Landkreis Bad Dürkheim

Landkreis in Rheinland-Pfalz, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Landkreis Bad Dürkheim ist eine Gebietskörperschaft im Süden von Rheinland-Pfalz in der Metropolregion Rhein-Neckar. Sitz der Kreisverwaltung ist die verbandsfreie Stadt Bad Dürkheim, die bevölkerungsreichste Kommune ist die verbandsfreie Gemeinde Haßloch.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Koordinaten: 49° 27′ N,  7′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Verwaltungssitz: Bad Dürkheim
Fläche: 594,64 km²
Einwohner: 133.863 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 225 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: DÜW
Kreisschlüssel: 07 3 32
Kreisgliederung: 48 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Philipp-Fauth-Straße 11
67098 Bad Dürkheim
Website: www.kreis-bad-duerkheim.de
Landrat: Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU)
Lage des Landkreises Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz
KarteNiederlandeBelgienFrankreichLuxemburgBaden-WürttembergHessenNordrhein-WestfalenSaarlandFrankenthal (Pfalz)KaiserslauternKoblenzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLudwigshafen am RheinMainzPirmasensSpeyerTrierWormsZweibrückenLandkreis AhrweilerLandkreis Altenkirchen (Westerwald)Landkreis Alzey-WormsLandkreis Bad DürkheimLandkreis Bad KreuznachLandkreis Bernkastel-WittlichLandkreis BirkenfeldLandkreis Cochem-ZellDonnersbergkreisEifelkreis Bitburg-PrümLandkreis GermersheimLandkreis KaiserslauternLandkreis KuselLandkreis Mainz-BingenLandkreis Mayen-KoblenzNeustadt an der WeinstraßeLandkreis NeuwiedRhein-Hunsrück-KreisRhein-Lahn-KreisRhein-Pfalz-KreisLandkreis Südliche WeinstraßeLandkreis SüdwestpfalzLandkreis Trier-SaarburgLandkreis VulkaneifelWesterwaldkreis
Karte
Schließen

Geographie

Lage

Der Landkreis Bad Dürkheim liegt in der Pfalz zwischen Ludwigshafen am Rhein im Osten und Kaiserslautern im Westen. Der Westen des Kreises hat Anteil am Pfälzerwald, der Osten gehört noch zur Oberrheinischen Tiefebene, die Mitte ist Teil der Hügellandschaft an der Deutschen Weinstraße, die sich etwa von Nord nach Süd über eine Länge von gut 30 km durch den Kreis zieht.

Struktur und Grenzen

Der Landkreis erstreckt sich von Nord nach Süd von Bockenheim bis Haßloch, in Ost-West-Richtung von Frankenstein bis Ellerstadt. Seine größte Ausdehnung erreicht er mit 42 km (Luftlinie) zwischen Elmstein im Südwesten und Dirmstein im Nordosten.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Landkreis Alzey-Worms, an die kreisfreie Stadt Worms, an den Rhein-Pfalz-Kreis, an die kreisfreie Stadt Neustadt an der Weinstraße, an den Landkreis Südliche Weinstraße, an eine Exklave der kreisfreien Stadt Landau in der Pfalz, an den Landkreis Südwestpfalz, an den Landkreis und die kreisfreie Stadt Kaiserslautern sowie an den Donnersbergkreis.

Städte und Gemeinden

(In Klammern: Einwohner am 31. Dezember 2025)[1]

Verbandsfreie Städte und Gemeinden

Verbandsgemeinden mit angehörigen Städten und Ortsgemeinden Der Verwaltungssitz jeder Verbandsgemeinde ist mit * markiert.

Bad DürkheimGrünstadtGrünstadtHaßlochMeckenheim (Pfalz)Niederkirchen bei DeidesheimRuppertsbergForst an der WeinstraßeDeidesheimWattenheimHettenleidelheimTiefenthal (Pfalz)Carlsberg (Pfalz)AltleiningenEllerstadtGönnheimFriedelsheimWachenheim an der WeinstraßeElmsteinWeidenthalNeidenfelsLindenberg (Pfalz)Lambrecht (Pfalz)FrankeneckEsthalKindenheimBockenheim an der WeinstraßeQuirnheimMertesheimEbertsheimObrigheim (Pfalz)ObersülzenDirmsteinGerolsheimLaumersheimGroßkarlbachBissersheimKirchheim an der WeinstraßeKleinkarlbachNeuleiningenBattenberg (Pfalz)NeuleiningenKirchheim an der WeinstraßeWeisenheim am SandWeisenheim am SandWeisenheim am SandErpolzheimBobenheim am BergBobenheim am BergDackenheimDackenheimFreinsheimFreinsheimHerxheim am BergHerxheim am BergHerxheim am BergKallstadtKallstadtWeisenheim am BergWeisenheim am BergLandkreis Alzey-WormsWormsLudwigshafen am RheinFrankenthal (Pfalz)Rhein-Pfalz-KreisLandkreis GermersheimNeustadt an der WeinstraßeLandkreis Südliche WeinstraßeLandau in der PfalzKaiserslauternLandkreis KaiserslauternDonnersbergkreisKaiserslauternLandkreis Südwestpfalz

Die Ortsgemeinde Ungstein wurde am 22. April 1972 in die Stadt Bad Dürkheim eingemeindet. Die Ortsgemeinde Duttweiler wurde zum 16. März 1974 Ortsbezirk der kreisfreien Stadt Neustadt an der Weinstraße.

