Le Pilori
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Geschichte
Die Zeitschrift wurde von dem bonapartistischen Journalisten Armand Mariotte[1] gegründet, der vorher die ebenfalls bonapartistisch ausgerichtete Tageszeitung Le Petit Caporal[2] geleitet hatte[3]
Als illustrierte Satire-Wochenzeitung präsentierte Le Pilori bereits auf der Titelseite eine große Karikatur, zunächst in Schwarz-Weiß, später in Chromotypie und mit Schablone koloriert. Wichtigsten Zeichner waren J. Blass[4] (der auch mit „J.B.“ oder „Gibet“ signierte) bis 1892, gefolgt von Amédée Vignola[5] und Fertom (Charles Froment)[6] in den letzten Jahren des Jahrhunderts. Zu dieser Zeit bezeichnete sie – der der gleichen politischen Richtung angehörige – Le Gaulois als die „satirische Zeitung par excellence“.[7]
Als Anhänger Bonapartes und entschiedener Gegner der Republik sah sich Le Pilori schon sehr bald mit mehreren Gerichtsverfahren konfrontiert. Kaum zwei Monate nach seiner Gründung führte einer seiner Artikel mit dem Titel „Es lebe der Staatsstreich“ dazu, dass sein Chefredakteur wegen „Anstiftung zu Plünderungen und zur Begehung eines Anschlags mit dem Ziel, die Regierungsform zu ändern“ strafrechtlich verfolgt wurde.[8] Mariotte wurde jedoch im August 1886 freigesprochen.[9] Im folgenden Jahr führte eine Verurteilung wegen Verleumdung aufgrund einer Klage des Präfekten der Vienne, zu einer Strafe von 48 Stunden Freiheitsentzug gegen den Sekretär der Zeitung.
Klerikal, antisemitisch, freimaurerfeindlich und nationalistisch, war Le Pilori 1889 boulangistisch und 1898 eindeutig gegen Alfred Dreyfus eingestellt.[10]
Die regelmäßige Veröffentlichung von Le Pilori endete 1900. Eine jährliche Veröffentlichung fand noch bis 1905 oder 1908 statt.
Zeichner
Neben den genannten Blass, Vignola und Fertom sind noch Achille Lemot und Alfred Le Petit zu nennen.
- J. Blass 1886
- Vignola 1891
- Vignola 1894
- Fertom 1898
- Fertom 1898
Literatur
Weblinks
- Angaben zu Le Pilori in der Datenbank der Bibliothèque nationale de France.
