht ein ebenfalls aus Schrotholz gebauter Glockenturm von 1520.[1]
  • Die Schrotholzkirche St. Nikolaus in Wilcza geht auf einen Vorgängerbau von 1480 zurück. Der heutige Bau stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Außenwände der Kirche sind aus Balken aufgebaut und wie das Dach mit Schindeln gedeckt. Außerdem wird das Langhaus von einem Dachreiter mit Zwiebelhaube bekrönt.[2]
  • Die Schrotholzkirche in Gierałcice (Jeroltschütz) ist eine Saalkirche. Sie wurde im 15. Jahrhundert und mehrfach erweitert und umgebaut. Sie hat einen mehrseitig geschlossenen Chor, ein Schindeldach, einen quadratischem Westturm und einen Kanzelaltar. In der Sakristei sind Deckenmalereien aus der Spätrenaissance erhalten.
  • Die Schrotholzkirche St. Hedwig in Komorzno (Reinersdorf) wurde 1753 errichtet. Ein Flachrelief ihres im manieristischen Stil gestalteten Hauptaltares aus der Mitte des 17. Jahrhunderts stellt das letzte Abendmahl dar.[3] Die Kirche steht seit 1953 unter Denkmalschutz.[4]
  • Eine Schrotholzkirche aus dem 17. Jahrhundert steht in Stare Olesno (Alt-Rosenberg) im Bezirk Oppeln.
  • Die Magdalenenkirche (Kaltwasser) in Ujest (polnisch Ujazd) stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Die Schrotholzkirche in Pniów aus dem Jahr 1506 brannte 1956 ab und wurde durch eine gemauerte ersetzt.

Tschechien

Die älteste im tschechischen Mährisch-Schlesischen Kreis erhaltene Schrotholzkirche, die 1563 erbaute Fronleichnamskirche in Guty, wurde 2017 durch einen Brand völlig zerstört.[5] Bis 2021 erfolgte der Wiederaufbau.[6]

Deutschland

In Deutschland existieren Schrotholzkirchen in Wespen (Börde) und in Sprey (Oberlausitz).

Bildergalerie

Siehe auch

Literatur

in der Reihenfolge des Erscheinens

  • Schrotholzkirchen Oberschlesiens. In: Zentralblatt der Bauverwaltung. Nr. 25, 1903, S. 172–174 (zlb.de).
  • Evangelische Schrotholzkirchen in OS. In: Oberschlesien im Bild, Jg. 1928, Heft 47, S. 5–6 (Digitalisat, abgerufen am 25. Mai 2026).
  • Herbert Dienwiebel: Oberschlesische Schrotholzkirchen. Heydebrand, Breslau 1938.
  • Wolfgang Halfar: Die oberschlesischen Schrotholzkirchen. Ein Beitrag zum Holzbau in Schlesien. Delp, München, 2., verbesserte Aufl. 1990, ISBN 3-7689-0181-5.

Einzelnachweise

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