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Liste der Kulturdenkmale in Langenburg

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In der Liste der Kulturdenkmale in Langenburg sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Langenburg im Landkreis Schwäbisch Hall in Baden-Württemberg aufgelistet.

Wappen von Langenburg

Legende

Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.

  • Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen: Datei hochladen
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  • Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
  • Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
  • ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg

Abkürzungen

Kulturdenkmale nach Ortsteilen

Atzenrod

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Brunnen Blaufelder Straße 19
(Karte)
Gusseiserner Laufbrunnen mit einfach ornamentiertem Brunnenstock und langem, rechteckigem Brunnentrog, 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Der Brunnen ist ein charakteristisches Beispiel eines ländlichen Brunnentyps sowie - von der Herstellungsart - der industriellen Gusseisentechnik im 19. Jahrhundert. Der Brunnen ist ein Zeugnis der früheren Wasserversorgung und damit der historischen Lebensweise. Das historische Straßen- bzw. Ortsbild wird von ihm mitgeprägt.

100755202BW
Streckgehöft Blaufelder Straße 32
(Karte)
Zweiteilige Baugruppe aus Wohnstallteil und Scheune, Wohnhaus zweigeschossig, Satteldach mit Glockenträger, gemauertes, traufseitig erschlossenes Erdgeschoss mit Stockwerksgurt, Obergeschoss verputztes Fachwerk, Scheunenteil mit Satteldach, Fachwerk mit dekorativem Band aus Andreaskreuzen, 1886

Das Gebäude stellt durch den Haustyp und die sorgfältige handwerkliche Gestaltung einschließlich des hölzernen Glockenstuhls auf dem Wohnteil ein wichtiges Element für das historische Straßen- und Ortsbild dar. Der hohe Scheunenteil aus Sichtfachwerk ist mit seinem dekorativen Band aus Andreaskreuzen als neuere Scheunenform in nur wenigen Varianten in der Region erhalten.

100755798BW
Gehöft Blaufelder Straße 49
(Karte)
Bestehend aus: Wohnstallhaus, zweigeschossiger, verputzter Fachwerkbau mit Satteldach, traufseitige Erschließung mit Freitreppe, axial geordnete Fenster, innen stuckgerahmte Decken mit Deckenspiegel, Dachkammer mitaufwendiger Türstockbearbeitung, im Kern 17. Jahrhundert, aufgestockt unter Verwendung alter Fachwerkhölzer, zum Teil mit Verblattungsansätzen, 1872; nördlich langgestreckte Fachwerkscheune, mit Gewölbekeller, 18. Jahrhundert, verlängert 1861, und als Verbindungsgebäude zum Hauptgebäude Schweine- bzw. Hühnerstall, 19. Jahrhundert; südwestlich Fachwerkscheune, doppeltenniger Bau auf niederem Steinsockel, gestickte Gefache, 17./18. Jahrhundert, davor Laufbrunnen mit längerem und kürzerem Steintrog; nördlich anschließend Pferdestall, gemauert; Back-, Wasch- und Brennhaus mit Walmdach, Fachwerkgiebel, Backofenanbau mit Walmdach, Türsturz mit Initialen, 1842 (i)

Die Baugruppe bildet eine wichtige ortsbildprägende Hofanlage und ist mit der Gesamtheit ihrer verschiedenen Funktionsbauten ein anschauliches Beispiel für die mittelbäuerliche Strukturierung des Ortes. Stuckdecken im Wohnbau wie die Ausdehnung des Komplexes sprechen für einen gewissen Wohlstand. Die Scheune ist wohl eine der ältesten im Ort, das kombinierte Back-, Wasch- und Brennhaus gehört zu dem in der Region seltenen Backhaustyp mit geschlossenem Vorraum und überdachtem Ofenanbau.

100755868BW
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Bächlingen

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Eckpfostenteil Alte Steige 9
(Karte)
Rest eines hölzernen Eckpfostens, wappenartiges Feld mit Jahreszahl 1577

Der Pfosten ist eine Spolie und stammt aus dem Haus, das zuvor an dieser Stelle stand und zum benachbarten Gasthaus Löwen gehört haben soll. Er ist einer der ältesten bekannten, datierten Eckpfosten im ganzen hohenlohischen Raum und hat Bedeutung für die Ortsbaugeschichte von Bächlingen.

100759425BW
Kelter Am Kelterplatz 4
(Karte)
Eingeschossiger Bau in Bruchsteinmauerwerk mit Eckquaderung, Walmdach, an die Kirchhofmauer gebaut, an der Schmalseite Einfahrtstor, 17. Jahrhundert

Die ehemalige herrschaftliche Weinkelter ist ein anschauliches bauliches Zeugnis für den früher bedeutenden, von den Grafen von Hohenlohe geförderten Weinbau in Bächlingen. Das Gebäude bildet zusammen mit dem benachbarten ehemaligen Schulhaus und der Kirche eine ortsbildprägende Baugruppe. 1855 ging sie nach Abschaffung des Kelterbannes in Gemeindebesitz über und ist damit ein wichtiges orts- und wirtschaftsgeschichtliches Dokument.

100759562BW
Tagelöhnerhaus Am Ziegelbach 8
(Karte)
Eingeschossiger verputzter Fachwerkbau mit steilem, überstehendem Satteldach, steinernes Hanggeschoss mit giebelseitig erschlossener, kleiner Stallung, um 1800

Das Haus ist in seinen bescheidenen Dimensionen ein anschauliches Beispiel für die im oberen Ortsteil entalng des Ziegelbachs stehenden Kleinbauern- und Tagelöhnerhäuser, die diesen Teil des Ortes prägen. Es ist ein Dokument der örtlichen Sozialgeschichte.

100759585BW
Steinbogenbrücke Am Ziegelbach 8
(Karte)
18. Jahrhundert

Die kleine Steinbogenbrücke über den Ziegelbach erschließt den Zugang zu einem Wohnplatz jenseits des Baches. Sie gehört zu den einfachen, wegen ihrer traditionellen, handwerklichen und technischen Konstruktion erhaltenswerten Beispielen des Brückenbaus.

100759600BW
Friedhof mit Einfriedungsmauer Nähe Am Ziegelbach 9
(Karte)
Steinerne Torpfosten, schmiedeeisernes Gittertor, 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Friedhöfe mit ihrer Ummauerung sind besondere kulturgeschichtliche Zeugnisse und dokumentieren die Bestattungskultur. Die Ortsrandlage, hier an der alten Langenburger Steige, ist für Anlagen des 19. Jahrhunderts charakteristisch, sie hatte geänderte Hygienevorstellungen und Vorschriften zum Hintergrund. Der Friedhof ist darüber hinaus von Bedeutung für die Ortsgeschichte.

100759495BW
Wasserkraftwerk und Mühle Großhürden 5; Mühlbach
(Karte)
Bestehend aus: Mühlengebäude an der Jagst, verputzter, zweigeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach und profilierter Traufe, erbaut 1775 (i); daran angebaut E-Werk, eingeschossige Halle in zweifarbigem Ziegelmauerwerk mit Satteldach, Giebel verputzt, große Segmentbogenfenster mit Keilsteinen, 1903/04; Stallscheune, Quadermauerwerk und Fachwerk mit Satteldach, verbretterter Giebel, angebaut Keller in Sandsteinquadern mit Satteldach und Fachwerkgiebel, rundbogiges Kellerportal, im Scheitel Initialen, 1769 (i); Mühlkanal mit Stauwehr (auf Gemarkung Gerabronn-Dünsbach)

Eine Mühle bestand in Großhürden bereits 1357. Die Mühlanlage ist deshalb von siedlungs- und ortsgeschichtlicher Bedeutung. 1873 erfolgte die Einrichtung eines Sägewerkes und 1903/04 die Umrüstung zu einem Wasserkraftwerk mit damals noch selten eingebautem Wechselstromaggregat. Der dafür errichtete Anbau ist ein gut proportioniertes Beispiel der Industriearchitektur im frühen 20. Jahrhundert, hier insbesondere für eines der kleinen, frühen Wasserkraftwerke. Die Einrichtung des E-Werks erfolgte zur Stromversorgung der damaligen Oberamtsstadt Gerabronn und bediente wohl ab 1910 auch Bächlingen. Ein Teil der alten Einrichtung ist heute noch in Betrieb; das Wasserkraftwerk zählt deshalb zu den technischen Kulturdenkmalen und veranschaulicht den funktionalen Wandel im Mühlengewerbe vom 18. zum 20. Jahrhundert.

Zur früheren Mühle gehört auch die benachbarte Fachwerkscheune; ihr Keller ist eines der wenigen, gut erhaltenen baulichen Zeugnisse Großhürdens für den früher wichtigen Weinbau an den Jagsttalhängen.

100761843BW
Herrenmühle Herrenmühle 1; Mühlbach
(Karte)
Bestehend aus: Mühlengebäude, breiter zweigeschossiger Massivbau mit Satteldach, verputzt, im Erdgeschoss giebelseitig Eingänge in Sandsteingewänden, einer mit Keilstein im Sturz, im Obergeschoss gekuppelte Fenster in gefasten Gewänden und vermauerte (Kanonen)Kugel, im Kern um 1500, umgebaut 1837 (i); Wasserkraftwerk, zweigeschossiger Bau, Satteldach auf geschnitzten Bügen und mit geschnitzten Ortgangbrettern, kurzer Verbindungsflügel zur Mühle, Erdgeschoss massiv und verputzt, Inschrift im Sturz des Eingangs, Obergeschoss in Fachwerk, erbaut für Johann Conrad Pfeiffer, 1897 (i); Mühlkanal mit Stauwehr

Die Herrenmühle gehört mit großer Wahrscheinlichkeit zu den sechs um 1357 erwähnten Mühlen der Herrschaft Langenburg. Das ehem. Mühlengebäude ist aufgrund seines hohen Baualters ein wichtiges historisches Dokument, das auch siedlungsgeschichtliche Aufschlüsse gibt. Die Besitzer der Mühle (früher auch Untere Mühle, Aumühle und Weißenmühle genannt) sind seit 1552 namentlich nachweisbar. 1581 kaufte die Langenburger Herrschaft die Mühle zur Versorgung von Schloss und Hofhaltung und setzte Bestandsverwalter ein. Das kleine Wasserkrtaftwerk entstand auf Eigeninitiative des damaligen Mühlenbesitzers Pfeiffer, der es noch im Jahr der Erbauung durch Vertrag zur Einrichtung und zum Betrieb einer elektrischen Anlage zur Stromerzeugung an die Stadtgemeinde Langenburg abtrat. Das kleine Wasserkraftwerk ist eines der wenigen erhaltenen frühen Beispiele aus den Anfängen der heimischen Elektrizitätsversorgung und damit auch ein technikgeschichtliches Denkmal. Es spiegelt gleichzeitig eine charakteristische Weiterentwicklung der Mühlenfunktionen zum Beginn der Industrialisierung wider.

100761893BW
Pumpstation Herrenmühle 2
(Karte)
Kleiner verputzter Massivbau mit überstehendem Walmdach, Sockel aus bossierten Sandsteinquadern, Tür und Fenster in Sandsteingewänden, Anfang 20. Jahrhundert

Der kleine Bau in Formen des Heimatstils, zählt zu den technischen Denkmälern und diente zur Wasserversorgung Langenburgs mit Grundwasser. Es stellt einen charakteristischen Vertreter der frühen Pumpstationen dar.

100761927BW
Tagelöhnerhaus Hürdener Straße 4
(Karte)
Eingeschossiges verputztes Fachwerkgebäude auf Steinsockel, Satteldach mit Aufschiebling, kleiner Stallteil, rautenförmig aufgedoppeltes Haustürblatt, um 1750

Das Haus ist in den schmalen Zwickel zwischen Jagst und Einmündung des Ziegelbachs in die Jagst gebaut und ragt mit einem Eckteil des Hauses über den Ziegelbach vor. Es ist in seiner Lage und seiner Architektur ein gut erhaltenes historisches Zeugnis für die frühere soziale Struktur der Gemeinde und die Wohn- und Lebensweise der bäuerlichen Unterschicht.

100759613BW
Handwerkerhaus Hürdener Straße 7
(Karte)
Dann Schulhaus und Rathaus, zweigeschossiger, weitgehend verputzter Bau, Satteldach mit Aufschiebling, Erdgeschoss gemauert mit großen Fenstern, Obergeschoss Fachwerk, über Eck gesetzter Hauseingang, zweiflügeliges altes Türblatt mit verglastem Oberlicht, errichtet an Stelle eines älteren Vorgängers im 18. Jahrhundert, Umbau zur Schule, 1881 (i)

Das Gebäude weist eine bewegte Bau- und Nutzungsgesichte auf. 1794 bis 1881 befand sich im Erdgeschoss eine Farb- und Mangwerkstatt, 1881 erfolgte der Umbau zur Schule, wovon die großen Fenster des Klassenraums zeugen, schließlich die Umnutzung zum Rathaus der einst eigenständigen Gemeinde. Es ist damit ein wichtiges Gebäude für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Ortes.

100759620BW
Obere Mühle Hürdener Straße 11, 14
(Karte)
Mosesmühle, bestehend aus: Mühlengebäude, zweigeschossiger Bau mit hohem, steilem Satteldach, Erdgeschoss gemauert, Obergeschoss in verputztem Fachwerk, beschnitzte Eckständer, im Kern vielleicht noch spätmittelalterlich, 1697 (i), umgebaut 1859 (i), Zwerchhausaufbau und lisenengegliederter Anbau mit Terrasse, 1894; südlich am Mühlengebäude Radstube mit Sägerei, kleiner Bau mit Krüppelwalmdach, 18. Jahrhundert; Remise und Stallscheune mit Krüppelwalmdach, Quadermauerwerk und Fachwerk, Bauinschriftafel mit Müllerzunftzeichen, 1833 (i); Bauerngarten mit Sandsteinpfosteneinfriedung und Buchsbaumheckenabgrenzung der Gartenwege

Die Mühlenanlage ist ein ganz wesentliches, ortsbildprägendes Element für Bächlingen und ein wichtiges historisches Zeugnis für die Kulturlandschaft des Jagsttals. Sie ist bereits 1357 unter den sechs Mühlen der Herrschaft Hohenlohe-Langenburg genannt und gehört deshalb zu den ältesten Mühlen der Umgebung. Sie bildet ein eindrucksvolles Zeugnis der Wirtschaftsgeschichte im Jagsttal. Die geschnitzten Eckständer am Hauptbau sind schöne Beispiele regionalcharakteristischer, traditioneller Zimmermannskunst und belegen den Wohlstand der Müller als herausgehobener Personen innerhalb des ländlichen Sozialgefüges.

100759627BW
Wohnhaus mit ehem. Bäckerei Jagsttalstraße 1
(Karte)
Langgestreckter, zweigeschossiger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss gemauert und teilweise verputzt, Obergeschoss Fachwerk, verputzt, traufseitig Vorkragung, innen alte Grundrisseinteilung mit originalen Baudetails wie u.a. geschwärztes Gebälk im Dach, Treppengeländer, Wandschränkchen, z. T. Bretterzwischenwände, im Erdgeschoss Bäckerei einschließlich Backofen und Laden mit Einrichtung; um 1700, südlicher Anbau 1840

Das Gebäude ist ein anschauliches und in dieser Vollständigkeit rares Beispiel für die frühere Wohn- und Wirtschaftsweise eines dörflichen Handwerksbauern. Es ist deshalb wirtschafts- und sozialgeschichtlich bzw. kulturgeschichtlich von Bedeutung. Das Haus steht heute in Ecklage zur neuen Straßenführung der Langenburger Straße mit neuer Jagstbrücke und stellt gerade hier ein wichtiges bauliches Element des historischen Straßen- und Ortsbildes dar.

100759679BW
Gerberei Jagsttalstraße 8
(Karte)
Zweigeschossiger, verputzter Bau mit hohem Dach für die Trockenböden, massives Erdgeschoss, Obergeschoss in teilweise freigelegtem Fachwerk, auf West-Giebelseite auch im Obergeschoss massiv mit dicker Hausteinmauer und Zwillingsfenster, im hohen Giebelteil der Westseite reiches Zierfachwerk, im Dachgeschoss Giebelgalerie, steinernes Türgewände mit kassettiertem Blatt, errichtet Ende 16./Anfang17. Jahrhundert, umgebaut und modernisiert für C. Barnickel, 1858 (i)

Das Gebäude ist ein seltenes und gut erhaltenes Beispiel eines früheren Gerberhauses. Durch seine Größe und Gestaltung ist es neben der Kirche ein herausragendes, ortsbildprägendes Element. Die Giebelgalerie im Dachgeschoss, möglicherweise nachträglich eingerichtet oder vergrößert, ist eine wesentliche Erscheinungsform der frühen Gerberhäuser, deren Trockenböden bis ins späte 16. Jh. ausschließlich über Öffnungen in den Giebelseiten belüftet wurden.

Rotgerber sind in Bächlingen bereits 1549 ansässig. Die Rotgerberei gehörte zu den angesehenen und wohlhabenden Gewerben. Für das Gebäude ist bereits für die 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts eine reiche Rotgerberfamilie mit Namen Brenner nachgewiesen. Das Rotgerbergewerbe wurde von 1824 bis ins 20. Jahrhundert durch die Familien Klein und Barnickel im Haus betrieben. Es ist damit ein wesentliches Zeugnis für die lokale Wirtschaftsgeschichte.

100759714BW
Wohnstallhaus Jagsttalstraße 10
(Karte)
Eingeschossiges Fachwerkhaus auf niederem Steinsockel mit Satteldach, traufseitig erschlossen, beschnitzter Eckpfosten mit Tulpen- und Herzmotiv sowie Initialen, erbaut für Michael Scheiterlein, 1801 (i)

Das kleine Haus steht in ortsbildprägender Lage gegenüber der Auffahrt zur 1785 erbauten, 1945 zerstörten Jagstbrücke. Ein besonderes Zier- und Baudetail und Beispiel hohenloher Handwerkskunst stellt der beschnitzte Eckpfosten dar, eine Seltenheit an eingeschossigen Bauten. Bei dem Gebäude dürfte es sich um ein Handwerker- oder ehem. Langenburger Schlossbedienstetenhaus handeln.

100759763BW
Fischhaus der Fürsten von Hohenlohe-Langenburg Jagsttalstraße 32
(Karte)
Bestehend aus: Wohnhaus des Fischmeisters, eingeschossiges, verputztes Fachwerkhaus auf steinernem Sockelgeschoss, Satteldach, profilierte Schwellen, rundbogiger Türstock mit quergeteiltem Türblatt und Messingtürklopfer in Fischform, 17. Jahrhundert; Backhaus, gemauert mit Satteldach, Eckqauderung, mit Rundbogenöffnungen im überdachten Vorraum, um 1800; Fischkastenhäuschen, langgestreckter Bau in Fachwerk mit Satteldach, Kernbau des alten, 1866 abgebrochenen Fischhauses, davor steingefasstes Wasserbecken, steinerne Säulen mit Kapitellen, im Kern wohl 2. Hälfte 16. Jahrhundert; Fischweiheranlagen im Garten

Das Fischhaus der Fürsten von Hohenlohe-Langenburg ist eine einzigartige, jahrhundertealte Anlage zur Nutzung durch den Hof. Bereits 1578 ist es im Schweickher'schen Atlas als „Vischhuß“ eingezeichnet; um diese Zeit ist in den Archivalien auch der Bau einer neuen Fischgrube bezeugt. Das Gewann hinter der Fischhausanlage trägt noch heute den Flurnamen „Fischfeld“. Das langgestreckte Fischkastenhäuschen ist der erhalten gebliebene, 1866 lediglich mit eigenem Dach versehene Gebäudeteil des alten Fischhauses, welches sich bis zum Abbruch als stattliches eingeschossiges Gebäude auch über das vorgelagerte gemauerte Wasserbecken erstreckte. Das Fischhaus wurde durch die erhalten gebliebenen steinernen Säulen gestützt, die Fachwerkaußenwände auf halbhohem Quadersockel im Erdgeschoss bildeten auf drei Seiten des Wasserbeckens eine offene Galerie mit Gang zwischen Wasserbecken und Außenwänden, die vom Fischkastenraum aus zugänglich war.

