Liste der Kulturdenkmale in Mainhardt
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In der Liste der Kulturdenkmale in Mainhardt sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Mainhardt im Landkreis Schwäbisch Hall in Baden-Württemberg aufgelistet.
Legende
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
- Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen:

- Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
- Lage: Straßenname und Hausnummer oder Flurstücknummer des Kulturdenkmals, gegebenenfalls auch Gemarkung oder Ortsteil. Die Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link (Karte) führt zu verschiedenen Kartendiensten mit der Position des Kulturdenkmals. In einem Tool mit Kartenansicht können die Koordinaten durch Verschieben korrigiert werden.
- Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale nach Ortsteilen
Ammertsweiler
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Taglöhnerhaus | Höfle 9 (Karte) |
Verputzter eingeschossiger Massiv- bzw. Fachwerkbau mit Satteldach, gewölbter Sandsteinkeller, mit bauzeitliche wandfeste Ausstattung, 19. Jh.; ostseitig Dachanhebung, spätes 19. Jh.
Das Taglöhner-/Kleinhandwerkerhaus ist ein typischer, inzwischen in der Region selten gewordenes Bauzeugnis schlichter und einfacher Lebensverhältnisse der unteren sozialen Schichten im Ort im 19. Jahrhundert. Die Überlieferung zweier Bauphasen kündet es auch vom bescheidenen Bedürfnis zur Erweiterung des kleinen Baus im späten 19. Jh. Originalität und Authentizität sind in besonderem Maße vorhanden. |
113129615 |
Bubenorbis
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Ev. Kirche (St. Margareta) | Haller Straße 1 (Karte) |
Chorturmkirche, verputztes Langhaus mit Eckquaderung und Satteldach, an zwei Seiten verputzter Turm aus Sandsteinquadern mit Fachwerk-Glockengeschoss und Krüppelwalmdach, Schnitzaltar des 15. Jahrhunderts, 1475 (i) erbaut, 1902/03 Restaurierung und Sakristeianbau
Die Margaretakirche von Bubenorbis ist eine der in der Region zahlreich anzutreffenden Chorturmkirchen, in die sich die Bevölkerung im Kriegsfall zurückziehen konnte. Sie ist zentrales bauliches Dokument der Ortsgeschichte und des ländlichen Sakralbaus. Beachtung verdient der spätgotische Schnitzaltar mit den halblebensgroßen Figuren der Madonna mit dem Kind, flankiert vom Hl. Wendelin und der Hl. Barbara. |
1191952 | ||
| Wohnstallhaus | Haller Straße 2 (Karte) |
Zweigeschossiger Wohnteil mit angebauter hoher Scheune, Satteldach, Erdgeschoss aus Sandsteinquadern, Obergeschoss und Mezzanin in Fachwerk, ausgefacht mit geschlemmten Ziegeln, erbaut 1856 (i)
Einerseits ist das in der Ortsmitte stehende Wohnstallhaus in seiner Grundkonzeption an der seit dem 18. Jahrhundert üblichen Bauweise bäuerlicher Wohngebäude orientiert, andererseits zeigt es die neuen Entwicklungen in der Bauernhausarchitektur des 19. Jahrhunderts. So finden das bis dahin bei ländlichen Bauten der Region unübliche Baumaterial Ziegel ebenso wie neue, der klassizistischen Wohnhausarchitektur entlehnte Elemente wie das Mezzaningeschoss Verwendung. |
100759176 | ||
| Gasthaus Zur Sonne | Haller Straße 3 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit Satteldach, hohes Steinquader-Kellergeschoss mit rundbogigem Kellereingang, drei schwache, im Giebel profilierte Vorkragungen, profiliertes Traufgesims, 1. Hälfte 18. Jahrhundert
Die „Sonne“ wurde als hallische Bannwirtschaft an der Fernstraße von Schwäbisch Hall nach Stuttgart errichtet. Das Gasthaus an der Grenze der Territorien Württembergs und der Reichsstadt Hall fungierte als hallisches Konkurrenzunternehmen zum nur wenige Meter entfernt gelegenen württembergischen Zollgasthaus Zur Traube. In seiner Funktion als Bannwirtschaft für das hallische Bubenorbis ist es ein wichtiges Zeugnis der Wirtschafts- und Territorialgeschichte. |
100759330 | ||
| Württembergisches Zollgasthaus Zur Traube | Haller Straße 20; Zollstraße 16 (Karte) |
Bestehend aus: Gasthaus zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau unter Krüppelwalmdach mit Schleppgaupen, Erdgeschoss und Westwand aus Werkstein, im Erdgeschoss profilierte, geohrte Tür- und Fenstergewände mit Keilstein-Muscheln und dem württembergischen Wappen (der Zeit von 1733 bis 1789), ornamentierter Basisstein, originales barockes Türblatt, im Ostgiebel zwei schwache profilierte Vorkragungen; Schmiede, eingeschossiger, langgestreckter Putzbau, traufseitig zwei Eisenringe zum Festbinden der zu beschlagenden Pferde, 18. Jahrhundert
Der stattliche Gasthof ist anstelle eines hier bereits 1558 bestehenden Vorgängers gleicher Bestimmung als württembergisches Zollgasthaus an der Territorialgrenze zwischen der Reichsstadt Hall und Württemberg errichtet worden. Das Gasthaus fungierte als Konkurrenzunternehmen zum nur wenige Meter entfernt gelegenen hallischen Zollgasthaus Zur Sonne und ist wichtiges Zeugnis der Wirtschafts- und Territorialgeschichte sowie der ländlichen Baukunst des Barock. |
100761908 | ||
| Pfarrhaus | Zollstraße 9 (Karte) |
Zweigeschossiger unverputzter Steinquaderbau mit Walmdach, symmetrisch gegliederter Baukörper, Betonung der Mitte durch rundbogige Hauseingang, Erker im Obergeschoss und Dachgaube, an der Rückseite symmetrisch gruppierte Fensteröffnungen und mittig angeordnete Schleppgaupe, erbaut als ev. Gemeindepfarrhaus nach Entwürfen des Stuttgarter Architekten A. Knobloch, 1912
Das Pfarrhaus stellt einen charakteristischen Vertreter der Wohnhausarchitektur des beginnenden 20. Jahrhunderts dar. Mit der Verwendung von Sichtmauerwerk, der symmetrischen Gliederung des Baukörpers, den in die Wandfläche eingeschnittenen Fensteröffnungen und dem nur sehr sparsam verwendeten Ornament (an Bauplastik lediglich ein Relief Hl. Geist) ist es beispielhaft für die Baukunst dieser Zeit. Der Architekt des Gebäudes, A. Knobloch, trat durch zahlreiche Schul- und Pfarrhausbauten, als Professor der Baugewerkschule in Stuttgart und als bautechnischer Berater der Oberschulbehörden Württembergs in Erscheinung. |
100761952 |
Geißelhardt
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Ev. Kirche | Im Pfarrgarten 10 (Karte) |
Saalkirche mit Chorturm im Osten, unverputzter Sandsteinbau, symmetrische Gliederung der Giebel- und Traufseiten durch Rundbogenportale, pilastergerahmte Rundbogenfenster, Rosetten und Zahnschnittfries, im Inneren schlicht gehaltener Saal mit offenem, verbrettertem Dachstuhl, dreiseitig Holzemporen mit Rundbogenarkaden, im Westen die ursprüngliche Orgel, originale Sitzbänke, am rechten Chorbogen neuromanische Kanzel, davor Taufstein, im kreuzgratgewölbten Chor der Altar, auf Staatskosten erbaut nach Entwürfen des Stuttgarter Architekten Theodor Landauer, 1873 bis 75
Die Kirche in Geißelhardt stellt ein gutes Beispiel einer neuromanischen Landkirche dar und dokumentiert eine wichtige Phase des protestantischen Kirchenbaus in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts in Württemberg, in der dieser historistische Stil eine bedeutende Rolle spielte. Das noch weitgehend im Originalzustand erhaltene Kircheninnere stellt mit seiner Anordnung von Altar, Kanzel und Taufstein eine konsequente Umsetzung der im Eisenacher Regulativ von 1861 geforderten Maximen dar. Der Architekt Theodor Landauer (1816 bis 94) trat in Stuttgart durch die Erbauung des Justizpalastes (1897) und der Landesbibliothek (1885), durch die Restaurierung des Klosters Maulbronn, aber auch durch Kirchenneubauten in Schmerbach (1872/73) und Nagold (1874), im Kreis Hall auch durch das Pfarrhaus in Rosengarten-Rieden (1869/70) in Erscheinung. |
100767089 | ||
| Gefallenendenkmal auf dem Friedhof Geißelhardt | Kirchhofweg 15 (Karte) |
Schlichter Gedenkstein mit Namen der im ersten und zweiten Weltkrieg Gefallenen.
Mit Namen der in den beiden Weltkriegen Gefallenen versehen, besitzt das Denkmal den Wert eines ortsgeschichtlichen Dokuments. Das Gefallenendenkmal ist ein Dokument der lokalen Erinnerungskultur und bezeugt anschaulich die Auswirkungen der beiden Weltkriege auf die Geschichte des Ortes. |
113122704 | ||
| Schule | Rappenhof 4 (Karte) |
Zweigeschossiger Steinquaderbau über annähernd quadratischem Grundriss mit Walmdach, symmetrisch gegliederte Fassaden, eingangsseitig Mittelrisalit mit rundbogigen Zwillingsfenstern und Giebel, flankiert von rundbogigen Eingängen im Erdgeschoss, an den Seitenfassaden axiale bzw. axial gruppierte Fensteröffnungen, um 1877
Mit seiner symmetrischen Gliederung mit Mittelrisalit und den markanten, von den hellen Wandflächen abgehobenen Rahmungen der Fenster- und Türöffnungen zeigt das Gebäude eine für die Architektur kleinerer (ländlicher) Schulhausbauten zu Beginn des 20. Jahrhunderts charakteristische Gestaltung. Es hat heimatgeschichtliche Bedeutung als Zeugnis des Schulwesens in Geißelhardt. |
100767289 | ||
| Rathaus | Rathausstraße 3 (Karte) |
Eingeschossiger Ziegelbau mit Satteldach, Sichtmauerwerk, steinerne Fenster- und Türgewände, in der Giebelspitze Sichtfachwerk, 1904 (i)
Das ehemalige Rathaus von Geißelhardt ist zum einen Zeugnis der einstigen Selbständigkeit der Gemeinde (bis 1972). Zum anderen ist es ein typischer Bau aus der Zeit um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Die Architektur dieser Zeit ist gekennzeichnet durch eine konstrastreiche Fassadengestaltung, bei der Baustoffe von unterschiedlicher Farbigkeit und Oberflächenbehandlung miteinander kombiniert werden. |
100767188 | ||
| Sühnekreuz | Veitlenshof (Karte) |
Steinkreuz
Das westlich von Geißelhardt zwischen Steinbrück und dem Karolinenhof stehende Steinkreuz ist eines der in der Region häufiger zu findenden Sühnekreuze. Seit dem 12./ 13. Jahrhundert ist die Aufstellung dieser Objekte fester Bestandteil des Rechtsbrauchs der Totschlagsühne geworden. |
100767344 |
Hütten
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Schul- und Rathaus | Rottalstraße 109 (Karte) |
Dreigeschossiger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss und erstes Obergeschoss aus unverputztem Steinquadermauerwerk mit Gurtbandgesims, zweites Obergeschoss wohl verschindeltes Fachwerk, quadratischer Uhrturm, als Gemeinderathaus mit Schule und Lehrerwohnung erbaut 1834 bis 36
Obwohl architektonisch schlicht gestaltet, hebt sich das Rat- und Schulhaus durch die Dreigeschossigkeit, die hohe Steinquaderfassade und das Uhrtürmchen in Form eines Dachreiters deutlich von der Wohnhausarchitektur des Ortes ab. Die Dreigeschossigkeit trug dem erhöhten Raumbedarf Rechnung, waren in dem Gebäude neben den Klassenzimmern und der Lehrerwohnung auch die Amtstuben des Rathaus untergebracht. Da die Zusammenlegung von Verwaltung und Schulbetrieb in einem Gebäude in den ländlichen Gemeinden der Region in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts üblich war, stellt der Hüttener Bau einen charakteristischen Zeugen kommunaler Bautätigkeit auf dem Lande in der Zeit dar. |
