Les Salles-Lavauguyon
französische Gemeinde
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Les Salles-Lavauguyon (okzitanisch Las Salas La Vau Guion) ist eine französische Gemeinde mit 157 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haute-Vienne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Rochechouart und zum Kanton Rochechouart.
| Les Salles-Lavauguyon | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Haute-Vienne (87) | |
| Arrondissement | Rochechouart | |
| Kanton | Rochechouart | |
| Gemeindeverband | Porte Océane du Limousin | |
| Koordinaten | 45° 45′ N, 0° 42′ O | |
| Höhe | 194–301 m | |
| Fläche | 12,32 km² | |
| Einwohner | 157 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 13 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 87440 | |
| INSEE-Code | 87189 | |
Kirche von Les Salles-Lavauguyon | ||
Wahrzeichen der Gemeinde ist die denkmalgeschützte Kirche St-Eutrope.
Etymologie
Die Gemeinde Les Salles-Lavauguyon setzt sich aus zwei Ortsteilen zusammen – Les Salles und Lavauguyon – welche etwa 1,5 Kilometer voneinander entfernt liegen. Les Salles hieß 1315 Salis und 1515 Sale. Eine Verwandtschaft zum Germanischen Seli und dem Deutschen Saal („Zimmer“, „großer Raum“) ist wahrscheinlich. Im Okzitanischen bedeutet sala eine „herrschaftliche Residenz“. Das Germanische sala bedeutet allgemein „Bleibe, Herberge, Herrensitz“ und auch „Priorat“. Lavauguyon ist eine okzitanische Zusammensetzung aus La vau und Guion. La vau leitet sich vom Lateinischen vallis mit der Bedeutung „Tal“ ab. Guion soll dem Germanischen Wido-one entstammen, wobei wid als „Gebüsch, Wald“ zu übersetzen ist.
Geographie
Die Gemeinde Les Salles-Lavauguyon grenzt an Verneuil im Norden, an Videix im Nordosten, an Chéronnac im Osten, an Maisonnais-sur-Tardoire im Süden, an Sauvagnac im Westen und an Massignac im Nordwesten. Sie ist Grenzgemeinde zum Département Charente.
| Massignac (Charente) | Verneuil (Charente) | Videix |
| Sauvagnac (Charente) | Chéronnac | |
| Maisonnais-sur-Tardoire |
Les Salles-Lavauguyon ist eine sehr kleine und verstreut liegende Landgemeinde, die sich vollkommen außerhalb städtischer Agglomerationen und städtischer Einzugsgebiete befindet.
Nach der Präfekturstadt Limoges im Ostnordosten sind es 44,5 Kilometer, nach Nontron im Süden 23,5 Kilometer. Angoulême (Stadtmitte) im Westsüdwesten ist 45 Kilometer entfernt (Angaben alle Luftlinie).

Die mit 12,32 Quadratkilometer sehr kleine Gemeinde liegt im Einflussbreich des Kraters von Rochechouart-Chassenon und berührt bereits das Département Charente. Zwischen der Tardoire im Süden und der Charente im Nordosten bedeckt sie mit Maisonnais-sur-Tardoire die Südwestecke des Départements Haute-Vienne. Ihr Hauptort Les Salles liegt mehr oder weniger zentral – und ist maximal 2 Kilometer von den Gemeindegrenzen entfernt.
Das Höhenrelief der Gemeinde wird von den ersten Hügeln der Monts de Châlus im Osten (die südöstlich von Saint-Mathieu einsetzen) und den Ausläufern des Massif de l’Arbre im Westen geprägt. Die Gemeinde bedeckt ein leicht gewelltes, von kleinen Tälern durchzogenes Plateau, das ganz allmählich zur Tardoire hin abfällt. Die Tardoire hat sich bis zu 70 Meter in dieses Plateau eingeschnitten und bildet leicht mäandrierend die Grenze zu Maisonnais-sur-Tardoire. Nach Norden senkt sich das Plateau ganz sanft nach Westnordwesten zum Unteroligozän der Region von Montembœuf ab. Die Höhe des Plateaus übersteigt ganz selten 270 Meter. Die meisten Weiler liegen auf den fruchtbaren Plateaulagen.

