Rhein-Neckar-Kreis

Landkreis in Baden-Württemberg, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Rhein-Neckar-Kreis ist eine Gebietskörperschaft in Baden-Württemberg. Er ist mit 558.561 Einwohnern (31. Dezember 2024) der bevölkerungsreichste Landkreis Baden-Württembergs und der fünfteinwohnerstärkste Deutschlands. Er liegt im Nordwesten des Landes im Regierungsbezirk Karlsruhe und gehört zur Metropolregion Rhein-Neckar.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Koordinaten: 49° 24′ N,  41′ O
Bundesland:Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Region: Rhein-Neckar
Verwaltungssitz: Heidelberg
Fläche: 1.061,54 km²
Einwohner: 558.561 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 526 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: HD
Kreisschlüssel: 08 2 26
Kreisgliederung: 54 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Kurfürstenanlage 38–40
69115 Heidelberg
Website: www.rhein-neckar-kreis.de
Landrat: Manuel Just (parteilos)
Lage des Rhein-Neckar-Kreises in Baden-Württemberg
KarteFrankreichSchweizÖsterreichBodenseeRheinland-PfalzHessenFreistaat BayernAlb-Donau-KreisBaden-BadenLandkreis BiberachLandkreis BöblingenBodenseekreisLandkreis Breisgau-HochschwarzwaldLandkreis CalwLandkreis EmmendingenEnzkreisLandkreis EsslingenFreiburg im BreisgauLandkreis FreudenstadtLandkreis GöppingenHeidelbergLandkreis HeidenheimLandkreis HeilbronnHeilbronnHohenlohekreisLandkreis KarlsruheKarlsruheLandkreis KonstanzLandkreis LörrachLandkreis LudwigsburgMain-Tauber-KreisMannheimNeckar-Odenwald-KreisOrtenaukreisOstalbkreisPforzheimLandkreis RastattLandkreis RavensburgRems-Murr-KreisLandkreis ReutlingenRhein-Neckar-KreisLandkreis RottweilLandkreis Schwäbisch HallSchwarzwald-Baar-KreisLandkreis SigmaringenStuttgartLandkreis TübingenLandkreis TuttlingenUlmLandkreis WaldshutZollernalbkreis
Karte
Schließen
Topografische Karte

Sitz des Landkreises ist Heidelberg, das selbst ein Stadtkreis ist und dem Landkreis nicht angehört. Die einwohnergrößte Stadt im Landkreis ist die Große Kreisstadt Weinheim.

Geographie

Lage

Der Rhein-Neckar-Kreis hat Anteil an der Oberrheinischen Tiefebene, am westlichen Kraichgau und am südlichen Odenwald. Die Landschaft am westlichen Rand des Odenwalds von Wiesloch nordwärts über Heidelberg und Weinheim bis Darmstadt bezeichnet man als Bergstraße, eine der wärmsten Gegenden Deutschlands. Im Osten liegt das Tourismusgebiet Brunnenregion. Der Landkreis grenzt direkt an Hessen und Rheinland-Pfalz (Brühl (Baden)Altlußheim/AltripSpeyer) und besitzt zudem mit Badisch-Schöllenbach eine Exklave, die nur zwei Kilometer von Bayern (Kirchzell-Breitenbach) entfernt ist. Die Höhenlage erstreckt sich von 86 m ü. NHN am Neckar in Ilvesheim bis 587,4 m ü. NHN auf der Stiefelhöhe im Odenwald.

Nachbarkreise

Der Rhein-Neckar-Kreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Bergstraße, Odenwaldkreis (beide in Hessen), Neckar-Odenwald-Kreis, Heilbronn und Karlsruhe (alle in Baden-Württemberg). Im Westen bildet der Rhein die Landesgrenze zum Bundesland Rheinland-Pfalz mit der kreisfreien Stadt Speyer und dem Rhein-Pfalz-Kreis, mit Ausnahme der linksrheinischen Kollerinsel, die zur Gemeinde Brühl und damit zum Rhein-Neckar-Kreis gehört. Weiterhin grenzt der Rhein-Neckar-Kreis an die Stadtkreise Mannheim und Heidelberg.

