Kristin Helberg
deutsche Journalistin und Sachbuchautorin
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Kristin Helberg (* 1973 in Heilbronn) ist eine deutsche Journalistin und Sachbuchautorin.

Leben
Helberg wurde in Heilbronn geboren und wuchs dort auf. Nach dem Abitur am Theodor-Heuss-Gymnasium Heilbronn[1] studierte sie in Hamburg und Barcelona Politikwissenschaft und Journalistik. Mit dem Journalismus begann sie 1994 mit einem Praktikum bei der Heilbronner Stimme.[2] 1995 bis 2001 arbeitete sie beim NDR.
Von 2001 bis 2008 lebte sie in Damaskus in Syrien, wo sie lange Zeit die einzige offiziell akkreditierte westliche Korrespondentin war.[3] Sie arbeitet unter anderem für die Programme des Deutschlandradios und der ARD, den ORF, das Schweizer Fernsehen sowie Radio DRS, die Deutsche Welle, ZEIT online, die Berliner Zeitung, die Zeitschrift Internationale Politik, die Blätter für deutsche und internationale Politik, Qantara und Le Monde diplomatique.[4][5] Zwischen 2019 und 2020 untersuchte sie als Stipendiatin der Stiftung Mercator die syrische Diaspora in Deutschland.[6]
Helberg arbeitet als freie Autorin, Kolumnistin, politische Analystin und Moderatorin in Berlin. Ihre Schwerpunktthemen sind neben Syrien und Israel/Palästina der Libanon, die Kurden und geopolitische Zusammenhänge in Westasien (Nahost). Außerdem beschäftigt sie sich mit den Themen Migration und Integration sowie Außen- und Sicherheitspolitik. Helberg war mit einem syrischen Arzt verheiratet.[7][8] Sie hat drei Kinder.[9][10]
Seit September 2024 organisiert und moderiert Helberg die Veranstaltungsreihe „Zeit zu reden“, in der kontroverse und gesellschaftlich sensible Themen, insbesondere im Kontext von Israel und Palästina, diskutiert werden. Ziel der Reihe ist es, durch Gespräche mit Wissenschaftlern, Intellektuellen und Fachleuten zu einer sachlicheren und differenzierteren Debatte in Deutschland beizutragen. Dabei stehen Menschenrechte, Völkerrecht, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Dialogbereitschaft im Mittelpunkt.[11][12]
Werk
2012 veröffentlichte sie „Brennpunkt Syrien. Einblick in ein verschlossenes Land“. Darin beschreibt sie zum Teil aus der ersten Person geschrieben ihre Erfahrungen während ihres siebenjährigen Aufenthaltes sowie die Entwicklung des Regimes, das konfessionelle und ethnische Mosaik, die Struktur der Opposition und die regionalen Rolle des Landes.[13] Michael Thumann bezeichnete das Buch als fundierten Bericht und als erhellendes Syrienporträt. Ebenso lobte Markus Bickel die Arbeit der Journalistin, kritisierte aber die simplifizierende Charakterisierung der Sunniten als wertkonservativ. Das blende aus, dass die Sunniten nicht nur von religiösen und gesellschaftlichen, sondern auch von Machtinteressen geleitet seien.[14][15]
2016 folgte das Buch „Verzerrte Sichtweisen - Syrer bei uns“, in dem Helberg über die Syrienkrise, die daraus resultierende Flüchtlingskrise 2015/2016 sowie über Integration schrieb. Helberg beklagte etwa, dass über Fälle gelungener Integration kaum berichtet worden sei, sondern am meisten über das Scheitern und potentielle Gefahren. Wolfgang Günter Lerch sprach in der FAZ von einem „Buch zur rechten Zeit“, angesichts des „kometenhaften Aufstiegs der AfD“.[16] Paul Munzinger schrieb in der SZ, das Buch verstehe sich als „Leitfaden für gelungene Integration“ und hob hervor: „Dieser Blick einer Deutschen, der zugleich ein Blick von außen ist, tut der Debatte gut.“ Gleichzeitig tappe aber auch Helberg „bisweilen in die Klischee-Falle, aus der sie ihre Leser befreien möchte“, wenn sie über die Eigenschaften der Deutschen schreibe.[17][18]
Schriften
- Brennpunkt Syrien. Einblick in ein verschlossenes Land. Herder, Freiburg im Breisgau 2012, ISBN 978-3-451-06544-6 (2. Auflage 2014).
- Verzerrte Sichtweisen. Syrer bei uns. Herder, Freiburg im Breisgau 2016, ISBN 978-3-451-31157-4.
- Der Syrien-Krieg. Lösung eines Weltkonflikts. Herder, Freiburg im Breisgau 2018, ISBN 978-3-451-38145-4.
- Israel. Ein Gespräch zwischen Natan Sznaider & Navid Kermani. Materialverlag HFBK, Hamburg 2024, ISBN 978-3-944954-83-7 (Moderation).