Kunnersdorf (Schöpstal)
Ort in der Gemeinde Schöpstal, Sachsen
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Kunnersdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Schöpstal im sächsischen Landkreis Görlitz. Kunnersdorf zählt ca. 500 Einwohner, seine Fläche beträgt 8,44 km².
Kunnersdorf Gemeinde Schöpstal | ||
|---|---|---|
| Koordinaten: | 51° 12′ N, 14° 56′ O | |
| Höhe: | 198 m ü. NN | |
| Fläche: | 8,44 km² | |
| Einwohner: | ca. 530 (15. Mai 2022) HW[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 63 Einwohner/km² | |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1994 | |
| Postleitzahl: | 02829 | |
| Vorwahl: | 035825 | |
Lage von Kunnersdorf in Sachsen | ||
Lage und Erreichbarkeit
Kunnersdorf liegt ca. 2 km nördlich der Gemeinde Schöpstal und ist über die Staatsstraße S125 zu erreichen.
Orts- und Gutsgeschichte
Als Siedlung erstmals 1309 als Conradesdorph erwähnt. Im 18. Jahrhundert sind 20 besessene(r) Männer, 18 Gärtner und 36 Häusler nachgewiesen.[2] Kunnersdorf lag im alten Landkreis Görlitz, der zu Schlesien gehörte.
Im Ort entwickelte sich ein Großgrundbesitz. Nach Walter von Boetticher erhielt durch Heirat der Barbara Frentzel von Königshain mit Paul von Liedlau letzterer vor 1594 das örtliche Gut, gefolgt vom Sohn Georg Paul von Liedlau. Anschließend erwarb für 20.000 Thlr. Joachim von Schachmann. Sein Sohn Jacob d. J. von Schachmann übernahm das Gutserbe, starb 1672. Dessen Tochter Anna Dorothea heiratete den Vetter Franz Carl von Schachmann, Sohn Franz Adolph von Schachmann. Dieser starb 1719 und hinterließ zwei Kinder, Johanna Eleonore Albrecht und Franz Ernst, der wiederum unvermählt starb. Seine Schwester heiratete in die Familie von Gustedt ein; daher stammt das Wappen am Haus.[3]
Die Eigentümer wechselten dann mehrfach.[4][5] Die letzten Gutsherren stellte die briefadelige Familie von Stockhausen, die aus Westfalen stammte und dort auch ihre Hauptgüter innehatte. Sie waren Nachfahren von Juristen. Vertreter waren der Regierungsrat[6][7] Hugo von Stockhausen (1839–1907) und seine Ehefrau Mathilde von Clavé-Bouhaben (1852–1924). Mathilde von Stockhausen war selbst Gutsbesitzerin in Gastendonk am Rhein.[8][9] Das Rittergut Kunnersdorf mit 247 ha, davon 29 ha Forsten, war damals verpachtet an Otto Wittig.[10] Ihnen folgte die beiden Töchter als gemeinsame Inhaberinnen. Tochter Itta von Stockhausen (1874–1945),[11] war verheiratet mit dem Generalmajor Freiherr Fritz von Wrangel (1863–1945),[12] der vor Ort als Verwalter agierte und zuweilen selbst als Gutsherr in der Literatur benannt wurde.[13] Tochter Elsa von Stockhausen war zuerst mit dem Offizier Georg Graf Rittberg-Stangenberg (1859–1939) verheiratet und dann mit dem Rittmeister Freiherr Joachim von Eckardstein-Reichwalde (1869–1938). Mit Folgen des Krieges und der Bodenreform in der SBZ wurde der Gutsbesitz enteignet.
Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Liebstein eingegliedert.
- Neues Schloss Kunnersdorf-
- Neues Schloss Kunnersdorf. Allianzwappen Fam. v. Gustedt v. Schachmann.
- Neues Schloss Kunnersdorf. Parkseite.

Im Jahr 1895 gab es zahlreiche wirtschaftliche Betriebe im Pfarrdorf Kunnersdorf mit seinen 795 Einwohnern: 1 Gasthof d. Gust. Preuss; zwei Bäcker mit Emil Deutschmann und Carl Schulze; den Böttcher Gottl. Kiesling; einen Pumpen- und Brunnenmacher; den Fleischer Robert Heidrich, mehrere kleinere Gutsbesitzer, eine Kalkbrennerei in Betreibung der Familien von Stockhausen und Schneider Jul. Hirche, zwei Korbmacher, mehrere Mühlen, einen Sattler, zwei Schmieden, Schneider; Schuhmacher, Kolonialwarengeschäft; einen Steinbruch-Betrieb, Stellmacherei sowie mehrere Tischlereien etc.[14]
Einwohnerentwicklung
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Literatur
- Görlitz und seine Umgebung (= Werte der deutschen Heimat. Band 54). Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1994, ISBN 3-7400-0932-2.
- Hans-Joachim Sciborski (Hrsg.): Männergesangsverein Kunnersdorf. Eine Zusammenfassung von bisher bekannten fragmentarischen Dokumenten. Festschrift zum 50jährigen Jubiläum des Männer-Gesang-Verein zu Kunnersdorf. Selbstverlag, Borkheide 2006. DNB 1219469513
- Hans-Joachim Sciborski (Hrsg.): Bauernfamilie Emut in Kunnersdorf am Weißen Schöps. Selbstverlag, Borkheide 2020. DNB 1253872481
- Hans-Joachim Sciborski (Hrsg.): Kretschamgut Nr. 9 zu Kunnersdorf am Weißen Schöps. Band 1/2, Selbstverlag, Borkheide 2021. DNB 1253457204
- Hans-Joachim Sciborski (Hrsg.): Kretschamgut Nr. 9 zu Kunnersdorf am Weißen Schöps. Band 2/2, Selbstverlag, Borkheide 2021. DNB 1253457018
- Hans-Joachim Sciborski (Hrsg.): Kalksteinbruch Kunnersdorf in der Gemarkung Kunnersdorf am Weißen Schöps. Band 2: Aus der Zeit von 1945 bis heute. Selbstverlag, Borkheide 2022. DNB 1265688478
Weblinks
- Kunnersdorf im Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- Website der Gemeinde Schöpstal
- Kunnersdorf, In: Historisches Sachsen. Das Portal für die Schlösser, Burgen und historischen Ruinen im Freistaat Sachsen.
- Heimatbuch Kunnersdorf. Buch zur Dorfgeschichte 2009. Lausitzer Heimatverlag/Stadtbildverlag, Görlitz: Teil 1. PDF, Teil 2. PDF,
