Liste der Kulturdenkmale in Herbolzheim

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In der Liste der Kulturdenkmale in Herbolzheim sind die Kulturdenkmale der Stadt Herbolzheim im Landkreis Emmendingen in Baden-Württemberg aufgelistet.

Legende

Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.

  • Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen: Datei hochladen
  • Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
  • Lage: Straßenname und Hausnummer oder Flurstücknummer des Kulturdenkmals, gegebenenfalls auch Gemarkung oder Ortsteil. Die Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link (Karte) führt zu verschiedenen Kartendiensten mit der Position des Kulturdenkmals. In einem Tool mit Kartenansicht können die Koordinaten durch Verschieben korrigiert werden.
  • Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
  • Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
  • ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg

Abkürzungen

Kulturdenkmale nach Ortsteilen

Bleichheim

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID

Weitere Bilder
Burgruine Meiers Wald
(Karte)
Mauerreste mit schmalen Rundbogenfenstern, um 1200, 1638 (a) zerstört, mit archäologischen Fundzusammenhängen ist zu rechnen

Die Burgruine Kirnberg bei Bleichheim ist ein bedeutendes Zeugnis hochmittelalterlicher Herrschaftsarchitektur im südwestdeutschen Raum. Ihre Entstehung um 1200 steht im Zusammenhang mit der territorialen Konsolidierung durch regionale Adelsgeschlechter wie die Üsenberger und die späteren Herrschaftswechsel unter den Zähringern, Hachbergern und Habsburgern sowie dem Bistum Straßburg. Die Zerstörung der Anlage im Jahr 1638 im Zuge des Dreißigjährigen Krieges verleiht ihr zudem militär- und zeithistorische Bedeutung. Die erhaltenen Mauerreste mit charakteristischen Rundbogenöffnungen, Schildmauer und Grabenanlagen machen die Ruine nicht nur zu einem sichtbaren Monument der mittelalterlichen Wehr- und Repräsentationsarchitektur, sondern auch zu einem aussagekräftigen archäologischen Bodendenkmal. Mit weiteren Fundzusammenhängen ist zu rechnen, die Aufschluss über die bauliche Entwicklung, das Alltagsleben und die militärische Nutzung der Anlage geben können. Die Kirnburg stellt damit ein zentrales Quellenensemble zur Erforschung von Adelssitzen, regionaler Machtentfaltung und kriegerischer Zerstörung in der Vormoderne dar.

98775721
( Wikidata)
Pfarrhof Bleichtalstraße 1
(Karte)
Dreiseitige Anlage: zweigeschossiges Pfarrhaus mit Krüppelwalmdach, 1733 (a); Scheune aus Bruchstein mit Satteldach, 1866/67 (d); halbhohes Wasch- und Backhaus, 19. Jahrhundert; Grundstückmauer mit Hoftorpfeilern und polygonalem Eckpavillon, hier Reste der alten Hilariuskirche; mit archäologischen Fundzusammenhängen muss gerechnet werden

Die dreiseitige Pfarrhofanlage vereint in einzigartiger Geschlossenheit bau-, kirchen- und siedlungsgeschichtliche Zeugnisse vom 18. bis zum 19. Jahrhundert. Das 1733 datierte Pfarrhaus mit Krüppelwalmdach, die Bruchsteinscheune sowie das Wasch- und Backhaus illustrieren exemplarisch die funktionale Ordnung und Lebenswelt eines ländlichen Pfarrkomplexes in historischer Kontinuität. Die Einfriedung mit Hoftorpfeilern und der polygonale Pavillon, in dem sich Reste der alten Hilariuskirche erhalten haben, verweisen zudem auf tiefere geschichtliche Schichten; im Untergrund sind archäologische Befunde mit Bezug zur Orts- und Kirchengeschichte zu erwarten, was dem Ensemble zusätzlichen wissenschaftlichen Quellenwert verleiht.

98771469 BW
Wegkreuz Bleichtalstraße 2
(Karte)
Bei St. Hilarius, Kruzifixus auf Sockel mit Bibelvers (Jer. 1,12), Sandstein, 1863 (i)

Das Wegkreuz von 1863 bei St. Hilarius besitzt hohen historischen Wert als Ausdruck nachrevolutionärer katholischer Frömmigkeit, die sich durch persönliche Stiftung und biblisch fundierte Zeichen im öffentlichen Raum manifestierte. Die Inschrift mit dem Bibelvers verweist auf eine Zeit der religiösen Selbstvergewisserung, in der das Wort Gottes bewusst als geistiger Halt in politisch und gesellschaftlich unsicheren Jahrzehnten betont wurde. Als Teil der sakralen Topographie um die Pfarrkirche bildet das Kreuz ein bedeutendes Element katholischer Erinnerungskultur und des sichtbaren Glaubenszeugnisses im ländlichen Raum der Mitte des 19. Jahrhunderts.

98775559 BW

Weitere Bilder
Kath. Pfarrkirche St. Hilarius Bleichtalstraße 2
(Karte)
Saalkirche mit eingezogenem polygonalem Chor und Eingangsturm, 1825 bis 27 (a), im Türsturz des Hauptportals 1825 (i), errichtet nach Plänen des Architekten Christoph Arnold, zugehörige Ausstattung und Zubehör

Die Pfarrkirche St. Hilarius in Bleichheim ist ein herausragendes Zeugnis des katholischen Kirchenbaus in der Zeit nach der Säkularisation und reflektiert die architekturpolitischen Bemühungen des Großherzogtums Baden um eine konsolidierte kirchliche Infrastruktur im ländlichen Raum. Ihr Entwurf durch den bedeutenden Architekten Christoph Arnold verortet sie im Kontext der klassizistischen Baukultur des frühen 19. Jahrhunderts, in der funktionale Klarheit mit liturgischer Zweckmäßigkeit verbunden wurde. Als zentraler Ort des religiösen Lebens dokumentiert die Kirche nicht nur die Kontinuität pastoraler Strukturen nach den Umbrüchen der Revolutionszeit, sondern auch die erneuerte Selbstvergewisserung der katholischen Gemeinden im Zuge konfessioneller Neuausrichtung.

98775552
( Wikidata)
Schulhaus Bleichtalstraße 4
(Karte)
Über hohem Sockel zweigeschossiger Massivbau, verputzt mit Gleiederungen und Rahmungen in Sandstein, fünfachsige, achsensymmetrische Hauptfassade mit mittigem Eingangsportal über Freitreppe, über der zweiten und vierten Achse große Dachhäuser, Kernbau 1840/41 (a) errichtet, mit prägenden Details aus der Zeit der Renovierung von 1906 (a); Schulhofummauerung; rückwärtig kleiner Ökonomiebau

Das ehemalige Schulhaus von 1840/41 stellt ein anschauliches Beispiel für den klassizistisch geprägten Schulbau des frühen 19. Jahrhunderts im ländlichen Raum dar. Die repräsentative, achsensymmetrisch gegliederte Hauptfassade mit Freitreppe, Sandsteinrahmungen und markanten Dachhäusern wurde 1906 stilistisch überformt und dokumentiert damit die bauliche Weiterentwicklung öffentlicher Bildungsbauten in der wilhelminischen Epoche. Die erhaltene Umfassungsmauer des Schulhofs und der rückwärtige Ökonomiebau ergänzen das Ensemble funktional und veranschaulichen den schulischen Alltag vergangener Zeiten in authentischer Geschlossenheit.

98771484 BW
Gewölbebrücke über den Bleichbach aus Hausteinquadern Bleichtalstraße 16
(Karte)
Steinbrüstungen, erstes Viertel 19. Jahrhundert

Die Gewölbebrücke über den Bleichbach besitzt hohen historischen Wert als technikgeschichtliches Zeugnis frühindustrieller Verkehrs- und Infrastrukturentwicklung im ländlichen Raum. Ihre Ausführung in sorgfältig gefügten Hausteinquadern verweist auf die handwerkliche Kompetenz und den Anspruch an Dauerhaftigkeit und Repräsentanz öffentlicher Bauwerke in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zugleich belegt die Brücke die zunehmende Bedeutung dauerhafter Wege- und Bachüberquerungen in einer Zeit wachsender Mobilität und wirtschaftlicher Vernetzung im Zuge der Reformära.

98775539 BW
Gasthaus zum Rebstock Bleichtalstraße 19
(Karte)
Zweigeschossiger und traufständiger, verputzter Massivbau mit großem Walmdach, zentrales Portal mit profiliertem Gewände, um 1789 (i)

Der spätbarocke „Gasthof zum Rebstock“ in Bleichheim ist ein wertvolles Zeugnis regionaler Bau- und Sozialgeschichte des späten 18. Jahrhunderts. Sein Bestand muss aus denkmalpflegerischer Sicht als bedeutend eingestuft werden – nicht allein wegen seiner architektonischen Qualität, sondern auch aufgrund seiner Funktion als Identifikationsort im kollektiven Gedächtnis der Gemeinde.

98771491 BW
Gehöft: Wohnhaus Bleichtalstraße 21
(Karte)
Zweigeschossiger und traufständiger, kubischer Baukörper mit Walmdach, Putzrustizierung im Erdgeschoss und an den Gebäudeecken, Mitte 19. Jahrhundert; rückwärtig parallel liegende Scheune mit Satteldach; Hoftorpfosten,1852 (i)

Das Gehöft mit seinem zweigeschossigen, traufständigen Wohnhaus und der charakteristischen Putzrustizierung im Erdgeschoss dokumentiert die solide und zugleich ästhetisch bewusste Bauweise der Mitte des 19. Jahrhunderts im ländlichen Raum. Die parallel angeordnete Scheune mit Satteldach verdeutlicht die funktionale Hofstruktur und den autarken landwirtschaftlichen Betrieb, der für die Wirtschaftsweise der Zeit prägend war. Die datierten Hoftorpfosten von 1852 setzen einen gezielten Akzent am Eingangsbereich und unterstreichen die Bedeutung des Ensembles als identitätsstiftendes Zeugnis regionaler Bau- und Sozialgeschichte.

98771498 BW
Wohnhaus Bleichtalstraße 30
(Karte)
Eingeschossiger und giebelständiger, unverputzter Fachwerkbau mit Satteldach auf massivem Sockel, 1. Hälfte 18. Jahrhundert

Das Wohnhaus ist ein typisches Beispiel für den Fachwerkbau der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, der handwerkliche Präzision und regionale Bauweisen vereint. Die Verwendung des unverputzten Fachwerks lässt die konstruktiven Details sichtbar und zeugt von einer funktionalen, zugleich ästhetischen Baukultur. Als Zeugnis frühneuzeitlicher Wohnformen vermittelt es wertvolle Einblicke in die soziale und wirtschaftliche Lebenswelt der damaligen ländlichen Bevölkerung.

98771506 BW
Dreiseitgehöft: Wohnhaus Bleichtalstraße 33
(Karte)
Zweigeschossig und traufständig, verputzt, Kranzgesims, Tordurchfahrt zu den rückwärtigen Ökonomiegebäuden, 1. Viertel 19. Jahrhundert

Das spätklassizistische Dreiseitgehöft verbindet funktionale Klarheit mit klassizistischer Ästhetik und spiegelt so den Wandel bäuerlicher Architektur im frühen 19. Jahrhundert wider. Die Tordurchfahrt als zentrales Element symbolisiert die enge Verzahnung von Wohn- und Wirtschaftsräumen und verdeutlicht die ganzheitliche Organisation ländlicher Hofanlagen.

98771513 BW
Wohnhaus Bleichtalstraße 39
(Karte)
Eingeschossiger und traufständiger, verputzter Massivbau auf Kellersockel, im Giebel unverputztes Fachwerk, Satteldach, 17. Jahrhundert mit älterem Kern, 1597 (i), einst im Besitz des Klosters Tennenbach

Das Gebäude verkörpert ein seltenes bauliches Zeugnis vorbarocker ländlicher Architektur mit klösterlichem Besitzhintergrund und verweist auf die dauerhafte wirtschaftliche und kulturelle Prägekraft des Klosters Tennenbach in der Region. Seine weit zurückreichende Baugeschichte bis ins Jahr 1597 verleiht ihm hohen dokumentarischen Wert für die Entwicklung frühneuzeitlicher Bau- und Besitzverhältnisse im südwestdeutschen Raum.

98771521 BW
Baumwartskreuz Bleichtalstraße
(Karte)
Wegkreuz, Kruzifixus über aufwenig gestalteten Inschriftsockel mit Widmungskartusche, darüber Pelikan, der sich die Brust aufpickt und seine Brut zu nähren (Symbol der christlichen Caritas), Kalkstein, Inschriften „Im Kreuz ist Heil“ und „Aus Dankbarkeit gewidmet von Anton Wiest u. Anne Wiest geb. Velle“, Ende 19. Jahrhundert

Das Baumwartskreuz dokumentiert eindrucksvoll die volkstümliche Frömmigkeit des späten 19. Jahrhunderts und veranschaulicht die fortdauernde Bedeutung religiöser Bildzeichen im ländlichen Raum. Durch die Darstellung des Pelikans als Symbol der aufopfernden Liebe Christi bezeugt es die tiefe Verwurzelung christlicher Caritasvorstellungen im alltäglichen Glaubensleben. Die namentliche Stiftung verleiht dem Kreuz zudem sozialgeschichtlichen Quellenwert als Ausdruck persönlicher Frömmigkeit und familiärer Memorialkultur.

98775524 BW
Friedhof: Friedhofmauer mit Torpfeiler Nähe Bleichtalstraße
(Karte)
1762 (i); Friedhofkreuz, Kruzifixus aus Sandstein, 1868 (i); Grablege der von Kagenecks; Priestergrabstein Franz Jakob Ens, 1858 (i)

Der historische Friedhof besitzt mit seiner Einfriedung von 1762, den Sandstein-Torpfeilern und dem zentralen Friedhofskreuz von 1868 einen überlieferten Bestand, der sowohl landschaftsbildprägend als auch ortsgeschichtlich bedeutend ist. Die Grablege der Adelsfamilie von Kageneck verankert den Ort in der regionalen Sozialgeschichte und verweist auf die standesbezogene Sepulkralkultur des 19. Jahrhunderts. Hervorzuheben ist zudem das Priestergrab Franz Jakob Ens von 1858, das als individuell gestalteter Grabstein geistlicher Provenienz auch die kirchlich-seelsorgerische Prägung des Ortes über Generationen hinweg dokumentiert.

98771477 BW
Gefallenendenkmal Bleichtalstraße
(Karte)
Skulpturaler Turm aus Kreuzen, Sandstein, 1960er Jahre, Inschriftsockel mit Namen der Gefallenen 1870/71, 1914 bis 18 und 1939 bis 1945

Das Gefallenendenkmal aus den 1960er Jahren ist ein eindrucksvolles Zeugnis der kollektiven Erinnerung und des Trauerns in der Nachkriegszeit, das die Kontinuität des Gedenkens an die Gefallenen über mehrere deutsche Kriegsepochen hinweg sichtbar macht. Die skulpturale Turmform aus Sandstein mit Kreuzsymbolik verbindet traditionelle Formen der Totenruhe mit einer modernen, abstrakten Gestaltung, die die Mahnung vor Krieg und Verlust zeitgemäß vermittelt. Durch die Nennung der Namen aus den Kriegen von 1870/71, 1914–18 und 1939–45 wird zudem die historische Verantwortung generationsübergreifend vergegenwärtigt und eine Versöhnung mit der wechselvollen Geschichte angestrebt.

110997890 BW
Kilometerstein Nähe Breitacker
(Karte)
19. Jahrhundert

Der Kilometerstein besitzt historischen Wert als Teil der frühmodernen Verkehrsinfrastruktur und dokumentiert die Standardisierung von Entfernungsangaben im Zuge staatlicher Vermessung und Mobilitätsentwicklung im 19. Jahrhundert. Er steht für die Rationalisierung des Verkehrsraums und den Ausbau überregionaler Verbindungen in einer Zeit wachsender wirtschaftlicher und administrativer Vernetzung.

98775735 BW
Kilometerstein Banngasse
(Karte)
19. Jahrhundert

Der Kilometerstein des 19. Jahrhunderts ist ein bedeutendes Zeugnis der fortschreitenden Rationalisierung und Modernisierung des Verkehrsnetzes im Zuge staatlicher Infrastrukturmaßnahmen. Er symbolisiert die wachsende Bedeutung standardisierter Entfernungsangaben für Handel, Verwaltung und Mobilität und steht damit exemplarisch für den Ausbau verlässlicher Verkehrswege in der sich industrialisierenden Gesellschaft. Zudem dokumentiert der Stein die zunehmende Zentralisierung und Effizienzorientierung in der territorialen Organisation des Verkehrsraums.

98775989 BW
Schatzenkreuz Pfarrberg
(Karte)
Wegkreuz, Kruzifixus auf Inschriftensockel, Sandstein, 19. Jahrhundert

Das Schatzenkreuz ist ein typisches Zeugnis der religiösen Volkskultur des 19. Jahrhunderts und verkörpert die enge Verknüpfung von Landschaft, Glaube und individueller Stiftungspraxis. Als dauerhaftes Zeichen christlicher Heilsvorstellung im öffentlichen Raum spiegelt es die Bedeutung des Kreuzes als identitätsstiftendes Symbol in einer von konfessioneller Prägung bestimmten Alltagswelt.

98775747 BW
Oberes Bulochkreuz Rittene
(Karte)
Wegkreuz, Metallkruzifixus auf Steinsockel mit Inschrift, 1884 (i) von Seraphim Wehrle und dessen Ehefrau Stephanie Mutschler gestiftet

Das Obere Bulochkreuz dokumentiert die lebendige Tradition privater religiöser Stiftung im ländlichen Raum des späten 19. Jahrhunderts und spiegelt die fortbestehende Bedeutung öffentlicher Glaubenszeichen als Ausdruck individueller Frömmigkeit und sozialer Verbundenheit wider. Die persönliche Widmung verdeutlicht, wie religiöse Symbole zugleich auch Erinnerungs- und Identitätsorte innerhalb der Dorfgemeinschaft bilden. In seiner materiellen und inhaltlichen Gestalt ist das Kreuz somit ein wichtiges Zeugnis konfessioneller Praxis und lokaler Kulturgeschichte in einer Zeit gesellschaftlichen Wandels.

98775983 BW
Gewölbebrücke Kenzingen - Schweighausen
(Karte)
Bruchstein, wohl 19. Jahrhundert

Die Gewölbebrücke aus Bruchstein ist ein technisches Zeugnis der industriellen Revolution dar, da sie das innovative Potenzial des Gewölbebaus nutzt, um eine stabile und zugleich materialeffiziente Konstruktion zu schaffen. Ihr historischer Wert liegt in der funktionalen Bedeutung für die Verkehrsinfrastruktur jener Zeit, die eine wichtige Rolle im wirtschaftlichen Aufschwung und der Vernetzung der Regionen spielte. Gleichzeitig besitzt die Brücke einen kulturellen Wert, da sie als markantes Element der Landschaft und als Bindeglied zwischen verschiedenen Regionen eine identitätsstiftende Funktion für die lokale Bevölkerung hatte.

98812710 BW
Schaffnerskreuz Oberärmel
(Karte)
Wegkreuz, Sandstein, profilierter Inschriftsockel, 1922 (i)

Das sogenannte Schaffnerskreuz von 1922 ist ein typisches Zeugnis religiöser Kleindenkmaltradition nach dem Ersten Weltkrieg und spiegelt die individuelle wie gemeinschaftliche Erinnerungskultur jener Zeit. Mit seinem profilierten Sandsteinsockel und der bewusst gesetzten Inschrift nimmt es nicht nur eine funktionale Stellung im Landschaftsraum ein, sondern besitzt auch ortsgeschichtlichen und sozialhistorischen Aussagewert.

98771462 BW
Brücke über den Bleichbach: Balkenbrücke Schloßbergstraße 11
(Karte)
Brüstungsgeländer aus Eisen zwischen Sandsteinpfosten, 1. Hälfte 19. Jahrhundert

Die Balkenbrücke über den Bleichbach stellt ein frühes Beispiel funktional ausgelegter Verkehrsarchitektur des 19. Jahrhunderts dar und verdeutlicht die schrittweise Modernisierung der Infrastruktur im ländlichen Raum während der Reformzeit. Die Kombination von traditionellen Materialien wie Sandstein mit industriell gefertigtem Eisengeländer markiert einen technologischen Übergang und bezeugt die zunehmende Verfügbarkeit sowie das gestalterische Einbeziehen neuer Werkstoffe im Brückenbau. Als Bestandteil regionaler Wegbeziehungen verkörpert die Brücke zudem das Bemühen um dauerhafte, sichere und zugleich repräsentative Übergangsbauten im Zuge wachsender Mobilität und staatlicher Ordnungspolitik.

98775566 BW
Gehöft: Wohnhaus Schloßbergstraße 13
(Karte)
Zweigeschossig mit Krüppelwalmdach, unverputztes Fachwerk mit einfachen Zierelementen über massivem Untergeschoss; Scheune mit Satteldach in unregelmäßiger Anordnung; 18. Jahrhundert

Das Gehöft besitzt hohen historischen Wert als authentisches Zeugnis ländlicher Bau- und Lebensformen des 18. Jahrhunderts, in dem Wohn- und Wirtschaftsbereiche in funktionaler Einheit organisiert sind. Die handwerklich ausgeführte Fachwerkarchitektur mit dekorativem Anspruch belegt nicht nur die regionale Bautradition, sondern auch das soziale Selbstverständnis seiner bäuerlichen Erbauer. Die unregelmäßige Anordnung der Ökonomiebauten dokumentiert das gewachsene Gefüge eines wirtschaftlich genutzten Anwesens und erlaubt Einblicke in die Entwicklungsdynamik historischer Hofanlagen.

98775573 BW
Gehöft: Wohnhaus Schloßbergstraße 15
(Karte)
Eingeschossig auf Kellersockel, Krüppelwalmdach; anschließenes Ökonomiegebäude, Fachwerkonstruktion mit Satteldach; offener Schopf; 18. Jahrhundert

Das Gehöft ist ein anschauliches Beispiel für die kleinbäuerliche Hofstruktur des 18. Jahrhunderts und dokumentiert die ökonomischen Rahmenbedingungen und Lebensverhältnisse breiter Bevölkerungsschichten im ländlichen Raum. Die Kombination aus Wohnhaus, Ökonomiegebäude in Fachwerkkonstruktion und offenem Schopf zeigt ein funktional gegliedertes, gewachsenes Ensemble, das Arbeitsalltag, Vorratshaltung und Wohnen räumlich eng miteinander verzahnt. Als weitgehend erhaltene Hofanlage bietet es bau- und sozialgeschichtlichen Erkenntniswert zur Entwicklung traditioneller Wirtschaftsformen vor der Agrarindustrialisierung.

98775581 BW
Wohnhaus Schloßbergstraße 18
(Karte)
Eingeschossig und traufständig auf hohem massiven Kellersockel, verputzt, Kellerbogen, Eingang über Außentreppe, gekehlte Gewände, Haustür mit Eselsrücken, im Türsturz 1580 (i)

Das Wohnhaus von 1580 besitzt historischen Wert als seltenes Beispiel frühneuzeitlicher Wohnarchitektur in ländlichem Kontext. Die bauzeitlichen Elemente wie der bauplastische Eselsrücken über der Haustür und die gekehlten Gewände verweisen auf spätgotische Bauformen im Übergang zur Renaissance und zeugen von der handwerklichen und kulturellen Prägung des ausgehenden 16. Jahrhunderts. In seiner Kombination aus massivem Sockel, Kellerbogen und gestalterischer Detailausbildung vermittelt das Gebäude nicht nur baugeschichtliche Kontinuitäten, sondern auch soziale Repräsentationsbedürfnisse eines wohlhabenden bäuerlichen oder handwerklichen Hausbesitzers in der frühen Neuzeit.

