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Vayres (Haute-Vienne)

französische Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

Vayres (okzitanisch Vairas) ist eine französische Gemeinde mit 703 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haute-Vienne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Rochechouart, zum Kanton Rochechouart und zum Gemeindeverband Porte Océane du Limousin.

Schnelle Fakten
Vayres
Vayres (Frankreich)
Vayres (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Haute-Vienne (87)
Arrondissement Rochechouart
Kanton Rochechouart
Gemeindeverband Porte Océane du Limousin
Koordinaten 45° 46′ N, 0° 49′ O
Höhe 199–333 m
Fläche 38,13 km²
Einwohner 703 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 18 Einw./km²
Postleitzahl 87600
INSEE-Code
Website http://www.mairie-vayres.fr

Die Ortskirche Saint-Jean in Vayres
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Vayres ist eine sehr verstreut liegende Landgemeinde, die sich vollkommen außerhalb städtischer Agglomerationen und städtischer Einzugsgebiete befindet.

Etymologie

Die Gemeinde Vayres ist nach der gleichnamigen Vayres benannt. Vayres ist ein sehr alter Flussname, der sich beispielsweise heute im Var und anderen, ähnlich lautenden Flüssen (wie z. B. Vaire) widerspiegelt. Möglicherweise besteht eine Verbindung zu den römischen Eigennamen Varus oder Varius. Darüber hinaus wird sogar ein indogermanischer Ursprung (Sanskrit) ins Auge gefasst – insbesondere in der indischen Wassergottheit Varuna.

Geographie

Die Gemeinde Vayres liegt rund 35 Kilometer westsüdwestlich von Limoges und grenzt bereits an das benachbarte Département Charente. Sie wird von folgenden sieben Gemeinden umgeben:

Pressignac (Charente) Rochechouart Saint-Auvent
Videix Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Chéronnac Saint-Bazile Oradour-sur-Vayres

Zu Vayres gehören folgende Weiler, Gehöfte, zwei Mühlen und Geländepunkte: Beaulieu, Bonnefont, Carrière de Merlis, Chamisoux, Chez Beijard, Chez Brandy, Chez Boissou, Chez Chambige, Chez Cibert, Chez Fréguillin, Chez Javelaud, Étang des Libellules, Faye, Glandoulat, Goudou, L'Écouterie, La Bussière, La Chétardie, La Côte, La Croix, La Croix de Beynie, La Doradie, La Guinandie, La Grande Chaise, La Grange Neuve, La Maison Brûlée, La Petite Chaise, La Ribière, La Richardie, La Reulie, La Roudarie, La Treille, Laudonnie, Le Caillou Blanc, Le Chalat, Le Chatenet, Le Grand Meynieux, Le Mas du Roule, Le Moulin de Chez Brandy, Le Moulin des Monts, Le Petit Meynieux, Les Charbonnières, Les Combes, Les Grandes Eaux, Les Grands Essarts, Les Landes de Bascliaud, Les Monts, Les Pelades, Les Pierres, Les Puys, Les Rivaux, Les Soumagnes, Limont, Maison Neuve, Merlis, Nouaillas, Pellenie, Pillou, Pontchanouaillas, Pontchartrain, Prun, Puybosse, Puypelé, Puytreillard und Villechenon.

Lagekarte von Vayres

Der topographisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes von Vayres liegt mit 199 Metern über dem Meer an der Vayres im äußersten Norden, der höchste Punkt mit 333 Metern an der Gemeindesüdgrenze südlich von Le Chatenet. Der maximale Höhenunterschied beträgt 134 Meter.

Verkehrsanbindung

Hauptverkehrsader in der Gemeinde Vayres ist die in Nord-Süd-Richtung verlaufende D 675 von Rochechouart nach Nontron. Sie quert den Ortskern. Weitere durch den Ort verlaufende Verbindungen sind die in Ost-West-Richtung ziehende D 34 von Saint-Laurent-sur-Gorre nach Les Salles-Lavauguyon und die D 122, die von Oradour-sur-Vayres im Südosten über den Ortskern an die D 10 im Nordwesten anbindet. Das Gemeindegebiet queren ferner in nordnordwestlicher Richtung die D 901 von Oradour-sur-Vayres nach Rochechouart sowie die D 41 A von Saint-Laurent-sur-Gorre nach Rochechouart. Den Südrand der Gemeinde berührt die D 85. Sie zieht in westnordwestlicher Richtung zur bereits erwähnten D 34, die sie am Westrand der Gemeinde erreicht. Zu erwähnen ist noch die D 10 im Nordwesten der Gemeinde. Sie verläuft von Saint-Gervais im Westen ebenfalls nach Rochechouart. Ausgehend von diesem Netz erreichen Kommunalstraßen die einzelnen Weiler und Gehöfte.

