Kretzschau
Gemeinde in Sachsen-Anhalt, Burgenlandkreis, Deutschland
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Kretzschau ist eine Gemeinde im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt. Sie gehört der Verbandsgemeinde Droyßiger-Zeitzer Forst an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Droyßig hat.
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 51° 3′ N, 12° 4′ O | |
| Bundesland: | Sachsen-Anhalt | |
| Landkreis: | Burgenlandkreis | |
| Verbandsgemeinde: | Droyßiger-Zeitzer Forst | |
| Höhe: | 197 m ü. NHN | |
| Fläche: | 27,76 km² | |
| Einwohner: | 2329 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 84 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 06712 | |
| Vorwahlen: | 03441, 034425 | |
| Kfz-Kennzeichen: | BLK, HHM, NEB, NMB, WSF, ZZ | |
| Gemeindeschlüssel: | 15 0 84 275 | |
| LOCODE: | DE KZS | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Zeitzer Straße 15 06722 Droyßig | |
| Website: | www.vgem-dzf.de | |
| Bürgermeisterin: | Anemone Just | |
| Lage der Gemeinde Kretzschau im Burgenlandkreis | ||
Geografie
Geschichte
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Kretzschau im Jahre 1004, als der Zeitzer Bischof Hildewart die ehemaligen Merseburger Dörfer auf Wunsch König Heinrichs II. an den Merseburger Bischof zurückgab. Als Ausgleich erhielt Hildewart die Dörfer Croziwa (Kretzschau), Gribna und Grodischau. Die Namen Croziwa, Krautschonwe, Crotzschow, Kretzschwehe sind bis heute im Volksmund erhalten. Zahlreiche Kriege und verheerende Feuerbrünste führten zu großen Verlusten an Menschen und materiellen Gütern. Zum Pfarrdorf Kretzschau gehören das eingepfarrte Dorf Groitzschen und das Örtchen Näthern.
Ein Teil des heutigen Ortes lag bis 1792 im kursächsischen Amt Haynsburg.
Kretzschau und Groitzschen hatten eine rein bäuerliche Bevölkerung. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann die Entwicklung zum Industriedorf, nachdem in der Umgebung reiche Braunkohlefelder festgestellt worden waren. 1890 wurden in Groitzschen mächtige Kohleflöze abgebaut.
Von 1952 bis 1994 lag Kretzschau im Kreis Zeitz (1952 bis 1990 im DDR-Bezirk Halle, dann im Land Sachsen-Anhalt). Seit der Kreisreform 1994 gehört die Gemeinde zum Burgenlandkreis.
Eingemeindungen
Die ehemaligen Gemeinden Grana und Döschwitz wurden am 1. Januar 2010 in die Gemeinde Kretzschau eingegliedert.[2]
Bevölkerung
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Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt)[3], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Der Anstieg der Einwohnerzahl zwischen 2005 und 2010 ist auf Eingemeindungen zurückzuführen.