98775596 BW
Gehöft: Wohnhaus Schloßbergstraße 22
(Karte)
Eingeschossig auf hohem Kellersockel, Kniestock; rückwärtig anschließende Scheune; Satteldach; 18. Jahrhundert

Das Gehöft verkörpert eine charakteristische Bauform des 18. Jahrhunderts, in der Wohnen und Wirtschaften in funktionaler Einheit organisiert sind und die Hofstruktur auf kompakte Effizienz im bäuerlichen Alltag zielt. Der hohe Kellersockel mit Kniestock zeugt von der gezielten Ausnutzung des Geländes und verweist auf die wirtschaftliche Bedeutung von Lager- und Arbeitsräumen im Sockelbereich. Die direkt angeschlossene rückwärtige Scheune spiegelt die für die Zeit typische Durchdringung von Wohn- und Arbeitsbereich wider und bietet baugeschichtlichen Erkenntniswert zur Entwicklung geschlossener Hofstrukturen im südwestdeutschen Raum.

98775603 BW
Wegkreuz Rebeneck
(Karte)
Kruzifixus aus Sandstein, 1878 (i)

Das Wegkreuz von 1878 ist ein Ausdruck katholischer Frömmigkeit im ausgehenden 19. Jahrhundert und bezeugt die kontinuierliche Präsenz religiöser Zeichen im öffentlichen Raum während der kulturell und politisch bewegten Zeit des Kulturkampfs. Als individuell gestiftetes Kreuz spiegelt es zudem die enge Verbindung von persönlicher Religiosität und lokaler Erinnerungskultur wider.

98775741 BW
Schloss Bleichheim:

- Herrenhaus (Schlossplatz 1)

Schloßplatz 1, 2, 4
(Karte)
Zweigeschossig mit Walmdach, im Erdgeschoss Wappen, 1688 (i); im Türsturz 1728 (i), Obergeschoss im 19. Jahrhundert aufgestockt
  • Herrenmühle (Schlossplatz 2), Fachwerkbau, eingeschossig, Krüppelwalmdach, EG verputzt, Kielbogenportal, 1. Hälfte 16. Jahrhundert
  • Jägerhaus (Schlossplatz 4), eingeschossig, frühes 19. Jahrhundert.
  • Zehntscheuer mit Tordurchfahrt, 1594 (i)
  • Brennhaus, eingeschossig
  • Park mit ansteigenden Gartenterrassen und Säulenspolie (v.d. Kirnburg)

Mit archäologischen Fundzusammenhängen muß gerechnet werden.

Das ehemalige Kageneck’sche Schlossgut in Bleichheim ist ein herausragendes Zeugnis für die lange und prägende Herrschaft der Grafen von Kageneck, deren Grundherrschaft von 1682 bis in die badische Zeit die soziale und wirtschaftliche Entwicklung des Dorfes maßgeblich bestimmte. Die Übertragung der Grundherrschaft durch Kaiser Leopold I. sowie die spätere Erlangung des Patronatsrechts über die Kirche dokumentieren die Konsolidierung adliger Macht und deren enge Verflechtung mit kirchlichen Institutionen im frühneuzeitlichen Herrschaftssystem. Damit steht das Schlossgut nicht nur für dynastische Kontinuität und regionale Territorialpolitik, sondern auch für die Institutionalisierung von Herrschaftsrechten und die Integration bäuerlicher Gemeinden in aristokratische Herrschaftsstrukturen.

98775610 BW
Wohnhaus Steinbrunngasse 10
(Karte)
Traufständiger und eingeschossiger, verputzter Massiv auf hohem Kellersockel mit Krüppelwalmdach, Tordurchfahrt, Torbogen 1818 (i)

Das Wohnhaus ist ein aussagekräftiges Beispiel für die Übergangsphase zwischen spätbarocker Bautradition und der funktional geprägten Bauweise des frühen 19. Jahrhunderts im ländlichen Raum. Die integrierte Tordurchfahrt verweist auf die enge Verzahnung von Wohn- und Wirtschaftsbereich innerhalb eines einheitlich geplanten Gehöfts und dokumentiert die Organisation bäuerlicher Arbeitsprozesse unter einem Dach. Der hohe Kellersockel und die massive Bauweise spiegeln nicht nur ökonomische Stabilität, sondern auch das gesteigerte Sicherheits- und Repräsentationsbedürfnis in der postnapoleonischen Zeit.

98775652 BW
Gehöft: Wohngebäude Steinbrunngasse 12
(Karte)
Eingeschossiger und giebelständiger Fachwerkwerkbau auf hohem Kellersockel, Satteldach mit Zwerchgiebelerweiterung, am Kellerbogen 1802 (i); direkt anschließende unverputzte Fachwerkscheune

Das Gehöft ist ein charakteristisches Beispiel für die eng verzahnte Bauweise von Wohn- und Wirtschaftsteil in der Übergangszeit zur Frühindustrialisierung und dokumentiert das gewachsene Prinzip des Einhausmodells in regionaler Ausprägung. Die Inschrift von 1802 am Kellerbogen verortet das Ensemble zeitlich präzise in der Phase nach den Umwälzungen der Zeit, in der bäuerliche Selbstbehauptung und Bautätigkeit häufig mit demonstrativer Solidität verbunden wurden. Die Fachwerkkonstruktion mit Zwerchgiebelerweiterung bezeugt nicht nur handwerkliche Qualität und Anpassung an wachsende Raumbedürfnisse, sondern gibt auch bauhistorisch aufschlussreiche Hinweise auf die Weiterentwicklung traditioneller Hausformen im frühen 19. Jahrhundert.

98775659 BW
Lourdeskapelle Steinbrunngasse 34
(Karte)
Kleine Kapelle mit Krüppelwalmdach und Dachreiter, im inneren Lourdesgrotte; 1914 (a); Grabplatten aus verschiedenen Jahrhunderten

Die Lourdeskapelle von 1914 verkörpert die Verbreitung marianischer Frömmigkeit im späten Kaiserreich und steht exemplarisch für den katholischen Volksglauben, der sich besonders seit der Lourdes-Erscheinung von 1858 weit über Frankreich hinaus ausbreitete. Ihre Konstruktion mit Krüppelwalmdach und Dachreiter zeigt die bewusste Anlehnung an traditionelle Kapellenformen, wodurch Kontinuität und regionale Identität gewahrt bleiben. Die Integration von Grabplatten unterschiedlicher Jahrhunderte im Inneren verleiht der Kapelle zudem einen erweiterten erinnerungskulturellen Wert, indem sie Sakralarchitektur mit lokaler Bestattungstradition verbindet und so einen räumlichen Ort des Gedenkens und der spirituellen Verbundenheit schafft.

98775668 BW
Winkelgehöft: Wohnhaus Vogtstraße 8
(Karte)
Eingeschossiger und giebelständiger, unverputzter Fachwerkbau auf hohem Kellersockel mit Satteldach; Scheune mit Satteldach; frühes 19. Jahrhundert

Das Winkelgehöft ist ein anschauliches Beispiel für die bauliche Rationalisierung bäuerlicher Lebens- und Arbeitsverhältnisse im frühen 19. Jahrhundert, bei der funktionale Nähe und klare räumliche Ordnung im Vordergrund standen. Die giebelständige Stellung des Wohnhauses und die rechtwinklige Anordnung zur Scheune belegen die bewusste Planung einer Hofstruktur, die Arbeitswege minimierte und zugleich eine halbgeschlossene Hofsituation mit sozialräumlicher Schutzwirkung schuf. Die Verwendung unverputzten Fachwerks auf hohem Sockel dokumentiert zudem eine fortlebende handwerkliche Bautradition in einer Zeit zunehmender baulicher Standardisierung, was dem Ensemble einen hohen bau- und sozialgeschichtlichen Aussagewert verleiht.

98775683 BW
Wohnstallhaus Vogtstraße 14
(Karte)
Eingeschossiger und giebelständiger Fachwerkbau in Hanglage, Gefache mit Ziegeln ausgemauert, unverputzt, unmittelbar anschließender Stall, Satteldach, 1. Hälfte 19. Jahrhundert

Das Wohnstallhaus besitzt historischen Wert als typisches Beispiel für die ökonomisch und räumlich effiziente Bauform des Einhauses, in dem Wohnen und Viehhaltung unter einem Dach vereint sind – ein Leitprinzip bäuerlicher Architektur bis weit ins 19. Jahrhundert. Die Lage am Hang und die Fachwerkkonstruktion mit ziegelgefüllten Gefachen dokumentieren die Anpassung an topographische Gegebenheiten sowie die Nutzung lokal verfügbarer Baumaterialien, was Rückschlüsse auf regionale Baupraktiken und Ressourcen erlaubt. In seiner baulichen Geschlossenheit und funktionalen Gliederung spiegelt das Gebäude die Alltagswirklichkeit kleinbäuerlicher Existenzen in der Vormoderne und ist damit ein bedeutendes Zeugnis der ländlichen Sozial- und Wirtschaftsgeschichte.

98775691 BW
Winkelgehöft: Wohnhaus Vogtstraße 17
(Karte)
Eingeschossig und giebelständig, unverputztes Fachwerk auf massivem Kellersockel, Satteldach; Scheune; 1. Hälfte 19. Jahrhundert

Das Winkelgehöft aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist ein bedeutendes Zeugnis der ländlichen Bautradition, das die funktionale Verknüpfung von Wohn- und Wirtschaftsbauten in einer kompakten, überschaubaren Hofstruktur widerspiegelt. Die Verwendung unverputzten Fachwerks auf massivem Kellersockel dokumentiert sowohl die Kontinuität handwerklicher Bauweisen als auch die Anpassung an regionale klimatische und wirtschaftliche Bedingungen. Durch die rechtwinklige Anordnung der Gebäudeteile wird zudem die Optimierung von Arbeitsabläufen und der Schutz des Innenhofs vor Witterungseinflüssen sichtbar, was soziale und ökonomische Effizienz in bäuerlichen Lebenszusammenhängen symbolisiert.

98775699 BW
Wohnhaus Vogtstraße 26
(Karte)
Eingeschossiger und giebelständiger, unverputzter Fachwerkbau mit Kniestock auf hohem Kellersockel, am Kellerbogen 1807 (i)

Das Wohnhaus von 1807 besitzt historischen Wert als gut erhaltenes Beispiel ländlicher Fachwerkarchitektur im Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert, in dem traditionelle Bauformen durch funktionale Weiterentwicklungen wie den Kniestock ergänzt wurden. Der hohe Kellersockel und die sorgfältig ausgeführte Fachwerkkonstruktion dokumentieren sowohl die ökonomische Stabilität der Bauherren als auch regionale Bautraditionen, die über Generationen weitergegeben wurden. Die datierte Inschrift am Kellerbogen verankert das Gebäude zudem präzise in einer Zeit des politischen und gesellschaftlichen Umbruchs und macht es zu einem aussagekräftigen Zeugnis vormoderner Wohnkultur im ländlichen Raum.

98775707 BW
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Broggingen

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID

Pfarrhof: Pfarrhaus Dragonerstraße 4
(Karte)
Zweigeschossig auf hohem Sockel, Walmdach, am Türsturz 1759 (i); Scheune; Nebengebäude und Grundstücksmauer, 18. und 19. Jahrhundert

Der Pfarrhof mit Pfarrhaus von 1759 ist ein bedeutendes Zeugnis kirchlicher Bau- und Verwaltungskultur im ländlichen Raum des 18. Jahrhunderts. Als bauliches Zentrum der örtlichen Seelsorge verkörpert er die institutionelle Präsenz der Kirche und ihre soziale Autorität im Dorfgefüge. Die zugehörigen Wirtschaftsgebäude und die Einfriedung belegen die ökonomische Selbstständigkeit der Pfarrstelle und veranschaulichen zugleich die historisch gewachsene Verbindung von religiösem Amt, Grundbesitz und lokaler Gemeinschaftsstruktur.

98775774
Dreiseitgehöft: Wohnhaus Dragonerstraße 9
(Karte)
Eingeschossig und verputzt mit Anbau und Scheune, jeweils mit Satteldächern, 18. Jahrhundert

Das Dreiseitgehöft aus dem 18. Jahrhundert dokumentiert exemplarisch die funktionale Organisation bäuerlicher Lebens- und Arbeitsverhältnisse im frühneuzeitlichen Dorf. Die bauliche Anordnung von Wohnhaus, Anbau und Scheune zu einem hofumschließenden Ensemble steht für eine Wirtschaftsform, die auf kurze Wege, Selbstversorgung und familiäre Arbeitszusammenhänge ausgelegt war. In seiner überlieferten Struktur spiegelt das Gehöft die soziale, ökonomische und architektonische Kontinuität ländlicher Kultur über Generationen hinweg.

98775781 BW

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Evangelische Pfarrkirche Dragonerstraße 10
(Karte)
Saalkirche mit polygonalem Chor, Langhaus 1740 bis 1746 (a), Turm im unteren Bereich romanisch, mit ortsfester Ausstattung und Zubehör; mit Kirchhof mit historischen Grabdenkmälern; Kirchhofmauer; Treppenaufgang von der Dorfstraße

Die evangelische Pfarrkirche stellt ein bedeutendes Zeugnis des konfessionellen, architektonischen und gemeindlichen Selbstverständnisses in der Markgräfler Region dar. Das Langhaus von 1740–1746 verkörpert den barocken Kirchenbau im reformierten Kontext, der sich durch Klarheit, funktionale Raumgliederung und liturgische Ausrichtung auf Wortverkündigung auszeichnet. Der erhaltene, im Unterbau romanische Turm dokumentiert die lange sakrale Nutzung des Ortes seit dem Mittelalter und verdeutlicht die Kontinuität kirchlicher Präsenz über mehrere Epochen hinweg. Die Ausstattung spiegelt sowohl die spezifische reformatorische Ästhetik als auch den Anspruch auf theologische Klarheit wider, während der umgebende Kirchhof mit historischen Grabsteinen als sozialgeschichtliche Quelle für lokale Erinnerungskultur und Bestattungstraditionen dient. Die erhaltene Kirchhofmauer und der gestufte Treppenaufgang von der Dorfstraße verankern die Kirche städtebaulich sichtbar im dörflichen Gefüge und unterstreichen ihre zentrale Stellung im kollektiven Gedächtnis und öffentlichen Raum. In ihrer Gesamtheit ist die Anlage ein Ensemble von hohem denkmalpflegerischem und identitätsstiftendem Wert.

98775789
( Wikidata)
Gehöft: Wohnhaus Dragonerstraße 11
(Karte)
Eingeschossiger und traufständiger Massivbau mit Satteldach und Dachhäuschen, Kniestock und Giebel in unverputzter Fachwerkbauweise, Türsturz 1773 (i); rückwärtige Scheunen mit Satteldächern, 18. und 19. Jahrhundert

Das Gehöft dokumentiert exemplarisch die Bau- und Lebensweise einer bäuerlichen Bevölkerungsschicht des späten 18. Jahrhunderts und macht agrarische Kulturgeschichte anschaulich erfahrbar. Die Kombination aus datiertem Massivbau mit freiliegender Fachwerkarchitektur und die überkommene Gliederung in Wohn- und Wirtschaftsbereiche verdeutlichen die Entwicklung ländlicher Bautraditionen vor der Industrialisierung. In seiner baulichen Geschlossenheit besitzt das Ensemble hohen Zeugniswert für die siedlungsgeschichtliche Prägung des Ortsbildes.

98775798 BW
Wohnhaus Dragonerstraße 12
(Karte)
Eingeschossig und giebelständig auf hohem massiven Kellersockel, unverputzte Fachwerkkonstruktion mit Satteldach, Erschließung über Seitentreppe, am Kellerbogen 1812 (i)

Das Wohnhaus veranschaulicht in seltener Authentizität die ländliche Bautradition des frühen 19. Jahrhunderts, wie sie vor der flächendeckenden Verputzung und Vereinheitlichung im 19./20. Jahrhundert üblich war. Die datierte Fachwerkkonstruktion über hohem Kellersockel dokumentiert anschaulich die funktionale Verbindung von Wohnen und Vorratshaltung in agrarischer Selbstversorgung. Die giebelständige Erschließung über eine Seitentreppe verweist auf regionaltypische Bauweisen und soziale Repräsentation im ländlichen Kontext jener Zeit.

98775807 BW

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Gasthaus Sonne Dragonerstraße 22
(Karte)
Heute Wohnhaus, zweigeschossiges und traufständiges Gebäude mit Tordurchfahrt und Mansardwalmdach, über massivem Erdgeschoss unverputztes Zierfachwerk, Türstürze 1701 (i) und 1752 (i)

Das ehemalige Gasthaus „Sonne“ ist ein eindrucksvolles Zeugnis frühneuzeitlicher Gast- und Wohnkultur im ländlichen Raum und belegt die Bedeutung solcher Bauten als soziale und wirtschaftliche Mittelpunkte dörflicher Gemeinschaft. Die Kombination aus massivem Erdgeschoss, repräsentativem Zierfachwerk und Mansardwalmdach verweist auf den hohen gestalterischen und funktionalen Anspruch, der mit der Bewirtung und Beherbergung verbunden war. Die datierten Türstürze von 1701 und 1752 dokumentieren Umbauten und Nutzungsphasen über Generationen hinweg und machen das Gebäude zu einem vielschichtigen historischen Zeugnis lokaler Bau-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte.

98775814
Winkelgehöft: Wohnhaus Dragonerstraße 23
(Karte)
Eingeschossiges und giebelständiges Fachwerkhaus (modern mit Eternit verschalt) auf hohem Kellersockel mit Satteldach und seitlicher Erschließung durch Außentreppe; rückwärtige Scheune und weiteres Ökonomiegebäude; 18. Jahrhundert

Das Winkelgehöft bewahrt trotz späterer Veränderungen die für das 18. Jahrhundert typische funktionale und räumliche Gliederung ländlicher Haus- und Wirtschaftsarchitektur. Die charakteristische Kombination aus giebelständigem Wohnhaus und rückwärtigen Ökonomiegebäuden veranschaulicht anschaulich die historisch gewachsene Arbeits- und Lebensweise bäuerlicher Haushalte. Als Ensemble besitzt die Anlage hohen dokumentarischen Wert für die dörfliche Siedlungsstruktur und die Baukultur vorindustrieller Landwirtschaft.

98775822 BW
Dreiseitgehöft: Wohnhaus Dragonerstraße 25
(Karte)
Eingeschossiger und giebelständiger Massivbau mit Satteldach; seitliches giebelständiges Ökonomiegebäude; rückwärtige Scheune; Hofmauer mit Tor und Pforte, am Torbogen 1779 (i)

Das Dreiseitgehöft veranschaulicht in seiner überlieferten Gliederung die funktionale Ordnung und bauliche Geschlossenheit agrarischer Wirtschaftseinheiten des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Die datierte Torsituation von 1779 belegt nicht nur das hohe Alter, sondern auch die soziale und wirtschaftliche Repräsentationsfunktion bäuerlicher Hofanlagen jener Zeit. In seiner Ensemblewirkung dokumentiert das Gehöft anschaulich die historische Siedlungsstruktur und vermittelt ein authentisches Bild ländlicher Baukultur vor der Agrarreformzeit.

98775830 BW
Laufbrunnen Dragonerstraße
(Karte)
Längsrechteckiger Trog, BrunnenstockDragonerskulptur, gefertigt von Steinhauer Jörg Schuhmacher, 1826 (i)

Der Laufbrunnen mit seiner figürlichen Gestaltung in Form einer Dragonerskulptur stellt ein seltenes Beispiel bildhauerisch überhöhter Alltagsarchitektur im ländlichen Raum dar. Als Werk des namentlich bekannten Steinhauers Jörg Schuhmacher besitzt der Brunnen nicht nur kunsthandwerklichen, sondern auch personengeschichtlich dokumentierten Wert. Die Verbindung von funktionalem Nutzbrunnen mit einer militärisch konnotierten Skulptur verweist auf lokale Erinnerungskultur, möglicherweise im Kontext der napoleonischen Kriege oder des Militärwesens im frühen 19. Jahrhundert, und verleiht dem Objekt eine besondere symbolische Tiefe innerhalb des öffentlichen Raums.

98775931 BW
Dreiseitgehöft: Wohnhaus Dragonerstraße 41
(Karte)
Eingeschossig und giebelständig mit Satteldach, unverputzte Fachwerkkonstruktion auf hohem massiven Kellersockel, Türsturz und Kellerbogen 1802 (i); rückwärtige Scheune; seitlicher Schopf

Das Dreiseitgehöft dokumentiert anschaulich die ländliche Bauweise zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Die funktionale Dreiflügelstruktur mit Wohnhaus, rückwärtiger Scheune und seitlichem Schopf macht die Arbeits- und Lebensverhältnisse vorindustrieller bäuerlicher Existenzen nachvollziehbar. Als Zeugnis einer sozialgeschichtlich bedeutsamen Bau- und Wirtschaftsform besitzt die Anlage hohen dokumentarischen und siedlungshistorischen Wert.

98775864 BW
Gehöft: Wohnhaus Dragonerstraße 46
(Karte)
Eingeschossiger und giebelständiger, unverputzter Fachwerkbau auf hohem massiven Kellersockel, Erschließung über Außentreppe; rückwärtige Ökonomiegebäude; 18. Jahrhundert

Das Gehöft veranschaulicht in typischer Weise die Bau- und Wirtschaftsform des ländlichen 18. Jahrhunderts mit klarer Trennung von Wohn- und Arbeitsbereichen. Der Fachwerkbau spiegelt die regional verwurzelte Konstruktionstradition und soziale Selbstverortung bäuerlicher Haushalte. In seiner Ensemblewirkung bewahrt die Anlage hohen Zeugniswert für die vorindustrielle Siedlungsstruktur und die agrarische Lebensweise.

98775875 BW
Dreiseitgehöft: Wohnhaus Dragonerstraße 49; Ettenheimer Straße
(Karte)
Eingeschossiger und unverputzter Fachwerkbau in Ecklage auf hohem massiven Kellersockel; zugehöriger Schopf und Scheune; 1. Hälfte 19. Jahrhundert

Das Dreiseitgehöft dokumentiert exemplarisch die ländliche Bau- und Wirtschaftsweise der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in ihrer funktionalen und sozialen Ausprägung. Die unverputzte Fachwerkkonstruktion in markanter Ecklage bezeugt regionale Bautraditionen und das handwerkliche Können jener Zeit. Mit Schopf und Scheune bildet die Anlage ein authentisches Ensemble vorindustrieller Agrararchitektur von hohem siedlungsgeschichtlichem Aussagewert.

98775883 BW
Dreiseitgehöft: Wohnhaus Dragonerstraße 53
(Karte)
Eingeschossiger und giebelständiger, unverputzter Fachwerkbau mit Satteldach auf hohem massiven Kellersockel, im Türsturz 1819 (i); rückwärtiger Schopf und Scheune

Das Dreiseitgehöft veranschaulicht in seiner überkommenen Struktur die wirtschaftliche Selbstorganisation und bauliche Selbstrepräsentation ländlicher Haushalte im frühen 19. Jahrhundert. Die datierte Fachwerkkonstruktion mit massivem Sockel dokumentiert das Weiterleben vormoderner Bauweisen in einer Zeit gesellschaftlicher und agrarischer Umbrüche. Als bauliches Ensemble besitzt die Anlage hohen Quellenwert für die Erforschung regionaler Baukultur und sozialer Verhältnisse vor der Industrialisierung.