Klima

Die Gemeinde Vayres unterliegt einem abgewandelten ozeanischen Klima (Cfb nach Köppen & Geiger) in der Klimaregion Poitou-Charentes. Diese Klomaregion charakterisiert sich durch recht gute Sonnenscheindauer, insbesondere im Sommer, und nur gemäßigte Winde.

Im Zeitraum 1971 bis 2000 betrug die Jahresmitteltemperatur 11,4 °C mit einer Jahresamplitude von 14,6 °C. Der durchschnittliche Jahresniederschlag in dieser Periode belief sich auf 1019 Millimeter – mit 13,2 Niederschlagstagen im Januar und 7,8 Niederschlagstagen im Juli. Für die Periode 1991 bis 2020 wurde an der benachbarten Wetterstaion von Rochechouart (7 Kilometer Luftlinie weiter nördlich) bereits eine Temperaturerhöhung auf 12,2 °C gemessen – gleichzeitig sank der Jahresniederschlag auf 963,9 Millimeter.

Hydrographie

Hydrographische Karte von Vayres

Die Gemeinde Vayres wird mittig vom gleichnamigen Fluss Vayres nach Norden entwässert. Die Vayres entspringt bei Oradour-sur-Vayres und fließt unterhalb von Rochechouart linkerhand in die Grêne (auch Graine). Die Grêne wird nur kurz an der Nordostecke der Gemeinde am Étang des Libellules berührt. Sie bildet hier auf rund 1 Kilometer die Nordostgrenze zu Rochechouart. Von relativer Bedeutung ist noch der Ruisseau des Combes. Er entsteht bei Le Caillou Blanc an der östlichen Gemeindegrenze und fließt nach Nordnordosten ebenfalls zur Grêne, die er 1,5 Kilometer südöstlich von Rochechouart erreicht. Kleinere Bäche sind der Ruisseau le Grava im Südwesten, der am Le Moulin de Chez Brandy linksseitig in die Vayres mündet, und der Ruisseau la Tourate (linksseitige Mündung in die Vayres bei La Guinandie). Der Grava hat im Westen der Ortschaft mit dem Ruisseau la Pruneille noch einen rechten Seitenbach.

Die Hauptentwässerung in der Gemeinde Vayres erfolgt nach Norden zum Einzugsgebiet der Vienne und somit zur Loire. Nur entlang der Südgrenze wird an zwei Stellen die Wasserscheide zur Tardoire erreicht – und hierdurch das Einzugsgebiet der Charente. So wird südwestlich von La Côte gerade noch der Ruisseau de L'Eau Plaidée berührt – ein rechter Seitenarm der Tardoire. Am höchsten Punkt südlich von Le Chatenet verläuft ebenfalls die Wasserscheide zur Tardoire – hier erfolgt die Drainage ganz sanft in Richtung Saint-Bazile nach Süden.

Geologie

Geologische Karte von Vayres und Umgebung
Der Merlis-Serpentinit
Tektonische Karte von Vayres und Umgebung. Der Chéronnac-Leukogranit (in dunklem Violett) befindet sich mittig links. Die Gemeinde Vayres liegt oberhalb des Leukogranits.
Aufschluss im Chéronnac-Leukogranit bei Puybosse südlich von Vayres. Der Leukogranit zeigt hier S-C-Strukturierung mit Schersinn Hangend nach rechts.

