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Lise Klaveness

norwegische Fußballspielerin und Fußballfunktionärin From Wikipedia, the free encyclopedia

Lise Klaveness (* 19. April 1981 in Meland) ist eine ehemalige norwegische Fußballspielerin und heutige Fußballfunktionärin. Seit März 2022 ist sie die Präsidentin des Norwegischen Fußballverbands (NFF). Zuvor war sie ab 2018 Direktorin der Profifußballabteilung des Verbands.

Schnelle Fakten Personalia, Frauen ...
Lise Klaveness
Personalia
Geburtstag 19. April 1981
Geburtsort Meland, Norwegen
Größe 167 cm
Position Mittelfeld / Sturm
Frauen
Jahre Station Spiele (Tore)1
1997–1999 IL Sandviken 44 0(9)
2000 Arna-Bjørnar 16 0(2)
2001 Athene Moss 17 0(2)
2002–2005 Asker FK 78 (15)
2006–2007 Umeå IK
2008 Asker FK 21 (13)
2009–2011 Stabæk 55 (43)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1997 Norwegen U16 6 0(3)
1998 Norwegen U17 6 0(1)
1998–2000 Norwegen U18 12 0(5)
2000–2002 Norwegen U21 12 0(3)
2002–2011 Norwegen 73 0(9)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
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Von 2002 bis 2007 sowie erneut von 2009 bis 2011 spielte Klaveness für die A-Nationalmannschaft.

Karriere als Fußballspielerin

Klaveness begann als Zwölfjährige mit dem Fußballtraining.[1] Sie spielte als Jugendliche beim IL Kvernbit in der damaligen Kommune Meland, die heute zu Alver gehört.[2]

Verein

Im Jahr 1997 wechselte sie als 16-Jährige zum in Bergen beheimateten Toppserien-Verein IL Sandviken. Dort spielte sie bis in die Saison 1999. Nach dem Abstieg des Vereins wechselte sie im Jahr 2000 zum Stadtrivalen Arna-Bjørnar. Ihren Plan, zurück zum IL Sandviken zu wechseln, gab sie auf, nachdem der Verein nicht wieder aufstieg. Sie ging stattdessen nach einer Saison bei Arna-Bjørnar ins südostnorwegische Moss zu Athene Moss.[2][3]

Im Jahr 2002 begann Klaveness für den Fußballverein Asker FK zu spielen. Für ihre dortigen Leistungen wurde sie nach der Saison 2004 in das Team des Jahres gewählt. Im Jahr 2005 gewann sie mit Asker den norwegischen Pokal. Da der Verein aufgrund von finanziellen Problemen im Herbst 2005 absteigen musste, wechselte Klaveness für die Saison 2006 zum schwedischen Verein Umeå IK. Mit ihm gewann sie in den Jahren 2006 und 2007 die schwedische Meisterschaft. Zudem wurde Klaveness im Jahr 2007 schwedische Pokalsiegerin. Beim UEFA Women’s Cup 2006/07 kam sie mit Umeå IK im Finale zum Einsatz.[4]

Nach einer erneuten Station bei Asker im Jahr 2008 spielte Klaveness ab 2009 für Stabæk Fotball. In den Jahren 2008 bis 2010 wurde sie jeweils in das Team des Jahres gewählt. Mit Stabæk Fotball gewann sie die Meisterschaft 2010 und sie wurde mit 21 Toren aus 22 Spielen Torschützenkönigin der Toppserien 2010. Zudem wurde sie zur Toppserien-Spielerin des Jahres gewählt. Im Jahr 2011 gewann sie mit Stabæk das Pokalfinale.[4]

Nach der Saison 2011 beendete Klaveness ihre aktive Karriere.

Nationalteam

Klaveness gab im Jahr 1997 ihr Debüt für das norwegische U16-Nationalteam. Bei ihrem ersten Einsatz gegen Dänemark steuerte sie zwei Tore zum Sieg bei. Bis 2002 spielte sie in den weiteren U-Nationalteams.[4]

Bei der WM 2003 schied sie mit ihrem Team im Viertelfinale aus. Während ihrer Zeit beim Asker FK gelang es ihr schließlich, einen Stammplatz in der Nationalmannschaft zu erhalten. Bei der Europameisterschaft 2005 wurde sie Vize-Meisterin.[4]

Nach der Fußball-WM 2007, bei der das norwegische Nationalteam den vierten Platz erreichte, erklärte ihr Trainer Bjarne Berntsen nach dem Rückflug noch am Flughafen, dass sie nicht mehr in der Mannschaft erwünscht sei.[5] Im Jahr 2009 kehrte unter der neuen Trainerin Eli Landsem in das Nationalteam zurück.[4] Wegen einer Verletzung stand sie jedoch schließlich nicht im norwegischen Kader bei der Weltmeisterschaft 2011.[6]

Spielweise

Die meiste Zeit ihrer Karriere spielte sie im offensiven Mittelfeld. Vor allem im Nationalteam wurde sie jedoch auch im Sturm eingesetzt. Gegen Ende ihrer aktiven Fußballkarriere begann sie, mehr Tore zu schießen.[4]

