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Liste der Kulturdenkmale in Alpirsbach

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In der Liste der Kulturdenkmale in Alpirsbach sind die Kulturdenkmale der Stadt Alpirsbach im Landkreis Freudenstadt in Baden-Württemberg aufgelistet.

Legende

Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.

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  • ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg

Abkürzungen

Kulturdenkmale nach Ortsteilen

Alpirsbach

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID

Weitere Bilder
Sog. Muggelbruck Aischbachstraße 1
(Karte)
Straßenbrücke, Bogenbrücke aus Sandstein, nach Plänen des württembergischen Landesoberbauinspektors Johann Adam Groß d. J. erbaut, 1778 (a)

Die im Volksmund als Muggelbruck bezeichnete, elegant gespannte Bogenbrücke ist die wichtigste alte innerörtliche Querung der Kinzig in Alpirsbach und damit ein Zeugnis der Siedlungs- und Verkehrsgeschichte. Sie ist darüber hinaus ein anschauliches Beispiel für das umfangreiche Tätigkeitsfeld und die vielseitigen Bauaufgaben württembergischer Landbaumeister im 18. Jahrhundert, hier Johann Adam Groß d. J. (1728 bis 1794). Er stammte aus einer für das Bauschaffen im Herzogtum wichtigen Winnender Baumeisterfamilie und bekleidete 1757 in Nachfolge seines gleichnamigen Vaters das Amt des Landbaumeisters.

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Wohnhaus Aischbachstraße 1
(Karte)
Fachwerkhaus auf massivem Sockelgeschoss, verschindeltes Obergeschoss vorkragend, Satteldach, wohl nach Errichtung der Kinzigbrücke errichtet, Ende 18. Jahrhundert

Da direkt an der Kinzigbrücke errichtet Wohnhaus entstand wohl im Zuge des Brückenneubaus von 1778. Es veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse in der zum Kloster gehörigen Siedlung und ist Zeugnis der frühneuzeitlichen Ortsbaugeschichte.

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Laufbrunnen Aischbachstraße 4
(Karte)
Brunnenstock und -trog, Gusseisen, 1899 (i)

Der Laufbrunnen ist ein anschauliches Zeugnis der historischen Wasserversorgung: Hier holten die Haushalte ihr Brauchwasser, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt. Der Brunnen ist dabei auch ein Dokument der Serienfertigung solcher Objekte im Zeitalter der Industrialisierung, die mit der künstlerischen Gestaltung der Brunnenstöcke der Ortsverschönerung dienten.

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Wohnhaus Aischbachstraße 6
(Karte)
Giebelständiger und dreigeschossiger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, darüber Fachwerk mit vorkragende Geschossen und Zierelementen, im Erdgeschoss ursprünglich Stallungen (heute Ladenlokal), für den Klosterförster Carl Christoph Zaiser errichtet, 1778/79 (a)

Das stattliche Gebäude veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse eines württembergischen Forstbeamten im 18. Jahrhundert, dessen gesellschaftlicher Stand in den Dimensionen und der verhältnismäßig aufwendigen Gestaltung widerspiegeln. Das Haus prägt mit seiner Giebelständigkeit die kleine Platzbildung im Westen der Aischbachstraße und ist Zeugnis der frühneuzeitlichen Ortsbaugeschichte sowie der Zimmermannskunst in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts.

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Wohn- und Geschäftshaus des Kaufmanns Johann Ludwig Osiander Ambrosius-Blarer-Platz 1
(Karte)
Später Gasthaus Zum Lamm (heute Galerie), dreigeschossiger, traufständiger Bau, Satteldach mit einseitiger Abwalmung, massives verputztes Erdgeschoss, darüber verschindeltes Fachwerk, 1794 (i)

Das stattliche Gebäude belegt mit seinen Dimensionen die städtische Siedlungsstruktur des Klosterfleckens Alpirsbach in der Frühen Neuzeit. Es ist ein anschauliches Beispiel für ein großes Kaufmannshaus aus dem Ende des 18. Jahrhunderts und veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse eines Angehörigen der wirtschaftlichen Elite des Schwarzwaldortes am Ausgang der Frühen Neuzeit. Die bestehende Fassadengestaltung mit den historistischen geschnitzten Fenstereinfassungen und der Verschindelung geht auf die Gasthauszeit im späteren 19. Jahrhundert zurück. Das Gebäude dokumentiert Alpirsbacher Ortsbau- und Wirtschaftsgeschichte.

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Wasserkanal Ambrosius-Blarer-Platz 2
(Karte)
Im Keller des Gebäudes, Reste einer tonnenförmigen Deckung und Kanalverlauf in nordsüdlicher Richtung, 18. Jahrhundert

Bei dem gewölbten Wasserlauf handelt es sich um das im unmittelbaren Vorfeld des Klosters spätestens in der Frühen Neuzeit überdolte Alpirsbächle. Das Gewölbe ist damit Zeugnis der Siedlungs- und Ortsbaugeschichte.

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Sog. Altes Schloss Ambrosius-Blarer-Platz 3
(Karte)
Bis 1520 Klostergasthaus, dreigeschossiges und traufständiges Wohn- und Geschäftshaus mit einseitigem Krüppelwalmdach, verputzt, liegender und verblatteter Dachstuhl von 1508/09 (d), von Klosterverwalter Josias Stehlin ausgebaut, 1608 (Spolie am modernen Ladenanbau, Schlussstein des entfernten Kreuzgewölbes, bezeichnet 1608)

Das im Kern spätmittelalterliche Gebäude diente ursprünglich als Gasthaus des Benediktinerklosters, dessen Eingangstor es direkt gegenüberliegt. Es ist ortsbaulich wichtiger Bestandteil des Gebäudeensembles um den Vorplatz des Klosters, den heutigen Ambrosius-Blarer-Platz. Später wandelte es sich zum Wohnhaus und wurde 1608 für den Klosterverwalter Josias Stehlin ausgebaut. Das Haus dokumentiert damit anschaulich die Klostergeschichte und die Nutzungsänderung der zum Klosterkomplex gehörigen Bauten infolge der Reformation.

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Sog. Schlössle Ambrosius-Blarer-Platz 5
(Karte)
Wohnhaus, zweistöckiger Fachwerkbau mit Satteldach auf massivem verputztem Erdgeschoss, reiches Zierfachwerk mir Geschossvorkragungen, alte Holzdecke, Keller mit Tonnengewölbe, dort Spolien eines Kreuzrippengewölbes, für den geistlichen Klosterverwalter Johann Michael Weißer und seine Frau Maria Magdalena erbaut, 1708

Das stattliche giebelständige Wohnhaus setzt mit seinem reichen Zierfachwerk einen markanten Akzent am alten Vorplatz zum Alpirsbacher Klosterbezirk. Es zählt zu den anspruchsvollsten und gestalterisch aufwendigsten Fachwerkbauten der Region und ist ein herausragendes Zeugnis der barockzeitlichen Zimmermannskunst in Alt-Württemberg. In seinem Formenreichtum spiegelt das Haus den Status und das Selbstbewusstsein eines württembergischen Klosterbeamten und seiner Ehefrau in der Barockzeit wider. Es ist wichtiges Dokument der nachreformatorischen Baugeschichte im Klosterumfeld und hat haus- und gefügekundliche Bedeutung.

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Oberamteibau Ambrosius-Blarer-Platz 6
(Karte)
Sog. Vordere o. a. Obere Burg, bis 18190 Klosteramt, ab 1698 auch Schule mit Lehrerwohnung, ab 1811 Forstamt und Oberamtei (heute Stadtbücherei), dreigeschossiger und traufständiger Bau mit Satteldach, Erd- und 1. Obergeschoss massiv und verputzt, darüber weitgehend konstruktives Fachwerk, geohrte Fenstergewände, Rundbogentor, im Kern wohl hochmittelalterlich, Aufbau Fachwerkgeschoss 1679/80 (d), erweitert nach Osten und Süden, 1744/45 (a), Umbau 1811 bis 1816 (a)

Der stattliche Bau ist wichtiger Bestandteil des historischen Gebäudeensembles um den Ambrosius-Blarer-Platz als einstigem Vorplatz des Benediktinerklosters Alpirsbach. Das Gebäude erscheint heute als barockzeitliches Amtshaus. In den Quellen taucht es allerdings bereits im 16. Jahrhundert im Unterschied zur Unteren als Vordere oder Obere Burg auf und stellt im Kern tatsächlich einen, wohl noch bis ins Hochmittelalter zurückreichenden, Steinbau dar, der im 17. Jahrhundert aufgestockt und kurz vor der Mitte des 18. Jahrhunderts erweitert wurde. Vielleicht war er sogar Bestandteil einer älteren, ersten Klausur der Gründungsanlage des 11. Jahrhunderts, steht das Gebäude doch in engem baulichem Zusammenhang mit dem Turm der einstigen Leutkirche (Ambrosius-Blarer-Platz 6). Spätestens seit der Reformation diente der Bau als Klosteramt, also als zentraler Verwaltungssitz des Klosters Alpirsbach und seiner zugehörigen Besitzungen. Nach der Aufhebung des Klosteramtes 1810 wurde hier das württembergische Oberamt eingerichtet, parallel dazu beherbergte der Bau auch die Forstverwaltung. Das Gebäude ist eines der zentralen Zeugnisse der klösterlichen Bau- und Siedlungsgeschichte und hat als einstiger zentraler Verwaltungssitz orts- und herrschaftsgeschichtliche Bedeutung.

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Lindenbrunnen Ambrosius-Blarer-Platz 6
(Karte)
Polygonaler Trog mit hohem Brunnenstock aus Sandstein (Kopie, Original im Museum für Stadtgeschichte), massiv mit skulpturalem Schmuck, 17. Jahrhundert, Standort verändert, Linde 1872 gepflanzt

Der Spätrenaissance-Brunnen im Schatten der seit 1872 namengebenden Linde ist nicht nur ein Zeugnis der vormodernen Wasserversorgung des Klosterfleckens Alpirsbach, sondern mit seinem Maskenschmuck und der verzierten korinthischen Brunnensäule auch ein charakteristisches Schau- und Repräsentationsstück der innerörtlichen Ausgestaltung im frühneuzeitlichen Alpirsbach an einem der zentralen Plätze und Treffpunkte der Siedlung.

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Walkerei und Weberwohnhaus Ambrosius-Blarer-Platz 7
(Karte)
Zweigeschossiger und giebelständiger Fachwerkbau mit massivem verputztem Sockel, ab Obergeschoss verschindelt, rundbogige Ladetüre im Giebelfeld, 18. Jahrhundert

Das giebelständige Gebäude ist wichtiger Bestandteil der historischen Bebauung um den alten Vorplatz des früheren Benediktinerklosters. Es veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse eines frühneuzeitlichen Handwerkers in dem Klosterflecken Alpirsbach und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

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Geistliche Verwaltung sowie Amts- und Gegenschreiberei Ambrosius-Blarer-Platz 10
(Karte)
Ab 1805 Kameralamt, ab 1835 Schul- und Wohnhaus (heute Museum für Stadtgeschichte), zweigeschossiger Bau, Satteldach mit einseitigem Halbwalm und großem verschindeltem Zwerchhaus, massives verputztes Erdgeschoss, darüber weitgehend konstruktives Fachwerk, errichtet unter Einbeziehung älterer Mauern, 1568, Umbauten 1601, 1698 (i) und 1724 (i), nach Osten erweitert, 1789/90 (a), Umbau 1909 (a)

Im Kern des stattlichen frühneuzeitlichen Gebäudes stecken wohl noch Mauerreste der Gründungsanlage des Benediktinerkloster Alpirsbach. Es begrenzt die Nordwesteck des alten Klosterbezirks und ist wichtiger Bestandteil der historischen Bebauung um den alten Vorplatz des Klosters. Das Gebäude wird heute wesentlich geprägt durch die Umbauten 1698 und 1909. Es diente in nachreformatorischer Zeit als Sitz der Geistlichen Verwaltung des Klosteramtes Alpirsbach und als Schreiberei, bildete also zusammen mit dem benachbarten, als Archiv dienen Turm der Leutkirche und dem Klosteramt (beide Ambrosius-Blarer-Platz 6) den zentralen Verwaltungskomplex der Klosterherrschaft in nachreformatorischer Zeit. Es ist wichtiges Zeugnis der Baugeschichte der Klosteranlage und hat herrschafts- und verwaltungsgeschichtliche Bedeutung.

