Lee Jung-hee

Südkoreanische Politikerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Lee Jung-hee (* 22. Dezember 1969 in Seoul[1]) ist eine südkoreanische Politikerin, Juristin und Aktivistin.[2] Sie war Mitglied der 18. Nationalversammlung von Südkorea[3] und eine der Kandidatinnen für die Präsidentschaftswahlen 2012.[4][5]

Hangeul이정희
Hanja李正姬
McCune-
Reischauer
Yi Chŏnghŭi
Schnelle Fakten Koreanische Schreibweise, Hangeul ...
Lee Jung-hee (2012)
Lee Jung-hee (2012)
Lee Jung-hee (2012)

Koreanische Schreibweise
Hangeul 이정희
Hanja 李正姬
Revidierte
Romanisierung
I Jeong-hui
McCune-
Reischauer
Yi Chŏnghŭi
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Leben und Politisches Wirken

Lee Jung-hee besuchte die Suhmoon Girls' High School (서문여자고등학교) und begann 1987 ihr Jura-Studium an der Seoul National University, wo sie 1990 zur Präsidentin der universitären Frauenvereinigung gewählt wurde.[1][6][7] Durch ihren Hochschulaktivismus gewann sie Interesse an Menschenrechten, Arbeiterrechten und Frauenrechten.[6][8] Sie bestand im Jahr 2000 die Anwaltsprüfung und begann sich juristisch für Menschenrechte einzusetzen.[8][9] Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf Geschlechtergerechtigkeit und US-Südkoreanischen Beziehungen, insbesondere auf sexualisierter Gewalt des US-Militärs gegen die koreanische Bevölkerung.[6][9][10][11][12][13][14] Im Rahmen dessen war Lee Mitglied der National Campaign for Eradication of Crimes by U.S. Troops in Korea (주한미군범죄근절운동본부, deutsch: Nationale Kampagne zur Beseitigung von Verbrechen durch US-Truppen in Korea).[6][9][15]

Im Jahr 2007 trat Lee der sozial-demokratischen Minju-nodong-Partei bei und wurde 2008 zur stellvertretenden Vorsitzenden der Partei und Mitglied der Nationalversammlung gewählt.[8][16][17] 2009 erfolgte ihre Wahl in das Amt der Parteivorsitzenden,[6] in welches sie 2010 wiedergewählt wurde.[7]

Am 5. Dezember 2011 fusionierte die Minju-nodong-Partei mit der Volkspartizipationspartei und einem kompromissbereiten Teil der Jinbo-shin-Partei zur Tonghap-jinbo-Partei.[18][19]

2012 kandidierte Lee für die Tonghap-jinbo-Partei auf das südkoreanische Präsidialamt.[5] Sie gab zu, dass sie vor allem antrat, um Park Geun-hye, die Kandidatin der Saenuri-Partei, herauszufordern.[20][21] Obwohl sie weniger als ein Prozent der Stimmen erhielt, wurde Lee zur Präsidentschaftsdebatte eingeladen, weil ihre Partei mehr als fünf Sitze in der Nationalversammlung innehielt.[4] In der Debatte löste Lee eine Kontroverse aus, als sie Parks Vater, den ehemaligen Präsidenten und Diktator Park Chung-hee, bei seinem japanischen Namen 'Masao Takaki' nannte[4][20] und sich nordkoreanischer Rhetorik bediente.[4] Die Presse spekulierte daraufhin, dass Lees Auftritt die Chancen ihres Mitbewerbers Moon Jae-in reduzierte.[4] Am 16. Dezember zog Lee ihre Kandidatur zurück „in Übereinstimmung mit der Hoffnung des Volkes auf die Integration fortschrittlicher, demokratischer und reformorientierter (Oppositions-)Kräfte, um einen Regierungswechsel zu erreichen“ und warnte, dass Parks Sieg einen „unwiderruflichen Rückschritt in der Geschichte“ bedeute.[5]

Am 2. September 2013 trat Lee Jung-hee aus Protest gegen die Verhaftung ihres Parteigenossen Lee Seok-ki (이석기) durch den südkoreanischen Geheimdienst National Intelligence Service (NIS) in den Hungerstreik. Lee Seok-ki wurde vom NIS beschuldigt, einen bewaffneten Aufstand gegen die Regierung geplant zu haben.[22] Am 19. Dezember 2014 löste das südkoreanische Verfassungsgericht die Tonghap-jinbo-Partei mit der Begründung auf, dass die Partei Verbindungen zu Nordkorea pflege und das südkoreanische demokratische System gewaltsam stürzen wolle.[23][24][25] Lee Jung-hee prangerte die Entscheidung an und sagte, die Regierung habe „mit einer autoritären Entscheidung ein dunkles Zeitalter eröffnet“ und Südkorea in ein „diktatorisches Land“ verwandelt.[24] Nach der im Jahre 2017 wegen Korruption[26] eingeleiteten Amtsenthebung Park Geun-hyes[27] wurde Won Sei-hoon, Leiter des NIS, zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt[28] – unter anderem, weil er bei der Präsidentschaftswahl in Südkorea 2012 seine Behörde zugunsten von Park Geun-hye ins Geschehen eingreifen ließ. Ähnliche Vorwürfe wurden gegen die südkoreanische Polizei erhoben.[29]

Am 8. April 2020 hatte Lee Jung-hee erneut einen Öffentlichkeitsauftritt auf dem offiziellen YouTube-Kanal der Minjung-Partei, wo sie ihre Unterstützung für die Minjung-Partei bei den südkoreanischen Parlamentswahlen 2020 bekundete.[30][31]

Siehe auch

Commons: Lee Jung-hee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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