Siehe auch

Geschichte

Chronik

Der Landkreis Bad Dürkheim wurde am 7. Juni 1969 im Rahmen der Kreisreform in Rheinland-Pfalz aus Teilen der beiden aufgelösten Landkreise Frankenthal (Pfalz) und Neustadt an der Weinstraße (früher Neustadt an der Haardt) sowie der Gemeinde Rodenbach aus dem aufgelösten Landkreis Kirchheimbolanden gebildet. Am 16. März 1974 wurde Duttweiler in die kreisfreie Stadt Neustadt an der Weinstraße eingegliedert.[2] Die beiden alten Landkreise waren vom Königreich Bayern, zu dem das heutige Kreisgebiet ab 1816 gehörte, geschaffen worden. 1946 wurden beide Kreise Teil des damals neu geschaffenen Landes Rheinland-Pfalz und gehörten zunächst zum Regierungsbezirk Pfalz, ab 1968 Rheinhessen-Pfalz.

Einwohnerstatistik

Bevölkerungspyramide für den Kreis Bad Dürkheim (Datenquelle: Zensus 2011[3])
Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner Quelle
1970115.700[4]
1980116.000[5]
1990124.400[6]
2000133.800[7]
2010132.757
2018135.664[8]
2022134.546
Schließen

Konfessionsstatistik

Laut dem Zensus 2022 waren im Mai 2022 34,1 % der Einwohner evangelisch und 24,0 % römisch-katholisch.41,9 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[9] Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder ist seitdem gesunken, der Anteil am Gesamtbevölkerung der Einwohner mit sonstiger oder ohne Konfession nimmt zu. Derzeit (Stand Mai 2026) sind von den Einwohnern 29,8 % evangelisch und 21,3 % katholisch. 48,9 % sind konfessionslos oder gehören einer anderen Glaubensgemeinschaft an.[10]

Politik

Kreistag

Der Kreistag des Landkreises Bad Dürkheim besteht aus 46 gewählten Mitgliedern und dem Landrat als Vorsitzendem.

Wegen der Besonderheiten des rheinland-pfälzischen Wahlsystems bei den Kommunalwahlen (personalisierte Verhältniswahl) sind die angegebenen prozentualen Stimmanteile als gewichtete Ergebnisse ausgewiesen, die das Wahlverhalten nur rechnerisch wiedergeben.

Die Wahlen zum Kreistag hatten folgende Ergebnisse:[11][12]

Weitere Informationen Parteien und Wählergruppen, % 2024 ...
Parteien und Wählergruppen %
2024
Sitze
2024
%
2019
Sitze
2019
%
2014
Sitze
2014
CDU 31,6 15 29,2 14 37,2 18
SPD 18,8 9 20,7 10 27,8 13
AfD 14,9 7 10,6 5 5,1 2
FWG 13,7 6 13,5 6 12,1 6
GRÜNE 10,6 5 15,7 7 8,9 4
BSW 5,0 2
FDP 4,9 2 6,7 3 4,3 2
DIE LINKE. 0,4 0 2,7 1 2,7 1
Sonstige 0,9 0 2,0 0
Gesamt 100,0 46 100,0 46 100,0 46
Wahlbeteiligung in % 68,6 67,2 58,7
Schließen

Landräte ab 1969

Seit 2001 wird das Amt des Landrats, des höchsten Verwaltungsbeamten des Landkreises, durch Mehrheitswahl vergeben. Eine Wahlperiode dauert acht Jahre.

Weitere Informationen Zeit, Name ...
ZeitNameParteiBemerkungen
26.06.1969 – 30.06.1979Hermann SchererSPDvon der Landesregierung bestellt
03.07.1979 – 01.11.1979Peter DickFDPals Erster Kreisdeputierter kommissarisch
01.11.1979 – 13.09.1988Hermann Josef DeutschCDUvon der Landesregierung bestellt, vorzeitiger Rücktritt
13.09.1988 – 27.02.1989Herbert GustavusSPDals Erster Kreisdeputierter kommissarisch
27.02.1989 – 18.07.1989Richard Sebastianparteilosals kommissarischer Landrat von der Landesregierung bestellt
18.07.1989 – 02.10.1989Herbert GustavusSPDals Erster Kreisdeputierter kommissarisch
30.10.1989 – 29.10.2001Georg KalbfußSPDvon der Landesregierung bestellt, Zustimmung durch den Kreistag; 1991 Wiederwahl durch den Kreistag
29.10.2001 – 07.12.2012Sabine RöhlSPD2001 und 2009 gewählt durch Direktwahl,
im Dezember 2012 nach zweijähriger Krankheit verstorben[13]
00.11.2010 – 17.04.2013Erhard FreunschtCDUals Erster Kreisbeigeordneter ab November 2010 infolge der Erkrankung der Landrätin in Vertretung. Dann kommissarisch
17.04.2013 – 0000Hans-Ulrich IhlenfeldCDUDirektwahl
Schließen