In das Kreisgebiet ragt von Norden bis zum Neckar ein schmaler Streifen, der zu Hessen gehört. Es handelt sich hierbei um die zum Landkreis Bergstraße gehörigen Gemeinden Neckarsteinach und Hirschhorn (Neckar) sowie das gemeindefreie Gebiet Michelbuch.

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2015.[2]

Naturschutz

Der Rhein-Neckar-Kreis besitzt folgende 51 Naturschutzgebiete. Nach der Schutzgebietsstatistik der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)[3] stehen 3.063,58 Hektar der Kreisfläche unter Naturschutz, das sind 2,89 Prozent.

  1. Altenbachtal und Galgenberg, 116,1 ha, Gemeinden Malsch, Mühlhausen, Stadt Rauenberg
  2. Altneckar Wörth-Weidenstücker, 16,7 ha (davon 5,1 ha im Rhein-Neckar-Kreis), Gemeinde Edingen-Neckarhausen
  3. Altneckarschleife-Neckarplatten, 84,9 ha, Stadt Ladenburg, Gemeinden Ilvesheim, Edingen-Neckarhausen
  4. Backofen-Riedwiesen, 147,7 ha, (davon 63,6 ha im Rhein-Neckar-Kreis), Gemeinden Brühl, Edingen-Neckarhausen
  5. Bockscheuer, 11,2 ha, Stadt Sinsheim
  6. Brombacher Tal, 18,7 ha, Stadt Eberbach
  7. Brühlwegdüne, 36,5 ha, Gemeinde Sandhausen
  8. Brühlwiesen, 4,0 ha, Stadt Sinsheim
  9. Dammstücker, 19,5 ha, Gemeinde Nußloch
  10. Elsenzaue-Hollmuthang, 58,0 ha, Gemeinde Bammental, Stadt Neckargemünd
  11. Felsenberg, 5,9 ha, Stadt Neckargemünd
  12. Feuchtgebiete am Ilvesbach, 39,41 ha, Stadt Sinsheim
  13. Frauweilerwiesen, 12,3 ha, Stadt Wiesloch
  14. Gräbenwiesen, Spechbach, Weidichberg und Birkenwald, 44,4 ha, Gemeinde Mühlhausen
  15. Hilsbacher Bruchwiesen, 19,9 ha, Stadt Sinsheim
  16. Hirschacker und Dossenwald, 128,9 ha, (davon 61,3 ha im Rhein-Neckar-Kreis), Stadt Schwetzingen
  17. Hochholz-Kapellenbruch, 263,7 ha, Städte Rauenberg und Wiesloch, Gemeinden Malsch und St. Leon-Rot
  18. Hockenheimer Rheinbogen, 640,4 ha, Stadt Hockenheim, Gemeinden Altlußheim und Ketsch
  19. Hoffenheimer Klinge, 22,3 ha, Stadt Sinsheim
  20. Kallenberg und Kaiserberg, 39,6 ha, Gemeinden Eschelbronn, Neidenstein
  21. Ketscher Rheininsel, 476,4 ha, Gemeinden Brühl, Ketsch
  22. Kranichsberg,8,4 ha, Stadt Eberbach
  23. Landschaft am Waldangelbach, 11,5 ha, Städte Rauenberg, Wiesloch
  24. Malscher Aue, 23,9 ha, Gemeinden Bad Schönborn, Malsch, Mühlhausen
  25. Mauermer und Bammentaler Elsenztal, 162,0 ha, Gemeinden Bammental, Mauer, Meckesheim
  26. Neckaraue zwischen Botzheimer Wasen und Obere Wörth, 5,5 ha, Stadt Ladenburg
  27. Neckarufer Seitelsgrund-Moosklinge, 47,3 ha, Stadt Eberbach, Gemeinde Schönbrunn
  28. Nußlocher Wiesen, 69,3 ha, Städte Leimen, Walldorf, Wiesloch, Gemeinde Nußloch
  29. Oftersheimer Dünen, 50,5 ha, Gemeinde Oftersheim
  30. Ölberg, 51,5 ha, Gemeinde Dossenheim, Stadt Schriesheim
  31. Rohrwiesen und Gänswiesen, 11,6 ha, Stadt Hemsbach, Gemeinde Laudenbach
  32. Sallengrund-Waldwiesen, 33,3 ha, Gemeinde Dielheim
  33. Sandgrube am Grafenrain, 5,3 ha, Gemeinde Mauer
  34. Sandhausener Dünen, 37,1 ha, Gemeinde Sandhausen
  35. Sauerwiesen-Fuchsloch, 60,8 ha, Gemeinde Dielheim, Stadt Wiesloch
  36. Schafhof-Teufelsloch, 34,4 ha, Stadt Hemsbach
  37. Schwetzinger Wiesen-Riedwiesen, 150,4 ha, Stadt Schwetzingen, Gemeinden Brühl und Edingen-Neckarhausen
  38. Sotten, 18,5 ha, Stadt Neckargemünd
  39. Steinbruch Kirchardter Berg, 11,3 ha, Stadt Sinsheim
  40. Steinbruch Leimen, 22,0 ha (davon 18,0 ha im Rhein-Neckar-Kreis), Stadt Leimen
  41. Steinbruch Sulzbach, 2,4 ha, Stadt Weinheim
  42. Streuobstwiesen Kleingemünd, 15,7 ha, Stadt Neckargemünd
  43. Teiche am Landgraben, 2,9 ha, Stadt Weinheim
  44. Todtenbronnen, 15,0 ha, Gemeinde Schönbrunn
  45. Unteres Schwarzbachtal, 40,3 ha, Gemeinden Eschelbronn, Meckesheim, Zuzenhausen
  46. Wagbachniederung, 222,5 ha (davon 20,6 ha im Rhein-Neckar-Kreis), Gemeinde Neulußheim
  47. Waibstädter Schwarzbachaue, 40,4 ha, Stadt Waibstadt
  48. Wendenkopf, 55,9 ha, Stadt Schriesheim
  49. Wüstnächstenbach und Haferbuckel, 8,9 ha, Stadt Weinheim
  50. Zugmantel-Bandholz, 16,0 ha, Gemeinde Sandhausen