100767545 | ||
| Wassermühle | Mühlgraben; Scherbenmühle 1, 2 (Karte) |
Bestehend aus: zweigeschossiges Wohn- und Mühlengebäude mit Satteldach, Erdgeschoss aus Sandsteinquadern, verputztes Obergeschoss, 1861 als durch drei oberschlächtige Wasserräder angetriebene Mühle erbaut, 1910 auf Turbinenantrieb umgerüstet; Mostkeller, Fachwerkbau mit Satteldach in Hanglage, 1813 (i) erbaut; Mühlkanal
Die Scherbenmühle ist ein anschaulich überliefertes Beispiel eines regionaltypischen Gewerbebetriebes des 19./frühen 20. Jahrhunderts. Der heutige Bau entstand nach dem Brand der bereits 1410 erwähnten Mahl- und Sägemühle im Rottal - in einer Landschaft, die durch zahlreiche Gewerbebetriebe dieser Art geprägt ist. Mit den Mahlgängen des 19. Jahrhunderts und der Turbineneinrichtung des frühen 20. Jahrhunderts ist die Mühle ein Zeugnis der Technikgeschichte und der Entwicklung der Energieversorgung. |
100767744 | ||
| Traubenmühle | Traubenmühle 1 (Karte) |
Mahlmühle, zweigeschossiger Bau mit Satteldach, Erd- und erhöhtes Kellergeschoss aus Steinquadermauerwerk, Obergeschoss verputztes Fachwerk, im Keilstein des profilierten Türgewändes Müllerzunftzeichen, darüber Inschrift, an der Stelle eines im 18. Jahrhundert bezeugten Vorgängerbaus um die Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet, in den 1920er Jahren auf Turbinenantrieb umgerüstet
Die zunächst von einem oberschlächtigen Wasserrad angetriebene Mahlmühle wurde später auf Turbinenbetrieb umgerüstet, zugleich wurde zur Eigenversorgung durch Elektrizität ein Gleichstrom-Dynamo aufgestellt. Damit steht die Traubenmühle beispielhaft für die technische Modernisierung der zahlreichen für die Region typischen Kleinmühlen im frühen 20. Jahrhundert. Die zum Teil noch in Betrieb sich befindliche Mühle und das weitestgehend im Originalzustand erhaltene Gebäude stellen ein regionaltypisches Gewerbeunternehmen des 19. Jahrhunderts dar. |
100769968 | ||
| Wohnhaus | Württemberger Hof 2 (Karte) |
Zweigeschossig mit Satteldach, massives Erdgeschoss mit Stall, rundbogigem Kellerabgang und profiliert gerahmtem, geohrtem Türgewande, am Obergeschoss in Fachwerk, dort geschnitzter Eckständer mit Rokoko-Motiven, Giebel mit zwei leichten profilierten Vorkragungen, 1840 (i)
Das Wohnstallhaus stellt mit seinem gemauerten Stallgeschoss und dem Obergeschoss mit Zierfachwerk ein anschaulich überliefertes Beispiel regionaltypischer Wohnarchitektur ländlicher Bevölkerung in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts dar. Für diese Periode bäuerlicher Wohnbauweise kennzeichnend sind die kunsthandwerklichen Details wie das aufwendige Türgewände, das originale Türblatt und der beschnitzte Eckständer mit dem Kapitell-Zitat. |
100769991 | ||
| Wohnstallhaus | Württemberger Hof 4 (Karte) |
Zweigeschossig mit Satteldach, gemauertes Erdgeschoss, Obergeschoss konstruktives Fachwerk mit bemaltem Eckständer, am Giebel zwei Vorkragungen mit profilierten Türschwellen, durch J. J. Wieland erbaut, 1782 (i)