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Westturm der früheren Leutkirche (Schiff 1649 abgebrochen) Ambrosius-Blarer-Platz 10
(Karte)
Dreigeschossiger und traufständiger Massivbau mit Satteldach, unverputzt, romanische Rundbogentore, im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss Kreuzrippengewölbe, im Kern um 1095 bis 1099 (a), Umbau zum Klosterarchiv mit Einwölbungen, wohl 15. Jahrhundert

Der Turmbau ist wichtiger Bestandteil der historischen Klosteranlage von Alpirsbach und letzter Überrest der einstigen Leutkirche, also der westlich vor der Klosterkirche gelegenen Pfarrkirche für das Volk. Tatsächlich handelte es sich vielleicht um die ältere, 1099 geweihte Kirche der Mönche, die dann erst nach dem Neubau der Klosterkirche im 12. Jahrhundert zur Pfarrkirche geworden wäre. Die Leutkirche war jedenfalls ein einfacher Saalbau des späten 11. Jahrhunderts, der, wie sich am Turm ablesen lässt, zuerst ein flaches, dann, in spätgotischer Zeit, ein steiles Satteldach hatte. Der Turm erhielt im Spätmittelalter, wohl im 15. Jahrhundert, seine Kreuzrippengewölbe, um so feuerfeste Archivräume zu schaffen, befand sich doch gleich im Anschluss daran das Klosteramt (Ambrosius-Blarer-Platz 6). Der Turm ist damit ein zentrales Bauzeugnis der Gründungsphase des eins bedeutenden Benediktinerklosters Alpirsbach und hat herausragende dokumentarische Bedeutung für die Siedlungs- und Baugeschichte. Er ist das älteste überlieferte Gebäude am Ort.

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Wohnhaus Bahnhofstraße 5
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Stuttgarter Dach, massives verputztes Erdgeschoss, darüber reiches Zierfachwerk, zweigeschossiger Erker mit Krüppelwalm, um 1910

Das villenartige Wohnhaus veranschaulicht bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse in einer Kleinstadt in wilhelminischer Zeit. Es ist ein charakteristisches Beispiel für den Zierfachwerkbau des späten Historismus und dokumentiert die städtebauliche Entwicklung nach dem Bahnanschluss 1886.

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Gehöft Ehnisbach 14
(Karte)
Bestehend aus: giebelständiges, gestelztes Wohnstallhaus mit Satteldach, massives Erdgeschoss mit Eckquaderung und giebelseitiger Stallerschließung, darüber Wohnteil in verschindeltem Fachwerk mit traufseitiger Erschließung über Außentreppe, seitlich abgeschleppter Anbau, 1801 (i); Scheuer

Die Hofanlage ist charakteristisch für das historische Siedlungsbild im Schwarzwald, dessen Kulturlandschaft durch zahlreiche Einzelhöfe und kleine Weiler geprägt wird. das Hauptgebäude ist ein anschauliches Beispiel für ein Wohnstallhaus, wie sie in der Region weit verbreitet waren, und dokumentiert vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse einer bäuerlichen Familie. Das Anwesen hat siedlungs- und ortsbaugeschichtliche Bedeutung.

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Klosterapotheke Freudenstädter Straße 6
(Karte)
Wohn- und Geschäftshaus, unverputzter Massivbau aus Sandstein, Walmdach mit traufseitigen Hohlkehlen, Gaubenband und Dachhäuschen, polygonaler Erker, für den Apotheker Willy Thomas Sauter errichtet, 1922 (a)

Das stattliche Gebäude veranschaulicht den weiteren Ausbau Alpirsbachs in der Zwischenkriegszeit. Mit seiner Gestaltung und Kubatur ist es charakteristisch für die konservative Richtung der Moderne der Stuttgarter Schule. Ein spezifischer Bezug zur Region bildet die Materialität des als Sichtsteinbau ausgeführten Gebäudes. Der Bauherr, Willy Thomas Sauter, war seit 1918 Eigentümer der Klosterapotheke und gründete 1924 mit seiner Frau das Kytta-Werk Sauter AG sowie das Klosterlaboratorium Henninger & Co. In dem lateinischen Vergil-Zitat „labor vincit omnia“ - harte Arbeit überwindet alles - in einem Stein über dem Hauseingang drückt sich bürgerlicher Leistungswille aus. Das Gebäude veranschaulicht stadt- und wirtschaftsgeschichtliche Aspekte.

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Gerberwohnhaus Gerbergasse 18
(Karte)
Ehemalige Metzig, zweigeschossiger und traufständiger Bau, Satteldach mit Ladegaube, massives Erdgeschoss, darüber konstruktives Fachwerk, verbretterter Giebel, Gerberzunftzeichen am Türsturz, 1783 (i), dann von Gabriel Köbele in eine Rotgerberei umgebaut

Das traufständige Gebäude ist mit seiner Lage am Fluss charakteristisch für Gerberhäuser, wurde doch für die Gerberei fließendes Wasser benötigt. Das Haus veranschaulicht die Wohn- und Lebensverhältnisse dieses Handwerkerstandes in der Frühen Neuzeit und ist Zeugnis der historischen Siedlungsstruktur des Klosterfleckens Alpirsbach sowie der Ortsbau- und Wirtschaftsgeschichte.

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Sandsteinuntergeschoss eines Industriegebäudes (früher Färberei) mit vermauerten Spolien des Spätmittelalters: Türgewände mit Stabwerk und Türflügeln Freudenstädter Straße
(Karte)
Türsturz mit Eselsrücken, Steine mit Fischreliefs

Die Bauteile stammen aus der 1839 abgebrochenen Marienkapelle des Klosters Alpirsbach, die im frühen 16. Jahrhundert erbaut wurde und sich östlich des Kreuzgangs und nördlich der Infirmerie befand. Die Teile aus rotem Sandstein befanden sich im Erdgeschoss, die aus gelbem Sandstein im Obergeschoss mit der Bibliothek. Die Kapelle wurde 1832/33 von dem Alpirsbacher Schönfärber Carl Scholder „auf den Abbruch“ gekauft und die Steine für seine Fabrik verwendet. Er folgte damit der Verpflichtung, „werthe Alterthümer sogfältig auszuwählen“ und sie an anderem Ort wieder aufzustellen. Die Spolien sind damit einerseits Zeugnis der spätmittelalterlichen Baugeschichte des Benediktinerklosters, zum anderen Zeugnisse eines frühen Denkmalschutzes, der zumindest handwerklich und baukünstlerisch wichtige und qualitätvolle Stücke zu bewahren suchte - ein Gedanke, der sich bis ins 20. Jahrhundert findet, wenn noch aus alten Abbruchgebäuden Ofensteine oder datierte Türstürze in Neubauten als Erinnerungsstücke übernommen wurden.

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Grab Sauter und Grohe Nähe Gutleutweg
(Karte)
Grabstein mit Skulptur eines trauernden Mannes, Kalkstein, gemauerte Umgrenzung, um 1936;

Grab Trick, Grabkreuz auf poliertem Steinpostament, Umgrenzung mit Stein-, Eisenpfosten und Geländer auf Stützmauergeviert, von Gebrüder Macholdt, Stuttgart, um 1900

Die beiden Grabmale sind nicht nur ein qualitätvolle Beispiele für die Handwerkskunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, sie dokumentieren auch die Formenvielfalt des privaten Totengedenkens.

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Villa des Ehrenbürgers und Arztes Dr. Max Kaupp Hauptstraße 17
(Karte)
Ende 19. Jahrhundert, bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiger und traufständiger Bau, Walm- und Krüppelwalmdach mit Ziergespärre und Dachgauben, massives verputztes Erdgeschoss mit Eckquaderung, Obergeschoss verschindeltes Fachwerk, Giebelerker mit Glockendach; zweiflügeliger Remisenbau (heute Werkstatt), Backsteinbau, ab Obergeschoss Fachwerk, teilweise verbrettert, vorkragende Satteldächer, Zierelemente, Außenflächen

Das Anwesen veranschaulicht gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse in einer Kleinstadt zu Ende des 19. Jahrhunderts. Es dokumentiert den Ausbau Alpirsbachs infolge des Bahnanschlusses von 1886. Die Architektur der beiden Gebäude ist charakteristisch für den Schweizerhausstil, der sich im späteren 19. Jahrhundert für Villen und Landhäuser großer Beliebtheit erfreute. Er mischt sich hier in regionaltypischer Weise mit tradierten Elementen der bäuerlichen Architektur im Schwarzwald. Als Wohnsitz der Arztes und späteren Ehrenbürger Dr. Max Kaupp hat das Anwesen überdies ortsgeschichtliche Bedeutung.

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Wohnhaus Karlstraße 19
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Walm- und Halbwalmdach, massives verputztes Erdgeschoss, Obergeschoss verschindelt, halbrunder Standerker im Erdgeschoss, im Eck Eingangsloggia mit Rundbögen, Hof- und Garten, errichtet von dem Architekten Maisenbacher, Alpirsbach, für den Kaufmann K. Rüdiger, 1911 (a)

Das villenartige Wohnhaus ist ein qualitätvolles Zeugnis eines vorstädtischen Wohnhauses der Reformarchitektur im frühen 20. Jahrhundert. Charakteristisch sind die Kubatur, die malerischen Gesichtspunkten folgende Anordnung der Baukörper und der Bezug auf traditionelle Bauelemente im Schwarzwald wie die Verschindelung des Obergeschosses. Das Haus veranschaulicht damalige gehobene Wohn- und Lebensverhältnisse eines wohlhabenden, kleinstädtischen Bürgertums und ist nicht zuletzt ein Dokument der städtebaulichen Entwicklung Alpirsbachs in den Jahrzehnten nach dem Bahnanschluss 1886.

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Weitere Bilder
Klosterkirche zur hl. Dreifaltigkeit Klosterplatz 1
(Karte)
Hl. Kreuz und hl. Benedikt, seit 1556 ev. Pfarrkirche, dreischiffige Basilika mit Querschiff und dreischiffigem Chor aus rotem Buntsandstein, Turm über nördlichem Nebenchor mit Treppengiebeln, südlich Sakristei und Sulzer Kapelle, dreibogige Vorhalle mit Wappen- und Figurenschmuck, Westportal mit figürlichem Tympanon, lederbespannte Türflügel mit bronzenen Löwenköpfen, um 1150, im Inneren flache Balkendecken, Langhauswände über Rundbogenarkaden auf Rundpfeilern mit Würfelkapitellen, teilweise mit Bauplastik, Chor mit und Sakristei mit Rippengewölben, Sulzer Kapelle mit Netzrippengewölbe, Wandmalereien in Mittelkonche des unteren Chorbereichs, nach 1250, und in der Sakristei, um 1350, mittelalterliche Ausstattung u. a. mit Marienaltar mit Marienkrönung, wohl von Nikolaus Weckmann, Ulm, um 1520/25, Chorgestühl, 1493, Grabplatten, 12.-16. Jahrhundert, gedrechselte Bank, um 1342/44 (d), und weiterem Zubehör, Baubeginn wohl Anfang 12. Jahrhundert, Weihe 1128 (a), Fertigstellung wohl um 1131, Sakristei, um 1220, Wiederherstellung und Aufstockung des Turms nach Teileinsturz beim Basler Erdbeben, um 1361 bis 1375 (d), Obergeschoss der Hauptapsis, Anfang 15. Jahrhundert, Verstärkung des Turmunterbaus sowie Bau der Vorhalle, 1. Viertel 15. Jahrhundert, Neubau der Dachstühle mit Erhöhung des Westgiebels, 1488 bis 1490 (d), erneute Erhöhung des Turms, Ende 15. und um 1548 bis 1559, Anbau der Sulzer Kapelle, um 1506 (a)

Die Kirche des einstigen Benediktinerklosters Alpirsbach prägt mit ihrem hohen Turm maßgeblich das Stadtbild im Kinzigtal. Sie zählt aufgrund ihrer harmonischen Proportionen und der Klarheit ihrer Architektursprache zu den herausragenden Zeugnissen hochromanischer Architektur aus dem 1. Drittel des 12. Jahrhunderts in Baden-Württemberg und ist nach der Zerstörung u. a. des Klosters Hirsau im Pfälzischen Erbfolgekrieg die am besten erhaltene romanische Klosterkirche dieser Zeitstellung im Nordschwarzwald. Mit ihrem Bau wurde vermutlich kurz nach 1100 begonnen, um 1131 war er wohl weitgehend abgeschlossen. Sie ist eines der wichtigsten architektonischen Zeugnisse der mönchischen Reformbewegung seit dem 11. Jahrhundert und das zentrale bauliche Dokument der Geschichte des Klosters. Dieses wurde 1095 von drei Adeligen, darunter den Grafen von Zollern und Sulz, gegründet und direkt dem Papst unterstellt. In der Folge spielte das Kloster eine wichtige Rolle für Kultur und Kunst sowie das Geistesleben nicht nur in der Region. Dies spiegelt sich auch in der weiteren Ausgestaltung sowie den überlieferten Ausstattungen der Kirche wider. Herausragende kunst- und handwerksgeschichtliche Bedeutung genießen die lederbezogenen romanischen Türflügel des Westportals mit den bronzenen Beschlägen und Löwenköpfen. Nicht weniger wichtig als Beispiel hochromanischer Plastik ist das Tympanonrelief einer Maiestas Domini-Darstellung mit Abbildung des gräflichen Stifterehepaares von Zollern. Weiterer figürlicher Bauschmuck der Entstehungszeit vermittelt einen anschaulichen Eindruck hochmittelalterlicher Bild- und Vorstellungswelten. Zu den ältesten Zeugnissen der Sakralkunst in der Klosterkirche zählen die spätromanischen Wandmalereien in den drei Konchen des Chorunterbaus, die nach 1250 entstanden sind. Für die Baukunst der frühen Gotik in Schwaben wichtig ist die um 1220 anstelle eines älteren Seitenchors errichtete, von der Zisterzienserarchitektur geprägte Sakristei mit ihren reichen Knospenkapitellen. Ein rares Zeugnis mittelalterlicher Kircheneinrichtung ist die gedrechselte, für ihre Entstehungszeit kurz vor der Mitte des 14. Jahrhunderts allerdings altertümlich wirkende langgestreckte Bank. Vom Einfluss der Ulmer Kunst der Spätgotik zeugen das reiche Chorgestühl und ein Flügelaltar, dessen Figuren Niklaus Weckmann zugeschrieben werden können. Die Geschichte des Klosters illustrieren die zahlreichen Grabmäler und Epitaphien der Äbte, die bis in die 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts zurückreichen. Die Alpirsbacher Klosterkirche ist damit ein nicht nur architektur- und kunst-, sondern auch landesgeschichtlich wertvoller Bau von überregionaler Bedeutung.