98775891 BW
Winkelgehöft: Wohnhaus Dragonerstraße 54
(Karte)
Eingeschossiger und giebelständiger, verputzter Massivbau mit Satteldach auf hohem Kellersockel, Giebel und Kniestock in unverputztem Fachwerk, am Türsturz 1819 (i); rückwärtiger Scheune; Hofmauer

Das Winkelgehöft steht exemplarisch für die bäuerliche Bau- und Wirtschaftsform im frühen 19. Jahrhundert, die durch funktionale Klarheit und handwerkliche Ausdifferenzierung geprägt ist. Das datierte Wohnhaus auf verweist auf eine bewusst repräsentative Ausgestaltung und die ökonomische Stellung des Bauherrn. In seiner geschlossenen Struktur mit Scheune und Hofmauer bewahrt das Gehöft hohen dokumentarischen Wert für die ländliche Siedlungs- und Sozialgeschichte vorindustrieller Zeit.

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Parallelgehöft: Wohnhaus Dragonerstraße 58
(Karte)
Eingeschossiger und giebelständiger, unverputzter Fachwerkbau mit Satteldach auf hohem massiven Kellergeschoss mit seitlicher Erschließung über Außentreppe; Scheune mit Satteldach, Fachwerkbau; 1. Hälfte 19. Jahrhundert

Das Parallelgehöft repräsentiert die charakteristische Bauweise ländlicher Wirtschafts- und Wohnstrukturen der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die eine klare funktionale Trennung und effiziente Nutzung des Raumes ermöglichen. Die Fachwerkkonstruktion spiegelt regionale Bautraditionen und soziale Hierarchien bäuerlicher Familien wider. In seiner Gesamtheit vermittelt das Gehöft wichtige Einblicke in die wirtschaftlichen und siedlungshistorischen Entwicklungen vor der Industrialisierung.

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Laufbrunnen Dragonerstraße
(Karte)
Längsrechteckiger Trog und quadratischer Stock, am Trog 1861 (i)

Der Laufbrunnen ist ein charakteristisches Beispiel für die gemeindliche Wasserinfrastruktur des 19. Jahrhunderts und zeugt von der zunehmenden Bedeutung öffentlicher Wasserversorgung in ländlichen Siedlungen. Seine robuste steinerne Ausführung spiegelt das Streben nach Dauerhaftigkeit und hygienischer Verbesserung im Zuge der kommunalen Selbstorganisation wider. Als zentraler Versammlungs- und Nutzungsort war er über Jahrzehnte hinweg ein prägendes Element des dörflichen Alltags und verkörpert somit ein bedeutendes Zeugnis funktionaler Baukultur mit hoher sozialgeschichtlicher Aussagekraft.

98775946 BW
Dreiseitgehöft: Wohnhaus Hugsgasse 11
(Karte)
Eingeschossiger unverputzter Fachwerkbau auf hohem Sockelgeschoss mit Satteldach; zugehöriger Schopf und Scheunen; 1. Hälfte 19. Jahrhundert

Das Dreiseitgehöft illustriert die fortdauernde Nutzung traditioneller Bauformen als Ausdruck bäuerlicher Identität und ökonomischer Stabilität in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Kombination aus Fachwerkbau auf hohem Sockelgeschoss und den zugehörigen Wirtschaftsgebäuden verweist auf die funktionale Integration von Wohnen und Agrarwirtschaft. In diesem Zusammenhang steht das Gehöft für die Kontinuität vorindustrieller ländlicher Lebens- und Arbeitsweisen.

98775938 BW

Wohnhaus Riedstraße 4
(Karte)
Eingeschossiger und giebelständiger, unverputzter Fachwerkbau auf hohem massivem Kellersockel, Erschließung über Außentreppe, Satteldach, 1. Hälfte 19. Jahrhundert

Das Wohnhaus steht für die bäuerlichen Lebensverhältnisse der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es dokumentiert die Persistenz traditioneller Bauformen in einer agrarisch geprägten Gesellschaft. Die bauliche Ausprägung verweist auf ökonomische Rahmenbedingungen und soziale Ordnungen dieser Zeit. Als Ausdruck historischer Besitz- und Nutzungsstrukturen besitzt es hohen Quellenwert für die Siedlungs- und Sozialgeschichte des ländlichen Raumes.

98775953
Dreiseitgehöft: Wohnhaus Riedstraße 8
(Karte)
Eingeschossiger und giebelständiger, unverputzter Fachwerkbau, teilweise massiv, Satteldach mit großen Zwerchgiebeln; rechtwinklig ansetzender Schopf und Scheune, zum Teil Fachwerkkonstruktionen; Anfang 19. Jahrhundert

Das Dreiseitgehöft steht für die Wirtschafts- und Sozialstruktur bäuerlicher Betriebe zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Es verdeutlicht anschaulich die funktionale Gliederung ländlicher Arbeits- und Lebensverhältnisse. Die Ausführung in teils massivem, teils fachwerkbasiertem Bau verweist auf regionale Bautraditionen und verfügbare Ressourcen. In seiner überlieferten Form ist das Gehöft ein bedeutendes Zeugnis historischer Agrarkultur und ländlicher Besitzorganisation.

98775960 BW
Dreiseitgehöft: Wohnhaus Riedstraße 16
(Karte)
Scheune und Leibgeding; jeweils Satteldächer; Hoftor 1838 (i)

Das Dreiseitgehöft steht für die soziale und ökonomische Struktur bäuerlicher Familienbetriebe im frühen 19. Jahrhundert. Es verdeutlicht die generationsübergreifenden Kontinuitäten, wie sie sich im Nebeneinander von Wohnhaus und Leibgeding manifestieren. Die klare funktionale Ordnung von Wohnen, Wirtschaften und Altersversorgung spiegelt traditionelle Lebens- und Arbeitszusammenhänge. Mit dem datierten Hoftor von 1838 ist das Anwesen zugleich ein authentisches Dokument regionaler Bau- und Kulturgeschichte.

98775975 BW
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Herbolzheim

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Bahnhof Herbolzheim: Empfangsgebäude An der Bahn 3
(Karte)
Zweigeschossig mit Walmdach, im Obergeschoss Fachwerk, 1878 (a) mit neuerem Anbau; Laderampe; Güterschuppen, eingeschossig massiv, Satteldach

Der Bahnhof Herbolzheim mit seinem zweigeschossigen Empfangsgebäude von 1878 ist ein anschauliches Zeugnis der Ausbauphase der badischen Eisenbahn und dokumentiert die infrastrukturelle wie architektonische Entwicklung kleinerer Bahnhöfe im ausgehenden 19. Jahrhundert. Die Kombination aus massivem Erdgeschoss, Fachwerk-Obergeschoss und Walmdach verleiht dem Gebäude nicht nur eine ortstypische Prägung, sondern verbindet funktionale Robustheit mit gestalterischem Anspruch. Der erhaltene Güterschuppen mit Satteldach sowie die Laderampe ergänzen das Ensemble authentisch und veranschaulichen die damalige Bedeutung des Bahnhofs als lokales Güter- und Verkehrszentrum. Als bauliches Ensemble ist der Bahnhof somit ein kulturhistorisch wertvolles Dokument der Mobilitäts- und Wirtschaftsgeschichte Herbolzheims.

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Wegkreuz An der Lehrten
(Karte)
Kruzifixus mit Muttergottes am Kreuzfuß, geschwungener Inschriftensockel, 19. Jahrhundert

Das Wegkreuz ist ein eindrucksvolles Zeugnis volkstümlicher Frömmigkeit des 19. Jahrhunderts. Es verkörpert die religiöse Prägung des ländlichen Raums und verweist auf eine im katholischen Kulturraum tief verwurzelte Tradition der Wege- und Flurdenkmäler. In seiner gestalterischen Ausführung und theologischen Ikonographie besitzt es kultur- und volkskundlichen Wert als Ausdruck der spirituellen Alltagskultur und der privaten Stiftungspraxis jener Zeit.

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Weinberghaus An der Sonnhalde 23
(Karte)
Zweigeschossiges Gebäude auf rechteckiger Grundfläche mit stark abgeschrägten Ecken und entsprechend geformtem Zeltdach, im steilen Hang in eine hohe Stützmauer geschoben, Steingewände von Türen und Fenstern, 1777 (i), Wandbemalung der 1920er Jahre

Das Weinberghaus von 1777 ist ein ungewöhnlich qualitätvolles Beispiel herrschaftlicher Weinbauarchitektur, das sich durch seine markante, achsensymmetrische Grundform mit abgeschrägten Ecken und Zeltdach deutlich vom üblichen Typus einfacher Rebhäuschen abhebt. Seine Einbindung in eine hohe Stützmauer am Steilhang zeugt von ingenieurtechnischer Präzision und der repräsentativen Intention seiner Erbauer, während die Steingewände und die erhaltene Wandmalerei der 1920er Jahre auf die nachhaltige Nutzung und gestalterische Pflege über Generationen hinweisen. In der Verbindung von Funktionalität, landschaftsgebundener Bauweise und künstlerischem Anspruch stellt das Gebäude ein bedeutendes Zeugnis des frühklassizistischen Weinbaus dar. Es dokumentiert anschaulich die ökonomische und kulturelle Bedeutung des Weinbaus in der Region und verdient daher hohe denkmalpflegerische Wertschätzung.

98768637 BW
Villa mit Garten: Wohnhaus Bismarckstraße 2
(Karte)
Zweigeschossiger und traufständiger Massivbau mit Satteldach, Treppenturm und aufwändige Fassadengestaltung mit Gewänden und Balkonen, Toranlage, um 1910

Die Villa aus dem frühen 20. Jahrhundert ist ein qualitätvolles Beispiel bürgerlicher Repräsentationsarchitektur, die gestalterischen Anspruch mit funktionalem Wohnkomfort verbindet. Der zweigeschossige, traufständige Massivbau mit Satteldach wird durch den markanten Treppenturm und die aufwändig gearbeitete Fassadengliederung mit Sandsteingewänden, Balkonen und dekorativen Details stilistisch dem späten Historismus oder dem beginnenden Reformstil zugeordnet. Die erhaltene Toranlage und der zugehörige Garten verstärken den Ensemblecharakter und bezeugen die ganzheitliche Gestaltungsidee eines gehobenen Wohnsitzes jener Zeit. In seiner architektonischen Qualität und städtebaulichen Präsenz besitzt das Anwesen sowohl künstlerischen als auch heimatgeschichtlichen Wert.

98768695 BW
Villa mit Garten: Wohnhaus Bismarckstraße 8
(Karte)
Eingeschossiger Massivbau, Mansardwalmdach mit Schieferdeckung, angefügter offener Loggienanbau mit Rundbögen, Einfriedung, um 1910

Die Villa von um 1910 vereint in ihrer Gestaltung die zurückhaltende Eleganz des frühen 20. Jahrhunderts mit Elementen gehobener Wohnkultur und architektonischer Repräsentation. Der eingeschossige Massivbau mit Mansardwalmdach und Schieferdeckung zeigt eine ausgewogene Proportionierung, während der angefügte offene Loggienanbau mit seinen Rundbögen auf mediterrane Vorbilder verweist und dem Bau eine heitere, repräsentative Note verleiht. Die erhaltene Einfriedung und der Gartenraum ergänzen das Anwesen zu einem harmonischen Gesamtensemble bürgerlicher Wohnarchitektur. Als stilistisch eigenständiges Beispiel des gehobenen Landhausbaus besitzt die Villa ortsbildprägende, künstlerische und kulturgeschichtliche Bedeutung.

98768705 BW
Wohnhaus des Fabrikanten Fritz Kuenzer Bismarckstraße 12
(Karte)
1949 bis 1956 nach Plänen des Freiburger Architekten Reinhard Fuchs; traditionalistischer über Kellersockel eingeschossiger verputzter Massivbau mit zur Straße ausgerichtetem Fachwerkgiebel; mit authentisch erhaltener Binnenstruktur und Ausstattung

Das Wohnhaus von Fritz Kuenzer (Leinenweberei Kuenzer) stellt ein bedeutendes Zeugnis gehobener bürgerlicher Wohnkultur der Zwischenkriegs- und Nachkriegszeit dar, das soziale und haustypologische Entwicklungen jener Epoche exemplarisch dokumentiert. Die Planung durch Reinhard Fuchs verbindet handwerkliche Tradition mit innovativen innenarchitektonischen Lösungen, wodurch das Gebäude einen hohen künstlerischen und architektonischen Wert erlangt. In seiner weitgehend original erhaltenen Ausstattung vermittelt es authentisch den Lebensstil einer wohlhabenden Fabrikantenfamilie und deren Wohnansprüche. Darüber hinaus ist das Haus ein wichtiger Baustein der regionalen Baukultur am Oberrhein und trägt wesentlich zur Identität des Ortsbildes bei.

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Ehem. Leinenweberei Kuenzer Carl-Kuenzer-Straße 2, 4, 6, 8; Hauptstraße 60
(Karte)
Heute städtisches Kulturhaus, bestehend aus Wohn- und Verwaltungsgebäude (sog. Torhaus) sowie Werkgebäude; das Torhaus ein dreiflügeliger zweigeschossiger, achsensymmetrisch gegliederter Baukörper, Walmdach mit reich gestaltetem Mittelrisalit mit Zwerchgiebel mit Okulus und Wiederkehr, am Obergeschoss von Kartusche überfangenes Doppelfenster, im Erdgeschoss darunter Tordurchfahrt mit geradem Sturz, Zwerchgiebel, massiv, verputzt, Gliederungen (wie Ecknutungen am Erdgeschoss und Pilastern am Obergeschoss) und Rahmungen teils verputzt, teils in Werkstein, Innen aufwendige ortsfeste Ausstattung, wie insbesondere Türen, Beschläge, Fenster, Holzverkleidungen etc.; in drei Bauphasen errichtet: Dachstuhl des Südflügels 1751/52 (d), Dachstuhl des Nordflügels 1871/72 (d), Verbindungstrakt mit Zwerchgiebel um 1899/1900

Werkgebäude, langgestreckter zweigeschossiger Massivbau, verputzt mit backsteinsichtiger Lisenengliederung, Stichbogenfenstern, flach geneigtes Pultdach, 1921

Die 1834 gegründete Leinenweberei Carl-Kuenzer war von der Mitte des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts ein für die Wirtschaftskraft der Gemeinde bedeutender Industriebetrieb. Sie wurde zunächst in dem 1751/52 (d) errichteten Südteil des heutigen Torhauses eingerichtet und 1874 sowie 1899 sukzessive zu einem repräsentativen Torhaus in Formen des Historismus umgestaltet. Nach der Aufgabe des Webereibetriebes wurden, abgesehen von einem Werkgebäude alle Fabrikgebäude des Kunzer-Areals abgebrochen und dieses 1957 bis 1992 als Gerätedepot von der Bundeswehr genutzt. 2001 erfolgte die Umnutzung zu einem Wohnquartier mit städtischem Kulturhaus.

98769135
Dreiseithof: Wohnhaus Duttensteinstraße 2
(Karte)
Zweigeschossig und traufständiger, unverputzter Fachwerkbau mit massivem Untergeschoss, einseitig Krüppelwalmdach; zugehörige Ökonomiegebäude und Hof; 18. Jahrhundert

Der Dreiseithof mit seinem zweigeschossigen, traufständigen Wohnhaus in unverputztem Fachwerk auf massivem Untergeschoss ist ein eindrucksvolles Zeugnis ländlicher Bau- und Wirtschaftsweise des 18. Jahrhunderts. Das einseitige Krüppelwalmdach verweist auf eine regionaltypische Dachform, die funktionalen Witterungsschutz mit gestalterischer Prägung verbindet. Die geschlossene Hofanlage mit zugehörigen Ökonomiegebäuden dokumentiert die wirtschaftliche Struktur eines bäuerlichen Vollerwerbsbetriebs jener Zeit. In seiner baulichen Geschlossenheit und handwerklichen Ausführung besitzt der Hof hohen dokumentarischen und heimatgeschichtlichen Wert. Er ist ein authentischer Träger agrarischer Alltagskultur und ein prägendes Element der historischen Siedlungslandschaft.

98768774 BW
Winkelgehöft: Wohnhaus zweigeschossig Duttensteinstraße 13
(Karte)
Satteldach, Obergeschoss Fachwerk, verputzt, 18. Jahrhundert; zugehöriger Ökonomiebau

Das Winkelgehöft mit seinem zweigeschossigen Wohnhaus aus dem 18. Jahrhundert ist ein charakteristisches Beispiel für die traditionelle ländliche Architektur des südwestdeutschen Raums. Die Kombination aus massivem Erdgeschoss und verputztem Fachwerk-Obergeschoss unter einem einfachen Satteldach verweist auf bewährte Bauformen der frühen Neuzeit, die Funktionalität mit regionaltypischem Erscheinungsbild verbanden. Der zugehörige Ökonomiebau ergänzt das Ensemble zur klassischen Mischform aus Wohn- und Wirtschaftsnutzung, wie sie für bäuerliche Anwesen dieser Zeit prägend war. Der Erhaltungszustand und die bauliche Geschlossenheit machen das Gehöft zu einem wertvollen Zeugnis vorindustrieller Lebens- und Arbeitsverhältnisse. In seiner Gesamtheit besitzt es ortsgeschichtliche, wirtschaftshistorische und volkskundliche Bedeutung.

98768812 BW
Kilometerstein Eisenbahnstraße 1
(Karte)
19. Jahrhundert

Der in Herbolzheim erhaltene Kilometerstein des 19. Jahrhunderts ist ein seltenes Relikt der frühneuzeitlichen Infrastrukturgeschichte. Solche Entfernungsmarkierungen dienten nicht nur der Orientierung auf den sich im 19. Jahrhundert stark entwickelnden Fernstraßennetzen, sondern spiegeln auch die zunehmende Verwaltung, Vermessung und Ordnung des Verkehrsraums durch den Staat wider. Der Stein ist Zeugnis für die wachsende Mobilität und für den Ausbau der überregionalen Verkehrsverbindungen im Zuge der wirtschaftlichen und administrativen Modernisierung. Er dokumentiert zugleich die Bedeutung Herbolzheims als Etappenort an einer Fernverbindung, vermutlich der historischen Straße zwischen Freiburg und Offenburg. In seiner Formensprache, Materialität und Setzung gehört er zu einer frühen Form staatlicher Präsenz im öffentlichen Raum. Der Kilometerstein besitzt verkehrshistorische, technikgeschichtliche und ortsbildprägende Bedeutung und ist daher als Kleindenkmal ein schutzwürdiges Zeugnis der Verkehrskultur des 19. Jahrhunderts.

98768835 BW
Wohn- und Geschäftshaus Eisenbahnstraße 2
(Karte)
Zweigeschossig mit abgerundeten Gebäudeecken und vorkragender Traufe, großes verglastes Ladenkokal, massiv und verputzt, Flachdach, 1950er Jahre

Das Wohn- und Geschäftshaus aus den 1950er Jahren in Herbolzheim stellt ein typisches Beispiel der frühen Nachkriegsmoderne in der Bundesrepublik Deutschland dar. Mit seinen abgerundeten Gebäudeecken, der vorkragenden Traufkante und dem flach geneigten Dach zeigt es eine klare, funktionale Gestaltung, wie sie für die Architektur des Wiederaufbaus charakteristisch ist. Besonders augenfällig ist das große verglaste Ladenlokal im Erdgeschoss, das die damals neue Bedeutung des städtischen Einzelhandels widerspiegelt und zugleich den Wandel zur konsumorientierten Gesellschaft der jungen Bundesrepublik dokumentiert. Die horizontale Gliederung der Fassade und das weitgehende Fehlen ornamentaler Details folgen dem Leitbild der Sachlichkeit, das sich bewusst von der ideologisch überfrachteten Architektur der Vorkriegszeit absetzt. Als Teil der städtebaulichen Entwicklung Herbolzheims dokumentiert das Gebäude den Übergang von einer kleinteiligen, dörflich geprägten Bebauung zu einer funktional gegliederten Stadtstruktur mit gemischt genutzten Zonen. Erhaltene Originalbestandteile – etwa die Fensterteilung, das Portal, Fassadenmaterialien oder die Inneneinrichtung – würden seine Authentizität als bauzeitliches Zeugnis weiter unterstreichen. In seiner formalen Eigenständigkeit und zeitspezifischen Gestaltung besitzt das Gebäude architekturgeschichtlichen, ortsbildprägenden und zeithistorischen Wert und ist daher ein bedeutendes Dokument der Bau- und Kulturgeschichte der 1950er Jahre.

98768847 BW
Allee zum Bahnhof Eisenbahnstraße 9
(Karte)
Platanen, um 1910

Die Allee zwischen Bahnhof und Ortskern Herbolzheim ist ein bedeutendes Zeugnis bürgerlicher Stadtentwicklung des frühen 20. Jahrhunderts. Sie stellt ein gestalterisch und funktional durchkomponiertes Verbindungselement dar und dokumentiert die stadtgeschichtliche Bedeutung des Bahnhofs als verkehrstechnischer und repräsentativer Knotenpunkt. Die regelmäßig gepflanzten Platanen spiegeln das zeittypische Ideal einer geordneten, schönen und zugleich praktischen Stadtlandschaft. Die Allee besitzt stadtbildprägende, gartenkunstgeschichtliche und verkehrshistorische Relevanz. Als identitätsstiftender öffentlicher Raum ist sie tief im kollektiven Gedächtnis der Stadt verankert. Ihre Erhaltung liegt daher aus städtebaulichen, heimatgeschichtlichen und denkmalpflegerischen Gründen im besonderen öffentlichen Interesse.

98768820 BW
Doppelmietshaus Eisenbahnstraße 9, 11
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Massivbau mit zweigeschossigem Mittelteil, gebäudehohe Putzlisenen, Mansard- bzw. Walmdächer, Wappen über Eingangstüren, um 1920

Das Doppelmietshaus ist ein aufschlussreiches Zeugnis des sozialen und städtebaulichen Wandels der Zwischenkriegszeit. Es dokumentiert das Bestreben, bei zunehmender Verdichtung des Wohnraums dennoch bürgerliche Repräsentation zu wahren. Die gebäudehohen Putzlisenen und die differenzierte Dachlandschaft aus Mansard- und Walmdächern lassen eine stilistische Positionierung zwischen auslaufendem Historismus und beginnender Reformarchitektur erkennen. Die über den Eingangstüren angebrachten Wappen verweisen auf ein gewandeltes Selbstverständnis der Bewohner, in dem Identitäts- und Eigentumsbewusstsein architektonischen Ausdruck finden. In seiner Gestaltung und Funktion steht das Gebäude exemplarisch für die Phase der frühen Moderne und besitzt daher sowohl stadtgeschichtliche als auch kulturhistorische Bedeutung.

98768867 BW
Postamt Eisenbahnstraße 13
(Karte)
Zweigeschossiger Massivbau, verputzt, Satteldach, Eingangstür mit skulptiertem Rahmen, Wappenschmuck, um 1920

Das Postamt in Herbolzheim ist ein charakteristisches Zeugnis öffentlicher Architektur der frühen 1920er Jahre, das Funktionalität mit repräsentativer Gestaltung verbindet. Seine klar gegliederte Fassadenstruktur und das schlichte, aber wirkungsvolle Satteldach stehen für das gestalterische Selbstverständnis öffentlicher Bauten der Weimarer Republik. Der skulptierte Türrahmen mit Wappenschmuck verweist auf die staatliche Autorität der Post als moderne Infrastrukturinstanz und zugleich auf das Bedürfnis nach regionaler Verankerung. In städtebaulicher Hinsicht nimmt das Gebäude eine prominente Stellung im Ortsgefüge ein und manifestiert die Bedeutung der Kommunikation im Zuge wachsender Mobilität und Bürokratisierung. Als typischer Vertreter einer funktionsgebundenen, dabei jedoch qualitätsvoll ausgeführten Architektur dokumentiert es einen wichtigen Abschnitt der Verwaltungs- und Alltagsgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts.

