Leo Kammel
österreichischer Architekt
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Leben
Leo Kammel war der Sohn eines Glasfabrikanten in Nordböhmen. Kammel schloss die Kunstgewerbeschule in Prag 1905 ab und besuchte anschließend die Akademie der bildenden Künste bei Jan Kotěra, einem der bedeutendsten Schüler Otto Wagners. Nach Abschluss der Ausbildung ließ sich Kammel um 1913 in Wien als freier Architekt nieder. In der Zwischenkriegszeit war er vorwiegend in Österreich (unter anderem für die Gemeinde Wien) und in der Tschechoslowakei (Kinos) tätig, wobei sein umfangreiches Schaffen noch nicht vollständig dokumentiert ist. 1929 hielt er auch Vorlesungen an der Technischen Hochschule Wien. Kammel arbeitete unter wechselnden politischen Verhältnissen, so während des Ständestaates in Österreich und auch in der nationalsozialistischen Zeit, wie dann danach in der Zweiten Republik. Er wurde am Döblinger Friedhof bestattet.[1]
Der gleichnamige Sohn Leo Kammel junior war ebenfalls Architekt.
Bedeutung
Kammels Bauten vor dem Ersten Weltkrieg sind klassizierend und flächig gestaltet und stehen damit unter dem Einfluss Otto Wagners. In der Zwischenkriegszeit hingegen wird sein Lehrer Jan Kotěra und die kubistische tschechische Architektur für ihn bestimmend. Expressionistische Gestaltungselemente wie spitzwinkelige Gesimse und Erker zeichnen seine Gemeindebauten aus. Ab den 1930er Jahren folgt er schließlich dem zeitgenössischen Funktionalismus.
Werke
| Foto | Baujahr | Name | Standort | Beschreibung |
|---|---|---|---|---|
| 1904 | Miethäuser, Wien 17, Rosensteingasse 84–86 | Rosensteingasse 84-86, 1170 Wien Standort |
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| 1914 | Miethaus, Wien 6, Haydngasse 14 | Haydngasse 14, 1060 Wien Standort |
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| 1925 | Gemeindebau Bernardgasse 38 | Bernardgasse 38 Standort |
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| 1926–1930 | Wohnhaus mit Veranstaltungsräumen des christlichen Bücherhauses, Wien 8, Blindengasse 65 |
Anmerkung: Blindengasse 65 existiert nicht. |
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| 1926–1927 | Methodistenkirche Wien 8, Bennogasse 11 |
zerstört |
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| 1926 | Kino in Kamenický Šenov, Tschechien |
Osvobození 766, 471 14 Kamenický Šenov Standort |
Anmerkung: Steinschönau.[2] |
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| 1927 | Landhaus in Baden, Valeriestraße 5 | Valeriestraße 5, 2500 Baden Standort |
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| 1927 | Kino in Krnov, Tschechien |
Standort |
Anmerkung: Jägerndorf |
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| 1927 | Beethoven-Kino Baden, Beethovengasse 2a | Standort |
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| 1927–1928 | Wohnhausanlage der Gemeinde Wien, Wien 9, D’Orsaygasse 3–5 | D'Orsaygasse 3-5 Standort |
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| 1927–1928 | Wohnhausanlage der Alpine Montan, Leoben, Steiermark, Im Tal 147 | Standort |
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| 1927–1928 | Wohnhausanlage der Gemeinde Wien, Wien 19, Döblinger Gürtel 10 | Döblinger Gürtel 10 Standort |
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| 1930 | Miethaus, Wien 19, Döblinger Hauptstraße 52 | Döblinger Hauptstraße 52, 1190 Wien Standort |
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| 1930 | Kino in Nový Jičín, Tschechien |
ulice Havlíčkova 100/6, 741 01 Nový Jičín Standort |
Anmerkung: Neutitschein |
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| 1930–1931 | Wohnhausanlage der Gemeinde Wien „Skarethof“, Wien 15, Diefenbachgasse 49–51 | Diefenbachgasse 49-51 Standort |
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| 1930–1931 | Wohnhausanlage für öffentlich Angestellte „Austria“, Wien 3, Salesianergasse 1b/Grimmelshausengasse 6–8 | Standort |
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| 1933 | Hochhaus, Wien 1, Laurenzerberg 3 | Standort |
Anmerkung: mit Felix Angelo Pollak |
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| 1931–1932 | Wohnhausanlage der Gemeinde Wien, Wien 15, Gablenzgasse 35–37 | Alliogasse 35 Standort |
Anmerkung: mit Bildhauer Florian Josephu-Drouot |
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| 1935 | Zweigstelle der Wiener Städtischen Versicherung, Wien 1, Stephansplatz/Rotenturmstraße |
zerstört |
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| 1938 | Deutsches Volkstheater Wien, Führerzimmer, Wien 7, Museumsstraße 2a | Museumstraße 2A Standort |
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| 1939 | Führerloge des Raimundtheaters, Wien | Standort |
zerstört Anmerkung: gemeinsam mit Fritz Zeymer |
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| 1947 | Wiederherstellung des Wiener Volkstheaters, Wien 7, Museumsstraße 2a | Museumstraße 2A Standort |
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| 1947–1948 | Wiederherstellung des Miethauses Wien 13, Wattmanngasse 5 | Standort |
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| 1948–1950 | Rathaus Neunkirchen | Hauptplatz 2 Standort |
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| 1948–1950 | Wohnhausanlage, Wien 5, Siebenbrunnengasse 36, Eiselsberghof | Bacherplatz 4 Standort |
Anmerkung: möglicherweise von Kammel junior gemeinsam mit Otto Schönthal |
Literatur
- Arbeiter Zeitung 31. Juli 1948 (Nachruf)
- H. und R. Hautmann: Die Gemeindebauten des Roten Wien 1919–1934. Wien 1980.
- J. Vybiral / P. Zatloukal: Architektura let 1850–1950 v Krnove. In: Umeni, 38.1990, S. 521 ff.
- H. Weihsmann: Bauen unterm Hakenkreuz. Wien 1998.
- H. Weihsmann: Das Rote Wien. Wien 2002.
- Die Wohnhausbauten der Gemeinde Wien 1920–1933 (o. Hrsg.). Wien 1933.
Weblinks
- Leo Kammel. In: Architektenlexikon Wien 1770–1945. Herausgegeben vom Architekturzentrum Wien. Wien 2007.
- Der Rechtsstreit um das Führerzimmer im Volkstheater geht weiter. ots.at