Die Fischhausanlage ist von siedlungs-, wirtschafts- und kulturgeschichtlicher Bedeutung.

100759774BW
Schulhaus Kirchstraße 5
(Karte)
In die Kirchhofummauerung eingefügter zweigeschossiger, verputzter Bau über hohem Kellergeschoss, zum Kirchhof Treppenhausvorbau mit Halbkreisfenster, Halbwalmdach, Obergeschosse in Fachwerk, Fenster axial angeordnet, 1747 (i), umgebaut im 19. Jahrhundert; freistehendes Backhaus aus Bruchsteinmauerwerk mit kleinem Vorraum mit Satteldach, ziegelgemauerter Bogen, mittig aus dem First ragender Kamin

Der Bau gibt mit seiner Kubatur und Dachform ein anschauliches Beispiel für barockzeitliche Schulhäuser. Sein Standort direkt an der Kirche ist sehr charakteristisch für frühe Schulgebäude. Die historische Baugruppe von Schulhaus mit Backhaus, Kirche, Kelter und benachbarter Fachwerkscheuer ist von großer ortsbildprägender Bedeutung. Das freistehende Backhaus belegt die Eigenversorgung des Lehrers, der seine Wohnung in der Schule hatte.

100759572BW
Ev. Pfarrkirche (St. Johannes) Kirchstraße 7
(Karte)
Verputzter Saalbau mit eingezogenem, viergeschossigem Chorturm, Langhaus mit verblattetem Fachwerkstock mit Schopfwalmdach, Turm mit vierseitigen Krüppelwalmen, Laternen und hoher Spitze in Schiefer gedeckt, nördlich Sakristeianbau mit Pultdach, Chorraum mit Kreuzrippengewölbe auf figürlichen Konsolen, mit Ausmalung (Kluge und Törichte Jungfrauen, Evangelisten, Passion, Auferstehung Christi), um 1335, Grabmal für Rezzo von Bächlingen, um 1320; im Kern wohl noch 13. Jahrhundert, Fruchkastenaufsatz auf Langhaus um 1400, erneuert 1721, Glockengeschoss des Turms 1888; Kirchhof mit Ummauerung aus Brchstein, gefastes Rundbogentor

Die Pfarrkirche inmitten des ummauerten Kirchhofs bildet den historischen Mittelpunkt Bächlingens und ist das zentrale ortsbildprägende Bauwerk. Eventuell diente sie als Wehrkirche und damit als Zuflucht für die Bevölkerung. Eine Rarität bildet der im Spätmittelalter dem Langhaus aufgesetzte Fruchtkasten zum Einlagern von Vorräten. Künstlerische Bedeutung hat die 1920 freigelegte und 1945 restaurierte Ausmalung des Chores. Sie belegt, dass auch Dorfkirchen in der Regel reich ausgemalt waren. Ein vorzüglich erhaltenes Zeugnis adeliger Memorialkultur und ritterlicher Ausrüstung in der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts gibt die figürliche Grabplatte des Rezzo von Bächlingen, die den Ortsadeligen in zeittypischer Kettenrüstung, Eisenhandschuhen, Topfhelm über der Beckenhaube und mit modischem breitem Hüftgürtel zeigt.

1191560BW
Scheune Kirchstraße 10
(Karte)
Langgestreckter Fachwerkbau mit Satteldach, Bruchsteinsockel, traufseitig große Tennentore, profiliertes Traufgesims, überdachter Kellerhals, der zu gewölbtem Keller führt, im Scheitel Initialen, 1775 (i)

Das Gebäude ist ein wichtiger Bestandteil der historischen Bebauung im Ortskern, insbesondere für das geschlossene Erscheinungsbild der ortsbildprägenden Gruppe von Kirche und Pfarrhaus. Die mehrtennige Scheuer hatte früher möglicherweise öffentliche Funktionen, eventuell als Pfarr-/ Gemeindescheuer. Größe und Standort geben hierfür Anhaltspunkte. An der Giebelseite wurden früher die Feuerhaken der Gemeinde aufbewahrt.

100759804BW
Ev. Pfarrhaus Kirchstraße 14
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Halbwalmdach, hohes, massives Erdgeschoss, verputzt und traufseitig erschlossen mit Oberlichttür zwischen Stalleingängen, Obergeschoss in konstruktivem Fachwerk mit profiliertem Traufgesims, Gewölbekeller, im Kern wohl noch 16. Jahrhundert, weitgehender Neubau 1762 (i)

Das stattliche Pfarrhaus ist ein wesentliches ortsbildprägendes Element für den historischen Ortskern. Schon in seiner Lage unweit der Kirche kommt seine Funktion als Sitz des Pfarrers zum Ausdruck. In seiner bestehenden Kubatur mit Halbwalmdach ist es ein charakteristischer Vertreter barockzeitlicher Amtsgebäude auf dem Land. In seinem Kern dürfte ältere Substanz stecken, angeblich wurde das Pfarrhaus 1576 in einem Bauernhaus eingerichtet, nachdem 1553 für kurze Zeit der Pfarrsitz nach Langenburg verlegt worden war. Bächlingen war früher Urpfarrei auch für Langenburg, spielte also kirchengeschichtlich eine regional wichtige Rolle.

100759847BW
Handwerkerhaus Langenburger Straße 6
(Karte)
Eingeschossiges verputztes Fachwerkhaus auf niederem Steinsockel, rückwärtige Traufseite teilweise in Haustein, Satteldach mit Aufschiebling, Ortgang mit geschnitzten Schabracken, Verbretterung und Zugrolle im Giebelspitz, im Stubenbereich Zwillingsfenster mit hölzernem Fensterstock, 17./18. Jahrhundert; zweigeschossiger, rückwärtiger Anbau mit steinernem Erdgeschoss (kleiner Stall) und verputztem Obergeschoss in Fachwerk (Wohnraum), 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Das Gebäude ist vom Haustyp her charakteristisch für die ländliche Unterschicht, hier Kleinhandwerker. Es ist ein anschauliches, gut erhaltenes Beispiel für die frühere Lebens- und Wirtschaftsweise und die soziale Gliederung der Gemeinde. Für das historische Straßen- und Ortsbild an der Kreuzung von Langenburger, Hürdener und Jagsttalstraße stellt es ein wichtiges ortsbauliches Element dar. Der aufwendig verzierte Ortgang belegt die Modernisierung und Erweiterung im 19. Jahrhundert unter Einfluss des Schweizerhausstils, der sich für ländliche Bauten großer Beliebtheit erfreute.

100759898BW
Steinbogenbrücke Langenburger Straße 19
(Karte)
Über den Ziegelbach mit einseitig erhaltener steinerner Brüstung, nach 1850

Die kleine Gewölbebrücke wurde im Zusammenhang mit dem Umbau der über Bächlingen führenden Fernverkehrsstraße Blaufelden-Langenburg-Künzelsau errichtet und ist damit ein Zeugnis der regionalen Verkehrsgeschichte. Darüber hinaus ist der in exakt gearbeitetem Mauerwerk ausgeführte Bau bezeichnend für steinerne Brücken des 19. Jahrhunderts und ein Beispiel traditioneller, handwerklich-technischer Brückenbaukunst der Entstehungszeit.

100759886BW
Türgewände Schmiedsgasse 5
(Karte)
Steinernes, profiliertes Gewände mit Inschrift-Keilstein, darüber steinerne Bauinschrifttafel mit Nennung der Bauherrschaft, 1848 (i)

Türgewände und Bauinschrift gehörten zur baulich stark veränderten Schmiede. Das Baudetail ist regionaltypisch, die Namensaufzählung auf der Inschrifttafel nicht ganz alltäglich. Offenbar wurde das Haus mit Hilfe eines Freundes der Familie für die Witwe des verstorbenen Michael Dörr und seine Kinder erbaut. Die Inschrift hat haus- und sozialgeschichtlichen Wert.

100762098BW
Wappentafel (über Eingang des ehem. Meiereigebäudes) Steinacher Straße 12
(Karte)
Sandstein, mit Wappen der Fürsten von Hohenlohe-Langenburg und Initialen, 1845 (i)

Die handwerklich-qualitativ gut gearbeitete Wappentafel ist ein wichtiges bauliches Dokument für die Hausgeschichte und belegt die herrschaftliche Funktion des Hauses als Meiereigebäude eines standesherrlichen Gutes der Fürsten von Hohenlohe-Langenburg im 19. Jahrhundert.

100762119BW
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Langenburg

Gesamtanlage

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID

Weitere Bilder
Gesamtanlage Langenburg Atzenroder Kirchweg 5, 9, 10, 11, 17; Bächlinger Straße 29/1, 29, 35; Bettelweg; Brauereiweg 18; Fürst-Ernst-Platz 1, 4, 16, 18, 20; Gartenstraße 2, 4, 9, 10, 11, 14, 16, 19, 20, 21, 23, 45, 47; Hagweg; Hauptstraße 1, 2, 3, 4, 6, 7, 8, 10, 11, 12, 14, 15, 16, 17, 18, 19/1, 19, 21, 22, 23, 24, 25, 27, 28, 29, 31, 32, 33, 34, 36, 39, 40, 41, 42, 46, 48, 49, 50, 51, 55, 56, 57, 58, 59, 61, 63, 64, 66/1, 66, 68, 71, 72, 73/1, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 84, 85, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 99, 103, 104, 107; Hintere Gasse 3, 7, 9, 11, 15, 19, 23, 25, 29, 33, 35, 37, 39, 41, 43, 47, 49, 51, 53, 55; Kronenbuck 4, 7, 9; Michelbacher Straße 6, 8, 10, 12, 14, 16; Regenbacher Straße 3, 6, 9, 11, 15/2, 15/3, 15, 17, 19/4, 19; Schloss 1, 2, 3, 4, 5, 6, 11, 12; Ziegelrain 4
(Karte)
Die ehemalige hohenlohische Residenzstadt Langenburg zeigt eine idealtypische Spornlage. 140 Meter hoch über dem Jagsttal bietet die Stadt mit dem vorgelagerten Schloss einen eindrucksvollen Anblick. Die ungestörten Hangbereiche dienen als grüner Sockel für die Stadt. Die Ortsgeschichte beginnt mit der Errichtung einer Höhenburg im 12. Jh. Vom Ortsadel kommt dieser Ansitz an den sich bereits eine Siedlung angelagert hatte, 1236 an die Herren von Hohenlohe. Als strategisch wichtiger Ort wurde die Burg Zug um Zug ausgebaut und massiv befestigt. Erst in der Mitte des 16. Jhs. wurde Langenburg jedoch auch Residenz. Dies hatte nicht nur einen Umbau der mittelalterlichen Festung zum neuzeitlichen Renaissanceschloss im frühen 17. Jh. zur Folge, sondern auch eine Bedeutungssteigerung für die alte Burgsiedlung. Sie hatte sich um die Kirche und das obere Tor herum entwickelt und erhielt schließlich 1567 das Marktrecht. Zahlreiche Hofbedienstete, Handwerker und Gastwirte siedelten sich nun an. Die bauliche Entwicklung hatte bald die Errichtung einer Vorstadt im Osten notwendig gemacht. Sie ist an den Hauptausfallstraßen fächerförmig angeordnet und durch Bauten des 17. und 18. Jhs. geprägt. Eine repräsentative Gestaltung wie etwa in der Öhringer Karlsvorstadt fehlt aber. In der ummauerten Kernstadt orientiert sich die Bebauung an der Hauptstraße, die auf dem schmalen Bergsporn neben der untergeordneten Hinteren Gasse die einzige Straße bildet. Die meist zweigeschossigen Fachwerkhäuser des 16. bis 18. Jhs. besitzen oft ein massives Erdgeschoss. In der giebelständigen Reihung fallen Fruchtkasten und Witwenbau mit ihren Staffelgiebeln besonders auf. Markante traufständige Bauwerke sind im Osten die Pfarrkirche, im Westen am Übergang zum Schloss der lang gestreckte Marstall. Der gegenüberliegende Hofgarten des 18. Jhs. markiert eine wichtige historische Freifläche innerhalb der Residenzstadt. Die hintere Gasse prägen ehemalige Stadttürme sowie zahlreiche Fachwerkscheunen an der Stadtmauer, die teilweise zu Wohnzwecken umgebaut wurden. Die besonders eindrucksvolle kulturlandschaftliche Lage der Stadt und die geschlossene historische Stadtgestalt mit dem Schloss als Höhepunkt äußert sich seit dem frühen 20. Jh. auch in der touristischen Bedeutung Langenburgs.
Geschützt nach § 19 DSchG
102745222
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Stadtbefestigung

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Stadtbefestigung Hauptstraße 41; Hintere Gasse 7, 9, 33, 49
(Karte)
Bestehend aus: Stadtmauer, teilweise überbaut; östliches Tor mit Vortor, massiver kasemattierter Unterbau und Erdgeschoss mit Schießscharten, über dem gefasten Torbogen in Rücklage eingelassene Kanonenkugeln, darüber zwei Fachwerkgeschosse, Satteldach mit Glockentürmchen, daneben schlanker Rundturm mit Scharten und Welscher Haube (Hauptstraße 41); Ostseite begonnen vor 1554, übrige Teile errichtet unter Graf Philipp Ernst ab 1610, feldseitig eingeschossiges Wachthaus in Fachwerk, Mansarddach, 1750; Mauertürme, teilweise in Wohnhäuser einbezogen und überbaut (Hauptstraße 40c, Hintere Gasse 7, 9, 33, 49); Grabenbereich

Die Langenburger Stadtbefestigung zählt zu den späten Beispielen einer noch ganz mittelalterlicher Konzeption verpflichteten städtischen Wehranlage. Ihre Errichtung ist wohl vor dem Hintergrund wachsender konfessioneller Spannungen zu sehen: Der religionspolitisch und als Feldherr im Niederländischen Unabhängigkeitskrieg äußerst aktive Graf Philipp Ernst suchte seine Residenzstadt damit zu sichern. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurde die Mauer in der Höhe reduziert und das Untere Tor am Kronenbuck abgetragen. An der Südseite wurde sie durch Anlage der Bächlinger Straße in den 1860er-Jahren beseitigt. Die Stadtbefestigung trägt wesentlich zum geschlossenen Charakter der Stadtanlage bei. Sie ist ein wichtiges Zeugnis der historischen Verteidigungstechnik und Rechtsdokument für die Stadtgeschichte. Sie dokumentiert mit ihren umgenutzten Türmen auch die schrittweise, am Ende des 17. Jahrhunderts schon früh einsetzenden Entfestigung der noch im Dreißigjährigen Krieg 1634 hart umkämpften Stadt.
Geschützt nach §§ 28 (Sachgesamtheit) DSchG

100738704BW

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Stadttor und Stadttorturm; Sachgesamtheit mit angebautem Wächterhaus Hauptstraße 41
(Karte)
Rundturm mit flachem Glockendach, erhöhter Zugang von Nordwesten; rundbogige Tordurchfahrt mit Steinquaderung; auf Tor gebautes zweigeschossiges Fachwerk-Torhaus mit Halbwalmdach nach Westen und Glockentürmchen an Ostgiebel; an Südostecke eingeschossiges Fachwerk-Wächterhaus mit Mansarddach; Oberes Tor bereits 1554 genannt, 1599 erneuert, Durchfahrt 1620 vergrößert (in Bogen datiert), Torhaus 1737, Glockentürmchen 1741, Wächterhaus um 1750; 1904, 1929–1931, 1952, 1979–1985 Instandsetzungen, 1977 Fußgängerdurchgang nördl. der Tordurchfahrt. Tor, Torhaus, Turm und Wächterhaus bilden eine Sachgesamtheit. Tor und Turm sind älter als die ab 1610 errichtete Stadtmauer. Der Gebäudekomplex mit Turm, Tor(haus) und seltenem, auf der Brücke über den Stadtgraben errichtetem Wächterhaus vermittelt anschaulich die funktionalen Zusammenhänge am einzig erhaltenen Stadttor. Als Abschluss der Kernstadt und Übergang zur Vorstadt ist die Sachgesamtheit stadtbaugeschichtliches und fortifikatorisches Dokument mit außergewöhnlichem Erhaltungszustand und hoher stadtbildprägender Wirkung.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG
100738704
Wohnhaus bzw. Stadtturm Hintere Gasse 7
(Karte)
Giebelständiges, zweigeschossiges Wohnhaus auf der Stadtmauer; Erdgeschoss wohl Überrest von ehem. Stadtmauerturm, dort Eckquaderung; Südgiebelseite verputzt, Nordgiebelseite verkleidet; Satteldach; Turmstumpf aus dem 17. Jh., Wohnteil im 19. Jh. aufgesetzt. Gemeinsam mit dem Gebäude Hintere Gasse 9 steht das Haus auf einem Vorsprung, der aus der nördl. Stadtmauer herausragt. Die exponierte Lage deutet auf einen ehem. Turm hin, der die Nahtstelle vom Ökonomiebereich des Schlosskomplexes und der städtischen Bebauung nördlich des Marktplatzes schützen sollte. Das Wohnhaus auf der Stadtmauer zeugt von der schon früh erfolgten optimierten Verdichtung der überbauten Nutzfläche im Kernbereich Langenburgs. Städtebaulich und stadthistorisch ist die Überbauung eines ehem. Turmes hervorzuheben, dem im Rahmen der Stadtbefestigung die Funktion zufiel, die vor 1610 vermutlich der Pulverturm (Hauptstr. 7) innehatte.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG
100738704BW

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Stadtmauerturm Hintere Gasse 33
(Karte)
Viereckiger, zu Wohnzwecken umgebauter Stadtmauerturm; vom Straßenniveau der Hinteren Gasse zweigeschossig, Giebel nach Norden und Süden gewandt; Unterbereich des Turmes und Erdgeschoss steinsichtig, Obergeschoss und Giebel verputzt; Satteldach; im 17. Jh. zum Schutz der nördl. Stadtmauer erbaut, Umgestaltung zu Wohnraum im Türsturz auf 1846 datiert, 1990 Umbaumaßnahmen. In diesem Bereich ist die Befestigungsmauer bei der Belagerung durch kaiserliche Truppen im Rahmen des Dreißigjährigen Krieges 1634 überwunden worden. Die beiden erhaltenen Stadttürme an der nördl. Stadtmauer (vgl. Hintere Gasse 49) prägen die Stadtansicht der auf einem Bergsporn über dem Jagsttal errichteten Kernstadt. Sie dokumentieren die Notwendigkeit, die ab 1610 erbaute Verteidigungslinie im 17. Jh. zusätzlich zu schützen und belegen, dass diese Notwendigkeit im 18. und 19. Jh. entfiel, was eine Umnutzung nach sich zog (vgl. Hintere Gasse 7 und 9).
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG
100738704
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Kulturdenkmale in der Gesamtanlage