Nach und neben der aktiven Laufbahn

Juristin

Neben ihrer Tätigkeit als Fußballspielerin studierte Klaveness von 2001 bis 2007 Rechtswissenschaften. Ihrem Masterabschluss erlangte sie an der Universität Oslo.[7] Als Juristin war sie in unterschiedlichen Positionen tätig. Unter anderem arbeitete sie am Bezirksgericht Oslo (Oslo Tingrett), in einer Anwaltskanzlei und bei der Norges Bank.[4]

TV-Kommentatorin

Im Alter von 22 Jahren hatte sie erstmals einen Einsatz als TV-Kommentatorin. Zunächst war sie für TV 2 tätig. Im Jahr 2012 fing sie beim norwegischen Rundfunk Norsk rikskringkasting (NRK) als Fußballkommentatorin an. Dort kommentierte sie unter anderem Spiele während der Herren-WM 2018.[1]

Fußballfunktionärin

Im Juni 2018 wurde bekannt gegeben, dass sie den Posten als Leiterin der Abteilung für Profifußball im Norges Fotballforbund (NFF), dem norwegischen Fußballverband, von Nils Johan Semb übernehmen werde. Sie wurde dabei unter anderem für das Herren- und das Frauennationalteam der Norweger zuständig.[8]

Am 6. März 2022 wurde Klaveness zur Präsidentin des norwegischen Fußballverbands gewählt. Sie wurde damit die erste Frau an der Spitze des 1902 gegründeten Verbands.[9][10]

Im April 2023 kandidierte Klaveness für einen Sitz im UEFA-Exekutivkomitee. Sie scheiterte bei der Wahl mit nur 18 von 55 möglichen Stimmen.[2] Im April 2025 wurde sie schließlich Mitglied im UEFA-Exekutivkomitee.[11]

Positionen

Klaveness gilt als eine der stärksten Kritikerinnen an der FIFA und an deren Präsidenten Gianni Infantino. Mit ihrer Kritik sorgte sie wiederholt für internationale Berichterstattung.[12]

WM-Vergabe nach Katar

Kurz nach ihrer Wahl zur norwegischen Verbandspräsidentin hielt sie Ende März 2022 beim FIFA-Kongress in Doha eine Rede, in der sie die FIFA unter anderem für ihre Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 an Katar kritisierte. Die Rede erhielt international in den Medien Aufmerksamkeit.[13][14][15]

Israel

Klaveness forderte wiederholt, die Israel Football Association (IFA) aus der UEFA auszuschließen.[16][17] Vor dem im Ullevaal-Stadion abgehaltenen WM-Qualifikationsspiel zwischen Norwegen und Israel gab der Verband unter Klaveness bekannt, dass die bei dem Spiel erzielten Gewinne an humanitäre Organisationen in Gaza gespendet werden sollen. Dies führte zu starker Kritik durch die IFA.[18]

FIFA-Friedenspreis und Fall Balogun

Nachdem Donald Trump im Dezember 2025 mit dem FIFA-Friedenspreis ausgezeichnet wurde, warf Klaveness der FIFA und Infantino vor, gegen die Regeln der politischen Neutralität verstoßen zu haben.[19] Sie gab an, dass der Preis außerhalb des Mandats der FIFA läge. Klaveness forderte deshalb die Abschaffung der Auszeichnung.[20][21] Der norwegische Verband schloss sich als einziges FIFA-Mitglied einer Beschwerde der Organisation FairSquare gegen Infantino an, die bei der FIFA-Ethikkommission eingereicht wurde.[22]

Nachdem bei der Herren-WM 2026 die Rot-Sperre der US-amerikanischen Spielers Folarin Balogun nach einer vermuteten Einmischung von Trump ausgesetzt wurde, kündigte Klaveness eine formelle Beschwerde bei der FIFA an.[23]

Auszeichnungen

Von der norwegischen Organisation Fritt Ord erhielt sie für ihre Rede beim FIFA-Kongress im März 2022 den Fritt-Ord-Ehrenpreis.[24] Klaveness spendete das Preisgeld von 100.000 Kronen (rund 10.000 Euro) an eine Organisation, die sich für Asylsuchende einsetzt.[25]

Im Jahr 2022 wurde sie auch vom Gewerkschaftsdachverband Yrkesorganisasjonenes Sentralforbund (YS) mit dem Gleichstellungspreis ausgezeichnet.[26] Von der norwegischen Zeitung Verdens Gang wurde sie für das Jahr 2022 zum „Namen des Jahres“ gewählt.[27]

Im Mai 2023 wählten die Abgeordneten des Stortings, also des norwegischen Nationalparlaments, Klaveness zum „Årets Peer Gynt“ (deutsch Peer Gynt des Jahres). Der Ehrenpreis wird jährlich an Personen verliehen, die sich auf positive Weise für die Entwicklung der Gesellschaft hervortun und Norwegen im Ausland bekannt machen.[28]

Privates

Gemeinsam mit ihrer Ehefrau Ingrid Camilla Fosse Sæthre, mit der sie gemeinsam im Verein Stabæk Fotball spielte, hat sie drei Söhne.[29]

Auszeichnungen

Einzelnachweise

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