Die Gemeinde Vayres liegt vollständig auf dem kristallinen, variszischen Grundgebirge des nordwestlichen Massif Central. Die regionalmetamorphen Gesteine befinden sich in der Sillimanit-Zone. Hauptbestandteil ist hier die Untere Gneisdecke des Limousins, welche aus Plagioklas-reichen Paragneisen und leptynitischen Gneisen aufgebaut wird. Paragneise und Leptynitgneise unterscheiden sich in ihrem Ausgangsmaterial – so entstanden die Paragneise aus Grauwacken, die Leptynitgneise jedoch aus sauren Vulkaniten und Magmatiten. Tektonisch eingeschuppt in die Untere Gneisdecke sind die ozeanischen Gesteine der Merlis-Serpentinite. Im Oberkarbon drang sodann in der Unteren Gneisdecke gegen 310 Millionen Jahre vor heute der Chéronnac-Leukogranit auf. Auch er wurde noch stark tektonisiert und insgesamt teilweise verfaltet.

Die Merlis-Serpentinite sind Gesteine der ozeanischen Erdkruste – Überreste des so genannten Limousin-Ozeans. Petrologisch handelt es sich um ehemalige Peridotite. Neben dem Hauptvorkommen bei Merlis mit drei kleineren Ablegern erscheinen Peridotite punktuell bei Bonnefont, Les Soumagnes und westlich von Vayres. Weitere ozeanische Krustengesteine sind Amphibolite, die vorwiegend als kleine Gänge auftreten. Hierbei handelt es sich um mittelkörnige Metagabbros, um feinkörnige Basalte, Dolerite und Mikrogabbros sowie um basaltische Tuffe. Die Metagabbros finden sich am Steinbruch von Merlis, südöstlich von Chez Beijard, nördlich von Vayres sowie als Gänge bei Le Mas du Roule (Nordost) und bei Le Moulin des Monts (Nordost). Die feinkörnigen Mafite sind als Gänge ausgebildet und erscheinen bei La Maison Brûlée (Ost und Nordost), bei La Grande Chaise (Ostnordost), La Petite Chaise (Nordost) und bei Les Monts (Nordnordost). Die basaltischen Tuffe treten nur westlich von La Croix auf (Nordost).

Gegen Ende der variszischen Entwicklung kam es zu orogener Streckung und Bruchtektonik mit Seitenverschiebungen, Verwerfungen und Kluftbildung. Die Streckung macht sich an porphyrischen Mikrograniten und Granophyren bemerkbar. Diese Gänge streichen Nordwest bis Nordnordwest. Beispiele für porphyrische Mikrogranitgänge finden sich östlich von Chez Beijard (Nordwest), bei Le Grand Bos (Nordwest) und bei Goudou (Nordnordwest). Granophyrgänge sind bei Laudonnie (Nordwest), bei Pontchanouaillas (Nordnordwest) und nördlich von Nouaillas (Nordnordwest) zu beobachten. Zwei Nordwest-streichende Quarzgänge füllen Störungen und erscheinen nördlich von Pontchanouaillas an der Nordgrenze. Seltene Vorkommen sind ein Nord-streichender Aplitgang in Leukogranit bei La Treille an der Ostgrenze und ein pegmatitischer Aplit nordwestlich von Vayres (Nordnordost).

Hernach setzte im spröden Bereich Kataklase ein – bestes Beispiel hierfür ist die Cordelle-Störung. Diese kataklastische Bruchzone setzt unmittelbar südwestlich des Ortskerns ein und streicht nach Nordost, bis sie nördlich der Vienne in die Nantiat-Störung übergeht. Die Bruchzone wird bis an die 700 Meter breit. An ihr wurde der Nordwestteil deutlich abgesenkt. Verwerfungen wurden im Grundgebirge nur wenige auskartiert, Beispiele finden sich bei Nouaillas im Norden (Nordnordwest-Richtung), bei Les Monts (Nordnordost) und bei La Grande Chaise (Nordost).

Die Untere Gneisdecke ist tektonisch recht komplex aufgebaut, es lässt sich aber zwischen dem granitischen Massiv von Chirac-Étagnac im Norden und dem Chéronnac-Leukogranit im Süden eine Synklinalstruktur mit beherrschendem Südflügel erkennen. Die Streichrichtungen der Foliation und auch deren Einfallswinkel sind im Raum von Vayres jedoch sehr variabel. Dies ist nicht verwunderlich, da die Untere Gneisdecke mehrere Deformationsphasen mit unterschiedlichen Transportrichtungen erlebt hat (z. B. nach Südwest, Nordwest und Südost). Denooch folgen die Trajektorien der Foliationsebenen zwei Mustern: nördlich des Chéronnac-Leukogranits herrscht vorwiegend Ost-West-Streichen und Nordeinfallen mit 40 bis 50°, nördlich der Cordelle-Störung dreht das generelle Streichen auf Nordwest mit Nordost-Einfallen von 50 bis 20°.