Hans-Ulrich Ihlenfeld wurde bei der Stichwahl am 7. April 2013 mit einem Stimmenanteil von 59,8 % gewählt, nachdem bei der Direktwahl am 17. März 2013 keiner der ursprünglich drei Bewerber eine ausreichende Mehrheit erreicht hatte.[14] Bei der Direktwahl am 8. November 2020 wurde er mit einem Stimmenanteil von 58,9 % für weitere acht Jahre im Amt bestätigt.[15] Die zweite Amtszeit begann am 17. April 2021.[16]

Wappen und Flagge

Der Landkreis Bad Dürkheim führt ein Wappen sowie eine Hiss- und Bannerflagge.

Wappen des Landkreises Bad Dürkheim
Wappen des Landkreises Bad Dürkheim
Blasonierung: „Durch einen mit zwei blauen, grün gestielten Trauben mit grünen Blättern belegten silbernen Pfahl gespalten: rechts in Schwarz ein linksgewendeter, rot bewehrter goldener Löwe; links in Blau ein rot bewehrter silberner Adler.“
Wappenbegründung: Der Pfälzer Löwe steht für die Kurpfalz, die vom Mittelalter bis in die Neuzeit das südliche Kreisgebiet beherrschte, und der Adler für die Herren von Leiningen, denen der nördliche Bereich gehörte. Der silberne Pfahl symbolisiert die Deutsche Weinstraße, die durch das Kreisgebiet führt, für dessen beide großen Weinbaugebiete Mittelhaardt-Deutsche Weinstraße und Südliche Weinstraße die zwei Trauben stehen. Die Wappenverleihung erfolgte am 22. Januar 1973.

Partnerschaften

Zum Landkreis Starnberg in Oberbayern bestehen seit 1980 „freundschaftliche Beziehungen“. 1990 wurde eine formelle Partnerschaft mit dem Landkreis Stadtroda in Thüringen beschlossen, der 1994 im Saale-Holzland-Kreis aufging. Die jüngste Partnerschaft besteht seit 2000 mit dem polnischen Landkreis Kreuzberg O.S. Außerdem betreut der Landkreis Bad Dürkheim die seit 1968 bestehende Partnerschaft zwischen der Deutschen Weinstraße und der Südtiroler Weinstraße.[17]

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Typisch für den Landkreis ist der Weinanbau auf rund 7200 Hektar Rebfläche, aber auch Obst und Gemüse werden angepflanzt. Dank des milden Klimas wachsen zum Beispiel Mandeln, Feigen, Orangen und Zitronen.

Neben der Landwirtschaft ist der Tourismus eine weitere Einnahmequelle für viele Bewohner des Landkreises. Im Naturpark Pfälzerwald findet man den Kurpfalz-Park, einen Wildschutzpark oberhalb des Städtchens Wachenheim. Das Plopsaland Deutschland bei Haßloch lockt ebenfalls jährlich tausende Besucher in die Pfalz.

Das Kreisgebiet durchziehen eine Pipeline für Erdgas der Creos Deutschland GmbH sowie die NATO-Pipeline „Speyer–Fürfeld“.

Verkehr

Verkehrstechnisch ist der Landkreis Bad Dürkheim gut angebunden. Die Bundesautobahn 6 (Mannheim–Saarbrücken) führt durch das nördliche Kreisgebiet, die Bundesautobahn 65 (Karlsruhe–Ludwigshafen) streift das südliche Kreisgebiet bei Haßloch. Die Bundesautobahn 61 (Speyer–Ludwigshafen–Koblenz) führt nur wenige Kilometer östlich der Kreisgrenze vorbei und kreuzt sowohl die A 6 als auch die A 65.

Der öffentliche Personennahverkehr ist im Verkehrsverbund Rhein-Neckar zusammengeschlossen. Durch den Landkreis verlaufen die wichtige Eisenbahntrasse der Pfälzischen Ludwigsbahn MannheimSaarbrücken(–Paris) sowie die Pfälzische Nordbahn (Neustadt an der Weinstraße–)Bad Dürkheim–Grünstadt(–Monsheim). Die Rhein-Haardtbahn (RHB) verkehrt von Bad Dürkheim nach Ludwigshafen und Mannheim, wo sie dank gleicher Spurbreite mit der Straßenbahn vernetzt ist. Nur noch im Museumsverkehr wird hingegen das Kuckucksbähnel Lambrecht–Elmstein bedient.

Kfz-Kennzeichen

Bei der Bildung des neuen Landkreises wurde am 7. Juni 1969 das Unterscheidungszeichen DÜW zugeteilt. Es ist von Bad Dürkheim und Weinstraße abgeleitet und wird bis heute ausgegeben.

Kultur

Literatur

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI