Ktesibios
griechischer Erfinder und Mathematiker
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Ktesibios aus Alexandria (griechisch Κτησίβιος ὁ Ἀλεξανδρεύς) war ein griechischer Techniker, Erfinder und Mathematiker, der im 3. Jahrhundert v. Chr. lebte.

Werk
Ktesibios wirkte unter Ptolemaios I. und Ptolemaios II. in der Bibliothek von Alexandria. Er gilt als einer der ersten Techniker überhaupt. Sein Schüler war vermutlich Philon von Byzanz. Seine Konstruktionen waren Heron von Alexandria sowie Vitruv bekannt. Im Barbiergeschäft seines Vaters soll Ktesibios einen höhenverstellbaren Spiegel installiert haben und dabei die Körperlichkeit und Arbeitsfähigkeit der Luft entdeckt haben. Sein Werk „Περὶ τῶν πνευματικῶν“ (Pneumatik) war wegweisend.
Als wichtigste Erfindungen gelten:
- Federkatapult (Luftspanner): In (zwei) Bronzezylindern wurde Luft komprimiert und damit Bronzeblattfedern vorgespannt. Beim Öffnen der Ventile wurden durch die Entspannung der Blattfedern über einen Hebel Gegenstände wie z. B. Steine weggeschleudert.
- Feuerspritze (Saug- und Druckpumpe): Die wichtigste Erfindung des Ktesibios stellte die kombinierte Saug- und Druckpumpe dar, die später mit angebrachtem Schlauch zum Feuerlöschen verwendet wurde.[1]
- Wasseruhr (Klepsydra) mit Zahnradgetriebe: Ktesibios entwickelte Uhren mit automatischen Rückkopplungssystemen, um einen konstanten Wasserdruck und damit eine präzise Zeitmessung zu gewährleisten. Über Zahnstangen und Getriebe wurden Figuren bewegt, die auf Skalen die Zeit anzeigten oder akustische Signale durch fallende Steine und trompetenähnliche Klänge abgaben.[2] Ein Nachbau seiner Wasseruhr befindet sich heute im Deutschen Museum in München.
- Wasserorgel: Bei der Wasserorgel des Ktesibios (organon hydraulikon) wurde wie bei der Druckpumpe Luft komprimiert, um Töne zu erzeugen. Diese Erfindung fand insbesondere im antiken Rom häufige Verbreitung.
- Wasserstandsregler: Eine Art selbstschließendem Ventil und somit eine Vorwegnahme des Prinzips der Regelungstechnik
Im Jahr 1976 wurde der Mondkrater Ctesibius nach ihm benannt.[3]
Bedeutung und Nachwirkung
Die Konstruktionen des Ktesibios werden in der Technikgeschichte oft als frühe Meilensteine der Robotik eingeordnet.[4] Vorwiegend seine Wasseruhren mit beweglichen Figuren wurden von Zeitgenossen als Objekte wahrgenommen, deren Verhalten beinahe wie das eines Lebewesens wirkte. Neben Zeitmessern soll er für Prozessionen des Ptolemaios II. auch eine unheimliche, roboterhafte Statue einer Gottheit konstruiert haben, die mithilfe von Nockenwellen und Zahnrädern selbstständig aufstehen und sich wieder hinsetzen konnte.[2]
Literatur
- Jean-Marie Flamand: Ctésibios d’Alexandrie. In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques, Band 2. CNRS Éditions, Paris 1994, ISBN 2-271-05195-9, S. 529–530
- Fritz Krafft: Ktesibios. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 6, Metzler, Stuttgart 1999, ISBN 3-476-01476-2, Sp. 876–878.
- Kurt Orinsky: Ktesibios 2. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band XI,2, Stuttgart 1922, Sp. 2074–2076.
Weblinks
- Heike Le Ker: Automaten der Antike: Wie die Götter die Tempeltüren öffneten. In: Spiegel Online. 9. April 2009.