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Wegkreuz Feldbergstraße
(Karte)
Sockel mit Inschriftfeld in Naturstein, darauf Kruzixus in Gusseisen, 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Das Wegkreuz dokumentiert in seiner Kombination aus steinernem Sockel und gusseisernem Kruzifix eine für das 19. Jahrhundert typische Verbindung von tradiertem religiösem Bildgebrauch mit industriell geprägter Materialverwendung. Es bezeugt die anhaltende volksfromme Praxis der Flurkreuze als Zeichen privater oder gemeindlicher Frömmigkeit in einer Zeit gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandels. Als Ausdruck regionaler Frömmigkeitskultur und technikgeschichtlich markanter Materialwahl besitzt es orts- und kulturgeschichtlichen Wert.

98771444 BW

Grundschule Bismarckstraße 1; Friedrichstraße 2, 4
(Karte)
Bestehend aus dem Schulgebäude mit angefügter Turn- und Festhalle, zwei Lehrerwohnhäusern, Schulhof und Einfriedungen von Schulhof und Lehrerwohnhäusern; Schulgebäude Dreiflügelanlage mit dem Haupttrakt zu Schulhof vorgelagertem Mittelpavillon, über hohem Sockel zweigeschossig, massiv, verputzt, Lisenengliederung, Satteldächer, über dem Mittelpavillon Walmdach, aufwendig gestaltete Eingangsportale mit vorgelagerten Freitreppen; in der nördlichen Verlängerung des Westflügels die Turnhalle, verputzter Massivbau mit Lisenengliederung und großen Rundbogenfenstern Giebelfront mit hochovalen Blendfenstern und Zifferblatt, darüber schmiedeeiserner Glockendachreiter mit Wetterfahne (bez. 1912), zum Schulhof niedriger Anbau unter Schleppdach; Lehrerwohnhaus (Friedrichstraße 2); zweigeschossiger Massivbau mit flachem Mansarddach und symmetrischer Fassadengestaltung, verputzt mit Gliederungen und Rahmungen in Sandstein; Lehrerwohnhaus (Friedrichstraße 4), giebelständig zur Friedrichstraße, zweigeschossiger Massivbau mit Satteldach, verputzt mit Rahmungen in Sandstein, der Schulkomplex errichtet 1910 bis 12; und wiederaufgebaut nach Kriegsschäden 1949

Die Grundschule wurde an zentraler Stelle an der Ausfallstraße vom alten Ortskern zum Bahnhof als repräsentativer Schulkomplex mit Mehrzweckhalle für Sport- und Festveranstaltungen und zwei Lehrerwohnhäusern errichtet. Stilistisch und funktional ist der Baukomplex am Übergang vom Historismus zu den Nerungstendenzen der architektonischen Reformbewegungen des 1. Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts einzuordnen. Der umfriedete Schulkomplex ist ein typischer und charakteristischer Vertreter eines kleinstädtischen Schulbautyps der Zeit um 1910

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Grenzstein Am alten Weg
(Karte)
Sandstein, „Herbolzheim“ (i) / „1818“ (i)

Der Grenzstein markiert nicht nur die territoriale Abgrenzung, sondern ist zugleich ein materielles Zeugnis der Neuordnung politischer Grenzen nach den Umwälzungen der napoleonischen Kriege und des Wiener Kongresses. Als Bestandteil einer systematischen Grenzvermessung dokumentiert er die Bemühungen um staatliche Konsolidierung und Verwaltungseffizienz im frühen 19. Jahrhundert. Darüber hinaus symbolisiert der Stein die verbindliche Festlegung von Hoheitsgebieten, die für die lokale Identität und Rechtsklarheit eine fundamentale Rolle spielte.

98778592 BW
Gehöft: Wohnhaus Fürstbischof-Galura-Straße 3
(Karte)
Zweigeschossiger, verputzter Massivbau mit Walmdach und repräsentativ verziertem Rokokoportal, 1786 (i),; rundbogiges Hoftor; rückwärtige Scheune mit Stall, 1785 (i); Wagen- und Geräteschopf, 1802 (i); Holzschopf, 1867 (i)

Das Gehöft ist ein bedeutendes Zeugnis der ländlichen Baukultur des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Seine bauzeitlich überlieferte Geschlossenheit vermittelt ein anschauliches Bild von der sozialen, wirtschaftlichen und architektonischen Struktur eines wohlhabenden landwirtschaftlichen Anwesens jener Zeit. Das Rokokoportal des Wohnhauses verweist auf einen gestalterischen Anspruch, der über das rein Funktionale hinausreicht und auf eine gehobene bäuerliche Selbstdarstellung deutet. Die differenzierte Abfolge von Stall, Scheune, Schopfbauten und Hoftor dokumentiert den wirtschaftlichen Ausbau und Wandel über mehrere Generationen hinweg. Als Ensemble besitzt das Gehöft exemplarischen Charakter für die Entwicklung des bäuerlichen Wirtschaftshofes im südwestdeutschen Raum und ist kulturhistorisch wie siedlungsstrukturell von besonderem Aussagewert.

98768909 BW

Gasthof Salmen Fürstbischof-Galura-Straße 5, 7
(Karte)
Später Wohnhaus und Geburtshaus des Erzbischofs Galura (1764): Wohnhaus, zweigeschossig und traufständig mit Schopfwalm, unverputztes Zierfachwerk auf massivem Untergeschoss, erste Hälfte 18. Jahrhundert mit älterem Kern (u.a. gekehlte Fenstergewände, Türrahmen); Hofmauer mit Rundbogentor

Der ehemalige Gasthof Salmen ist ein bedeutendes Zeugnis der regionalen Bau- und Sozialgeschichte Herbolzheims im 18. Jahrhundert. Als Geburtshaus des späteren Bischofs Bernhard Galura verknüpft er bäuerlich-gastliche Lebenswelten mit kirchlicher Karriere. Die Architektur zeigt den Anspruch auf Repräsentation auch im ländlichen Milieu. Die Hofmauer verweist auf Eigentumsbewusstsein und sozialen Rückzug. Das Gebäude fungiert als materielles Gedächtnis einer Epoche sozialer und kultureller Transformation.

98768917
Gehöft: Wohnhaus Fürstbischof-Galura-Straße 8
(Karte)
Zweigeschossig mit Krüppelwalm in Ecklage, Zierfachwerk verputzt, Eingangstür 1591 (i); rückwärtige Scheune

Die in Ecklage errichtete Hofanlage in Herbolzheim dokumentiert in herausragender Weise die ländliche Baukultur des Oberrheingebiets und vermittelt eindrucksvoll die Kontinuität bäuerlicher Wirtschafts- und Wohnform seit dem späten 16. Jahrhundert. Das zweigeschossige Wohnhaus mit seinem charakteristischen Krüppelwalmdach und dem verputzten Zierfachwerk steht exemplarisch für die handwerklich Mischbauweise, in der Holzständerwerk und Putzflächen eine funktionale wie ästhetische Einheit bilden. Besonders hervorzuheben ist die original erhaltene Eingangstür aus dem Jahr 1591, welche nicht nur die Datierung des Hauses ermöglicht, sondern zugleich den hohen Grad an Authentizität und Unverfälschtheit der Hofanlage unterstreicht. Die rückwärtig angeordnete Scheune vervollständigt das Ensemble und zeigt in ihrer Struktur und Maßeinteilung die ursprüngliche Erschließung landwirtschaftlicher Nutzungsfunktionen, wodurch das Verhältnis von Wohn- und Wirtschaftsbereich anschaulich dokumentiert wird. Darüber hinaus trägt die Hofanlage zum Verständnis der sozioökonomischen Entwicklung Herbolzheims bei, indem sie exemplarisch belegt, wie Generationen von Bauernfamilien ihre Wirtschaftsgrundlagen gestaltet und an wechselnde Rahmenbedingungen angepasst haben.

98768926 BW
Wohnhaus Fürstbischof-Galura-Straße 10
(Karte)
Heute Bürogebäude, zweigeschossiger Massivbau im Stil der Neurenaissance, Fenstergewände und -verdachungen, Eckrustizierungen, Stockwerkgesims, Sandsteinsockel, Mansardwalmdach (modernisiert), 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Das ehemalige Wohnhaus, heute als Bürogebäude genutzt, ist ein qualitätvoller Massivbau aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Stil der Neurenaissance. Charakteristische Elemente wie Fenstergewände mit Verdachungen, Eckrustizierungen, ein durchlaufendes Stockwerkgesims und ein Sandsteinsockel verleihen dem Bau eine repräsentative, ausgewogen gegliederte Fassade. Trotz der Modernisierung des Mansardwalmdachs ist der ursprüngliche architektonische Ausdruck erhalten geblieben. Das Gebäude steht beispielhaft für das historistische Bauverständnis des städtischen Bürgertums jener Zeit. In seiner gestalterischen Qualität und seiner städtebaulichen Präsenz besitzt es dokumentarischen und denkmalpflegerischen Wert.

98768935 BW
Gefallenendenkmal beider Weltkriege Grünestraße 2
(Karte)
Stele mit Relief eines gefallenen und eines kämpfenden Soldaten für den Ersten Weltkrieg, eingebunden in eine runde Platzgestaltung mit Erinnerungstafeln für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs auf niedriger Umfassungsmauer und rahmender Bepflanzung, um 1925 durch Alfons Geppert aus Herbolzheim, um 1960 erweitert

Das Gefallenendenkmal in Herbolzheim wurde um 1925 vom örtlichen Bildhauer Alfons Geppert geschaffen und zeigt in einer Stele ein Relief mit kämpfendem und gefallenem Soldaten zur Erinnerung an den Ersten Weltkrieg. Um 1960 wurde die Anlage durch eine halbrunde Platzgestaltung mit Gedenktafeln für die Toten des Zweiten Weltkriegs und eine rahmende Bepflanzung erweitert. In seiner gestalterischen Entwicklung spiegelt das Ensemble den Wandel von heroischer Kriegsverklärung hin zu einer stilleren, integrativen Erinnerungskultur wider.

109871330 BW
Anlagen der Grube Kahlenberg Hammersbrunnenweg 4; In der Lachen
(Karte)
Relikte des Erzabbaus des 19. und 20. Jahrhunderts, Teile der Förderanlagen, Transformatorenstation, Kompressorenhaus (heute Lagerhaus) und Magazingebäude (heute Wohnhaus), neues Magazingebäude, Stollenmundloch mit Überdruckluftkesselraum sowie die aus Betriebszeit stammende Umfriedung des Geländes, Pumpenhaus sowie Verbindungstrasse zur Verladeanlage, dort Rest eines Seilbahnständers (heute Aussichtsturm), Verbindungsstraße ursprünglich mit Kleinbahnschienen, für LKW umgenutzt (Überhöhungen bzw. Querneigungen der Fahrbahn, wie auch der Stollen Herbolzheim als eines der wenigen erhaltenen Objekte seiner Art aus dem 20. Jahrhundert, dessen Dimensionen auf die Tauglichkeit zur Befahrung mittels LKW ausgelegt sind); Stollenmundloch (Am Weingarten, zwischen Nr. 6 und 8)

Die Grube Kahlenberg dokumentiert den Wandel vom klassisch handwerklichen zum motorisierten Erzbergbau, indem sie zwischen 1939 und 1969 insgesamt 14,5 Mio. t Eisenerz förderte und damit einen wesentlichen Beitrag zur Montanindustrie leistete. Als einer der wenigen erhaltenen LKW-befahrbaren Stollen belegt sie die technische Innovation ihrer Zeit, die eine direkte Zufahrt unter Tage erlaubte. Die Transformatorenstation, der Rest des Seilbahnständers sowie Teile der Förderanlagen machen die ehemaligen Logistikstrukturen anschaulich, während Kompressoren- und Magazingebäude heute neue Funktionen tragen und so den Strukturwandel nach Betriebsende spiegeln. Die Umfriedung des Geländes und die Verbindungsstraße mit bis heute sichtbaren Querneigungen belegen die ursprüngliche Erschließung per Kleinbahn und späteren LKW-Verkehr. In seiner technischen Vollständigkeit und Seltenheit erfüllt das Ensemble einen außergewöhnlichen industriegeschichtlichen und regionalen Identifikationswert.

98768894 BW
Wohnhaus Hauptstraße 20
(Karte)
Zweigeschossig, verputzt, Obergeschoss Fachwerk, Schopfwalm, im Kern 16. Jahrhundert

Die bauhistorischen Untersuchungen am Wohnhaus Hauptstraße 20 in Herbolzheim belegen eine kontinuierliche bauliche Entwicklung seit dem späten 16. Jahrhundert und machen das Gebäude zu einem wichtigen Zeugnis regionaler Baugeschichte. Der älteste identifizierte Baubestand stammt aus dem Jahr 1582 und betrifft die Ostwand des massiven Sockelgeschosses, deren ursprüngliche Ausdehnung sich anhand von Abbruchspuren wohl weiter nach Norden rekonstruieren lässt. Um 1688 wurde ein fachwerklicher Oberbau aufgesetzt, der vermutlich bereits zu Wohnzwecken diente und das heutige Erscheinungsbild wesentlich prägt. Ein gravierender Eingriff erfolgte im frühen 19. Jahrhundert mit der Erneuerung der vertikalen Erschließung durch eine neue Treppenanlage ins Kniegeschoss, wobei auch das charakteristische Querdach mit offenem Ostgiebel errichtet wurde.

98768959 BW

Kapelle hl. Margaretha Hauptstraße 24
(Karte)
Heute stadtgeschichtlicher Ausstellungsraum: „Untere Kirche“, 1320 (a), vom Chor bis zur Hälfte des jetzigen Kirchenraums romanisch, 11. Jahrhundert, im Spätmittelalter vergrößert, Dachstuhl Anfang 16. Jahrhundert, fragmentarisch erhaltene Fresken im Langhaus, 16. Jahrhundert, barocken Malereien im Chor 1662 (i); seit 1811 im Besitz der Stadt Herbolzheim, 1983 bis 93 und 2017 restauriert

Die Kapelle der heiligen Margaretha in Herbolzheim stellt ein bemerkenswertes Beispiel kontinuierlich gewachsener Sakralarchitektur dar, das in seiner baulichen Schichtung nahezu ein Jahrtausend regionaler Religions-, Kunst- und Stadtgeschichte abbildet. Der romanische Ursprungsbau des 11. Jahrhunderts, erhalten in Chor und Mauerwerk der „Unteren Kirche“, wurde im 14. und frühen 16. Jahrhundert im spätmittelalterlichen Stil erweitert und durch einen charakteristischen Dachstuhl ergänzt, wodurch sich eine eindrucksvolle Überlagerung stilistischer Epochen ergibt. Die im 16. Jahrhundert entstandenen Fresken im Langhaus und die datierte barocke Chorraumfassung von 1662 veranschaulichen sowohl den Wandel liturgischer Konzepte als auch den sich wandelnden ästhetischen Ausdruck christlicher Bildkultur. Als stadtgeschichtlicher Ausstellungsraum seit ihrer kommunalen Übernahme 1811 ermöglicht die Kapelle heute eine unmittelbare Auseinandersetzung mit der lokalen Geschichte, religiösen Praxis und dem denkmalpflegerischen Umgang mit historischer Substanz, insbesondere durch die behutsamen Restaurierungen zwischen 1983–93 und 2017. Ihr außergewöhnlicher Erhaltungszustand und die kunsthistorische Vielschichtigkeit machen sie zu einem zentralen Kulturdenkmal Herbolzheims von überregionaler Bedeutung.

1203940

Weitere Bilder
Rathaus Hauptstraße 26; Rathausgasse
(Karte)
Dreigeschossiger unverputzter Klinker- und Sandsteinbau, Walmdach, 1768 (a) auf vorhandenen Mauern von Baumeister Hirschbihl errichtet, 1891/92 (a) aufgestockt, historistisch gestaltete Giebelfassade

Das Rathaus Herbolzheim ist ein bedeutendes bau- und lokalgeschichtliches Dokument, das in seiner heutigen Erscheinung die Entwicklung kommunaler Repräsentationsarchitektur vom 18. bis zum späten 19. Jahrhundert eindrucksvoll nachvollziehbar macht. Errichtet im Jahr 1768 auf älteren Fundamenten durch den Baumeister Hirschbihl, zeigt der unverputzte Klinker- und Sandsteinbau mit seinem Walmdach die typische, solide Bauweise öffentlicher Gebäude der frühen Neuzeit. Die Aufstockung von 1891/92 mit einer historistisch gestalteten Giebelfassade verleiht dem Gebäude jene repräsentative Monumentalität, die der Bedeutung des Rathauses als städtischem Zentrum Rechnung trägt. Besonders die Verbindung der barocken Grundstruktur mit den gestalterischen Mitteln des Historismus macht das Bauwerk architektonisch vielschichtig und kulturhistorisch aussagekräftig. In seiner Bausubstanz, seiner gestalterischen Entwicklung und seiner städtebaulichen Präsenz besitzt das Rathaus hohen denkmalpflegerischen Wert.

98768974

Wohn- und Verwaltungsgebäude der Zigarrenfabrikanten Arnold und Schindler Hauptstraße 28
(Karte)
Heute Technisches Rathaus, zweigeschossiger Massivbau mit Mansarddach, Fassade mit Klinkern und Putz gestaltet, Sandsteinzierformen der Neurenaissance aus rotem Sandstein, Eckerker mit Zwiebelhaube, 1889 (a)

Das 1889 errichtete Wohn- und Verwaltungsgebäude der Zigarrenfabrikanten Arnold und Schindler, heute als Technisches Rathaus genutzt, ist ein herausragendes Zeugnis der industriell-bürgerlichen Architektur des späten 19. Jahrhunderts. Der zweigeschossige Massivbau mit Mansarddach vereint funktionale Verwaltungsarchitektur mit repräsentativer Gestaltung und verweist damit auf das Selbstverständnis einer wohlhabenden Unternehmerfamilie im Zeitalter der Industrialisierung. Die Fassadengliederung aus Klinker- und Putzflächen wird durch fein gearbeitete Sandsteinelemente im Stil der Neurenaissance ergänzt, wobei der rote Sandstein gezielt zur Akzentuierung architektonischer Details eingesetzt wird. Besonders markant ist der Eckerker mit seiner barockisierenden Zwiebelhaube, der dem Gebäude einen städtebaulich prägnanten Charakter verleiht. In seiner gestalterischen Qualität, seiner historischen Nutzung und seiner sozialen Aussagekraft kommt dem Gebäude ein hoher dokumentarischer und denkmalpflegerischer Wert zu.

98768982
Winkelgehöft: Wohnhaus Hauptstraße 33
(Karte)
Eingeschossig mit Kniestock, Sockelgeschoss verputzt, Krüppelwalm, Zierfachwerk, 17./18. Jahrhundert; zugehöriger Ökonomiebau

Das Winkelgehöft aus dem 17./18. Jahrhundert präsentiert sich als typisches Beispiel ländlicher Baukultur mit funktionalem Grundriss und repräsentativen Gestaltungsdetails. Das eingeschossige Wohnhaus mit Kniestock ruht auf einem verputzten Sockelgeschoss und wird von einem Krüppelwalmdach abgeschlossen, das Schutzfunktion und handwerkliche Raffinesse vereint. Besonders hervorzuheben ist das Zierfachwerk, das neben konstruktiver Funktion auch Ausdruck bürgerlicher Repräsentationsfreude war. Der zugehörige Ökonomiebau ergänzt das Ensemble zu einer geschlossenen Hofanlage, in der Wohnen und Wirtschaften in enger räumlicher Verbindung organisiert waren.

98769016 BW

Weitere Bilder
Gasthaus Adler Hauptstraße 32
(Karte)
Heute Wohnhaus, zweigeschossiger verputzter Massivbau auf Hochkeller, skulpturale Gestaltung des traufseitigen Eingang mit klassizistischen Zierformen, Walmdach, Anfang 19. Jahrhundert

Das ehemalige Gasthaus „Adler“, heute als Wohnhaus genutzt, ist ein qualitätvoller zweigeschossiger Massivbau aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und verkörpert in prägnanter Weise die klassizistische Baukultur im ländlich-städtischen Raum. Der verputzte Baukörper ruht auf einem hohen, vermutlich gewölbten Keller und wird von einem schlichten Walmdach abgeschlossen, was dem Gebäude eine ausgewogene, repräsentative Erscheinung verleiht. Besonders hervorzuheben ist der skulptural gestaltete, traufseitige Eingang mit klassizistischen Zierformen, der nicht nur die ursprüngliche öffentliche Nutzung als Gasthaus erkennen lässt, sondern auch die gestalterischen Ansprüche der Zeit widerspiegelt. Der Bau dokumentiert sowohl architektonisch als auch funktional die Bedeutung ländlicher Gastwirtschaften im sozialen Gefüge des 19. Jahrhunderts.

98768990

Brunnen Hauptstraße 32
(Karte)
Sandstein, Schale oktogonal, Brunnenstock oktogonal mit Gesims und Pyramidenaufsatz, 19. Jahrhundert

Ein achteckiger Sandsteinbrunnen des 19. Jahrhunderts vereint in seiner Gestaltung historistische Formelemente mit symbolischer Tiefenschicht. Die oktogonale Schale und der gleichförmig gestaltete Brunnenstock greifen auf mittelalterliche Architekturformen zurück und verweisen auf das christliche Symbol des Neuanfangs und der Vollendung. Ein profiliertes Gesims gliedert den Schaft, während ein pyramidenförmiger Aufsatz den Brunnen nach oben hin abschließt – ein Motiv, das auf Dauerhaftigkeit und geistige Erhebung anspielt. Als Ensemble verkörpert der Brunnen sowohl funktionale wie repräsentative Ansprüche und reflektiert das historisierende Stilbewusstsein des bürgerlichen 19. Jahrhunderts.

98769000
Wohnhaus Hauptstraße 36
(Karte)
Zweigeschossiger und verputzter Massiv- und Fachwerkbau, Krüppelwalmdach, 1495 (d)

Das Wohnhaus von 1495 ist ein herausragendes Beispiel spätmittelalterlicher Baukunst und vereint Massiv- und Fachwerkteile in einer zweigeschossigen, verputzten Konstruktion. Das Krüppelwalmdach verweist auf traditionelle Dachformen, die statische Stabilität und Witterungsschutz verbinden. Die Kombination von massivem Unterbau und darüberliegendem Fachwerk spiegelt sowohl die Bauweise der Zeit als auch den sozialen Anspruch des Bauherrn wider. Als datiertes Bauwerk aus dem ausgehenden 15. Jahrhundert besitzt es hohen denkmalpflegerischen Wert und dokumentiert eindrücklich die Übergangszeit zwischen Spätgotik und Frühneuzeit im ländlichen oder kleinstädtischen Kontext.

98769029 BW

Wohn- und Gasthaus Hauptstraße 38
(Karte)
Früher Gasthaus zum Ochsen, dann zur Fortuna, zweigeschossiger und giebelständiger verputzter Massivbau in spätbarocker Formensprache mit zentralem traufständigem Portal; angefügtem Wirtschaftsgebäude an der Schmiedstraße, dort Tordurchfahrt; 2. Hälfte 18. Jahrhundert

Das ehemalige Wohn- und Gasthaus „Zum Ochsen“, später „Zur Fortuna“, stammt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und zeigt sich als zweigeschossiger, giebelständiger Massivbau mit verputzter Fassade in spätbarocker Formensprache. Besonders prägnant ist das zentrale, traufständige Portal, das der symmetrisch gegliederten Front eine repräsentative Mitte verleiht. Der an der Schmiedstraße anschließende Wirtschaftstrakt mit Tordurchfahrt verweist auf die gewerbliche Nutzung und die einstige Bedeutung des Hauses als Gasthof. Als Ensemble dokumentiert das Gebäude eindrucksvoll die Verbindung von Wohn-, Gast- und Wirtschaftsfunktion im kleinstädtischen Milieu des 18. Jahrhunderts.

