Lausnitz bei Neustadt an der Orla

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Lausnitz bei Neustadt an der Orla[2][3] (bis 2015 Lausnitz[4]) ist eine Gemeinde in der Verwaltungsgemeinschaft Oppurg im thüringischen Saale-Orla-Kreis.

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Wappen Deutschlandkarte
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Lausnitz bei Neustadt an der Orla
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lausnitz bei Neustadt an der Orla hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 44′ N, 11° 41′ O
Bundesland:Thüringen
Landkreis: Saale-Orla-Kreis
Verwaltungs­gemeinschaft: Oppurg
Höhe: 284 m ü. NHN
Fläche: 8,55 km²
Einwohner: 293 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 34 Einwohner je km²
Postleitzahl: 07806
Vorwahl: 036481
Kfz-Kennzeichen: SOK, LBS, PN, SCZ
Gemeindeschlüssel: 16 0 75 056
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Türkenhof 5
07381 Oppurg
Website: www.VG-Oppurg.de.
Bürgermeister: Wolfgang Ritter
Lage der Gemeinde Lausnitz bei Neustadt an der Orla im Saale-Orla-Kreis
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Geografie

Lausnitz bei Neustadt an der Orla liegt in der Nähe von Neustadt an der Orla und ist unmittelbares Nachbardorf vom etwas westlich liegenden Kolba und dem nordöstlichen Rittergut Positz. Die Gemeinde befindet sich im Orlatal der südlichen Ausläufer des nördlichen Buntsandsteinvorlandes des Thüringer Schiefergebirges. Die Bundesstraße 281 führt wenige hundert Meter am Dorf südlich vorbei. Nach der Straße folgt dann die Bahnstrecke Leipzig–Saalfeld/Saale. Die Gemarkung vom Dorf ist kupiert und besitzt Sand-, Löss- und Tonböden. Teiche lockern die Flur auf, die im Norden von Wald Richtung Langendembach begrenzt wird.

Geschichte

Die urkundliche Ersterwähnung von Lausnitz war am 8. Juni 1266.[5] Mindestens seit dem 15. Jahrhundert gab es in Lausnitz zwei Rittergüter, was historisch nicht unüblich war. Etwa 250 Jahre bewirtschaftete die Adelsfamilie von Stein ihr Gut in Lausnitz. Dieser „Untere Hof“ hatte ein im Dorf als „Schloss“ bezeichnetes Gutshaus, mit Rokoko-Möbeln, einer Sammlung von Meißner Porzellan und einer wertvollen Bibliothek. Dazu gehörte eine Parkanlage im Stil des Bayreuther Hofs. Folgend stand dieser Gutshof[6] über 200 Jahre im Besitz des Adelsgeschlechts von Wurmb, beginnend mit dem 1755 geborenen Friedrich von Wurmb-Wolkramshausen als Stammahn einer eigenen Familienlinie namens Wolkramshausen-Haus Lausnitz.[7] Den Untere Hof brachte seine Ehefrau Amalie Eleonore Sophie von Mader über ihre Mutte mit in die Familie. Ihr ältester Sohn Richard von Wurmb (1802–1880) wurde Ersterbe von Lausnitz und war zuletzt kgl. sächs. Generalmajor.

Die Ortschaft Lausnitz, bestehend aus Dorf und Gutsbezirk, gehörte bis 1815 zum kursächsischen Amt Arnshaugk und kam nach dessen auf dem Wiener Kongress beschlossenen Abtretung mit dem Großteil des Neustädter Kreises zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Einzelne Vertreter[8] der Familie von Wurmb aus Lausnitz gehörten als Kammerherren zum Hofstaat des Großherzogs, so u. a. der kgl. sächs. Oberstleutnant z. D. Alfred L. D. von Wurmb-Lausnitz.[9][10]

Der letzte männliche Besitzer, verheiratet mit der Landratstochter Brigitte von Trebra,[11] der Begüterung Lausnitz-Unterer Hof, der Landwirt Lutze von Wurmb,[12] fiel 1943 als Offizier, Major in einer Panzerdivision, im Zweiten Weltkrieg. Obwohl die Familie in der SBZ als „antifaschistisch“ eingestuft worden war, wurde die Witwe mit drei Kindern im Herbst 1945 entschädigungslos enteignet und von ihrem Besitz verwiesen. Als Frau Brigitte von Wurmb auch die Verhaftung drohte, floh sie mit den Kindern im Dezember 1945 nach Westdeutschland. Sohn Lothar von Wurmb wurde später Gartenarchitekt, dessen Bruder Hans von Wurmb nachmals Landwirt in den USA.[13]

Als die (im Jahre 1945 fünfzehnjährige) Tochter Maria von Below geb. von Wurmb nach der „Wende“ Anfang der 1990er Jahre wieder in Lausnitz war, schilderte sie ihre Erlebnisse so: „Ländereien und Gebäude sind verkommen, Kunstschätze, Möbel und Bilder gestohlen“.[14] In den 2020er Jahren sanierte die Familie das Gutshaus am Ort.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (Stand jeweils 31. Dezember):

  • 1994: 387
  • 1995: 368
  • 1996: 389
  • 1997: 375
  • 1998: 371
  • 1999: 370
  • 2000: 382
  • 2001: 371
  • 2002: 362
  • 2003: 356
  • 2004: 361
  • 2005: 362
  • 2006: 351
  • 2007: 355
  • 2008: 351
  • 2009: 343
  • 2010: 344
  • 2011: 337
  • 2012: 333
  • 2013: 331
  • 2014: 327
  • 2015: 317
  • 2016: 324
  • 2017: 318
  • 2018: 303
  • 2019: 302
  • 2020: 296
  • 2021: 307
  • 2022: 309
  • 2023: 303
  • 2024: 293
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Sehenswürdigkeiten

  • Dorfkirche mit Denkmal an der Kirchenwand für die Gefallenen beider Weltkriege und mit einer Tafel „Den Opfern des Stalinismus und SED-Regimes gewidmet. Im Internierungslager Buchenwald starb 1947 unser Lehrer Kurt Förster. An der Sektorengrenze in Berlin wurde am 31. März 1956 Roland Scholz erschossen“.
  • Frühere Gutsgebäude im vormaligen desolatem Zustand-Komplette Sanierung 2025

Persönlichkeiten

Literatur

  • Lausnitz, In: Paul Lehfeldt: Bau- und Kunst-Denkmäler Thüringens. Teil: Grossherzogthum Sachsen–Weimar–Eisenach. III. Band: Verwaltunsgbezirk Neustadt. Amtsgerichtsbezirke Neustadt a. Orla, Auma und Weida. Gustav Fischer, Jena 1897, S. 38–43.
  • Lausnitz, In: Bruno J. Sobotka (Hrsg.): Burgen, Schlösser, Gutshäuser in Thüringen. Photografien: Jürgen Strauss. Verlag Theiss, Stuttgart 1995, ISBN 3-8062-1123-X, S. 168–171.
  • Lausnitz, In: Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. 5. Auflage, Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 159.
  • Lausnitz, In: Armgard von Reden: Das teuerste Schnäppchen. Ausmisten – Abreißen – Aufbauen. In: Christina von Flotow (Hrsg.), Dorothee Gräfin von Walderdorff (Red.): Deutsches Adelsblatt. Magazin der Deutschen Adelsverbände. Jahrgang 65-Nummer 5, Westerbrak, Kirchbrak 15. Mai 2026, ISSN 0012-1193, S. 22–26.

Einzelnachweise

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