Laizhou-Bucht
Bucht in der Volksrepublik China
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Die Laizhou-Bucht (chinesisch 萊州灣 / 莱州湾, Pinyin Láizhōu Wān, auch Golf von Laitschou) ist eine Meeresbucht im Norden der chinesischen Provinz Shandong. Sie liegt im Süden des Golfs von Bohai und gehört neben der Bohai-Bucht und der Liaodong-Bucht zu den drei Hauptbuchten des Bohai-Meeres. Die Bucht besitzt eine Fläche von 6060 m² und ist die kleinste der drei Meeresbuchten.[1]
| Laizhou-Bucht | ||
|---|---|---|
| Gewässer | Gelbes Meer | |
| Landmasse | Asien | |
| Geographische Lage | 37° 28′ 12″ N, 119° 25′ 48″ O | |
| Fläche | 6,06 km² | |
| Küstenlänge | 319,6 | |
| Größte Wassertiefe | 18 m | |
| Mittlere Wassertiefe | 10 m | |
Bohai-Bucht (Bohai Wan), Laizhou-Bucht (Laizhou Wan) und Liaoding-Bucht (Liaoding Wan) im Bohai-Meer (Bo Hai) | ||
Geographie und Geologie
Die Laizhou-Bucht befindet im südlichen Teil der Bohai-See, die wiederum durch die Bohai-Straße mit dem Gelben Meer verbunden ist. Benannt wurde sie nach der kreisfreien Stadt Laizhou, die am Ostufer der Bucht liegt. Die nach Nordnordosten ausgerichtete Bucht grenzt zum großen Teil an die nordwestliche Küstenlinie der Shandong-Halbinsel sowie an die Küste von Dongying (Kreis Kenli und Kreis Guangrao). Die Küstenlinie entlang der Bucht beträgt insgesamt 319,6 km. Sie ist damit die größte Meeresbucht der Provinz Shandong. Der Huang He, der Gelbe Fluss, mündet oberhalb der Stadt Dongying in den Golf von Bohai.[2]
Sie liegt innerhalb der Tancheng-Lujiang-Verwerfungszone, einer Region mit starker seismischer Aktivität und ist vor vielen Jahren durch eine tektonische Senkung entstanden. Sie ist eine sekundäre Bucht. Ihren geologischen Ursprung bildet die Tanlu-Verwerfungszone (chinesisch 郯庐断裂带) in der Provinz Shandong, die sich innerhalb der Yishu-Verwerfungszone (chinesisch 义树断裂带) befindet.
Die Wassertiefe der Laizhou-Bucht weist eine Durchschnittstiefe von ca. 10 Metern auf. An manchen Stellen ist sie jedoch bis zu 18 Metern tief. Strukturell handelt es sich um eine Senke mit Sedimenten aus dem Känozoikum, deren Meeresboden hauptsächlich aus Schlick und Schlamm besteht. Der Gelbe Fluss transportiert pro Jahr etwa 1,08 Milliarden Tonnen Sedimente, wovon sich ein Fünftel nahe der Flussmündung ablagert. Das Mündungsdelta des Huang He besteht aus grobem Schlick. Die Mündungsspitze bewegt sich um 2 bis 3 Meter pro Jahr in Richtung Meer. Die Sedimente des Flusses fließen direkt in den Golf von Bohai, wobei sie in drei Richtungen verteilt werden: Der größte Teil gelangt mit der restlichen Strömung in die Laizhou-Bucht; ein kleinerer Teil wird mit den Wassermengen aus der Flussmündung in die Tiefen des Bohai-Meeres gespült; und ein geringer Teil gelangt mit der schwachen Restströmung in die Bohai-Bucht.
Die Küste der Laizhou-Bucht besteht aus einer schlammreichen Ebene mit gerader Küstenlinie und zahlreichen Sandbänken. Die Küstenlandschaft lässt sich grob in drei Teile gliedern: die sandige Küste von der Insel Qimu in der Stadt Longkou bis Hutouya in der Stadt Laizhou; der schlammigen Küste von Hutouya bis Zhimaigou in der Stadt Dongying und der Küste des Gelben Flussdeltas von Zhimaigoukou bis Xinhuanghekou, die sich zum Meer hin versandet. Der östliche Abschnitt (von Qijiao bis Hutouya) ist eine Sedimentbank, deren Sedimente durch laterale Bewegungen vom Meeresboden zum Ufer abgelagert wurden und schmale Sandstrände bildeten. Der südliche Abschnitt (von Hutouya bis Yangjiaogoukou) ist eine schlammige Küste mit bedeutenden Flusssedimenten, die weite Marschgebiete und Salzwiesen entlang der Küste mit etwa 10 Kilometer breiten Unterwasserbänken bilden. Der westliche Abschnitt (von Yangjiaogoukou bis zur alten Mündung des Gelben Flusses) ist eine Sedimentbank des Gelben-Fluss-Deltas mit breiten und flachen Sandbänken.
Aufgrund des starken Sedimenteintrags aus dem Jiaolai-Fluss, dem Wei-Fluss, dem Bailang-Fluss, dem Mi-Fluss und insbesondere dem Gelben Fluss verlief die Ablagerung am Meeresboden rasant; die Sandbänke verbreiterten sich, die Tiefe der Bucht wurde weniger und der Abstand zwischen den Buchteinfahrten verringerte sich kontinuierlich.[3] Aufgrund der geringen Tiefe und des hohen Schlammanteils stellt der Bau von Häfen und Anlegemöglichkeiten eine besondere Herausforderung dar.
Hydrologie
Der Wasserabfluss der Bucht ist mit starken Schwankungen verbunden. Der jährliche Abfluss des Beijiaolai-Flusses beträgt etwa 496 Millionen Kubikmeter, wobei der Maximalwert das 131,5-Fache des Minimalwerts erreicht. Die durchschnittliche jährliche Schwebstofffracht liegt bei 274.000 Tonnen. Der jährliche Abfluss des Wei-Flusses beträgt 1,47 Milliarden Kubikmeter, das Verhältnis von Maximal- zu Minimalwert liegt bei 13,4. Im Oberlauf des Wei-Flusses ist die Bodenerosion stark ausgeprägt, mit einer durchschnittlichen Schwebstoffkonzentration über mehrere Jahre von 2–3 kg/m³. Laut Messdaten der hydrologischen Station Huicun aus den 1950er und 1960er Jahren beträgt die durchschnittliche jährliche Schwebstofffracht 3,42 Millionen Tonnen. Der jährliche Abfluss des Xiaoqing-Flusses liegt bei etwa 1,27 Milliarden Kubikmeter, wobei der Maximalwert das 14,8-fache des Minimalwerts beträgt. Die mehrjährige durchschnittliche Schwebstofffracht pro Jahr beträgt 347.000 Tonnen.[4]
Wirtschaft
Bedeutendste Häfen sind neben dem von Dongying der Hafen von Weifang im Süden und der Hafen von Longkou auf der Shandong-Halbinsel. Die Laizhou-Bucht zeichnet sich durch ausgedehnte Wattflächen und Flüsse mit reichhaltigem organischem Material aus und ist daher ein fruchtbares Gebiet für Krabben, Muscheln, Garnelen und Meersalz. Bedeutendste wirtschaftliche Erzeugnisse sind neben der Fischerei und der Salzgewinnung die Förderung von Erdöl und Erdgas.[5]
Umweltprobleme
Ein großes Problem stellt die Wasserverschmutzung entlang der Küste von Shandong dar. Die großflächige Verschmutzung des Meerwassers begann bereits in den 1960er Jahren mit der in China expandierenden industriellen Entwicklung entlang der Küste. In dieser Zeit siedelten sich großflächig zahlreiche Chemie-, Textil- und Färbereibetriebe rund um die Bucht an. Diese leiteten schädliche Abwässer direkt ins Meer oder die Flüsse ein, die dann die küstennahen Flachwassergebiete verschmutzten. Im Jahr 1972 wurden erstmals Untersuchungen zur Meeresverschmutzung durchgeführt; nach 1977 begann man, Schutzmaßnahmen zu stärken und auszuweiten. Seit dem Inkrafttreten des „Meeresumweltschutzgesetzes der Volksrepublik China“ im Jahr 1983 ist die Meeresverschmutzung aufgrund der von den Unternehmen eingeführten Kontroll- und Behandlungsmaßnahmen für Abwassereinleitungen deutlich zurückgegangen. Messdaten aus dem Jahr 1978 zeigten, dass der Ölgehalt im Golf von Bohai entlang der Küste von Shandong zwischen 0,11 und 0,439 mg/l betrug, wobei die Laizhou-Bucht den höchsten Gehalt aufwies. Es wurden geringe Konzentrationen von Quecksilber, Blei, Cadmium und Arsen nachgewiesen. Die Konzentrationen an gelöstem Sauerstoff lagen im Allgemeinen zwischen 4,08 und 7,43 mg/l, während der chemische Sauerstoffbedarf (CSB) zwischen 0,78 und 3,84 mg/l schwankte.[6]