98769048
Hotel Sonne Hauptstraße 39
(Karte)
Heute Wohn- und Geschäftshaus, repräsentativer zweigeschossig Massivbau mit Sandstein-Klinkerfassade in den Stilformen der Spätrenaissance mit Satteldach, zweiläufige Treppe zum Eingang, in den heutigen Formen wohl um 1890 gestaltet

Das ehemalige Hotel Sonne, heute Wohn- und Geschäftshaus, ist ein repräsentativer zweigeschossiger Massivbau mit charakteristischer Sandstein-Klinkerfassade, der sich stilistisch der Spätrenaissance verpflichtet zeigt. Die symmetrisch gegliederte Schaufassade mit plastischer Gliederung, profilierter Fensterrahmung und betonter Horizontalgliederung unterstreicht den herrschaftlichen Anspruch der Anlage. Eine zweiläufige Freitreppe führt zum Haupteingang und verstärkt die monumentale Wirkung des Gebäudes, das mit seinem steilen Satteldach die städtische Silhouette markant mitprägt. In den heute sichtbaren Formen wurde das Bauwerk wohl um 1890 umgestaltet und reflektiert eindrücklich das historistische Stilbewusstsein des späten 19. Jahrhunderts in einer kleinstädtischen Umgebung.

98769055 BW
Vorderöstereichisches Zollamt und Gasthof Krone Hauptstraße 41 a, 41
(Karte)
Auch Behrelehof, Vierseithof: Wohn- und Geschäftshaus, zweigeschossig und traufständig mit Mansarddach und barocken Zierelementen, um 1750; alte Sandsteinbank; rückwärtige, einen Hof umschließende zweigeschossige Wirtschaftsgebäude

Das ehem. vorderösterreichische Zollamt und der Gasthof Krone stellen einen bedeutsamen stadt- und baugeschichtlichen Komplex dar, der exemplarisch die wirtschaftliche und administrative Funktion Herbolzheims im 18. Jahrhundert dokumentiert. Die klar barock geprägte Fassadengestaltung mit Mansarddach und die symmetrische Gliederung spiegeln den repräsentativen Anspruch der Zollstation wider, die als Schnittstelle regionaler Handelswege diente. Der erhaltene Dachstuhl und die baulichen Spuren einer ehemals überbauten Hofeinfahrt verdeutlichen die architektonische Entwicklung und den komplexen Nutzungswandel des Vierseithofs. Der innenräumliche Grundriss mit einem breiten Korridor und dem herrschaftlichen Zimmer zeigt die soziale Hierarchisierung und funktionale Zonierung der Anlage auf. Insgesamt verkörpert das Ensemble in seiner Vielschichtigkeit die Verbindung von wirtschaftlicher Bedeutung und repräsentativer Baukunst im ländlichen Raum von Vorderösterreich.

98769075 BW
Winkelgehöft: Wohn- und Geschäftshaus Hauptstraße 44
(Karte)
Zweigeschossig und traufständig, aufwändiges Zierfachwerk über massivem Erdgeschoss, Portal mit Zierschmuck aus Sandstein, Walmdach; rückwärtige Wirtschaftsgebäude und Hof; 18. Jahrhundert

Das Winkelgehöft aus dem 18. Jahrhundert besitzt hohen historischen Wert als anschauliches Beispiel ländlich-urbaner Bautraditionen, die Wohnen, Wirtschaften und Repräsentation in einem kompakten Ensemble vereinten. Besonders das aufwändige Zierfachwerk über massivem Erdgeschoss und das sorgfältig gestaltete Sandsteinportal belegen das handwerkliche Können und den sozialen Anspruch des ursprünglichen Besitzers in einer Zeit zunehmender bürgerlicher Selbstvergewisserung. Als überliefertes Dokument vormoderner Wirtschaftsstrukturen mit erhaltenem Hof- und Nebengebäudebestand ist das Gehöft nicht nur bauhistorisch, sondern auch sozialgeschichtlich von regionaler Bedeutung.

98769091 BW
Gasthof zum Rebstock Hauptstraße 50
(Karte)
Winkelförmige Anlage, zweigeschossig in Ecklage mit Walmdach, verputzt, Eingang mit doppelläufiger Treppe, erste Hälfte 19. Jahrhundert

Der ehemalige Gasthof zum Rebstock ist eine winkelförmig angelegte, zweigeschossige Gebäudegruppe in markanter Ecklage, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet wurde. Der verputzte Massivbau mit schlichtem Walmdach folgt den Gestaltungsprinzipien bürgerlicher Baukultur jener Zeit und fügt sich mit zurückhaltender Eleganz in das Ortsbild ein. Besonders hervorzuheben ist der mittig angeordnete Eingang, der über eine repräsentative doppelläufige Freitreppe erschlossen wird und dem Ensemble eine betonte axial-symmetrische Wirkung verleiht. Die Anlage dokumentiert anschaulich die Verbindung von Wohn- und Gastgewerbenutzung im ländlich-kleinstädtischen Kontext des frühen 19. Jahrhunderts.

98769098 BW
Gehöft: Wohnhaus Hauptstraße 51
(Karte)
Zweigeschossig, Obergeschoss in Fachwerk, verputzt mit Satteldach; Ökonomie in Fachwerk, 18. Jahrhundert

Das Gehöft besteht aus einem zweigeschossigen Wohnhaus mit verputztem Fachwerk-Obergeschoss und schlichtem Satteldach, das in seiner Ausführung auf das 18. Jahrhundert zurückgeht. Die Kombination aus massivem Erdgeschoss und leichtem Fachwerk im oberen Bereich entspricht der typischen Bauweise ländlicher Wohnbauten dieser Zeit, die Funktionalität mit handwerklicher Tradition verband. Ergänzt wird das Ensemble durch ein ebenfalls in Fachwerk errichtetes Ökonomiegebäude, das die wirtschaftliche Nutzung des Hofes dokumentiert. In seiner Gesamtheit vermittelt das Gehöft ein anschauliches Bild der regionalen Bau- und Lebensweise im 18. Jahrhundert.

98769105 BW
Wohngebäude Hauptstraße 53
(Karte)
Zweigeschossig und giebelständig mit Satteldach, Obergeschoss in unverputztem Fachwerk, 1807 (i)

Das Wohngebäude von 1807 (i) ist ein zweigeschossiger, giebelständiger Bau mit schlichtem Satteldach, dessen Obergeschoss in unverputztem Fachwerk erhalten ist. Die offene Fachwerkkonstruktion dokumentiert anschaulich das handwerkliche Können der Zimmerleute zu Beginn des 19. Jahrhunderts und verleiht dem Gebäude eine hohe gestalterische Qualität. Die Giebelstellung zur Straße entspricht der traditionellen Ausrichtung kleinstädtischer und dörflicher Wohnhäuser jener Zeit. Insgesamt steht das Gebäude exemplarisch für die Übergangszeit zwischen spätbarocker Bautradition und frühklassizistischer Sachlichkeit im ländlichen Raum.

98769113 BW
Wohn- und Geschäftshaus Hauptstraße 57
(Karte)
Zweigeschossiger und verputzter Bau in Ecklage mit Walmdach, am Türsturz 1762 (i)

Das Wohn- und Geschäftshaus in markanter Ecklage ist ein zweigeschossiger, verputzter Massivbau mit breit gelagertem Walmdach und stammt gemäß Türsturzinschrift aus dem Jahr 1762 (i). Die ruhige Fassadengliederung und das schlichte Dach verweisen auf die Bautradition des späten 18. Jahrhunderts, die Funktionalität mit repräsentativer Zurückhaltung verband. Die Ecklage verleiht dem Gebäude städtebauliche Präsenz, während die Nutzung als Wohn- und Geschäftshaus auf die enge Verbindung von Wohnen und Handel im kleinstädtischen Kontext hinweist. Als bauzeitlich überliefertes Beispiel dokumentiert es anschaulich die wirtschaftsbürgerliche Architektur der Zeit um 1760.

98769120 BW
Winkelgehöft: Wohnhaus zweigeschossiger und giebelständiger Putzbau mit Satteldach Hauptstraße 59
(Karte)
Rückwärtige Scheune; 18. Jahrhundert (moderne Bauten nicht zugehörig)

Das Winkelgehöft aus dem 18. Jahrhundert umfasst ein zweigeschossiges, giebelständiges Wohnhaus mit verputzter Fassade und einfachem Satteldach, das in seiner schlichten Ausführung typisch für die ländlich-bäuerliche Architektur dieser Zeit ist. Die klare Kubatur und die zurückhaltende Gestaltung spiegeln die funktionale Prägung des bäuerlichen Bauens wider, das zugleich dauerhafte Wohnqualität bot. Rückwärtig schließt sich eine historische Scheune an, die als Ökonomiegebäude Teil der ursprünglichen Hofstruktur ist und die wirtschaftliche Nutzung des Anwesens ergänzt. Moderne Bauten in der Umgebung gehören nicht zum historischen Bestand und bleiben in der denkmalpflegerischen Bewertung unberücksichtigt.

98769127 BW
Wohn- und Geschäftshaus Hauptstraße 65
(Karte)
Zweigeschossiger und traufständiger, verputzter Massivbau mit bauzeitlichem Walmdach, spätbarockes Eingangsportal mit Bäckerzeichen, 1789 (i); rückwärtiger Anbau 19. Jahrhundert

Das ehemalige Bäckereigebäude an der Steckenstraße ist ein bedeutendes Zeugnis des architektonischen Übergangs vom Spätbarock zum Klassizismus im späten 18. Jahrhundert. Besonders hervorzuheben sind das spätbarock verzierte Eingangsportal mit Bäckerzeichen und die klassizistisch proportionierte Kubatur mit dem profilierten Walmdach samt bauzeitlichem Dachwerk. Das Gebäude dokumentiert den regionaltypischen Bautyp eines kleinstädtischen Bäckereigebäudes mit Ladeneinbau und rückwärtigem Backstubenanbau, was handwerks- und volkskundlich von besonderem Interesse ist. Darüber hinaus prägt es als markanter Eckbau mit repräsentativen Fassaden das Stadtbild und trägt so wesentlich zur heimatgeschichtlichen Identität der Oberrheinregion bei.

98769174 BW
Laufbrunnen Hauptstraße 72
(Karte)
Sandstein, bemalt, langgestreckter Trog, rechteckige Brunnensäule, 1. Hälfte 19. Jahrhundert

Der bLaufbrunnen dokumentiert die handwerkliche Meisterschaft und Werkstoffwahl seiner Entstehungszeit. Er verkörpert die damals verbreitete Form des funktional-schlichten Dorfbrunnens, der als zentraler Versorgungspunkt und sozialer Treffpunkt im öffentlichen Raum diente. Sein Erhalt bewahrt ein anschauliches Zeugnis regionaler Bau- und Freiraumplanung sowie die künstlerische Gestaltungsphilosophie des Historismus im ländlichen Kontext.

98769226 BW
Wohn- und Geschäftshaus aus ehemals drei Gebäuden Hauptstraße 76
(Karte)
U.a. dem früheren Gasthof Dreikönig zusammengesetzt, 18. Jahrhundert, später Zigarrenfabrik Heppe mit zusätzlichen Fabrikanlagen

Das Wohn- und Geschäftshaus, entstanden aus ehemals drei Einzelgebäuden – darunter der Gasthof „Dreikönig“ – verkörpert die historische Entwicklung Herbolzheims vom Versorgungszentrum zum industrietauglichen Ort. Im 18. Jahrhundert als Gasthof gegründet, wurde das Ensemble später von der Zigarrenfabrik Heppe für industrielle Zwecke adaptiert, was auf den Höhenflug der Tabakindustrie nach 1854 verweist, in der bis zu 5 000 Menschen beschäftigt waren. Die Kombination aus Wohn- und Geschäftsflächen sowie nachträglich integrierten Fabrikanlagen dokumentiert eindrücklich den Wandel von tradierter dörflicher Infrastruktur zur gewerblichen Produktion und zeigt den fließenden Übergang zwischen bürgerlichem Alltag und industriellem Arbeiterschicksal. In seiner baulichen Komplexität besitzt das Gebäude hohen ortsgeschichtlichen und wirtschaftshistorischen Wert als Materialisierung des Tabakzeitalters und als Beispiel adaptiver Nutzung historischer Bausubstanz in Herbolzheim.

98857930 BW

Wohnhaus Hauptstraße 77
(Karte)
Zweigeschossig und traufständig mit massivem Erdgeschoss, Obergeschoss in Zierfachwerk in Formen der Renaissance des 17. Jahrhunderts, bauzeitliches Dachwerk mit historistisch überarbeitetem Giebel unter Krüppelwalm, 19. Jahrhundert

Das giebelständige Wohnhaus aus dem 17. Jahrhundert ist ein bedeutendes Zeugnis der regionalen Fachwerkarchitektur der deutschen Renaissance, das sowohl in Konstruktion als auch Ornamentik ein hohes Maß an gestalterischer Qualität aufweist. Die profilierte Türrahmung mit gestelzter Kehlung sowie das reich gegliederte Zierfachwerk mit Taustabmotiven zeigen eine kunsthandwerklich anspruchsvolle Ausformung, die für die Baukunst am Oberrhein exemplarisch ist. Die historistische Umgestaltung der Giebelfront im 19. Jahrhundert dokumentiert den fortgesetzten ästhetischen und funktionalen Umgang mit dem Bestand und macht das Gebäude zugleich zu einer Quelle für die Rezeption der Renaissance im Historismus. In seiner baulichen Schichtung, dem weitgehend überlieferten Grundriss und der stadträumlichen Präsenz besitzt das Haus hohen dokumentarischen und heimatgeschichtlichen Wert für Herbolzheim.

1203956
Gehöft: Zwei Wohngebäude Hauptstraße 82
(Karte)
Jeweils zweigeschossig mit Walmdach, prächtiges Barockportal mit Sandsteingewänden und Zierformen, 1784 (i); zwischen den Bauten eingefügter Wirtschaftsteil

Die Hofanlage von 1784 gewinnt ihren Denkmalwert nicht allein durch ihre barocke Ästhetik, sondern vor allem durch die überzeugende Synthese von Repräsentation und Funktion: Das prächtige Sandsteinportal artikuliert den gesellschaftlichen Rang des ehemaligen Besitzers, während die beiden zweigeschossigen Wohnbauten mit Walmdächern exemplarisch die hierarchische Gliederung ländlicher Adelshöfe widerspiegeln. Die zwischen den Wohnhäusern eingefügte Wirtschaftszone verdeutlicht, wie ökonomische Erfordernisse die Anlage dynamisch erweiterten und so den Übergang von einer rein agrarisch organisierten Struktur zu komplexeren Betriebsformen dokumentieren. In seiner Geschlossenheit vermittelt das Ensemble ein anschauliches Argument für den Wandel vorindustrieller Landwirtschaft und die fortschreitende Durchdringung des bäuerlichen Alltags mit repräsentativen Elementen, womit es seine besondere Bedeutung für Architektur‑, Sozial‑ und Wirtschaftsgeschichte des 18. Jahrhunderts begründet.

98771058 BW
Gasthof zum Löwen Hauptstraße 91
(Karte)
Heute Wohn- und Gastronomiegebäude, zweigeschossiger und traufständiger, verputzter Massiv- und Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach, klassizistisch verziertes Portal, hier 1811 (i), Erdgeschoss mit Putzbandrustika, Sohlbankgesims, große Tordurchfahrt

Der ehemalige Gasthof zum Löwen in Herbolzheim besitzt historischen Wert nicht in erster Linie durch seine äußerlich gut erhaltene klassizistische Gestalt, sondern durch seine Funktion als Ausdruck bürgerlicher Repräsentationskultur in einer aufstrebenden Landgemeinde des frühen 19. Jahrhunderts. Das klassizistisch akzentuierte Portal, die großformatige Tordurchfahrt und die rustizierten Fassadenelemente verweisen auf ein Selbstverständnis, das zwischen lokaler Gewerbetätigkeit und urbanem Anspruch oszillierte – ein seltener Befund im kleinstädtischen Kontext. Gerade in der Verbindung von Wohnnutzung, Gastronomie und Fuhrbetrieb tritt hier die ökonomische Mehrfachfunktion historischer Gasthöfe zutage, die weit über ihre Rolle als Herberge hinausreichte und das soziale Gefüge des Ortes entscheidend mitprägte. Der Gasthof steht damit exemplarisch für eine Übergangsphase, in der private Bauträger begannen, öffentliche Repräsentation in die architektonische Sprache bürgerlicher Zweckbauten zu übersetzen. Als solcher ist er ein materieller Zeuge für die Herausbildung eines selbstbewussten ländlichen Bürgertums und ein unverzichtbares Dokument regionaler Sozial- und Baugeschichte.

98771065 BW
Schule Hauptstraße 95
(Karte)
Dreigeschossiger Massivbau mit Sandsteingewänden, flaches Walmdach, 1790 (a), spätere Umbauten

Das ehemalige Schulhaus von 1790, später zum Gemeindehaus umgebaut, verkörpert in exemplarischer Weise die sich wandelnden Funktionen öffentlicher Bauten im Spannungsfeld zwischen Bildungswesen, kommunalem Leben und kirchlicher Nutzung. Seine geschichtliche Bedeutung gründet sich nicht nur auf den erhaltenen Bestand aus der barocken Ursprungszeit, sondern vor allem auf die substanzielle und gestalterische Umformung von 1887, die das Gebäude in ein multifunktionales Versammlungs- und Wohnhaus überführte – ein architekturgeschichtlich aufschlussreicher Vorgang. Die erhaltenen Stuckdecken, Kassettentüren und die Gusseisenstütze machen es zu einem anschaulichen Dokument späthistoristischer Innenraumgestaltung im ländlichen Raum. Als katholisches Gemeindezentrum nach 1949 übernahm das Gebäude eine neue gesellschaftliche Funktion und blieb dabei über Generationen hinweg sozial und kulturell wirksam. In der Vielschichtigkeit seiner Umbauphasen und der behutsamen Weiterentwicklung bis ins 21. Jahrhundert zeigt sich sein besonderer Denkmalwert als Zeugnis kontinuierlicher öffentlicher Nutzung und baukultureller Anpassungsfähigkeit.

98771072 BW

Weitere Bilder
Kath. Pfarrkirche St. Alexius mit Friedhof Hauptstraße 99
(Karte)
Friedhofs- (entlang der Schulstraße) und Kirchhofmauer; Pfarrkirche 1752 (a) mit älterem Kern, Saalkirche mit eingezogenem Chor mit halbrundem Abschluss, Ausstattung und Zubehör, auf dem Friedhof Friedhofskreuz und historische Grabstätten u.a. der Familien Schindler, Rosswog, Neusch, Weiler; Kreuz vor der Westfassade, 1850 (i); zugehöriger alter Baumbestand

Die Pfarrkirche St. Alexius ist ein kunst- und frömmigkeitsgeschichtliches Schlüsselwerk des mittleren 18. Jahrhunderts im badischen Raum, das in seltener Geschlossenheit Architektur, Malerei, Stuck und Bildhauerei zu einem barocken Gesamtkunstwerk verbindet. Ihre weichen Langhausecken und der zentral gestellte Westturm zeugen von einer gestalterischen Raffinesse, die den Bautyp der Dorfkirche weit überragt und Franz Rudharts architektonische Handschrift deutlich macht. Die ikonographisch dichte Ausmalung Johann Pfunners mit dem dramatischen Bildmotiv des Christus, der die Geißeln der Zeit auf die Erde schleudert, übersetzt barocke Heilsgewissheit in eindrucksvolle Bildtheologie mit lokaler Verankerung. Dass zentrale Ausstattungselemente – insbesondere das Taufsteinensemble und das Alexiusrelief – nachweislich von Johann Michael Winterhalder stammen, verleiht der Kirche überregionale Bedeutung im Werk dieses führenden südwestdeutschen Bildhauers. In ihrer original erhaltenen Einheitlichkeit und ihrer qualitätvollen Ausstattung ist die Kirche nicht nur ein bedeutendes Dokument des südwestdeutschen Rokoko, sondern auch Ausdruck eines selbstbewussten katholischen Milieus im Zeitalter nach dem Dreißigjährigen Krieg.

98771086
Herrschaftliche Kelter Hauptstraße 101
(Karte)
1609 (d), östlicher Teil des ursprünglich etwa doppelt so großen Gebäudes, Satteldach mit liegendem Stuhl nach Osten abgewalmt, im Innern Reste der teilunterkellerten Verwalterwohnung und Teil des westlich anschließenden, eingetiefte Trottenraumes; Letztes erhaltenes Zeugnis des Gebäudekomplexes der von um 1400 bis 1663 zwischen Hochstift Straßburg und Haus Habsburg umstrittenen ehemaligen Ortsherrschaft, deren Herrschaftsgebäude sich hauptsächlich an der Landstraße gegenüber der Kirche befanden, während Keller und Trotte im Kirchenbereich angesiedelt waren.

Die herrschaftliche Kelter von 1609 stellt ein bedeutendes Zeugnis der wechselvollen territorialen Herrschaftsverhältnisse in Herbolzheim dar, die von der Auseinandersetzung zwischen Hochstift Straßburg und Haus Habsburg geprägt waren. Als letztes erhaltenes Element eines ehemals weitläufigen Gebäudekomplexes symbolisiert sie die fragmentierte Machtstruktur und die komplexen Besitzverhältnisse, die bis ins 17. Jahrhundert andauerten. Die Kelter reflektiert damit nicht nur die wirtschaftliche, sondern auch die politische Geschichte des Ortes im Kontext frühneuzeitlicher Herrschaftsbildung. Das Gebäude bietet wertvolle Einblicke in die regionalen Konflikte und die damit verbundenen sozialen und administrativen Strukturen.

109974758 BW
Wohnhaus Hauptstraße 105
(Karte)
Traufständig zum Platz vor der Kirche ausgerichteter, verputzter Fachwerkbau, zweigeschossig mit Satteldach, hoher, durch eine Außentreppe zugänglicher Keller, ehemals Westtrakt eines größeren, in mehrere Zonen aufgeteilten Speicher- bzw. Lagergebäudes von 1462/63 (d) innerhalb der erhöht zur Straße gelegenen befestigten Kirchhofumfriedung mit der Häuserzeile von der Herrschafts-(Zehnt-)Keller (Hauptstraße 107) bis zur Herrschafts-(Zehnt-)Trotte (Hauptstraße 101); Das über dem gemauerten Keller errichtete, abgesehen von der Auskragung des Oberstockes an der Vorderseite nahezu vollständig erhaltene Fachwerkgerüst des Gebäudes wurde nach Süden an die historische Wehrmauer des 13. Jahrhunderts gesetzt, zunächst blieb in Höhe des Obergeschosses der Wehrgang bestehen, der erst im Zuge eines Umbaus für Wohnnutzung im 17./18. Jahrhundert dem Gebäude zugeschlagen wurde.