Die Auswurfbrekzie des Typs Montoume

Eine Besonderheit stellt der etwa 200 Millionen Jahre alte Meteoriten-Einschlagkrater Rochechouart-Chassenon dar, erkennbar an seinen Auswurfbrekzien im Nordwesten des Gemeindegebiets. Es lassen sich hierbei drei Fazies unterscheiden: eine Normalfazies des Typs Rochechouart bei Chez Chambige und bei Goudon, eine Fazies des Typs Chassenon nördlich von Chez Cibert und eine Fazies des Typs Montoume südlich von Goudon an der Gemeindegrenze. Die Normalfazies enthält keinerlei Schmelzglas, die beiden anderen Fazies zeigen jedoch Glaseinschlüsse. Die Fazies Montoume lässt sich gut anhand ihrer deutlichen Rotfärbung erkennen.

Abschließend sind Oberflächenformationen und -bildungen des Pleistozäns und des Holozäns anzuführen. So erscheinen unter einer generellen Bodenbedeckung von 20 bis 50 Zentimeter Alterite (Alloalterite) über Kristallingesteinen. Die Alterite haben sich vor allem auf dem Höhenrücken zwischen der Vayres und dem Ruisseau des Combes sowie auf dem Höhenrücken zwischen dem Ruisseau des Combes und der Grêne entwickelt. Subrezentes bis rezentes Alluvium findet sich in sämtlichen bedeutenden Flussläufen. An der Oberfläche ist es als mehr oder weniger tonhaltige Feinsande mit Kieseln und kleineren Gesteinsbrocken ausgebildet. Die Sande enthalten Quarz, Feldspäte und auch Glimmer. Kolluvium tritt weit verbreitet auf, insbesondere in den von den beiden genannten Höhenrücken ausgehenden Seitentälern der Vayres, Ruisseau des Combes und Grêne. Die meist grau gefärbten Böden konnten sich insbesondere in den Talniederungen an den Hangfüßen entwickeln. Unter stagnierenden und reduzierenden Bedingungen entstanden so Gleye und Pseudogleye.[1]

Bodenbedeckung

Bodenbedeckung in Vayres

Die Bodenbedeckung der Gemeinde Vayres schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:

  • heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 37,2 %
  • Wiesen – 31,6 %
  • Wälder – 29,8 %
  • bebaut – 1,4 %
  • Ackerland – 0,1 %.

Die ackerbauliche Nutzung steht mit 68,9 % eindeutig im Vordergrund und hat im Vergleich mit 1990 (68,7 %) leicht zugenommen.

Naturrisiken

Risikokarte des Quellungs-/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Vayres

Naturrisiken manifestieren sich in Vayres als

In den Jahren 1982 und 1999 kam es aufgrund erhöhter Niederschläge zu Überschwemmungen, größeren Bodenbewegungen und Rutschungen (insbesondere 1999).

Wie die Risikokarte zeigt, ist Vayres zu 46,1 % seines Gemeindegebietes mittelmäßig bis relativ stark von der Gefahr durch Bodensetzungen betroffen.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Massif Central sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt.

Vayres ist ebenfalls einer signifikativen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 3 zugeordnet.

Ökologie

Naturpark

Das Gemeindegebiet von Vayres gehört zum Regionalen Naturpark Périgord-Limousin.

Schutzgebiete

Für die Gemeinde Vayres wurden bisher noch keine Schutzgebiete ausgewiesen – weder für den Typus 1 noch für den Typus 2.

Naturschutzgebiet Meteoritenkrater Rochechouart-Chassenon

Die Gemeinde Vayres bildet im Verband mit Chéronnac Teil des Naturschutzgebiets (franz. Réserve naturelle nationale) Réserve naturelle nationale de l’astroblème de Rochechouart-Chassenon.

Geschichte

Die Gemeinde Vayres besitzt eine sehr interessante Ur- und Frühgeschichte, die bis ins Moustérien vor zirka 300.000 Jahren vor heute zurückreicht. Es sind bis jetzt 18 Fundstellen bekannt, darunter: einmal direkt bei Vayres am Puybosse, bei Nouaillas und bei Le Chalat. Am bedeutendsten ist Vayres mit 1200 Artefakten, die zeitlich vom MTA (Moustérien de tradition acheuléenne) bis ins Neolithikum reichen – wobei Neolithikum absolut vorherrschend ist. Bei Le Chalat befindet sich ein geschlossener Erdwall (Französisch enceinte), der vom Neolithikum bis in die Bronzezeit überdauerte. Die Fundstätte Nouaillas schließlich ergab Neolithikum. Sämtliche Funde werden jetzt im Museum von Rochechouart aufbewahrt.

Auch die Fundstätte Montoume an der Gemeindegrenze zu Chéronnac sollte hier Erwähnung finden. Sie erbrachte 3000 Fundstücke, die für das Mittelpaläolithikum, das Jungpaläolithikum, das Mesolithikum und das Neolithikum repräsentativ sind. Wie auch in Nouaillas wurden hier geschliffene Steinäxte, scharfe Pfeilspitzen und Schaber gefunden.[1]

Die mehr als 1200 Artefakten der Fundstätte Puybosse bei Vayres bestehen zu 90 % aus Silex und zu 10 % aus Jaspis. Das MTA stellt hiervon nur 4 Artefakten (alle aus Silex) – einen kleinen, dreieckigen Faustkeil, zwei Spitzen typisch für das Moustérien und ein Kratzer. Vorrangig unter den neolithischen Fundstücken sind retuschierte Klingen (40,9 %), retuschierte Abschläge (21,7 %), Äxte und Axtreste (8,4 %), Kratzer und Schaber (5,8 %), Mikrolithen (4,9 %), Stichel (4,1 %), Bohrer (4,1 %), Pfeilspitzen (3,5 %), Klingen, Kleinklingen, gekerbte Klingen (3,2 %), Spitzen (1,8 %), Dolche und Dolchreste (0,9 %) und diverse andere Funde (0,7 %).

Generell sind die angetroffenen Artefakten recht klein. Klingen und Kleinklingen sind meist schlecht gefertigt und nicht länger als 6 Zentimeter. Die Abschlagkerne wurden extrem aufgebraucht.[2]

Weitere Funde sind mehrere Abschläge und Kratzer aus Silex von Bonnefont, eine Axt aus Quarz von Glandoulat, ein Faustkeil, mehrere retuschierte Silexe und eine kleine Axt aus Diorit von La Ribière, eine Axt aus Jaspis und ein doppelter Kratzer aus Le Chalat, eine große Anzahl von Silexen aus Les Combes, eine Axt aus Silex von Nouaillas, eine Axt aus gelbem Silex von Pouvereau, zwei Äxte aus Sandstein von Puybosse, drei Äxte von Chez Fréguilllon (zwei aus Silex und eine aus Quarz) und eine Axt von Villechenon. Laudonnie hat eine große Anzahl von paläolithischen und neolithischen Werkzeugen geliefert, viele Silexe fanden sich auch in Chez Beijard, La Chabeaudie und bei Le Maine.

Aus der Zeit der Gallier sind Tumulusreste bekannt – so bei La Doradie, La Roudarie, Les Monts und bei Vayres. Erwähnenswert aus der römischen Herrschaftszeit ist die Römerstraße Angoulême – Limoges, die durch Vayres verlief. Unter der Ortskirche fanden sich außerdem die Überreste eines römischen Bauwerks mit Hypokausten. Der gallische Erdwall von Butte du Chalat wurde dann von den Römern für ein zwei Ar großes Festungslager genutzt – es fanden sich römische Ziegel, Dachziegel und anderer Bauschutt.

Während der Völkerwanderung fiel das Ortszentrum wahrscheinlich einem Brand zum Opfer – wie eine schwarze Aschenlage auf den römischen Hypokausten zu erkennen gibt. Auch Cassinomagus in Chassenon wurde zu dieser Zeit durch einen Brand zerstört. Aus der Merowingerzeit stammen Sarkophage, die unterhalb der Ortskirche gefunden wurden – sowie zwei befestigte Erdhügel (La Tourate und Le Puy – bei Chez Beijard).[3] Karolinger und Kapetinger hatten zwei Türme errichtet, die aber abgesehen ihrer Basis jetzt vollkommen ruiniert sind.

