Lützel-Wiebelsbach

Ortsteil von Lützelbach im Odenwaldkreis From Wikipedia, the free encyclopedia

Lützel-Wiebelsbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Lützelbach im südhessischen Odenwaldkreis und ist Sitz der Gemeindeverwaltung.

Schnelle Fakten Gemeinde Lützelbach ...
Lützel-Wiebelsbach
Gemeinde Lützelbach
Wappen von Lützel-Wiebelsbach
Koordinaten: 49° 47′ N,  5′ O
Höhe: 268 m ü. NHN
Fläche: 6,43 km²[1]
Einwohner: 2826 (2. Mai 2024) HW[2]
Bevölkerungsdichte: 440 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1972
Postleitzahl: 64750
Vorwahl: 06165
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Geographie

Lützel-Wiebelsbach liegt im nordöstlichen Odenwald, ca. 15 km nordöstlich von Erbach, an den namensgebenden Bachläufen des Lützelbachs und seinem rechten nördlichen Zufluss, dem Wiebelsbach. Die Ortskerne der beiden zusammengewachsenen Teilorte Wiebelsbach im Nordosten und Lützelbach im Südwesten liegen nur etwa 500 Meter voneinander entfernt. Auf dem Hügel dazwischen wurde im Jahre 1967 die Grundschule Lützelbach mit einem großen Sportgelände errichtet. Das geschlossenes Dorf befindet sich im Buntsandsteingebiet des Odenwaldes bei doppelseitiger Gehängelage.[3] Der Ortsteil Lützel-Wiebelsbach besteht aus der 642,9 Hektar umfassenden Gemarkung Lützel-Wiebelsbach.[1] In der Gemarkung liegt die folgenden aktuellen bzw. historischen Wohnplätze:

  • Siedlung In der Hardt.[4]
  • Siedlung Lützelbach.[5]
  • Siedlung Wiebelsbach.[6]

An den Ortsteil Lützel-Wiebelsbach grenzen, vom Norden beginnend, im Uhrzeigersinn an die Orte Kerngemeinde Höchst, Rai-Breitenbach, das bayrische Obernburg am Main, Seckmauern, Haingrund, Breitenbrunn und Rimhorn. Durch den Ort verläuft die Landesstraße 3259 die von Rai-Breitenbach nach Seckmauern führt.

Geschichte

Blick auf Kirche und Kirchhof 2011

Ortsgeschichte

Im Südosten der Gemarkung liegt das Römerkastell Lützelbach (Numeruskastell), ein römischer Stützpunkt des Neckar-Odenwald-Limes.

Lützel-Wiebelsbach entstand mit der Einführung der Hessischen Gemeindeordnung im Jahre 1821 durch Zusammenschluss der eng benachbarten Orte Lützelbach und Wiebelsbach, die im Verlauf des 19. Jahrhunderts baulich zusammenwuchsen.

Die älteste erhalten gebliebene Erwähnung von Lützelbach weist in das Jahr 1160. In einer Aschaffenburger Urkunde wird ein Adeliger namens Wignand von Luzzelenbach erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt wird ein Reitz von Lützelbach als Vogt des Klosters Fulda genannt. Seine Stammburg stand auf dem heutigen Kirchberg in Lützel-Wiebelsbach (→ Burg Lützelbach). Später übernahmen sie die Vogtei Breuberg und wurden Herren über die Burg Breuberg. Der Ort Wiebelspach ist seit 1237 urkundlich bezeugt. Nach dem Aussterben der Reiz von Breuberg 1323 kam der Ort mit der Herrschaft Breuberg an verschiedene Teilbesitzer, bis die Herrschaft 1806 an das Großherzogtum Hessen fiel.

Nach Auflösung der alten Amtsstruktur 1822 fiel der Ort in den Zuständigkeitsbereich des Landgerichts Höchst, nach der Reichsjustizreform von 1877 ab 1879 in den des Amtsgerichts Höchst im Odenwald.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 1. Februar 1971 die Gemeinden Breitenbrunn und Lützel-Wiebelsbach zur erweiterten Gemeinde Lützel-Wiebelsbach[7] und zum 31. Dezember 1971 schloss sich die Gemeinde Rimhorn freiwillig der Gemeinde Lützel-Wiebelsbach an.[8] In der Folge wurden durch das Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Erbach die Gemeinden Steinbachtal und Lützel-Wiebelsbach mit Wirkung vom 1. August 1972 zur Gemeinde Lützelwiebelsbach zusammengeschlossen.[9] Ein Jahr später wiederum, am 1. Juli 1973, wurde die Gemeinde in Lützelbach umbenannt.[10] Für Lützel-Wiebelsbach wurde, wie für jeden Ortsteil der neugeschaffenen Gemeinde, ein Ortsbezirk gebildet.[11]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Lützel-Wiebelsbach angehört(e):[3][12]

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung

  • 1961: 965 evangelische (= 56,04 %), 741 katholische (= 43,03 %) Einwohner[3]
Weitere Informationen Ortsteil Lützel-Wiebelsbach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2024 ...
Ortsteil Lützel-Wiebelsbach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2024
Jahr  Einwohner
1834
 
808
1840
 
923
1846
 
953
1852
 
982
1858
 
925
1864
 
959
1871
 
967
1875
 
1.025
1885
 
1.031
1895
 
1.000
1905
 
1.034
1910
 
1.042
1925
 
1.131
1939
 
1.214
1946
 
1.533
1950
 
1.527
1956
 
1.627
1961
 
1.722
1967
 
2.008
1980
 
?
1990
 
?
2000
 
?
2011
 
2.721
2015
 
2.782
2020
 
2.800
2024
 
2.826
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[3]; Gemeinde Lützelbach[15]; Zensus 2011[16]
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Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Lützel-Wiebelsbach 2721 Einwohner. Darunter waren 300 (11,0 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 516 Einwohner unter 18 Jahren, 1152 zwischen 18 und 49, 588 zwischen 50 und 64 und 468 Einwohner waren älter.[16] Die Einwohner lebten in 1107 Haushalten. Davon waren 309 Singlehaushalte, 327 Paare ohne Kinder und 381 Paare mit Kindern, sowie 78 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 204 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 786 Haushaltungen lebten keine Senioren.[16]

Politik

Ortsbeirat

Luetzelbach - Lützel-Wiebelsbach / Mainstraße 1
Rathaus von Lützelbach

Für Lützel-Wiebelsbach besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Lützel-Wiebelsbach) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus drei Mitgliedern.[11] Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 46,9 %. Dabei wurden gewählt: ein Mitglied der SPD und zwei Mitglieder der Liste „Überparteiliche Wählergemeinschaft Lützelbach“ (ÜWG).[17] Der Ortsbeirat wurde im Sommer 2023 aufgelöst.[18]

Wappen und Flagge

Wappen

Blasonierung: „In gespaltenem Schild rechts in Rot ein goldener blaubekrönter und -bezungter Löwe, links in Silber und Blau geschachtet.“[19]

Das Wappen wurde der Gemeinde Lützel-Wiebelsbach im damaligen Landkreis Erbach am 17. Januar 1962 durch das Hessische Innenministerium genehmigt. Gestaltet wurde es durch den Bad Nauheimer Heraldiker Heinz Ritt.

Das Wappen geht zurück auf das der Herren Reiz von Lützelbach (später von Breuberg), deren Stammburg in Lützelbach, vermutlich in der Nähe der evangelischen Kirche stand.

Das Wappen wurde, wie auch die Flagge, nach der Gebietsreform 1973 von der neuen Gemeinde Lützelbach übernommen.

Flagge

Die Flagge wurde der Gemeinde am 20. März 1967 durch das Hessische Innenministerium genehmigt und wird wie folgt beschrieben:

„Auf dem in Gold und Blau geständerten Flaggentuch im Kreuzpunkt aufgelegt das Gemeindewappen.“[20]

  • Webauftritt der Gemeinde Lützelbach
  • Ortsteile. In: Internetauftritt. Gemeinde Lützelbach, archiviert vom Original am 28. Oktober 2012; abgerufen am 3. September 2018.
  • Lützelbach, Odenwaldkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  • Wiebelsbach, Odenwaldkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).

Anmerkungen und Einzelnachweise

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