Das Gebäude bewahrt in einzigartiger Weise die bauliche und funktionale Schichtung zwischen mittelalterlicher Wehrarchitektur und frühneuzeitlicher Lager- und Wohnnutzung innerhalb des befestigten Kirchhofs und ist damit ein seltenes Zeugnis der Integration herrschaftlicher Infrastruktur in das dörflich-kirchliche Zentrum. Seine Herkunft als Teil eines spätmittelalterlichen Speicherkomplexes von 1462/63 und die spätere Umwidmung zur Wohnnutzung mit Einbezug des ehemaligen Wehrgangs dokumentieren exemplarisch die langfristige Anpassung vormoderner Bauten an sich wandelnde gesellschaftliche und wirtschaftliche Strukturen. Der bauzeitlich erhaltene Fachwerkbestand sowie die situative Einbindung in das historische Ensemble zwischen Zehntkeller und Trotte verleihen dem Haus einen besonderen Denkmalwert als materielles Zeugnis für die enge Verzahnung von Wehrhaftigkeit, Vorratswirtschaft und herrschaftlicher Kontrolle im vorindustriellen Gemeinwesen.

98771098 BW
Wohnhaus Hauptstraße 107
(Karte)
Zweigeschossiger und verputzter, traufständiger Massivbau auf hohem Kellersockel, doppelläufige zentrale Treppe, stichbogige Fenstergewände, großes Walmdach, 18. Jahrhundert

Das Wohnhaus verkörpert in seiner baulichen Erscheinung das Selbstverständnis einer gehobenen ländlichen Bauherrenschaft des 18. Jahrhunderts, das sich durch repräsentative Klarheit und funktionale Strenge auszeichnet. Der hohe Kellersockel mit zentraler doppelläufiger Treppenanlage sowie die stichbogigen Fenstergewände verweisen auf eine bewusste architektonische Orientierung an städtischen Vorbildern und zeugen von der sozialen Stellung seiner Erbauer im vorindustriellen Kontext. In seiner weitgehend überkommenen Substanz stellt der Bau ein aufschlussreiches Zeugnis bürgerlicher Wohnkultur und massiver Bauweise im Übergang vom Barock zur Aufklärung dar und trägt wesentlich zum historischen Ortsbild bei.

98771107 BW
Gasthaus zum Lindenhof Hauptstraße 111
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Baum mit Walmdach in Ecklage, 19. Jahrhundert

Die Geschichte des Gasthauses zum Lindenhof ist architektur- und sozialgeschichtlich von Bedeutung. Mit seiner typischen Gestalt als zweigeschossiger, verputzter Bau mit Walmdach in markanter Ecklage symbolisiert es die Entwicklung kleiner ländlicher Gaststätten im 19. Jahrhundert, die sich am Übergang zwischen Bauernhof und Gasthaus etablierten und sowohl für Einwohner als auch Durchreisende zentrale Begegnungsorte bildeten. Der Gebäudecharakter verweist auf die zunehmende Bedeutung lokaler Wirtshauskultur als Ausdruck gesellschaftlicher Identität und wirtschaftlicher Selbstbehauptung in einer sich wandelnden Gemeinde, wodurch das Bauwerk seine historische Relevanz als Materielle Erinnerung an das dörfliche Gemeinschaftsleben behauptet.

98771120 BW
Gehöft: Wohn- und Wirtschaftsgebäude Hauptstraße 117
(Karte)
Zweigeschossiger und giebelständiger, verputzter Fachwerkbau mit Krüppelwalm; anschließend Ökonomieteil in Fachwerk; 17. Jahrhundert

Das Gehöft dokumentiert in seiner baulichen Einheit von Wohn- und Wirtschaftsteil exemplarisch das agrarisch geprägte Selbstverständnis des ländlichen Hausbaus im 17. Jahrhundert, in dem Repräsentation und Funktionalität eng miteinander verwoben sind. Der giebelständige Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach spiegelt nicht nur regionale Bautraditionen wider, sondern weist auch auf das soziale Anspruchsniveau des Bauherrn hin, das über reine Zweckmäßigkeit hinausging. Der erhaltene Übergang vom Wohnhaus zum Ökonomieteil macht das Anwesen zu einem aufschlussreichen Zeugnis für die historisch gewachsene Organisation bäuerlicher Lebens- und Arbeitswelt vor der agrarindustriellen Umstrukturierung.

98771128 BW
Wohn- und Wirtschaftsgebäude Hauptstraße 123
(Karte)
Eingeschossiger verputzter Massivbau auf Kellersockel in Ecklage, Krüppelwalm, im Kern 18. Jahrhundert, im 19. Jahrhundert umgebaut

Das Wohn- und Wirtschaftsgebäude in Ecklage steht exemplarisch für die bauliche und soziale Entwicklung kleiner ländlicher Anwesen zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert. Sein eingeschossiger Massivbau auf hohem Kellersockel zeugt von der ursprünglichen Funktion als schlichtes, aber solide errichtetes bäuerliches Wohnhaus, das im Zuge der Umgestaltung im 19. Jahrhundert an veränderte Nutzungs- und Repräsentationsbedürfnisse angepasst wurde. Der Bau dokumentiert damit sowohl die Kontinuität ländlicher Bautraditionen als auch die Fähigkeit solcher Gebäude, sich funktional und formal an neue gesellschaftliche Anforderungen im 19. Jahrhundert anzupassen – ein Beispiel gelebter baulicher Nachhaltigkeit im historischen Kontext.

98771143 BW
Haus Mutz Hauptstraße 131
(Karte)
Wohngebäude, zweigeschossiger und traufständiger verputzter Massivbau mit Walmdach, repräsentatives bauplastisch verziertes Sandsteinportal, 1786 (i)

Das Haus Mutz in Herbolzheim, erbaut im Jahr 1786, ist ein zweigeschossiger, traufständiger Massivbau mit Walmdach. Besonders hervorzuheben ist das repräsentative Sandsteinportal mit bauplastischen Verzierungen, das die barocke Baukunst des späten 18. Jahrhunderts widerspiegelt. Die Bauweise und Gestaltung des Hauses zeugen von der wirtschaftlichen Blütezeit Herbolzheims im 18. Jahrhundert, als zahlreiche barocke Bürgerhäuser mit prachtvollen Portalen entstanden. Das Gebäude beherbergte über 225 Jahre die Bäckerei Mutz, die 1800 von Mathias Mutz gegründet wurde. Als älteste Bäckerei im Landkreis Emmendingen prägte sie das wirtschaftliche und soziale Leben der Stadt maßgeblich. Das Haus Mutz ist ein bedeutendes Zeugnis der barocken Baukultur in Herbolzheim und ein Symbol für die lange Handwerkstradition der Stadt.

1203964 BW
Gasthof Salmen: Gasthaus Hauptstraße 141
(Karte)
Traufständig und zweigeschossiger Massivbau mit Walmdach und Hohlkehle, Tordurchfahrt; rückwärtiger Ökonomiebau

Der Gasthof Salmen ist ein herausragendes Beispiel für die Verbindung von Gastgewerbe, Landwirtschaft und städtischer Repräsentation im 19. Jahrhundert. Mit seiner markanten Tordurchfahrt, dem rückwärtigen Ökonomieteil und dem massiven, traufständigen Baukörper verkörpert er die typische Struktur eines traditionsreichen Landgasthauses, das ökonomische und soziale Funktionen zugleich erfüllte. Als Ort öffentlicher Geselligkeit und wirtschaftlicher Durchlässigkeit besitzt er hohen dokumentarischen Wert für die Sozial- und Baugeschichte Herbolzheims.

98771158 BW
Pfaffenruhstein Distr. Fuchsheidenbühl
(Karte)
Sühnestein, liegender Stein mit eingeritztem Bischofsstab und Hackenkreuz, an der ehemaligen Route der Mönche des Klosters Tennenbach von Ettenheimmünster über den Berg, der Legende nach kennzeichnet der Stein die Stelle, an der ein Mönch umgebracht wurde

Der Stein ist ein bedeutsamer Sühnestein entlang der ehemaligen Mönchsroute vom Kloster Tennenbach nach Ettenheimmünster. Seine ikonographische Gestaltung mit eingeritztem Bischofsstab und Hackenkreuz verweist auf kirchliche Symbolik, die auf eine Verbindung zum Kloster hinweist und damit die religiöse Präsenz der Zisterzienser in der Region über das Mittelalter hinaus betont. Der Legende nach markiert der Stein den Ort einer Gewalttat an einem wandernden Mönch – ein Topos christlicher Sühnekultur, der sozialen Zusammenhalt stärkte und die moralische Ordnung im öffentlichen Raum sicherte. Solche Erinnerungsmale dienten häufig der kollektiven Gewissensbildung und bestätigten die spirituelle Präsenz klösterlicher Autorität auch außerhalb der eigentlichen Klostergrenzen. Als Teil des Netzwerks religiöser Relikte entlang alter Pilger- und Prozessionswege besitzt der Pfaffenruhstein hohen kulturgeschichtlichen Wert: Er dokumentiert sowohl mittelalterliche Mobilitätsstrukturen wie frühe Verkehrswege als auch die fortdauernde Bedeutung klösterlicher Spiritualität in der heimatlichen Alltagslandschaft.

98775754 BW
Evangelische Kirche Hofestraße 9
(Karte)
Neugotischer Longitudinalbau mit Eingangsturm und eingezogenem Chor, offene Holztonnendecke, 1907 (i), 1958 Umgestaltung im Inneren, Wandgemälde des auferstandenen Christus von Franz Wittmer; Ausstattung; doppelläufige Treppenanlage

Die Evangelische Kirche in Herbolzheim, erbaut 1907, ist ein typischer neugotischer Longitudinalbau mit markantem Eingangsturm und eingezogenem Chor, der den liturgischen Raum axial ausrichtet und die gestalterischen Ideale des protestantischen Kirchenbaus um 1900 widerspiegelt. Die offene Holztonnendecke verleiht dem Innenraum eine warme, klare Raumatmosphäre und steht im Spannungsfeld zwischen gotisierender Formensprache und reformierter Raumauffassung. Die Umgestaltung von 1958 brachte eine ästhetische Vereinfachung, wobei das Wandgemälde des auferstandenen Christus von Franz Wittmer als theologisches und künstlerisches Zeugnis erhalten blieb. Die Ausstattung ist bewusst zurückhaltend gehalten, wodurch Kanzel, Altar und Orgel eine klare Präsenz entfalten. Die doppelläufige Treppenanlage vor dem Turm akzentuiert die äußere Erscheinung und unterstreicht das gestalterische Gewicht des Eingangsbereichs als Übergang vom Weltlichen zum Sakralraum.

98768761 BW
Kath. Wallfahrtskapelle Maria Sand Im Maria Sand 4, 6
(Karte)
Mit Mesnerhaus, Kreuzweg, Wegkreuz und Lourdesgrotte in einer Grünanlage mit altem Baumbestand: Kapelle im 15. Jahrhundert archäologisch nachgewiesen, Spolie 1560 (i) als Hinweis auf einen Um- oder Neubau, 1590 (a) durch Hochwasser zerstört, seit der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts zunehmende Wallfahrt, dann Neubau mit Einsiedelei, 1652 (a) restauriert, 1680 (a) erneuter Neubau, 1747 (a) um etwa das Doppelte zur heutigen Größe erweitert, spätbarocke Innenraumgestaltung weitgehend im Rahmen einer Renovierung 1770 (a), zugehörige Ausstattung und Zubehör

Die Wallfahrtskirche Maria Sand ist ein herausragendes Zeugnis katholischer Frömmigkeit, deren Ursprünge bis ins Spätmittelalter zurückreichen und die sich insbesondere im Zeitalter der Konfessionalisierung zu einem bedeutenden Ort der religiösen Identitätsbildung verdichtete. Die legendäre Rettung des Gnadenbildes aus dem reformierten Tutschfelden und seine symbolträchtige „Anlandung“ im katholischen Herbolzheim verleiht dem Ort eine narrative Tiefenschicht, die religiöses Empfinden mit konfessioneller Selbstvergewisserung verknüpft. Die barocke Erweiterung und künstlerische Ausgestaltung der Kirche im 18. Jahrhundert manifestieren nicht nur den ökonomischen Erfolg der Wallfahrt, sondern auch das Bedürfnis nach sinnenhaftem Ausdruck des Glaubens im Geist der Gegenreformation. Die mit hoher Qualität ausgeführten Werke Johann Michael Winterhalders, Johann Baptist Enderles und Johann Pfunners verankern den Ort kunstgeschichtlich im südwestdeutschen Barock und Rokoko. Die Wallfahrt Maria Sand blieb auch im 20. Jahrhundert lebendig, wie der gestalterisch anspruchsvolle Kirchhof mit Kreuzweg, Lourdesgrotte und Golgathagruppe belegt, der eine moderne Ausformung barocker Frömmigkeitspraktiken darstellt. Die Wallfahrtskirche bildet somit ein lebendiges Kontinuum gelebter religiöser Kultur zwischen Spätmittelalter und Moderne. Ihr baulicher Wandel spiegelt sowohl die Umbrüche der Frömmigkeitspraxis als auch die dauerhafte Bedeutung sakraler Räume für die kollektive Identität einer Region wider. Mit Mesnerhaus, Kreuzweg und Grünanlage ist Maria Sand ein außergewöhnlicher Ort spiritueller Kontinuität, historischer Tiefenschichtung und kultureller Eigenprägung.

98771174 BW
Zigarrenfabrik Neusch: Wohngebäude Hauptstraße 70; Johann-Neusch-Passage 1; Ringstraße 6
(Karte)
Zweigeschossig mit Walmdach; Fabrikgebäude, drei- bis viergeschossig, ab 1873 für den Unternehmer Johann Neusch

Die Zigarrenfabrik Neusch in Herbolzheim wurde 1873 von Johann Neusch als dritte Manufaktur neben Arnold Schindler (1854) und Ludwig Heppe (1866) gegründet und erweiterte die lokale Tabakindustrie nachhaltig. Das drei‑ bis viergeschossige Fabrikgebäude zeigt typische Merkmale des 19. Jahrhunderts mit massiver Backsteinfassade, segmentbogigen Fensteröffnungen und flachem Satteldach, ergänzt durch das zweigeschossige Wohnhaus mit Walmdach für die Fabrikleitung. In seiner Blütezeit vor dem Ersten Weltkrieg beschäftigte Neusch gemeinsam mit den beiden anderen Betrieben bis zu 5 000 Arbeiter und prägte maßgeblich das soziale und wirtschaftliche Gefüge der Stadt. Mit dem starken Rückgang des Zigarrenmarktes stellte die Fabrik 1971 ihren Betrieb ein. Heute wird das ehemalige Neusch-Areal als Therapie- und Ärztezentrum genutzt, wobei die ursprüngliche Bausubstanz weitgehend erhalten wurde, sodass es als bedeutendes Zeugnis der regionalen Industrie‑ und Sozialgeschichte Herbolzheims gilt.

98771029 BW
Winkelgehöft: Wohnhaus Kaisermannstraße 3
(Karte)
Zweigeschossiger, giebelständiger Putzbau auf massivem Keller, Satteldach, im Kellerbogen 1780 (i); angefügter Ökonomieteil

Das Winkelgehöft mit seinem giebelständigen, zweigeschossigen Wohnhaus ist ein typisches Beispiel für die ländliche Bauweise des späten 18. Jahrhunderts. Der verputzte Baukörper ruht auf einem massiven Keller, dessen Bogen mit der Jahreszahl 1780 datiert ist und damit das Entstehungsdatum dokumentiert. Das einfache Satteldach und der angefügte Ökonomieteil verweisen auf eine funktionale Einheit von Wohnen und Wirtschaften, wie sie für die bäuerlich geprägten Siedlungsstrukturen jener Zeit charakteristisch ist. In seiner überlieferten Substanz und Typologie stellt das Gehöft ein aussagekräftiges Zeugnis vorindustrieller Bau- und Lebensformen dar. Es besitzt sowohl baugeschichtlichen als auch heimatkundlichen Wert und trägt wesentlich zur historischen Lesbarkeit der Ortsentwicklung bei.

98768791 BW
Stützmauer Kaisermannstraße
(Karte)
Hang der Kirchhalden, Bruchstein mit Böschungspfeilern 18./19. Jahrhundert, darin zwei vermauerte Öffnungen: Tür, Sandstein, am Sturz 1809 (i), Rundbogenportal, wohl eines Stollens des 1939 bis 1964 betriebenen Eisenbergwerks Grube Kahlenberg der Vereinigten Stahlwerke, Barbara Erzbergbau

Die Stützmauer am Hang der Kirchhalden ist ein anschauliches Zeugnis historischer Hangbefestigung und ingenieurmäßiger Geländesicherung aus dem 18./19. Jahrhundert, das in seiner Ausführung mit Bruchsteinmauerwerk und Böschungspfeilern sowohl funktionale Stabilität als auch gestalterische Einfachheit vereint. Die eingemauerten Öffnungen – eine Sandsteintür mit datiertem Sturz von 1809 sowie ein Rundbogenportal – erweitern die historische Aussagekraft der Mauer um bauliche Spuren unterschiedlicher Nutzungsphasen. Besonders das mutmaßliche Stollenportal der Grube Kahlenberg verweist auf die Montangeschichte Herbolzheims und die Einbindung des Ortes in die industrielle Rohstoffgewinnung des 20. Jahrhunderts. In der Überlagerung frühneuzeitlicher Bauweise mit Relikten des Eisenbergbaus dokumentiert die Mauer ein aufschlussreiches Stück technik- und wirtschaftsgeschichtlicher Entwicklung.

98768726 BW
Pump- und Transformatorenstation: Trafoturm und angebautes Maschinenhaus mit Satteldächern Kaiserstuhlstraße 50
(Karte)
Massiv, um 1920

Die Pump- und Transformatorenstation ist ein Zeugnis der frühen Elektrifizierungs- und Wasserversorgungsinfrastruktur in ländlichen Gemeinden und dokumentiert den technologischen Fortschritt. Architektonisch schlicht gehalten, zeigt der Trafoturm mit Maschinenhaus funktionale Zweckmäßigkeit.

98771282 BW
Handwerkerhaus mit Wagnereiwerkstatt Kreidestraße 5
(Karte)
Eingeschossiges und giebelständiges, verputztes Gebäude mit vollständiger funktionsfähiger historischer Ausstattung der Werkstatt mit Zubehör, wesentlich der 1920er bis 1950er Jahre

Die vollständig erhaltene und noch funktionsfähige Wagnereiwerkstatt stellt ein einzigartiges technik- und handwerksgeschichtliches Dokument dar, das exemplarisch die Arbeitswelt eines traditionellen Holz verarbeitenden Gewerbes vom frühen 20. bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts repräsentiert. Die überlieferte Ausstattung einschließlich der Transmissionsanlage, der spezialisierten Maschinen und des umfassenden Werkzeugsortiments erlaubt einen authentischen Einblick in historische Produktionsweisen und dokumentiert anschaulich das Können und die Werkzeuge eines längst ausgestorbenen Handwerks. Ihre außerordentliche Vollständigkeit, Originalität und Funktionsfähigkeit verleihen ihr hohen wissenschaftlichen Wert als Quelle für die Technik-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte des ländlichen Handwerks. Als seltenes Gesamtensemble besitzt sie Denkmalwert aus technikgeschichtlichen, handwerks- und regionalgeschichtlichen Gründen.

104730978 BW
Feuerwehrhaus Maria-Sand-Straße
(Karte)
Eingeschossig Massivbau mit Satteldach, giebelseitiger großer Schlauchturm mit Fachwerkobergeschosse, Sandsteingewände, um 1900

Das um 1900 errichtete Feuerwehrhaus in Herbolzheim dokumentiert mit seinem massiv gemauerten Baukörper, dem markanten Schlauchturm mit Fachwerkobergeschoss und den regionaltypischen Sandsteingewänden eindrucksvoll die bauliche und organisatorische Professionalisierung des Feuerwehrwesens in der Übergangszeit zur Moderne. Als weitgehend authentisch überliefertes Zeugnis kommunaler Infrastrukturentwicklung besitzt es nicht nur technik- und baugeschichtlichen, sondern auch ortsbildprägenden Wert. Aufgrund seiner Seltenheit und Aussagekraft im Ensemble historischer Funktionsbauten ist es als Kulturdenkmal im Sinne des § 2 DSchG Baden-Württemberg einzustufen.

98771197 BW
Villa Heppe mit Garten und Einfriedung: Wohnhaus Maria-Sand-Straße 14
(Karte)
Zweigeschossiger Massivbau mit lebhafter Fassadengestaltung, im Giebelfeld Zierfachwerk, Ausstattung, 1898 (a) nach Plänen des Architekten Hermann Walder aus Karlsruhe

Die Villa Heppe verkörpert mit ihrer aufwändigen Fassadengliederung und dem dekorativen Zierfachwerk im Giebelfeld eine bewusst gestaltete Inszenierung bürgerlicher Repräsentation, die den sozialen Aufstieg und ästhetischen Anspruch ihrer Zeit exemplarisch reflektiert. Durch die sorgfältige Planung Hermann Walders manifestiert sich hier eine Synthese aus regionaler Bautradition und avantgardistischer Gestaltungsfreude, die den Übergang vom Historismus zum Jugendstil stilistisch prägnant markiert. Die Einfriedung und der Garten tragen wesentlich zur architektonischen Gesamtwirkung bei, indem sie das Wohnhaus in ein kulturell und gesellschaftlich codiertes Raumgefüge einbetten, das die Villa als integralen Bestandteil der urbanen Identität hervorhebt.

98771211 BW
Doppelmietshaus Maria-Sand-Straße 47, 49
(Karte)
Zweigeschossiger und traufständiger Massivbau mit Walmdach, flankierende Zwerchhäuser mit Lisenen, dazwischen Lukarne mit Dreiecksgiebel, Fenster mit Holzklappläden, zugehöriger Schuppen, um 1925

Das um 1925 errichtete Mietswohnhaus verkörpert in seiner klar gegliederten, aber zurückhaltend gestalteten Bauweise den Übergang von der wilhelminischen Gründerzeitarchitektur zur sachlichen Formensprache der Zwischenkriegszeit. Seine charakteristische Fassadengestaltung verleiht ihm städtebauliche Präsenz und dokumentiert zugleich den Anspruch an bürgerliche Wohnqualität im frühen 20. Jahrhundert. In Verbindung mit dem erhaltenen Schuppen als Teil der ursprünglichen Hauswirtschaft manifestiert sich ein authentisches Beispiel kleinbürgerlicher Wohnkultur jener Zeit, das als bau- und sozialgeschichtliches Zeugnis von besonderem Wert ist.

98771219 BW
Wohnhaus Obere Brunnenstraße 1 a
(Karte)
Zweigeschossiger und verputzter Massivbau mit einseitigem Krüppelwalmdach, 16. Jahrhundert

Das Wohnhaus aus dem 16. Jahrhundert ist ein charakteristisches Beispiel spätmittelalterlicher bis frühneuzeitlicher Wohnarchitektur, das durch seine schlichte, aber ausdrucksstarke Baugestalt überzeugt. Der zweigeschossige, verputzte Baukörper mit dem ungewöhnlichen einseitigen Krüppelwalmdach zeugt von regionaltypischer Bautradition und funktionaler Anpassung an die örtlichen Gegebenheiten. Seine über Jahrhunderte erhaltene Grundstruktur macht das Gebäude zu einem wichtigen baulichen Zeugnis vorindustrieller Lebens- und Bauweise. Als selten überkommenes Beispiel seiner Art besitzt es hohen dokumentarischen und ortsgeschichtlichen Wert.

