Landesspital Laibach

ehemaliges Krankenhaus in Ljubljana, Slowenien From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Landesspital Laibach, auch bekannt als Zivilkrankenhaus in Laibach (slowenisch Civilna bolnišnica v Ljubljani), ab 1850 Deželna civilna bolnica (Landeszivilkrankenhaus) oder Allgemeines Krankenhaus Laibach, war das erste zentrale öffentliche Krankenhaus im Herzogtum Krain. Die Institution wurde 1784 gegründet und entwickelte sich von einem umgebauten Kloster im Laibacher Stadtteil Ajdovščina ab 1895 zu einem modernen Pavillonkomplex an der Sallocher Straße (heute Zaloška cesta), aus dem das heutige Universitätsklinikum Ljubljana (UKC) hervorging. Die Einrichtung existierte bis 1945 unter der Bezeichnung Splošna bolnica v Ljubljani (Allgemeines Krankenhaus) und ging dann in den Kliniken der Medizinischen Fakultät der Universität Ljubljana auf.[1]

Historisches Spitalsgebäude an der Zaloška cesta, 2025

Geschichte

Augustinerkloster Laibach von 1725
Das Landeszivilkrankenhaus in Ajdovščina nach dem Erdbeben 1895
Zaloška cesta mit Gebäude des Landeskrankenhauses und St. Peter-Kirche 1928
Anlage des Landeskrankenhauses (Deželna bolnica) im Stadtplan von 1910

Standort Ajdovščina (1784–1895)

Im Zuge der josephinischen Reformen wurde 1784 das Kloster der Unbeschuhten Augustiner in der Laibacher Vorstadt Ajdovščina (damals Haideschaft) aufgehoben. Auf Initiative von Kaiser Joseph II. wurde das Gebäude ab 1786 zu einem Zivilkrankenhaus umgebaut.

Am 19. Juni 1786 unterzeichnete der Kaiser das Gründungsdekret. Die Leitung übernahmen zunächst die Barmherzigen Brüder aus Triest. Zur Eröffnung verfügte das Spital über 12 Betten in drei Abteilungen: Interne Medizin, Chirurgie und Dermatologie. 1788 besuchte Kaiser Joseph II. Laibach und ordnete an, die Sakristei des Klosters sowie die Kirche in Krankenzimmer umzubauen; gleichzeitig gab er den Bau neuer Räumlichkeiten für psychisch Kranke in Auftrag. Der Umbau und die Bauarbeiten wurden bereits im darauffolgenden Jahr abgeschlossen.[2][3]

Während der französischen Besetzung (Illyrische Provinzen) zwischen 1809 und 1813 diente das Gebäude als Militärlazarett. Nach der Rückkehr zur österreichischen Verwaltung übernahm die Stadtgemeinde die Leitung, bis 1849 das Kronland Krain die Trägerschaft übernahm, woraufhin die Bezeichnung Landeszivilkrankenhaus eingeführt wurde.[2]

Neubau an der Sallocher Straße (ab 1895)

Bereits in den 1880er Jahren war das alte Gebäude völlig überlastet, weshalb Abteilungen (wie die Psychiatrie nach Polje oder das Kinderspital) ausgelagert werden mussten. 1893 begann der Bau eines neuen Zentralkrankenhauses an der Sallocher Straße (Zaloška cesta) im Osten der St. Peters-Kaserne. Als architektonisches Vorbild diente der damals moderne Pavillonstil des Pariser Krankenhauses Hôpital Lariboisière.

Das schwere Erdbeben von Laibach am 14. April 1895 beschädigte das alte Spital in Ajdovščina so schwer, dass die Patienten evakuiert werden mussten. Dies beschleunigte die Bauarbeiten am neuen Standort massiv.

Am 16. Oktober 1895 wurde der neue Komplex mit 568 Betten eröffnet. Dieser Standort bildet bis heute den Kern des medizinischen Zentrums von Ljubljana.

Namen und Bezeichnungen

Die Institution erlebte aufgrund politischer Umbrüche zahlreiche Umbenennungen:

  • 1786: Zivilkrankenhaus (Civilna bolnica)
  • 1850–1918: Landeszivilkrankenhaus (Deželna civilna bolnica), auch Deželna bolnica (Landeskrankenhaus)
  • 1918–1931: Allgemeines Krankenhaus in Laibach (Splošna bolnica v Ljubljani), auch Staatskrankenhaus (Državna bolnica)[4]
  • 1931–1941: Allgemeines Staatskrankenhaus in Laibach (Obča državna bolnica v Ljubljani)
  • 1941–1945: Allgemeines Krankenhaus in Laibach (Splošna bolnica v Ljubljani)
  • 1945–1953: Medizinische Fakultät – Klinische Krankenhäuser (Medicinska fakulteta - Klinične bolnice)
  • 1953–1973: Klinische Krankenhäuser in Ljubljana (Klinične bolnice v Ljubljani)
  • 1973–1981: Klinikzentrum Ljubljana (Klinični center Ljubljana)
  • 1982–1992: Universitätsklinikum Ljubljana (Univerzitetni klinični center Ljubljana)
  • 1993–2006: Klinikzentrum Ljubljana (Klinični center Ljubljana)
  • seit 2006: Universitätsklinikum Ljubljana (Univerzitetni klinični center Ljubljana)

Architektur und Erbe

  • Ajdovščina: Nach dem Abriss der baufälligen Klostergebäude entstanden dort bedeutende Bauten der Laibacher Sezession, wie das Hribar-Haus (von Max Fabiani) und das Gebäude Slovenska cesta 44 (von Ciril Metod Koch).
  • Zaloška cesta: Die ursprünglichen Pavillons von 1895 sind teilweise erhalten und in den modernen Klinikbetrieb des UKC integriert.

Bedeutende Persönlichkeiten

  • Janez Bleiweis (1808–1881), Primararzt und slowenischer Politiker
  • Edo Šlajmer (1864–1939), gilt als Begründer der modernen Chirurgie in Slowenien und prägte den chirurgischen Betrieb am Standort Zaloška cesta[5]

Literatur

  • Leopold Rijavec: Ljubljanske bolnišnice (Laibacher Krankenhäuser). In: Kronika. Band 23, Nr. 2, 1975, S. 101–109 (Digitalisat auf dLib.si).
  • Zvonka Zupanič Slavec: Zgodovina zdravstva in medicine na Slovenskem. Band 2 und 3, Ljubljana 2018/2019 (COBISS ID 293494528).
  • Ivan Stopar: Sprehodi po stari Ljubljani (Spaziergänge durch das alte Laibach). Ljubljana 1992 (COBISS ID 30873088).

Einzelnachweise

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