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Amtsgericht und ehem. Amtsgerichtsgefängnis: Amtsgericht (Bächlinger Straße 35) Bächlinger Straße 35; Ziegelrain 4
(Karte)
Viergeschossiger Massivbau mit steilem Satteldach, leicht vorspingender Mittelrisalit an der Vorderfront und einachsiger Treppenhausvorbau an der Schmalseite, Eckquaderung, im Erd- und Obergeschoss bossierte Quader, pilastergerahmter, übergiebelter Eingang, Halbkugelaufsätze, Muschelmnotiv im Giebel, bauzeitiches beschnitztes Türblatt, Fenster teilweise in Vorhangbogenformen, axial gruppiert, im Mittelrisalit gekoppelt, erbaut nach Plänen des Stuttgarter Oberbaurats Friedrich Gebhardt, 1904/05; dahinter Amtsgerichtsgefängnis (Ziegelrain 4), dreigeschossiger Bau mit Walmdach, symmetrische Fassadengliederung durch rote Backsteinlisenen und -fries, Fenster- und Türrahmungen, zum Teil mit Kielbogen, aus rötlichem Zementkunststein, erbaut nach Plänen des Bezirksbauamtes Ellwangen durch Baumeister Fröhner, 1904/05

Die Baugruppe erhebt sich in beherrschender Lage über dem Tal und an der Steige nach Bächlingen. Das Amtsgericht ist ein repräsentativ gestalteter Bau des späten Historismus, der sich in seiner Formensprache auf die deutsche Frührenaissance bezieht. Monumentale Wirkung erhält er durch das hohe Keller- und das Erdgeschoss in bossiertem Mauerwerk, eine besonders reich gestaltete Fensterreihe kennzeichnet den Gerichtssaal im ersten Obergeschoss. Das Gebäude ist ein stattlicher Vertreter seiner Bauaufgabe im kleinstädtischen Bereich und charakteristisch für Verwaltungs- und Justizbauten im deutschen Kaiserreich. Auch das rückwärtige Gefängnis erhielt eine architektonisch anspruchsvolle Gestaltung, ist aber mit seinem Ziegelmauerwerk und den dazu kontrastierenden Putzflächen eindeutig als zugehöriger Funktionsbau gegenüber dem reicher gestalteten Gericht zurückgenommen. Beide Gebäude haben auch ortsgeschichtliche Bedeutung, ist doch Langenburg seit 1810 Sitz eines Amtsgerichtes.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100740312BW
Ehem. Amtsgerichtsgefängnis Ziegelrain 4
(Karte)
Dreigeschossiger Massivbau in Hanglage; symmetrische Fassadengliederung mit Backsteinlisenen und -fries; Fenster- und Türrahmungen aus rötlichem Zementkunststein, zum Teil mit Kielbogen; Walmdach; 1904/05 nach Plänen des Bezirksbauamtes Ellwangen (Architekt: Fröhner; vgl. Hauptstr. 10) erbaut, 1992 Umbau und Einbau einer Wohnung im Dachgeschoss. Das Gebäude wurde zeitgleich mit dem Amtsgericht (Bächlinger Str. 35) erbaut, mit dem es eine Sachgesamtheit bildet. In den Fensterrahmungen sind noch die Löcher erkennbar, in welche die Gitterstäbe eingelassen waren. Das ehem. Amtsgerichtsgefängnis zeugt vom Gestaltungswillen, mit dem zu Beginn des 20. Jhs. ein Zweckbau architektonisch ansprechend geplant und verwirklicht wurde. Die ursprüngliche Funktion lässt sich bis heute an Details ablesen. Durch die Hanglage oberhalb des zugehörigen Amtsgerichtsgebäudes ist der einstige Funktionszusammenhang sehr anschaulich. Außerdem ist der Backstein-Putzbau von Süden weithin sichtbar, der Gebäudekomplex prägt Stadtbild und Fernansicht der Stadt gleichermaßen.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG
100740312BW
Schule Fürst-Ernst-Platz 1
(Karte)
Zweigeschossiger, verputzter Massivbau mit Hausteinsockel, Satteldach, Fachwerk-Uhrentürmchen, darunter Sandsteinbüste Carl Julius Webers als Demokrit, östliche Giebelfront mit Eckquaderung, Wappentafel an der Nordwestecke, axial geordnete Segmentbogenfenster; 1890, erweitert 1936 (i)

Mit den nach Osten gerichteten Stadterweiterungen des 18. und 19. Jahrhunderts entstand das Bedürfnis, in diesem Bereich eine Volksschule zu errichten, die den 400 Jahre alten Schulstandort im historischen Stadtzentrum (vgl. Hauptstraße 23 und 3) ergänzt. Somit lassen sich Bevölkerungszuwachs und topografisch bedingt gen Osten gerichtete Ausbreitung der Stadt an der Geschichte der bis 1975 genutzten Volksschule ablesen. Der Kernbau dokumentiert den Schulhausbau des späten 19. Jahrhunderts in charakteristischer Art und Weise, die spätere Erweiterung zitiert im Sinne des Heimatstils mit dem zierlichen Uhrentürmchen die Fachwerkvergangenheit in Langenburg und setzt einen städtebaulichen Akzent in der östlichen Vorstadt. Damit ist der Schulbau ein wichtiges Zuegnis für die Ortsgeschichte.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100740389BW
Forstamt Gartenstraße 45
(Karte)
Dreigeschossiger Massivbau mit Satteldach, verputzt, hohes Sockelgeschoss mit bossiertem Quadermauerwerk, auf Steinkonsolen stehender, über erstes und zweites Obergeschoss geführter Erker an Südgiebelseite, Giebelgliederung durch Klebdach, Treppenhausgiebel an westl. Traufseite, im Auftrag der Fürstlichen Domänenkanzlei erbaut nach Entwurf von G. Schwarz, 1912

Das einstige Forstamt wurde abseits der städtischen Bebauung an der Gartenstraße errichtet und ist ein Zeugnis standesherrlicher Forstwirtschaft im 19. und 20. Jahrhundert. Es ist mit seiner im Heimatstil gehaltenen Architektur im Stadtbild Langenburgs einzigartig. Der ehedem freie Standort, abgesetzt vom Ortsrand, ist typisch für die Lage eines Forsthauses. Es dokumentiert die städtebauliche Entwicklung im frühen 20. Jahrhundert mit der Verschiebung des Stadtrandes gegen Osten.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100740683BW

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Rathaus Hauptstraße 1
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, verputzt, Obergeschoss in Zierfachwerk mit durchkreuzten Sternmotiven, herzförmigen Putzintarsien in den Kopfbügen, beschnitzten Eckständern und profilierten Schwellen an der Schauseite, konstruktives Fachwerk an Traufseiten, Rückfront verputzt, 17. Jahrhundert, Fassade im Giebelbereich verändert im 19. Jahrhundert

Das zweite Rathaus Langenburgs markiert die östliche Grenze des Schlossbereichs. Es diente bis 1819 als Rathaus, bis 1876 als Magazin und ist seitdem Wohnhaus. Das den Bürgern vom Fürsten zur Verfügung gestellte Gebäude dokumentiert einzigartig die von der Herrschaft ausgehende Stadtplanung: Wo zuvor der Schlossplatz nahtlos in Marktplatz und Hinterhofparzellen an der Hinteren Gasse überging, gibt es nun eine optische Trennung. Die Schaufassade zeugt von hoher künstlerischer Qualität; Details finden sich als Architekturzitate an anderer Stelle im Stadtbild wieder.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100740727

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Lateinschule Hauptstraße 3
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Quadersockel und Eckquaderung, rückwärtig Treppenhausrisalit, axial geordnete Fenster, teilweise in Ohrengewänden, Hauseingang in profiliertem Gewände mit Keilstein, erschlossen über Freitreppe, beschnitztes bauzeitliches Türblatt mit Oberlicht, 1779 (i), nach Kriegszerstörung 1945 um ein Geschoss niedriger wiederaufgebaut

Die Lateinschule ist bereits 1502 als Einrichtung belegt und existierte bis 1941. Ab 1945 wurde der Schulbetrieb als städtische Oberschule fortgeführt. Das zunächst unter fürstlicher, dann städtischer und ab 1951 staatlicher Obhut stehende Schulgebäude ist von heimatgeschichtlicher Bedeutung. Obgleich im Stadtbild nicht mehr so prägnant wie vor dem Brand 1945 (Dreigeschosser mit hohem Walmdach), bleibt es bis heute aufgrund der Lage an der Zufahrt zum Marktplatz von städtebaulicher Bedeutung.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100740752

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Wohnhaus Hauptstraße 4
(Karte)
Zweigeschossiger Fachwerkbau mit massivem Hanggeschoss, Satteldach mit Aufschiebling, Erdgeschoss und Rückfront verputzt bzw. verkleidet, an der nördlichen Giebelseite Zierfachwerk mit profilierten Schwellen, geohrte Fenstergewände, beschnitzte, ornamentierte Eckständer (Nachbildungen), rückwärtig kurzer zweigeschossiger Anbau, flach gedeckt, im Zwickel gedeckte Freitreppe zum rückwärtigen Zugang, vermutlich erbaut 1562 (i), Obergeschoss verändert im 18. Jahrhundert

Der Bau war ehemals das Wohnhaus eines Schlossbediensteten. Das mit einer in der Barockzeit veränderten Zierfassade der Renaissance gestaltete Wohnhaus weist charakteristische Veränderungen späterer Bauepochen auf. Es ist heute als westlicher Abschluss der historischen Fachwerkhäuserreihe am Marktplatz ein städtebaulich markantes Gebäude und dokumentiert in besonderer Weise den Gestaltungswillen der Herrschaft hinsichtlich einer repräsentativen Wirkung am zentralen Platz des Ortes.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100740774

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Wohnhaus Hauptstraße 6
(Karte)
Zweigeschossiger Fachwerkbau mit bruchsteingemauertem Hanguntergeschoss, Satteldach mit Aufschiebling, teils verputzt, Rundbogen-Kellereingang, beschnitzte Eckständer in Erd- und Obergeschoss, profilierte Schwellen, zum Marktplatz, Giebel mit reichem Zierfachwerk, traufseitige Vorkragung, Fenster teilweise in Ohrenrahmungen, mittiger Hauseingang, erbaut um 1600, Obergeschoss und Talseite verändert im 18. oder 19. Jahrhundert

Das Haus ist das ehem. Wohngebäude des fürstlichen Kutschers. Das mit reich gestaltetem Zierfachwerk versehene Wohnhaus zeugt von der Qualität frühneuzeitlicher Zimmermannskunst. Die Zierelemente im Giebelfeld verweisen stilistisch auf das ehem. zweite Rathaus der Stadt (Hauptstr. 1). Der Bau dokumentiert den landesherrlichen Anspruch, auch für die Bediensteten des Fürsten gestalterisch anspruchsvoll zu bauen und so der Residenz ein einheitliches, repräsentatives Ortsbild zu verschaffen.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100740818

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Wohnhaus mit Turm (sog. Pulverturm) Hauptstraße 7
(Karte)
Zwei- bzw. dreigeschossiges, massiv gemauertes und verputztes Gebäude mit integriertem Turm als rückwärtigem Hausteil, Satteldächer, am niedrigeren Teil mit Gaubenband und axial geordneten Fenster in geohrten Rahmen, höherer Teil mit gefaster Eckquaderung im Erdgeschoss, Ladeneinbau mit Freitreppe, rundbogiges Türgewände, Turm mit liegendem, verblattetem Dachstuhl, im Obergeshcoss des vorderen Wohnteils Bemalungsreste, im Kern 1500 (i)

Das Haus integriert einen offenbar älteren Turmbau, der bei Anlage der Stadtbefestigung nicht in jene integriert wurde. Seine Funktion (der heutige Name ist wohl irreführend) ist ungeklärt.

Das Gebäude ist der einzige erhaltene Profanbau aus der Zeit vor dem Stadtbrand 1543 und der Verlegung der fürstlichen Residenz nach Langenburg 1573. Die Schrägstellung des Bauwerks auf einer auffallend unregelmäßigen Parzelle lässt eine Vorbefestigung der mittelalterlichen Burg vermuten. Bausubstanz und Grundriss sind daher wichtige Dokumente der Stadtgeschichte Langenburgs.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100741047

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Wohnhaus Hauptstraße 8
(Karte)
Zweigeschossiger Fachwerkbau, Halbwalmdach mit Zwerchhaus und profiliertem Traufgesims, massives Hanggeschoss, an der Nordseite Fachwerk mit dicht gefügten K-Streben, ornamentierten Eckständer und profilierten Schwellen und Traufgesimsen, übrige Seiten verputzt; 1714 (i), Zwerchhaus 19. Jahrhundert

Das noch 1964 in den Bauakten als standesherrschaftliches Haus bezeichnete Gebäude wurde von Ärzten genutzt, es wird daher im Volksmund „Doktorhaus“ genannt. Das Gebäude dokumentiert den fürstlichen Anspruch, auch im Rahmen der Wohnbebauung für Bedienstete Maßstäbe zu setzen. Das gut erhaltene, eventuell zeitweilig verputzte Fachwerk ist ein Beleg für die Kunstfertigkeit der Zimmerleute im frühen 18. Jahrhundert.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100741055

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Dekanat (heute ev. Pfarrhaus) Hauptstraße 10
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Hanggeschoss in bossiertem Quadermauerwerk, leicht vorspringender Mittelteil an Vorder- und Rückfront mit Mansarddach-Zwerchhäuschen, Erkertürmchen an Talseite, mittiger Eingang mit Sandsteintürgewände, vertikale Gliederung durch Zierband unter Zwerchhäuschen sowie ornamentierte Fenstergesimse, Ecklisenen, im Treppenhaus originale Türblätter und Glastüren; Garten mit bauzeitlicher Einfriedung mit steinernen Pfosten; erbaut nach Plänen von Architekt Fröhner durch das Bezirksbauamt Ellwangen, 1909/10

Die mit vielfältigen Zierelementen gestalteten und gegliederten Fassaden mit Anklängen an den Neubarock dokumentieren das Repräsentationsbedürfnis des kirchlichen Bauträgers. Anders als bei den frühneuzeitlichen Bauten genügte eine dem Marktplatz zugewandte Zierfassade 1909 nicht mehr, man gestaltete eine zweite Schaufassade samt Garten, die vom Tal aus wahrzunehmen ist. Das Haus hat als ehem. Dekanatssitz darüber hinaus ortsgeschichtliche Bedeutung.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100741071

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Gasthaus Stern Hauptstraße 12
(Karte)
Zweigeschossiger, verputzter Bau mit Satteldach, platzseitig Zwerchhaus in Fachwerk, Erd- und Hanguntergeschoss massiv, zum Marktplatz zwei Rundbogentüren mit gefasten Sandsteintürgewänden, Obergeschoss Fachwerk, 1568 (i), Dachausbau zu Wohnzwecken im 19. Jahrhundert

Das zum ältesten profanen Hausbestand Langenburgs gehörende Bauwerk ist ein wichtiges Zeugnis der frühen Stadtbaugeschichte. Die Umnutzung als Gasthaus in zentraler Lage am Marktplatz gegenüber dem Rathaus im 17. Jahrhundert verweist auf den Rang, der dem damaligen Besitzer im sozialen Gefüge der Stadt beigemessen wurde. Im Bedarf an zusätzlichen Gasthäusern (vgl. Hauptstr. 21, 24) spiegelt sich der wirtschaftliche Aufschwung der aufstrebenden Residenzstadt wider.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100741085

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Wohnhaus Hauptstraße 14, 16
(Karte)
Zweigeschossiges, verputztes Fachwerkhaus mit Satteldach, im Westen abgewalmt, massives Hanggeschoss, zwei mittig angeordnete Zugänge an Traufseite, Giebelvorbau an Südseite, verblatteter Dachstuhl, im Kern 16. Jahrhundert, talseitig vorgebaute Erweiterung, 18. Jahrhundert, Unterteilung in Doppelhaus mit Veränderungen im Erdgeschoss, 19. Jahrhundert

Mit seiner ins 16. Jahrhundert zurückreichenden Baugeschichte gehört das Fachwerkhaus zum ältesten erhaltenen Hausbestand in Langenburg. Vor dem Bau der Stadtmauer (ab 1610), die zugleich als Stützmauer am Hang diente, ließ das abschüssige Gelände nur eine geringe Bebauungstiefe zu, was die am Marktplatz unübliche Traufständigkeit erklärt (vgl. Hauptstr. 12).

Das Gebäude hat dokumentarischen Wert für mehrere Epochen der Stadtbaugeschichte: spätmittelalterlicher Kernbau, Erweiterung nach dem Stadtmauerbau, barocke Umgestaltung der zum Marktplatz gewandten Schaufassade, Unterteilung in zwei Hälften als Handwerkerhaus mit Umgestaltung als Ladenwerkstatt.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100741093

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Wohnhaus Hauptstraße 15
(Karte)
Seit 1817 Rathaus, zweigeschossiger Bau mit Satteldach, rückwärtig Halbwalm, massives Erdgeschoss mit Eckquaderung und Traufseiten verputzt, Rückfront verkleidet, Obergschoss Fachwerk , profilierten Schwellen, Fenster teilweise in Ohrenrahmungen, mittiger Eingang mit Freitreppe, innen Arrestzelle und barockes Treppengeländer, im Kern wohl noch 2. Hälfte 16. Jahrhundert, Fachwerkgeschoss 18. Jahrhundert, verändert 1803 (i)

Das ehem. Wohnhaus des fürstlichen Rentmeisters wurde den Bürgern 1817 als drittes Rathaus zur Verfügung gestellt. Im 19. Jahrhundert diente es zugleich als Oberamtsgerichtskanzlei. Aus dieser Zeit ist eine Arrestzelle im Erdgeschoss erhalten.