Neben den beiden Ortskernen besteht die Gemeinde Les Salles-Lavauguyon aus folgenden Weilern, Gehöften, einer Ferienkolonie und Geländepunkten: Chez Berthou, Chez Lafont, Chez Rambaud, Chez Tony, Colonie de Vacances, Fougeras, La Chapelle, La Font du Cor, La Loge, La Maison du Bost, La Tallandie, Lavauguyon, Le Bost du Loup, Le Chêne Vert, Le Clos du Bost du Loup, Le Fort, Le Grand Essart, Le Greus, Le Manein, Le Mas de l'Âge, Le Ménieux, Le Petit Texièras, Le Pingaud, Le Puy du Moulin, Le Tilleul, Les Abouts, Les Bétoulles, Les Brujauds, Les Gorses, Les Granges, Les Landes, Les Landes de Noyers, Les Loges, Les Loubatières, Les Peirières, Les Royaux, Les Sagnes, Les Salles, Les Tuilières, Les Villards, Macara, Petit Chez Bureau, Raverlat und Texiéras.
Der topographisch tiefste Punkt mit 194 Meter über N. N. liegt an der Tardoire an der Südwestecke, der höchste Punkt mit 301 Meter befindet sich an der Ostgrenze. Die maximale Höhendifferenz beträgt 107 Meter.
Verkehrsanbindung
Den Ortskern Les Salles quert die D 34 von Chéronnac nach Sauvagnac in Ost-West-Richtung. Die D 34 a erreicht ebenfalls Les Salles von Massignac im Nordnordwesten. In südlicher Richtung geht von Les Salles die 33 a aus. Sie überquert die Tardoire und steigt dann nach Maisonnais-sur-Tardoire hin an. Ferner verlässt Les Salles die D 33 nach Südosten. Sie führt an Lavauguyon vorbei, überquert die Tardoire und erreicht sodann die D 699 von Saint-Mathieu nach Écuras.
Ansonst bedienen Kommunalstraßen die abgelegeneren Weiler.
Klima
Die Gemeinde Les Salles-Lavauguyon unterliegt einem abgewandelten ozeanischen Klima (Cfb nach Köppen & Geiger) in der Klimaregion Poitou-Charentes. Diese Klimaregion charakterisiert sich durch eine recht gute Sonnenscheindauer, insbesondere im Sommer, und nur gemäßigte Winde.
Im Zeitraum 1971 bis 2000 betrug die Jahresmitteltemperatur 12,0 °C mit einer Jahresamplitude von 14,4 °C.
Der durchschnittliche Jahresniederschlag in dieser Periode akkumulierte zu 1030 Millimeter – mit 12,6 Niederschlagstagen im Januar und 7,6 Niederschlagstagen im Juli.
Für die Periode 1991 bis 2020 wurde an der Wetterstation von Montembœuf in 12 Kilometer Entfernung (Luftlinie) bereits eine Temperaturerhöhung auf 12,7 °C gemessen – gleichzeitig verringerte sich der Jahresniederschlag auf 972,4 Millimeter.
Hydrographie

Bedeutendstes Fließgewässer in der Gemeinde Les Salles-Lavauguyon ist zweifellos die nach Westen drainierende Tardoire. Die Tardoire hat als vorrangigen rechten Seitenarm den Ruisseau des Salles, der in Südwest-Richtung das Gemeindegebiet in etwa zweiteilt. Er entspringt als Ruisseau de l'Abbaye im Nordosten – bereits im Gemeindegebiet von Videix. Ein weiterer rechter Seitenarm ist der Ruisseau de Puissenet, der teilweise die Südostgrenze zu Chéronnac bildet. Er wird zu zwei größeren Weihern aufgestaut. Kleinere Weiher umgeben auch Les Salles, das für verschiedene Quellen in der Nähe der Ortskirche Saint-Eutrope bekannt ist.
Geologie

Die Gemeinde Les Salles-Lavauguyon liegt vollständig auf dem kristallinen, variszischen Grundgebirge des nordwestlichen Massif Central. Die regionalmetamorphen Gesteine befinden sich in der Sillimanit-Zone. Hauptbestandteil ist hier die Untere Gneisdecke des Limousins, welche überwiegend aus Plagioklas-reichen Paragneisen und seltenen leptynitischen Gneisen aufgebaut wird.
Der Südteil der Gemeinde wird vom Chéronnac-Leukogranit dominiert, lokal erscheint auch noch der Saint-Mathieu-Leukogranit in seiner Fazies Champniers-Reilhac.
Bodenbedeckung

Die Bodenbedeckung der Gemeinde Les Salles-Lavauguyon schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:
- heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 22,2 %
- Wiesen – 47,6 %
- Wälder – 30,2 %.
Die ackerbauliche Nutzung steht mit 69,8 % eindeutig im Vordergrund und hat im Vergleich mit 1990 (68,5 %) leicht zugenommen.
Naturrisiken

Naturrisiken manifestieren sich in les Salles-Lavauguyon als
- Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen entlang der Flussläufe
- Bodensetzungen.
In den Jahren 1982 und 1999 kam es aufgrund erhöhter Niederschläge zu Überschwemmungen, größeren Bodenbewegungen und Rutschungen (insbesondere 1999).
Wie die Risikokarte zeigt, ist Les Salles-Lavauguyon nur zu 3,2 % seines Gemeindegebietes mittelmäßig bis relativ stark von der Gefahr durch Bodensetzungen betroffen, insbesondere in der Flussniederung des Ruisseau de Puissenet.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Massif Central sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt.
Les Salles-Lavauguyon ist ebenfalls einer signifikativen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 3 zugeordnet.
Ökologie
Naturpark
Das Gemeindegebiet von Les Salles-Lavauguyon gehört in seiner Gesamtheit zum Regionalen Naturpark Périgord-Limousin.
Schutzgebiet des Typus 2

