LZ 112

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Der Zeppelin LZ 112 der Kaiserlichen Marine, dem die taktische Nummer L 70 zugewiesen wurde, war ein Zeppelin der X-Klasse (bzw. L70-Klasse) aus dem Ersten Weltkrieg.[1]

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LandDeutsches Reich
TypX-Klasse Aufklärungsbomber Starrluftschiff
BauwerftLuftschiffbau Zeppelin
Schnelle Fakten andere Namen, Land ...
LZ 112
Zeppelin LZ 112
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Land Deutsches Reich
Typ X-Klasse Aufklärungsbomber Starrluftschiff
Kennzeichen
Eigner
Bauwerft Luftschiffbau Zeppelin
Bestellung
Kiellegung
Fertigstellung
Baunummer
Erstflug 1. Juli 1918
Taufe
Indienststellung
Verbleib Beim Geschwaderangriff gegen England am 5. August 1918 von britischem D.H.4-Kampfflugzeug brennend abgeschossen
Maße
Länge 211,5 m[1]
Breite
Höhe
Durchmesser 23,95 m
Gesamtvolumen
Traggas
Traggasvolumen 62.200 m3
Gaszellen
Leergewicht 28.260 kg
Maximales Gewicht 43.500 kg
Zuladung
Antrieb
Antrieb 7 wassergekühlte Maybach MbIVa 6-Zylinder-Umlaufmotoren
Leistung je 260 PS
Propeller
Treibstoff
Reichweite 6.000 km
Reisegeschwindigkeit
Maximale Geschwindigkeit 130 km/h
Besatzung 21
Transportkapazität
Fracht
Passagiere
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Geschichte

LZ 112 war der erste von drei Zeppelinen der X-Klasse, die für die Kaiserliche Marine gebaut wurden. Der dritte und letzte Zeppelin der X-Klasse, der LZ 114, wurde am 10. Juli 1920 an die französischen Behörden übergeben.[2]

Letzter Bombenangriff

Am 28. November 1916 wurde ein neuer Befehlshaber der Luftschiffe der Kaiserlichen Marine ernannt: Peter Strasser als „Führer der Luftschiffe“ (F.d.L.). Er war maßgeblich an der Planung von Langstreckenbombenangriffen sowie an der Weiterentwicklung des Starrluftschiffs zu einem leistungsfähigen, höhentauglichen und allwettertauglichen Luftfahrzeug beteiligt. Zudem war er ein entschiedener Verfechter der Doktrin von Bombenangriffen auf zivile wie auch militärische Ziele – sowohl zu Propagandazwecken als auch als Mittel, um Ressourcen von der Front abzuziehen.[3]

So plante Strasser gegen Ende des Krieges einen weiteren Angriff auf das Vereinigte Königreich, an dem fünf Zeppeline beteiligt sein sollten. Der Angriff war dynamisch angelegt, wobei das genaue Ziel je nach Wetterlage variieren sollte. Seine Befehle lauteten, Süd- oder Mittelengland anzugreifen – in der Hoffnung, sogar London erreichen zu können.

Am Nachmittag des 5. August 1918 startete LZ 112 gemeinsam mit vier weiteren Luftschiffen von Friedrichshafen aus. Sie nahmen Kurs auf die englische Ostküste und hatten ihre Fahrt so zeitlich abgestimmt, dass sie die Küste erst nach Einbruch der Dunkelheit erreichten. Kommandant von LZ 112 war Fregattenkapitän Strasser, der „Führer der Luftschiffe“ (der Oberbefehlshaber aller Marine-Luftschiffe). Die Luftschiffstaffel wurde jedoch auf offener See vom Schiff „Leman Tail“ gesichtet, das Kurs und Position der Schiffe an die britische Admiralität meldete.[4]

Der britische RAF-Major Egbert Cadbury wurde darüber informiert, dass etwa 80 km nordöstlich drei Zeppeline gesichtet worden waren; mit Captain Robert Leckie auf dem Sitz des Heckschützen stieg er mit einem einmotorigen Airco DH.4-Doppeldecker auf eine Höhe von über 4900 m auf – was ihm durch das Abwerfen seines Reservekraftstoffs sowie einiger kleiner Bomben gelang. Dort sichtete er drei Zeppeline vor und über sich. Später berichtete er:

“At 22.20 we had climbed to 16,400 feet and I attacked the Zeppelin ahead (L70) slightly to the port so as to clear any obstruction that might be suspended from the airship” Robert Leckie fired his tracer bullets from his two Lewis guns ripping a large hole through the fabric at the base of the Airship. “It was a most fascinating sight – awe inspiring- to see this enormous Zeppelin blotting the whole sky above one…” “The tracers ignited the escaping gas, the flames spreading rapidly and turning the airship into a fireball in less than a minute. The L70 dived headlong into the clouds…” “It was one of the most terrifying sights I have ever seen to see this huge machine hurtling down with all those crew on board…”

„Um 22:20 Uhr hatten wir eine Höhe von 16.400 Fuß erreicht; ich griff den vor uns liegenden Zeppelin leicht steuerbordseitig an, um etwaigen Hindernissen auszuweichen, die möglicherweise unter dem Luftschiff herabhingen. Es war ein überaus faszinierender – ja, Ehrfurcht gebietender – Anblick, diesen gewaltigen Zeppelin zu sehen, der den gesamten Himmel über einem verdeckte. Die Leuchtspurgeschosse entzündeten das austretende Gas; die Flammen breiteten sich rasend schnell aus und verwandelten das Luftschiff in weniger als einer Minute in einen Feuerball. Die LZ 112 stürzte kopfüber in die Wolken. Es war einer der schrecklichsten Anblicke, die ich je erlebt habe: diese riesige Maschine zu sehen, wie sie mit all ihren Besatzungsmitgliedern an Bord in die Tiefe raste.“

Egbert Cadbury[5]

Cadbury und Leckie sowie ein weiterer Pilot, Lieutenant Ralph Edmund Keys, griffen daraufhin einen weiteren Zeppelin an und beschädigten ihn; dieser machte umgehend kehrt und nahm Kurs auf die Heimat. Alle drei erhielten das Distinguished Flying Cross.

Die beiden Piloten, Cadbury und Leckie, hatten bereits zwei Zeppeline abgeschossen: Vor LZ 112 hatte Cadbury 1916 L 21 und Leckie 1917 L 22 abgeschossen.[6]

Technik

  • Besatzung: 30
  • Nutzlast: 47.500 kg
  • Länge: 211,1 m
  • größter Durchmesser: 23,9 m
  • Traggasvolumen: 62.200 m³ Wasserstoff
  • Leermasse: 24.700 kg
  • Treibstoffkapazität: 12.000 kg
  • Motoren: 6× Maybach Mb IVa
  • zweiblättrige Festpropeller
  • Höchstgeschwindigkeit: 131,4 km/h
  • Reisegeschwindigkeit: 109,8 km/h
  • Reichweite: 12.000 km
  • Dienstgipfelhöhe: 6200 m
Commons: Zeppelin LZ 112 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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