Das Gebäude zeigt die Wohnbauweise ländlicher Bevölkerung in der Region im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts. Seit der Mitte des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts sind stattliche Wohnstallhäuser in der Regel durch die geschnitzten oder mit eingeritzter Ornamentik versehenen Eckständer hervorgehoben - kennzeichnend für die insbesondere durch Rinderzucht (Lieferung bis nach Paris) wohlhabend gewordenen Bauern der Gegend. Seltener anzutreffen sind volkstümlich bemalte Eckständer und die Namen der Maurer- und Zimmermeister, die wichtige bauhistorische Informationen liefern. |
100770022 |
Mainhardt
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Schlosskapelle und kath. Kirche zu Maria Krönung | Hauptstraße 4 (Karte) |
Saalbau mit Krüppelwalmdach und Dachreiter, kleiner integrierter Sakristei eingangsseitig, Straßenseite Quadermauerwerk, ansonsten Fachwerk, giebelseitig Rundbogeneingang mit symmetrisch gruppierten Fensteröffnungen, traufseitig rundbogige Fensteröffnungen, als Schlosskapelle der Herrschaft Hohenlohe-Bartenstein erbaut 1782
1728 kamen die Herren von Hohenlohe-Bartenstein, die 1667 zum katholischen Glauben konvertiert waren, in den Besitz von Schloss und Ort Mainhardt. 1782 ließen sie neben dem Schloss eine Kapelle errichten, die seitdem allen Katholiken des Mainhardter Waldes als Gotteshaus diente. Heute ist die Kapelle profaniert und wird als Römermuseum genutzt. |
100763053 | ||
| Jagdschloss | Hauptstraße 6 (Karte) |
Bestehend aus: Hauptgebäude, verputzter Bau auf annähernd quadratischem Grundriss mit Eckquaderung und Mansarddach (letzteres nach Zerstörung im Zweiten Weltkrieg erneuert); Torhaus mit hoher rundbogiger Durchfahrt und Mansarddach, über Galerie mit dem Schloss verbunden; daran angefügt zwei Nebengebäude mit Satteldach, massives Erdgeschoss und Fachwerk-Obergeschoss; im Kern spätes 16. Jahrhundert; Brunnen, Sandstein, rechteckiger Trog, Stock mit Skulptur eines wappenhaltenden Löwen, 17. Jahrhundert; Frei- und Grünflächen mit Einfriedung
Im späten 16. Jahrhundert ließen die Grafen von Hohenlohe in dem seit dem frühen 15. Jahrhundert in ihrem Besitz befindlichen Dorf Mainhardt das „Schlössle“ erstellen. 1588 findet es als Residenz der Hohenloher und als Amtssitz des Amtmannes mit Ross- und Viehstall erstmals urkundliche Erwähnung. 1644 wird es dann als Schloss bezeichnet, denn wenn die Hohenloher Landesherren in den wildreichen Wäldern um Mainhardt Jagden veranstalteten, nutzten sie das Amtshaus als Jagdschloss. Als Folge der Mediatisierung der Fürstenhäuser ging die Schlossanlage 1870 an wechselnde bürgerliche Eigentümer über, die es u.a. als Gerberei und Gewürzmühle nutzen. 1977 erwarb die Gemeinde Mainhardt das Anwesen und ließ es zu Wohnzwecken sanieren. |
100763084 | ||
| Wohnstallhaus | Hohenegarten 4 (Karte) |
Zweigeschossig mit Satteldach, steingemauertes Erdgeschoss, Traufgesims mit Plaketten, giebelseitiger Eingang, steinerne Türgewände mit Kämpfern, Halbkreisfenster, Fachwerk-Obergeschoss, zum Teil mit Zierfachwerkformen, profilierte Türschwellen, um 1850