Geschichte

Der Rhein-Neckar-Kreis entstand durch die Kreisreform in Baden-Württemberg am 1. Januar 1973.[4] Damals wurden die Altkreise Heidelberg und Mannheim mit der nördlichen Hälfte des Altkreises Sinsheim und der Gemeinde Lindach des Altkreises Mosbach zum Rhein-Neckar-Kreis vereinigt.[5] Am 1. Januar 1975 erfolgte die Ausgliederung von Ziegelhausen in den Stadtkreis Heidelberg. Am 1. April 1976 wurde der Kümmelbacher Hof aus der Stadt Heidelberg aus- und in die Stadt Neckargemünd eingegliedert. Nach einer kleinen Grenzkorrektur zum Neckar-Odenwald-Kreis, die am 1. Januar 1977 wirksam wurde, erhielt der Kreis seine derzeitige Gestalt.

Historisch spielte der Rhein-Neckar-Kreis schon vor der Kreisreform in der Revolution 1848/49 eine wichtige Rolle. Von hier gingen entscheidende Impulse für den Kampf um Freiheit und Demokratie aus.

Die Altkreise Heidelberg, Mannheim und Sinsheim gehen zurück auf die ehemals badischen Bezirksämter, die im Laufe der Geschichte mehrmals verändert wurden und 1936/1939 in Landkreise überführt wurden. Gleichzeitig entstanden 1939 die Stadtkreise Heidelberg und Mannheim. Seither gehören beide Städte nicht mehr zu den jeweiligen Kreisgebieten, blieben jedoch bis 1972 Sitz der jeweiligen Kreisverwaltung.

Nach der Kreisreform wurde Heidelberg Sitz des neuen Rhein-Neckar-Kreises. Dieser umfasst nach Abschluss der Gemeindereform noch 54 Gemeinden, darunter 17 Städte und hiervon wiederum sechs „Große Kreisstädte“ (Hockenheim, Leimen, Schwetzingen, Sinsheim, Weinheim und Wiesloch). Größte Stadt ist Weinheim, kleinste Gemeinde ist Heddesbach. Mit seinen insgesamt 54 Städten und Gemeinden liegt der Rhein-Neckar-Kreis nur knapp hinter dem Alb-Donau-Kreis, der 55 Städte und Gemeinden hat. In Weinheim, Ladenburg, Neckargemünd, Sinsheim und Wiesloch befinden sich, zusätzlich zu den zahlreichen Dienststellen in Heidelberg, Außenstellen des Landratsamts.

