Kommunistische Partei Deutschlands

politische Partei in Deutschland (1919–1956) From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) war eine zum Jahreswechsel 1918/19 in der Weimarer Republik gegründete, aus dem Spartakusbund hervorgegangene politische Partei. Auf der Grundlage ihrer marxistischen und später marxistisch-leninistischen Ideologie lehnte sie die Demokratie der Weimarer Republik ab und versuchte deren politisches System, teils kämpferisch, zu überwinden. Die KPD war Gründungsmitglied der Kommunistischen Internationale (Komintern) und entwickelte sich als deren Mitglied schrittweise zur Partei neuen Typus. Um ihren langjährigen de facto-Vorsitzenden Ernst Thälmann baute sie als nun agierende Kaderpartei einen Personenkult auf. Im Zuge der nationalsozialistischen Machtergreifung und des damit verbundenen Endes der Weimarer Republik wurden die Mandate der Partei aberkannt, ihre Strukturen zerschlagen und die Partei in den Untergrund gedrängt.

EntstehungSPD 12. Oktober 1890
Spartakusbund 4. August 1914
USPD 6. April 1917
Gründung30. Dezember 1918 bis 1. Januar 1919
Gründungs­ortBerlin
Schnelle Fakten Entstehung, Gründung ...
Kommunistische Partei Deutschlands
Logo der KPD
Flagge der KPD
Flagge der KPD
Entstehung SPD 12. Oktober 1890
Spartakusbund 4. August 1914
USPD 6. April 1917
Gründung 30. Dezember 1918 bis 1. Januar 1919
Gründungs­ort Berlin
Auflösung 1946 Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED in Berlin und der SBZ
1956 Verbot in der Bundesrepublik
Haupt­sitz Karl-Liebknecht-Haus, Berlin-Mitte
Jugend­organisation Kommunistischer Jugendverband Deutschlands (1920)
Zeitung Die Rote Fahne
Aus­richtung Kommunismus
Rätedemokratie (bis 1928)
Marxismus-Leninismus (ab 1928)
Stalinismus (ab 1928)
Farbe(n) Rot
Mitglieder­zahl bis zu 360.000[1] (November 1932)
Internationale Verbindungen Komintern
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Nach Ende des Zweiten Weltkriegs erfolgte ihr Wiederaufbau, der stark durch die Teilung Deutschlands geprägt war: In der Sowjetischen Besatzungszone und Berlin kam es 1946 unter Führung der KPD zur Zwangsvereinigung mit der SPD zur SED und damit zum Aufstieg zur nationalen Regierungspartei. In der Bundesrepublik entwickelte sich die KPD im Laufe der 1950er Jahre zu einer Kleinpartei, ehe sie 1956 auf Antrag der Bundesregierung mit einem Parteiverbot belegt wurde.

In personeller und programmatischer Nachfolge der verbotenen KPD gründete sich 1968 in der Bundesrepublik die Deutsche Kommunistische Partei (DKP). Die Westdeutsche Studentenbewegung der 1960er Jahre ließ in den Jahren nach 1968 verschiedene, oft maoistische, kommunistische Splittergruppen, Parteiaufbauorganisationen, Bünde oder Parteien entstehen, die sich als wahre Nachfolger der KPD betrachteten.

Geschichte

In der Weimarer Republik (1918–1933)

Gründungsphase (1918/1919)

Preußischer Landtag um 1900

Die Gründung der KPD war infolge des Ersten Weltkriegs und der Novemberrevolution seit etwa Anfang Dezember 1918 von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht geplant und erfolgte dann als direkte Reaktion auf die Weihnachtskämpfe in Berlin. Bereits am 14. Dezember hatte Die Rote Fahne Luxemburgs programmatischen Text Was will Spartakus veröffentlicht, in dem sie die Weltrevolution des Proletariats und den dadurch zu errichtenden Sozialismus als einzigen Ausweg aus dem Chaos propagierte. Ein Übergang zur parlamentarischen Demokratie und die Wahl einer Nationalversammlung wurde entschieden abgelehnt, da sie kein zureichendes Mittel gegen den Kapitalismus sei.[2] Mit dieser Position blieben die Spartakisten auf dem Reichsrätekongress, der kurz darauf vom 16. bis zum 21. Dezember in Berlin zusammentrat, in der Minderheit.

Die KPD konstituierte sich während einer dreitägigen Gründungskonferenz vom 30. Dezember 1918 bis zum 1. Januar 1919 im Festsaal des Preußischen Landtags durch den Zusammenschluss des Spartakusbundes mit den Internationalen Kommunisten Deutschlands (IKD), die aus den Hamburger und Bremer Linksradikalen hervorgegangen waren.[3] Geleitet wurde die Gründungsversammlung von Wilhelm Pieck und Jacob Walcher.

Auf der Konferenz legte sich die Mehrheit entgegen dem Eintreten der Spartakusführung früh auf eine Ablehnung der bürgerlichen Demokratie und der Konkurrentin SPD, der älteren und lange Zeit führenden Arbeiterpartei, fest. Vor allem die Bremer Linksradikalen unter Otto Rühle und die IKD vertraten eine enge Anlehnung an die sowjetischen Bolschewiki unter Führung Lenins.

Nach der Niederschlagung der allgemein als Spartakusaufstand bekannt gewordenen Erhebung in Berlin im Januar 1919 kam es zur Ermordung von Luxemburg und Liebknecht durch Angehörige der Garde-Kavallerie-Schützen-Division.

Die KPD blieb in den ersten Jahren ihrer Existenz ohne breitere betriebliche Basis, weil sie es nicht vermochte, sich auf ihrem Gründungskongress mit den Revolutionären Obleuten zusammenzuschließen. Erst 1920 stießen mit der Spaltung der USPD und dem Zusammenschluss zur VKPD die Mehrheit der Obleute und ihre Infrastruktur zur KPD.[4]

Vereinigung mit der USPD (1920)

Gedenktafel am Haus, Sophienstraße 18, in Berlin-Mitte

Bei den Wahlen zur Nationalversammlung am 19. Januar 1919 behauptete sich die SPD als stärkste Kraft, die aber fortan auf wechselnde Koalitionspartner aus dem bürgerlichen Lager angewiesen war. Nun setzte der Reichswehrminister Gustav Noske, der nach eigener Aussage vom 6. Januar der „Bluthund sein musste“, rücksichtslos die neuen, meist rechtsextremen Freikorps gegen die Aufständischen ein, um jeden Ansatz einer Räterepublik, wie er sich in einigen Großstädten gebildet hatte, wieder zu zerschlagen. Als letztes Experiment dieser Art wurden im Mai die Münchner Räterepublik zerstört und ihre Führer hingerichtet, unter ihnen beispielsweise der KPD-Funktionär Eugen Leviné. Im Verlauf dieser Kämpfe wurde im März auch Leo Jogiches im Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit ermordet. Mit der Verabschiedung der Reichsverfassung am 11. August war die bürgerlich-parlamentarische Weimarer Republik praktisch durchgesetzt.

Die KPD hatte zunächst nur wenige Mitglieder und gewann in der Rätebewegung auch während der Aufstände keine führende Rolle; dazu war sie zu neu und organisatorisch zu wenig in der Arbeiterbewegung verankert. Ihre Mitglieder waren zumeist ehemalige Sozialdemokraten. Durch ihre Weigerung, an den Parlamentswahlen teilzunehmen, geriet die KPD weiter ins Abseits und wurde außerdem durch die Verfolgung und Verhaftung ihrer Mitglieder reduziert. Im Frühjahr 1919 war sie verboten worden und konnte ihre folgenden Parteitage nur illegal durchführen. Darum suchte die Partei Rückhalt, indem sie Mitglied der im selben Jahr gegründeten Komintern, der Dritten Internationale, wurde.

Im Bund mit dem linken Flügel der USPD versuchte die KPD im Januar 1920 die Verabschiedung des Betriebsrätegesetzes mit einer Demonstration zu verhindern, weil sie weitergehende rätedemokratische Ziele verfolgte. Militär und Sicherheitspolizei setzten Schusswaffen ein, das Ergebnis war am 13. Januar 1920 ein Blutbad am Reichstagsgebäude. Daraufhin verhängte die sozialdemokratische Reichsregierung erneut den erst im Dezember 1919 aufgehobenen Ausnahmezustand und verbot die Zeitungen Freiheit und Die Rote Fahne. Am 19. Januar wurden zwölf Parteifunktionäre der USPD und der KPD, darunter die Vorsitzenden Ernst Däumig und Paul Levi, für einige Zeit inhaftiert.