Im Mittelalter bestand Vayres noch aus drei Pfarreien – Saint-Jean, Saint-Georges und Saint-Pierre. Die beiden letztgenanten wurden schließlich von Saint-Jean inkorporiert. Jede Pfarrei hatte ihre eigene Kirche samt Friedhof und Ansiedlungen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche Saint-Jean vollkommen neu erbaut. Sie ersetzte die Kirchen Saint-Georges und Saint-Pierre. Die Kirche Saint-Georges wurde bereits im Jahr 1310 erwähnt, war jedoch im Jahr 1628 zur Ruine verfallen. Somit wutrde die Pfarrei im 17. Jahrhundert von Saint-Jean übernommen. Die Kirche Saint-Pierre wurde während der Französischen Revolution im Jahr 1791 als Bien national verkauft und zu einem Wohnhaus umfunktioniert. Auch das Presbyterium erlitt 1796 dasselbe Schicksal. Die Pfarrei ging sodann ebenfalls in Saint-Jean auf.

Aus dem Mittelalter stammt ferner ein weiterer Erdhügel mit Motte bei Merlis.

Bevölkerungsentwicklung

Weitere Informationen Bevölkerungsentwicklung in Vayres, Jahr ...
Bevölkerungsentwicklung in Vayres
Jahr Einwohner
19621565
19681388
19751127
1982991
1990946
1999873
2006833
2011830
2016753
2021717
2023703
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Quelle: INSEE

Die Bevölkerung von Vayres ist seit 1962 stark rückläufig (Gesamtverlust von 55,1 Prozent), insbesondere in den Jahren 1962 bis 1982 war der Verlust sehr stark.

Ihren höchsten Bevölkerungsstand hatte die Gemeinde im Jahr 1793 mit 2600 Einwohnern. Sie hat seitdem einen Rückgang von 73,0 % erlitten.

Die Gemeinde hat bei einer Fläche von 38,13 Quadratkilometer eine Bevölkerungsdichte von 18,4 Einwohner/km².

Bürgermeister

Bürgermeister von Vayres ist seit Dezember 2024 Fabrice Penichon.

Präsidentschaftswahl 2022

Weitere Informationen Kandidaten, Parteien ...
Kandidaten Parteien 1. Wahlgang 2. Wahlgang
Stimmen % Stimmen %
Marine Le Pen Front national FN 127 27,61 % 218 55,75 %
Emmanuel Macron En marche ! EM 86 18,70 % 173 44,25 %
Jean-Luc Mélenchon Front de gauche FDG 98 21,30 %
Jean Lasalle Résistons ! RES 32 6,96 %
Valérie Pécresse Les Républicains LR 32 6,96 %
Fabien Roussel Parti communiste français PCF 20 4,35 %
Éric Zemmour Reconquête REC 18 3,91 %
Anne Hidalgo Parti Socialiste PS 12 2,61 %
Nicolas Dupont-Aignan Debout la France DLF 12 2,61 %
Yannick Jadot Europe Écologie - Les Verts EELV 11 2,39 %
Philippe Poutou Nouveau Parti anticapitaliste NPA 7 1,52 %
Nathalie Arthaud Lutte Ouvrière LO 5 1,09 %
Gesamt 638 100 % 568 100 %
Gültige Stimmen46077,57 %39165,94 %
Ungültige Stimmen81,35 %6711,29 %
Wahlbeteiligung46878,92 %45877,23 %
Enthaltungen12521,08 %13522,77 %
Registrierte Wähler 593 593
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Die Präsidentschaftswahl in Frankreich 2022 gewann in Vayres im zweiten Wahlgang Marine Le Pen (mit 55,75 % der Stimmen) vor Emmaniel Macron (44,25 %) – mit einem Vorsprung von 11,50 % – in Umkehrung der nationalen Ergebnisse.

Gemeindepartnerschaften

Literatur

  • P. Chèvremont, J. P. Floc'h, F. Ménillet, J. M. Stussi, R. Delbos, B. Saliret, J. L. Blès, C. Courbe, D. Vuaillat und C. Gravelat: Notice explicative, Carte géol. France (1/50000), feuille Rochechouart (687). Carte géologique par M. Chèvremont, J. P. Floc'h. BRGM, Orléans 1996, ISBN 2-7159-1687-6.
Commons: Vayres – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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