La Petite Gironde
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La Petite Gironde (Die kleine Gironde) war eine von 1872 bis 1944 bestehende Zeitung für die Region um Bordeaux. Ursprünglich liberal oder „républicain moderé“ (gemäßigt republikanisch; der Begriff verweist aber auch auf die Partei der Républicains modérés) eingestellt, bewegte sie sich immer weiter nach rechts und endete kollaborierend (freiwillig mit den deutschen Besatzungsbehörden zusammenarbeitend).


La Gironde
La Gironde[1] war eine von Georges-Eugène Haussmann 1853 gegründete Zeitung, die sich – sicherlich gegen den Wunsch ihres stark mit Napoleon III. verbündeten Gründers – später strikt gegen das Zweite Kaiserreich wandte. Ab 1872 wurde La Petite Gironde als Billigausgabe der La Gironde vertrieben und trennte sich 1880 vom Mutterblatt.[2] La Gironde selbst bestand bis 1935.[1]
La Petite Gironde
Ursprünglich wurde sie vom La Gironde-Verleger Gustave Gounouilhou[3] vertrieben, der sie an die Familie Chapon weitergab.[4] Sie hatte in den zwanziger Jahren eine tägliche durchschnittliche Auflage von 170.000 Exemplaren, wurde in 18 Départements des Südwesten und des Midi vertrieben und war die größte Zeitung der Region.
Zu den Mitarbeitern zählten unter anderem der Journalist Pierre Lafitte, die Schriftsteller André Maurois, André Lamandé[5], Albert de Pouvourville[6], Raoul Monmarson[7], Pierre de Lano[8], Henri Amouroux und André de Wissant[9], Sportjournalist wie Jean Samazeuilh und Gaston Bénac[10], der Kritiker Gérard Bauër[11], der Historiker Maurice Ferrus[12], Senatoren wie Georges Portmann[13], René Caillier[14], Victor Lourties[15], Théodore Girard und Charles Chaumet sowie Abgeordnete wie Maurice Long, Jean Montigny[16], Emmanuel Brousse[17], Pierre Deluns-Montaud und Pierre Dumas[18].
Nach der Besetzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg führte Richard Chapon die Zeitung kollaborierend.[19] Im Editorial der Ausgabe vom 31. Juli 1940 heißt es, „Es scheint daher an der Zeit zu sein, nach Wegen zu suchen, die eine dauerhafte Zusammenarbeit zwischen den Besatzungsbehörden und der französischen Regierung ermöglichen.“[20] Ab 1941 arbeitete sie mit der kollaborierenden Presseagentur Agence de presse Inter-France zusammen.[21]
Obwohl die Brüder Chapon in der Résistance aktiv waren – sie gehörten dem Bureau Central de Renseignements et d’Action an – und Michel Chapon von General de Gaulle mit dem Croix de guerre 1939–1945 ausgezeichnet wurde,[22] erhielt La Petite Gironde 1944 ein Veröffentlichungsverbot. Nachfolger wurde die heute noch bestehende und vom Chefredakteur der Petite Gironde, Jacques Lemoîne[23], gegründete Sud Ouest.[24]
Literatur
- Georges Bouchon: Histoire d’une imprimerie Bordelaise 1600–1900 – Les imprimeries G.Gounouilhou. Imprimeries G.Gounouilhou, 1901 (archive.org).
Weblinks
- Ausgaben 1872 bis 1944 auf Gallica
- La Petite Gironde 07/04/1872 – 28/08/1944. In: Retronews. (französisch).
- Périodiques de la Première Guerre mondiale. In: L’Argonnaute. (französisch).
- Angaben zu La Petite Gironde in der Datenbank der Bibliothèque nationale de France.
- Ausgaben der La Gironde 1859 bis 1935 auf Gallica