Einwohnerstatistik

Bevölkerungspyramide für den Rhein-Neckar-Kreis (Datenquelle: Zensus 2011[6].)

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg. Es wurden nur Hauptwohnsitze berücksichtigt.

Weitere Informationen Datum, Einwohner ...
DatumEinwohner
31. Dezember 1973447.099
31. Dezember 1975449.602
31. Dezember 1980463.110
31. Dezember 1985467.597
25. Mai 1987 ¹465.342
31. Dezember 1990488.017
DatumEinwohner
31. Dezember 1995512.445
31. Dezember 2000524.028
31. Dezember 2005533.993
31. Dezember 2010537.625
31. Dezember 2015541.859
31. Dezember 2020548.233
Schließen

Konfessionsstatistik

Laut der Volkszählung 2011 waren 35,5 % der Einwohner evangelisch, 33,5 % römisch-katholisch und 31,0 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[7] Der Anteil der Protestanten und Katholiken an der Gesamtbevölkerung ist seitdem jährlich um 1 Prozentpunkt gesunken. Gemäß dem Zensus 2022 waren 28,2 % der Einwohner evangelisch, 26,9 % katholisch, und 44,8 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[8]

Politik

Der Landkreis wird vom Kreistag und vom Landrat verwaltet.

Kreistag

Hauptgebäude des Landratsamtes in Heidelberg
Kreistagswahl Rhein-Neckar 2024[9]
Wahlbeteiligung: 63,4 %
 %
30
20
10
0
29,4 %
17,4 %
16,1 %
15,1 %
12,4 %
6,1 %
3,3 %
0,3 %
keine %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2019
 %p
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
+2,6 %p
−0,6 %p
−0,5 %p
−5,4 %p
+4,7 %p
−0,5 %p
−0,3 %p
+0,3 %p
−0,2 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/TITEL zu lang
Sitzverteilung im Kreistag Rhein-Neckar seit 2024
       
Insgesamt 104 Sitze

Ergebnisse vergangener Kreistagswahlen

Weitere Informationen Parteien und Wählergemeinschaften, % ...
Parteien und Wählergemeinschaften 2024[10] 2019[11] 2014[12] 2009[13] 2004[14][15] 1999 1994 1989
%Sitze %Sitze %Sitze %Sitze %Sitze %Sitze %Sitze %Sitze
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 29,4 30 26,8 27 34,17 36 34,0 38 39,7 45 42,1 46 33,6 38 35,3 50
FW Freie Wähler 17,4 18 18,0 18 19,19 20 17,7 17
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 16,1 17 16,6 17 22,29 23 23,3 24 24,3 23 26,3 25 29,3 31 29,7 38
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 15,1 16 20,5 20 13,83 15 12,2 12 11,9 12 8,8 8 13,2 14 10,3 13
AfD Alternative für Deutschland 12,4 13 7,7 8
FDP Freie Demokratische Partei 6,1 7 6,6 7 5,95 6 8,5 9 6,9 7 4,9 5 5,6 6 6,9 9
LINKE Die Linke 3,3 3 3,6 4 3,72 4 2,9 3
WMD Wählervereinigung Mehr Demokratie Weinheim 0,3 0
WL Weinheimer Liste 0,84 1
WG* Wählervereinigungen 17,2 16 17,6 16 15,9 17 15,2 20
REP Die Republikaner 1,3 1 0,8 1
Sonst. Sonstige; u. a. Weinheim Plus 0,4 0 0,3 0 1,1 1 1,7 1
Gesamt 100 % 104 100 % 101 100 % 105 100 % 103 100 % 103 100 % 100 100 % 108 100 % 132
Wahlbeteiligung 63,4 % 62,1 % 51,5 % 53,6 % 55,9 % 55,9 % 70,6 % 66,8 %
Schließen

* WG: Wählervereinigungen, da sich die Ergebnisse von 1989 bis 2004 nicht auf einzelne Wählergruppen aufschlüsseln lassen.

