Landhaus P. Godeffroy
ab 1790 von Bauherr Peter Godeffroy durch Christian Frederik Hansen in Hamburg-Dockenhuden erbautes Landhaus
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Das Landhaus P. Godeffroy ist ein vom Architekten Christian Frederik Hansen entworfenes klassizistisches Landhaus an der Elbchaussee in Dockenhuden, Hamburg-Blankenese. Das Haus ist im Privatbesitz und wird heutzutage für kulturelle Veranstaltungen genutzt.[1]
Geschichte und Ausstattung
Peter Godeffroy ließ sich wie sein Bruder Jean Cesar Godeffroy von dem für die dänischen Landesteile Holstein und Altona/Elbe zuständigen Landbaumeister Christian Frederik Hansen ein repräsentatives Landhaus bauen. Dazu hatte er etwas weiter westlich des Mühlenberger Tals auf der Elbchaussee 547 von den Erben von Justizrat C. Matthiessen 1789 ein Grundstück erworben.[2] Der Bau wurde 1790 begonnen und die Bauzeit betrug 2 Jahre.
Der breitgelagerte eineinhalbgeschossige Putzbau mit abschließendem Mezzaningeschoss steht auf einem Sandsteinsockel mit siebenachsiger Straßenfassade, die zwei einachsige, stark vorspringende Seitenrisalite aufweist. Die Elbfassade hat einen dreiachsigen Mitteltrakt und stark vorspringende zweiachsige Seitenrisalite sowie die Seitenfronten dreiachsige Mittelrisalite. Zur Straßen- und Elbseite befinden sich ionische Säulenportale. Die Villa hat ein niedriges kupfergedecktes Walmdach mit Attika.
Hansen richtete das Haus mit Gipsabgüssen antiker Statuen, Büsten, Vasen und Basreliefs aus dem antiken Rom ein, unter ihnen eine Venusstatue, die ursprünglich für das Marmorpalais im Neuen Garten in Potsdam bestimmt war. Die Ausstattung stammte aus einer in Rom für den preußischen Hof in Berlin beschafften Ladung, mit der das Transportschiff auf der Elbe vor Blankenese Schiffbruch erlitten hatte[3] und die Hansen aus der Versicherungsmasse des gestrandeten Schiffes hatte erwerben können.[4] Einige Räume haben Tapeten von Jean Baptiste Réveillon (1725–1789), einem der bekanntesten Vertreter der französischen Tapetenmanufakturen. Die Baukosten betrugen 20.000 Reichstaler.[5]
Garten
Der französische Landschaftsgärtner Daniel Louis Jacques schuf einen Landschaftsgarten nach englischem Vorbild.[2] Später nahm er anstelle seines französischen Nachnamens Jacques den deutschen Jacob an.[6]
Laut einer Anzeige, in der der Verkauf der Besitzung im Auftrag der Testamentsvollstrecker für Ende Mai 1823 angekündigt wurde, gehörten dazu u. a. Treibhäuser (Treibereien), eine Orangerie sowie zwei Bauhöfe.[7]
Spätere Eigentümer
Nach dem Tod von Peter Godeffroy erwarb der Kaufmann Johann Ludwig Thierry, der mit dessen Tochter Charlotte verheiratet war, das Haus und Teile des Besitzes in einer Auktion. Charlotte Thierry bewohnte das Haus bis an ihr Lebensende im März 1880. Es blieb bis zum Tode von Wilhelm von Godeffroy 1904 in der Familie, der das Haus fast nie bewohnte.[8] Anschließend kam es in den Besitz von Heinrich Friedrich Kirsten, 1920 an Karl Sieveking und schließlich 1934 an John T. Essberger.
Essberger ließ das Haus in seinen Originalzustand zurückversetzen. Später übernahm es seine Tochter Liselotte von Rantzau-Essberger und dann deren Sohn Eberhart von Rantzau. Das Haus wird heutzutage für kulturelle Veranstaltungen genutzt.[1]
Ansichten und Pläne
- Landhaus P. Godeffroy & Weißes Haus. (html) In: www.bildindex.de. Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg, 1948, S. 12, abgerufen am 31. Mai 2024 (Zahlreiche Innenaufnahmen, s/w Aufnahmen, Datierungen innerhalb der Aufnahmen).
- Landhaus P. Godeffroy & Weißes Haus. Raum mit Reveillon-Tapete und Barockschrank. In: www.bildindex.de. Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg, S. 3, abgerufen am 12. April 2026 (Innenaufnahmen 1943/4).
- Réveillon-Tapete. (html) In: www.bildindex.de. Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg, 1943, S. 3, abgerufen am 31. Mai 2024 (Aufnahmen farbig, als s/w Aufnahme datiert: 1945).
- Architekturzeichnungen aus der National Dänische Kunstbibliothek (Danmarks Kunstbiliotek): Tyskland, Hamburg, Blankenese, Elbchaussee 547, Peter Godeffroy’s Hus (online1, online2, online3)
Literatur
- Paul Th. Hoffmann: Die Blankeneser Parks. In: Zeitschrift für Literatur und Wissenschaft. (Beilage) Hamburger Nachrichten. 29. Oktober 1933, S. 10, Digitalisat
- Renata Klee-Gobert, Heinz Ramm: Landhaus P. Godeffroy, „Weißes Haus“. In: Günther Grundmann, Kulturbehörde (Hrsg.): Die Bau- und Kunstdenkmale der Freien und Hansestadt Hamburg. 2. Auflage. Band 2. Christians Verlag, Hamburg 1970, ISBN 3-7672-0595-5, S. 225–229.
Weblinks
- Svante Domizlaff: Das Geheimnis des Weißen Hauses. (html) In: Die Welt. Axel Springer SE, 11. Februar 2001, abgerufen am 26. August 2019.
- hamburg.de: Landhaus P. Godeffroy