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Lioba Keller-Drescher

deutsche Kulturwissenschaftlerin und Hochschullehrerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Lioba Keller-Drescher (* 31. August 1960 in Konstanz) ist eine deutsche Kulturwissenschaftlerin und Hochschullehrerin.[1]

Leben und Wirken

Lioba Keller-Drescher studierte von 1980 bis 1987 Empirische Kulturwissenschaft und Philosophie an der Eberhard Karls Universität Tübingen. 1986 legte sie dort ihre Magisterprüfung ab. Anschließend war sie freiberuflich im Bereich der Erwachsenenbildung, Beratung und Erarbeitung von Ausstellungen tätig. Mit Förderung durch ein Stipendium (1998 bis 2000) wurde sie 2002 an der Universität Tübingen zum Dr. phil promoviert. Bis 2013 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft der Universität Tübingen. Nach ihrer Habilitation im Jahre 2015 war sie bis 2016 und von 2017 bis 2019 als Privatdozentin in Tübingen tätig, unterbrochen von einer Professur an der Internationalen Kunsthochschule für Mode in Berlin. Nach einer Projektmitarbeit an der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen lehrt sie seit 2019 Europäische Ethnologie (Schwerpunkt Museum) an der Universität Münster. Neben der Alltagskultur beschäftigt sich Lioba Keller-Drescher vor allem mit der Textil- und Kleidungsforschung.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Die Ordnung der Kleider. Ländliche Mode in Württemberg 1750–1850. Tübinger Vereinigung für Volkskunde, Tübingen 2003, ISBN 3-932512-23-5 (= Dissertation Universität Tübingen).
  • (Hrsg., mit Bernhard Tschofen): Dialekt und regionale Kulturforschung. Traditionen und Perspektiven einer Alltagssprachforschung in Südwestdeutschland (= Studien & Materialien des Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische Kulturwissenschaft der Universität Tübingen, Bd. 35). Tübinger Vereinigung für Volkskunde, Tübingen 2009, ISBN 3-932512-53-7.
  • Vom Wissen zur Wissenschaft. Ressourcen und Strategien regionaler Ethnografie (1820-1950) (= Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe B, Bd. 215). Kohlhammer, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-17-033574-5 (= Habilitationsschrift Universität Tübingen).
  • (Hrsg.): Vier Vitrinen: 1000 Möglichkeiten. Westfälische Wilhelms-Universität Münster 2021, ISBN 978-3-946191-07-0.
  • (Hrsg., mit Eckhard Klug): Transferzonen. Universität – Sammlung – Öffentlichkeit. Westfälische Wilhelms-Universität Münster 2021, ISBN 978-3-946191-07-0.

Aufsätze

  • "Tradition" in der Fastnacht. In: Beiträge zur Volkskunde in Baden-Württemberg, Bd. 2 (1987), S. 201–215.
  • (mit Gesa Ingendahl): Historische Ethnografie. Das Beispiel Archiv. In: Schweizerisches Archiv für Volkskunde, Bd. 106 (2010), S. 241–263.
  • Das Versprechen der Dinge. Aspekte einer kulturwissenschaftlichen Epistemologie. In: Basler Jahrbuch für historische Musikpraxis, Bd. 32 (2008/2010), S. 235–247.
  • Sammeln, Horten, Verhandeln. Der Wissensschatz als Resource. In: Reinhard Johler u. a. (Hrsg.): Kultur_Kultur. Denken. Forschen. Darstellen. Waxmann, Münster 2013, S. 122–130, ISBN 978-3-8309-2847-8.
  • The promise of things. In: Monique Scheer u. a. (Hrsg.): Out of the tower. Essays on culture and everyday life (= Untersuchungen, Bd. 114). Tübinger Vereinigung für Volkskunde, Tübingen 2013, S. 273–287, ISBN 978-3-932512-93-3.
  • Das statistisch-topographische Bureau als Transaktionsraum ethnographischen Wissens. In: Gunhild Berg u. a. (Hrsg.): Berechnen/Beschreiben. Praktiken statistischen (Nicht-)Wissens 1750–1850 (= Historische Forschungen, Bd. 115). Duncker & Humblot, Berlin 2015, S. 79–95, ISBN 978-3-428-14500-3.
  • Verein, Region und Wissen im 19. Jahrhundert. In: Zeitschrift des Zabergäuvereins, Jg. 2015, H. 2, S. 1–16.
  • "Tracht" als Denkstil. Zum Wissensmodus volkskundlicher Kleidungsforschung. In: Gudrun M. König u. a. (Hrsg.): Die Wissenschaften der Mode (= Edition Kulturwissenschaft, Bd. 34). Transcript-Verlag, Bielefeld 2015, S. 171–186, ISBN 978-3-8376-2200-3.
  • Mode und Tracht. Eine wechselvolle Beziehung. In: Ulrike Wolff-Thomsen (Hrsg.): reload! Tracht – Kunst – Mode. Boyens, Heide 2017, S. 10–35, ISBN 978-3-8042-1475-0.
  • Landesbeschreibung als Wissensformat. Ansätze zu einer vergleichenden Analyse. In: Reinhard Johler/Josef Wolf (Hrsg.): Beschreiben und Vermessen. Raumwissen in der östlichen Habsburgermonarchie im 18. und 19. Jahrhundert (= Geschichtswissenschaft, Bd. 16). Frank & Timme, Berlin 2020, S. 207–223, ISBN 978-3-86596-347-5.
  • Die Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Oder: wie man aus drei eins macht. In: Mathias Beer (Hrsg.): Landesgeschichte mit und ohne Land. West- und ostdeutsche Historische Kommissionen nach 1945 (= Schriftenreihe des Instituts für Donauschwäbische Geschichte und Landeskunde, Bd. 27). Steiner, Stuttgart 2023, S. 55–74, ISBN 978-3-515-13516-0.

Einzelnachweise

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