Kunnersdorf (Schöpstal)

Ort in der Gemeinde Schöpstal, Sachsen From Wikipedia, the free encyclopedia

Kunnersdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Schöpstal im sächsischen Landkreis Görlitz. Kunnersdorf zählt ca. 500 Einwohner, seine Fläche beträgt 8,44 km².

Schnelle Fakten Gemeinde Schöpstal ...
Kunnersdorf
Gemeinde Schöpstal
Koordinaten: 51° 12′ N, 14° 56′ O
Höhe: 198 m ü. NN
Fläche: 8,44 km²
Einwohner: ca. 530 (15. Mai 2022) HW[1]
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1994
Postleitzahl: 02829
Vorwahl: 035825
Kunnersdorf (Sachsen)
Kunnersdorf (Sachsen)
Lage von Kunnersdorf in Sachsen
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Lage und Erreichbarkeit

Kunnersdorf liegt ca. 2 km nördlich der Gemeinde Schöpstal und ist über die Staatsstraße S125 zu erreichen.

Orts- und Gutsgeschichte

Als Siedlung erstmals 1309 als Conradesdorph erwähnt. Im 18. Jahrhundert sind 20 besessene(r) Männer, 18 Gärtner und 36 Häusler nachgewiesen.[2] Kunnersdorf lag im alten Landkreis Görlitz, der zu Schlesien gehörte.

Im Ort entwickelte sich ein Großgrundbesitz. Nach Walter von Boetticher erhielt durch Heirat der Barbara Frentzel von Königshain mit Paul von Liedlau letzterer vor 1594 das örtliche Gut, gefolgt vom Sohn Georg Paul von Liedlau. Anschließend erwarb für 20.000 Thlr. Joachim von Schachmann. Sein Sohn Jacob d. J. von Schachmann übernahm das Gutserbe, starb 1672. Dessen Tochter Anna Dorothea heiratete den Vetter Franz Carl von Schachmann, Sohn Franz Adolph von Schachmann. Dieser starb 1719 und hinterließ zwei Kinder, Johanna Eleonore Albrecht und Franz Ernst, der wiederum unvermählt starb. Seine Schwester heiratete in die Familie von Gustedt ein; daher stammt das Wappen am Haus.[3]

Die Eigentümer wechselten dann mehrfach.[4][5] Die letzten Gutsherren stellte die briefadelige Familie von Stockhausen, die aus Westfalen stammte und dort auch ihre Hauptgüter innehatte. Sie waren Nachfahren von Juristen. Vertreter waren der Regierungsrat[6][7] Hugo von Stockhausen (1839–1907) und seine Ehefrau Mathilde von Clavé-Bouhaben (1852–1924). Mathilde von Stockhausen war selbst Gutsbesitzerin in Gastendonk am Rhein.[8][9] Das Rittergut Kunnersdorf mit 247 ha, davon 29 ha Forsten, war damals verpachtet an Otto Wittig.[10] Ihnen folgte die beiden Töchter als gemeinsame Inhaberinnen. Tochter Itta von Stockhausen (1874–1945),[11] war verheiratet mit dem Generalmajor Freiherr Fritz von Wrangel (1863–1945),[12] der vor Ort als Verwalter agierte und zuweilen selbst als Gutsherr in der Literatur benannt wurde.[13] Tochter Elsa von Stockhausen war zuerst mit dem Offizier Georg Graf Rittberg-Stangenberg (1859–1939) verheiratet und dann mit dem Rittmeister Freiherr Joachim von Eckardstein-Reichwalde (1869–1938). Mit Folgen des Krieges und der Bodenreform in der SBZ wurde der Gutsbesitz enteignet.

Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Liebstein eingegliedert.

Gerichtskretscham in Kunnersdorf

Im Jahr 1895 gab es zahlreiche wirtschaftliche Betriebe im Pfarrdorf Kunnersdorf mit seinen 795 Einwohnern: 1 Gasthof d. Gust. Preuss; zwei Bäcker mit Emil Deutschmann und Carl Schulze; den Böttcher Gottl. Kiesling; einen Pumpen- und Brunnenmacher; den Fleischer Robert Heidrich, mehrere kleinere Gutsbesitzer, eine Kalkbrennerei in Betreibung der Familien von Stockhausen und Schneider Jul. Hirche, zwei Korbmacher, mehrere Mühlen, einen Sattler, zwei Schmieden, Schneider; Schuhmacher, Kolonialwarengeschäft; einen Steinbruch-Betrieb, Stellmacherei sowie mehrere Tischlereien etc.[14]

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner[2]
1777635
1871826
1885725
1925712
1939663
1946897
Jahr Einwohner
19501 245
19641 051
1990713
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Literatur

  • Görlitz und seine Umgebung (= Werte der deutschen Heimat. Band 54). Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1994, ISBN 3-7400-0932-2.
  • Hans-Joachim Sciborski (Hrsg.): Männergesangsverein Kunnersdorf. Eine Zusammenfassung von bisher bekannten fragmentarischen Dokumenten. Festschrift zum 50jährigen Jubiläum des Männer-Gesang-Verein zu Kunnersdorf. Selbstverlag, Borkheide 2006. DNB 1219469513
  • Hans-Joachim Sciborski (Hrsg.): Bauernfamilie Emut in Kunnersdorf am Weißen Schöps. Selbstverlag, Borkheide 2020. DNB 1253872481
  • Hans-Joachim Sciborski (Hrsg.): Kretschamgut Nr. 9 zu Kunnersdorf am Weißen Schöps. Band 1/2, Selbstverlag, Borkheide 2021. DNB 1253457204
  • Hans-Joachim Sciborski (Hrsg.): Kretschamgut Nr. 9 zu Kunnersdorf am Weißen Schöps. Band 2/2, Selbstverlag, Borkheide 2021. DNB 1253457018
  • Hans-Joachim Sciborski (Hrsg.): Kalksteinbruch Kunnersdorf in der Gemarkung Kunnersdorf am Weißen Schöps. Band 2: Aus der Zeit von 1945 bis heute. Selbstverlag, Borkheide 2022. DNB 1265688478
Commons: Kunnersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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