98768656 BW
Wohnhaus Obere Brunnenstraße 3
(Karte)
Zweigeschossiger und traufständiger Putzbau auf massivem Kellersockel mit einseitigem Schopfwalmdach, rundbogiges Kellertor, 17. Jahrhundert

Das zweigeschossige, traufständige Wohnhaus mit einseitigem Schopfwalmdach ist ein charakteristisches Beispiel ländlich-bürgerlicher Architektur des 17. Jahrhunderts, das trotz schlichter Gestaltung eine bemerkenswerte bauliche Geschlossenheit aufweist. Der verputzte Massivbau mit dem rundbogigen Kellertor bewahrt wesentliche Merkmale vormoderner Bauweise, insbesondere in der Dachform und der Ausführung der Öffnungen. Als überliefertes Zeugnis der frühneuzeitlichen Siedlungsstruktur dokumentiert es die funktionale und soziale Ausprägung historischen Wohnens. Seine bauhistorische Authentizität und Einbindung in das Ortsbild verleihen ihm einen besonderen wissenschaftlichen und heimatgeschichtlichen Wert.

98768745 BW
Gehöft: Wohnhaus Obere Brunnenstraße 5
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit massivem Erd- und Kellergeschoss mit Satteldach, Obergeschoss unverputztes Zierfachwerk, 1606 (i); Scheune mit Bruchsteinmauerwerk

Das Gehöft mit dem datierten Wohnhaus von 1606 stellt ein außergewöhnlich frühes und anschaulich überliefertes Beispiel bäuerlicher Baukultur dar, das die konstruktiven und sozialen Verhältnisse des frühen 17. Jahrhunderts widerspiegelt. Der Fachwerkbau zeugt durch seine qualitätvolle handwerkliche Ausführung, das sichtbare Holzgefüge und das noch erhaltene Satteldach von der regionalen Bautradition und dem Bestreben nach Dauerhaftigkeit und Repräsentation im ländlichen Kontext. Die zugehörige Scheune mit Bruchsteinmauerwerk ergänzt das Ensemble funktional wie ästhetisch und dokumentiert in ihrer baulichen Einheit mit dem Wohnhaus die enge Verzahnung von Wohn- und Wirtschaftsbereich in der frühneuzeitlichen Agrargesellschaft.

98771226 BW
Bäuerliches Einhaus: Wohnhaus Obere Brunnenstraße 7
(Karte)
Eingeschossiger und unverputzter Fachwerkbau mit Kniestock und Krüppelwalmdach auf hohem massivem verputzen Kellersockel mit rundbogigem Kellereingang, 1464 (d)

Das bäuerliche Einhaus von 1464 ist ein außerordentlich seltenes und baugeschichtlich bedeutendes Zeugnis ländlicher Wohn- und Wirtschaftsarchitektur des Spätmittelalters. Seine weitgehend original erhaltene Fachwerkkonstruktion mit hohem massivem Sockel und rundbogigem Kellereingang dokumentiert anschaulich die Bauweise und Lebensverhältnisse in einem frühneuzeitlichen Bauernhaus. Der Bau ist eines der ältesten bekannten Wohngebäude der Region und besitzt damit exemplarischen Wert für die Siedlungs- und Sozialgeschichte des ländlichen Raums. Seine Authentizität und frühe Datierung machen es zu einem herausragenden Kulturdenkmal von überörtlicher Bedeutung.

98771233 BW
Wohnhaus mit Ökonomie Obere Brunnenstraße 9
(Karte)
Zweigeschossiger und traufständig, Satteldach, 18. Jahrhundert

Das Wohnhaus mit Ökonomiegebäude aus dem 18. Jahrhundert stellt ein anschauliches Zeugnis traditioneller ländlicher Bau- und Lebensweise dar, in dem Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach funktional verbunden sind. Seine überlieferte Bauform mit traufständigem Satteldach dokumentiert regionale Bautraditionen und vermittelt wertvolle Einblicke in die Alltagskultur der frühen Neuzeit.

98771240 BW
Wohnhaus eines ehem. Gehöfts Obere Brunnenstraße 11
(Karte)
Zweigeschossiger und giebelständig, Fachwerk auf hohem Untergeschoss, Satteldach, 18. Jahrhundert

Das giebelständige Wohnhaus eines ehemaligen Gehöfts aus dem 18. Jahrhundert besitzt hohen historischen Wert, da es in seiner konstruktiven Ausprägung – Fachwerk auf massivem Untergeschoss – exemplarisch die ökonomischen Verhältnisse und die Baupraxis wohlhabender ländlicher Schichten jener Zeit widerspiegelt. Als bauliches Zeugnis einer vormodernen Agrarstruktur veranschaulicht es nicht nur die funktionale Trennung von Wirtschafts- und Wohnbereich, sondern auch die repräsentative Giebelstellung als Ausdruck bäuerlichen Selbstbewusstseins im Dorfgefüge.

98771247 BW
Wohnhaus Rathausgasse 4
(Karte)
Zweigeschossiges verputztes Gebäude in halboffener Bauweise auf hohem Kellersockel, Satteldach, 18. Jahrhundert

Das Wohnhaus ist ein typisches Beispiel für kleinstädtische Wohnbautradition jener Zeit und steht exemplarisch für das Alltagsleben der frühneuzeitlichen Bevölkerung. Die halboffene Bauweise auf hohem Kellersockel verweist auf eine ökonomische Grundstücksnutzung in verdichteter städtischer Struktur. Als Teil des historischen Siedlungsgefüges vermittelt es ortsbildprägende Kontinuität und trägt zur Authentizität des historischen Stadtgrundrisses bei.

102579549 BW
Wohnhaus Rathausgasse 2
(Karte)
Zweigeschossig und traufständig, Krüppelwalmdach, teilverputzter Fachwerkbau auf Bruchsteinsockel, 17. Jahrhundert

Das Gebäude besitzt hohe stadtbaugeschichtliche Relevanz, da es in unmittelbarer Nähe zur ehemaligen Pfarrkirche und dem historischen Marktbereich liegt und mit großer Wahrscheinlichkeit den Standort des mittelalterlichen Pfarr- oder Meßnerhauses einnimmt. Die Lage auf einem gemeindeeigenen Flurstück nahe Rathaus, Kirche und Kirchhof weist auf eine kontinuierliche öffentliche Nutzung seit dem Mittelalter hin. Seine bauliche Substanz mit einem Kernbau des 17. Jahrhunderts sowie einem repräsentativen Umbau des späten 19. Jahrhunderts dokumentiert die geschichtliche Entwicklung der städtischen Bau- und Nutzungskultur anschaulich. Trotz späterer Veränderungen ist das Gebäude aus wissenschaftlichen und heimatgeschichtlichen Gründen als Kulturdenkmal von hoher ortsgeschichtlicher Bedeutung einzustufen.

98771254 BW
Kilometerstein Rheinhausenstraße 26
(Karte)
Sandsteinpfeiler mit Inschriften, 1847 (i)

Der Kilometerstein von 1847 ist ein authentisches Zeugnis frühindustrieller Verkehrsinfrastruktur und dokumentiert das wachsende Bedürfnis nach überregionaler Mobilität. Als gut erhaltenes Beispiel eines beschrifteten Sandsteinpfeilers verkörpert er zugleich die Ästhetik und Funktionalität staatlicher Wegekennzeichnung im 19. Jahrhundert.

98771260 BW

Villa Schindler Rheinhausenstraße 26
(Karte)
Heute Wohnhaus und Stadtgarten: Wohnhaus, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Mansarddach in der Formensprache der Neurenaissance mit übergiebelte Risalitbauten, Garten und Einfriedung, um 1890

Die Villa Schindler ist ein qualitätvolles Beispiel bürgerlicher Wohnarchitektur des späten 19. Jahrhunderts, das in der Formensprache der Neurenaissance repräsentative Gestaltungsansprüche mit funktionaler Wohnkultur verbindet. Als Massivbau mit Mansarddach und charakteristischen übergiebelten Risaliten dokumentiert sie eindrücklich das architektonische Selbstverständnis eines wohlhabenden Industriellenmilieus der Gründerzeit. Die erhaltene Gartenanlage mit Einfriedung ergänzt den städtebaulichen Wert der Anlage als bedeutendes Zeugnis historistischer Villen- und Gartenkultur.

98771274
Wegkreuz Rheinhausenstraße 34
(Karte)
Kruzifixus mit Muttergottes am Kreuzfuß, Sockel mit Inschriften, Sandstein, Naturstein, 1876 (i)

Das Wegkreuz ist ein eindrucksvolles Zeugnis ländlicher Frömmigkeit und volkstümlicher Sakralkultur des späten 19. Jahrhunderts. Die Darstellung des Gekreuzigten mit der Muttergottes am Kreuzfuß verweist auf eine tief verwurzelte marianische Andachtstradition, während Sockel und Inschriften zugleich persönliche oder gemeindliche Stifterintentionen materiell fassbar machen.

98771267 BW
Gehöft: Wohnhaus Ringstraße 1
(Karte)
Eingeschossiger und giebelständiger verputzter Fachwerkbau auf hohem Kellergeschoss, Satteldach, 18. Jahrhundert; rückwärtige Scheune; Schuppen

Das Gehöft mit seinem eingeschossigen, giebelständigen Fachwerkwohnhaus auf hohem Kellergeschoss ist ein typisches Beispiel ländlicher Bauweise des 18. Jahrhunderts und vermittelt anschaulich die Wohn- und Wirtschaftsstruktur früherer bäuerlicher Gesellschaftsschichten. Die enge Verbindung von Wohnhaus, rückwärtiger Scheune und Schuppen dokumentiert die funktionale Einheit von Wohnen und Landwirtschaft in der vorindustriellen Zeit. In seiner Substanz und Gliederung bewahrt das Ensemble wertvolle bau- und sozialgeschichtliche Informationen zur Regionalentwicklung und ländlichen Lebenswelt vergangener Jahrhunderte.

98771288 BW
Lagergebäude für Tabak der Firma Johann Neusch mit Tordurchfahrt Ringstraße 5
(Karte)
Heute Wohnhaus, dreigeschossiger und traufständiger Massivbau, Mittelrisalit, Satteldach; rückwärtiges Wirtschaftsgebäude, 1873 (i) gegründet

Die Firma Johann Neusch gehörte zur zweiten Welle der Tabakindustrie in Herbolzheim und gründete 1873 ihre Zigarrenfabrik – als drittes der größeren lokalen Tabakunternehmen nach Schindler (1854) und Heppe (1866). Das dreigeschossige, traufständige Lagergebäude mit Tordurchfahrt und angebautem Wirtschaftsgebäude stellt heute ein seltenes Überbleibsel industrieller Bauten dieser Epoche dar, das von der intensiven Tabakverarbeitung vor Ort zeugt. Seine Umnutzung zum Wohnhaus im stadträumlichen Gefüge bewahrt nicht nur architektonische Substanz, sondern unterstreicht zugleich den Wandel von industrieller Produktion hin zu nachindustrieller Nutzung und städtebaulicher Integration – erhaltenswert als Ausdruck regionaler Wirtschafts- und Gesellschaftsgeschichte.

98771296 BW
Wohn- und Ökonomiegebäude Ringstraße 19
(Karte)
Satteldach, eingeschossig und giebelständig, verputzt, auf hohem Kellersockel, anschließende Ökonomie in Fachwerk, Wohnteil am Kellerbogen 1802 (i)

Das Wohn- und Ökonomiegebäude mit datierter Jahreszahl 1802 am Kellerbogen ist ein anschauliches Zeugnis ländlicher Baukultur des frühen 19. Jahrhunderts. Die Kombination eines giebelständigen, eingeschossigen Wohnhauses auf hohem Kellersockel mit angrenzender Fachwerkökonomie verdeutlicht die funktionale Einheit von Wohnen und Wirtschaften auf einem bäuerlichen Anwesen. Der gut überlieferte Baukörper mit historischer Putzfassade und originaler Gliederung besitzt hohen bau- und sozialgeschichtlichen Wert als typischer Vertreter vorindustrieller Lebens- und Arbeitsverhältnisse.

98771311 BW
Wohnhaus Rubenstraße 1
(Karte)
Zweigeschossiger und traufständig, verputztes Fachwerk auf massivem Erdgeschoss, zentrale Pforte mit Freitreppe, hier barocke Tür- und Fenstergewände, Krüppelwalmdach, 2. Hälfte 18. Jahrhundert

Das zweigeschossige Wohnhaus aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ist ein qualitätvolles Beispiel bürgerlich-städtischer Fachwerkarchitektur jener Zeit und vereint konstruktive Holzbauweise mit repräsentativen Gestaltungselementen des Spätbarock. Die zentrale Pforte mit Freitreppe und barocken Sandsteingewänden verleiht dem traufständigen Bau mit Krüppelwalmdach eine symmetrisch-herrschaftliche Anmutung, die auf gehobene soziale Verhältnisse der Erbauer schließen lässt. In seiner formalen Geschlossenheit und handwerklichen Ausführung besitzt das Gebäude hohen städtebaulichen und baugeschichtlichen Wert als Zeugnis bürgerlicher Repräsentationsarchitektur im Übergang zur Moderne.

98771329 BW
Wohnhaus Rusterstraße 2
(Karte)
Zweigeschossiger und traufständiger, verputzter Fachwerkbau mit Satteldach, in der Giebelseite sichtbare profilierte Schwellbalken und Pfettenköpfe, 18. Jahrhundert

Das Wohnhaus ist ein charakteristisches Beispiel traditioneller Fachwerkbauweise mit verputzter Straßenseite und dekorativ betonter Giebelfront. Die Zierdetails zeugen von handwerklicher Qualität und gestalterischem Anspruch im ländlich-bürgerlichen Bauen jener Zeit. In seiner überlieferten Substanz und architektonischen Detailausbildung besitzt das Gebäude hohen baugeschichtlichen Wert als Ausdruck regionaler Zimmermannskunst und historischer Wohnkultur.

98771337 BW
Alte Burg Hofestraße 8; Rusterstraße 8
(Karte)
Zweigeschossiges Wohnhaus auf hohem Kellersockel, Obergeschoss und Giebel in Zierfachwerk, Krüppelwalmdach, Wendeltreppe, 1602 (i), Dachstuhl 1590/91 (d)

Die sogenannte „Alte Burg“ in Herbolzheim, ein zweigeschossiges Wohnhaus mit Zierfachwerk und Krüppelwalmdach, datiert auf das Jahr 1602, mit einem Dachstuhl von 1590/91, stellt ein bedeutendes Zeugnis der frühneuzeitlichen Baukultur dar. Die historische Einordnung dieses Bauwerks ist eng mit der Geschichte der Herren von Herbolzheim verbunden, einem ritterlichen Geschlecht, das seit 1268 urkundlich belegt ist und vermutlich die ursprüngliche Burganlage im 12. Jahrhundert errichtete. Diese Familie, die Lehen von den Grafen von Dürn, den Pfalzgrafen bei Rhein und den Bischöfen von Speyer trug, starb im späten 15. Jahrhundert aus, wobei die Burg zu diesem Zeitpunkt bereits zerstört war. Nach dem Aussterben der Herren von Herbolzheim ging der Besitz durch verschiedene Hände, darunter das Hochstift Worms und später Kurmainz, bevor er schließlich an die Grafen von Leiningen-Heidesheim überging. Im Jahr 1907 wurde das Gelände mit der Burgruine von Gräfin Maria von Leiningen an den Gastwirt Josef Dietz verkauft.

Die „Alte Burg“ selbst, erbaut zu Beginn des 17. Jahrhunderts, könnte auf den Fundamenten oder im Bereich der ursprünglichen Burganlage errichtet worden sein, was durch die dendrochronologische Datierung des Dachstuhls auf 1590/91 gestützt wird. Die architektonischen Merkmale, insbesondere das reich verzierte Fachwerk, deuten auf eine repräsentative Nutzung hin, möglicherweise als Amtssitz oder Wohnhaus eines wohlhabenden Bürgers oder Beamten.

1203948 BW
Winkelgehöft: Wohnhaus Schmiedstraße 5
(Karte)
Eingeschossig und giebelständig, verputzt mit Kniestock, Krüppelwalmdach; rechtwinklig anschließender Ökonomiebau; 18. Jahrhundert

Das Winkelgehöft ist ein gut überliefertes Beispiel für die regionaltypische Hofform des 18. Jahrhunderts. Die architektonische Ausprägung mit Kniestock und Krüppelwalmdach verweist auf eine ökonomisch gesicherte bäuerliche Existenz und zeigt zugleich die funktionale und gestalterische Einheit von Wohnen und Wirtschaften. Als authentisch erhaltene bäuerliche Hofanlage besitzt das Ensemble hohen siedlungs- und sozialgeschichtlichen Wert im Kontext der ländlichen Baukultur jener Zeit.

98771366 BW
Wegkreuz Schwimmbadstraße
(Karte)
Kruzifixus aus Stein, betende Muttergottes am Kreußfuß, Sockel mit Inschriften (Bibelvers und Gebetsaufruf), 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Das Wegkreuz ist Ausdruck der tief verwurzelten katholischen Volksfrömmigkeit im ländlichen Raum. Die figürliche Ausgestaltung mit Maria am Kreuzfuß und die Inschriften mit Bibelvers und Gebetsaufruf bezeugen eine theologisch geprägte Alltagskultur, in der öffentliche Glaubenszeichen zugleich Orte der persönlichen Andacht wie auch kollektive Sinnstiftung waren. Als steinernes Zeugnis religiöser Praxis und privater Stiftungstradition verkörpert das Kreuz eine enge Verbindung von Glauben, Landschaft und Gemeindeleben im konfessionell geprägten 19. Jahrhundert.

98778598 BW
Doppelwohnhaus Steckenstraße 3, 5
(Karte)
Zweigeschossiger und traufständiger verputzter Fachwerkbau auf einem massiven Sockel, Krüppelwalmdach, 18. Jahrhundert

Das Gebäude ist ein typisches Beispiel städtischer oder dörflich verdichteter Wohnbebauung jener Zeit. Die Kombination aus massivem Sockelgeschoss, verputztem Fachwerk und Krüppelwalmdach verweist auf handwerklich anspruchsvolle Bauweise und bürgerliche Bauherren mit ökonomischer Stabilität. Als seltener überlieferter Doppelbau besitzt das Gebäude besonderen bau- und sozialgeschichtlichen Wert, da es gemeinschaftliches Wohnen sowie Raumnutzung und Eigentumsverhältnisse im historischen Kontext anschaulich dokumentiert.

98771395 BW
Winkelgehöft: Wohnhaus Steckenstraße 7
(Karte)
Zweigeschossig, Obergeschoss und Giebel in unverputztem Fachwerk mit Zierelementen, Satteldach; zugehörige Scheune und Schopf mit Durchfahrt, um 1700

Das Winkelgehöft ist ein herausragendes Zeugnis ländlicher Bau- und Wirtschaftsweise der frühen Neuzeit, dessen überliefertes Erscheinungsbild tief in die bäuerliche Lebenswelt jener Zeit zurückreicht. Der zweigeschossige Wohnbau mit unverputztem Fachwerk im Obergeschoss und reich verzierten Zierelementen am Giebel zeugt von qualitätvoller Zimmermannskunst und einem ausgeprägten Repräsentationsbedürfnis innerhalb des agrarisch geprägten Milieus. In Verbindung mit der zugehörigen Scheune, dem Schopf und der Durchfahrt bildet das Ensemble eine funktional und gestalterisch geschlossene Einheit mit hohem siedlungs-, sozial- und handwerksgeschichtlichem Aussagewert.

98771402 BW
Wohnhaus Steckenstraße 10
(Karte)
Zweigeschossig, hoher Kellersockel, Obergeschoss und Giebelfeld mit Zierfachwerk, Satteldach, 1580 (i)

Das Haus Fey ist ein herausragendes Zeugnis der ländlich-bürgerlichen Baukultur der deutschen Renaissance am Oberrhein. Errichtet im Jahr 1580, dokumentiert es eindrucksvoll den Bautyp eines Wein- und Ackerbauernhauses mit repräsentativem Zierfachwerkgiebel und traditioneller Binnenstruktur mit Ern. Als eines der wenigen Gebäude Herbolzheims, das den Dreißigjährigen Krieg überdauerte, ist es ein bedeutender baulicher Überrest aus der wirtschaftlich aufstrebenden Zeit vor der Marktrechtsverleihung 1589. Seine qualitätvolle Gestaltung mit Fachwerkornamentik, Giebellaube und bauzeitlichen Ausstattungsfragmenten veranschaulicht die Verbindung bäuerlicher Funktion mit städtischer Repräsentation. Die bis ins Detail dokumentierte Baugeschichte mit Inschriften, Hauszeichen und Steinmetzzeichen erlaubt tiefe Einblicke in die handwerkliche und soziale Realität der Zeit. Als kulturhistorisches und denkmalpflegerisch mustergültig restauriertes Objekt besitzt das Haus Fey einen hohen dokumentarischen, exemplarischen und identitätsstiftenden Wert.

1203952 BW
Wohnhaus Steigstraße 4
(Karte)
Zweigeschossig und giebelständig mit Krüppelwalmdach, verputztes Fachwerk auf massivem Erdgeschoss, Krüppelwalmdach, 18. Jahrhundert

Das giebelständige Wohnhaus mit Krüppelwalmdach aus dem 18. Jahrhundert ist ein anschauliches Beispiel traditioneller Baukultur im Übergang zwischen ländlicher und kleinstädtischer Architektur. Der zweigeschossige Fachwerkbau auf massivem Erdgeschoss vereint funktionale Stabilität mit gestalterischer Disziplin; das verputzte Fachwerk und das charakteristische Dach zeugen von handwerklicher Sorgfalt und sozialem Selbstverständnis seiner Bauherren. In seiner erhaltenen Substanz und Typologie besitzt das Gebäude bau- und siedlungsgeschichtlichen Wert als Vertreter regionaltypischer Wohnformen der frühen Neuzeit.

98771419 BW
Wegkreuz Waldweg
(Karte)
Kruzifixus Sockel in Stein, Kreuz und Christus Holz, bekrönt von Hahn, 1909 (i), am Ort einer abgegangenen Kapelle aufgestellt

Das 1909 errichtete Wegkreuz markiert in traditioneller Formensprache einen historisch bedeutsamen Ort und erinnert an eine abgegangene Kapelle. Der steinerne Sockel trägt ein hölzernes Kreuz mit geschnitztem Kruzifixus, das von einem symbolträchtigen Hahn bekrönt wird – ein Verweis auf christliche Bußtradition und die Passion Christi. In seiner materiellen Gestaltung und seiner situativen Verortung kommt dem Kreuz ein hoher erinnerungskultureller und religiöser Stellenwert zu.

98768951 BW
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Tutschfelden

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Streckgehöft: Wohnhaus Biehnestraße 2, 2 a
(Karte)
Eingeschossiger giebelständiger und verputzter Massivbau mit Satteldach auf hohem Kellersockel; rückwärtige Scheune; 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Das Streckgehöft steht für die bäuerliche Wirtschaftsweise der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es spiegelt die funktionale Abfolge von Wohnen und Wirtschaften entlang der Parzellenstruktur wider. Die bauliche Disposition verweist auf ressourcenschonende Erweiterungsstrategien unter Wahrung der Eigentums- und Erschließungsverhältnisse. Als Ausdruck historischer Agrarorganisation dokumentiert das Gehöft die Kontinuität überlieferter Siedlungsformen in einer von Modernisierungstendenzen bereits berührten ländlichen Gesellschaft.

98776002 BW
Wohnhaus Biehnestraße 4
(Karte)
Eingeschossiger und giebelständiger, unverputzter Fachwerkbau auf auf niedrigem massiven Kellersockel, Satteldach, am Kellerbogen 1804 (i)

Das Wohnhaus dokumentiert die handwerkliche Bauweise und Wohnkultur des frühen 19. Jahrhunderts in ländlichen Regionen. Die datierte Kellerzone liefert einen wichtigen Anhaltspunkt zur zeitlichen Einordnung und unterstreicht die Kontinuität regionaler Bautraditionen.

98778546 BW

Weitere Bilder
Evang. Kirche mit Kirchhof: Kirche Ruländerstraße 22
(Karte)
Saalbau mit Dachreiter, Türsturz 1806 (i), errichtet nach Plänen von Friedrich Weinbrenner Karlsruhe, 1807 (a); Orgel von B. Schaxel; weitere Ausstattung (u.a. aus dem Kloster Ettenheimmünster) und Zubehör

Die Tutschfeldener Kirche ist ein ländlich-klassizistisches Meisterwerk Weinbrenners, das frühneuzeitliche Reformarchitektur mit regionaler Glaubenspraxis verbindet. Ihre Ausstattung aus Kloster Ettenheimmünster zeugt von einer bewussten Einbindung kirchlicher Tradition in eine Gemeinde, die nach den Umbrüchen der Reformation neue religiöse Identität suchte. Die originale Schaxel-Orgel wiederum stellt ein einzigartiges Zeugnis elsässischer Orgelbaukunst und liturgischer Musikpraxis dar und hebt den kirchlichen Raum auf künstlerischem Niveau hervor. Together, Baukunst, Ausstattung und Instrument vereinen sich zu einem ensemblehaften Kulturdenkmal von hohem kunsthistorischem und liturgisch-sozialem Wert.

98778553
( Wikidata)
Sandmühle: Wohnhaus Weinstraße 2 a, 2 b
(Karte)
Eingeschossiger und giebelständiger, unverputzter Fachwerkbau auf hohem massiven Kellergeschoss, am Eckständer 1819 (i); Mühlengebäude, dreigeschossig, mit technischer Einrichtung; wasserbauliche Anlagen; 19./20. Jahrhundert

Die Sandmühle in Tutschfelden diente der Vermahlung von Sand, einem wichtigen Rohstoff für Bau und Handwerk, und stellt damit einen speziellen Typ von Mühlenbetrieb dar. Ihre Nutzung der Wasserkraft spiegelt die frühindustrielle Technik und das Bemühen um Ressourceneffizienz im ländlichen Raum wider. Als technische Anlage verbindet sie ökologische Anpassung mit ökonomischer Funktionalität und ist Ausdruck regionaler Handwerks- und Industriegeschichte. Die bauliche Substanz und die wasserbaulichen Anlagen sind wertvolle Zeugnisse der historischen Nutzung erneuerbarer Energien vor der Elektrifizierung. Insgesamt besitzt die Sandmühle eine herausragende kulturhistorische Bedeutung als Symbol für die Verflechtung von Natur, Technik und Wirtschaft im 19. Jahrhundert.

98778349 BW
Schulhaus Weinstraße 4
(Karte)
Zweigeschossig mit Walm- bzw. Krüppelwalmdach, 1906/07 (a) nach Plänen des Werkmeisters Ochsner aus Kenzingen

Das Schulhaus verkörpert den Anspruch auf eine funktional durchdachte und zugleich gestalterisch hochwertige Bildungsarchitektur zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Seine qualitätsvolle Ausführung mit Walm- bzw. Krüppelwalmdach reflektiert das Selbstverständnis kommunaler Bauträger, die Bildung als zentrale Aufgabe der modernen Gesellschaft verstanden und architektonisch sichtbar machten. Als Werk eines namentlich bekannten Baumeisters besitzt das Gebäude zudem dokumentarischen Wert für das regionale Bauwesen der Kaiserzeit und veranschaulicht das Zusammenspiel von bürgerlicher Reformpädagogik, kommunaler Identität und staatlich regulierter Schularchitektur.

98778357 BW
Laufbrunnen mit polygonalem Trog und neuerem quadratischem Stock Weinstraße 19
(Karte)
Am Trog 1799 (i)

Der Laufbrunnen ist ein bedeutendes Zeugnis öffentlicher Wasserversorgung im ausgehenden 18. Jahrhundert und dokumentiert die infrastrukturelle Entwicklung ländlicher Gemeinden vor der Industrialisierung. Die ungewöhnliche polygonale Form des Trogs hebt ihn aus der Vielzahl funktionaler Brunnenanlagen hervor und verweist auf qualitätsvolle handwerkliche Ausführung. Trotz späterer Erneuerung des Brunnestocks bewahrt der historische Trog den authentischen Kern der Anlage und besitzt hohen dokumentarischen Wert für die Alltags-, Technik- und Sozialgeschichte des dörflichen Gemeinwesens.

98778561 BW
Gehöft Weinstraße 56
(Karte)
Ehemals Gasthof zum Löwen: Wohnhaus, zweigeschossig und traufständig auf massivem Kellersockel, Obergeschoss unverputztes Zierfachwerk, Krüppelwalmdach; Back-Brennhaus; 18. Jahrhundert

Der ehemalige Gasthof ist ein bedeutendes Beispiel für die ländliche Baukultur des 18. Jahrhunderts. Das zweigeschossige Wohnhaus mit traufständiger Ausrichtung auf massivem Kellersockel und unverputztem Zierfachwerk im Obergeschoss zeugt von der handwerklichen Bauweise jener Zeit. Das Krüppelwalmdach ist ein typisches Merkmal für die Region und Epoche. Das Back-Brennhaus ergänzt das Ensemble funktional und unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung des Anwesens im 18. Jahrhundert. Insgesamt stellt das Gebäude einen wertvollen Bestandteil der regionalen Architektur- und Sozialgeschichte dar.

98778576 BW
Ehem. Pfarrhof: Wohnhaus Weinstraße 58
(Karte)
Zweigeschossiger und traufständiger, verputzter Fachwerkbau mit Walmdach und großer Torfahrt, darüber Inschriftentafel: „H:DOM:AEDIF. MDCCCVI. QUESTORE CH:HERBST/M. ARCHITECTO. LVDOV:KRAEMER/PASTORE HENR:GREINER/LAPIDARIO. SCHILLING“, 1806 (i), im Torbogen „renoviert 1953“ (i); rückwärtige große Pfarrscheune abgegangen

Der ehemalige Pfarrhof ist ein ortsbildprägender Vertreter des Pfarrhausbaus des frühen 19. Jahrhunderts. Das zweigeschossige, traufständige Wohnhaus mit verputztem Fachwerk, Walmdach und prägnanter Torfahrt steht in der Tradition südwestdeutscher Pfarrhausarchitektur jener Zeit. Besonders herausragend ist die qualitätvolle Bauinschrift über der Torfahrt, die mit ihrem formalisierten lateinischen Text an barocke und frühneuzeitliche Bauinschriften anknüpft und zugleich den Übergang in die neuzeitliche Baupraxis dokumentiert. Sie nennt nicht nur das Baujahr 1806, sondern auch die maßgeblich an Planung und Bau Beteiligten: den Quästor Christoph Herbst als für die Finanzierung Zuständigen, den Baumeister Ludwig Krämer, den damaligen Ortspfarrer Heinrich Greiner sowie den ausführenden Steinmetz Schilling. Diese ungewöhnlich detaillierte Nennung aller Bauverantwortlichen gibt seltene Einblicke in das lokale Bauwesen und die Arbeitsorganisation einer ländlichen Kirchengemeinde jener Zeit. Der Verlust der rückwärtigen Pfarrscheune schmälert die baugeschichtliche Aussagekraft der Gesamtanlage, beeinträchtigt jedoch nicht die Wertigkeit des Wohnhauses als solitärem Zeugnis der Pfarrhofkultur. Die spätere Renovierung von 1953, im Torbogen dokumentiert, ergänzt die historische Schichtenfolge ohne den bauzeitlichen Charakter wesentlich zu überformen.

In bauhistorischer wie sozialgeschichtlicher Hinsicht kommt dem Gebäude aufgrund der qualitätvollen Ausführung und der überlieferten Bauinschrift ein hoher dokumentarischer und exemplarischer Wert zu. Es stellt ein anschauliches Beispiel für den selbstbewussten, von kirchlicher Verwaltung getragenen Pfarrhausbau im ausgehenden Alten Reich bzw. in der Übergangszeit zum modernen Staatswesen dar.

98778584 BW
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Wagenstadt

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Wegekreuz Stegacker
(Karte)
Kruzifixus, Kreuzbalken dreipassförmig endend, Sockel und Kreuzfuß geschwungen, am Kreuzfuß Totenschädel, Stifterinschrift am Sockel, roter Buntsandstein, 1827 (i)

Das Wegekreuz besitzt hohen historischen und künstlerischen Wert, da es als Zeugnis der Volksfrömmigkeit und regionalen Steinmetzkunst des frühen 19. Jahrhunderts gilt. Die qualitätsvolle Ausführung verleiht dem Objekt eine besondere kulturgeschichtliche Aussagekraft. Seine Erhaltung ist bedeutsam, da es nicht nur das religiöse Brauchtum dokumentiert, sondern auch zur Identität und zum charakteristischen Landschaftsbild der Region beiträgt.

98778782 BW
Gehöft: Wohnhaus Am Stockbrunnen 3
(Karte)
Eingeschossig und giebelständig, verputzt mit Kniestock und Satteldach, rückwärtig Scheune; kleiner Ökonomiebau auf dem Hof; 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Das Gehöft besitzt historischen Wert als Zeugnis der agrarischen Wirtschafts- und Sozialstruktur des späten 19. Jahrhunderts. Es veranschaulicht den Übergang von traditionellen Bauweisen zu einer funktional geprägten Baukultur im ländlichen Raum. Die erhaltene Gebäudeanordnung dokumentiert typische Betriebsabläufe und Lebensverhältnisse jener Zeit. Als materieller Ausdruck der kleinbäuerlichen Existenzweise und ihrer baulichen Umsetzung kommt dem Anwesen dokumentarische und exemplarische Bedeutung für die regionale Siedlungs- und Wirtschaftsgeschichte zu.

98778617 BW
Winkelgehöft: Wohnhaus Am Stockbrunnen 4
(Karte)
Zweigeschossiger und giebelständiger verputzter Bau mit Krüppelwalmdach; rückwärtige Scheune in Fachwerkbauweise; 18. Jahrhundert

Das Gehöft veranschaulicht die für das 18. Jahrhundert typische Bau- und Wirtschaftsstruktur im ländlichen Raum und besitzt daher sowohl sozial- als auch wirtschaftsgeschichtliche Aussagekraft. Seine überkommene bauliche Struktur macht es zu einem wichtigen Zeugnis der historischen Siedlungsentwicklung.

98778625 BW
Gehöft: Wohnhaus Gottfried-Greschbach-Straße 10
(Karte)
Eingeschossiger und giebelständiger Massivbau auf hohem Kellersockel, seitliche Erschließung über Außentreppe, unverputzter Fachwerkgiebel mit Wetterdach, Satteldach; zugehörige Scheune; 18. Jahrhundert

Das Gehöft besitzt historischen Wert als anschauliches Zeugnis ländlicher Bau- und Lebensweise des 18. Jahrhunderts. Die charakteristische Kombination von massivem Erdgeschoss mit hohem Sockel und Fachwerkgiebel dokumentiert konstruktive Traditionen und regionale Bautypik dieser Zeit. Die erhaltene funktionale Einheit von Wohnhaus und Scheune verdeutlicht historische Wirtschaftsstrukturen und soziale Verhältnisse im ländlichen Raum.

98778649 BW
Dreiseitgehöft: Wohnhaus Herbolzheimer Straße 2
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach in Ecklage; Scheune, Schopf und Hofmauer; um 1800

Das Dreiseitgehöft besitzt historischen Wert als Zeugnis der agrarisch geprägten Wirtschafts- und Sozialstruktur um 1800. Die geschlossene Anordnung von Wohnhaus, Scheune, Schopf und Hofmauer verdeutlicht die funktionale Organisation und die ökonomischen Rahmenbedingungen eines landwirtschaftlichen Betriebes dieser Zeit. Der zweigeschossige Massivbau mit Walmdach des Wohnhauses steht für den Übergang von handwerklich-traditionellen zu bürgerlich geprägten Bauformen im ländlichen Kontext.

98778657 BW
Winkelgehöft: Wohnhaus Herbolzheimer Straße 6
(Karte)
Eingeschossiger und giebelständiger Fachwerkbau (verkleidet) auf massivem Kellersockel, Wetterdach als Fußwalm am Giebel, Satteldach; Scheune, Fachwerkkonstruktion mit Satteldach; 18. Jahrhundert

Das Winkelgehöft besitzt historischen Wert als authentisches Zeugnis ländlicher Bau- und Wirtschaftsweise des 18. Jahrhunderts. Es dokumentiert traditionelle Konstruktionsweisen, soziale Verhältnisse und die funktionale Organisation bäuerlicher Betriebe jener Zeit. Die überkommene bauliche Einheit veranschaulicht die Siedlungs- und Wirtschaftsgeschichte des ländlichen Raums in prägnanter Weise.

98778666 BW
Parallelgehöft: Wohnhaus Herbolzheimer Straße 7
(Karte)
Eingeschossiger und traufständiger verputzter Bau auf hohem Kellersockel mit Krüppelwalmdach; rückwärtige Scheune; 18. Jahrhundert

Das Parallelgehöft besitzt hohen historischen Wert als gut erhaltenes Zeugnis ländlicher Baukultur des 18. Jahrhunderts. Die Bauweise mit hohem Kellersockel und Krüppelwalmdach dokumentiert regionale Konstruktionstraditionen und Anpassungen an klimatische sowie funktionale Anforderungen. Die Kombination von Wohnhaus und rückwärtiger Scheune veranschaulicht die historische Wirtschaftsstruktur und die Lebensweise bäuerlicher Familien dieser Epoche.

98778674 BW
Winkelgehöft: Wohnhaus Herbolzheimer Straße 9
(Karte)
Eingeschossiger und giebelständiger, unverputzter Fachwerkbau auf massivem Kellersockel mit Krüppelwalmdach, Erschließung über Außentreppe; zugehörige Scheune; 1. Hälfte 19. Jahrhundert

Das Gehöft besitzt historischen Wert als prägnantes Zeugnis der ländlichen Bau- und Wirtschaftsweise der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die unverputzte Fachwerkbauweise auf massivem Kellersockel dokumentiert traditionelle Handwerkskunst und regionale Bautraditionen in einer Zeit des sozialen und wirtschaftlichen Wandels. Die erhaltene funktionale Einheit von Wohnhaus und Scheune veranschaulicht die Kontinuität agrarischer Lebens- und Arbeitsstrukturen im Übergang vom Vormärz zur Industrialisierung.

98778682 BW

Weitere Bilder
Pfarrkirche St. Mauritius und Kirchhof: Saalkirche mit polygonalem Chorschluß und Dachreiter Kenzinger Straße 3
(Karte)
1740 (a), Chor mit spätgotischen Teilen, historische Ausstattung und Zubehör; Kirchhof; Friedhofkreuz, Kruzifixus aus Sandstein, 1840 (i)

Die Pfarrkirche St. Mauritius in Wagenstadt und ihr zugehöriger Kirchhof sind historisch bedeutsam, da sie die fortdauernde sakrale und gemeinschaftliche Kontinuität des Dorfes über mehrere Jahrhunderte repräsentieren. Die Kombination eines barocken Saalbaus mit spätgotischen Chorfragmenten dokumentiert die architektonische Schichtung und den Wandel liturgischer Bedürfnisse, wodurch sowohl Tradition als auch Anpassung an neue religiöse Anforderungen sichtbar werden. Das Friedhofskreuz von 1840 verstärkt den historischen Wert als Ausdruck lokaler Erinnerungskultur und christlicher Symbolik, die die enge Verknüpfung von Glauben, Bestattungspraxis und sozialer Identität im ländlichen Raum unterstreicht.

98778691
( Wikidata)
Gefallenendenkmal Dorfplatz
(Karte)
Sandsteinstele mit Inschriften, um 1960

Das Gefallenendenkmal in Wagenstadt verkörpert die Auseinandersetzung der Dorfgemeinschaft mit den Folgen der Weltkriege in einer Zeit gesellschaftlichen Umbruchs und beginnender Vergangenheitsbewältigung. Als reduzierte Sandsteinstele mit Namensinschriften betont es die individuelle Erinnerung innerhalb eines kollektiven Gedenkens und zeigt, wie auch nach dem Ende traditioneller Heldengedenkkultur Orte des stillen Mahnens und der lokalen Trauer geschaffen wurden. In seiner Gestaltung vereint das Denkmal zurückhaltende Formensprache mit dauerhaftem Material und dokumentiert so die ethische Verantwortung für Erinnerung im öffentlichen Raum.

98778706 BW
Laufbrunnen Kenzinger Straße 7
(Karte)
Rechteckiger Trog mit kugelbekröntem Stock, Naturstein, 18. Jahrhundert

Der schlichte, handwerklich qualitätvoll gearbeitete Brunnen dokumentiert die wassertechnische Infrastruktur und die Alltagskultur des dörflichen oder kleinstädtischen Lebens im 18. Jahrhundert. Als ortsfestes technisches Kleindenkmal besitzt der Brunnen sowohl dokumentarischen als auch ortsbildprägenden Wert. Seine traditionelle Gestaltung mit rechteckigem Trog und Stock mit Kugelaufsatz ist typisch für den ländlichen südwestdeutschen Raum jener Zeit. In funktionaler, handwerklicher und sozialgeschichtlicher Hinsicht stellt der Brunnen ein anschauliches Zeugnis der historischen Trinkwasserversorgung dar und besitzt daher historischen Wert.

98778610 BW
Gehöft: Wohnhaus Kenzinger Straße 9
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter und traufständiger Massivbau mit Satteldach, am Türsturz 1771 (i); zugehörig Schopf und Scheune, Fachwerkbauweise; Hofmauer mit Torbogen, 1868 (i)

Das Gehöft besitzt historischen Wert als charakteristisches Zeugnis ländlicher Baukultur des späten 18. Jahrhunderts, belegt durch die datierte Bauinschrift 1771. Die Kombination eines zweigeschossigen Massivwohnhauses mit den zugehörigen Fachwerkscheunen und dem Hof mit Torbogen spiegelt die soziale und wirtschaftliche Struktur bäuerlicher Betriebe jener Zeit wider. Die erhaltene Gesamtkonstellation dokumentiert sowohl bauliche Traditionen als auch die funktionale Organisation agrarischer Anwesen in der Region.

98778713 BW
Vierseitgehöft: Wohnhaus Kenzinger Straße 24
(Karte)
Zweigeschossiger und traufständiger verputzter Fachwerk- und Massivbau, Schopfwalmdach, mit Tordurchfahrt, am Torbogen 1804 (i); rückwärtige Ökonomiegebäude

Das Vierseitgehöft mit seinem zweigeschossigen, traufständigen Wohnhaus und den rückwärtigen Ökonomiegebäuden dokumentiert beispielhaft die gehobenen dörflichen Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse zu Beginn des 19. Jahrhunderts und ist damit ein bedeutendes Zeugnis der regionalen Bau- und Sozialgeschichte. Die charakteristische Bauweise unterstreicht den hohen dokumentarischen und identitätsstiftenden Wert der Anlage für das Ortsbild und die Kulturlandschaft.

98778744 BW
Gewölbebrücke aus Sandsteinquadern über den Bleichbach mit Geländern Mühlenstraße 8
(Karte)
Spätes 19. Jahrhundert

Die Gewölbebrücke aus Sandsteinquadern über den Bleichbach ist ein Beispiel für die nachhaltige Bauweise des späten 19. Jahrhunderts, die technische Funktionalität mit regionaltypischer Materialität verbindet. Als robustes Infrastrukturdenkmal dokumentiert sie den Ausbau des Verkehrsnetzes in ländlichen Gebieten und die zunehmende Bedeutung zuverlässiger Verkehrsverbindungen für Handel und Alltag. Die Verwendung von Sandsteinquadern und die klassische Gewölbekonstruktion verweisen auf handwerkliche Traditionen und eine Bauästhetik, die Beständigkeit und lokale Identität gleichermaßen repräsentiert.

98778790 BW
Friedhofmauer und Friedhofkreuz des Friedhofs Wagenstadt Oesterlei
(Karte)
1. Hälfte 19. Jahrhundert

Die Friedhofmauer und das zentrale Friedhofkreuz des Wagenstadter Friedhofs aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind bedeutende Zeugnisse der sepulkralen Kultur dieser Zeit, in der sich eine neue Sensibilität für Begrenzung, Ordnung und Sakralität des Totenraums ausbildete. Die Mauer definiert den Friedhof als heiligen und geschützten Ort innerhalb der Dorfgemeinschaft, während das zentrale Kreuz als theologischer und gestalterischer Fokus das christliche Verständnis von Tod und Auferstehung sichtbar verankert. In ihrer überlieferten Einheit veranschaulichen Mauer und Kreuz den Wandel vom rein funktionalen Begräbnisfeld hin zu einem bewusst gestalteten Ort des religiösen Gedenkens und der kollektiven Memoria.

98778753 BW
Wegkreuz Sonnenhof 1
(Karte)
Kruzifixus, Muttergottes am Kreuzfuß, Postament mit Inschrift, Sandstein, 1885 (i), erneuert 1998 (i)

Das Wegkreuz von 1885 dokumentiert eindrucksvoll die volksreligiöse Frömmigkeit des späten 19. Jahrhunderts im ländlich-katholischen Raum. Die qualitätvolle Darstellung des Kruzifixus sowie der Muttergottes am Kreuzfuß, kombiniert mit der überlieferten Inschrift und der erneuernden Maßnahme von 1998, bezeugen eine ungebrochene Traditionspflege und verleihen dem Objekt ortsbildprägenden und kulturgeschichtlichen Aussagewert.

98771438 BW
Wegkreuz Speckertshalten
(Karte)
Kruzifixus, Maria am Kreuzfuß; Kreuzbalken lilienförmig endend, Sandstein, weiß übermalt, „errichtet Joseph Bühlmann Wittwe 1888“ (i)

Das Wegkreuz von 1888 ist ein aussagekräftiges Zeugnis der spätbiedermeierlichen bis historistischen Frömmigkeitskultur im ländlichen Raum, in der private Stiftung und öffentlich sichtbares Bekenntnis eng miteinander verknüpft waren. Die figürliche Darstellung Mariens am Kreuzfuß sowie die lilienförmigen Kreuzbalken verweisen auf eine marianisch geprägte Volksfrömmigkeit und auf die symbolhafte Verbindung von Leid, Reinheit und Hoffnung. In der Stiftung durch die Witwe Bühlmann artikuliert sich zudem die enge Verflechtung von persönlicher Trauerbewältigung, familiärer Memoria und öffentlichem Glaubenszeugnis – eine Ausdrucksform, die das soziale und religiöse Gefüge des späten 19. Jahrhunderts anschaulich widerspiegelt.

98778776 BW
Winkelgehöft: Wohnhaus Wilhelm-Oesterle-Straße 5
(Karte)
Eingeschossiger und giebelständiger, verputzter Bau mit Satteldach auf hohem Kellersockel; Scheune in Fachwerk mit Satteldach; Hofmauer; 1. Hälfte 19. Jahrhundert

Das Winkelgehöft ist ein anschauliches Zeugnis der ländlichen Bau- und Wirtschaftsstruktur der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und dokumentiert die typische Ausprägung regionaler Hofanlagen jener Zeit. Seine Erhaltung ist von besonderem historischen Wert, da es die Entwicklung der dörflichen Siedlungs- und Sozialgeschichte sowie die Anpassung an wirtschaftliche Rahmenbedingungen exemplarisch widerspiegelt.

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Einzelnachweise

Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.

Commons: Kulturdenkmale in Herbolzheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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