Die Nutzungsabfolge von drei Rathäusern (vgl. Hintere Gasse 3, Hauptstr. 1) verdeutlicht die Dominanz der Herrschaft im Gemeinwesen der Stadt: Benötigte der Fürst das Rathaus anderweitig, so musste der Bürgermeister umziehen. Das Gebäude prägt mit seiner älteren, um 1800 umgestalteten Fassade das Stadtbild am Marktplatz und ist Dokument der fürstlich gelenkten Geschichte öffentlicher Bauten in Langenburg.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100741103

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Gasthaus Ochsen Hauptstraße 21
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, massives verputztes Erdgeschoss, Obergeschoss in konstruktivem Fachwerk mit stark profilierten Schwellen, Vorkragungen in Obergeschoss und Giebel, Seiten- und Rückfront verputzt, schmiedeeiserner Ausleger mit kunstvollem Wirtshausschild, im Kern wohl 16. Jahrhundert, Giebelverbreiterung und Erweiterung des Obergeschosses im 18. Jahrhundert

Das älteste Wirtshaus in Langenburg bildete die Keimzelle für die bis heute erhaltene Konzentration gastronomischer Einrichtungen im Bereich der Einmündung Hauptstraße/Kronenbuck. Die Wirtshausnutzung des „Uissigheimer Hofes“ ist erstmals 1606 belegt, 1629 erfolgte die Umbenennung in „Ochsen“. Die Fachwerkfassade dokumentiert in sehr eindrucksvoller Weise die Bauphasen des Gebäudes, welche exemplarisch für die jeweilige Periode der Stadtgeschichte stehen.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100741138

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Gräflicher Witwenbau mit Remise Hauptstraße 23; Hintere Gasse 29
(Karte)
Giebelständiges, zweigeschossiges, verputztes Steinhaus mit Satteldach, symmetrisch gegliederte Fassade mit Eckquaderung, erhöhter mittiger Rundbogeneingang, über doppelläufige Außentreppe erschlossen, darüber Wappentafel, gekoppelte Fenster im Wohnobergeschoss, Staffelgiebel mit Wasserschlägen, rundbogige Aufzugsläden für Speicher, liegender Dachstuhl mit angeblatteten Kopfbändern und Verzapfungen, schmalerer Treppenhausanbau an rückwärtiger Nordseite, darin Rundbogenkellertor zu Gewölbekeller und Wendeltreppe mit steinerner Spindel, 1585 (i); Einfassungsmauer aus Sandsteinquadern an westlicher Traufseite; Remise (Hintere Gasse 29), eingeschossiger Fachwerkbau mit Sandsteinsockel und Walmdach, rückseitig an die Stadtmauer gesetzt, teilweise verputzt, 2. Hälfte 19. Jahrhundert

[s. Stadtbefestigung, Bettelweg]

Der Witwenbau ist eines der ältesten Steingebäude Langenburgs und ein anschauliches Beispiel herrschaftlich-repräsentativen Bauens. Der stattliche Renaissancebau wurde als gräflicher Witwensitz errichtet und später als Wohnhaus für Hofbeamte, erste Lateinschule (bis 1790; vgl. Hauptstr. 3) und Oberamtsrichterwohnung genutzt. Durch die vielfältige Nutzung ist er stadtgeschichtlich bedeutsam; die symmetrische Renaissancefassade mit hohem Staffelgiebel prägt das Ortsbild im Kernbereich der historischen Stadt und ist ein markanter Kontrapunkt zur umgebenden Fachwerkbebauung. Das zugehörige kleine Remisengebäude dokumentiert das ökonomisch orientierte Bauen in Fachwerk im 19. Jahrhundert und besitzt als herrschaftliches Nebengebäude eine Sonderrolle in der durch Scheunen geprägten Hinteren Gasse.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100741270

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Remise Hintere Gasse 29
(Karte)
Traufständiger, eingeschossiger Fachwerkbau auf niederem Steinsockel; südl. Traufseite fachwerksichtig, Ostwand verputzt; Walmdach; in der zweiten Hälfte des 19. Jhs. erbaut, 1998 statische Sicherung. Als nördl. Traufseite fungiert die Stadtmauer (Kulturdenkmal gemäß § 28 DSchG). Die Remise ist ein Nebengebäude des sog. Witwenbaus (Hauptstr. 23) und bildet mit diesem eine Sachgesamtheit. Das Gebäude steht in einer Reihe traufständiger Ökonomiebauten an der nördl. Stadtmauer, die im Zuge der Neugestaltung der Hinteren Gasse nach dem Brand 1856 entstanden (vgl. Hintere Gasse 23). Das kleine Remisengebäude dokumentiert das ökonomisch orientierte Bauen in Fachwerk im 19. Jh. und besitzt als herrschaftliches Nebengebäude eine Sonderrolle in der durch Scheunen geprägten Hinteren Gasse.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG
100741270

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Wohn- und Geschäftshaus Hauptstraße 25, 27
(Karte)
Dreigeschossiges Doppelhaus, Krüppelwalmdach mit konsolenverziertem Traufgesims, steinernes Erdgeschoss, zwei mittige Hauseingänge mit bauzeitlichen Türen, Obergeschoss in verputztem Fachwerk, klassizistische Fassade mit axial ausgerichtetem Fensterband in den Obergeschossen, im Erdgeschoss vollständig eingerichtete Werkstatt eines Schmieds erhalten, erbaut um 1850

Der stattliche Bau ist ein in Langenburg eher seltenes Beispiel eines klassizistischen Bürgerhauses und nimmt damit eine Sonderstellung in der Bebauung des Marktplatzes ein. Die museal erhaltene Werkstatt ist ein Dokument der Wirtschafts- und Sozialgeschichte im 19. Jahrhundert.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100741372

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Eckquaderstein (am Gebäude) mit Initialen IKVE des Hausbesitzers Hauptstraße 29
(Karte)
1584 (i)

Der datierte Eckquaderstein ist von hausgeschichtlichem Wert und ein historisches Baudokument für die Bebauung der innerstädtischen Hauptstraße im Rahmen der städtebaulichen Entwicklung Langenburgs zur Zeit der Renaissance.
Geschützt nach §§ 2 (Bauteil) DSchG

100741547

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Wohnhaus Hauptstraße 31
(Karte)
Zweigeschossiges Fachwerkhaus mit Satteldach, Erdgeschoss, Teile der Traufwände und Rückseite verputzt, straßenseitig Obergeschoss und Giebel in Zierfachwerk mit geschweiften Andreaskreuzen, 16./17. Jahrhundert

Der Hausplatz ist unter dem Namen „Kappengut“ 1562 erstmals belegt, der geringe Abstand zum ebenfalls im 16. Jahrhundert errichteten Kirchturm deutet darauf hin, dass das Wohnhaus im Kern älter ist als der Turm. Das Gebäude ist Dokument der frühneuzeitlichen Bebauung der Hauptstraße im Bereich der Stadtkirche und des Oberen Tores. An markanter Stelle in unmittelbarer Nachbarschaft zur Stadtkirche ist es ein Zeugnis eines frühen, wenn auch in 1983/84 rekonstruierender Form veränderten Fachwerkbaus.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100741587

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Wohn- und Geschäftshaus Hauptstraße 32
(Karte)
Zweigeschossig mit Satteldach, massives verputztes Erdgeschoss, Zierfachwerk in Obergeschoss und Giebel, geschnitzter Eckständer, Ausleger mit Metzgerzunftzeichen, 1671 (i), Erdgeschossumbau für L. Schüler, 1860 (i)

Das Gebäude weist eine der gestalterisch aufwendigsten Zierfachwerkfassaden in Langenburg auf und ist damit ein besonderes Zeugnis handwerklicher Zimmermannskunst der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg. Das Formengut steht dabei noch ganz in der Tradition des Fachwerkbaus der Spätrenaissance aus der Vorkriegszeit. Der Bau ist damit auch wichtiges Zeugnis der Stadtbaugeschichte.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

98404816

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Ev. Stadtpfarrkirche (Hl. Blut) Hauptstraße 33
(Karte)
Massiver verputzter Saalbau mit Satteldach, eingezogener Polygonalchor mit 5/8-Schluss, viergeschossiger Westturm über quadratischem Grundriss, darüber achteckiges Glockengeschoss mit schiefergedeckter Welscher Haube, Langhaus und Chor mit Strebepfeilern, im Chor Maßwerkfenster, auf der Südseite hölzerne, gedeckte Freitreppe, innen Saal mit Emporen und kielbogenförmiger Bretterdecke, Chor mit Netzrippengewölbe; Chor erbaut 1499, Turm 16. Jahrhundert, Kirchenschiff 1610, erweitert 1680; qualitätvolle, reiche Ausstattung des 17. und 18. Jahrhunderts, im Chor Fürstenloge, 1708, erneuert 1763, monumentale Grabtumba aus Sandstein von Michael Kern für Graf Philipp Ernst von Hohenlohe-Langenburg und Anna Maria von Solms, 1629

Die Stadtpfarrkirche ist ein zentrales Denkmal der Stadt-, Kirchen- und Herrschaftsgeschichte Langenburgs in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. Langenburg gehörte bis zur Einführung der Reformation 1553 zur Urpfarrei Bächlingen und erhielt erst danach eine eigene Pfarrei. Hierzu wurde die bestehende ältere Wallfahrtskapelle zum Hl. Blut erweitert. Die Kirche ist damit steinernes Zeugnis für die Verbreitung der Reformation in Hohenlohe. Zudem ist sie Indiz für den Aufschwung Langenburgs, das 1573 Residenz einer eigenständigen Linie des Grafenhauses Hohenlohe wurde. Ihre Funktion als Hofkirche und Grablege belegen eindrucksvoll der Herrschaftsstand und das äußerst qualitätvolle Grabmal für Graf Philipp Ernst und seine Gemahlin. Es zählt zu den Hauptwerken der Bildhauerkunst der Spätrenaissance in Hohenlohe und nimmt einen wichtigen Stellenwert im Werk Michael Kerns ein. Das Gotteshaus ist zugleich in hohem Maße stadtbildprägend und setzt mit dem Turm eine östliche Dominante als Kontrapunkt zum Schloss.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100741650

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Wohnhaus Hauptstraße 39
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, auf hohem Steinsockel in Ecklage am Oberen Tor, östl. Traufseite integriert in Erdgeschoss Stadtmauer, traufseitig an die Stadtmauer gestellt, westliche Traufseite verputzt, auf der Südseite Fachwerk freigelegt, steinerne Freitreppe zum Eingang sowie gemauertes Kellervorhaus, erbaut im 18. Jahrhundert, Kellerzugang datiert 1833 (i); Teil der Stadtbefestigung

[s. Stadtbefestigung, Bettelweg]

Das Gebäude dokumentiert den einstigen Aufbau der Verteidigungsanlage am Oberen Tor aus Stadtmauer mit Wehrgang und vorgelagertem Zwinger. Als Wohnhaus zwischen Tor und Stadtkirche (vgl. Hintere Gasse 47 und 55) und zudem an der Einmündung der Hinteren Gasse gelegen, ist es städtebaulich bedeutend. Der überdachte, vor die Fassade gemauerte Kellerhals lässt eine nachträgliche Unterkellerung vermuten.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100741707
Wohnhaus mit Nebengebäude Hauptstraße 40
(Karte)
Zweigeschossiges, verputztes Fachwerkhaus auf niedrigem Steinsockel, Satteldach mit profilierter Traufe, Südostgiebelseite auf die bis ins Obergeschoss reichende Stadtmauer gebaut, profilierte Schwellen und Kehlbalken, frühes 18. Jahrhundert; Nebengebäude (Flstnr. 97/1), Stadtmauerturm, Stumpf eines halbrunden Schalenturms, Bruchsteinmauerwerk, um 1610, darüber gebaut eingeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach, 18. Jahrhundert

[s. Stadtbefestigung, Bettelweg]

Der Gebäudekomplex veranschaulicht zum einen die Umnutzung der Stadtbefestigung, die im 18. Jahrhundert ihren Zweck als Verteidigungsanlage weitgehend eingebüßt hatte und aufgrund der Raumknappheit im Stadtzentrum überbaut wurde, zum anderen die Lebensbedingungen eines wohlhabenden, im Ortskern ansässigen Küfers. Er nutzte die Gebäude als Wohn- und Arbeitsstätte. Somit werden Erkenntnisse für die Wirtschafts-, Sozial- und Stadtgeschichte ermöglicht.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100741728BW

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Wohn- und Geschäftshaus Hauptstraße 42
(Karte)
Zweigeschossiger Fachwerkbau, Satteldach mit Aufschiebling, Erdgeschoss und Traufseite verputzt, im Obergeschoss und Giebel Vorkragungen, Fachwerk mit reichen Zierformen, Eckständer mit Wappenschild, 1681 (i)

Das mit einem reich gestalteten Zierfachwerkgiebel versehene Gebäude dokumentiert die traditionelle Zimmermannskunst im späten 17. Jahrhundert und setzt die giebelständige Bebauung entlang der Hauptachse zum Schloss, die wohl von Seiten des Landesherrn durch entsprechende Vorschriften vorgegeben war, fort. Damals wie heute prägt seine Schaufassade das Stadtbild an der östlichen Zufahrt zum ummauerten Kernbereich, im Umfeld der Stadtkirche sowie an der Einmündung der Hinteren Gasse.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100742907

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Wohn- und Geschäftshaus Hauptstraße 48
(Karte)
Zweigeschossig, Mansardwaldmach mit profiliertem Traufgesims und stichbogigen Gauben, Erdgeschosss massiv in Werkstein, Ladenfront mit Pilastergliederung, Obergeschoss verputztes Fachwerk, umlaufendes Gesims und ornamentierte Brüstungsfelder an der Straßenseite; um 1750, Umgestaltung des Erdgeschosses, 1857 (i)

Der stattliche Barockbau steht exemplarisch für den Bauboom in der Vorstadt, der um 1700 einsetzte und sich mit der Einrichtung der Postroute Nürnberg - Straßburg 1744 verstärkte. Er ist bauliches Zeugnis der Umgestaltung der Hauptstraße vor dem Oberen Tor im 18. Jahrhundert und dokumentiert den barocken Planungs- und Bauwillen mit symmetrischen Gebäuden auf einer linearen Bauflucht. Charaktreristisch ist der Ausbau des Erdgeschosses zum Ladengeschäft mit repräsentativer klassizistischer Front im 19. Jahrhundert.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100742947

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Handwerkerhaus Hauptstraße 50
(Karte)
Zweigeschossiges, verputztes Fachwerkgebäude mit niedrigem Steinsockel, Satteldach mit Aufschiebling und stark profiliertem Traufgesims, Vorkragung, axial geordnete Fenster an der straßenseitigen Traufe, 1. Hälfte 18. Jahrhundert

Das außerhalb des ummauerten Stadtkerns auf der Stadtgrabenmauer erbaute Fachwerkhaus dokumentiert die Entwicklung, die die 1536 erstmals erwähnte Vorstadt um 1740 nahm: Die Zugbrücke des Oberen Tores wurde durch eine Steinbrücke ersetzt, eine streng lineare Bauzeile, orientiert an städtebaulichen Leitideen des Barock, wurde errichtet.

Das ehem. Handwerkerhaus wurde im 19. Jahrhundert von einem Seifensieder und einem Weber bewohnt und genutzt.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100742962

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Wohn- und Geschäftshaus Hauptstraße 51
(Karte)
Zweigeschossiger Bau, Satteldach mit Aufschiebling, profiliertes Traufgesims und Zwerchhaus mit Halbwalmdach, steinernes Erdgeschoss mit Kolonnade an der Südgiebelseite, Obergeschoss und Giebel in konstruktivem Fachwerk mit profilierten Schwellen, um 1800, Ladeneinbau 2. Hälfte 19. Jahrhundert, Dachausbau mit Zwerchhaus 1910

Das Wohn- und Geschäftshaus ist bauliches Zeugnis der Umgestaltung der Hauptstraße vor dem Oberen Tor im 18. Jahrhundert und dokumentiert den barocken Planungs- und Bauwillen mit symmetrischen Gebäuden auf einer linearen Bauflucht. Das Gebäude prägt durch seine Ecklage an der Einmündung der Regenbacher Straße das Ortsbild der Vorstadt im Umgebungsbereich des Oberen Tores. Für die 1850er und 1860er Jahre ist der Bierbrauer Marquard als Besitzer nachgewiesen. Nach den späteren Nutzern wird das Haus zuweilen „Stahl’sche Drogerie“ genannt.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100742991

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Gasthof Zur Post Gartenstraße 2; Hauptstraße 55
(Karte)
Bestehend aus: Wohn- und Gasthaus (Hauptstraße 55), zweigeschossiger verputzter Massivbau mit hohem Kellergeschoss, Mansarddach mit profiliertem Traufgesims, Eingang über doppelläufige Treppe an Südseite erschlossen, axial geordnete Fenster, teilweise in geohrten Rahmungen, umlaufender profilierter Sims, im Erdgeschoss Verzierung mit Posthorn sowie Inschrifttafel und Sonnenuhr, 1756 (i); rückwärtiger Anbau, dreigeschossig, in den Obergeschossen verputzt, Satteldach, massives Erd- und Obergeschoss, zweites Obergeschoss in Fachwerk, urspr. freistehend, mit Hauptbau vereinigt nach 1833, Kellereingang an Südseite, 1897 (i); Fachwerkscheune mit Halbwalmdach (Gartenstraße 2), traufseitig erschlossen, 1756, in der rechten Gebäudehälfte Garageneinbau, frühes 20. Jahrhundert

Der Gasthausstandort der „Herberge vor dem Tor“ wurde 1428 erstmals erwähnt. Nur wenige Jahre nach Einrichtung der Reichspoststation für die Postroute von Nürnberg nach Straßburg 1752 brannte die Post ab und wurde 1756 in barockem Stil neu errichtet. Der Gasthofstandort hat stadtbaugeschichtliche Bedeutung für die Entwicklung der spätmittelalterlichen Vorstadt; das heute überlieferte Haus ist Dokument der barockzeitlichen Umgestaltung der Vorstadt und ist ein anschauliches Beispiel eines großen Gasthofs im 18. Jahrhundert. Die zugehörige große Scheune dokumentiert die Entwicklung von Handel und Verkehr: Zur Zeit ihrer Erbauung 1756 wurden große Erwartungen an den wirtschaftlichen Aufschwung insbesondere in der Vorstadt geknüpft. Im 20. Jahrhundert hinterlässt der sich anbahnende Autotourismus Spuren. Durch ihre Lage an der Einmündung der Gartenstraße prägt die besonders authentisch überlieferte Scheune das Stadtbild in diesem Bereich der Hauptstraße.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100740401
Fachwerkscheune Gartenstraße 2
(Karte)
Traufständige Fachwerkscheune mit Halbwalmdach; 1756 errichtet, in der rechten Gebäudehälfte Garageneinbau des frühen 20. Jhs. Die an der Einmündung der Gartenstraße in die Hauptstraße gelegene Scheuer bildet eine Sachgesamtheit mit dem Gasthaus „Zur Post“ (Hauptstr. 55). Im Gasthaus war 1752 eine Posthalterei für die Postroute von Nürnberg nach Straßburg eingerichtet worden. Die große Scheune dokumentiert die Entwicklung von Handel und Verkehr: 1756 wurden große Erwartungen an den wirtschaftlichen Aufschwung insbesondere in der Vorstadt geknüpft; im 20. Jh. hinterlässt der sich anbahnende Autotourismus Spuren. Durch ihre Lage an der Einmündung der Gartenstraße prägt die besonders authentisch überlieferte Scheune das Stadtbild in diesem Bereich der Hauptstraße.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG
100740401BW

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Wohnhaus Hauptstraße 56
(Karte)
Zweigeschossiges, verputztes Fachwerkhaus auf niedrigem Steinsockel, Halbwalmdach mit profiliertem Traufgesims, Südostecke stark angeschrägt, profilierte Schwellen, leichte Vorkragung an Giebel- und Traufseiten, axial geordnete Fenster, um 1750

Das authentisch überlieferte Fachwerkhaus belegt die rege Bautätigkeit und städtebauliche Neuordnung des 18. Jahrhunderts im Vorstadtbereich vor dem Oberen Tor und ist ein charakteristisches Beispiel barocken Bauens mittlerer sozialer Schichten in Langenburg. 1857 ist ein Sattler als Besitzer des Hauses nachweisbar.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100743086
Wohn- und Geschäftshaus Hauptstraße 57
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach, an östlicher Traufseite durch Anbau erweitert, steinerne Sonnenuhr auf Giebelseite, Neidkopf an Konsole unter Krüppelwalm, Hauseingang mit geschnitztem Blatt, um 1700, Ladeneinbau Ende 19. Jahrhundert

Das Haus ist ein Dokument frühbarocken Bauens in der Vorstadt mit charakteristisch verputzter Fachwerkfassade und bemerkenswerten Details wie der Sonnenuhr und dem Neidkopf. Es veranschaulicht zudem einen typischen Ladenumbau des 19. Jahrhunderts
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100743117BW
Gasthof Ross Hauptstraße 59
(Karte)
Zweigeschossiges, verputztes Fachwerkhaus mit massivem Sockel, Satteldach mit profilierter Traufe, mittiger Eingang mit Oberlicht, zweiflügelige, beschnitzte Haustür mit Bandelwerkornamentik, darüber Steintafel mit Ross und Bäckerzunftwappen zwischen Löwen, Schriftband mit Initialen, 1737 (i), im Kern eventuell älter

Der stattliche Gasthof Ross wurde nur einige Meter vom Gasthaus Lamm bzw. Post (Hauptstraße 55) errichtet, beide zusammen bildeten ein zweites gastronomisches Zentrum, das mit den Wirtshäusern am Kronenbuck konkurrierte. Die gegenüberliegenden Gebäude Hauptstraße 59 und 66 stehen dicht beieinander, wodurch die wichtigste Zufahrtstraße markant verengt wird.

Das Gasthaus ist ein wichtiges Baudokument der Vorstadtentwicklung in Langenburg und Zeugnis des historischen Gastgewerbes in der Stadt. Künstlerisch bedeutend ist die geschnitzte Türe als selten überliefertes Exemplar barockzeitlicher Türblätter an einem Privathaus. Aus ihr wie dem Wappen sprechen der Wohlstand des Bauherren.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100743208BW
Wohnstallhaus Hauptstraße 66
(Karte)
Zweigeschossiger Fachwerkbau auf Bruchsteinsockel, Satteldach mit Aufschiebling, Zugang an Nordwestecke zurückgesetzt, Erdgeschoss und Traufseiten verputzt, sichtbares Fachwerk in Obergeschoss und Giebelfeld, dort rautenförmige Zierelemente, um 1700

Das für ein Wohnstallhaus vergleichsweise aufwendig gestaltete Fachwerkgebäude zeugt vom Repräsentationsbedürfnis der Einwohner im aufstrebenden Residenzstädtchen, das auch die Vorstadt im 18. Jahrhundert erfasste. Es steht eng gegenüber dem Haus Hauptstraße 59. Diese Engstelle ist städtebaulich wichtig, da sie den einstigen östlichen Stadtrand markiert.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100743294BW
Wohnhaus mit Remise Hauptstraße 77
(Karte)
Zweigeschossiger Wohnbau in Hausteinmauerwerk, Satteldach mit Kasettengesims und Wiederkehr im Giebel, axialsymmetrisch gegliederte Fassaden, im Erdgeschoss profilierte Fenstergurte und mittiger Rundbogeneingang, im Obergeschoss ornamentierte Fenstergesimse und Schmuckband über Hauseingang, Pfeiler der Zwillingsfenster mit Kapitellausbildung, im Inneren bauzeitliche Ausstattungselemente, um 1870; Remise aus Haustein und Fachwerk, Satteldach, 1879 (i)

Das Gebäude ist mit seiner klaren, symmetrischen Fassadengliederung sowie der handwerklich sorgfältigen und künstlerisch aufwändigen Ausführung ein außergewöhnliches Dokument eines am Klassizismus orientierten historistischen Baustils in Langenburg. Es ist im Erweiterungsbereich der Vorstadt besonders auffällig und durch den authentischen Überlieferungsgrad von Wohnhaus und Remise einzigartig.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100743316BW
Wohnhaus Hauptstraße 84
(Karte)
Zweigeschossiges, verputztes Gebäude, Mansard-Halbwalmdach mit Gauben und profiliertem Traufgesims, massives Erdgeschoss, Geschossgliederung durch profiliertes Gurtgesims, Obergeschoss in Fachwerk, stichbogiges Einfahrtstor, Segmentbogenfenster, Haustür mit profiliertem Segmentbogengewände und beschriftetem Keilstein, angebaute Altane an Ostseite, 1770 (i)

Der repräsentative Barockbau steht exemplarisch für die Erweiterung der Vorstadt im 18. Jahrhundert. Die stark gegliederte Fassade mit diversen Zierelementen zeugt von Wohlstand und gesellschaftlichem Anspruch des Bauherrn, der vom Bauboom in der aufstrebenden Residenzstadt profitierte. Die bis heute erhaltene Tordurchfahrt und die Scheune im Hof weisen zudem auf das Nebeneinander von Handwerksbetrieb und landwirtschaftlicher Nutzung hin.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100743369BW
Hofapotheke Hauptstraße 88
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Halbwalmdach mit Aufschiebling, axial geordnete Fenster- und Türgewände in rotem Sandstein, an der Schauseite zur Hauptstraße geohrt, Westgiebel mit Gurtgesims, Haustür mit beschnitztem zweiflügeligem Blatt und verglastem Oberlicht, schräg darüber fürstlich-hohenlohisches Wappen, 1782 (i)

Das äußerlich nur geringfügig veränderte Gebäude steht mit seiner barocken Formensprache exemplarisch für die Stadterweiterung des 18. Jahrhunderts entlang der Hauptausfallstraße Richtung Blaufelden. Es bildete als Hofapotheke einen wichtigen Bestandteil der Infrastruktur der Residenz. Der Apotheker erwarb das Haus 1797 bzw. 1819 aus fürstlichem Besitz. Die Nutzungskontinuität in der bis heute mit dem Haus verknüpften Apothekentradition ist für die Stadtgeschichte bedeutsam.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100743392BW
Wohnhaus mit Scheune: zweigeschossiges Hauptstraße 89
(Karte)
Verputztes Fachwerkhaus mit niedrigem Hausteinsockel, Halbwalmdach mit profiliertem Traufgesims, Westseite im Obergeschoss und Giebel verschiefert, Fenster axial geordnet, bauzeitliche Eingangstür, im Inneren bauzeitliche Ausstattungselemente und Dachwerk unverändert erhalten, erbaut für zwei Handwerkerfamilien, um 1820, Schieferverkleidung um 1900; Stallscheune, Fachwerkbau mit Hausteinsockel, Satteldach, Mitteltenne, um 1800

Wohnhaus und Scheune bilden ein anschauliches Beispiel für die Wohnbedingungen und die Wirtschaftsweise von Handwerkern im 19. Jahrhundert. Die Scheune belegt den landwirtschaftlichen Hintergrund der Gebäude in der äußeren Vorstadt und ist damit auch ein sozialtopographisches Dokument in der Stadt.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100743422BW
Wohn- und Geschäftshaus Hauptstraße 91
(Karte)
Zweigeschossiges, verputztes Fachwerkhaus mit Kniestock, Satteldach mit mittigem Zwerchhaus, im Erdgeschoss große Ladenfenster, im Obergeschoss traufseitig zur Straße gekoppelte Fenster, um 1870, Ladeneinbau mit hölzerner Tür- und Fensterverdachung um 1900

Das Fachwerkhaus stellt ein anschauliches Beispiel für den vorstädtischen Ausbau Langenburgs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dar. Traufständige, zweigeschossige Wohnbauten (vgl. Hauptstraße 93-95 und 104) sind für diese Zeit und diesen Bereich typisch. Der nur eine Generation nach Errichtung des Gebäudes vollzogene Ladeneinbau deutet auf eine zunehmende wirtschaftliche Belebung des damals am östlichen Stadtrand gelegenen Areals hin.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100743516BW
Scheune Hauptstraße (südlich Nr. 96)
(Karte)
Bau in konstruktivem Fachwerk mit Sandsteinquadersockel, teilverputzt, Satteldach mit Aufschiebling, traufseitig Tennentor, erbaut für einen Bäcker, 1. Hälfte 19. Jahrhundert

Das Gebäude zeigt exemplarisch die Fachwerkkonstruktion im Scheunenbau im frühen 19. Jahrhundert. Gleichzeitig ist es ein bauliches Dokument für das Wirtschaften jener Zeit: Der Bäcker musste neben seinem Handwerksbetrieb in der Landwirtschaft tätig sein, um den Lebensunterhalt für seine Familie zu sichern.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100743554BW

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Rathaus Hintere Gasse 3
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau, Halbwalmdach mit profiliertem Traufgesims und Aufschiebling, Erdgeschoss in Bruchstein mit Eckquadern, Obergeschoss in Fachwerk mit profilierten Schwellen und Putzmalerei, geohrte Tür- und Fenstergewände, Erdgeschoss 16. Jahrhundert, Obergeschoss und Fassadenumgestaltung 17./18. Jahrhundert

Der Bau war das erste Langenburger Rathaus. Das Gebäude ist ein Anbau an den herrschaftlichen Fruchtkasten und war - wie die beiden anderen Rathäuser auch - in fürstlichem Besitz. Es hat einen außergewöhnlich großen Gewölbekeller. Heute unscheinbar in der Hinteren Gasse gelegen, nahm es einst eine stadtbildprägende Position ein: Bevor das zweite Rathaus (Hauptstraße 1) um 1650 erbaut wurde, gehörte es zur Randbebauung des Schlossplatzes und markierte die Grenze zwischen fürstlichem und bürgerlichem Terrain. In den Komplex fürstlicher Nutzbauten integriert, zeugt der barock gestaltete Bau vom Einfluss, den die Herrschaft auf die Geschicke der Stadt nahm. Es hat daher große Bedeutung für die Stadtgeschichte.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100752193

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Wohnhaus Hintere Gasse 9
(Karte)
Dreigeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach, rückwärtig zweigeschossiger, etwas schmalerer Bauteil mit einseitigem Krüppelwalmdach, vorderer Teil an östlicher Traufseite auf Stadtmauervorsprung aufgesetzt, an Straßenfront Sichtfachwerk, Seiten- und Rückfront verputzt, Erdgeschoss von hinterem Teil wohl Überrest von Turm, dort Eckquaderung, Obergeschoss und Nordgiebel verputzt; Stadtmauer, Turmstumpf und zwei Wohngeschosse, frühes 17. Jahrhundert, Aufstockung 19. Jahrhundert

[s. Stadtbefestigung, Bettelweg]

Der Unterbau des Hauses ist Bestandteil der ab 1610 ausgebauten Stadtbefestigung. Die exponierte Lage deutet auf einen einstigen Turm hin, der die Nahtstelle vom Ökonomiebereich des Schlosskomplexes und der städtischen Bebauung nördlich des Marktplatzes schützen sollte. Das Wohnhaus auf der Stadtmauer zeugt dabei von der schon früh erfolgten optimierten Verdichtung der überbauten Nutzfläche im Kernbereich Langenburgs. Städtebaulich und stadthistorisch bedeutsam ist die zeitnah zur Stadtbefestigung einsetzende Überbauung des ehem. Turmes.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

103272902

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Wohnhaus Hintere Gasse 15
(Karte)
Zweigeschossiger, teilverputzter Fachwerkbau, Satteldach mit Aufschiebling, profilierte Schwellen, Stadtmauer in nördliche Giebelwand integriert, im Obergeschoss zweiseitig beschnitzte Eckständer mit Drehstab- und Schneckenmotiv, 1679 (i)

[s. Stadtbefestigung, Bettelweg]

Inmitten der Ökonomiegebäude an der Hinteren Gasse wirkt das frühneuzeitliche Fachwerkhaus mit der aufwendig gestalteten Fassade heute stadtbildprägend. Es hat dokumentarischen Wert für das Bauen im 17. Jahrhundert in städtebaulich beengter Lage und zeigt die damals zunehmende Entwertung der in das Haus rückwärtig einbezoegnen Stadtmauer als Wehranlage.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100752239
Scheune Hintere Gasse 19
(Karte)
Eingeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach, auf die Stadtmauer gesetzt, Südgiebel verputzt, Nordgiebel verbrettert, 18. Jahrhundert

[s. Stadtbefestigung, Bettelweg]

Das Gebäude ist ein wesentliches Element der historischen Bebauung vor dem Brand von 1856 an der Hinteren Gasse und entlang der Stadtmauer, die auf charakteristische Weise durch Ökonomiebauten geprägt wurde. Es verdeutlicht historisch gewachsene Wirtschafts- und Sozialstrukturen im Kernbereich Langenburgs.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100752411BW
Stallscheune (jetzt Wohnhaus) Hintere Gasse 23
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, auf die Stadtmauer aufgesetzt, Westgiebelseite aus Steinquadern, ansonsten verputztes Fachwerk, 1857 (i)

[s. Stadtbefestigung, Bettelweg]

Die Scheuer ist eines der Ökonomiegebäude, die in charakteristischer Weise auf die nördliche Stadtmauer gebaut wurden und eine Scheunenzeile bilden, die für Langenburg ortsbildprägend ist. Die Datierung belegt, dass an dieser Stelle eine der Scheunen stand, die dem Brand von 1856 zum Opfer fielen. Das Gebäude dokumentiert die Stadtplanung für den Wiederaufbau nach dem Brand, die durch eine veränderte Baulinie aus ehemaligen Hofbereichen eine durchgängig befahrbare Gasse formte.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100752510BW

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Wohnhaus Hintere Gasse 35
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit konstruktivem Fachwerk auf niedrigem Steinsockel, Satteldach mit Aufschiebling und profiliertem Traufgesims, Eingang traufseitig im Hochparterre, 2. Hälfte 18. Jahrhundert

Das Fachwerkhaus ist als Wohn- und Arbeitsstätte eines Handwerkers an einen der nördlichen Stadtmauertürme (Hintere Gasse 33) angebaut worden. Es wurde bei der Neubebauung nach dem Brand 1856 in die veränderte Baulinie der neu geschaffenen Hinteren Gasse integriert.

Vom ehemaligen Handwerkerhaus zeugt noch die Raumstruktur mit Handwerkerstube sowie Hühnerställen im Untergeschoss. Es ist ein anschauliches Beispiel für die Wohn- und Lebensweise sozial niedrigerer Schichten im 18. Jahrhundert. Städtebaulich und stadtgeschichtlich bedeutsam sind die Anbausituation am Stadtmauerturm und die Lage an Platz und Hinterer Gasse.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100752559

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Scheune Hintere Gasse 37
(Karte)
Eingeschossiger Bau in konstruktivem Fachwerk mit Satteldach, Stadtmauer in nördliche Traufseite integriert, Rundbogen-Kellereingang an südlichen Traufseite, an Ostgiebelseite Ausfachung aus Backstein, beidseitig Giebeldreieck mit gekreuzten Rauten, Ende 18. Jahrhundert

[s. Stadtbefestigung, Bettelgasse]

Die heute umgenutzte Scheune ist eines der Ökonomiegebäude, die in charakteristischer Weise auf die nördliche Stadtmauer gebaut wurden und eine traufständige Scheunenzeile bilden, die das Ortsbild im Bereich der Hinteren Gasse prägt. Sie ist Baudokument der agrarisch geprägten Wirtschafts- und Sozialstruktur der Stadt.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100752640

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Stallscheune Hintere Gasse 41
(Karte)
Eingeschossiger Bau in konstruktivem Fachwerk mit massivem Teil und flach geneigtem Satteldach, rückwärtig auf die Stadtmauer gesetzt, an Südgiebelseite Scheunentor, Stallzugang und rundbogiger Kellereingang, Zahnschnittfries im Rähmbalken, 1824 (i)

[s. Stadtbefestigung, Bettelgasse]

Die große Stallscheune prägt das Straßenbild an einem kleinen Platz, zu dem sich die Hintere Gasse in diesem Bereich weitet. Die Erschließung über drei nebeneinander angeordnete Tore und Türen verdeutlicht den multifunktionalen Charakter des Ökonomiegebäudes und zeigt eindrucksvoll die Wirtschafts- und Sozialgeschichte im Kernbereich Langenburgs.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100752652

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Wohnhaus Hintere Gasse 47
(Karte)
Zweigeschossiger Bau in konstruktivem Fachwerk auf Steinsockel, Satteldach mit profiliertem Traufgesims, rückwärtig auf die Stadtmauer gesetzt, westliche Giebelseite verputzt, traufseitig mittiger Eingang, 18. Jahrhundert

[s. Stadtbefestigung, Bettelgasse]

Wegen seiner historischen Bausubstanz kommt dem Fachwerkwohnhaus Zeugniswert hinsichtlich der Bauweise von Bürgerhäusern im 18. Jahrhundert zu. Es dokumentiert mit seiner Lage, dass für bestimmte Bereiche der überwiegend mit Ökonomiegebäuden bebauten Hinteren Gasse - einerseits der Nahbereich der Schlossanlage, andererseits die unmittelbare Umgebung der Kirchenapsis - Wohnbebauung bevorzugt wurde. Sowohl als Abschluss der Baureihe nördlich der Kirche als auch durch seine Wahrnehmbarkeit von der Hauptstraße aus ist es für das Stadtbild bedeutsam.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100752663

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Stadtmauerturm, ehemaliges Hospital Hintere Gasse 49
(Karte)
Viereckiger, zu Wohnzwecken umgebauter Stadtmauerturm; vom Straßenniveau der Hinteren Gasse dreigeschossig, Giebel nach Norden und Süden gewandt; Unterbereich des Turmes, Erd- und erstes Obergeschoss steinsichtig, zweites Obergeschoss und Giebel verputzt; Giebeltürmchen traufseitig an Südostecke; Satteldach; Turm 1610 zeitgleich mit der Stadtmauer erbaut, im 19. Jh. als Hospital umgestaltet. Der Stadtmauerturm schützte die Nordostecke des ummauerten Kernbereichs von Langenburg. Das 1753 von Graf Ludwig von Hohenlohe gestiftete Armenhospital war bis etwa 1830 in einem nicht mehr erhaltenen Gebäude am Unteren Tor untergebracht, dann bis 1882 und von 1906 bis ca. 1950 erneut im Turm. Die beiden erhaltenen Stadttürme der nördl. Stadtmauer (vgl. Hintere Gasse 33) prägen die Stadtansicht der auf einem Bergsporn über dem Jagsttal erbauten Kernstadt. Sie dokumentieren die Notwendigkeit, die ab 1610 erbaute Verteidigungslinie im 17. Jh. zusätzlich zu schützen. Das ehem. Armenhospital zeugt vom sozialen Engagement der Herrschaft und ist stadtgeschichtlich wichtig.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

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Erdgeschoss des Hauses Hintere Gasse 55
(Karte)
Gemauert, mit Rundbogentür, in die östliche Giebelseite einbezogen die Stadtmauer, 16./frühes 17. Jahrhundert

[s. Stadtbefestigung, Bettelweg]

Das steinerne Erdgeschoss ist ein historisches Baudokument für die Gestaltung des Stadtkerns in der Umgebung des Oberen Tores und der Stadtkirche. An ihm lässt sich die städtebauliche Planung und Entwicklung an der Hinteren Gasse nachvollziehen (vgl. Hauptstraße 39 und Hintere Gasse 47).
Geschützt nach §§ 2 (Bauteil) DSchG

100752699
Gasthaus Hirsch Kronenbuck 4
(Karte)
Verputzter zweigeschossiger Bau mit Satteldach, hohes Hanggeschoss und westliche Traufseite massiv, sonst Fachwerk, im vorderen (talseitigen) Viertel mit aufgesetztem 2. Obergeschoss, zum Kronenbuck hin auf ganzer Hauslänge aufgestockt, 17./18. Jahrhundert

In unmittelbarer Nähe des Gebäudes befand sich das zu Beginn des 19. Jahrhunderts abgebrochene Untere Tor als südlicher Stadtzugang. Sowohl der alte Stadtzugang über die Bächlinger Steige und den Kronenbuck als auch die jüngere Bächlinger Straße führen an dem städtebaulich markanten Gebäude vorbei. Die auffällige Häufung von (ehem.) Wirtshäusern rings um die Einmündung des Kronenbuck in die Hauptstraße (vgl. Hauptstr. 12, 21, 24) ist von stadtgeschichtlicher Bedeutung, das Haus selbst hat dokumentarischen Wert für die Geschichte der Gasthäuser in Langenburg. Für das Gasthaus Hirsch ist auch eine Nutzung als Badhaus überliefert.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100753773BW
Doppelwohnhäuser Michelbacher Straße 10, 12, 14, 16
(Karte)
Erbaut durch die Gemeinnützige Baugenossenschaft Langenburg, 1898 (i), bestehend aus: Haus Eintracht, zweigeschossiges Doppelwohnhaus mit Satteldach, Erdgeschoss in Ziegelmauerwerk mit Werksteinfenstergewänden, Obergeschoss in Zierfachwerk; Deutsches Haus, zweigeschossiges Doppelwohnhaus, Satteldach mit Gauben undZwerchhäusern mit Krüppelwalmen, Erdgeschoss in Ziegelmauerwerk mit flachbogigen, durch Werkstein-Keilstein betonten Fenster- und Türgewänden, Obergeschoss in Zierfachwerk, steinerne Inschrifttafel im Erdgeschoss

Die als Arbeiterwohnungen erstellten beiden Doppelwohnhäuser sind die einzigen ausgeführten Gebäude einer in Bahnhofsnähe geplanten Arbeitervorstadt. Die weithin originale Bausubstanz ermöglicht Einblicke in die Lebensbedingungen der Gründerzeit. Die Wiederverwendung von historischen Fachwerkformen dokumentiert Wertvorstellungen des Fin de siècle, als man versuchte von genossenschaftlicher Seite auch der Arbeiterschaft menschenwürdige Wohnverhältnisse und Identifikationspunkte zu schaffen.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100753959BW
Wohnstallhaus Regenbacher Straße 15
(Karte)
Zweigeschossiger Massivbau mit Hanggeschoss, Satteldach, auf der Westseite mit Halbwalm, großformatiges Quader- und Bruchsteinmauerwerk mit Eckquaderung, traufseitiger Hauseingang in Sandsteingewände, im Türsturz Segensspruch, daneben Stallzugang, im Kern 17. Jahrhundert, bauliche Veränderungen 1786 (i)

Der älteste Massivbau der Vorstadt gehört zur frühen Bebauung an der Regenbacher Steige, einer der beiden mittelalterlichen Steigstraßen aus dem Jagsttal nach Langenburg. Der auf dem Türsturz des traufseitigen Hauseingangs eingemeißelte ev. Gesangbuchvers ist im Stadtbild singulär. Er kündet von den Risiken und Ängsten einer bäuerlichen Existenz im 18. Jahrhundert.

Die Mischnutzung des ehem. Wohn- und Stallgebäudes lässt sich bis heute an den beiden separaten Zugängen ablesen, mit denen das Haus von der Regenbacher Straße aus erschlossen wird. Das Gebäude prägt das Stadtbild an einem der ältesten Zugänge zum städtischen Raum und ist stadtgeschichtlich bedeutsam.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

100754271BW
Ventilbrunnen Regenbacher Straße 19
(Karte)
Mit gerundetem länglichem Eisentrog und gusseisernem Brunnenstock, Ornamentierung mit Akanthusblättern und Rosetten, Ende 19. Jahrhundert

Der Brunnen zeugt von der Gusseisenproduktion im ausgehenden 19. Jahrhundert, er steht exemplarisch für die Verbreitung von Produkten aus industrieller Fertigung. Als Relikt der historischen Wasserversorgung weist er auf den Wasserbedarf bei der Gartenbewirtschaftung hin, welche bis heute ein typisches Merkmal der Langenburger Vorstadt geblieben ist.
Geschützt nach §§ 2 (Kleindenkmal) DSchG

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Schloss Langenburg Herrenberg; Schloss 1, 2, 3, 4, 5, 6, 11, 12
(Karte)
Langgestreckte, weithin sichtbare Höhenburg in markante Spornlage über dem Jagsttal, bestehend aus:
  • Kernschloss (Schloss 1), langgestreckte, mehrgeschossige Vierflügelanlage mit kräftigen runden Ecktürmen, verputzter Massivbau mit Satteldächern, Volutengiebel, Ecktürme mit Kegeldächern bzw. Hauben mit Laternen, in den unteren Teilen in Buckelquadermauerwerk mit Maul- und Schlitzscharten, zum Innenhof umlaufende Galerien mit Brüstungen in Beschlagwerk, teilweise über Arkaden, hoher achteckiger Treppenturm mit Welscher Haube und Laterne, im Inneren Ausstattungen des 17. und 18. Jahrhunderts mit figürlichen Stuckdecken, u.a. von Hans Kuhn, Schlosskirche im Südostturm mit bemalten Holzemporen, Kanzel und Gestühl, 1621; im Kern 13. Jahrhundert, Geschütztürme und Zwinger um 1491 (i), Torbau 1493 (i), durchgreifender Aus- und Umbau unter Graf Philipp Ernst nach Plänen von Georg Kern, 1611 bis 1628, Ostflügel nach Plänen von Christoph Schwarzwimmer barockisiert, 1756 bis 1761 (nach Brand 1963 bis 1966 wiederhergestellt); im Norden Zwinger, im Westen vorgelagerte Bastei Lindenstamm, davor zweigeschossiger Achteckturm mit Zinnenkranz und Mauern, 19. Jahrhundert; im Osten steinerne Brücken mit Wächterhäuschen, 1763, über doppelten Graben zum ehem. Turnierplatz bzw. zur Stadt;
  • Ökonomiegebäude (Schloss 2), eingeschossiger, verputzter Fachwerk- bzw. Massivbau mit Satteldach, auf der nordöstlichen Bastion des 16./17. Jahrhunderts erbaut nach 1883;
  • Eckturm (Schloss 3), massiver eingeschossiger, fünfeckiger Baukörper mit Zinnenkranz, 2. Hälfte 19. Jahrhundert;
  • Nebengebäude (Schloss 4), langgestreckter kleiner Massivbau mit Satteldach im Hang unterhalb des Marstalls, im Kern wohl 18./19. Jahrhundert;
  • Scheune, sog Tummelhaus (Schloß 5), freistehender Fachwerkbau mit Satteldach und teilweise massiven Außenwänden, im Kern wohl frühes 17. Jahrhundert, mit Veränderungen des 18./19. Jahrhunderts;
  • Marstall (Schloss 6, 8), heute Automobilmuseum, lang gestrecktes Steinhaus, Staffelgiebel mit Satteldach, symmetrisch gegliederte Fassade mit kleinen Öffnungen im Erdgeschoss und großen, gekoppelten Fenstern mit profilierten Steingewänden im Obergeschoss, südlicher Flügel Massivbau mit schmalen, schießschartenartigen Öffnungen im Bereich der ehem. Ummauerung (modernes Flachdach, beide Gebäudekomplexe durch modernen Zwischenbau verbunden), im Kern 1448, Umbau frühes 17. Jahrhundert;
  • Fruchtkasten (Schloss 7), giebelständiges Steinhaus mit Staffelgiebel und Satteldach, an der Nordseite abgewalmt, symmetrisch gegliederte Fassade mit großem Rundbogentor im Erdgeschoss sowie kleineren, rundbogigen Aufzugsöffnungen in den Obergeschossen, seitlich Treppenaufgang mit Eingangstür, Nordfassade mit wehrhaften Öffnungen im Erdgeschoss und großzügiger Durchfensterung im Obergeschoss, 16./17. Jahrhundert;
  • Orangerie (Schloss 11), eingeschossiger Massivbau mit Satteldach und mittigem Zwerchhaus, wandhohe Fensterfront nach Westen, Putzgliederung durch Lisenen, im Kern 18. Jahrhundert, mit Veränderungen des 19. Jahrhunderts; im Westen Gartenparterre auf Terrasse, hohe Stützmauer zum Schlossvorhof;
  • Hofratshaus (Schloss 12), zweigeschossiger Bau mit Satteldach, massives verputztes Erdgeschoss mit profilierten Fenstern, vorspringender Standerker in Ecklage, Obergeschoss in Zierfachwerk mit profilierten Schwellen an der Schauseite, im Kern wohl frühes 17. Jahrhundert, Erweiterung nach Süden, 1911

Das Schloss ist gleichsam Siedlungskern und -höhepunkt der Stadt Langenburg. Es dokumentiert in eindrucksvoller Weise die Zeitschichten einer hohenlohischen Residenzanlage vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert und ist zugleich die optische Dominante im Stadt- und Landschaftsbild hoch über dem Jagsttal. Seine in Kastellform angelegte Befestigung mit vier großen Geschütztürmen aus der Zeit um 1490 macht das Schloss zu einer der frühesten Artilleriefestungen in Baden-Württemberg. Der Umbau der Wohngebäude in der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts mit hofseitigen Galerien zählt zu den Höhepunkten der Spätrenaissancearchitektur in Franken und belegt den Wunsch nach angemessener fürstlicher Repräsentation des protestantischen Bauherrn. Von künstlerisch herausragendem Wert sind die figürlichen Renaissancestuckdecken, geschaffen von Hans Kuhn 1615 und 1627. Die barocke Fassadengestaltung der Ostseite veranschaulicht die Bemühungen, aus der wehrhaften Renaissanceburg ein modernes frühneuzeitliches Residenzschloss zu machen. Beispielhaft überliefert sind zentrale Bauten der höfischen Infrastruktur, darunter das sog. Tummelhaus, die einstige Reitschule. Der Marstall ist die raumprägende Baukante des Schlossvorbereiches, der ehemals als Turnierplatz diente, und prägt diesen mit seinem langen Baukörper in entscheidender Weise. Die Orangerie mit dem vorgelagerten Gartenteil hat hohen dokumentarischen Wert für die Gartenbaukunst der Barockzeit und ist mit ihrer beengten Lage am Hang Zeugnis der schwierigen topographischen Situation und zugleich der geschickten Grundstücksnutzung innerhalb der Residenz Langenburg. In seiner Gesamtheit gehört Schloss Langenburg zu den besonders anschaulich und beispielhaft überlieferten gewachsenen Residenzschlössern in Baden-Württemberg, das Wehrbau, höfische Kultur und Repräsentation vom Spätmittelalter bis ins 19. Jahrhundert dokumentiert. Mit seiner für das Bild der Kulturlandschaft und historischen Stadtgestalt Langenburgs prägnanten Lage über dem weitgehend unberührten Jagsttal und seiner turmreichen Silhouette ist Schloss Langenburg ein in höchstem Maße raumwirksames Kulturdenkmal.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG

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Ökonomiegebäude auf Schlossbefestigung Schloss 2
(Karte)
Eingeschossiges verputztes Fachwerk- bzw. Massivgebäude mit Satteldach, nach 1883 auf der nordöstlichen Bastion des 16./17. Jhs. als Ökonomiegebäude aufgesetzt. Das Ökonomiegebäude ist Zeugnis der baulichen Verdichtung des Schlossareals im 19. Jhs. unter wirtschaftlichen Aspekten.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG
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Eckturm auf Schlossbefestigung Schloss 3
(Karte)
Eingeschossiger Eckturm, massiver fünfeckiger Baukörper mit Zinnenkranz, 2. Hälfte 19. Jh. Der Eckturm ist eine der wenigen baulichen Zeugnisse der Umgestaltung des Schlosses im 19. Jh. in neugotischer Formensprache.
Geschützt nach §§ 28 (Gebäude) DSchG
BW
Kleines Nebengebäude Schloss 4
(Karte)
Langgestreckter kleiner Baukörper, Massivbau mit Satteldach im Hang unterhalb des Marstalls, im Kern wohl 18./19. Jh. Das Gebäude ist ein Rest der ehemals stärkeren baulichen Verdichtung im Bereich der Vorburg im Umfeld von Marstall und Meirei und besitzt dokumentarischen Wert für die Geschichte der Ökonomiebauten, die sich östliche außerhalb des Kernbereiches des Schlossen befanden bzw. noch befinden.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG
BW

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Magazingebäude; sog. Tummelhaus Schloss 5
(Karte)
Freistehende Fachwerkscheune mit Satteldach und teilweise massiven Außenwänden; im Kern wohl frühes 17. Jh., mit späteren Veränderungen, vor allem im Bereich des Fachwerks (18./19. Jh.), 2007 Dach- und Fassadensanierung. Die Fachwerkscheune, das so genannte Tummelhaus (= Reitschule), wird heute als Lagergebäude mit Wildkammer verwendet; es steht außerhalb der befestigten Bereiche des Schlosses an der nördlichen Hangkante des Bergrückens. Die große ehem. Reitschule (späteres Magazingebäude) dokumentiert die umfangreichen Baumaßnahmen in der Residenz Langenburg im frühen 17. Jh., die auch zahlreiche Nebengebäude mit einschloss. Das herrschaftliche Gebäude mit seinem stattlichen Satteldach prägt die unmittelbare Umgebung des nördlichen Schlossgrabens am Übergang zum nördlichen Berghang.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

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Ehem. Meierei und ehem. Marstall Schloss 6/8
(Karte)
Traufständiges, lang gestrecktes Steinhaus, symmetrisch gegliederte Fassade mit kleinen Öffnungen im EG und großen gekoppelten Fenstern mit profilierten Steingewänden im OG, Staffelgiebel mit Satteldach; südlicher Flügel ebenfalls Massivbau mit schmalen, schießschartenartigen Öffnungen im Bereich der ehem. Ummauerung, modernes Flachdach; beide Gebäudekomplexe durch modernen Zwischenbau verbunden; im Kern 1448, Umbau frühes 17. Jh., 1970 Umbau zum Automobilmuseum. Der Marstall ist die raumprägende Baukante des Schlossvorbereiches (ehem. Turnierplatz) und prägt diesen mit seinem langen Baukörper in entscheidender Weise, ebenso wie die Meierei die nördliche Stadtmaueransicht am Übergang zum Schloss. Beide Gebäude zählen wie der Fruchtkasten und der Witwenbau zu den ältesten Steingebäuden Langenburgs und dokumentieren anschaulich den hohen baulich-gestalterischen Anspruch der Herrschaft, der auch an den Ökonomiegebäuden zum Ausdruck kommt. Die Umnutzung der 1970er Jahre hat ihre eigene Architektursprache.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

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Ehem. Fruchtkasten Schloss 7
(Karte)
Giebelständiges Steinhaus, symmetrisch gegliederte Fassade mit großem Rundbogentor im Erdgeschoss sowie kleineren rundbogigen Aufzugsöffnungen in den Obergeschossen, seitlich Treppenaufgang mit Eingangstüre, Staffelgiebel mit hohem, steilem Satteldach, an der Nordseite abgewalmt (dort auch andersartige Fassade mit wehrhaften Öffnungen im EG und großzügiger Durchfensterung im OG); frühes 17. Jh., 1978 als Erweiterungsbau des Automobilmuseum im EG umgebaut. Das Gebäude bildet heute zusammen mit dem gegenüberliegenden Hofratshaus den östlichen Abschluss des Schlossvorbereiches und den Übergang zur bürgerlichen Stadt. Der Fruchtkasten ist wie der vergleichbare „Witwenbau“ eines der ältesten Steingebäude Langenburgs und ein anschauliches Beispiel herrschaftlichrepräsentativen Bauens der im 17. Jh. aufstrebenden Residenz, auch für eine reine Lagernutzung. Der Staffelgiebel prägt den Schlossbereich in hohem Maße und ist ein markanter Kontrapunkt zur umgebenden Fachwerkbebauung bzw. zum flach gestreckten Marstall.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG
Orangerie und Garten Schloss 11
(Karte)
Eingeschossiges Orangeriegebäude, Massivbau mit Satteldach und mittigem Zwerchhaus, gebäudetypische starke Durchfensterung nach Westen, Putzgliederung durch Lisenen, im Kern 18. Jh. mit Veränderungen des 19. Jhs. (Fenster), 2006/07 Umbauten zum Veranstaltungsraum. Der Orangerie im Westen vorgelagert ist ein im barocken Stil 1994 neu angelegtes Blumenparterre als Teil der historischen Schlossgärten. Garten und Orangerie sind durch eine hohe Stützmauer (2003 saniert) vom Schlossvorhof getrennt und liegen einige Meter tiefer. Die Orangerie mit dem vorgelagerten Gartenteil hat hohen dokumentarischen Wert für die Gartenbaukunst des 18. Jhs. und ist mit ihrer beengten Lage am Hang Zeugnis der schwierigen topographischen Lage und zugleich der geschickten Grundstücksnutzung innerhalb der Residenz Langenburg.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude, Grünfläche) DSchG
BW

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Hofratshaus Schloss 12
(Karte)
Giebelständiges, zweigeschossiges Fachwerkhaus mit massivem Erdgeschoss; Zierfachwerk mit profilierten Schwellen an der Schauseite, massives Erdgeschoss mit profilierten Fenstern, vorspringender Standerker in Ecklage, Satteldach; im Kern wohl frühes 17. Jh. mit späteren Veränderungen (u. a. 1911 Erweiterung nach Süden), 1994 Außensanierung. Das Hofratshaus markiert das heutige östliche Ende des Schlossbereiches und steht seit dem Straßendurchbruch der Bächlinger Straße / Hauptstraße von 1868 frei. Das mit einer repräsentativen Fachwerk- und Massivfassade des 17. Jhs. ausgestattete Wohnhaus ist heute als östlicher Abschluss des Schlossbereiches ein städtebaulich sehr markantes Gebäude und hat besonderen dokumentarischen Wert für den Gestaltungswillen der Herrschaft hinsichtlich einer repräsentierenden Wirkung am Übergang zum zentralen Platz des Ortes.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG
Kath. Betsaal Bächlinger Straße 41
(Karte)
Zweigeschossiger, schieferverkleideter Fachwerkbau, Satteldach mit Giebelwiederkehr, in der dunklen Verkleidung hell abgesetzte Kreuzsymbole, 1882

Der bescheidene Bau ist Zeugnis für das Anwachsen des katholischen Bevölkerungsanteils im bisher evangelisch geprägten Langenburg seit 1850. Äußerlich wird die kirchliche Funktion nur an den hellen Schieferkreuzen in der Verkleidung sichtbar. Der Bau war der erste katholische Gottesdienstraum in Langenburg seit der Reformation.

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Postamt Hauptstraße 125
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Sockel aus bossierten Quadern, Walmdach mit Dachgauben, hohes Erdgeschoss, gegliedert durch Blendbogenfelder, umlaufendes Sohlbankgesims, Eingang mit Freitreppe, Putzplaketten mit Beschriftung, erbaut nach Entwurf von Oberregierungsbaurat Martin Mayer aus Stuttgart, 1921 bis 1923

Der Bau mit seinen Putzfassaden über bossiertem Sandsteinsockel ist ein später Vertreter der Reformarchitektur und ein qualitätsvoller Vertreter eines kleineren Amtsgebäudes zur Zeit der Weimarer Republik. Die Blendbogenreihe, welche im Außenbau die Schalterhalle kenntlich macht, hebt das Haus unter der umgebenden Bebauung deutlich hervor. Der seinerzeit renommierte Architekt, Martin Mayer, war u.a. für die Postneubauten und den Bau der Generaldirektion der Eisenbahn in Stuttgart verantwortlich.

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Bahnhof mit Gasthaus Zur Eisenbahn Hauptstraße 146, 149
(Karte)
Bestehend aus: Empfangsgebäude, zweigeschossiger, teils verschindelter, teils brettverkleideter Fachwerkbau auf Steinsockel, Mezzanin, flach geneigtes Satteldach, auf geschnitzten Bügen vorkragend, mittiger Zwerchgiebel, hölzerne, teilweise onamentierte Fensterumrahmungen, erbaut um 1900; daran angesetzt Güterabfertigungsschuppen, brettverkleideter Fachwerkbau, flach geneigtes Satteldach mit verglastem Sattelreiter; Nebengebäude für Toilette, Waschhaus und Holzremise, langgestreckter brettverkleideter Fachwerkbau, Mittelteil massiv in verschiedenfarbigem Ziegelmauerwerk, flach geneigtes Satteldach; Gasthaus Zur Eisenbahn, zweigeschossiger Bau, Satteldach mit Zwerchgiebel, weiter Dachvorsprung mit profilierten Sparrenköpfen, im Giebeldreieck mit ornamentiertem Sprengwerk, rustizierter Sockel, Erdgeschoss in Ziegelmauerwerk mit Werksteinelementen und Eingangsvorbau mit Treppe, Obergeschoss in Zierfachwerk (jetzt verkleidet), giebelseitig ornamentierte Schieferverkleidung, 1899 (i)

Der Bahnhof Langenburg ist ein wichtiges Zeugnis der Verkehrsgeschichte. Er bildet in seiner Gesamtheit ein anschauliches Beispiel für einen kleinstädtischen Bahnhof. Er wurde als Endbahnhof der 1900 eröffneten Stichbahn Blaufelden-Langenburg errichtet. Er stellt den für Nebenbahnen ab den 1890er-Jahren charakteristischen Typ dar, der im Unterschied zu den älteren Beispielen auf Materialien von monumentalem Anspruch verzichtet, aber durch Details wie z. B. hölzerne, ornamentierte Fensterumrahmungen mit Verdachung, profilierte Balkenköpfe zwischen Erd- und Obergeschoss oder profilierte Dachkonsolen und seine axialsymmetrische Gliederung architektonisch gestalten will. Die Bahnhofsgebäude sind dabei deutlich an ländlicher Architektur orientiert, wie die aus dem Schweizerhausstil abgeleiteten Zierelemente und die Verschindelung des Empfangsgebäudes belegen. Das dem Bahnhof gegenüber liegende Gasthaus wurde im engen zeitlichen und funktionalen Zusammenhang mit dem Bau der Bahnlinie errichtet. Gasthof und Bahnhof sind eine typische Kombination aus der Zeit des Eisenbahnbaus. Das Gasthaus hatte zusätzlich Ausflugsfunktion.

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Feuersee Nähe InnoPark am See
(Karte)
Feuerlöschteich, 1578 urkundlich erwähnt

Der östlich außerhalb der Altstadt gelegene, bereits im 16. Jahrhundert urkundlich erwähnte See diente der Bereitstellung von Löschwasser und wurde wohl auch zur Versorgung des Ortes mit Brauchwasser genutzt. Er ist ein Dokument der Ortsgeschichte wie auch des historischen Brandschutzes.

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Fürstliches Mausoleum mit Friedhof Michelbacher Straße 51
(Karte)
Massiver Zentralbau in Form einer griechischen Kreuzkuppelkirche, viereckige Ecklaternen und zehneckiger Aufbau mit flachem Zeltdach, Quadermauerwerk im Wechsel von roten und hellen Sandsteinbändern, gewölbte, gestufte Arkadenvorhalle mit Porphyrsäulen über hohem Sockel mit Freitreppe, innen zentrale Kuppel, errichtet im Auftrag des Fürsten Hermann von Hohenlohe-Langenburg nach Plänen des Berliner Regierungsbaumeisters August Bode, Innenraumdekoration mit Ausmalung nach Gesamtkonzept des Malers und Innenarchitekten Hermann Schaper, ausgeführt durch Julius Wehinger und Fritz Reichl, 1905 bis 1909; Friedhof der fürstlichen Familie, angelegt in Zusammenhang mit dem Mausoleumsbau im Areal des einstigen Großen Gartens

Die Andachtskapelle ließ Fürst Hermann zu Hohenlohe-Langenburg zum Gedenken an seine 1903 verstorbene Gemahlin, Fürstin Leopoldine (geb. Prinzessin von Baden) errichten. Sie steht auf einer Anhöhe außerhalb des Stadtkerns im früheren landesherrlichen Großen Garten. Die gleichzeitig um die Kapelle angelegte umzäunte Friedhofsanlage mit parkartigem Charakter dient als Ruhestätte für die fürstliche Familie. Damit steht die Anlage in der Tradition fürstlicher Parkbegräbnisse seit dem späten 18. Jahrhundert und ist wichtiges Zeugnis adeliger Memorialkultur zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Das Gebäude bezieht sich mit seiner Ausmalung deutlich auf frühchristliche Vorbilder in Ravenna, so das Mausoleum der Galla Placidia und San Vitale. Damit ist ein singuläres Beispiel sakraler Friedhofsarchitektur erhalten, das sich in frühchristliche Tradition stellt und doch klare stilistische Merkmale der Entstehungszeit aufweist. Die Ausmalung zählt zu den wichtigen Werken des Hannoveraner Malers Hermann Schaper, der sich durch Innendekorationen zahlreicher Kirchen und öffentlicher Bauten deutschlandweites Renommee erarbeitet hatte.

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Wolfgangfriedhof Schaeffstraße
(Karte)
Bestehend aus: Einfriedungsmauer mit Pforte, teilweise aufwendige Epitaphe und Grabsteine, 17.-19. Jahrhundert, angelegt 1599; davor Denkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege, zentrale, konische Poygonalstele mit württembergischem Wappen und Namen der Toten, abgeschlossen von Aufsatz, darauf Kugel mit Kreuz, ringförmige Steinbank, umgeben von im Kreis angeordneten Namenstafeln und Buchen

Der 1599 östlich außerhalb der Stadt angelegte Friedhof mit Ummauerung war für die Stadt der erste eigene Begräbnisplatz in Folge der Abtrennung von der Pfarrei Bächlingen. Die Bezeichnung Wolfgangsfriedhof wird auf den Namen des hier zuerst Bestatteten zurückgeführt. Die teilweise aufwendigen und reich verzierten Grabmäler dokumentieren den Stilwandel in der Bestattungs- und Gedenkkultur von der Spätrenaissance bis zum Historismus des 19. Jahrhunderts. Die Anlage für die Gefallenen der beiden Weltkriege hat als Zeugnis der lokalen Erinnerungskultur ortsgeschichtliche Bedeutung.

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Ludwigsruhe

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Jagd- und Lustschloss Ludwigsruhe Grundacker; Ludwigsruhe 1, 2, 3, 4, 7
(Karte)
Bestehend aus:
  • Corps de Logis (Ludwigsruhe 1) [§ 28], zweigeschossiger verputzter Massivbau mit dreiachsigem Mittelrisalit, Mansarddach mit Lukarnen und Zwerchhäusern mit Walmdächern, axialsymmetrisch gegliedert durch Putzfelder und genutete Lisenen, an der Eingangsseite großer Balkon auf Volutenkonsolen mit Schmiedeeisengeländer, auf der Rückseite kleinerer Balkon, errichtet nach Plänen von Leopoldo Retti für Graf Ludwig von Hohenlohe-Langenburg, 1742;
  • Schweizerei (Ludwigsruhe 2), langgestreckter Ökonomiebau mit angebautem Wohnteil, Satteldach mit Quergiebel, Erdgeschoss in Hausteinmauerwerk, Obergeschoss Fachwerk, mit Ziegeln ausgeriegelt, im Wohnteil ornamentale Ausfachung, 2. Hälfte 19. Jahrhundert;
  • Scheune (Ludwigsruhe 3), langgestreckter Massivbau mit Halbwalmdach, drei große Rundbogentore, in einem Keilstein fürstliches Monogramm, Lüftungsschlitze, 1736 (i), daran angebaut Fachwerkscheuer auf Steinsockel, 18./19. Jahrhundert;
  • Forsthaus (Ludwigsruhe 4), zweigeschossiger Steinbau mit Satteldach, gefaster Rundbogeneingang, zugänglich über Freitreppe, gekoppelte Fenster, 16. Jahrhundert, daran angebaut Stallscheuer, langgestreckter Bau mit südlich abgewalmtem Dach, Hausteingeschoss und jüngerer Fachwerkaufsatz, 18./19. Jahrhundert;
  • Scheune (Ludwigsruhe 7), Erdgeschoss und Südgiebel massiv, darüber Fachwerkkonstruktion, teils verbrettert, 1885 (a), möglicherweise mit älteren Umfassungswänden
  • Scheune (Ludwigsruhe 2, bei), Fachwerk, größtenteils verbrettert, Krüppelwalmdach, Ende 18. Jahrhundert;
  • Geflügelhaus, kleiner polygonaler Fachwerkbau, um 1800;
  • Schloss- und Wildpark (Flst. Nr. 1220/11), u.a. mit Wasserflächen und sternförmigen Wegeanlagen, erstmals erwähnt 1578;
  • ausgedehnte Einfriedungsmauer, im Hofbereich mit kugelbekrönten Pfeilertoren, 1784 (i);
  • Denkmal für den 1789 verstorbenen Fürsten Christian Albrecht Ludwig von Hohenlohe-Langenburg auf kleiner Insel im Park, Sandsteinstele mit Vase als Bekrönung [§ 28];
  • Wasserpump-Windradanlage (Flst. Nr. 1220/5) mit Eisengittergerüst und kleinem Wasserreservoir, um 1900

(Sachgesamtheit)

Das Jagdschloss Ludwigsruhe mit seinem Wildpark entwickelte sich an Stelle der 1226 erstmals genannten, später wüst gefallenen Siedlung Lindenbrunn. Es handelt sich um eine charakteristische landesherrliche Anlage im Umfeld der Residenz. In den Tiergarten des 16. Jahrhunderts mit stattlichem Forsthaus setzte Graf Ludwig ein Jagdschloss. Der qualitätvolle Barockbau rezipiert französische Landhausarchitektur und zählt zu den wichtigen Werken Rettis. Seit 1761 trägt es programmatisch den Namen des Bauherrn. Das Tiergehege wandelte sich im Lauf des 18. Jahrhunderts zu einem teilweise landschaftlich ausgestalteten Garten mit zeittypischem sentimentalem Denkmal für den verstorbenen Fürsten Christian Albrecht Ludwig. Tiergarten und Schlossbau mit renaissancezeitlichem Forsthaus belegen anschaulich die höfische Jagdkultur und die Landesherrschaft der Grafen/Fürsten von Hohenlohe-Langenburg in der Frühen Neuzeit. Sie stellten mit dieser Anlage ihre Jagdhoheit als wesentliches Hoheitsrecht des Landesherrn baulich unter Beweis. Von der Umnutzung zur Domäne im 19. Jahrhundert zeugt die Wasserpump-Windradanlage, Dokument der frühesten Nutzung regenerativer Energien in Württemberg. Sie ist als anschauliches historisches Beispiel für die Entwicklung in der Wasserversorgung von technikgeschichtlicher und heimatgeschichtlicher Bedeutung.

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Nesselbach

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Laufbrunnen Nähe Bauerngasse 2
(Karte)
Mit großem längsrechteckigem Brunnentrog aus Gusseisenplatten, kannelierte Eckstücke, Verzierungen an den Schmalseiten, 1878 (i)

Der Brunnentrog stand zuerst einige Jahre in Langenburg und wurde dann von der Gemeinde Nesselbach gekauft. Er gehört zu den anschaulichen Zeugnissen der früheren Wasserversorgung im Ort.

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Schöpfbrunnen Nähe Bauerngasse 2
(Karte)
Steinerne, gewölbte Brunnenstube mit giebelförmigem Steinplattendach und Rundbogenöffnung mit Kielbogen, 1586 (i)

Der Brunnen stellt eine qualitätvolle handwerkliche Arbeit dar und ist in dieser Form ein sehr selten erhaltenes Beispiel der früheren Wasserversorgung. Er ist zusammen mit dem davorstehenden Laufbrunnen mit gusseisernem Brunnentrog von 1878 für das historische Straßenbild von besonderer Bedeutung.

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Hirten- und Armenhaus der Gemeinde Bauerngasse 3
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach und bretterverschaltem Fachwerkgiebel, 1732 (a)

Das Gebäude ist ein schlichter, lediglich durch die Sandsteinfenstergewände betonter Bau. Die häufig anzutreffende funktionale Kombination als Hirten- und Armenhaus ist charakteristisch und steht im Zusammenhang mit der früheren Vergabepraxis von Gemeindeämtern. Es ist ein bauliches Zeugnis für das historische Gemeindeleben und bildet ein prägendes ortsbauliches Element des historischen Ortskerns.

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Gemeindescheune Bauerngasse 14
(Karte)
Zweitenniger Fachwerkbau mit Satteldach, teilweise verputzt, massive Westgiebelseite und Gewölbekeller mit Rundbogen-Kellertor, auf südlicher Traufseite Putzfelderornamentierung mit geriffelten Streifen, 18. Jahrhundert

Die Scheune ist ein anschauliches Zeugnis für eine gemeinschaftliche Scheune der Dorfgemeinde. Die Putzfelderornamentierung ist ein Beispiel einer einfachen, traditionellen handwerklichen Verzierung am Bau. Ein weiteres regionaltypisches Zierdetail stellen die geschwungenen und profilierten Scheunentorbalken dar. Der Bau ist in seiner Funktion von ortsgeschichtlicher Bedeutung.

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Gasthaus Zum Grünen Baum Gässle 2
(Karte)
Zweigeschossiges verputztes ehem. Wohnstallhaus, Satteldach mit profiliertem Traufgesims, massives Erdgschoss, Obergesschoss in ursprünglich sichtbarem Fachwerk mit profilierter Schwelle an der Giebelseite und profilierten Fenstergesimsen, mit Bandelwerk und Muschelmotiv beschnitzter Eckständer, Hauseingang in profiliertem Gewände mit verziertem Keilstein, zweiflügeliges altes Türblatt, 1804 (i)

Das stattliche Gebäude steht in Ecklage an der Kreuzung der Ortsstraßen im Zentrum des Weilers und bildet hier ein besonders wichtiges ortsbildprägendes Element. Die Lage ist charakteristisch für einen großen Landgasthof. Der beschnitzte Eckständer und das profilierte Türgewände mit zweiflügeligem Türblatt stellen besondere Zierdetails dar, die die herausgehobene Stellung des Gebäudes als Gasthaus betonen; es sind anschauliche und qualitätvolle Beispiele regionaler ländlicher Handwerkskunst und für Gasthöfe und größere Bauernhöfe der Hohenloher Ebene um 1800 charakteristisch.

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Friedhof mit Einfriedung Laßbacher Straße 28
(Karte)
Quadratische Anlage nordwestlich außerhalb des Ortes, steinplattengedeckte Ummauerung, schmiedeeisernes Gittertor zwischen Sandsteinpfeilern, diese verziert mit Eisernem Kreuz und Inschriftplakette, angelegt in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts

Der Nesselbacher Friedhof ist ein anschauliches Beispiel für die Neuanlage eines Bestattungsplatzes im 19. Jahhrundert. In charakteristischer Weise ist er am Ortsrand an einer der Ausfallstraßen gelegen, entsprechend den hygienischen Vorgaben der Zeit. Er ist ein Zeugnis der Ortsgeschichte und der historischen Bestattungskultur.

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Gehöft Heggässle 1, 2
(Karte)
Bestehend aus: Wohnstallhaus, eingeschossiger verputzter Bau, weitgehend Fachwerk, die rückwärtige Traufseite massiv, Satteldach mit großen Schleppgauben, traufseitige Erschließung, an der Giebelseite profilierte Schwellen und Kehlbalken, an der Westseite Scheunenanbau mit Walmdach, 17. Jahrhundert; Scheune, Fachwerkbau mit Satteldach, mittige Tenne, beschrifteter Eckständer mit Besitzerinitialen, im Kern um 1600, erneuert 1781 (i)

Mit dem Wohnstallhaus des 17. Jahrhunderts und der gesondert stehenden Fachwerkscheune bildet das Gehöft die älteste erhaltene Bausubstanz des Ortes. Das Wohnstallhaus ist ein sehr anschaulich erhaltenes und deshalb wichtiges Beispiel des alten, einstockigen Haustyps der Region. Es belegt bäuerliches Leben und Arbeiten in der Frühen Neuzeit. Das Gehöft ist überdies wesentlicher Bestandteil des Straßen- und Ortsbildes.

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Volksschule Orlacher Straße 9
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Halbwalmdach, bekrönt von Uhrtürmchen und polygonaler Gaube mit Welscher Haube, Sockelgeschoss in bossiertem Mauerwerk, massives Erdgeschoss, verputzt und mit Eckquaderung, hohe Fenster der Schulräume und Rundbogenportal mit Treppe und Eingangsvorhalle, bauzeitliches zweiflügeliges Türblatt, Obergeschoss in verschindeltem Fachwerk mit profilierten Balkenköpfen, ornamentierter Schwelle und Fensterverdachungen, schmiedeeiserner Zaun des Schulgartens, erbaut 1905 (i)

Das Gebäude ist eines der wenigen, bis ins Detail erhaltenen anschaulichen Beispiele für den ländlichen Schulhausbau der Zeit um 1900. Es zeigt eine Mischung aus späthistoristischen Elementen und einer am Heimatstil orientierten Reformarchitektur. Sehr charakteristisch für ländliche Schulbauten ist die Kombination aus Klassenzimmern im Erdgeschoss und darüber liegender Lehrerwohnung. Die ehemalige Schule bildet darüber hinaus ein prägendes Element für das historische Orts- und Straßenbild und ist von schul- und ortsgeschichtlicher Bedeutung.

100762071BW
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Neuhof

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Gesindehaus der fürstlich-hohenlohischen Domäne Neuhof 5
(Karte)
Eingeschossiger Massivbau in Quadermauerwerk, teilweise verputzt, hohes Krüppelwalmdach mit profiliertem Traufgesims, Südgiebel in verputztem Fachwerk, traufseitige Erschließung, Dachraum mit liegendem Stuhl, unter der südlichen Haushälfte Gewölbekeller, 1819 (i)

Das einstige Gesindehaus ist als einziges bauliches Dokument des 1972 weitgehend abgebrannten fürstlichen Domänenhofs erhalten und bildet nach wie vor in Traufstellung die Ostseite des jüngeren Vierseithofs. Der Gebäudegrundriss einschließlich der großen Gesindestube mit anschließender Küche ist noch anschaulich überliefert.

Die Domäne Neuhof wurde Anfang des 18. Jahrhunderts als hohenlohe-langenburgisches Kammergut errichtet. Sie steht am historischen Siedlungsplatz des bereits 1332 schriftlich belegten, im Dreißigjährigen Krieg verödeten Weilers Oberrackoldshausen. Der Neuhof befindet sich in Nachbarschaft zur fürstlichen Domäne Ludwigsruhe mit ihrem älteren Wildpark und dem 1742 erbauten Jagdschloss. Ihre Domänenarbeiter nahmen - einer mündlichen Information zufolge - bis ins 20. Jahrhundert hinein ihre Mahlzeiten in der großen Gesindestube des Gesindehauses gemeinsam mit den dortigen Domänenarbeitern ein. Mit dem ehem. Gesindehaus ist ein selten gewordener Gebäudetyp überliefert; seine sorgfältige Gestaltung ermöglicht außerdem einen gewissen Rückschluss auf die Qualität der früheren Domänenbauten. Es ist überdies ein Zeugnis für die Durchdringung des Territoriums durch die Herrschaft mit Bauten und Gutshöfen.

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Oberregenbach

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Brückenwerk Nähe Gänswasen
(Karte)
Bestehend aus: Jagstbrücke, vierjochige Steinbogenbrücke, drei dreieckige Flupfeiler, steinerne Brüstungsmauer und leicht überhöhte Brückenbahn, Sandsteintafel mit Bauinschrift, 1758 (i), neu aufgebaut nach Einsturz nach Plänen von Werkmeister Johann Georg Jos aus Schwäbisch Hall, 1773/74 (a); Brücke über den Mühlkanal der Königsmühle, einfache Bogenbrücke aus Steinquadern, einseitig mit Steinplattenbrüstung, 19. Jahrhundert

Mühlkanalbrücke und Jagstbrücke sind als zusammengehörendes Bauwerk anzusehen. Das Oberregenbacher Beispiel gehört in die Reihe der für das Jagsttal kulturlandschaftlich prägend gewordenen Brückenbauwerke. Die Jagstbrücke ist aber auch als Ingenieurwerk des 18. Jahrhunderts verkehrs- und insbesonders technikgeschichtlich von großer Bedeutung.

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Dreiseitgehöft Kelterstraße 11
(Karte)
Bestehend aus: Wohnstallhaus, gestelzter Bau mit Satteldach, massives verputztes Erdgeschoss, traufseitig erschlossen, Obergeschoss in konstruktivem Fachwerk, an der östlichen Giebelseite auf Freipfosten überstehend, östliche Giebelwand verbrettert, im Dachgeschoss Balkenkopfreihe und profilierte Schwelle, nördlich kleiner Anbau unter Pultdach, alte Stalleinrichtung im Erdgeschoss erhalten, um 1700, mit evtl. älterem Kern, Umbau 1861 (i); Scheune, eingeschossiger Bau mit Satteldach, gemauerter Teil mit Kellerhals, sonst Fachwerk; Nebengebäude mit Back- und Waschhausteil, eingeschossig und hausteingemauert mit Satteldach, im Backhaus gewölbte Decke, Schweine- und Pferdestallung, erbaut von Friedrich Bauer, 1857 (i); Gartentorpfosten aus Sandstein mit Initialen, 1755 (i)

Das stattliche Dreiseitgehöft bildet ein anschauliches Beispiel eines großen Bauernhofs der Hohenloher Ebene. Der Stallteil im Erdgeschoss des Haupthauses ist noch mit allen Details der älteren Stalleinrichtung und -einteilung überliefert und damit ein selten erhaltenes Beispiel der früheren Lebens- und Wirtschaftsweise. Als Besonderheit durch seine original erhaltene Einrichtung und den handwerklich-aufwendig gearbeiteten Schweinekoben ist auch das eingeschossige Nebengebäude zu vermerken. Die Keller sind noch Zeugen des früher wichtigen, erst im 19. Jahrhundert im Ort aufgegebenen Weinbaus. Der Hof ist bereits 1606 belegt, bestand jedoch schon vorher. Er galt als „ein ganzes Hofgut“ und war somit einer der größten Höfe im Ort. Das Gehöft ist für das historische Straßen- bzw. Ortsbild von wesentlicher Bedeutung.

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Königsmühle Königsmühle 1, 4; Mühlbach
(Karte)
Bestehend aus: Mühlengebäude (Königsmühle 1), zweigeschossiges verputztes Wohnstallhaus mit Satteldach, massives Erdgeschoss, Obergeschoss in Fachwerk, Hauseingang mit profiliertem Gewände, Türkeilstein mit Initialen sowie Oberlicht, 1806 (i), Turbinenantrieb zur Strom- und Krafterzeugung, 1910; Scheune, Fachwerk- und Hausteinbau mit Drittelwalmdach, überdachter Kellerhals mit Fachwerkgiebel und Türsturzinschrift, erbaut von Ludwig König, 1841 (i), im Kern vielleicht älter; Scheune, Hausteinbau mit Halbwalmdach, hofseitig zwei große Segmentbogentore, an der Fassade Inschriftentafel, erbaut von Ludwig König, 1855 (i), im Kern älter; daran anschließend Sägegatter, verbretterte Fachwerkkonstruktion, Satteldach mit Aufschiebling, die südwestliche Giebelfront offen zur Einfahrt, 1829; Mühlkanal mit Stauwehr

Die Oberregenbacher Mühle ist bereits unter den 1357 erwähnten sechs Mühlen für die Herrschaft Langenburg genannt; im Gültbuch von 1573 ist der erneute Ausbau der Mahlmühle mit Säge bezeugt, wodurch der Nachweis über eine sehr früh schon bestehende Kombination von Mahl- und Sägemühlenbetrieb gegeben ist. Die Bezeichnung „Königsmühle“ leitete sich von der Familie König ab, die 1709 bis 1895 die Mühle betrieben hat.

Die Mühle ist durch ihre historische Bausubstanz und technische Anlage ein wichtiges Beispiel für die historische Bedeutung der Mühlen als frühe Gewerbebetriebe und ein anschauliches Zeugnis für die Prägung der Kulturlandschaft durch diese ländlichen Sonderbauten.

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Unterregenbach

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Keller (unter Scheune) Am Bach
(Karte)
Kellerhals mit massivem Überbau mit Rundbogenportal und flach geneigtem Satteldach, 1633 (i)

Der Keller mit überbautem Zugang ist ein anschauliches Dokument des früheren Weinbaus im Jagsttal, der erst im 19. Jahrhundert sein Ende fand. Er ist bedeutend für die ortsgeschichtliche Entwicklung und das historische Ortsbild von Unterregenbach.

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Etterstock Am Bach 8
(Karte)
Gusseiserne Ortstafel mit Angabe des Landwehrbezirkes, an verziertem gusseisernem Schaft, Inschrift: „Oberamt Gerabronn. Weiler Unter-Regenbach. I. Bataillon Mergentheim, 5. Württ. Landwehr-Regiments-Nr. 125, 2. Kompagnie Blaufelden“, nach 1876

Etterstöcke mit Ortsnamen und militärischer Zuordnung wurden auf Erlass des württembergischen Innenministeriums 1876 nach preußischem Vorbild im ganzen Land aufgestellt als Erleichterung bei Einberufungen zum Militär. Von den Etterstöcken sind nur noch wenige Beispiele erhalten. Er hat nicht nur orts- , sondern auch verwaltungs- und militärgeschichtliche Bedeutung.

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Altes Schulhaus Am Bach 16
(Karte)
Zweigeschossiges Wohnstallhaus, Halbwalmdach mit Aufschiebling und profiliertem Traufgesims, massives verputztes Erdgeschoss, traufseitig erschlossen, Obergeschoss und Giebel in konstruktivem Fachwerk, Türe in einfachem Sandsteingewände mit Inschriftenplakette im Sturz, 1753 (i), wohl mit älterem Kern

Das Gebäude ist der dritte Schulhausbau für Unterregenbach. Reste des Vorgängerbaus sind noch im Haus erhalten. Seit 1888 diente der Bau als Lehrerwohnhaus. Charakteristisch für barocke Schulhäuser auf dem Land sind die Kubatur und das Halbwalmdach, wie sie ähnlich auch andere Amtsbauten auszeichneten. Das Haus ist ein besonders wichtiges Element für das historische Orts- und Platzbild im alten Kern des Pfarrdorfes, es liegt in typischer Weise in enger Nachbarschaft zur ev. Pfarrkirche am Kirchhof.

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Ev. Pfarrkirche (St. Veit) Am Bach 18
(Karte)
Massiver verputzter Saalbau mit Satteldach, im Osten eingezogener, niedriger Chorturm, Obergeschoss in verblattetem Fachwerk mit Pyramidendach, im Westen hoher Turm, Glockengeschoss in Fachwerk mit Satteldach, Langhausfassaden mit unterschiedlichen Fensterformen, innen flach gedeckter Saal, Bretterdecke mit zwei Längsunterzügen auf Balustersäule, gemalte Fensterrahmungen in Beschlag- und Rollwerk (um 1627), Wandmalereireste (um 1280 und 2. Hälfte 15. Jahrhundert), an zwei Seiten umlaufende Empore auf gebauchten Rundpfosten und mit gedrechselten Balusterbrüstungen, im Südwesten vergitterter Herrschaftsstand, im Südosten übereinander angeordnet zwei tonnengewölbte Kapellen, barockzeitliche Ausstattungsstücke; errichtet an Stelle einer Vorgängerin des 8./9. Jahrhunderts, nach Brand Anlage der zweigeschossigen Kapelle im ehem nördl. Querhausflügel, 13. Jahrhundert, Chorneubau 14./15. Jahrhundert, Schiff weitgehend neu erbaut und dabei verkleinert sowie Fachwerkaufbau des Chorturms um 1478/79 (d), Westturm umgebaut 1581/82 (i), barockzeitliche Umgestaltungen 1735 und 1741 (a, i); Kirchhofmauer

Die Veitskirche bildet nicht nur eines der wichtigsten historischen Bauzeugnisse Unterregenbachs, sondern auch der Region. Sie erhebt sich, wie archäologische Grabungen ergeben haben, an Stelle einer frühmittelalterlichen Vorgängerkirche, die wohl noch in karolingische Zeit zurückreicht. Es handelte sich um eine einfach Saalkirche des 8./9. Jahrhunderts, vermutlich als Tauf- und Reliquienkapelle genutzt, an deren Stelle um 1050 eine kleine Basilika trat. Daneben existierte noch eine zweite, größere Kirche, die vermutlich als Stifts- oder Klosterkirche diente. Die Anlage ging wohl auf eine königliche Gründung zurück. 1033 ist salischer Besitz nachgewiesen, den Kaiserin Gisela damals als ihr Erbgut an die Kirche St. Kilian zu Würzburg schenkte.

Nach einem verheerenden Brand der Siedlung in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts verlor Unterregenbach seine zentralörtlichen Funktionen an Langenburg. Von den beiden Kirchen wurde nur die Veitskirche verändert wiederaufgebaut. Sie war ursprünglich der Muttergottes geweiht, das Veitspatrozinium existiert erst seit 1487. In ihrer bestehenden Form spiegelt sich ihre reiche Baugeschichte bis in die Barockzeit. Die Inneneinrichtung gibt einen guten Eindruck von der Ausstattung einer protestantischen Dorfkirche im 17. und 18. Jahrhundert.

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Steinbogenbrücke über den Regenbach Am Bach 21
(Karte)
Einfaches Brückengewölbe aus Sandsteinquadern

Die kleine Brücke, ein ortsbildprägendes Element, gehört zu den einfachen, wegen ihrer traditionellen handwerklichen und technischen Konstruktion erhaltenswerten Beispielen der Brückenbaukunst.

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Türsturz (des umgebauten Wohn- und Wirtschaftsgebäudes) Am Bach 26
(Karte)
Sandstein mit eingemeißelten Initialen und Datierung, in der Mitte als Hochrelief gearbeitetes Zunftzeichen, 1820 (i)

Der Türsturz hat haus- und ortesgeschichtliche Bedeutung. Er stellt in seltener Kombination verschiedene Funktionen bzw. Gewerbezweige in einem Zeichen dar: Kanne und Gläser verweisen auf eine Gastwirtschaft oder einen Schankbetrieb, die Waage auf einen Laden. Dieses handwerklich-künstlerische Baudetail ist als Geschichtszeugnis für die frühere multifunktionale Gebäudenutzung und die historische Handwerks- bzw. Wirtschafts- und Sozialstruktur des Ortes aussagekräftig.

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Brückenwerk Nähe Am Kanal 2
(Karte)
Bestehend aus: Archenbrücke über die Jagst, Bogenhängekonstruktion in Holz mit Walmdach, Außenseiten verbrettert, Anfang 19. Jahrhundert; zum Ort hin als Fortsetzung steinerne Bogenbrücke über Jagstschwemmland und kleinere Steinbogenbrücke über den Mühlkanal, wohl aus der gleichen Zeit

Die Unterregenbacher gedeckte Holzbrücke zählt zu den besonders anschaulich überlieferten Beispielen für den Typus der sog. Archenbrücken in der Region. Sie ist auf Grund ihrer Konstruktion ein verkehrs- und technikgeschichtlich bedeutendes Denkmal, ergänzt um zwei kleinere Gewölbebrücken. Sie prägt die historische Kulturlandschaft des Jagsttales maßgeblich.

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Wasserkraftwerk Am Kanal 18, 20; Oberer Kanal; Unterer Kanal
(Karte)
Winkelförmiger, eingeschossiger verputzter Massivbau mit Stahlträgerverstärkung, Walmdach mit Sattelreiter, zweigeschossiger Turm mit Zeltdach, Turbinenhalle mit hohen Rechteckfenstern, erbaut 1911; Kraftwerkskanal mit Stauwehr; Francisturbinen, 1935/37

Die burgartige Baugruppe fügt sich im Sinne der Reformarchitektur der Entstehungszeit unauffällig ins Landschaftsbild ein. Die Anlage ist ein wasserbau- und technikgeschichtliches Dokument des frühen 20. Jahrhunderts. Sie diente zur lokalen Stromversorgung und ist ein frühes Beispiel jener kleinen Elektrizitätswerke, die unabhängig von einer vorhandenen Mühle als Neuanlage konzipiert wurden. Es gehörte zu einem Kranz kleiner Wasserkraftwerke, der sich den damals noch unversorgten östlichen Gebieten des Jagstkreises rund um Ellwangen und Crailsheim vorlagerte. Es gehört in die Zeit der Ausbauphase zur flächendeckenden Stromversorgung.

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Türgewände (am Gebäude) Lindengasse 6
(Karte)
Hauseingang der ehem. Schmiede mit steinernem Türgewände, im Keilstein mit Initialen und Schmiedezunftzeichen, 1813 (i)

Das Baudetail weist auf die frühere Schmiede hin, ein wichtiges Element der früheren dörflichen Wirtschaftsstruktur. Das Einganggewände hat damit nicht nur dokumentarischen Wert für die Hausgeschichte, sondern auch für die Orts- und Wirtschaftsgeschichte von Unterregenbach.

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Parallelgehöft Lindengasse 7
(Karte)
Errichtet an Stelle des mittelalterlichen Herrenhofes, bestehend aus: Wohnstallhaus, gestelzter verputzter Bau, massives Erdgeschoss, traufseitig erschlossen, Obergeschoss und Giebel in Fachwerk mit profilierten Schwellen, im Türsturz christlicher Sinnspruch, 1785 (i), mit älterem Kern; Scheune, langgestreckter, dreitenniger Fachwerkbau mit Satteldach, Scheunentorständer mit herzförmigem Inschriftenfeld und geschnitztem Tulpenmotiv, Gewölbekeller, über mittelalterlichen Fundamenten errichtet, 1754 (i), Fachwerkgerüst 1807 (i); Gewölbekeller eines abgegangenen Gebäudes, nachträglich in ältere Substanz eingebaut, 17. Jahrhundert

Der Hof erhebt sich auf geschichtsträchtigem Grund, stand hier doch bis ins frühe 13. Jahhrundert der Unterregenbacher Ortsadelssitz mit hochmittelalterlichem Wohnturm, wie Grabungen ergeben haben. Seine Anfänge reichen bis ins 7. Jahrhundert zurück. Ihm kommt mit den mittelalterlichen Sakralbauten des Ortes historisch große überregionale Bedeutung zu.

Das Gehöft weist volkskundlich bemerkenswerte Baudetails auf, so den in den Türsturz des Hauseingangs eingemeißelten christlichen Sinnspruch in der „memento mori“-Tradition. Mit seiner erhaltenen historischen Bausubstanz des 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts ist das Gehöft ein ganz wesentliches Element des historischen Straßen- und Ortsbildes; ihm kommt insbesondere aber auch siedlungs- und ortsgeschichtliche Bedeutung zu. Der benachbarte erhaltene Keller mit Rundbogeneingang ist wichtig als bauliches Zeugnis siedlungs- und ortsgeschichtlicher Entwicklung und als Hinweis auf den früheren Weinbau im Jagsttal.

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Ev. Pfarrhaus [§ 2 ] mit Krypta [§ 28] Mühlgasse 4
(Karte)
Zweigeschossiger Quaderbau mit bossiertem Sockelmauerwerk, Satteldach mit Gauben, traufseitig Treppenhausrisalit, im ersten Obergeschoss über Eck gesetzter Kastenerker mit Zeltdach, schmiedeeiserne Maueranker in Zierform, schulterbogiger Hauseingang in Spitzbogenblende mit Vierpassoberlicht, axial geordnete Fenster, erbaut 1880/81; darunter Krypta der ehem. Großen Basilika, dreischiffige, fünfjochige kreuzgratgewölbte Halle, stämmige Säulen mit ionisierenden Kämpferkapitellen und Viereckpfeiler mit Pyramidenstumpfkapitellen, querhausartige zweischiffige Kreuzarme und kleine, außen rechteckig ummantelte Halbrundapsis, Apsis wohl noch karolingisch, 8./9. Jahrhundert, Krypta wohl 2. Hälfte 10. Jahrhundert

Das stattliche Pfarrhaus ist ein charakteristischer historistischer Bau des späteren 19. Jahrhunderts. In den neugotischen Formen wird die kirchliche Zweckbestimmung ausgedrückt. Das Gebäude steht innerhalb der spätmittelalterlichen Kirchhofummauerung. Es hat orts- und kirchengeschichtliche Bedeutung für Unterregenbach. Überregionale Bedeutung erhält es durch die darunterliegende frühromanische Krypta, die zur größeren zweier Kirchen in Unterregenbach gehörte und ins 10. Jahrhundert datiert wird. Die ionischen Kapitellformen verweisen auf die in ottonischer Zeit noch verbreitete Rezeption antiken Formenguts. Die Funktion der einst zugehörigen dreischiffigen Basilika ist ungeklärt, sicher aber ist, dass Unterregenbach zentralörtliche Funktionen erfüllte, über einen Ortsadelssitz verfügte und vermutlich alter Besitz hohen fränkischen Reichsadels war. Die Krypta ist der eindrucksvollste Überrest der ansonsten nur archäologisch fassbaren bedeutenden sakralen Anlagen des frühen Mittelalters am Ort.

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Zehntscheune mit Kelter und Pfarrscheune: Zehntscheune mit Kelter Mühlgasse 6, 8
(Karte)
Langgestreckter Bau mit Walmdach, konstruktives Fachwerk und massive Giebelwände, Stalleinbauten in bossiertem Mauerwerk, auf der Südgiebelseite in die Kirchhof- bzw. Pfarrhofummauerung einbezogen, im Kern 17. Jahrhundert; an die nördliche Giebelseite angebaute Pfarrscheuer, konstruktiver Fachwerkbau mit Satteldach, 18. Jahrhundert

Das markante, ortsbildprägende Gebäude ist mit seiner Kelterfunktion ein anschauliches bauliches Zeugnis für den nicht unbedeutenden, erst im 19. Jahrhundert aufgegebenen Weinbau im Jagsttal. Der Bau belegt als Zehntscheune die Herrschafts- und Kirchengeschichte am Ort; hier wurde der zehnte Teil der Abgaben gelagert. Die Pfarrscheune dokumentiert die Versorgung des Pfarrers mit Naturalien wie auch seine Eigenwirtschaft.

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Friedhof Nähe Mühlgasse 15
(Karte)
Angelegt 1836: viereckige Anlage innerhalb einer plattengedeckten Bruchsteinmauer, Gittertor zwischen Sandsteinpfeilern; in die Mauer eingelassene barocke Grabplatte mit Wappen, 1731 (i); Familiengrabkreuz für Mühlenbesitzer König, mit Kruzifix und Inschrift auf Sandsteinsockel, 1896 (i)

Der Unterregenbacher Friedhof ist ein anschauliches Beispiel für die Neuanlage eines Bestattungsplatzes im 19. Jahrhundert nach Auflassung des alten Friedhofs. In charakteristischer Weise ist er am Ortsrand gelegen, entsprechend den hygienischen Vorgaben der Zeit. Er ist ein Zeugnis der Ortsgeschichte und der historischen Bestattungskultur. Ungewöhnlich ist das hohe Grabkreuz der Familie König, das wie ein Friedhofskreuz gestaltet und plaziert ist und selbstbewusst vom sozialen Status der Mühlenbesitzer innerhalb des ländlichen Sozialgefüges kündet.

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Ehemalige Kulturdenkmale

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Gasthaus „Krone“ Hauptstraße 24
(Karte)
Giebelständiges, zweigeschossiges Gebäude mit massivem Erdgeschoss, Schaufassade mit Zierfachwerk in Obergeschoss und Giebel sowie vorspringendem Standerker, stark profilierte Schwellen, Satteldach; in Eckständer auf 1623 datiert, Traufseiten und talseitige Giebelfront im 20. Jh. baulich verändert und verputzt, Erdgeschoss und Teile des Giebels nach 1963 verändert. Das Gasthaus „Krone“ steht an der Einmündung des Kronenbuck in die Hauptstraße, oberhalb des vor 1833 abgebrochenen Unteren Tors. Es bildet den östlichen Abschluss des Marktplatzes. Die aufwändig gestaltete Zierfachwerkfassade mit Erkertürmchen zeugt vom Wohlstand des Besitzers, dessen Wirtshaus an exponierter Stelle am südlichen Stadtzugang lag. Die städtebauliche Bedeutung des Gebäudes lässt sich bis heute am Straßennamen „Kronenbuck“ für die historische Zufahrt zum Marktplatz ablesen.

Durch Neubau ersetzt.
Geschützt nach §§ 2 (Gebäude) DSchG

BW
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Siehe auch

Commons: Kulturdenkmale in Langenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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