Landesarchäologe
leitender Archäologe eines deutschen oder österreichischen Bundeslandes
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In Deutschland ist der Landesarchäologe eines Bundeslandes in leitender Funktion für die staatliche Archäologie und Bodendenkmalpflege zuständig. Landesarchäologen werden von den Denkmalämtern der Bundesländer ernannt.
Deutschland
Besonderheiten in den Bundesländern
- In den meisten Bundesländern leitet der Landesarchäologe das jeweilige Denkmalamt. In anderen Bundesländern hat er den Rang eines Abteilungsleiters, beispielsweise in Baden-Württemberg und Niedersachsen.[1][2]
- In Bayern lautet die offizielle Bezeichnung des Abteilungsleiters der Bodendenkmalpflege Landeskonservator.
- In Berlin ist der Landesarchäologe zugleich Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte.[3]
- In Brandenburg ist der Landesarchäologe zugleich Leiter des Archäologischen Landesmuseums.[4] Museum und Landesarchäologie sind zum Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum verschmolzen.
- In Bremen ist die Landesarchäologin zugleich Leiterin der Abteilung Ur- und Frühgeschichte des Focke-Museums.
- In Hamburg ist der Landesarchäologe zugleich Direktor des Archäologischen Museums Hamburg.[5]
- In Nordrhein-Westfalen gibt es zwei gleichrangige Landesarchäologen, einen für das Rheinland und einen für Westfalen.[6]
- In Sachsen-Anhalt ist der Landesarchäologe zugleich Direktor des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle.[7]
Die amtierenden Landesarchäologen
Da Nordrhein-Westfalen zwei Landesarchäologen hat, gibt es insgesamt 17 Landesarchäologen in Deutschland, darunter derzeit vier Frauen.
| Bundesland | Name | Amtsantritt | Fachgebiet |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Dirk Krausse[1] | 2008 | Ur- und Frühgeschichte |
| Bayern | Stefanie Berg[8] | 2024 | Ur- und Frühgeschichte |
| Berlin | Matthias Wemhoff[3] | 2008 | Mittelalterarchäologie |
| Brandenburg | Franz Schopper[4] | 2012 | Ur- und Frühgeschichte |
| Bremen | Christine Onnen[9] | 2025 | Ur- und Frühgeschichte, Neuzeitarchäologie |
| Hamburg | Rainer-Maria Weiss[5] | 2003 | Ur- und Frühgeschichte |
| Hessen | Udo Recker[10] | 2016 | Mittelalterarchäologie |
| Mecklenburg-Vorpommern | Detlef Jantzen[11] | 2011 | Ur- und Frühgeschichte |
| Niedersachsen | Henning Haßmann[2] | 2001 | Ur- und Frühgeschichte |
| Nordrhein-Westfalen – Rheinland | Erich Claßen[6] | 2019 | Ur- und Frühgeschichte |
| Nordrhein-Westfalen – Westfalen | Sandra Peternek[12] | 2026 | Ur- und Frühgeschichte |
| Rheinland-Pfalz | Ulrich Himmelmann (Ständiger Vertreter des Landesarchäologen) |
2021 | Provinzialrömische Archäologie |
| Saarland | Simon Matzerath | 2024 | Ur- und Frühgeschichte |
| Sachsen | Regina Smolnik[13] | 2009 | Ur- und Frühgeschichte |
| Sachsen-Anhalt | Harald Meller[7] | 2001 | Ur- und Frühgeschichte, Provinzialrömische Archäologie |
| Schleswig-Holstein | Ulf Ickerodt[14] | 2018 | Ur- und Frühgeschichte |
| Thüringen | Sven Ostritz[15] | 2003 | Ur- und Frühgeschichte |
Verband der Landesarchäologien
Die Landesarchäologen sind zusammen mit weiteren Vertretern der deutschen Denkmalfachbehörden im Verband der Landesarchäologien organisiert. Diesem gehören insgesamt 60 Mitglieder aus den Bundesländern und darüber hinaus beratende Mitglieder an.
Ähnliche Funktionsträger in anderen Ländern
In Österreich gibt es am Bundesdenkmalamt eine Abteilung für Archäologie mit Sitz im Archäologiezentrum Mauerbach. Die meisten Mitarbeiter sind für die Archäologie in jeweils einem Bundesland zuständig (z. B. Archäologie Steiermark oder Archäologie Tirol).[16] Für den Denkmalschutz und die Denkmalpflege in den Bundesländern ist jeweils ein Landeskonservatorat zuständig, das vom Landeskonservator geleitet wird. Die neun Landeskonservatorate sind ebenfalls Abteilungen des Bundesdenkmalamtes.
In Griechenland werden die regionalen Abteilungen des Kulturministeriums Ephorie für Altertümer (griechisch Εφορεία Αρχαιοτήτων) genannt, die Amtsinhaber Ephor(en). Diese gingen 2014 hervor aus der Zusammenlegung und Neuorganisation der 39 Ephorien für Prähistorische und Klassische Altertümer und der 28 Ephorien für Byzantinische und Nachbyzantinische Altertümer.
In Italien gibt es 43 regionale Aufsichtsbehörden mit Zuständigkeit für „Archäologie, die bildenden Künste und die Landschaft“. Diese Behörden werden Soprintendenza Archeologia, Belle Arti e Paesaggio genannt und von einem Soprintendente (Direktor bzw. Direktorin) geleitet. Sie sind dem italienischen Kulturministerium unterstellt, in den autonomen Regionen sind sie unabhängig.