Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen

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Die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU, ungarisch Magyarországi Németek Országos Önkormányzata, MNOÖ) ist das 1993 und 2011 gesetzlich verankerte politische und kulturelle Repräsentationsorgan der deutschsprachigen Volksgruppe in Ungarn.

Schnelle Fakten Magyarországi Németek Országos Önkormányzata ...
Magyarországi Németek Országos Önkormányzata
Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen
Partei­vorsitzende Ibolya Hock-Englender[1]
Stellvertretender Vorsitzender Éva Baudentistl Waldmann-né
Gründung 11. März 1995
Gründungsort Budapest, Ungarn
Hauptsitz Júlia utca 9.
II. Bezirk Budapest, Ungarn
Ausrichtung Vertretung der Ungarndeutschen
Kulturelle Selbstbestimmung
Konservatismus
Farbe(n) kobaltblau
Sitze Parlament
0 / 199 (0,0 %)
Internationale Verbindungen FUEN[2]
Parteiflagge
Website ldu.hu
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Die Landesselbstverwaltung ist die Dachorganisation für 406 lokale Minderheitenselbstverwaltungen, über 500 Kulturgruppen und ungarndeutsche Vereine. Diese betreiben die deutschen Schulen und Kultureinrichtungen in Ungarn. Die LdU hat ihren Sitz in Budapest und ist über elf Regionalbüros in den Gebieten mit deutscher Minderheit vertreten.

Die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen

Die Minderheitenselbstverwaltungen in Ungarn wurden 1994 aufgrund der Bestimmungen des Kapitel IV des Gesetzes Nr. LXXVII/1993 über die Rechte der nationalen und ethnischen Minderheiten[3] eingerichtet. Nach den Wahlen der Minderheitenselbstverwaltungen vom Dezember 1994 wurde auf der Elektorenversammlung der deutschen Minderheit am 11. März 1995 die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen gewählt.

2011 trat an die Stelle des Minderheitengesetzes von 1993 das Gesetz Nr. CLXXIX./2011 über die Rechte der Nationalitäten (Nationalitätengesetz),[4] auf dessen Grundlage die LdU heute ihre Minderheitenpolitik verfolgt.[5]

Das erklärte Ziel der Selbstverwaltung liegt im Erhalt und der Förderung der Sprache, des geistigen Kulturerbes, der geschichtlichen Traditionen und der Identität der Ungarndeutschen. Dazu zählen auf kultureller Ebene die Bewahrung und Pflege der deutschen Muttersprache, die Förderung des Deutschunterrichts im ungarischen Schulwesen und der Austausch mit Deutschland in Form von Partnerschaften und Programmen.[5]

Die Verwirklichung der kulturellen Autonomie, d. h. die Übernahme von ungarndeutschen Institutionen in eigene Trägerschaft, ist Schwerpunkt der Tätigkeit der LdU.[5]

Der 2022 zum zweiten Mal ins ungarische Parlament gewählte Spitzenkandidat und derzeit einzige dortige Abgeordnete der LdU, Emmerich Ritter, gilt als der nationalistischen Fidesz-Partei von Viktor Orbán nahestehend.[6] Er war vor 2018 selbst für die Fidesz politisch aktiv.[7]

Die Organisation der Landesselbstverwaltung

Die Landesselbstverwaltung bildet die Dachorganisation für landesweit 406 lokale Nationalitätenselbstverwaltungen, über 500 Kulturgruppen und ungarndeutsche Vereine.[5]

Wahlergebnisse

Seit 2014 können die Wähler der nationalen Minderheiten in Ungarn über die Nationalitätenlisten abstimmen. Die Minderheiten können so ein Präferenzmandat erhalten, wenn sie ein Viertel des dreiundneunzigsten Teils der Listenabstimmungen erreichen.[8] Damit ergibt sich folgende Rechnung: . Die LdU erhält somit Anrecht auf einen Parlamentssitz, wenn sie 0,27 % der Stimmen auf sich vereinen kann.

Die Nationalitäten, die kein Mandat erhielten, können einen Nationalitätensprecher in das Parlament schicken.[8]

Parlamentswahlen

Weitere Informationen Jahr, Anzahl der Registrierten ...
Jahr Anzahl

der Registrierten

Stimmenanzahl Stimmenanteil Präferenzquote Sitze Spitzenkandidat
2014 15.209 11.415 0,23 % 22.022
0/199
Otto Heinek
2018 33.261 26.477 0,46 % 23.829
1/199
Emmerich Ritter
2022 31.856 24.630 0,44 % 23.085
1/199
Emmerich Ritter
2026 22.906 18.419 0,30 % 25.233
0/199
Gregor Gallai
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Parlamentswahl in Ungarn 2014

Die LdU hat eine Nationalitätenliste für die Parlamentswahlen aufgestellt.

Die ersten fünf Sitze auf der Liste der deutschen Nationalität waren die folgenden Kandidaten:[9]

Weitere Informationen LdU Nationalitätenliste 2014, Kandidaten ...
LdU Nationalitätenliste 2014
Kandidaten 1. Otto Heinek
2. Emmerich Ritter
3. Ibolya Englender-Hock
4. Judit Bárkányi
5. Josef Manz
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Im Jahre 2014 wurde Emmerich Ritter als der erste deutsche parlamentarische Sprecher in der Geschichte des ungarischen Parlaments gewählt.[10]

Parlamentswahl in Ungarn 2018

Am 4. März 2018 wurde die LdU-Nationalitätenliste registriert. Die Registrierung der Nationalitätenwähler wurde am 23. März abgeschlossen.[11]

Die Parlamentswahl fand am 8. April 2018 statt.[11]

Die ersten 5 Kandidaten auf der Liste waren:[12]

Weitere Informationen LdU Nationalitätenliste 2018, Kandidaten ...
LdU Nationalitätenliste 2018
Kandidaten 1. Emmerich Ritter
2. Otto Heinek
3. Ibolya Englender-Hock
4. Josef Manz
5. Kinga Gáspár
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Parlamentswahl in Ungarn 2022

Auch bei der Parlamentswahl in Ungarn 2022 wurde Emmerich Ritter als Listenerster der LdU ins Parlament gewählt.[7]

Parlamentswahl in Ungarn 2026

Bei der Parlamentswahl in Ungarn 2026 erhielt die Partei 18.419 Stimmen (0,3 %) und keinen Sitz.

Einzelnachweise

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