Paul Levi, enger Freund Luxemburgs und nach deren Tod Herausgeber ihrer Werke, setzte beim zweiten, dem sogenannten Heidelberger Parteitag der KPD jedoch die Beteiligung an den Reichstagswahlen von 1920 durch. Einige Parteimitglieder glaubten, dass damit der revolutionäre Weg verlassen würde. Damit zeichnete sich ein innerer Klärungsprozess ab: Die rätekommunistischen und utopistisch orientierten Mitglieder traten aus und bildeten die eigene Kommunistische Arbeiterpartei Deutschlands (KAPD), die Otto Rühle leitete und der zunächst (bis zu ihrem Ausschluss im August 1920) auch die Nationalbolschewisten Fritz Wolffheim und Heinrich Laufenberg angehörten. Die KAPD konnte sich bis 1922 halten und zerfiel dann in Einzelgruppen, die sektiererisch miteinander konkurrierten.

Zuvor jedoch mobilisierte der Putschversuch von Wolfgang Kapp und Walther von Lüttwitz im Frühjahr 1920 noch einmal die Kräfte der Linken im ganzen Reich: Spontane Massenstreiks führten zum Generalstreik, dem sich freie Gewerkschaften, SPD, USPD und KPD anschlossen, um gemeinsam die Republik zu retten. Er führte zur Eroberung des Ruhrgebiets durch eine Rote Ruhrarmee. Doch sobald die rechtsnationalistischen Putschisten aufgegeben hatten und der Generalstreik beendet war, verbündete sich die SPD wieder mit den zuvor abtrünnigen Reichswehrverbänden und Freikorpseinheiten und ließ diese in das von den aufständischen Arbeitern besetzte Ruhrrevier einrücken. Bei den unter dem Namen Ruhraufstand bekannten bürgerkriegsähnlichen Kämpfen kamen etwa 2000 Arbeiter und 372 gegenrevolutionäre Soldaten ums Leben.

Auf einem gemeinsamen Parteitag vom 4. bis 7. Dezember 1920 vereinigte sich die linke USPD (349 Delegierte vertraten 300.000 Mitglieder) mit der KPD (146 Delegierte vertraten 70.000 Mitglieder) zur Vereinigten Kommunistischen Partei Deutschlands (VKPD). Die VKPD bekannte sich zur Komintern und peilte die Diktatur des Proletariats und die Räterepublik als Ziel an. Unter dem Vorsitz von Levi und Ernst Däumig entstand eine Massenpartei mit 356.000 Mitgliedern Anfang 1921, einer Zahl, die sie in der Weimarer Republik nie wieder erreichte. Allerdings befanden sich darunter nur 5 % der in den freien Gewerkschaften organisierten Arbeiter. Bei den preußischen Landtagswahlen vom Februar 1921 erhielt die VKPD nur 5,5 % der Stimmen. 1921 rief die KPD-Zentrale zu einer Politik der Einheitsfront auf. Diese Einheitsfronttaktik wurde von der Komintern, insbesondere von Sinowjew und Bucharin, zunächst kritisiert. Nachdem es 1921 zu einem von den Kronstädter Matrosen angeführten Aufstand linker Kräfte gegen die Bolschewiki gekommen war, und den heftigen Fraktionskämpfen und Streiten zwischen Lenin, Bucharin und Trotzki, führten die Spannungen innerhalb der Kommunistischen Partei Russlands zu einer Krise in der Komintern, die im März 1921 zu einer radikalen Änderung der Linie der VKPD führte.[5]

Märzkämpfe und deren Folgen (1921)

Im März 1921 rief die KPD-Zentrale nach der Besetzung Mitteldeutschlands durch Polizeieinheiten, die sie als Provokation empfand, die Arbeiter zum bewaffneten Kampf auf. Dieser kommunistische Aufstand in Mitteldeutschland, der so genannte Märzaufstand, wurde nach einigen Tagen blutiger Kämpfe niedergeschlagen. Die Niederlage führte noch 1921 zu einer tiefen Krise in der KPD, die das Problem der Hegemonie der Komintern und Sowjetrusslands gegenüber den deutschen Kommunisten augenscheinlich werden ließ. Im Februar 1921 war der Parteiführer Paul Levi zusammen mit Clara Zetkin, Ernst Däumig, Adolph Hoffmann u. a. nach Differenzen mit der Komintern ausgeschieden. Unter Vorsitz Heinrich Brandlers kam es in der neuen Zentrale zu einer Radikalisierung, und mit Vertretern des Exekutivkomitees der Komintern steuerte man nun auf einen Aufstand hin, der mit Karl Radek, der sich mit linken Kräften in der KPD-Führung verbündet hatte, gegen Levis Einheitsfrontpolitik gerichtet war. Die Kommunisten, für die die gewaltsame russische Revolution und der russische Bürgerkrieg als Vorbild diente, heroisierten Gewalt, die sie für eine „notwendige“ politische Maßnahme hielten. Levi kritisierte die putschistische Taktik der KPD beim Märzaufstand 1921 öffentlich und bezichtigte die Kominternspitze, den „größten Bakunisten-Putsch der bisherigen Geschichte“ provoziert zu haben, woraufhin er aus der KPD ausgeschlossen wurde. Andere KPD-Führer wie die aus der USPD gekommenen Däumig, Otto Brass, Kurt Geyer und Hoffmann und viele „Kader“ solidarisierten sich mit Levi und verließen die KPD ebenfalls. Für die KPD war diese Austrittswelle nach der Abspaltung der KAPD 1920 der zweite große Aderlass an Funktionären. Die Gruppe um Levi gründete am 20. November 1921 die Kommunistischen Arbeitsgemeinschaft (KAG), die sich im August 1922 mit der USPD zusammenschloss. Ab 1921 übte Moskau massiv Einfluss auf die KPD-Führungen aus, um diese zu disziplinieren.[6]

Flügelkämpfe und anfängliche „Stalinisierung“ (1923–1927)

Wahlwerbung für Ernst Thälmann bei der Reichspräsidentenwahl 1925

Nach dem Scheitern des Hamburger Aufstands als Schlusspunkt des Deutschen Oktobers von 1923 fiel die Führungsriege unter Heinrich Brandler, August Thalheimer und Jacob Walcher als „Parteirechte“, denen die Verantwortung für die Oktoberniederlage zugeschrieben wurde, bei der Komintern in Ungnade, weil sie eine Kooperation mit der SPD politisch für am chancenreichsten hielten.[7] Ab dem 23. November 1923 wurde die KPD vorübergehend bis zum 1. März 1924 verboten und Bezirksparteitage und öffentliche Diskussionen konnten so nicht stattfinden.[8] Danach wurde die Leitung der KPD von der so genannten Linken Opposition um Werner Scholem, Ruth Fischer, Arkadi Maslow, Ernst Thälmann und Arthur Rosenberg übernommen. Diese Fraktion betrieb die „Bolschewisierung“ der Partei, indem sie auf Basis eines uminterpretierten leninistisch geprägten Marxismus die Gepflogenheiten der sowjetischen Regierungspartei KPdSU imitierte und die KPD-Mitglieder der Herrschaft ihres autoritären, neuabsolutistischen Funktionärsapparats unterwarf. Später wurden Fischer und Maslow als angebliche „Linksabweichler“ von Stalin aus der Parteizentrale entfernt, und der Chef des paramilitärischen Roten Frontkämpferbundes, Ernst Thälmann, wurde, den Führerkult um Stalin imitierend, als „unfehlbarer Führer“ der KPD dargestellt und die Partei auf bedingungslose Unterstützung der Politik des Diktators Stalin eingeschworen.[9] Nach der Auflösung der militanten proletarischen Hundertschaften wurde mit der Gründung des Roten Frontkämpferbundes (RFB) der völkische Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten strukturell imitiert. Im Verbund mit der Roten Jugendfront bildete der RFB den Wehrverband der KPD. Unter Thälmanns Vorsitz zählte sie 1927 etwa 106.000 Kämpfer, während die KPD auf 127.000 Mitglieder kam. Im Mai 1929 wurde der RFB wegen seiner radikalen Ideologie und der Gewaltsamkeit und Brutalität ihrer Mitglieder, die bis zu politischem Mord reichte, in Preußen und anderen Ländern verboten. Daraufhin tauchte ein Drittel der RFB-Getreuen in die Illegalität ab, um sich an der Bildung anderer kommunistischer Wehrverbände zu beteiligen, die den Straßenkrieg gegen die SA fortsetzten.[10]