Landrat

Der Kreistag wählt den Landrat für eine Amtszeit von acht Jahren. Er ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises. Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Sitzungen des Kreistags sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet sie und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. In den Gremien hat er kein Stimmrecht. Sein Stellvertreter ist der Erste Landesbeamte.

Die Landräte des Rhein-Neckar-Kreises seit 1973:

Wappen und Flagge

Beschreibung: Gespalten: vorn in Blau ein silberner, mit einem gewellten schwarzen Faden belegter Wellenbalken; hinten in Gold ein rot gekrönter, rot bezungter und rot bewehrter schwarzer Löwe.

(Wappen-Verleihung 5. November 1975)

Bedeutung: Das Wappen trägt der geografischen Lage und den historischen Herrschaftsverhältnissen des Kreisgebiets und den ehemals selbständigen Gemeinden Rechnung. Der geteilte Wellenbalken symbolisiert den Rhein und den Neckar, die dem Kreis den Namen gaben. Der kurpfälzische Löwe symbolisiert die ehemalige Zugehörigkeit des überwiegenden Teils des heutigen Kreisgebiets zum Kurfürstentum Pfalz. Die Farben des Löwen wurden dabei gegenüber dem Originalwappen vertauscht, um der heraldischen Farbregel gerecht zu werden.

Die Flaggenfarben des Rhein-Neckar-Kreises sind Weiß-Blau und wurden am 28. Dezember 1987 vom Regierungspräsidium Karlsruhe verliehen.

Kreispartnerschaften

Der Rhein-Neckar-Kreis unterhält eine Partnerschaft mit dem ungarischen Komitat Somogy.

Wirtschaft und Infrastruktur

SAP in Walldorf
Eisenbahnnetz
Kreiskrankenhaus Schwetzingen

Die Industriestruktur ist vielfältig mit zahlreichen Betrieben der metallverarbeitenden und chemischen Industrie (zum Beispiel Freudenberg in Weinheim), darunter auch zahlreiche mittelständische Betriebe. Der Dienstleistungssektor ist zwar in den nicht zum Rhein-Neckar-Kreis gehörenden Großstädten konzentriert, doch gibt es auch im Kreisgebiet bedeutende Unternehmen wie zum Beispiel das Software-Unternehmen SAP in Walldorf und St. Leon-Rot oder den Finanzdienstleister MLP und die Heidelberger Druckmaschinen in Wiesloch. In den ländlichen Teilen des Kreises sind auch Land- und Forstwirtschaft stark vertreten. Im Rheingraben (St. Leon-Rot, Schwetzingen) befindet sich eines der Hauptanbaugebiete für Spargel in Deutschland.

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Rhein-Neckar-Kreis Platz 31 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „sehr hohen Zukunftschancen“.[16]

Verkehr

Fernstraßen

Durch das Kreisgebiet führt die Bundesautobahn 5 BaselFrankfurt, Bundesautobahn 61 VenloHockenheim sowie die Bundesautobahn 6 SaarbrückenMannheimNürnberg, die sich am Autobahnkreuz Walldorf kreuzen, mehrere Bundesstraßen, darunter die B 3 Basel–Frankfurt, die B 39, die B 37 und die B 45 sowie Landesstraßen.

Bahn- und Busverkehr

Im Kreisgebiet ging am 14. Dezember 2003 das Netz der S-Bahn Rhein-Neckar in Betrieb, das den gesamten Rhein-Neckar-Raum bis in die Pfalz und nach Südhessen erschließt. Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV), vor dem 1. März 2005 die Oberrheinische Eisenbahn (OEG), verbindet auf einer Rundstrecke Mannheim, Heidelberg und Weinheim. Straßenbahnen der RNV fahren außerdem von Heidelberg aus nach Leimen und Eppelheim. BRN, RNV und SWEG versorgen das Heidelberger Umland mit einem relativ dichten Busliniennetz.