Politik
Gemeinderat
Der Gemeinderat von Kretzschau besteht aus 14 Mitgliedern und der Bürgermeisterin. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 65,2 % zu folgendem Ergebnis:[4]
| Partei / Wählergruppe | Stimmenanteil 2019[5] | Sitze 2019 | Stimmenanteil 2024 | Sitze 2024 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Aktiv für die Gemeinde Kretzschau | 35,4 % | 5 | 23,0 % | 3 | |
| CDU | 24,4 % | 3 | 22,4 % | 3 | |
| real und fair für Kretzschau und unsere Region | 27,2 % | 4 | 19,6 % | 3 | |
| AfD | – | – | 19,4 % | 3 | |
| Einzelbewerberin Angelika Renner | – | – | 5,4 % | 1 | |
| Die Linke | 6,7 % | 1 | 3,8 % | 1 | |
| Einzelbewerber Jörg Grajek | 4,9 % | 1 | 2,6 % | – | |
| Einzelbewerberin Katja Heinrich | – | – | 2,2 % | – | |
| Einzelbewerberin Miriam Thielsch | – | – | 1,6 % | – | |
| FDP | 1,3 % | – | – | – | |
| Insgesamt | 100 % | 14 | 100 % | 14 |
Bürgermeister
- 2010–2014: Eckhard Osang[6]
- seit 2014: Anemone Just
Just wurde bei der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 78,6 % der gültigen Stimmen gewählt.[7] Am 11. April 2021 wurde sie ohne Gegenkandidat mit 100 % der gültigen Stimmen in ihrem Amt bestätigt.[8] Ihre Amtszeit beträgt sieben Jahre.[9]
Wappen, Flagge, Dienstsiegel
Am 4. November 2015 erteilte der Landrat des Burgenlandkreises der Gemeinde Kretzschau die Genehmigung zum Führen eines Wappens und einer Flagge.[10] Der Entwurf für Wappen, Flagge und Dienstsiegel stammt vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch.
| Blasonierung: „In von zehn schwarzen Perlen belegtem goldenen Bord, über grünem Schildfuß mit drei rechteckigen goldenen Steinen (2:1), von Silber und Blau gespalten, vorn eine an schwarzer Stange rankende grüne Hopfenpflanze, hinten eine silberne Zuckerrübe mit goldenen Blättern.“[10] | |
| Wappenbegründung: Rübe und Hopfen symbolisieren die über viele Generationen betriebene landwirtschaftliche Erwerbstätigkeit bzw. die Zuckerfabrik, während die drei rechteckigen Steine im Schildfuß auf den Sandsteinabbau hinweisen. Die zehn Perlen im Bord stehen für die zehn Ortsteile der Gemeinde. |
- Flaggenbeschreibung
- „Die Flagge ist blau-weiß (1:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.“[10]
- Dienstsiegel
Das Dienstsiegel zeigt die Umschrift „Gemeinde Kretzschau“, eine Unterscheidungsziffer und als Siegelbild das Gemeindewappen.
- Banner
- Hissflagge
- Dienstsiegel
Sehenswürdigkeiten und Kultur


- Kirchen in Salsitz, Kretzschau, Hollsteitz, Kirchsteitz, Gladitz, Döschwitz
- Park Hollsteitz
- Rittergut Gladitz (heute Vereins- und Bürgerhaus)
- Heimatstube im Bürgerhaus Gladitz
- Künstlerhaus Hollsteitz
- Wildgehege Kirchsteitz
- Kretzschauer See mit Jugendherberge Burgenland und zahlreichen Wanderwegen
- Elster-Radweg
- Weinroute an der Weißen Elster
Gedenkstätte
Gegenüber der Grundschule in der Hauptstraße wurde 1961 von den Einwohnern im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes eine Gedenkstätte für den KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann errichtet, der 1944 im KZ Buchenwald ermordet wurde.
Weinbau

In Elstertal bei Salsitz liegt der Weinberg „Salsitzer Englischer Garten“ mit einer Vielzahl von Rebsorten. Hier gedeihen an Südhängen z. B. Dornfelder, Bacchus, Kerner, Ortega und Müller-Thurgau. Einen Blick auf die Weinberge hat man von Raba aus. In der Vinothek Salsitz können einheimische Weine verkostet und gekauft werden.
Verkehr
Durch das Gemeindegebiet verläuft die Bundesstraße 180, die von Zeitz nach Naumburg (Saale) führt. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Naumburg an der A 9 in etwa 10 km Entfernung.
Der Bahnhof Kretzschau lag an der Bahnstrecke Zeitz–Camburg, auf der der Verkehr 1998 eingestellt wurde.
Persönlichkeiten
- Christian Schumann (1681–1744), Kirchenlieddichter, von 1721 bis 1736 Pfarrer in Döschwitz und Kirchsteitz