Die linke Opposition hatte durch ihre skeptisch-ablehnende Haltung zur Einheitsfrontpolitik von Anfang an Konflikte mit der Komintern.[11] Hinzu kamen die innerrussischen Fraktionskämpfe. Als Lenin 1924 starb, verschärften sich diese, und der Machtzuwachs Stalins hatte großen Einfluss auch auf die deutsche Entwicklung. Stalin, der zunächst die Linke unterstützt hatte, distanzierte sich zunehmend von ihren linksradikalen Thesen, die nun als „ultralinks“ geschmäht wurden. An der Parteibasis machte sich gleichzeitig vermehrter Unmut über den autoritären Stil der Reorganisation breit; verschiedentlich wurden der linken Führung „diktatorische Methoden“ vorgeworfen. Die ultralinke Parteiführung hatte somit schnell an Einfluss verloren. Als sich mit Ernst Thälmann einer der prominentesten Linken von der linken Führung distanzierte, kam es zur Spaltung der Zentrale.[12] Thälmann stützte sich parteiintern bis 1927/28 auch auf die Mittelgruppe um u. a. Arthur Ewert und Gerhart Eisler, danach im Wesentlichen auf Apparatangehörige wie Ulbricht und auf eng an Stalin angelehnte Politiker wie Hermann Remmele, Heinz Neumann und Paul Merker. Die ausgeschlossenen Linken und Ultralinken protestierten heftig gegen diese Entwicklung und formierten sich teilweise unter dem Namen Leninbund als eigenständige Partei.[13]

Die KPD tat nach Ansicht des deutschen Historikers Andreas Wirsching wenig bis nichts, um andere Wähler aus anderen Schichten zu gewinnen, im Gegenteil, der kleinbürgerliche Mittelstand wurde durch provokante Aktionen verprellt: Während der Inflation von 1922/23 nahmen selbsternannte Kontrollausschüsse bei Lebensmittelhändlern willkürliche Preisfestsetzungen vor, 1927 wurden anlässlich einer Tagung des Stahlhelms in Berlin die örtlichen Gastwirte und Hoteliers bedroht, falls sie Teilnehmer beherbergen oder verköstigen würden.[14]

Sozialfaschismus-Doktrin und sowjetischer Einfluss (1928–1933)

Das Karl-Liebknecht-Haus am Tag der Reichstagswahl 1930

Die Stalinisierung bedeutete nicht nur die Entmachtung und den Ausschluss von „Ultralinken“ und „Brandlerianern“ ab 1926, es wurde von 1928 bis 1930 auch noch die aus der „Mittelgruppe“ hervorgegangene Gruppe der „Versöhnler“ parteiintern entmachtet und teilweise aus der Partei ausgeschlossen.[15] Somit wurde die Politik der KPD in der Endphase der Weimarer Republik weniger durch die Unzufriedenheit vieler Arbeiter und Arbeitsloser mit ihrer sozialen Lage v. a. während der Weltwirtschaftskrise bestimmt, in deren Verlauf die KPD ihre Wähler- und Anhängerschaft steigern konnte (Mai 1928: 130.000 Mitglieder und 3,2 Millionen Wähler; Januar 1930: 133.000 Mitglieder; November 1932: 330.000 Mitglieder,[16] 6 Millionen Wähler, 16,9 % der Stimmen und damit 100 Reichstagsmandate); vielmehr wurde die Politik der KPD hauptsächlich in Moskau entworfen und gesteuert, um den außenpolitischen Zielen der sowjetischen Führung zu entsprechen.[17]

Ernst Thälmann (1932)

Ab 1929 radikalisierte sich die KPD, und ihr Hauptgegner war nicht die NSDAP, sondern die SPD: Der politische Kurs der KPD beinhaltete nun die Sozialfaschismusthese, die die Sozialdemokratie zum Hauptfeind erklärte, weil sie angeblich eine bloße Variante des Faschismus sei, wodurch die KPD die antifaschistischen Kräfte schwächte und den Aufstieg des Nationalsozialismus begünstigte.[18] So meinte der KPD-Vorsitzende Ernst Thälmann auf dem Kongress der Kommunistischen Internationalen von 1928, „die konterrevolutionäre Sozialdemokratie“ sei dazu übergegangen, den Kapitalismus in allen Fragen zu unterstützen, und behauptete sogar:[19]

„Die SPD ist der treibende Faktor in der Linie der Kriegsvorbereitungen gegen die Sowjetunion. Daher ist der Kampf gegen den imperialistischen Krieg ein Kampf gegen die Sozialdemokratie.“

Auf dem 12. Parteitag der KPD im Juni 1929 polemisierte Thälmann gegen die deutsche Sozialdemokratie „als den aktivsten Vorkämpfer des deutschen Imperialismus und seiner Kriegspolitik gegen die Sowjetunion“.[20] Dagegen bezeichnete die KPD-Führung den Nationalsozialismus noch wenige Monate vor dessen Machtübernahme öffentlich als lediglich sekundäre Randerscheinung in der Endphase der kapitalistischen Entwicklung.[21] Der Zentralausschuss der KPD machte sich Radeks „nationalbolschewistische“ Taktik zu eigen, und maßgebende deutsche Kommunisten versuchten mehrfach, gezielt Anhänger aus der Gefolgschaft der radikalen Rechten anzuwerben. Der völkische Schriftsteller und spätere Reichstagsabgeordnete der NSDAP Ernst Graf zu Reventlow wurde eingeladen, seine Positionen in der Roten Fahne auszubreiten.[22] Die KPD-Propaganda nutzte die antisemitische Stimmungslage aus, rief zum Kampf gegen „die jüdischen Kapitalisten“ auf, verbreitete in Millionenauflagen Flugblätter mit Parolen wie „Nieder mit der Judenrepublik“, und Ruth Fischer vom KPD-Vorstand rief vulgär-hysterisch sogar einmal zur physischen Gewalt gegen Juden auf: „Tretet die Juden-Kapitalisten nieder, hängt sie an die Laterne, zertrampelt sie“.[23] In den Wahlkämpfen des Jahres 1932 trat die KPD hingegen mit der Parole auf: „Wer Hitler wählt, wählt Krieg!“ In den letzten Monaten vor der Machtübertragung an Hitler rangen der Parteivorsitzende Thälmann und sein Konkurrent Heinz Neumann hinter den Kulissen um die Führungsposition in der KPD: Thälmann konnte sich schließlich nicht zuletzt deshalb behaupten, weil er sich gegenüber Stalin als der getreuere Gefolgsmann profilierte – noch 40 Jahre später erinnerte sich Stalins engster Gefährte Molotow daran, dass Thälmann in Moskau „einen sehr guten Eindruck gemacht“ habe, weil er sich stets „loyal“ verhalten habe.[24]

Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945)

KPD-Mitgliedsbuch von 1933
Erinnerung an die „Brüsseler Parteikonferenz der KPD“ von 1935 – Sondermarke der DDR zum 20. Jahrestag des Kriegsendes

Nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler durch Reichspräsident Hindenburg am 30. Januar 1933 rief die KPD zum reichsweiten Generalstreik auf.[25] Allerdings stieß dieser Aufruf kaum auf öffentliche Resonanz. Einzig in der kleinen schwäbischen Industrieortschaft Mössingen versuchten kommunistische Arbeiter am 31. Januar 1933, den Generalstreik umzusetzen.[26] Die Streikaktionen in den drei ansässigen Textilbetrieben wurden jedoch schnell niedergeschlagen. 80 Beteiligte wurden zu Haftstrafen bis zu zweieinhalb Jahren verurteilt. Beim Stuttgarter Kabelattentat am 15. Februar 1933 durchtrennten KPD-Mitglieder das Hauptverbindungskabel eines Funkturms in der Nähe von Stuttgart, wo Hitler eine Rede hielt. Die Sabotage hatte zur Folge, dass die Rede in einigen Teilen von Württemberg nicht im Radio gesendet wurde.