Radverkehr

Durch den Rhein-Neckar-Kreis verlaufen die folgenden Alltagsrouten aus dem Radnetz Baden-Württemberg[17]:

  • Von Mannheim über Schwetzingen und Hockenheim Richtung Waghäusel und Karlsruhe
  • Aus Richtung Heppenheim kommend über Weinheim nach Heidelberg und weiter über Wiesloch Richtung Bruchsal
  • Von Viernheim kommend nach Weinheim
  • Von Schwetzingen über Walldorf nach Wiesloch
  • Von Mannheim über Ladenburg nach Heidelberg und weiter über Neckargemünd und Eberbach Richtung Mosbach
  • Von Neckargemünd über Meckesheim und Sinsheim Richtung Bad Friedrichshall
  • Von Meckesheim über Waibstadt Richtung Mosbach.

Außerdem gibt es ein Mobilitätskonzept Radverkehr des Landkreises aus dem Jahr 2015.[18]

Durch den Landkreis verlaufen die folgenden Landes-Radfernwege:

Der Rhein-Neckar-Kreis ist Mitglied der AGFK (Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußverkehrsfreundlicher Kommunen) in Baden-Württemberg[22] und hat 2025 die „Qualitätsstufe“ für eine fahrradfreundliche Kommune erreicht.[23]

Kreiseinrichtungen

Der Rhein-Neckar-Kreis ist Schulträger folgender beruflicher Schulen:[24]

Weitere Informationen Name, Schulart ...
Name Schulart Standort
Theodor-Frey-SchuleGewerbliche und Kaufmännische SchuleEberbach
Ehrhart-Schott-SchuleGewerbliche SchuleSchwetzingen
Friedrich-Hecker-SchuleGewerbliche SchuleSinsheim
Hans-Freudenberg-SchuleGewerbliche SchuleWeinheim
Hubert-Sternberg-SchuleGewerbliche SchuleWiesloch
Carl-Theodor-SchuleKaufmännische SchuleSchwetzingen
Max-Weber-SchuleKaufmännische SchuleSinsheim
Johann-Philipp-Reis-SchuleKaufmännische SchuleWeinheim
Johann-Philipp-Bronner-SchuleKaufmännische SchuleWiesloch
Louise-Otto-Peters-SchuleHauswirtschaftliche SchuleHockenheim und Wiesloch
Albert-Schweitzer-SchuleHauswirtschaftliche SchuleSinsheim
Helen-Keller-SchuleHauswirtschaftliche SchuleWeinheim
Schließen

und ferner folgender Sonderpädagogischer Bildungs- und Beratungszentren:[25]

Weitere Informationen Name, Förderschwerpunkt ...
Name Förderschwerpunkt Standort
Comeniusschule SchwetzingenFörderschwerpunkt geistige EntwicklungSchwetzingen
Steinsbergschule SinsheimFörderschwerpunkt geistige EntwicklungSinsheim
Maria-Montessori-Schule Weinheim mit SchulkindergartenFörderschwerpunkt geistige EntwicklungWeinheim
Martinsschule LadenburgFörderschwerpunkt körperlich und motorische EntwicklungLadenburg
Schließen

Die ehemals in Eigenbetrieb geführten Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime sowie Geriatrische Rehabilitationskliniken sind seit 1. Januar 2006 als Einrichtungen der Gesundheitszentren Rhein-Neckar organisiert, deren alleiniger Gesellschafter der Rhein-Neckar-Kreis ist.

Städte und Gemeinden

(Einwohner am 31. Dezember 2024,[1] Fläche)

Städte

  1. Eberbach (14.727, 81,2 km²)
  2. Eppelheim (15.663, 5,6 km²)
  3. Hemsbach (11.915, 12,9 km²)
  4. Hockenheim, Große Kreisstadt (21.623, 34,8 km²)
  5. Ladenburg (12.914, 19,0 km²)
  6. Leimen, Große Kreisstadt (26.873, 20,6 km²)
  7. Neckarbischofsheim (4.195, 26,4 km²)
  8. Neckargemünd (13.335, 26,4 km²)
  9. Rauenberg (8.675, 11,1 km²)
  10. Schönau (4.369, 22,5 km²)
  11. Schriesheim (15.209, 31,6 km²)
  12. Schwetzingen, Große Kreisstadt (21.767, 21,6 km²)
  13. Sinsheim, Große Kreisstadt (37.036, 127,0 km²)
  14. Waibstadt (5.794, 26,6 km²)
  15. Walldorf (16.188, 19,9 km²)
  16. Weinheim, Große Kreisstadt (45.852, 58,1 km²)
  17. Wiesloch, Große Kreisstadt (27.731, 30,3 km²)

Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaften und Gemeindeverwaltungsverbände

  1. Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Eberbach mit der Gemeinde Schönbrunn
  2. Gemeindeverwaltungsverband „Elsenztal“ mit Sitz in Meckesheim; Mitgliedsgemeinden: Eschelbronn, Lobbach, Mauer, Meckesheim und Spechbach
  3. Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Hemsbach mit der Gemeinde Laudenbach
  4. Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Hockenheim mit den Gemeinden Altlußheim, Neulußheim und Reilingen
  5. Gemeindeverwaltungsverband Neckargemünd mit Sitz in Neckargemünd; Mitgliedsgemeinden: Stadt Neckargemünd und Gemeinden Bammental, Gaiberg und Wiesenbach
  6. Gemeindeverwaltungsverband Rauenberg mit Sitz in Rauenberg; Mitgliedsgemeinden: Stadt Rauenberg und Gemeinden Malsch und Mühlhausen
  7. Gemeindeverwaltungsverband Schönau mit Sitz in Schönau; Mitgliedsgemeinden: Stadt Schönau und Gemeinden Heddesbach, Heiligkreuzsteinach und Wilhelmsfeld
  8. Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Sinsheim mit den Gemeinden Angelbachtal und Zuzenhausen
  9. Gemeindeverwaltungsverband Waibstadt mit Sitz in Waibstadt; Mitgliedsgemeinden: Städte Waibstadt und Neckarbischofsheim sowie Gemeinden Epfenbach, Helmstadt-Bargen, Neidenstein und Reichartshausen
  10. Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Wiesloch mit der Gemeinde Dielheim

Gemeinden

  1. Altlußheim (6.317, 16,0 km²)
  2. Angelbachtal (5.299, 17,9 km²)
  3. Bammental (6.278, 12,2 km²)
  4. Brühl (14.328, 10,2 km²)
  5. Dielheim (9.094, 22,7 km²)
  6. Dossenheim (12.690, 14,1 km²)
  7. Edingen-Neckarhausen (14.612, 12,0 km²)
  8. Epfenbach (2.448, 13,0 km²)
  9. Eschelbronn (2.733, 8,2 km²)
  10. Gaiberg (2.480, 4,2 km²)
  11. Heddesbach (472, 8,2 km²)
  12. Heddesheim (12.294, 14,7 km²)
  13. Heiligkreuzsteinach (2.614, 19,6 km²)
  14. Helmstadt-Bargen (3.887, 28,0 km²)
  15. Hirschberg an der Bergstraße (9.647, 12,4 km²)
  16. Ilvesheim (9.207, 5,9 km²)
  17. Ketsch (13.117, 16,5 km²)
  18. Laudenbach (6.573, 10,3 km²)
  19. Lobbach (2.353, 14,9 km²)
  20. Malsch (3.478, 6,8 km²)
  21. Mauer (4.073, 6,3 km²)
  22. Meckesheim (5.298, 16,3 km²)
  23. Mühlhausen (Kraichgau) (8.753, 15,3 km²)
  24. Neidenstein (1.769, 8,5 km²)
  25. Neulußheim (7.162, 3,4 km²)
  26. Nußloch (11.418, 13,6 km²)
  27. Oftersheim (12.272, 12,8 km²)
  28. Plankstadt (10.644, 8,4 km²)
  29. Reichartshausen (2.154, 10,0 km²)
  30. Reilingen (8.404, 16,4 km²)
  31. Sandhausen (15.330, 14,6 km²)
  32. Schönbrunn (2.901, 34,5 km²)
  33. Spechbach (1.761, 8,5 km²)
  34. St. Leon-Rot (13.979, 25,6 km²)
  35. Wiesenbach (3.181, 11,1 km²)
  36. Wilhelmsfeld (3.332, 4,8 km²)
  37. Zuzenhausen (2.343, 11,6 km²)
BayernHessenRheinland-PfalzHeidelbergHeilbronnLandkreis HeilbronnLandkreis KarlsruheMannheimNeckar-Odenwald-KreisEberbachAltlußheimAngelbachtalBammentalBrühl (Baden)DielheimDossenheimEberbachEberbachEberbachEdingen-NeckarhausenEdingen-NeckarhausenEpfenbachEppelheimEschelbronnGaibergHeddesbachHeddesheimHeiligkreuzsteinachHelmstadt-BargenHemsbachHirschberg an der BergstraßeHockenheimIlvesheimKetschLadenburgLaudenbach (Bergstraße)Leimen (Baden)Leimen (Baden)LobbachMalsch (bei Heidelberg)Mauer (Baden)MeckesheimMühlhausen (Kraichgau)NeckarbischofsheimNeckargemündNeidensteinNeulußheimNußlochOftersheimPlankstadtRauenbergReichartshausenReilingenSandhausenSt. Leon-RotSchönau (Odenwald)Schönbrunn (Baden)SchriesheimSchwetzingenSchwetzingenSinsheimSpechbachWaibstadtWalldorfWeinheimWeinheimWiesenbach (Baden)WieslochWilhelmsfeldZuzenhausen