Ein Schutzgebiet des Typus 2 (ZNIEFF 2) begleitet die Tardoire am Südrand der Gemeinde. Dieses Gebiet trägt die französische Bezeichnunng Vallée de la Tardoire (du Moulin du Cros à Peyrassoulat) – Tal der Tardoire (vom Moulin du Cros bis nach Peyrassoulat). Die durchschnittlich 500 Meter breite Zone wird nur kurz südlich von Lavauguyon unterbrochen.
Geschichte
Älteste geschichtliche Zeugnisse in Les Salles-Lavauguyon stammen aus dem Moustérien (genauer Moustérien de tradition acheuléenne, abgekürzt MTA). Erwähnenswert für das Neolithikum ist eine so genannte Wetzrille (franz. Polissoir) bei Raverlat – ein Quarzblock, der zum Anschleifen der Steinäxte verwendet wurde. Vorhanden ist ferner ein Menhir, der bei Raverlat steht und aus der Auswurfbrekzie des Meteoritenkraters aufgebaut wird. Der nächstgelegene Aufschluss der in Frage kommenden Auswurfbrekzie des Typus Chassenon liegt in 6 Kilometer Entfernung kurz hinter Videix – somit eine recht beträchtliche Transportleistung.
In der Römerzeit führte die Römerstraße Périgueux nach Poitiers in unmittelbarer Nähe der Gemeinde vorbei.
Der Bau der romanischen Prioratskirche St-Eutrope wurde im Jahr 1075 von Aiméry III., Vicomte von Rochechouart, in Auftrag gegeben. Die Kirche wurde sodann im 12. Jahrhundert erweitert. Südlich des Glockenturms ist das ebenfalls im 12. Jahrhundert entstandene Priorat angebaut. Das Priorat von Les Salles unterstand dem Stiftskapitel von Saint-Junien. St-Eutrope war ein bedeutendes Pilgerziel im Mittelalter und eine der größten und schönsten Kirchen der Umgebung. Sie ist insbesondere für ihre romanischen Fresken bekannt.
Bevölkerungsentwicklung
| Bevölkerungsentwicklung in Les Salles-Lavauguyon | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner |
![]() | ||
| 1962 | 356 | |||
| 1968 | 332 | |||
| 1975 | 295 | |||
| 1982 | 233 | |||
| 1990 | 210 | |||
| 1999 | 198 | |||
| 2006 | 175 | |||
| 2011 | 173 | |||
| 2016 | 144 | |||
| 2021 | 151 | |||
| 2023 | 157 | |||
Quelle: INSEE
Die Bevölkerung von Les Salles-Lavauguyon ist seit 1962 stark rückläufig (Gesamtverlust von 55,9 Prozent), insbesondere in den Jahren 1962 bis 1982 war der Verlust sehr stark. Ab 2016 scheint sich diese negative Tendenz etwas umzukehren.
Ihren höchsten Bevölkerungsstand hatte die Gemeinde im Jahr 1896 mit 780 Einwohnern. Sie hat seitdem einen Rückgang von 79,9 % erlitten.
Die Gemeinde hat bei einer Fläche von 12,32 Quadratkilometer eine Bevölkerungsdichte von 12,7 Einwohner/km².
Mit Stand 2024 sind ein erheblicher Anteil der Einwohner (ca. 50 %) britische Staatsbürger im Rentenalter.
Bürgermeister
Bürgermeister von Les Salles-Lavauguyon ist seit 2014 die parteilose Christine Ballay.
Präsidentschaftswahl 2022
| Kandidaten | Parteien | 1. Wahlgang | 2. Wahlgang | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stimmen | % | Stimmen | % | ||||
| Emmanuel Macron | En marche ! | EM | 20 | 28,57 % | 42 | 63,64 % | |
| Marine Le Pen | Front national | FN | 20 | 28,57 % | 24 | 36,36 % | |
| Jean-Luc Mélenchon | Front de gauche | FDG | 18 | 25,71 % | |||
| Éric Zemmour | Reconquête | REC | 4 | 5,71 % | |||
| Valérie Pécresse | Les Républicains | LR | 4 | 5,71 % | |||
| Jean Lassalle | Résistons ! | R | 3 | 4,29 % | |||
| Nicolas Dupont-Aignan | Debout la République | DLR | 1 | 1,43 % | |||
| Fabien Roussel | Parti communiste français | PC | 0 | 0,0 % | |||
| Anne Hidalgo | Parti socialiste | PS | 0 | 0,0 % | |||
| Yannick Jadot | Europe Écologie-Les Verts | EELV | 0 | 0,0 % | |||
| Philippe Poutou | Nouveau Parti anticapitaliste | NPA | 0 | 0,0 % | |||
| Nathalie Arthaud | Lutte Ouvrière | LO | 0 | 0,0 % | |||
| Gesamt | 70 | 100 % | 66 | 100 % | |||
| Gültige Stimmen | 70 | 74,47 % | 66 | 70,21 % | |||
| Ungültige Stimmen | 5 | 5,32 % | 8 | 8,51 % | |||
| Wahlbeteiligung | 75 | 79,79 % | 74 | 78,72 % | |||
| Enthaltungen | 19 | 20,21 % | 20 | 21,28 % | |||
| Registrierte Wähler | 94 | 94 | |||||
Quelle: La Dépêche[1]
Die Präsidentschaftswahl 2022 in Les Salles-Lavauguyon konnte Emmanuel Macron deutlich für sich entscheiden.
Sehenswürdigkeiten
- Die Prioratskirche Saint-Eutrope aus dem 11. Jahrhundert in Les Salles. Monument historique seit 1907.
- Menhir und neolithische Wetzrille (Polissoir) in Raverlat.
- Zahlreiche Quellen, selbst unterhalb der Prioratskirche.
- Die Ferienkolonie Chênes verts – seit 1951 im Besitz der Gemeinde Villetaneuse.
- Die zum Weiler Lavauguyon gehörende Burgruine Burg Lavauguyon (Château de Lavauguyon) befindet sich jedoch bereits außerhalb des Gemeindegebiets und gehört zur Gemeinde Maisonnais-sur-Tardoire.