Bei der Bildung des Kabinetts Hitler glaubte die KPD-Führung, die nationalsozialistische Diktatur würde sich nur kurze Zeit halten und sei instabil. Diese optimistische Einschätzung bestimmte die politische Arbeit der nächsten Monate.[27] Am 4. Februar 1933 erließ der Reichspräsident von Hindenburg die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des Deutschen Volkes, die gemäß Weimarer Verfassung von einem Mitglied der Reichsregierung gegengezeichnet werden musste.[28] Politische Veranstaltungen mussten gemäß § 1 Absatz 1 der Verordnung 48 Stunden vorher bei der Ortspolizeibehörde angemeldet werden.[29]

Die KPD-Führung konnte nun mit einer polizeilichen Untersagung ihrer politischen Veranstaltungen durch die Polizeibehörden rechnen, die dem Reichsminister des Inneren Wilhelm Frick unterstanden. So fand die nicht angemeldete, also illegale Tagung des ZK der KPD am 7. Februar 1933 im Sporthaus Ziegenhals bei Berlin statt, an der etwa 40 führende Funktionäre (u. a. Bernhard Bästlein, Max Opitz, Wilhelm Pieck, Walter Ulbricht, Fritz Selbmann, Karl Barthel und eben Ernst Thälmann[30]) teilnahmen.[31] Es war das letzte Mal vor seiner Verhaftung, dass Ernst Thälmann vor KPD-Funktionären als Redner sprach:

„Das Kabinett Hitler-Hugenberg-Papen ist die offene faschistische Diktatur. Was die Zusammensetzung der Regierung anbetrifft, so kann es in Deutschland eine weitere Steigerung in der Richtung des offenen Faschismus kaum mehr geben. Wohl aber gibt es in den Methoden dieser Regierung der offenen faschistischen Diktatur noch eine ganze Reihe von Steigerungsmöglichkeiten. Jeder Zweifel darüber, daß diese Regierung vor irgendwelchen balkanischen Methoden des äußersten Terrors zurückschrecken würde, wäre sehr gefährlich.“[32]

Nach dem Reichstagsbrand am 27. Februar 1933 erschien am 28. Februar 1933 unter dem Vorwand, eine akute kommunistische Umsturzgefahr bannen zu müssen, die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat, mit der alle Grundrechte suspendiert wurden und die das Verbot der KPD- und SPD-Presse zur Folge hatte. Noch in der Nacht zum 28. Februar wurden etliche KPD-Reichstagsabgeordnete und Funktionäre in „Schutzhaft“ genommen und die Parteibüros geschlossen. Bis März 1933 wurden 7500 Kommunisten, darunter Thälmann, verhaftet. Bei der Reichstagswahl am 5. März 1933 erhielt die KPD 12,3 % der Stimmen, doch die Sitze im Reichstag blieben vakant[33] und wurden am 8. März mit Berufung auf die Reichstagsbrandverordnung annulliert. So war die KPD an der Abstimmung über Hitlers Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933, das die Weimarer Republik auch formell beseitigte, nicht mehr beteiligt. Nach dem Ausschluss der KPD stimmten nur die SPD-Abgeordneten gegen dieses Gesetz.

Nach der Verhaftung des Parteivorsitzenden Ernst Thälmann im März 1933 übertrug die Kommunistische Internationale den Parteivorsitz und somit die Leitung der im Untergrund arbeitenden KPD auf Thälmanns Stellvertreter John Schehr.

Am 26. Mai 1933 wurde das Vermögen der KPD eingezogen.[34] Viele ihrer Anhänger, Mitglieder und Funktionäre wurden verhaftet und bereits 1933 mit als erste in frühe Konzentrationslager wie das Konzentrationslager Dachau oder die Lager im Emsland gesperrt und über die Dauer der nationalsozialistischen Herrschaft ermordet. In der Frühphase des Nationalsozialismus wurde die Parteizentrale der KPD, das Karl-Liebknecht-Haus, als „wildes“ KZ genutzt und in Horst-Wessel-Haus umbenannt.

Nach der Ermordung Schehrs durch die Gestapo im Februar 1934 wurde Wilhelm Pieck als dessen Stellvertreter mit dem Parteivorsitz beauftragt und auf der in Moskau abgehaltenen sogenannten Brüsseler Konferenz im Oktober 1935 zum Parteivorsitzenden für die Dauer der Inhaftierung Ernst Thälmanns gewählt. In den Beschlüssen der Brüsseler Konferenz wurde die Sozialfaschismusthese verworfen, zudem wurden Grundlagen für ein gemeinsames Vorgehen mit der SPD erarbeitet, die schon 1934 mit dem Prager Manifest zum revolutionären Sturz des NS-Regimes aufgerufen hatte. Das Manifest der Brüsseler Parteikonferenz öffnete die KPD ferner für die Volksfront, da die Idee der Einheitsfront Mitte der 1930er Jahre als faktisch gescheitert galt. Das Manifest spricht in seinem Duktus folgerichtig auch die Interessen des Kleinbürgertums oder national, aber antifaschistisch Gesinnter an.[35] Die Brüsseler Konferenz war die erste Parteikonferenz der KPD nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland und markiert gleichzeitig einen wichtigen Schritt in ihrer Neuformierung im Ausland.

Mehreren Führungskadern der KPD gelang es nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, zum Teil über Zwischenstationen, in die Sowjetunion zu fliehen (z. B. Wilhelm Pieck und Gustav Sobottka 1935, Walter Ulbricht 1938, Anton Ackermann 1940), wo sie enge Kontakte zu Stalins KPdSU pflegen und sich als Exilorganisation neu aufstellen konnten. Das ZK der KPD mit Pieck und Ulbricht an der Spitze entwickelte während des Exils in der Sowjetunion ein Programm zur Rettung der deutschen Nation (z. B. auf der Brüsseler Konferenz und der Berner Parteikonferenz 1939).

In Deutschland führte die KPD unterdessen ihren antifaschistischen Kampf im Untergrund fort. Eine relativ bedeutende Widerstandsbewegung von nicht ins Exil gegangenen KPD-Mitgliedern wurde die Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation. Andere Kommunisten sammelten sich in verschiedenen Widerstandsgruppen der Roten Kapelle, die während des Zweiten Weltkriegs der Sowjetunion zuarbeiteten und unter anderem versuchten, an Geheiminformationen zu gelangen.

Wie die anderen Mitgliedsparteien der Komintern stimmte auch die KPD dem deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt zu. Am 25. August 1939 erläuterte das ZK der KPD:

„Der Nichtangriffspakt entlarvt die Hetze des Naziregimes über die angebliche ‚Einkreisung‘ Deutschlands. […] Das deutsche Volk begrüßt den Nichtangriffspakt zwischen der Sowjetunion und Deutschland, weil es den Frieden will […] weil es nicht wie das Bündnis Hitlers und Mussolinis und den japanischen Militaristen ein Instrument des Krieges und der imperialistischen Vergewaltigung anderer Völker, sondern ein Pakt zur Wahrung des Friedens zwischen Deutschland und der Sowjetunion ist.“[36]

Der Krieg zwischen den Westmächten und Deutschland wurde als Auseinandersetzung imperialistischer Mächte betrachtet:[37]

„Der Krieg der grossen imperialistischen Mächte in Europa ist zur Tatsache geworden. Wieder werden Millionen von Menschen auf die Schlachtfelder getrieben, in den Tod gejagt. Alle Illusionen über beständige Friedenssysteme, Abrüstung und Verständigung in der Welt des Kapitalismus sind zerschellt. […] Die wahre Ursache liegt im Kampf der Imperialisten um die Vorherrschaft in Europa und um die Neuverteilung der Erde. Seit 20 Jahren streben Imperialisten danach, ihre Raubgelüste auf Kosten der Sowjetunion zu befriedigen.“

Im sowjetischen Exil gründete die KPD in Moskau das Nationalkomitee Freies Deutschland (NKFD), das mit weiteren Organisationen der Freien Deutschen Bewegung den Kampf deutscher Antifaschisten aller Lager unterstützen sollte. Weitere Exilanten bauten ähnliche partei- und weltanschauungsübergreifend konzipierte Organisationen auch in Frankreich, den Niederlanden, Mexiko und weiteren Ländern auf. Mitglieder der KPD wirkten mit im Lutetia-Kreis (Paris) und im Komitee Freies Deutschland für den Westen und im Council for a Democratic Germany (New York).

Während des Exils in Moskau fielen zahlreiche in die Sowjetunion emigrierte Kommunisten den stalinistischen „Säuberungen“ im Rahmen des Großen Terrors zum Opfer, mit ausdrücklicher Billigung von Pieck und Ulbricht. Mindestens 242 KPD-Spitzenfunktionäre wurden ermordet und auf Exekutionsplätzen wie Butowo oder dem Krematorium des Donskoi-Friedhofs in anonymen Massengräbern verscharrt; über 4000 Mitglieder wurden nach dem Hitler-Stalin-Pakt nach Deutschland abgeschoben, wo die meisten von ihnen sofort von der Gestapo verhaftet und in Konzentrationslager deportiert wurden.[38]

Neben Exilanten und dem Widerstand gab es wie aus anderen Parteien auch ehemalige KPD-Anhänger, die sich von den wirtschaftlichen Erfolgen der Nationalsozialisten in den ersten Jahren des Regimes überzeugen ließen und ihre oppositionelle Haltung ablegten. Die Motive dieser Überläufer waren meist entweder im Opportunismus oder im Gesinnungswandel zu sehen.

Die durch Repression und aktiven Widerstand eingetretenen Verluste der KPD waren „ungeheuer hoch“.[39] Allan Merson, britischer Historiker und Kommunist, schätzte 1985, dass 150.000 deutsche Kommunisten über längere oder kürzere Zeiträume inhaftiert waren und dass 25.000 bis 30.000 ermordet wurden, hingerichtet wurden oder in der Haft starben.[40] In den letzten zwölf Kriegsmonaten wurden – in Umsetzung einer einschlägigen, bereits auf die Ausgangsbedingungen nach Kriegsende zielenden Anweisung Hitlers[41] – zahlreiche KPD-Kader gezielt ermordet, darunter der Parteivorsitzende Thälmann und die ehemaligen Reichs- bzw. Landtagsabgeordneten Theodor Neubauer, Ernst Schneller, Mathias Thesen, Rudolf Hennig, Gustl Sandtner und Georg Schumann. Die Gestapostellen in Frontnähe wurden im Januar 1945 angewiesen, deutsche Kommunisten und „umstürzlerischer“ Tätigkeit verdächtige Ausländer „zu vernichten, ohne im formellen Weg vorher beim RSHA Sonderbehandlung zu beantragen“[42] (vgl. Endphaseverbrechen).

Nachkriegszeit

Ostdeutschland

Von der KPD (Ost) zur SED (1945/46)
Mitgliedskarte eines KPD-Mitglieds in der SBZ 1945
Max Reimann (1950), Partei- und Fraktionschef der KPD

Bereits in den Tagen des Kriegsendes begannen drei aus der Sowjetunion zur Unterstützung der Besatzungsmacht im sowjetischen Besatzungsgebiet entsandte Gruppen deutscher Kommunisten beim Wiederaufbau der Verwaltung auch mit der Organisierung der KPD. Von besonderer Bedeutung war die in der deutschen Hauptstadt Berlin operierende Gruppe Ulbricht. Die im Februar und März 1945 in Moskau erarbeiteten Richtlinien für die Reorganisation der Partei waren an einem weitgehenden Neuaufbau orientiert: Personen, die 1932/33 im Besitz eines Mitgliedsbuchs der KPD waren, sollten sich nun nicht ohne weiteres als Mitglied der Partei betrachten können. In jedem Einzelfall war zu prüfen, wie sich der oder die Betroffene nach 1933 verhalten hatte. Zunächst abgelehnt wurde auch die Wiederaufnahme von „früher wegen Zugehörigkeit zu parteifeindlichen Gruppierungen (Brandleristen, Trotzkisten, Neumanngruppe)“ ausgeschlossenen ehemaligen Mitgliedern.

Einen Tag nachdem der Befehl Nr. 2 der SMAD vom 10. Juni 1945[43] die Gründung oder Wiedergründung deutscher antifaschistischer Parteien in der SBZ und Berlin ermöglicht hatte, trat die KPD mit einem Aufruf des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei an das deutsche Volk zum Aufbau eines antifaschistisch-demokratischen Deutschlands an die Öffentlichkeit.[44]

Mitunter sahen Kommunisten die KPD als eine exklusive, dem leninistischen Avantgarde-Konzept verpflichtete Kaderpartei und warfen der Parteiführung im Sommer 1945 offen „Antileninismus“ vor.[45] Sie waren vor allem in den Gebieten einflussreich, in denen nach der Befreiung spontan Antifa-Ausschüsse bzw. Antifa-Komitees entstanden waren. Im Zuge der Bekämpfung dieser „sektiererischen Schwächen“[46] betrieb die Parteiführung auch die Auflösung der Antifa-Komitees.

Neben den aus dem sowjetischen Exil zurückgekommenen KPD-Mitgliedern spielten auch sudetendeutsche Kommunisten in der SBZ eine bedeutende Rolle. 1945 überstellte die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei (KSČ) der KPD 30.000 ihrer sudetendeutschen Parteimitglieder, von denen ein großer Teil einer strengen ideologischen Prüfung unterzogen wurde. 1946 stellte die KSČ der KPD weitere 15.000 sudetendeutsche Mitglieder zur Verfügung. Weiterhin wurden 2000 Sozialdemokraten aus der Tschechoslowakei überstellt, die der angedachten Vereinigung von SPD (Ost) und KPD (Ost) wohlwollend gegenüberstanden. Die Sudetendeutschen verließen ihr Land nicht freiwillig und durften nur 12 kg Gepäck mitnehmen.[47]

Am 21. April 1946 kam es in der SBZ und Berlin zur Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). In der Viersektorenstadt Berlin scheiterte die Ausschaltung der SPD an der Mitgliederbefragung, deren Verbot die SMAD nur in der SBZ und im Sowjetsektor Berlins hatte durchsetzen können. In ihren Besatzungszonen verboten die westlichen Besatzungsmächte der Partei, den Namen der vereinigten Partei zu tragen, die dort weiterhin unter dem Namen KPD auftreten musste.

Westdeutschland

Die KPD bis zum Parteiverbot (1945–1956)

In den drei westlichen Besatzungszonen, wo die KPD im März 1946 insgesamt 187.000 Mitglieder hatte, existierten bis 1947 nur Zonenleitungen der KPD. Bis 1947 stieg die Mitgliederzahl der Partei auf über 300.000 an, um dann ab 1948 stetig zu sinken; zum Zeitpunkt der Gründung der Bundesrepublik 1949 zählte die Partei noch 215.000 Mitglieder. Die SED erhielt mit der Aufnahme von Mitgliedern der KPD in den Parteivorstand der SED ihren gesamtdeutschen Anspruch aufrecht, ohne im Westen zugelassen worden zu sein.[48] KPD und SED betrachteten sich politisch als einheitliche Partei. Im Frühjahr 1947 beschlossen mehrere Landesparteitage der KPD eine Verschmelzung mit der SED, was aber wie 1946 von den Militärregierungen untersagt wurde.

Erst im April 1948 wurde auf der Konferenz von Herne ein Parteivorstand der KPD für die drei Westzonen gebildet, der anfangs in Frankfurt am Main ansässig war (dann bis zum Parteiverbot in Düsseldorf). Den Parteivorsitz übernahm Max Reimann, der bis dahin Vorsitzender der KPD in der britischen Zone gewesen war. Die in Herne (zum Unmut vieler Mitglieder) ebenfalls beschlossene Umbenennung der Partei in Sozialistische Volkspartei Deutschlands (SVD) wurde von den drei westlichen Besatzungsmächten verboten. 1948/49 wurde die enge formelle Anbindung der KPD an die SED im Zusammenhang mit der sich abzeichnenden Spaltung Deutschlands schrittweise gelöst. Die im Juli 1948 von Max Reimann, Kurt Müller und Walter Ulbricht zunächst noch verabredete dauerhafte Entsendung eines Mitglieds des Zentralsekretariats der SED in die Westzonen wurde nicht mehr umgesetzt. Am 3. Januar 1949 beschloss der Parteivorstand der KPD mit Verweis auf die „besonderen Kampfbedingungen in den Westzonen Deutschlands“ die „organisatorische Trennung der KPD von der SED“. Die Vertreter der KPD schieden aus dem Parteivorstand der SED aus. Mitte Februar 1949 wurde beim Zentralsekretariat der SED eine Westkommission gebildet, über die der Parteivorstand der KPD fortan informell angeleitet wurde.[49]