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Januar 1973 wurde dem Landkreis das seit dem 1. Juli 1956 für den Landkreis Heidelberg gültige Unterscheidungszeichen HD zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Bis in die 1990er Jahre erhielten Fahrzeuge aus den Teilkreisen besondere Erkennungsnummern:

Weitere Informationen Gebiet, Buchstaben ...
Gebiet Buchstaben Zahlen
Teilkreis HeidelbergAA bis NL100 bis 999
JA bis NL1000 bis 9999
Teilkreis MannheimNM bis TU100 bis 9999
Teilkreis WeinheimTV bis XP100 bis 9999
Teilkreis SinsheimXR bis ZZ100 bis 9999
Schließen

Literatur

  • Jürgen Schütz (Hrsg.): Der Rhein-Neckar-Kreis. Theiss, Stuttgart 1991, ISBN 3-8062-0597-3.
  • Das Land Baden-Württemberg – Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden (in acht Bänden); Hrsg. von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg; Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe; Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2.
  • Landesvermessungsamt Ba-Wü: Freizeitkarte Naturpark Neckartal-Odenwald – Mannheim-Heidelberg. F 513, ISBN 3-89021-606-4. Maßstab 1:30 000. 2005. Die Anschlusskarte in Richtung Osten (Eberbach bis Buchen) heißt: Freizeitkarte Naturpark Neckartal-Odenwald – Mosbach. F 514, ISBN 3-89021-607-2.
  • 50 Jahre Kreistag. Wahlen, Abgeordnete, Bilanzen 1946–1996 (= Bausteine zur Kreisgeschichte. Band 1). Heidelberg 1996, ISBN 3-932102-00-2.
  • Albert Neckenauer: Das Amt des Landrats im Wandel der Zeit. Herausgegeben aus dem Nachlass des ersten Landrates des Rhein-Neckar-Kreises (= Bausteine zur Kreisgeschichte. Band 4). Heidelberg 1999, ISBN 3-932102-05-3.
  • Arbeitskreis der Archive im Rhein-Neckar-Dreieck (Hrsg.): Der Rhein-Neckar-Raum und die Revolution von 1848/49 – Revolutionäre und ihre Gegenspieler. verlag regionalkultur, ISBN 3-929366-64-9.
  • Landesvermessungsamt BW (Hrsg.): Rhein-Neckar-Kreis. Radwanderkarte, ISBN 978-3-89021-733-8.
  • David Depenau: Die Ortsnecknamen in Heidelberg, Mannheim und dem Rhein-Neckar-Kreis. Von Bloomäuler, Lellebollem und Neckarschleimer. verlag regionalkultur, Heidelberg u. a. 2002, ISBN 978-3-89735-205-6.
Commons: Rhein-Neckar-Kreis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Rhein-Neckar-Kreis – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI