La Jemaye
ehemalige französische Gemeinde
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La Jemaye (Aussprache [la ʒəˈmaj], okzitanisch La Jamaia) ist ein Dorf mit 107 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2022) in der französischen Gemeinde La Jemaye-Ponteyraud im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Als bis 2016 selbstständige Gemeinde gehörte La Jemaye zum Arrondissement Périgueux. Die Bewohner werden Jemayots genannt.
| La Jemaye | ||
|---|---|---|
| Staat | Frankreich | |
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département | Dordogne | |
| Arrondissement | Périgueux | |
| Gemeinde | La Jemaye-Ponteyraud | |
| Koordinaten | 45° 10′ N, 0° 15′ O | |
| Postleitzahl | 24410 | |
| Ehemaliger INSEE-Code | 24216 | |
| Eingemeindung | 1. Januar 2017 | |
Ehemaliges Bürgermeisteramt (Mairie) | ||
Der Erlass der Präfektin vom 1. Dezember 2016 legte mit Wirkung zum 1. Januar 2017 die Eingliederung von La Jemaye zunächst als Commune déléguée zusammen mit der früheren Gemeinde Ponteyraud zur Commune nouvelle La Jemaye-Ponteyraud fest.[1]
Der Status der beiden Ortsteile von La Jemaye-Ponteyraud als Communes déléguées wurde zum 1. Januar 2025 durch einen Erlass der Präfektin vom 19. Dezember 2024 widerrufen.[2]
Geografie
La Jemaye liegt etwa 11 Kilometer ostsüdöstlich von Périgueux in der waldreichen Landschaft der Double. Das Ortsgebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne. Die Rizonne bildet im Norden eine natürliche Begrenzung und das Ortsareal wird von ihren Zuflüssen, der Bauronne, der Jamayote und dem Ruisseau de Courbarieux entwässert.
Das Relief des Gebiets von La Jemaye zeigt eine gewellte, bewaldete Landschaft, deren Erhebungen meist unter 100 m Höhe aufweisen. Der topografisch höchste Punkt mit 131 m Höhe befindet sich im östlichen Teil des Ortsgebiets in der Nähe des Lieu-dit Baumes, der tiefste Punkt im äußersten Norden mit 52 m beim Austritt der Rizonne aus dem Ortsgebiet. Das Ortszentrum liegt auf einer Höhe von etwa 106 m.
Umgeben wird La Jemaye von sechs Nachbargemeinden und dem weiteren Ortsteil von La Jemaye-Ponteyraud:
| Ponteyraud (La Jemaye-Ponteyraud) | Vanxains | |
| Saint-Vincent-Jalmoutiers | Siorac-de-Ribérac | |
| Échourgnac | Saint-Michel-de-Double (Berührungspunkt) | Saint-André-de-Double |
Etymologie und Geschichte
Die erste Erwähnung des Dorfes erfolgte im 13. Jahrhundert in der Form La Franagge und dem Lexikon Les titulaires et les patrons du diocèse de Périgueux et de Sarlat von R.P.Carles zufolge wurde für die Kirche Ecclesia de S. Viviano angegeben. Diese beiden Namen wurden im 17. Jahrhundert verbunden und geändert zu Saint-Bibien de Lajemaye im Jahr 1648. Viviano und Bibien repräsentieren den Namen des heiligen Bibianus von Saintes, von dem man wenig weiß, außer dass er insbesondere im Südwesten Frankreichs verehrt wird. Ein Beleg aus dem 14. Jahrhundert, Parochia de la Vuiana (1365), geht zweifellos auf einen Schreibfehler zurück. Vuiana liegt sehr nahe bei Viviano. La Franagge wurde zu La Franayge im 16. Jahrhundert (1556) und scheint in der Folge zu verschwinden. Die Etymologie dieses Wortes bleibt unklar. Der Name der frêne, der Esche, könnte herangezogen werden, da diese in den Ortsnamen im Bereich der Langues d’oïl verbreitet ist – das Dorf liegt unweit der Saintonge – und unter den Formen frasne im Mittelalter erschien, aber ohne damit etwas bestätigen zu können.
Ab dem 16. Jahrhundert erschien ein dritter Namen, La Jaumarie, umgewandelt in La Jamaye. Lajemaye, dann La Gemaye im 18. Jahrhundert. In Jamaye lässt sich ein früheres Wort aus den Langues d’oïl, jamwane erkennen, das einen Ort bezeichnete, wo ein See abfließt. Dieser Begriff kommt aus dem lateinischen janua, das zweifellos dem Fluss La Jamagne in den Vogesen seinen Namen gab, aber er scheint sehr selten vorzukommen und dann nur östlich des Zentralmassivs. Die Autoren Tanet und Hordé bevorzugen, in (La) Jemaye eine Veränderung des okzitanischen jaumarie zu sehen; -ie ist eine häufige Französisierung des -io oder -ié von Ortsnamen im Bereich der Langues d’oc, vor allem ab dem 16. Jahrhundert, in dem ein Personennamen hinzugefügt wurde. Der Name hier ist Jaumard, abgeleitet von Jaume, der wie James eine südfranzösische Variante von Jacques ist.[3]
Das Gebiet von La Jemaye ist seit der Jungsteinzeit besiedelt, doch seine Landschaft hat sich im Laufe der Zeit verändert und wurde insbesondere im Mittelalter von Mönchen geprägt, die dort künstliche Teiche anlegten. Aus dieser Zeit stammt auch eine romanische Kirche des Dorfes.[4]
Bei einer Razzia der Division Brehmer wurden am 26. Juni 1944 in La Jemaye zwei Zivilisten erschossen. Ein weiteres Opfer, Marcel Eclancher, wurde wegen Unterstützung der französischen Résistance festgenommen und an diesem Tag am Lieu-dit Font-Chose in La Jemaye erschossen.[5]
Bevölkerungsentwicklung
| La Jemaye: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 328 | |||
| 1800 | 305 | |||
| 1806 | 431 | |||
| 1821 | 303 | |||
| 1831 | 412 | |||
| 1836 | 428 | |||
| 1841 | 449 | |||
| 1846 | 412 | |||
| 1851 | 420 | |||
| 1856 | 386 | |||
| 1861 | 373 | |||
| 1866 | 427 | |||
| 1872 | 402 | |||
| 1876 | 387 | |||
| 1881 | 377 | |||
| 1886 | 334 | |||
| 1891 | 337 | |||
| 1896 | 361 | |||
| 1901 | 334 | |||
| 1906 | 337 | |||
| 1911 | 341 | |||
| 1921 | 232 | |||
| 1926 | 229 | |||
| 1931 | 205 | |||
| 1936 | 185 | |||
| 1946 | 176 | |||
| 1954 | 181 | |||
| 1962 | 162 | |||
| 1968 | 168 | |||
| 1975 | 136 | |||
| 1982 | 116 | |||
| 1990 | 104 | |||
| 1999 | 104 | |||
| 2006 | 98 | |||
| 2013 | 111 | |||
| 2020 | 110 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[6] INSEE ab 2006[7] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
Literatur
- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).