Die KPD war in den ersten Nachkriegsjahren in zahlreichen Stadt- und Gemeindeverwaltungen sowie – mit Ausnahme von Württemberg-Hohenzollern und Schleswig-Holstein – auch in allen westdeutschen Landesregierungen vertreten. Vom 25. November 1946 bis zum 2. Februar 1948 war die KPD zum Beispiel an der Landesregierung in Niedersachsen beteiligt. Im Kabinett Kopf I stellte sie mit Karl Abel den Minister für Volksgesundheit und Staatswohlfahrt. Nach der niedersächsischen Landtagswahl am 20. April 1947 amtierte Abel im Kabinett Kopf II vom 11. Juni 1947 bis zu seinem Rücktritt am 5. Februar 1948 als Landesminister ohne Geschäftsbereich. In Bremen, wo die KPD unter den Arbeitern der Großbetriebe zunächst mehr Einfluss hatte als die SPD,[50] waren Vertreter der KPD ab dem 6. Juni 1945 im Senat der Freien Hansestadt Bremen. Dazu gehörten die Senatorin Käthe Popall (1945–1947) und Senator Hermann Wolters (1945–1946) (siehe Senat Vagts, Senat Kaisen I, Senat Kaisen II). Auch in Bayern bildete die KPD im September 1945, vor der ersten demokratischen Wahl, im Kabinett Hoegner I gemeinsam mit CSU und SPD eine Regierungskoalition. Sie stellte mit Heinrich Schmitt den Sonderminister für Politische Befreiung. Der Zuständigkeitsbereich war die Entnazifizierung der Gesellschaft.

Im Lauf des Jahres 1947 oder Anfang 1948 schieden die KPD-Minister aus allen westdeutschen Landesregierungen aus. Der württemberg-badische Arbeitsminister Rudolf Kohl wurde nach Kritik an seinen Forderungen am 27. Juli 1948 als letzter kommunistischer Minister in Westdeutschland entlassen.

Mit Ausnahme von Schleswig-Holstein, wo sie mit 4,7 % knapp an der Sperrklausel scheiterte, gelang der KPD bis 1947 der Einzug in alle westdeutschen Landtage ebenso wie im französisch besetzten Saarland. 1946/47 stellte sie in neun Länderparlamenten insgesamt 113 Abgeordnete. Von den im Saarland zugelassenen Parteien war die KPD der vehementeste Gegner einer Angliederung an Frankreich. Bei der Bundestagswahl 1949 erreichte die KPD ein Wahlergebnis von 5,7 % und zog damit in den ersten Deutschen Bundestag ein. In den Folgejahren verlor die KPD jedoch deutlich an Zustimmung und überregionalem parlamentarischen Einfluss. Im Wahljahr 1950, in dem fünf Landtagswahlen stattfanden und der Koreakrieg begann, erreichte sie nur in Nordrhein-Westfalen die Fünf-Prozent-Marke, sodass sie in Bayern, Hessen und Württemberg-Baden aus dem Landtag ausschied und auch in Schleswig-Holstein weiter verlor.

Außerparlamentarisch versuchte die KPD weiterhin, in der Arbeiterbewegung und den Gewerkschaften ihren Einfluss zu halten, der vor allem im Ruhrgebiet groß war. Ihre Bedeutung in den Gewerkschaften ging jedoch nach dem Parteitag 1951 und der These 37 zugrunde. In jener These formulierte die KPD ein Primat der Partei über das gewerkschaftliche Handeln. Seitens der Gewerkschaften wurden alle Funktionäre verpflichtet, eine Erklärung (Revers) zu unterschreiben, die diese These zurückwies. Konsequenz der Unterschrift war ein Ausschluss aus der KPD, der Verweigerung ein Ausschluss aus der Gewerkschaft. Die meisten Gewerkschafter entschieden sich gegen die KPD und für die Gewerkschaften. Insgesamt wurden 650 KP-Mitglieder – meistens mittlere und höhere Funktionsträger – aus den Gewerkschaften ausgeschlossen.[51]

Geschwächt wurde die KPD zwischen 1948 und 1952 auch durch interne Auseinandersetzungen. Mit Hilfe der SED und der DDR-Regierung wurden zwischen 1948 und 1952 Parteimitglieder aus Führungspositionen entfernt oder ausgeschlossen, die sich für eine Tolerierung der politischen Strukturen der Bundesrepublik Deutschland und für eine politische Arbeit in deren Rahmen aussprachen. Die stellvertretenden Vorsitzenden Kurt Müller und Fritz Sperling wurden 1950/51, u. a. durch Mithilfe des späteren Ehrenvorsitzenden der DKP Max Reimann, in die DDR gelockt, dort verhaftet und zu langjährigen Zuchthausstrafen verurteilt.

1950 erließ die Regierung Adenauer mit dem „Adenauer-Erlass“ ein erstes Berufsverbot für KPD- und FDJ-Mitglieder im öffentlichen Dienst. Auf dem Parteitag von 1951 übernahm die KPD den durch die SED formulierten Aufruf zum nationalen Widerstand. Die Bundesregierung beantragte am 23. November 1951 die Feststellung der Verfassungswidrigkeit der KPD nach Art. 21 Abs. 2 GG durch das Bundesverfassungsgericht und verbot zugleich die West-FDJ und zahlreiche weitere „kommunistische Organisationen“. Im Januar 1952 wurde die Geschäftsordnung des Bundestages geändert, wodurch die KPD den Fraktionsstatus und damit das Recht verlor, Anträge und Anfragen zu stellen. Die außerparlamentarische Agitation der Partei verschärfte sich daraufhin. Ab 1953 war die KPD mit 2,2 % (607.860 Wähler) im Bundestag nicht mehr vertreten und konnte in der Folge nur noch in wenige Landtage einziehen. Obschon die KPD u. a. ihr Ziel, den „revolutionären Sturz des Adenauer-Regimes“, kurze Zeit vor dem Verbotsurteil fallengelassen hatte, erging am 17. August 1956 das Verbot der KPD. Zum Zeitpunkt ihres Verbots war die KPD noch in den Landesparlamenten von Niedersachsen, Bremen und dem Saarland vertreten.

Bereits vor dem Parteiverbot waren durch eine Änderung des Strafgesetzbuchs diverse kommunistische Aktivitäten unter dem Vorwurf der Verfassungsfeindlichkeit sanktioniert worden.[52]

Infolge des Verbots kam es zu vielen Tausenden von Ermittlungsverfahren, etwa 7.000 bis 10.000 rechtskräftigen Verurteilungen und zahlreichen Inhaftierungen. Mit den Verfahren einher gingen in der Regel Entlassungen mit dauerhafter Arbeitslosigkeit, und zwar oft selbst dann, wenn es aus Beweisnot nicht zu einer Verurteilung gekommen war. Nach dem Beitritt des Saarlandes zur Bundesrepublik wurde 1957 auch die Kommunistische Partei Saar als Ersatzorganisation der KPD verboten. Innerhalb der Linken wird das Urteil bis heute harsch kritisiert.[53]

Illegale Tätigkeit in der Bundesrepublik (1956–1968)

Nach dem KPD-Verbot setzten ehemalige Mitglieder ihre Tätigkeit illegal bis zur Gründung der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) 1968 fort. Bis dahin kam es zu Hausdurchsuchungen, Festnahmen und gerichtlichen Verurteilungen, darunter des NRW-Landtagsabgeordneten Josef Angenfort, der mehrmals verhaftet und zu Haftstrafen verurteilt wurde. Viele Mitglieder des Parteivorstands gingen in die DDR, von wo sie teilweise konspirativ in die Bundesrepublik zurückkehrten, um ihre Arbeit fortzusetzen.