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( Wikidata)

Weitere Bilder
Klausur des Benediktinerklosters Alpirsbach Klosterplatz 1/1, 2
(Karte)
1556 bis 1595 evangelische Klosterschule, zweigeschossige massive Konventbauten mit Satteldach um spätgotischen Kreuzgang, Nordflügel mit Pultdach gegen das südliche Seitenschiff der Kirche gesetzt, polygonaler Standerker am Westflügel, Kreuzgang mit reichem Netzrippengewölbe, historische Innenräume, tlw. mit spätgotischen Wandmalereien, u. a. im Westflügel Empfangssaal des Abtes, Abtsstube mit sternrippengewölbter Erkernische, Dormitorium mit ursprünglicher Zellenteilung und Wandmalereien aus der Klosterschulzeit, Refektorium mit gewölbter Holzdecke des späten 15. Jahrhunderts (seit 1956/57 unter Einbeziehung des darunter liegenden Geschosses zur kath. Kirche umgebaut), romanischer Erstbau bis um 1130, Westseite tlw. 14. Jahrhundert, spätgotischer Um- und Neubau mit neuem Kreuzgang, Dachwerke 1481 bis 1485 (d), Innenausbau und Einwölbungen 1486 (i) bis 1494, Veränderungen im Südwesten, 19./20. Jahrhundert

Die einstige Benediktinerabtei Alpirsbach zählte bis zur Reformation zu den bedeutendsten Klöstern im Nordschwarzwald. Sie wurde 1095 von hochadeligen Stiftern als Reformkloster gegründet. Seit 1550 war Alpirsbach württembergisches Klosteramt unter Leitung eines protestantischen Abtes und nach endgültiger Durchsetzung der Reformation durch Herzog Christoph 1556 nahmen die Konventbauten bis 1595 eine von mehreren Klosterschulen auf. Sie dienten als weiterführende Schulen, der auf die Universitätslaufbahn in Tübingen vorbereitete, wurden doch im spätmittelalterlich-frühneuzeitlichen evangelischen Herzogtum neben Juristen vor allem gut ausgebildete Geistliche für die zahlreichen Pfarreien benötigt. Zwischen 1629 und 1648 war Alpirsbach noch einmal infolge des Dreißigjährigen Krieges von Benediktinern besiedelt. Die Klausurbauten, die sich südlich an die große romanische Kirche (Klosterplatz 1) mit dem Kreuzganggeviert anschließen, stammen teilweise im Kern noch aus dem 1. Drittel des 12. Jahrhunderts, erfuhren allerdings zwischen 1481 und 1494 einen großzügigen Um- und Neubau in spätgotischem Stil, der mit seiner anspruchsvollen und hochqualitativen Ausgestaltung vom Wiederaufschwung der Abtei nach einer inneren Krisenzeit am Ende des Mittelalters unter dem Abt Hieronymus Hulzing zeugt. Es handelt sich um eine der wenigen anschaulich Konventanlagen der Benediktiner aus dem Mittelalter, die sich in Deutschland erhalten haben. Denn durch die Reformation wurden die Gebäude später kaum verändert, außer dass in der Zeit der Klosterschule verschiedene Mönchszellen des Dormitoriums, die jetzt den Schülern als Zimmer dienten, mit weiteren Wandmalereien und Sgraffiti ausgeziert wurden. Älter sind die Malereien um das Portal zum Empfangssaal des Abtes, die Kämpfende in modischer Kleidung der Spätgotik zeigen und auf 1486 datiert sind. Das Appartement des Abtes, das vollständig überliefert ist, belegt den Repräsentationsanspruch des Klosteroberen als geistlicher Herrschaftsträger. Die Konventbauten sind herausragende Zeugnisse mittelalterlicher Klosterkultur wie auch der reformatorischen Bildungsgeschichte und illustrieren bis heute anschaulich und beispielhaft die Lebensverhältnisse der Mönche wie auch der 10- bis 16-jährigen Schüler, die hier im Internat waren. Sie haben dabei zentralen Zeugniswert für die Geschichte des Klosters und seiner verschiedenen Bauphasen.

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( Wikidata)

Klosterbadhaus Klosterplatz 2/1
(Karte)
Auch Krankenhaus (Infirmerie) des Klosters, seit 1648 ev. Pfarrhaus, dreigeschossiger und verputzter Massivbau, Satteldach mit einseitigem Krüppelwalm, teilweise spitzbogige Fenster- und Türgewände aus Sandstein, im Kern spätmittelalterlich, erbaut unter Abt Georg Schwarz, um 1475/76 (d) - 1477 (i), Dachwerk 1680 (d), vergrößert 1802/03 (d)

Das Gebäude, das seit dem 17. Jahrhundert als evangelisches Pfarrhaus dient, wirkt äußerlich durch die Umgestaltung 1802/03 als charakteristischer Spätbarockbau, wie sie in Württemberg seit dem 18. Jahrhundert als Pfarrsitze weit verbreitet sind. Tatsächlich handelt es sich im Kern aber um ein spätgotisches Gebäude, wie die Fenstergewände und Stabwerkportale im Inneren belegen. Es wurde unter Abt Georg Schwarz um 1475 bis 1477 als Infirmerie, als Krankenhaus, und als Badhaus des Klosters neu errichtet. In der Infirmerie wurden kranke Mönchen untergebracht und gepflegt. Sie ist daher wichtiger Bestandteil der Anlage der einstigen, 1095 gegründeten Benediktinerabtei und veranschaulicht zwei charakteristische Klostereinrichtungen des Spätmittelalters. Das Gebäude ist Zeugnis der Baugeschichte der Abtei im späteren 15. Jahrhundert wie auch der nachreformatorischen Nachnutzung als Sitz der evangelischen Pfarrei. Damit hat es auch konfessionsgeschichtliche Bedeutung.

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Sog. Untere Burg Klosterplatz 5
(Karte)
Wohnturm, ursprünglich wohl Sitz der Klostervögte, im Spätmittelalter von Ringmauer, Turm und Graben umgebene Wasserburg, 1807 Gefängnis, später Silo der Brauerei (heute Glockenturm der katholischen Kirche), dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Eckbuckelquadern, Stockwerkaufbau in konstruktivem Fachwerk mit Walm- bzw. Krüppelwalmdach, erhöhtes Rundbogenportal, Reste einer Dreiergruppe von spitzbogigen Zwillingsfenstern, 3. Viertel 13. Jahrhundert, Umbau 2. Obergeschoss im 15./16. Jahrhundert, Fachwerkaufsatz frühes 19. Jahrhundert; nördlich am Turm ansetzend ältere Mauerteile, heute Teil eines eingeschossigen Lagergebäudes

Der frühgotische Wohnturm westlich der Klausur ist der bedeutendste mittelalterliche Profanbau Alpirsbachs mit Bedeutung für die Burgenforschung über den lokalen Bezug hinaus. Er diente sehr wahrscheinlich als Sitz der adeligen Klostervögte und war Mittelpunkt einer kleinen Wasserburg, deren Weiher vom Alpirsbächle gespeist wurde. Der Bau ist mit seinen Eckbuckelquadern und der - zugesetzten - spätomanisch-frühgotischen Fenstergruppe ein äußerst anschaulich überliefertes Beispiel für die kleinste Form der mittelalterlichen Adelswohnung, den Wohnturm bzw. das feste Haus, das so viele Rittersitze auf dem Land prägte. Deutlich lässt sich an der repräsentativen Fenstergruppe die Lage eines Saales im 1. Obergeschoss ablesen, das zugleich Eingangsgeschoss war. Darüber dürften sich Wohnräume befunden haben, und es ist anzunehmen, dass der Fachwerkstock des frühen 19. Jahrhunderts einen Vorläufer mit Stuben und Kammern ersetzte, wie er für solche Bauten üblich war. Das Gebäude ist herausragendes Zeugnis der Wohnkultur adeliger Eliten im Hochmittelalter und von zentraler Bedeutung für die Baustruktur wie auch die Geschichte der 1095 gegründeten Benediktinerabtei. Die Klostervogtei lag ursprünglich in den Händen der Grafen von Zollern als einer der Stifterfamilien und gelangte im Lauf des Mittelalters schließlich an die Grafen von Württemberg, welche hier einen Adeligen als Klostervogt einsetzten, der die Aufgabe hatte, die Abtei in weltlichen Dingen zu vertreten und für ihren Schutz zu sorgen. Er war allerdings auch derjenige, der die Machtansprüche des Vogtherrn gegenüber dem Kloster vertrat.

97033413
Wohn- und Geschäftshaus Marktplatz 1/1
(Karte)
Später Gästehaus des früheren Gasthofes Löwen (heute Brauereiverwaltung), zweigeschossiges und giebelständiges Gebäude mit Halbwalmdach, massives verputztes Erdgeschoss, darüber verschindeltes Fachwerk mit polygonalem Eckerker, errichtet für den Kaufmann Johann Ludwig Osiander nach Brand des Vorgängers,1810 (i)

Das Gebäude ist wichtiger Bestandteil der Bebauung um den kleinen Marktplatz am Südrand des alten Klosterbezirks. Es ersetzte 1810 einen abgebrannten Vorgänger und ist mit seiner Kubatur noch ganz den Formen des 18. Jahrhunderts verpflichtet. Als Wohn- und Geschäftshaus eines Alpirsbacher Kaufmanns hat es sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung und ist nicht zuletzt Zeugnis der Stadtbaugeschichte am Ausgang der Frühen Neuzeit.

97033414BW

Weitere Bilder
Gerichtshaus Marktplatz 2
(Karte)
Seit 1815 in Gemeindebesitz und Rathaus, dreigeschossiger und traufständiger Bau mit Krüppelwalmdach, massives verputztes Erdgeschoss mit rundbogigen Pfeilerarkaden, darüber verschindeltes Fachwerk, auf Befehl von Herzog Christoph von Württemberg erbaut, 1566 (i), nach Brand aufgestockt, 1940 (a)

Das große Rathaus ist das beherrschende Bauwerk an dem kleinen Marktplatz südlich des einstigen Klosters. Nachdem Herzog Christoph endgültig 1555/56 die Reformation in Alpirsbach durchgesetzt und 1563 das Klosteramt als herrschaftliche Verwaltung der einstigen Klostergüter eingerichtet hatte, ließ er in dem Flecken in zentraler Lage, nahe der einstigen Abtei einen stattlichen öffentlichen Bau als Gerichtsgebäude errichten. Charakteristisch für diesen herrschaftlichen Bau an der Wende vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit ist die einst offene Erdgeschosshalle, die wohl als Markthalle diente, während die Gerichtssitzungen im Obergeschoss abgehalten wurden. Damit umfasste das Gebäude zwei zentrale Funktionen, die auch viele mittelalterliche Rathäuser aufwiesen. 1815 gelangte das Gebäude in Gemeindebesitz und wurde in der Folge tatsächlich zum Sitz der Orts-, seit 1869 der Stadtverwaltung. Es ist ein zentrales der Herrschafts-, Verwaltungs- und Stadtgeschichte Alpirsbachs.

97033416
Wohnhaus Marktplatz 3
(Karte)
Zweigeschossiges und giebelständiges Gebäude mit Satteldach, Erdgeschoss massiv und verputzt, darüber konstruktives Fachwerk, 1830 (i)

Das kleine, vom Platz zurückgesetzte Gebäude, veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und hat stadtbaugeschichtliche Bedeutung.

97033417BW
Wohn- und Geschäftshaus Marktplatz 5
(Karte)
Zweigeschossiges und giebelständiges Gebäude mit Satteldach, Erdgeschoss massiv und verputzt mit modernem Ladeneinbau, darüber verschindeltes Fachwerk, gedeckte Außentreppe, Ladentüre im Giebeldreieck zur Straße, um 1700, Umbau Ende 19. Jahrhundert

Das Gebäude ist wichtiger Bestandteil der weitgehend geschlossen überlieferten historischen Bebauung rund um den kleinen Marktplatz südlich des Klosterbezirks. Es veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist mit seinem barockzeitlichen Kernbestand wie auch dem zeittypischen Umbau im späten 19. Jahrhundert, auf den die Verschindelung der Fassaden zurückgeht, ein Zeugnis der Stadtbaugeschichte. Ungewöhnlich ist die gedeckte Außentreppe, die darauf hindeutet, dass das Gebäude ursprünglich als Wohnstallhaus konzipiert war.

99543696BW

Klostergasthaus Marktplatz 10
(Karte)
1679 bis 1853 Gasthaus Zum Raben mit Zunftstube, 1827 bis 1853 Poststation, 1853 bis 1963 Gasthaus Zum Kreuz (heute Wohn- und Geschäftshaus), dreigeschossiger und verputzter Bau, Halbwalmdach mit abgewalmter großer Gaube, massives verputztes Erdgeschoss, darüber verschindeltes Fachwerk, giebelseitige Erschließung, Hauseingang in profiliertem Türgewände mit Keilstein, im Kern 1520, Umbauten 18. und 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Das große stattliche Gebäude setzt einen markanten Akzent innerhalb der weitgehend geschlossen überlieferten historischen Bebauung um den kleinen Marktplatz südlich des Klosterbezirks. Es ist mit seinen Dimensionen beispielhaft für ein großes Gasthaus und reicht im Kern bis ans Ende des Mittelalters zurück. Den heutigen Eindruck bestimmen aber Umbauten der Barockzeit und vor allem des späteren 19. Jahrhunderts, auf das die verschindelte Fassade zurückgeht, die durch Fensterrahmungen mit Kopfgesimsen ausgezeichnet ist. Als einstiges Gasthaus, das eines der ältesten am Ort und zeitweilig Haltepunkt der Postkutschen war, hat das Haus wirtschafts- und stadtgeschichtliche Bedeutung.

97033418

Gasthof Löwen-Post Marktplatz 12
(Karte)
Zweigeschossiger Bau, Krüppelwalmdach mit großem Fachwerkzwerchhaus und Gauben, massives Erdgeschoss, darüber verschindeltes Fachwerk, im Giebel reiches Zierfachwerk mit Loggia, polygonaler Eckerker, reiche Sandsteingliederungen, u. a. Rundbogengewände, nach Brand neu errichtet, 1909 (a), durch Bombenangriff beschädigt, 1945 (a)

Das stattliche Gebäude fällt durch seine reiche Architektur im Stadtbild auf und setzt mit seiner Ecklage am Südwestende des kleinen Marktplatzes einen markanten Akzent. Es ist mit seinem reichen Zierfachwerk und der aufwendigen Gestaltung ein anschauliches Beispiel für die Architektur des späten Historismus, die hier mit der Dachform deutliche Bezüge zum Schwarzwald herstellt. Die Funktion des Gebäudes als großes Gasthaus kommt in dem repräsentativen Äußeren zum Ausdruck. Formen der deutschen Renaissance assoziieren altdeutsche Gemütlichkeit. Das Gasthaus mit seiner Lage im Zentrum der Stadt, aber auch direkt an der diese durchquerenden Bahnlinie veranschaulicht den touristischen Aufschwung der Schwarzwaldgemeinde als Ausflugsziel infolge des Bahnanschlusses 1886. Es dokumentiert damit die Wirtschafts- und Stadtbaugeschichte der Jahre um 1900.

97033419
Speicherbau Nollenberg 1/2
(Karte)
Eingeschossiger und unverputzter Sandsteinbau mit Satteldach in Hanglage, Kellergeschoss mit talseitiger Erschließung, 1801 (i)

Das mit seinen Bauformen altertümlich wirkende Gebäude vertritt einen in der Region weit verbreiteten, seit dem Spätmittelalter Typus des massiven Speicherbaus, der meist frei auf den Hofarealen steht. Er veranschaulicht vormoderne Vorratshaltung und hat hauskundliche wie baugeschichtliche Bedeutung. Durch die Nennung der Bauherrschaft in der Inschrift im Türsturz ist das Gebäude auch Zeugnis der Ortsgeschichte.

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Keller Reinerzauer Steige 1
(Karte)
Heute modern überbaut, spätmittelalterlicher Massivbau, erschlossen durch massives Rundbogentor im Erdgeschossbereich des Wohnhauses, dahinter Kellergewölbe, wohl 15. oder 16. Jahrhundert

Die spätmittelalterliche Kelleranlage veranschaulicht vormoderne Vorratshaltung und hat Bedeutung für die Siedlungs- und Stadtbaugeschichte Alpirsbachs im unmittelbaren Umfeld des einstigen Benediktinerklosters.

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Hofanlage Reutiner Steige 6
(Karte)
Bestehend aus: giebelständiges und zweigeschossiges Wohnhaus mit Satteldach, massives Sockelgeschoss in Hanglage, darüber konstruktives Fachwerk, 2. Hälfte 18. Jahrhundert; parallel dazu zugehöriger giebelständiger Ökonomie- und Speicherbau, zweigeschossiger Massivbau mit Satteldach und verputzter Fachwerkgiebel, tonnengewölbter Keller, 1845 (i)

Die Hofanlage veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse in dem damaligen Marktflecken Alpirsbach. Sie dokumentiert dabei die überwiegend landwirtschaftliche Prägung der historischen Siedlungsstruktur und hat ortsbaugeschichtliche Bedeutung.

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Wasch- und Backhaus Rötenbacher Straße
(Karte)
Giebelständiger und unverputzter Massivbau mit Satteldach, Rundbogentor, Ladetüre im Giebelfeld, Anfang 19. Jahrhundert

Freistehende Back- und Waschhäuser waren im Schwarzwald schon eine charakteristische Einrichtung großer Hofanlagen, bevor noch württembergische Verordnungen in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts aus Feuerschutzgründen Backöfen in Privathäusern verboten und den Bau separater, gemeindeeigener Einrichtungen dieser Art anordneten. Das kleine Funktionsgebäude illustriert vormoderne ländliche Alltagskultur und hat bau- und siedlungsgeschichtliche Bedeutung.

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Gerberei (heute Wohn- und Geschäftshaus) Rötenbacher Straße 19
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach und vorkragenden Trockenlauben, massives Erdgeschoss mit profilierten Rundbogenpforten, darüber Fachwerk, Außentreppe zur Galerie im 2. Obergeschoss, neuere Anbauten an den Giebelseiten, bezeichnet 1705 EKTW (Ernst Kaspar Trautwein), im Kern wohl älter (1990 renoviert und im Inneren umgebaut)

In Alpirsbach und dem Kinzigtal war die Gerberei über Jahrhunderte hinweg ein bedeutendes Handwerk. Aufgrund des hohen Wasserbedarfs siedelten sich die Handwerksmeister üblicherweise, wie hier an der Kinzig, in unmittelbarer Nähe von fließenden Gewässern an. Typisch für Gerberhäuser sind die offenen Galerien, wo die gegerbten Leder zur Trocknung aufgehängt wurden. Hier waren sie vor Regen oder Schnee geschützt. Diese Gerbergalerien sind bei dem genannten Gebäude sichtbar erhalten. Der hohe kulturelle und geschichtliche Wert des Hauses liegt in der Seltenheit der augenscheinlich ablesbaren Funktion. Gut überlieferte Gerberhäuser dieser Art sind in Baden-Württemberg überaus selten. Unter den denkmalgeschützten Gerberhäusern befinden sich dabei nur sehr wenige, die über ein ähnlich sprechendes Äußeres verfügen, wie im vorliegenden Fall. Einen überragenden orts- und wirtschaftsgeschichtlichen Wert besitzt das Haus auch durch seine gute Nachweisbarkeit in den lokalgeschichtlichen Quellen. Er erfuhr 1705 durch den Gerber Ernst Kaspar Trautheim eine Überformung. Der Standort selbst geht auf die Jahre um 1560 zurück, als hier erstmals eine Gerberei belegt ist, die Rundbogenportale im Erdgeschoss mit ihrer charakteristischen Profilierung könnten in diese Zeit gehören. Betrieben wurde die Gerberei noch bis in die 1930er-Jahre.

97033426BW
Gemeindebackhaus Rötenbacher Straße 92
(Karte)
Eingeschossiger und giebelständiger Backsteinbau mit Sandsteinelementen und Treppengiebel, errichtet von Oberamtsbaumeister Buck vom Oberamt Oberndorf für die Gemeinde Rötenbach, 1898 (a)

Seit der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts verboten königliche Verordnungen den Betrieb von Backöfen in Privathäusern und forderten den Bau solcher Einrichtungen durch die Gemeinden. Dies diente vorrangig dem Feuerschutz, aber auch der Holzersparnis. In Rötenbach, wo es teilweise separate private Back- und Waschhäuser gab (vgl. Rötenbacher Straße 6), kam man diesem Ansinnen erst sehr spät nach, nämlich 1898. Das kleine Backsteingebäude ist mit seinem Treppengiebel in späthistoristischen Formen gehalten und anschauliches Zeugnis der ländlichen Alltagskultur und Arbeitswelt zu Ende des 19. Jahrhunderts.

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Schule Rötenbacher Straße 123
(Karte)
Bestehend aus: Schulhaus mit Lehrerwohnung, zweigeschossiger Bau, Walm- und Krüppelwalmdächer mit Dachgauben und Dachreiter, Zwerchgiebel mit Fußwalm und Zierfachwerk, massives verputztes Erdgeschoss über bossiertem Sockel, darüber verschindeltes Fachwerk, am Eck eingezogene Eingangsloggia mit Rundbogenarkaden im Erdgeschoss, hinter dem Schulbau zugehöriges langgestrecktes Wohngebäude, wohl Hausmeisterwohnung mit Schulaborten, eingeschossiger verputzter Massivbau über Sandsteinsockel mit Walmdach, kurzer Querflügel mit Krüppelwalmdach, 1909 (a), Einfriedungspfosten

Das Rötenbacher Schulhaus zählt mit seiner villenartigen Architektur zu den eher ungewöhnlichen Beispielen dieser Bauaufgabe in Württemberg. Wie oft bei ländlichen Schulhäusern umfasste das Gebäude im Erdgeschoss die Schulräume und darüber die Lehrerwohnung. Flankiert wird der Hauptbau von einem Nebengebäude, das wohl die Hausmeisterwohnung barg und überdies die Schüleraborte, die man aus Hygienegründen meist neben den Schulhäusern erstellte. Beide Gebäude folgen mit ihrer jeweiligen Kubatur und Detailgestaltung den Ideen der Reformarchitektur, die sich in Abkehr vom verspielten Späthistorismus einfachen Formen zuwandte. Sie griff traditionelle Gestaltungsmittel auf und interpretierte sie neu. Dazu zählte im Schwarzwald u. a. die althergebrachte Verschindelung. Im Sinne des Heimatschutzgedankens wurden die Neubauten so in die bestehenden alten Ortsbilder harmonisch eingefügt. Die Schule hat darüber hinaus orts- und bildungsgeschichtliche Bedeutung.

97033427BW

Oberschule Schillerstraße 12
(Karte)
Zweigeschossiger, weitgehend verputzter Massivbau mit Halbwalmdächern und geschweiftem Zwerchgiebel, talseitig Treppenhausrisalit mit abgewalmtem Dach, hoher Sockel in bossiertem Sandsteinmauerwerk, Gliederung durch Werksteinelemente, 1912 (a), Erweiterungsbau, 1950 (a); zugehörige Einfriedung des Schulhofes, auf den Mauern des benachbarten Klosters aufsitzend

Der stattliche Bau der einstigen Oberschule erhebt sich in ortsbildprägender Lage am Hang über dem Kinzigtal. Die Einfriedung des Schulhofs bezieht Reste der Klosterummauerung mit ein. Das mächtige Gebäude entstand als Oberschule und spiegelt das Bevölkerungswachstum der 1869 zur Stadt erhobenen Gemeinde Alpirsbach, insbesondere infolge des Eisenbahnanschlusses 1886. Der Neurenaissancebau ist ein Vertreter des späten Historismus und zeigt eine deutliche Orientierung am Formengut der deutschen Frührenaissance, die dem evangelischen Bürgertum als Stil der Reformationszeit für einen Bildungsbau angemessen schien. Das große Schulhaus veranschaulicht dabei beispielhaft den hohen Stellenwert, den die weiterführende Schulbildung im bürgerlichen Selbstverständnis der wilhelminischen Zeit für das einnahm und der zum Bau großer, repräsentativer Bildungsanstalten führte. Er ist wichtiges Zeugnis der Stadtbau- und Schulgeschichte zu Anfang des 20. Jahrhunderts.

99834870
Klostermühle Torgasse 9
(Karte)
Pfistermühle o. a. Schlackenmühle, erstmals erwähnt 1595 (a), seit 1925 Wohn- und Geschäftshaus, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Mansarddach mit Halbwalm, traufseitige Erschließung des Obergeschosses über einläufige Freitreppe über Rundbogenarkaden, gemauerte Radstube mit altem Mühlrad (nicht zugehörige neuere Um- und Anbauten), im Kern wohl 16. Jahrhundert, Umbauten 18.-20. Jahrhundert; Reste der Kanalanlagen; vermauerte Spolien: Stein mit Inschrift „HJT 1709“ (Hans Jörg Trick), Mühlwappen mit Mühlrad (Johann Jakob Wörner, 1796), „Katharina Elisabeth Trickin witib“, wohl 1795

Das stattliche Gebäude, das 1925 zum Wohnhaus umgebaut wurde, stellt im Kern die 1595 erstmals genannte Klostermühle dar, deren Wasserrad von einem kanalisierten Nebenarm der Kinzig angetrieben wurde. Als einstige Mühle der 1095 gegründeten Benediktinerabtei ist das Gebäude wichtiges Zeugnis der klösterlichen Infra- und Wirtschaftsstruktur. Es hat siedlungs-, gewerbe- und herrschaftsgeschichtliche Bedeutung und veranschaulicht mit dem Wasserrad und dem einstigen Kanal historische Mühlentechnik. Die verschiedenen Spolien verweisen auf die Mühlenbesitzer im 18. Jahrhundert und sind damit von ortsgeschichtlicher Relevanz.

97033420BW
Wohnhaus Wasak 6
(Karte)
Zweigeschossiges Gebäude mit Kniestock, Walmdach mit Ladegaube, massives verputztes Erdgeschoss, darüber verschindeltes Fachwerk, 1847/48 (d);

Teil der früheren Klostermauer an der Nordseite, teilweise Bestandteil des Gebäudes, der fragmentierte Mauerzug östlich des Gebäudes vor dem Kindergarten an der Schillerstraße freistehend

Das Gebäude erhebt sich innerhalb des alten Klosterareals und bezieht rückseitig dessen alte Einfriedungsmauer ein. 1755 stand an dieser Stelle das Forstknechtshaus des Klosteramtes. Es wurde 1847/48 durch einen klassizistischen Neubau ersetzt, der wohl auch weiterhin eine staatliche Bedientenwohnung enthielt. Das Gebäude veranschaulicht die neuzeitliche Siedlungs- und Baugeschichte im einstigen Klosterareal und veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse in der Biedermeierzeit.

97033421BW
Wohnhaus Wasak 8
(Karte)
Später auch Schule, zweigeschossiger und traufständiger verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss mit Rundbogeneingang, darüber Fachwerk mit Geschossvorkragung, giebelseitiges Ladefenster, Dachstuhl mit Blattsassen, im Kern 15. oder frühes 16. Jahrhundert

Das Gebäude belegt die spätmittelalterliche Bebauung des sog. Wasak, eines zum Benediktinerkloster gehörigen Areals, das im Spätmittelalter als Wirtschaftsbereich der Abtei diente. Das Gebäude datiert im Kern in die 2. Hälfte des 15. oder ins frühe 16. Jahrhundert. Später diente es als Schulhaus und Lehrerwohnung, u. a. des Schulmeisters Johann Ganser (1686 bis 1782). Das Haus ist wichtiges Zeugnis der Siedlungs- und Baugeschichte der Abtei und der nachreformatorischen Nutzung und Geschichte des Klosterareals.

97033422BW
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Ehlenbogen

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Sog. Stein-Riese Haugenloch
(Karte)
Vollständig mit Sandstein ausgekleidete schmale Wasserrinne, vermutlich zum Schwallen (talabwärtsflößen) von kleineren Baumstämmen, wohl 19. Jahrhundert

Die gemauerte Rinne diente dem Transport von Baumstämmen, die hier zum Floßplatz an der Kinzig „geriest“ wurden. Die „Stein-Riese“ ist damit ein wichtiges und sehr anschauliches Zeugnis für die Holzwirtschaft im Schwarzwald, welche die Region und ihre Kulturlandschaft über Jahrhunderte prägte. Der Schwarzwald lieferte Bauholz, das u. a. bis in die Niederlande geflößt und dort zum Bau von handels- und Kriegsschiffen der Ostinidien-Kompanie verwendet wurde.

104270017BW
Flussbrücke über die Kinzig beim Juntlenshof Juntleshof
(Karte)
Rundbogenbrücke aus unverputztem Haustein, Stützmauern, 19. Jahrhundert

Die Bogenbrücke ist Zeugnis der langen Tradition des Natursteinbrückenbaus und hat als Querung der Kinzig verkehrsgeschichtliche Bedeutung.

97033431BW
Kornspeicher des Juntleshofs Juntleshof 2
(Karte)
Zweigeschossiger und verputzter Massivbau mit Satteldach, Eckrustizierung, giebelseitige Erschließung, 1813 (i)

Das stattliche freistehende Gebäude vertritt einen in der Region weit verbreiteten und seit dem Spätmittelalter fassbaren Typus des massiven Speicherbaus, der meist frei auf den Arealen der Einzelhöfe steht. Es veranschaulicht vormoderne Vorratshaltung und hat hauskundliche wie baugeschichtliche Bedeutung.

97033430BW
Kinzigtalbahn Hinterer Weg 34
(Karte)
Bestehend aus: Bahnhöfen, Nebengebäuden, Brücken, Tunnels, sowie Gleisanlagen und Zubehör (soweit noch vorhanden), 1886,

hier: Streckenabschnitt auf der Gemarkung Alpirsbach, bestehend aus:

  • Schwenkenhardttunnel (Km 39,050; Alpirsbach-Ehlenbogen, Gewann Höhe), Eisenbahntunnel, beide Portale mit zeittypisch bossierter Sandsteinverkleidung, 1886 (a);
  • Eisenbahnviadukt über die Kinzig (Km 44,79; Alpirsbach, Freudenstädter Straße), genietete Eisenfachwerkkonstruktion, 1886 (a), erneuert 1946 (a);
  • Farbmühltunnel (Km 44,865; Alpirsbach, Freudenstädter Straße), Eisenbahntunnel, 1884 (a);
  • Bahnwärterhaus Nr. 103 (Alpirsbach-Rötenbach, Hinterer Weg 34), kleiner eingeschossiger Bau mit Kniestock auf Quadersockel und flach geneigtem Satteldach, verbrettert bzw. verschindelt, Fenstersturzverdachungen (Klappläden abgenommen), um 1885

Am 23. Dezember 1873 wurde der Badisch-Württembergische Staatsvertrag abgeschlossen, der die Grundlage zum Bahnbau im oberen Kinzigtal bildete. Die beiden Regierungen verpflichteten sich u. a. zum Bau einer Eisenbahn von Schiltach über Alpirsbach nach Freudenstadt. Verbunden werden sollten die Teilstrecken Hausach-Schiltach (badischerseits) und Horb-Freudenstadt (württembergischerseits). 1876 war der Bahnabschnitt Wolfach-Schiltach fertiggestellt. Nach langen Verhandlungen war beschlossen worden, Schiltach nicht als Wechselstation aufzubauen, sondern den Fahrdienst Schiltach-Hausach den Württembergern zu übertragen. Am 4. November 1886 wurde die württembergische Strecke über Loßburg und Schenkenzell und die badische Fortsetzung bis nach Schiltach eröffnet. An Ingenieuren waren sowohl Georg von Morlock, Karl Knoll sowie Robert Gerwig beteiligt. Die gesamte Strecke von Stuttgart bis Schiltach wurde von der Württembergischen Staatsbahn geplant, gebaut und finanziert. Dementsprechend wurden die Brücken von den württembergischen Brückenbauanstalten hergestellt. Die Brücken auf der Gemarkung Schenkenzell wurden von der Maschinenfabrik Esslingen gefertigt. Entlang der Strecke entstanden verschiedene Typenbauten von Bahnhöfen wie auch Infrastrukturgebäuden, so z. B. die im Schweizerhausstil gestalteten Bahnwärterhäuschen. Die Empfangsgebäude der Bahnhöfe wurden dabei formal wie in ihren Dimensionen der Größe und Bedeutung der jeweiligen Gemeinde oder Stadt angepasst. Die Tunneleingänge wurden als Torbauten mit bossierten Rundbögen gestaltet. Die Kinzigtalbahn als Zwischenglied von Gäubahn und Schwarzwaldbahn ist ein zentrales Dokument der Verkehrs- und Wirtschaftsgeschichte im mittleren Schwarzwald wie auch der baden-württembergischen Eisenbahngeschichte. Ihre historische Bedeutung liegt darin, dass mit ihrer Einrichtung Handel und Gewerbe aufblühten und beim Holzhandel der grundlegende Wandel vom Flößereibetrieb zur Holzverladung per Bahn einherging. Sie ist darüber hinaus durch ihre teilweise auch landschaftsbildprägende Streckenführung und ihre Brückenbauten ein wichtiges Zeugnis der Ingenieursbaukunst im späten 19. Jahrhundert wie auch des Einsatzes neuer, industrielle gefertigter Stahlelemente im Hochbau. Sie dokumentiert so überdies anschaulich Aspekte der Technikgeschichte in wilhelminischer Zeit.

100438270BW
Sägemühle mit Wasserkraftanlage Kinzigtalstraße 75
(Karte)
Zweigeschossiger Massiv- und Holzbau in Hanglage mit Satteldach, historische Ausstattung und Maschinen, 1895 (i)

Die Sägemühle veranschaulicht eine für die wasserreichen Täler des Schwarzwaldes charakteristische Einrichtung. Sie dokumentiert dabei die für die Region so wichtige Holzwirtschaft, die über Jahrhunderte die waldreiche Gegend prägte, und die Weiterverarbeitung der gefällten Bäume. Sie ist wichtiges Zeugnis der regionalen Wirtschaftsgeschichte und veranschaulicht Aspekte historischer Technik, des Mühlenwesens sowie des Wasserbaus zur Gewerbenutzung.

103418471BW
Rundbogenbrücke aus unverputztem Haustein Sägwiesle
(Karte)
Niedrige Brüstungsmauern, 19. Jahrhundert

Die Bogenbrücke über die Kinzig veranschaulicht die lange Tradition des Natursteinbrückenbaus. Sie ist Zeugnis der örtlichen Baugeschichte und hat als Verbindung von der zentralen Straße durch das Kinzigtal zum einzeln gelegenen Hänslesbauernhof verkehrsgeschichtliche Bedeutung.

97033429BW

Weitere Bilder
Schul- und Rathaus (heute Ortschaftsverwaltung) Kinzigtalstraße 181
(Karte)
Eingeschossiger und verputzter Massivbau, Krüppelwalmdach mit Dachreiter, an der Traufseite Zwerchhaus, verschindelte Giebel, traufseitige Erschließung über eingezogene Loggia mit Doppelarkade, Gliederung durch Werksteinelemente, 1907

Das Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für die Doppelfunktion von Schule und Rathaus, die bis ins frühe 20. Jahrhundert charakteristisch ist für württembergische Landgemeinden. Der Bau ist dabei beispielhaft für die zeitgenössische Reformarchitektur, die den Historismus zu überwinden und u. a. eine neue Architektursprache auf den Grundlagen lokaler Bautraditionen zu schaffen suchte. So fügt sich das stattliche Haus im Sinne des frühen Heimatschutzgedankens harmonisch in das Orts- und Landschaftsbild ein. Als Schul- und Rathaus der bis zur Eingemeindung nach Alpirsbach 1974 politisch selbstständigen Kommune Ehlenbogen hat das Gebäude orts- und bildungsgeschichtliche Bedeutung.

97033432
Backhaus in Hanglage Schwenkenhof
(Karte)
Eingeschossiger Massivbau in unverputzem Bruchsteinmauerwerk mit Satteldach, rückwärtig zugänglicher Dachstuhl als Holzlege, 1. Hälfte 19. Jahrhundert

Das Backhaus ist ein anschaulich überlieferter Vertreter eines insbesondere im 19. Jahrhundert verbreiteten Bautyps, als obrigkeitliche Verordnungen offene Feuerstätten in baulichem Zusammenhang mit Wohnhäusern untersagten. Im Schwarzwald allerdings gab es wohl schon eine längere Tradition solcher kleinen freistehenden Funktionsbauten auf den für das Siedlungsbild charakteristischen Einzelhöfen. Dieses Backhaus gehörte zum Schwenkenhof. Die Hanglage ermöglichte die Einrichtung einer Holzlege direkt im rückseitig offenen Dachstuhl. Das Gebäude dokumentiert vormoderne Alltagskultur auf dem Land.

104745135BW
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Peterzell

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Kornspeicher Kirchweg 43
(Karte)
Eingeschossiger und unverputzter Massivbau auf erhöhtem Sockel mit steilem Satteldach, verziertes Türgewände mit Kielbogen, Schartenfenster, profiliertes Giebelgesims, im oberen Giebelfeld kleine kleeblattförmige Fensteröffnung, 16. Jahrhundert

Das spätgotische Gebäude vertritt einen in der Region weit verbreiteten Typus des massiven Speicherbaus, der im Mittelalter aufkam und meist frei auf den Hofarealen der für das Siedlungsbild im Schwarzwald charakteristischen Einzelhöfe steht. Er veranschaulicht vormoderne Vorratshaltung und hat hauskundliche wie baugeschichtliche Bedeutung.

97033438BW
Gestelztes Quereinhaus mit giebelseitiger Stallerschließung Kirchweg 46
(Karte)
Verschindelter Fachwerkbau auf massivem Untergeschoss, massive Außentreppe zum Wohnteil, großer Ökonomieteil mit Sandsteinmauern und Fachwerk, spätere Verlängerung nach Süden, um 1800

Das Gebäude ist ein anschaulich überliefertes Beispiel für den traditionsreichen Typus des gestelzten Quereinhauses, bei dem Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereinigt sind. Über dem Stall liegt der Wohnteil, im Anschluss daran befindet sich der Scheunenteil. Das Gebäude stellt damit eine charakteristische Form der bäuerlichen Behausung in der Region dar. Es veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse in der landwirtschaftlich geprägten Gemeinde. Das Bauernhaus ist Zeugnis der historischen Siedlungsstruktur und der frühneuzeitlichen Ortsbaugeschichte.

105099227BW
Speichergebäude des Jäcklehofs Mühlenweg
(Karte)
In den Hang gesetzter Massivbau mit Satteldach, profiliertes Rundbogengewände, im Keilstein Bauernwappen, Inschriften mit figürlichen Ritzuungen, Gewölbekeller, 18. Jahrhundert

Das mit seinen Bauformen altertümlich wirkende Gebäude vertritt einen in der Region seit dem Spätmittelalter weit verbreiteten Typus des massiven Speicherbaus, der meist frei auf den Hofarealen steht. In diesem Fall ist das Gebäude als Kellerhaus in den Hang gesetzt und umfasst auch einen Gewölbekeller zur Weinlagerung. Es veranschaulicht vormoderne Vorratshaltung und hat hauskundliche wie baugeschichtliche Bedeutung.

96963165BW
Klosterscheuer Neue Straße 8, 10
(Karte)
Zehntscheune der Benediktinerabtei Alpirsbach, traufständiger, eingeschossiger und unverputzter Massivbau mit Satteldach, Teile der Staffelgiebel erhalten, westlicher Anbau mit Pultdach, 15. Jahrhundert

Die sog. Klosterscheuer in Peterzell-Breitenwies ist ein bedeutendes baukünstlerisches und historisches Zeugnis der spätmittelalterlichen Klosterwirtschaft der in Alpirsbach ansässigen Benediktiner. Der Hof Breitenwies ist noch im Jahre 1624 urkundlich als Teil des Klosterterritoriums verbürgt. Die umfangreichen Güter des Klosters Alpirsbach lagen überwiegend in seiner unmittelbaren Nähe. Von dem erst 1415 durch das Kloster zusätzlich erworbenen Hof Breitenweis wurde bald neben dem üblichen Getreidezehnten auch der sogenannte „Kleine Zehnte“ erhoben. Der Hof war damals also vollständig abgabepflichtig und hatte an das Kloster anteilig auch Groß- und Kleintiere sowie andere Feldfrüchte abzugeben. Die Zehntscheune wurde wohl unmittelbar nach dem Grunderwerb von Breitwies errichtet. Auf das 15. Jahrhundert verweisen die auffälligen, für ein ländliches Ökonomiegebäude ungewöhnlich aufwendigen und repräsentativen Staffelgiebel. Diese spätmittelalterliche Bauform verlieh dem Fiskalbau einen durchaus erwünschten obrigkeitlichen Charakter. Das Dachwerk weist an einigen Stellen Verblattungen auf. Bei der Zehntscheune handelt es sich um ein wichtiges und als Bautypus überaus seltenes architekturgeschichtliches Zeugnis spätmittelalterlicher Baukunst in der Region. Das wertvolle Gebäude ist dabei von hervorragendem Quellenwert für die deutsche Wirtschaftsgeschichte am Vorabend der Reformation.

97033436BW
Kornspeicher (heute Wohnhaus) Neue Straße 18
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Eckquaderung, spitzbogiges Portal, 15. Jahrhundert

Das Gebäude vertritt einen in der Region weit verbreiteten Typus des massiven Speicherbaus, der sich seit dem Mittelalter fassen lässt und meist frei auf den Hofarealen steht. Er veranschaulicht vormoderne Vorratshaltung und hat als eines der ältesten Beispiele des Gebäudetyps im Gemeindegebiet hauskundliche wie baugeschichtliche Bedeutung.

97033437BW
Obere Lochmühle Obere Lochmühle 1
(Karte)
Bestehend aus: Mühlengebäude, zweigeschossiger und unverputzter Massiv- und Fachwerkbau mit Satteldach, 1791 (i), Veränderungen im 19. Jahrhundert; Mühlrad an massiver Giebelseite; Oberwasserkanal mit Aquädukt, Stauwehr; Ökonomiegebäude, 19. Jahrhundert

Die Obere Lochmühle prägt das Tal des Rötenbachs, der ihr Mühlrad antreibt. Hierzu wurde das Wasser über einen aufgebockten Holzkanal dem Rad zugeführt, eine selten überlieferte Einrichtung. Der Mühlenkomplex, der in seinem Baubestand bis ins späte 18. Jahrhundert zurückreicht und Umbauten im 19. Jahrhundert erfahren hat, ist wichtiges Zeugnis des Mühlengewerbes im wassereichen Schwarzwald und hat darüber hinaus siedlungsgeschichtliche Bedeutung.

97033440BW
Gefallenendenkmal für den Ersten Weltkrieg Rathausstraße
(Karte)
Steinskulptur zweier Soldaten auf zweiflügeligem Postament mit Inschriftentafeln, flankierende Kugelknäufe mit kleinen Reliefs, 1920er-Jahre

Das repräsentativ angelegte, zentral im Ort gelegene Gefallenendenkmal beschwört mit der Darstellung der beiden Soldaten, von denen einer seinen von einer Kugel tödlich getroffenen Kameraden hält, die Kameradschaft auf dem Schlachtfeld herauf. Es zählt mit der Skulpturengruppe zu den anspruchsvolleren Beispielen solcher Erinnerungsmäler an den Ersten Weltkrieg, der mit den gefallenen Ortsangehörigen auch Auswirkungen auf die Schwarzwaldgemeinde Peterzell hatte. Es ist Zeugnis der Ortsgeschichte wie auch der Gedenkkultur in den 1920er-Jahren.

97033434BW
Ev. Pfarrkirche (St. Peter und Paul) Rathausstraße 7
(Karte)
Verputzte Saalkirche mit polygonalem Chorschluss, Westturm mit Wasserschlägen, Eckquaderung und Satteldach mit einseitigem Krüppelwalm, im Inneren flache Holzdecke, im Chor Reste von Wandmalereien mit Aposteldarstellungen, wohl 1. Hälfte 16. Jahrhundert, Turm im Unterbau wohl noch spätromanisch, Umbau durch Kloster Alpirsbach, Ende 15. Jahrhundert, Turmaufbau 1. Viertel 16. Jahrhundert, Langhaus mehrfach verändert und erneuert, 1700 (i), 1735/36 (i)m nach Brand 1740 (a) sowie 1750 (i) und 1817 (i); hohe Kirchhofmauer aus Haustein, an Pforte datiert, 1827 (i), nach Norden erweitert, 1867

Die erhöht gelegene Pfarrkirche prägt mit ihrem hohen spätgotischen Turm das Orts- und Landschaftsbild von Peterzell. Der Turm scheint im Unterbau noch in romanische Zeit zu gehören. Erstmals erwähnt wird eine Pfarrkirche 1275, der bestehende Bau ist allerdings weitgehend wohl ein Neubau, der unter der Patronatsherrschaft der Benediktinerabtei Alpirsbach zu Ende des 15. und zu Anfang des 16. Jahrhunderts erfolgte. Das Kloster trat in den ihm zugehörigen Orten bzw. dort, wo es die Patronatsrechte ausübte, als Bauherr der Kirchen auf und setzte damit deutliche Zeichen seiner geistlichen Herrschaft. Die Kirche ähnelt dabei dem ebenfalls von Alpirsbach errichteten Gotteshaus in Alpirsbach-Reinerzau. Von der spätmittelalterlichen Ausstattung blieben eine spätgotische Sakramentsnische und die 1922 freigelegten, allerdings stark beschädigten Wandmalereien im Chor mit Aposteldarstellungen. Die mehrfach im 18. Jahrhundert erneuerte Kirche ist zentrales Zeugnis der Siedlungs-, Orts- und Kirchengeschichte und beispielhaft für eine größere spätmittelalterliche Dorfkirche.

97033433BW
Ev. Pfarrhof Rathausstraße 10
(Karte)
Bestehend aus: Pfarrhaus (heute Wohnhaus), zweigeschossiges und giebelständiges Gebäude mit Satteldach, Hofauffahrt zum Obergeschoss, freigelegtes konstruktives Fachwerk auf massivem verputztem Erdgeschoss, profilierte Rundbogenpforte, in Keilsteinkartusche bezeichnet, 1712 (i); kleines Ökonomiegebäude, massiv mit aufgesetztem Fachwerkstock und Satteldach, 18. Jahrhundert; Pfarrgarten

Der Komplex des evangelischen Pfarrhofes dokumentiert vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse einer Pfarrfamilie auf dem Land. Er ist als Sitz der 1275 erstmals genannten Pfarrei Peterzell, die seit 1346 dem Kloster Alpirsbach inkorporiert war, von orts- und kirchengeschichtlicher Bedeutung. Das Hauptgebäude ist dabei ein anschauliches Beispiel für ein württembergisches Pfarrhaus im 1. Viertel des 18. Jahrhunderts.

97033435BW
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Reinerzau

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Ev. Pfarrhof Alte Reinerzauer Straße 27, 29
(Karte)
Bestehend aus: Pfarrhaus (Nr. 29), zweigeschossiger unverputzter Massivbau aus rotem Sandstein in Hanglage mit Walmdach, Hauseingang mit Kopfgesims auf Konsolen, 1830/31 (a); Pfarrscheuer (Nr. 27), eingeschossige und massive Stallscheuer mit Satteldach, Sandsteinquader, Bruchsteinmauern verschalt, um 1830; Pfarrgarten

Der evangelische Pfarrhof in Reinerzau veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse einer Pfarrfamilie auf dem Land zur Biedermeierzeit. Das Hauptgebäude ist ein ungewöhnlich stattliches Beispiel für einen württembergischen Pfarrhausneubau im 1. Drittel des 19. Jahrhunderts. Der klassizistische Bau folgt zwar in seiner schmucklosen Strenge den Vorgaben, welche die damalige königliche Finanzverwaltung in der Regel machte, doch belegt die Massivbauweise einen gewissen Wohlstand, während das große Walmdach offenbar regionalen Traditionen folgt. Als Sitz der seit spätestens 1561 bestehenden Pfarrei hat es wichtige Bedeutung für die Orts- und Kirchengeschichte.

97033441BW
Schul- und Rathaus Alte Reinerzauer Straße 32
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, massives teilverputztes Erdgeschoss, giebelseitig mit Nutungen, darüber verschindeltes Fachwerk, Giebelseite mit Rundbogenöffnungen, im Obergeschoss dreiteilige Fensterarkade, im Giebel Rautenfenster,1843 bis 1845 (a), querstehender Anbau mit Krüppelwalmdach an rückwärtiger Giebelseite angefügt, 1912 (a)

Mit seiner Kombination aus Rathaus- und Schulfunktion ist das stattliche, ortsbildprägende Gebäude charakteristisch für die Kommunalbauten vieler württembergischer Gemeinden im 19. Jahrhundert. Es ist ein anspruchsvoll gestaltetes Beispiel spätklassizistischer Architektur, das mit seinem Formenreichtum deutlich über die üblichen Bauten dieser Art im Königreich hinausgeht, die in der Regel entsprechend der strengen Vorgaben der königlichen Finanzverwaltung einfacher gehalten waren. Die repräsentative Giebelfassade zeugt vom Wohlstand der Schwarzwaldgemeinde, die sich diesen Bau leisten konnte. Als Verwaltungssitz der bis 1974 politisch selbstständigen Kommune hat das Gebäude wichtige Bedeutung für die Orts-, aber auch für die ländliche Bildungsgeschichte.

97033442BW
Bühlsägmühle: Wohn- und Geschäftsgebäude Alte Reinerzauer Straße 99
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Sägewerk, Krananlage und Mühlkanal, 1865 (a, i) 112723687BW
Sog. Hofbauern-Riese Berneckstraße 23
(Karte)
Mit Sandsteinstütz- und -barrieremauern befestigter Transportweg zur Talführung oberhalb geschlagener Holzstämme, 19. Jahrhundert, heute als Schauriese zu musealen und zu Demonstrationszwecken genutzt, dabei unterer Abschnitt wieder betriebsfähig gemacht und mit Erläuterungstafel versehen

Seit jeher spielte die Holzwirtschaft im Schwarzwald eine herausragende Rolle. Im 17. bis 19. Jahrhundert wurden Schwarzwaldhölzer u. a. bis in die Niederlande geflößt, wo sie für den Schiffbau genutzt wurden. Im 19. Jahrhundert wuchs der Holzbedarf als Baumaterial durch die infolge der Industrialisierung wachsenden Städte und Gemeinden. Zum Transport der geschlagenen Stämme von den Hängen zu den Floß- o. a. Polter-Plätzen in den Bach- und Flusstälern dienten sog. Riesen, über welche die Hölzer „geriest“ wurden - eine nicht ungefährliche Arbeit. Dazu wurden sie mit Wasser benetzt, um besser zu gleiten. Die Hofbauern-Riese in Reinerzau ist eine besonders anschaulich überlieferte und heute wieder zu Schauzwecken museal nutzbar gemachte Anlage. Sie ist wichtiges Zeugnis der Wirtschafts- und Forstgeschichte und prägendes Element in der Kulturlandschaft des Schwarzwaldes.

104267326BW
Gestelztes Quereinhaus in Hanglage Hinterbühlhof 1
(Karte)
Verschindelter Fachwerkbau auf unverputztem Sandsteinuntergeschoss, dreischiffige Stallerschließung an der talseitigen Giebelfassade, Ende 18. Jahrhundert, Anbau eines hangseitigen Remisenteils mit Hocheinfahrt, 1881

Das Gebäude ist ein anschaulich überliefertes Beispiel für den traditionsreichen Typus des gestelzten Quereinhauses, bei dem Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereinigt sind. Über dem Stall liegt der Wohnteil, im Anschluss daran befindet sich der Scheunenteil. Die Erschließung über eine Hocheinfahrt, hier von der oberen Hangseite, ist dabei charakteristisch für die Bauernhäuser des Schwarzwaldes. Das Gebäude veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse in der landwirtschaftlich geprägten Gemeinde. Als regionaltypischer Einzelhof ist es Zeugnis der historischen Siedlungsstruktur mit hauskundlicher Bedeutung.

100691663BW
Wohnhaus Jungbauernhof 54
(Karte)
Eingeschossiges Holzhaus auf massivem Untergeschoss, Außenwände mit Holzpaneelen, Satteldach, im Inneren eingebaute Wandschränke, in Fertigbauweise nach Plänen der Architekten Adelbert Niemeyer und Karl Bertsch in Albstadt-Ebingen errichtet, 1923 (a), hierher versetzt, 1996 (a)

Das Gebäude in Hanglage ist charakteristisch für das von vielen Einzelhöfen und Bauernhäusern geprägte Siedlungsbild im Schwarzwald. Es ist als Wohnhaus der 1920er-Jahre ein anschauliches Beispiel für den Heimatstil, der sich traditioneller Baumaterialien und Bauformen bediente, um so Neubauten harmonisch in die Kulturlandschaft einzufügen. Bemerkenswert ist, dass es sich bei diesem Gebäude um ein sehr frühes Beispiel für ein Fertighaus handelt. Gebäude in Fertigbauweise kamen in den 1920er-Jahren auf, sowohl in Metall, wie auch in herkömmlichen Baumaterialen wie in diesem Fall. Das Gebäude ist damit auch ein Zeugnis neuer Bautechniken und Bauweisen in der Zwischenkriegszeit und hat hauskundliche sowie baugeschichtliche Bedeutung.

97033444BW
Quereinhaus Reinerzauer Oberdörfle 15
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss in Sichtsteinmauerwerk, darüber verschindeltes und verbrettertes Fachwerk, rückseitige Hocheinfahrt zu Tenne, traufseitige Stall- und Hauserschließung, Stalleingang unter Scheunenteil mit Pilastern und Gebälk, Hauseingang in profiliertem Gewände, im Keilstein bezeichnet, 1821 (i)

Das Gebäude ist ein anschaulich überliefertes Beispiel für den traditionsreichen Typus des gestelzten Quereinhauses, bei dem Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereinigt sind. Über dem Stall liegt der Wohnteil, im Anschluss daran befindet sich der Scheunenteil. Die Tenne ist dabei, wie im Schwarzwald üblich, rückseitig über eine Hocheinfahrt erschlossen. Ebenso regionaltypisch ist die Verschindelung bzw. Verbretterung der Fachwerkteile zum Schutz vor dem rauen Klima. Das Gebäude stellt damit eine charakteristische Form der bäuerlichen Behausung in der Region dar. Es veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse in der landwirtschaftlich geprägten Gemeinde. Bemerkenswert ist das monumentalisierende klassizistische Scheunenportal unter dem Scheunenteil. Der Einzelhof ist Zeugnis der historischen Siedlungsstruktur im Schwarzwald und hat hauskundliche sowie baugeschichtliche Bedeutung.

109974205BW
„Nonnenstein“ Heilenberg
(Karte)
Fünfeckiger, behauener Steinblock mit rechteckiger Vertiefung, wohl ursprünglich Bildstock, mehrere Herkunftslegenden, mittelalterlich. Inschriftentafel: „Was immer dazumal geschah / Der Nonnenstein, er stehet da“

Der frei stehende „Nonnenstein“ ist ein bemerkenswertes Objekt, das, in seiner Herkunft rätselhaft, in das öffentliche Bewusstsein eingegangen ist und deshalb aus heimatgeschichtlichen Gründen denkmalwert ist. Der tradierte Name lässt auf eine religiöse Bedeutung schließen.

97033447BW
Gehöft Reinerzauer Talstraße 1
(Karte)
Bestehend aus, Einhaus, großes gestelztes Gebäude mit Satteldach, Außentreppe und Galerie, massives verputztes Erdgeschoss, hier giebelseitige Stallerschließungen mit Rundbogentüren, Fachwerkobergeschoss verschindelt, rückseitig Hocheinfahrt in Dachraum, 1796 (i); kleines Ökonomiegebäude (heute Garage), Massivbau mit Satteldach, um 1800

Die Hofanlage ist als Einzelhof charakteristisch für das Siedlungsbild der Region und hat kulturlandschaftsprägenden Charakter. Sie veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse der Bauern im Schwarzwald. Das Haupthaus ist ein regionaltypisches Beispiel eines gestelzten Einhauses mit giebelseitig erschlossenem Stall und dem über eine Außentreppe zugänglichen Wohnteil darüber. Rückwärtig befindet sich ein Hocheinfahrt in den Tennenraum im Dach. Wie für die Gegend üblich steht parallel zum Hauptgebäude noch ein kleinerer massiver Ökonomiebau. Das Anwesen hat hauskundliche und siedlungsgeschichtliche Bedeutung und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte am Ausgang der Frühen Neuzeit.

97033445BW
Spittelbauernhof Reinerzauer Talstraße 50
(Karte)
Hofanlage, bis 1810 zum Kloster Alpirsbach gehörig, im baulichen und konstruktiven Kern der Gebäude wohl auf das 16. Jahrhundert zurückgehend, sonst 1. Hälfte 19. Jahrhundert, bestehend aus:
  • Einhaus, zweigeschossiger Bau mit Satteldach, massives Stallgeschoss, darüber verschindeltes Fachwerk, ab Obergeschoss verschindelt, jüngerer Anbau am Wohnteil;
  • Speicherbau, wohl auch Ausgedinge, zweigeschossig mit Satteldach, massives verputztes Erdgeschoss, darüber verbrettertes Fachwerk;
  • Schuppen, verbretterte Holzkonstruktion mit Satteldach;
  • umfriedeter Bauerngarten

Der Spittelbauernhof ist einer jener großen Einzelhöfe, die prägend sind für das Kulturlandschaftsbild im Schwarzwald. Er veranschaulicht mit seinen Bestandteilen die vormoderne Lebenswelt und Alltagskultur der Schwarzwaldbauern und hat damit Zeugniswert für die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Region. Das Wohnhaus ist ein zeit- und regionaltypisches Beispiel für die Einhäuser der Gegend, die u. a. durch eine Hocheinfahrt in die Tenne geprägt sind. Zugehörig sind Nebengebäude wie ein Ökonomiegebäude, dessen Obergeschoss wohl als Ausgeding, also als Altenteil für den Altbauern und seine Frau nach Übergabe des Hofes an die nächste Generation diente, und ein Schuppen. Im Bauerngarten wurden neben Gemüse und Kräutern auch Blumen angebaut. Das Anwesen ist seit dem Spätmittelalter bis zur Auflösung des Klosteramtes 1810 im Besitz des Klosters Alpirsbach nachweisbar und war Bestandteil von dessen umfangreichem Güterbesitz. Es dokumentiert die regionale Siedlungsgeschichte und hat haus- und ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

103898565BW
Ev. Pfarrkirche (St. Margarete) Reinerzauer Talstraße 84
(Karte)
Verputzte Saalkirche mit leicht eingezogenem Polygonalchor, südlich Sakristeianbau, Westturm mit Eckquaderung, Wasserschlägen, Maßwerkfenstern- und Maßwerkbrüstungen sowie Satteldach, Westportal mit Wappen des Alpirsbacher Abtes Georg Schwarz, Kirchenschiff mit Fenstern der Barockzeit, Langhaus innen mit Holztonnendecke von 1851, romanischer Chorbogen, im Chor flache Holzdecke, in der Sakristei Kreuzrippengewölbe mit Wappen des Abtes Alexius Barrenfurter, im Kern spätromanisch, wohl 1. Hälfte 13. Jahrhundert, Turm erbaut unter Georg Schwarz, um 1471 bis 1479, Sakristei und Umbau Langhaus und Chor unter Alexius Schwarz, zwischen 1506 und 1523, barocker Umbau des Langhauses1747, Sakristeiportal 1749 (i), Innenumbau 1851; Kirchhof mit Einfriedungsmauer

Die evangelische Pfarrkirche erhebt sich orts- und landschaftsbildprägend am Hang über dem Dorfkern von Reinerzau. Sie ist ein anschauliches Beispiel für die unter der Orts- und Patronatsherrschaft der Benediktinerabtei errichteten dörflichen Pfarrkirchen und belegt die große späte wirtschaftliche und kulturelle Blüte des Klosters zu Ende des 15. und zu Anfang des 16. Jahrhunderts, als dieses nicht nur einen Neubau der Klausur und Umbau der Kirche erfuhr, sondern auch in seinen Besitzungen durch ein umfangreiches Bauprogramm im Erscheinung trat. Der Um- und teilweise Neubau in Reinerzau dürfte mit dem endgültigen Erwerb des Dorfes durch das Kloster in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts zusammenhängen, Alpirsbach setzte also ein deutliches Zeichen seiner Orts- und Patronatsherrschaft. Der Erwerb fällt dabei in eine Zeit, als die Abtei nochmals wirtschaftlich expandierte und verschiedene Besitzungen erwarb. Die Kirche ist damit wichtiges Zeugnis nicht nur der Orts- und Siedlungsgeschichte von Reinerzau, sondern auch der Klostergeschichte Alpirsbachs sowie der Herrschafts- und Kirchengeschichte in der Region.

97033443BW
Altvogtsmühle Reinerzauer Talstraße 95/1, 95
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss mit Rundbogenportal, darüber verschindeltes Fachwerk, 1793, flügelartige Erweiterung an der Rückseite,1794; Mühlanlage mit Mühlkanal

Der Name der Mühle verweist auf alte Vogteirechte, hier wohl des Klosters Alpirsbach, das schon seit 1344 die Wasser- und Fischereirechte in Reinerzau aus der Hand der Herren von Geroldseck erworben hatte. Das Anwesen hat landschaftsbildprägenden Charakter und veranschaulicht die einstige Bedeutung des Mühlengewerbes in den wasserreichen Schwarzwaldtälern. Sie dürfte als Bannmühle für die umliegenden Höfe und Weiler gedient haben, d. h. die Einwohner waren verpflichtet, ihr Getreide in der herrschaftlichen Mühle mahlen zu lassen. Mit dem überlieferten Wasserbau und dem Wasserrad ist das Anwesen Zeugnis der vormodernen Mühlen- und Technikgeschichte und hat darüber hinaus siedlungs- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung.

