Landgericht Trier

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Das Landgericht Trier ist ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit und eines von acht Landgerichten in Rheinland-Pfalz. Es hat seinen Sitz in Trier.

Landgerichtsgebäude am Nikolaus-Koch-Platz (2014)

Instanzenzug

Zum Gerichtsbezirk gehören die Amtsgerichte Bernkastel-Kues, Bitburg, Daun, Hermeskeil, Prüm, Saarburg, Trier und Wittlich. Dem Landgericht Trier ist das Oberlandesgericht Koblenz übergeordnet.

Geschichte

1820–1879

Bereits in der Franzosenzeit bestand mit dem Appellationsgericht Trier ein Mittelgericht in Trier. Das Landgericht in Trier besteht seit dem 1. August 1820. In der damaligen preußischen Rheinprovinz galt die französische Gerichtsorganisation weiter. Der Appellationsgerichtshof Köln hatte dort die Funktion des Appellationsgerichtes. Die ihm untergeordneten Gerichte trugen nicht die Bezeichnung Kreisgericht, sondern Landgericht. Dem Landgericht Trier waren folgende Friedensgerichte als Gerichte erster Instanz untergeordnet:

Weitere Informationen Friedensgericht, Sitz ...
Friedensgericht Sitz
Friedensgericht BernkastelBernkastel
Friedensgericht BitburgBitburg
Friedensgericht DaunDaun
Friedensgericht DudeldorfDudeldorf
Friedensgericht HermeskeilHermeskeil
Friedensgericht HillesheimHillesheim
Friedensgericht ManderscheidManderscheid
Friedensgericht MerzigMerzig
Friedensgericht NeuerburgNeuerburg
Friedensgericht NeumagenNeumagen
Friedensgericht PerlPerl
Friedensgericht PrümPrüm
Friedensgericht RhaunenRhaunen
Friedensgericht SaarburgSaarburg
Friedensgericht SchweichSchweich
Friedensgericht Trier ITrier
Friedensgericht Trier IITrier
Friedensgericht WadernWadern
Friedensgericht WaxweilerWaxweiler
Friedensgericht WittlichWittlich
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Hinzu kamen 1820 noch die folgenden Friedensgerichte, die aber 1835 dem dann neu gegründeten Landgericht Saarbrücken zugeordnet wurde:

Weitere Informationen Friedensgericht, Sitz ...
Friedensgericht Sitz
Friedensgericht BaumholderBaumholder
Friedensgericht GrumbachGrumbach
Friedensgericht St. JohannSt. Johann
Friedensgericht LebachLebach
Friedensgericht OttweilerOttweiler
Friedensgericht SaarlouisSaarlouis
Friedensgericht TholeyTholey
Friedensgericht WallerfangenWallerfangen
Friedensgericht St. WendelSt. Wendel
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[1]

Das 1944 zerstörte Gerichtsgebäude

Von 1828 bis 1835 war Ernst Schiller, der Sohn Friedrich Schillers, Landgerichtsrat in Trier.

Seit 1879

Im Zuge der Reichsjustizgesetze, die 1879 in Kraft traten, wurde das Landgericht Trier in ein Landgericht neuer Ordnung umgewandelt.

Das königlich preußische Landgericht Trier wurde mit Wirkung zum 1. Oktober 1879 als eines von neun Landgerichten im Bezirk des Oberlandesgerichtes Cöln gebildet. Das Landgericht war danach für die Kreise Bernkastel, Bitburg, Daun, Merzig, Prüm, Saarburg, Stadtkreis Trier, Landkreis Trier und Wittlich zuständig.[2] Ihm waren folgende 16 Amtsgerichte zugeordnet:

Weitere Informationen Amtsgericht, Sitz ...
AmtsgerichtSitzBezirk
Amtsgericht BernkastelBernkastelKreis Bernkastel ohne den Teil der den Amtsgerichten Neumagen und Rhaunen zugeordnet war
Amtsgericht BitburgBitburgKreis Bitburg ohne den Teil der dem Amtsgericht Neuerburg zugeordnet war
Amtsgericht DaunDaunKreis Daun ohne den Teil der dem Amtsgericht Hillesheim zugeordnet war
Amtsgericht HermeskeilHermeskeilAus dem Landkreis Trier die Bürgermeistereien Bürgermeisterei Beuren, Bürgermeisterei Farschweiler, Bürgermeisterei Hermeskeil, Bürgermeisterei Kell und Bürgermeisterei Otzenhausen
Amtsgericht HillesheimCastellaunAus dem Kreis Daun die Bürgermeisterei Gerolstein, Bürgermeisterei Hillesheim, Bürgermeisterei Kerpen, Bürgermeisterei Lissendorf und Bürgermeisterei Rockeskyll
Amtsgericht MerzigMerzigKreis Merzig ohne den Teil der dem Amtsgericht Wadern zugeordnet war
Amtsgericht NeuerburgNeuerburgAus dem Kreis Bitburg die Bürgermeistereien Körperich, Mettendorf, Neuerburg (Stadt), Neuerburg (Land), Nusbaum und die Bürgermeisterei Baustert ohne die Gemeindebezirke Brecht, Ernzen, Feilsdorf, Hermesdorf, Mülbach, Oberweis, Stockem und Wißmannsdorf
Amtsgericht NeumagenNeumagenAus dem Kreis Bernkastel die Bürgermeistereien Neumagen, Thalfang, Talling und aus der Bürgermeisterei Mohrbach die Gemeindebezirke Elzerath, Haag, Heinzerath, Hunolstein, Merschbach, Merscheid und Weiperath und aus dem Landkreis Trier die Bürgermeistereien Heidenburg, Leiwen, Mehring und Trittenheim
Amtsgericht PerlPerlAus dem Kreis Saarburg die Bürgermeistereien Orscholz, Perl, Sinz und Nennig
Amtsgericht PrümPrümKreis Prüm ohne den Teil der dem Amtsgericht Warxweiler zugeordnet war
Amtsgericht RhaunenRhaunenAus dem Kreis Bernkastel die Bürgermeisterei Wirschweiler, die Bürgermeisterei Morbach ohne den Teil der dem Amtsgericht Neumagen zugeordnet war und die Bürgermeisterei Rhaunen ohne den Gemeindebezirk Horbruch
Amtsgericht SaarburgSaarburgKreis Saarburg ohne den Teil der dem Amtsgericht Perl zugeordnet war
Amtsgericht TrierTrierStadtkreis Trier und Landkreis Trier außer den Teilen, die den Amtsgerichten Hermeskeil und Neumagen zugeordnet waren
Amtsgericht WadernWadernAus dem Kreis Merzig die Bürgermeisterei Wadern, die Bürgermeisterei Weiskirchen und aus der Bürgermeisterei Losheim die Gemeindebezirke Bergen, Losheim, Niederlosheim, Scheiden und Waldhölzbach
Amtsgericht WaxweilerWaxweilerAus dem Kreis Prüm die Bürgermeistereien Arzweiler, Burbach, Daleiden, Dasburg, Dingdorf, Eschfeld, Habscheid, Harspelt, Leidenborn, Lichtenborn, Lünebach, Olmscheid, Pronsfeld und Waxweiler
Amtsgericht WittlichWittlichKreis Wittlich
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[3]

Der Landgerichtsbezirk hatte 1888 zusammen 349.175 Einwohner. Am Gericht waren ein Präsident, zwei Direktoren und neun Richter tätig.[4]

Ausgliederung des Saargebietes

Infolge des verlorenen Ersten Weltkriegs wurde das Saargebiet 1919 vom Deutschen Reich abgetrennt. Damit wurde auch das Amtsgericht Merzig aus dem Sprengel des Landgerichtes Trier abgetrennt und dem Landgericht Saarbrücken zugeordnet (siehe: Gerichtsorganisation im Saargebiet). Nach der Saarabstimmung kehrte das Saargebiet zum Reich zurück.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Im Jahre 1944 wurde das Gerichtsgebäude durch Bombenangriffe zerstört. Mit dem Einmarsch der britischen Truppen am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Landgericht vorübergehend abgeschafft. Doch schon im Dezember 1945 wurde es wiedereröffnet. Es war nun dem Oberlandesgericht Koblenz zugeordnet.

Im Jahre 1954 wurde der Neubau an der gleichen Stelle wie das ehemalige Gebäude in Betrieb genommen. Im Jahre 1966 wurde er erweitert und modernisiert. Zwischen 2004 und 2006 folgte eine erneute umfassende Sanierung.[5]

Bekannte Richter

Siehe auch

Einzelnachweise

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