Für die Bundestagswahl 1957 rief die KPD zur Wahl der SPD auf.[54]

In den 1960er Jahren veränderten sich die Voraussetzungen für die Legalisierung einer kommunistischen Partei, die die KPD stets in Form ihrer Wiederzulassung angestrebt hatte. Der Neukonstituierung in Gestalt der DKP am 22. September 1968 ging im Juli 1968 ein Gespräch von zwei Funktionären der KPD mit dem Justizminister der regierenden Großen Koalition, Gustav Heinemann, voraus, in dem dieser eine Wiederzulassung der KPD ablehnte und die Gründung einer neuen Partei als den Weg für eine Legalisierung der politischen Arbeit von Kommunisten in der Bundesrepublik empfahl.[55]

Organisation

Parteitage

Weitere Informationen Parteitag, Datum ...
Parteitag Datum Ort Anmerkungen
I. Parteitag 30. Dezember 1918 bis 1. Januar 1919 Berlin Gründungsparteitag
II. Parteitag 20. bis 24. Oktober 1919 Heidelberg Heidelberger Parteitag der KPD
III. Parteitag 25. bis 26. Februar 1920 Karlsruhe
IV. Parteitag 14. bis 15. April 1920 Berlin
V. Parteitag 1. bis 3. November 1920 Berlin
VI. Parteitag 4. bis 7. Dezember 1920 Berlin Vereinigung mit der USPD
VII. Parteitag 22. bis 26. August 1921 Jena
VIII. Parteitag 28. Januar bis 1. Februar 1923 Leipzig
IX. Parteitag 7. bis 10. April 1924 Frankfurt a. M.
X. Parteitag 12. bis 17. Juli 1925 Berlin
XI. Parteitag 2. bis 7. März 1927 Essen
XII. Parteitag 9. bis 15. Juni 1929 Berlin
XIII. Parteitag 3. bis 15. Oktober 1935 Kunzewo Brüsseler Konferenz der KPD
XIV. Parteitag 30. Januar bis 1. Februar 1939 Draveil Berner Konferenz der KPD
XV. Parteitag 19. April 1946 Berlin Beschluss zur Gründung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands
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Organisationsstruktur

Parteiapparat

An der Spitze der KPD stand bis zum X. Parteitag der KPD im Juli 1925 in Berlin eine vom Parteitag gewählte Zentrale als Leitungsorgan, diese wurde daraufhin durch ein Zentralkomitee (ZK) ersetzt. Die Zentrale wurde von einem Zentral-Ausschuss (ZA) kontrolliert. Der ZA wurde vom Parteitag auf Vorschlag der einzelnen Bezirke gewählt. Damit bestand die Möglichkeit, dass auch gegenüber der Parteiführung oppositionelle Bezirke im ZA vertreten waren und damit die Parteiführung kontrollieren konnten. Damit entsprach der ZA organisatorisch dem Parteiausschuss der SPD.

Mit der Ersetzung der Zentrale durch ein ZK erhielt dieses eine größere Machtbefugnis als die frühere Zentrale. Es war nunmehr alleiniges Führungsorgan. Zentrale wie ZK waren zwischen den Parteitagen nominell das höchste Organ der Partei. Ebenso wurde der ZA (und damit die Kontrollfunktion der Bezirke) ersatzlos gestrichen. Die ausführenden Organe neben dem Leitungsorgan waren das Politbüro (Polbüro), das Organisationsbüro (Orgbüro) und das Sekretariat. Den einzelnen Organen standen Politische Leiter (Polleiter/Pol.-Leiter), Organisationsleiter (Orgleiter/Org.-Leiter) und Sekretäre vor. Der Politische Leiter galt als „erster Mann“ der Partei, während der Organisationsleiter die gesamte Parteiorganisation leitete. So wurde Arkadi Maslow zum Abschluss des Frankfurter Parteitags im April 1924 zum Pol.-Leiter gewählt, Werner Scholem wurde Org.-Leiter und stand damit der gesamten Parteiorganisation vor, während Ernst Thälmann die repräsentative Funktion des Parteivorsitzenden übernahm.[56]

Das Sekretariat wurde vom ZK gewählt, leitete die laufende Arbeit, kontrollierte insbesondere die Umsetzung der Beschlüsse und die Kaderauswahl (Personalpolitik) und war somit das Vollzugsorgan der Partei. Das ebenso vom ZK gewählte Orgbüro hatte „die Verteilung der aktiven Parteikräfte“ zu bestimmen und sich mit allen Organisationsfragen der Partei zu befassen. 1926 wurde das Orgbüro aufgelöst, weil seine Aufgaben sich oft mit denen des Sekretariats überschnitten hatten. Damit stiegen die Befugnisse des Sekretariats, der neuen eigentlichen Machtzentrale der KPD.

Der XII. Parteitag im Juni 1929 bestimmte ein einheitliches ZK, das nicht mehr die fraktionellen Kräfteverhältnisse in der Partei und damit den Willen der aktiven Mitglieder abbildete. Es wurde ein Akklamationsorgan, das den Wünschen und Vorstellungen der Führung entsprach. In den Organen verlagerte sich die Entscheidungsgewalt innerhalb der Partei auf das Polbüro. Das Polbüro wurde daraufhin ebenfalls zum Akklamationsorgan, das den Wünschen und Vorstellungen der Parteiführung entsprach.[57]

Nach der Parteispitze aus Sekretariat, Politbüro und Zentralkomitee folgten reichsweit 28 Bezirksorganisationen mit ihren entsprechenden Leitungen, die in ihrer Gesamtheit über 1000 Unterbezirke verfügten. Diese wiederum waren in fast 6500 Ortsgruppen und 6000 Straßenzellen gegliedert.[58.1] Ebenso verfügte die Partei zur Stärkung der betrieblichen Verankerung über Betriebszellen und zur Vorbereitung auf die Illegalität und die damit verbundene Zentralisierung der Partei über eine neu eingefügte Ebene der Oberbezirke. Im Juli 1932 besaßen jedoch 80 Prozent aller Betriebe mit über fünf Arbeitern keine Betriebszelle der KPD. 90 Prozent der Parteimitgliedschaft bestand zu diesem Zeitpunkt aus Arbeitslosen.[58.2]

Bezirke

Weitere Informationen Bezirk, Polleiter ...
Politische Leiter der Parteibezirke zum Zeitpunkt der Reichstagsbrandverordnung
Bezirk Polleiter Amtsinhaber seit Anmerkungen Quellen
Berlin-Brandenburg Wilhelm Florin 1932 Orgleiter war Artur Vogt. [59][60]
Pommern Werner Kraus 1931 Orgleiter war Friedrich Wetzel. [61][62]
Ostpreußen Hermann Matern 1931 Orgleiter war Albert Schettkat. [63][64]
Danzig Otto Giesselmann 1931 Orgleiter war Anton Plenikowski ab 1929. [65][66]
Schlesien Augustin Sandtner 1932 [67]
Oberschlesien Paul Wojtkowski 1931 Orgleiter war Franz Wuttke. [68][69]
Sachsen Fritz Selbmann 1931 Orgleiter war Karl Ferlemann. [70][71]
Halle-Merseburg Paul Suhr 1932 [72]
Magdeburg-Anhalt Walter Kaßner 1930 [73]
Thüringen Walter Duddins 1930 Orgleiter war Richard Eyermann. [74][75]
Niedersachsen John Schehr 1930 Orgleiter war Max Lademann. [76][77]
Mecklenburg Johann Sawadzki 1932 Orgleiter war Hans Warnke. [78][79]
Wasserkante
(Hamburg-Schleswig-Holstein)
Anton Saefkow 1932 Orgleiter war Hans Sahling. [80][81]
Nordwest (Bremen) Robert Stamm 1930 Orgleiter war Heinrich Schramm. [82][83]
Ruhrgebiet Max Opitz 1932 [84]
Niederrhein Lambert Horn 1932 Orgleiter war Rudolf Hennig. [85][86]
Mittelrhein Bernhard Bästlein 1931 [87]
Hessen-Kassel Karl Barthel 1931 [88]
Hessen-Frankfurt Albert Kuntz 1932 Orgleiter war Wilhelm Beutel. [89][90]
Saargebiet Paul Lorenz 1930 [91]
Baden-Pfalz Franz Doll 1932 Orgleiter war Karl Schneck. [92][93]
Württemberg Albert Buchmann 1932 Orgleiter war Eugen Wiedmaier ab Januar 1933. [94][95]
Nord-Bayern Jakob Boulanger 1927 Orgleiter war Hermann Schirmer. [96][97]
Süd-Bayern Hans Beimler 1932 [98]
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Neben- und Vorfeldorganisationen

Nachfolgend aufgelistet sind Nebenorganisationen sowie Vorfeldorganisationen der KPD als Gruppierungen, die der Partei nahestanden oder mit ihr kooperierten:

Wahlergebnisse

Reichstagswahlen

Weitere Informationen Reichstagswahlergebnisse, Wahltag ...
Reichstagswahlergebnisse
Wahltag Stimmenanzahl Stimmenanteil Mandate
6. Juni 1920589.4542,1 %4
4. Mai 19243.693.28012,6 %62
7. Dezember 19242.709.0868,9 %45
20. Mai 19283.264.79310,6 %54
14. September 19304.590.16013,1 %77
31. Juli 19325.282.63614,3 %89
6. November 19325.980.23916,9 %100
5. März 19334.848.05812,3 %81
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An der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung (1919) nahm die KPD nicht teil. Nach der Wahl 1933 wurden am 8. März die Sitze der KPD mit Berufung auf die Reichstagsbrandverordnung annulliert. Mit dem Gesetz gegen die Neubildung von Parteien waren ab dem 16. Juli 1933[100] alle Parteien neben der NSDAP untersagt; diese nahm als einzige Partei im November 1933 sowie 1936 und 1938 teil.