97033446BW
Bauernhaus Reinerzauer Talstraße 98
(Karte)
Giebelständiger, zentraler Bau mit hangseitiger Hocheinfahrt zur Scheune, zweigeschossig und verputzt mit Satteldach, Erdgeschoss massiv und verputzt, darüber Fachwerk mit leichter Vorkragung, stark vorkragende Giebel, tlw. über kurzen Knaggen, Bohlenwände, Wohnteil durch Seitenflügel erweitert, 18. und 19. Jahrhundert

Der große Bau bildet im Kern ein Wohnstallhaus mit rückwärtigem Scheunenteil, der - wie üblich für die Region - durch eine Hocheinfahrt vom Hang aus erschlossen ist. Das Gebäude illustriert vormoderne Lebenswelten und Alltagskultur im Schwarzwald und ist charakteristisch für das von großen Einzelhöfen geprägte Siedlungsbild. Es hat hauskundliche Bedeutung und ist anschauliches Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte am Ausgang der Frühen Neuzeit.

98786716BW
Gestelztes Einhaus mit giebelseitiger Stallerschließung und Satteldach Strohloch 1
(Karte)
Verschindelter Fachwerkbau auf massivem Sandsteinquadersockel, Wohnteil durch einen Anbau erweitert, rückseitig quer dazu Ökonomiebau mit Hocheinfahrt, 19. Jahrhundert, zugehörige Brunnenstube (u.a. zur Kühlung der Milchkannen)

Das Gebäude ist ein anschaulich überliefertes Beispiel für den traditionsreichen Typus des gestelzten Einhauses, bei dem Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereinigt sind. Über dem Stall liegt der Wohnteil, im Anschluss daran befindet sich der Scheunenteil, hier quer zum Hauptbau. Charakteristisch für den Schwarzwald ist die rückseitige Tennenerschließung über eine Hangseitige Hocheinfahrt. Das Gebäude stellt damit eine regionaltypische Form der bäuerlichen Behausung in der Region dar, deren Siedlungsbild durch große Einzelhöfe geprägt wird. Es veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der historischen Siedlungsstruktur sowie der Ortsbaugeschichte.

98830529BW
Hofanlage Vorderbühlhof 1, 2
(Karte)
Bestehend aus: großes Quereinhaus in Hanglage mit giebelseitig vorstehenden Überständen des Dachstuhls, verschindeltes Fachwerk auf hohem massivem Sockelgeschoss, bergseitig später durch großen Speicherbau mit einer Hocheinfahrt erweitert, Wohnteil durch kleineren Wohn- und Stallanbau erweitert; drei zugehörige freistehende Ökonomiegebäude aus unverputztem rotem Sandstein mit Satteldach, teilweise An- und Aufbauten aus Holz, dort u. a. bezeichnet 1823, Hofanlage im Kern wohl älter; Brunnentrog; Bauerngarten; Stützmauern

Die große Hofanlage ist charakteristisch für die Kulturlandschaft im Schwarzwald, die u. a. durch Streusiedlungen mit Einzelhöfen und Weilern gekennzeichnet ist. Sie hat landschaftsprägende Bedeutung und illustriert beispielhaft vormoderne Lebenswelten und Alltagskultur in der Region. Das Haupthaus ist ein anschaulich überliefertes Zeugnis für den traditionsreichen Typus des gestelzten Quereinhauses, bei dem Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereinigt sind. Über dem Stall liegt der Wohnteil, im Anschluss daran befindet sich der Scheunenteil. Regionaltypisch ist die Tennenerschließung über eine - hier traufseitige - Hocheinfahrt. Das Gebäude stellt damit eine charakteristische Form der bäuerlichen Behausung in der Region dar. Die zugehörigen Ökonomiebauten belegen u. a. die vormoderne Vorratshaltung, aber auch verschiedene Funktionsbauten. Das Anwesen hat hauskundliche Bedeutung und dokumentiert die Siedlungs- und Ortsbaugeschichte.

106670190BW
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Reutin

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Gefallenendenkmal beider Weltkriege Ortsstraße
(Karte)
Ordenskreuz auf Postament mit Schwertreliefs und Gefallenentafel aus Bronze für die Toten des Ersten Weltkriegs, nach 1918, beidseitig durch niedrigere Bronzetafeln erweitert, nach 1945

Das Gefallenendenkmal liegt in charakteristischer Weise auf dem örtlichen Friedhof als zentralem Ort des Totengedenkens. Es erinnert an die im Ersten und Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten aus Reutin und hat damit ortsgeschichtliche Bedeutung.

97033448BW
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Römlinsdorf

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Gestelztes Quereinhaus mit Satteldach in Hanglage Brunnenstraße 12
(Karte)
Verschindelter, teilweise verputzter Fachwerkbau auf massivem Sockelgeschoss, Ökonomieteil später erweitert, am Wohnteil in Tallage verbretterter Aborterker und angebauter Schweinestall mit Pultdach, am Torbogen dort bezeichnet, 1796 (möglicherweise Spolie)

Das Gebäude ist ein anschaulich überliefertes Beispiel für den traditionsreichen Typus des gestelzten Quereinhauses, bei dem Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereinigt sind. Über dem Stall liegt der Wohnteil, im Anschluss daran befindet sich der Scheunenteil. Das Gebäude stellt damit eine charakteristische Form der bäuerlichen Behausung in der Region dar. Es veranschaulicht mit seinem kleinen Stallanbau für Schweine und einem Aborterker vormoderne Alltags- und Lebensverhältnisse im Schwarzwald. Das Bauernhaus ist Zeugnis der historischen, weitgehend durch Einzelhöfe und kleine Weiler bestimmte Siedlungsstruktur der Region und der frühneuzeitlichen Ortsbaugeschichte.

108295308BW
Umspannhaus Hochmössinger Straße 16
(Karte)
Massiver Turmbau mit Walmdach, verputzt, errichtet durch den Bezirksverband Heimbachkraftwerke zum Anschluss an das Werk Bettenhausen, 1923 (a)

Die als verputzter Turmbau gestaltete Umspannstation ist ein Zeugnis der zunehmenden Elektrifizierung der Landgemeinden in der Zwischenkriegszeit und hat technikgeschichtliche Bedeutung. Die Turmform, ein weit verbreiteter Bautyp für solche Anlagen, bot sich an, um die Leitungskabel in möglichster Höhe führen zu können, gleichzeitig suchte man die modernen Funktionsbauten im Sinne des Heimatschutzgedankens in die alten Ortsbilder harmonisch einzufügen.

109384131BW
Erzwaschmühle Hochmössinger Straße 60; Mühlgraben
(Karte)
Mühlengehöft bestehend aus:
  • Wohn- und Mühlengebäude, gestelztes Quereinhaus mit massives verputztes Erdgeschoss, darüber verschindeltes Fachwerk, Aborterker über zughörigem Mühlkanal (Mühlgraben), giebelseitig zugesetztes frühklassizistisches Portal, wohl um 1800 (nicht zugehörige neuere Anbauten);
  • Kornspeicher, giebelständiger und zweigeschossiger Massivbau mit Satteldach, verputzt, Eckquaderung, Schartenfenster mit verzierten Eisenstäben, Hundehüttenanbau, am Rundbogentor bezeichnet, 1794, Spolie mit Mühlzeichen, bezeichnet 1830;

quer dazu angebaut Stall, eingeschossiger verputzter Massivbau mit verbrettertem Fachwerkgiebel und Satteldach, giebelseitige Erschließung;

  • daneben Remisengebäude, zweigeschossiger Bau, traufseitig weit vorstehendes Satteldach, massives verputztes Erdgeschoss mit Eckquaderung, darüber verbrettertes Fachwerk;
  • Bauerngarten mit Einfriedung westlich des Kornspeichers

Der große Baukomplex veranschaulicht ein frühneuzeitliches Mühlenanwesen, das eine Spezialfunktion erfüllte. Hier wurde Erz als Vorstufe der Verhüttung mit Hilfe von Wasserkraft gewaschen, also grob vorgereinigt. Der Erzbergbau spielte im Schwarzwald seit der Frühgeschichte immer wieder eine wichtige Rolle und erlebte seine große Blütezeit im Mittelalter und der Frühen Neuzeit. Das Mühlengehöft ist damit ein wichtiges Zeugnis der Nutzung der Wasserkraft im Rahmen des Bergbaus und hat wirtschafts- und technikgeschichtliche Bedeutung. Mit seinen zugehörigen Bauten veranschaulicht es die dabei landwirtschaftlich geprägten Wohn- und Lebensverhältnisse der Müllerfamilien. Nicht zuletzt ist die Hofanlage wichtiger Bestandteil der Kulturlandschaft im Heimbachtal.

97033449BW

Ev. Filialkirche (St. Oswald und Nikolaus) Kirchensteige 7
(Karte)
Kleine verputzte Saalkirche mit geradem Chorschluss, Satteldach mit Giebelreiter, im Chor frühgotisches Zwillingsfenster mit Maßwerk, im Inneren flache Holzdecke, runder Chorbogen, im Kern wohl 2. Drittel 13. Jahrhundert, Umbau 1759 (i), erneuter Umbau mit Ersatz des Dachreiters durch Giebelreiter, 1953 (a)

Die im Kern frühgotische evangelische Oswald- und Nikolauskirche in Römlinsdorf ist ein anschauliches Beispiel einer hochmittelalterlichen Dorfkirche. Das erst 1564 erwähnte Gotteshaus ist Filial von Peterzell und mit seiner Grundform charakteristisch für mittelalterliche Kapellen, wie sie viele Dörfer prägten. Der Sakralbau ist als ältestes überliefertes Bauwerk in Römlinsdorf von siedlungs- und kirchengeschichtlicher Bedeutung.

97033450
Gestelztes Quereinhaus Sonnenstraße 8
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach und verbrettertem Giebel, massives Erdgeschoss mit, giebelseitiger Stallerschließung durch rund- und stichbogige Türen, Außentreppe zum Wohngeschoss, dieses in Fachwerk mit Zierelementen, traufseitige Hocheinfahrt zur Scheuer an der Südseite, Fensterrahmungen mit Konsolverzierungen, Balkenköpfe unter der Fußschwelle sichtbar, in der großen Eckstube bauzeitlicher Hinterladerofen mit Bezeichnung der Eheleute Pfau, 1773 (i), Hinzufügung der Gliederungselemente in Neurenaissanceformen, um 1900

Das Gebäude ist ein anschaulich überliefertes Beispiel für den traditionsreichen Typus des gestelzten Quereinhauses, bei dem Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereinigt sind. Über dem Stall liegt der Wohnteil, im Anschluss daran befindet sich der Scheunenteil. Seine Tenne wird, wie im Schwarzwald üblich, über eine - hier traufseitige - Hocheinfahrt erschlossen. Das Gebäude stellt damit eine charakteristische Form der bäuerlichen Behausung dar und ist wichtiges Element der durch solche großen Einzelhöfe geprägten Kulturlandschaft des Schwarzwaldes. Es veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse auf dem Land und ist Zeugnis der historischen Siedlungsstruktur sowie der frühneuzeitlichen Ortsbaugeschichte.

97033451BW
Ökonomiegebäude des früheren Gasthofs Sonne Sonnenstraße 21
(Karte)
Speichergebäude, zweigeschossiger und giebelständiger Massivbau mit Satteldach, verputzt, Eckquaderung, Gewölbekeller, Tür- und Fenstergewände in Sandstein, 16.-18. Jahrhundert

Der Ökonomiebau gehört zum Anwesen des früheren Gasthofs Sonne. Kern des Anwesens ist ein Speichergebäude aus Bruchstein, das an ein mittelalterliches Steinwerk erinnert und dem seit dem 15. Jahrhundert üblichen Typus entspricht. Es handelt sich dabei um einen Speicherbau, der im Umkreis des Alpirsbacher Klosters anzutreffen ist und mit einiger Wahrscheinlichkeit in unmittelbarem Zusammenhang mit der Klosterwirtschaft steht. Auf der Längsseite wurde - wohl nachträglich - eine Tür mit barock profiliertem Gewände und Inschrift angebracht, so dass das massive Gebäude bereits im späten Mittelalter hier gestanden haben dürfte. Diese Speicher dienten als Lagerstätten für die Naturalabgaben an das Kloster, sie konnten aber auch zu einem klösterlichen Wirtschaftshof, einer sogenannten Grangie, gehören. Möglicherweise steht der Speicher in Zusammenhang mit dem sukzessiven Übergang von Römlinsdorf als Grundbesitz vom Kloster Gengenbach an das Kloster Alpirsbach im späten Mittelalter. Der Speicherbau ist ein wichtiges Zeugnis für die Kloster- und Wirtschaftsgeschichte im späten Mittelalter und der Barockzeit.

98873133BW
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Einzelnachweise

Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.

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