Landtagswahlen in der Weimarer Republik

Bundestagswahlen

Weitere Informationen Bundestagswahlergebnisse, Wahltag ...
Bundestagswahlergebnisse
WahltagStimmenanzahlStimmenanteilMandate
14. August 19491.361.7065,7 %15
6. September 1953611.317 (Erststimmen)
607.860 (Zweitstimmen)
2,2 % (Erststimmen)
2,2 % (Zweitstimmen)
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Im Parlamentarischen Rat (1948/49) hatte die KPD zwei Vertreter. Am 17. August 1956 wurde die KPD verboten.

Landtagswahlen in der Bundesrepublik Deutschland

Weitere Informationen Jahr, BD ...
Jahr BD WB WH BW BY BE 1 HB HH HE NI NW RP SL 2 SH
1946 10,0
10,3 *
5,3
6,1
19,8 11,5 * 10,4 * 9,8
10,7
1947 7,4 7,3 8,8 5,6 * 14,0 * 8,7 * 8,4 4,7
1948 n. k.
1949 7,4
1950 4,9 1,9 n. k. 4,7 5,5 2,2
1951 6,4 1,8 4 4,3
1952 4,4 3 9,5
1953 3,2
1954 2,1 2,7 3,4 3,8 2,1
1955 5,0 1,3 4 3,2 6,6
1956 3,2
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  Einzug in den Landtag
  Höchstes Ergebnis in dem Bundesland, ohne Einzug in den Landtag
* 
Beteiligung an der anschließend gebildeten Landesregierung
1 
Ergebnisse der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED); für die weiteren Wahlergebnisse bis 1989 siehe Sozialistische Einheitspartei Westberlins (SEW).
2 
Ergebnisse der Kommunistischen Partei Saar (KPS).
3 
Da bei der Wahl zur Verfassunggebenden Landesversammlung in Baden-Württemberg 1952 die 5-%-Hürde in den einzelnen Landesteilen galt, zogen vier KPD-Abgeordnete aus Württemberg-Baden in den Landtag ein.[101]
4 
Keine Sperrklausel

In der Sowjetischen Besatzungszone (Länder Brandenburg, Mecklenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) fanden 1946 teilweise freie Landtagswahlen statt. Die SED erreichte auf das gesamte Gebiet der SBZ bezogen 47,5 % der Stimmen. Die Scheinwahlen 1950 erbrachten offiziell in jedem der fünf Länder über 99 % für die Einheitslisten der Nationalen Front.

Siehe auch

Literatur

übergreifend
  • Eric D. Weitz: Creating German communism, 1890–1990. From popular protests to socialist state. Princeton University Press, Princeton NJ u. a. 1997, ISBN 0-691-02594-0.
  • Klaus Kinner (Hrsg.): Der Deutsche Kommunismus – Selbstverständnis und Realität, 4 Bände, Karl-Dietz-Verlag, Berlin 1999 ff.
KPD 1918 bis 1945
  • Ossip K. Flechtheim: Die KPD in der Weimarer Republik, Offenbach 1948 (Neuauflage Junius Verlag, Hamburg 1986, ISBN 3-88506-150-3).
  • Bert Hoppe: In Stalins Gefolgschaft. Moskau und die KPD 1928–1933. Oldenbourg, München 2007, ISBN 978-3-486-58255-0, (Studien zur Zeitgeschichte 74), (Zugleich: Berlin, Humboldt-Univ., Diss., 2004) (Volltext digital verfügbar).
  • Klaus Kinner: Der deutsche Kommunismus. Selbstverständnis und Realität. Band 1: Die Weimarer Zeit. Dietz, Berlin 1999, ISBN 3-320-01979-1, (Geschichte des Kommunismus und des Linkssozialismus 1).
  • Klaus-Michael Mallmann: Kommunisten in der Weimarer Republik. Sozialgeschichte einer revolutionären Bewegung. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1996, ISBN 3-534-13045-6, (Zugleich: Essen, Univ., Habil.-Schr., 1995: Milieu und Avantgarde).
  • Allan Merson: Kommunistischer Widerstand in Nazideutschland. Vorw. Peter Gingold. Pahl-Rugenstein Verlag, Bonn 1999, ISBN 978-3-89144-262-3; Erstausgabe: Communist resistance in Nazi Germany. Lawrence and Wishart, London 1985.
  • Andreas Petersen: Die Moskauer. Wie das Stalintrauma die DDR prägte. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2019, ISBN 978-3-10-397435-5.
  • Hermann Weber: Die Wandlung des deutschen Kommunismus – die Stalinisierung der KPD in der Weimarer Republik, 2 Bände, EVA, Frankfurt am Main 1969.
  • Der Weg in den Abgrund. Das Schaltjahr 1928 – Die KPD am Scheideweg (Teil I) und Biographische Forschungen zur KPD-Geschichte (Teil II). Kolloquium zur historischen Sozialismus- und Kommunismusforschung. Pankower Vorträge 51 u. 52, Helle Panke, Berlin 2003.
  • Hermann Weber, Andreas Herbst: Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945. Dietz, Berlin 2004, ISBN 3-320-02044-7 (2. Aufl., 2008 hier online recherchierbar; Online-Rezension auf hagalil.com)
  • Hermann Weber, Jakov Drabkin, Bernhard H. Bayerlein, Aleksandr Galkin (Hrsg.): Deutschland, Russland, Komintern. I. Überblicke, Analysen, Diskussionen. Neue Perspektiven auf die Geschichte der KPD und die deutsch-russischen Beziehungen (1918–1943). De Gruyter, Berlin, Boston 2014, ISBN 978-3-11-030134-2.[102]
  • Hermann Weber, Jakov Drabkin, Bernhard H. Bayerlein (Hrsg.); Gleb Albert (Mitw.): Deutschland, Russland, Komintern. II. Dokumente (1918–1943). Nach der Archivrevolution: Neuerschlossene Quellen zu der Geschichte der KPD und den deutsch-russischen Beziehungen. De Gruyter Oldenbourg, Berlin, München, Boston 2015, ISBN 978-3-11-033978-9.[103]
  • Ralf Hoffrogge, Norman LaPorte (Hrsg.): Weimar Communism as Mass Movement 1918–1933, Lawrence & Wishart, London 2017.
  • Olaf Kistenmacher: „Gegen den Geist des Sozialismus“: Anarchistische und kommunistische Kritik der Judenfeindschaft in der KPD zur Zeit der Weimarer Republik. ça ira, Wien 2023, ISBN 978-3-86259-146-6.
KPD 1945 bis 1968
  • Till Kössler: Abschied von der Revolution. Kommunisten und Gesellschaft in Westdeutschland 1945–1968. Droste, Düsseldorf 2005, ISBN 3-7700-5263-3, (Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien 143), (Zugleich: Bochum, Univ., Diss., 2002).
  • Wilhelm Mensing, Manfred Wilke: Nehmen oder Annehmen. Die verbotene KPD auf der Suche nach politischer Teilhabe. Edition Interfrom u. a., Zürich u. a. 1989, ISBN 3-7201-5220-0 (Texte + Thesen 220).
  • Dietrich Staritz: Die Kommunistische Partei Deutschlands. In: Richard Stöss (Hrsg.): Parteien-Handbuch. Die Parteien der Bundesrepublik Deutschland 1945–1980. Bd. 2: FDP bis WAV. Westdeutscher Verlag, Opladen 1984, ISBN 3-531-11592-8, (Schriften des Zentralinstituts für Sozialwissenschaftliche Forschung der Freien Universität Berlin 39), S. 1663–1809.
  • Herbert Mayer: Durchsetzt von Parteifeinden, Agenten, Verbrechern …? Zu den Parteisäuberungen in der KPD (1948–1952) und der Mitwirkung der SED, Band 29 der Reihe „Hefte zur DDR-Geschichte“ bei Helle Panke e. V., Berlin 1995.

Filme

Einzelnachweise

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