Der Bau ist zum einen ein für die Region typisches Wohnstallhaus, in dem die Funktionen Wohnen, Tier- und Vorratshaltung unter einem Dach vereint sind. Zum anderen zeigt er die Architektur bäuerlicher Wohngebäude um die Mitte des 19. Jahrhunderts, in denen die barocke Fachwerkbauweise fortlebt und mit neuen, klassizistischen Details (Zwillingsfenster, Plaketten an der Traufe) angereichert wird. |
100766973 | ||
| Ev. Kirche (St. Veit) | Kirchstraße 13 (Karte) |
Saalkirche mit Ostturm, Satteldach Westchor mit geradem Abschluss und schwach hervorstretendem Mittelrisalit, rundbogige, symmetrisch gruppierte schmale Fensteröffnungen, innen flachgedeckt mit Emporen, unter Verwendung des 1793 entstandenen Turmes (aufgestockt) vom Vorgängerbau nach Entwürfen des Haller Bauinspektors Pflüger erbaut 1848 bis 50, das Innere 1960/62 nach Plänen des Schorndorfer Architekten Peter Haag umgestaltet
Die im Äußeren weitgehend unverändert erhaltene Ev. Kirche stellt ein Beispiel für den sog. Kameralamtsstil dar, einem in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts weit verbreiteten Typus evangelischer Kirchen in Württemberg. Die Bauten entstanden im Sinne eines Musterplans von staatlichen Baubeamten als Kameralbau - also als „einfacher“ Staatsbau. In der Regel waren die Kameralamtskirchen als symmetrischer rechteckiger Saalbau mit Emporen auf beiden Längsseiten und einem Turm über dem Haupteingang gestaltet. |
100766760 | ||
| Gefallenendenkmal | Kirchstraße (Karte) |
Auf dem Kirchplatz um die Friedenslinde von 1871 aufgestellter Stelenkranz, acht Stelen, an den Außenseiten mit Reliefs und der Inschrift „Den Opfern des Weltkriegs 1914 bis 1918“, an den Innenseite mit den Namen der gefallenen Soldaten, um 1920
Das vor der Kirche aufgestellte Denkmal ist als eine der nach dem Ersten Weltkrieg in zahllosen Gemeinden für ihre Gefallenen aufgerichteten Erinnerungsstätten wichtiges Zeugnis des lokalen Totengedenkens. Diese Denkmale sollten die Angehörigen trösten, indem sie dem Tod ihrer Verwandten einen Sinn verliehen. |
100766779 | ||
| Türsturz | Marktplatz 6 (Karte) |
Sandstein, profiliert, mit Resten der ursprünglichen ornamentalen Bemalung, im Keilstein Relief (Tierplastik) und Baudatum, 1797
Der Sturz eines Türgewändes stellt ein für die Region in der Zeit um 1800 typisches Dokument barocken Kunsthandwerks dar. |
100766799 | ||
| Gasthof Stern | Marktplatz 17 (Karte) |
Zweigeschossiges verputztes Fachwerkhaus mit Satteldach, aufwendig gestaltetes Sandstein-Erdgeschoss, Fachwerk-Obergeschoss, Tür und Fenster in profilierten Gewänden, Eckpilaster mit geflügelten Engelsköpfen, Keilsteine (über dem Eingang Metzgerzunftzeichen), Basisstein,1. Hälfte 18. Jahrhundert
Der in gasthaustypischer Lage an der zentralen Ortsdurchfahrt bzw. auf dem Marktplatz stehende „Stern“ ist wichtiges Zeugnis für das dörfliche Gasthauswesen des 18. Jahrhunderts. Die Funktion als einer der zentralen Treffpunkte der Dorfgemeinschaft, kommt durch das im Vergleich zu den benachbarten Bauernhäusern deutlich größere Bauvolumen und die repräsentative Gestaltung zum Ausdruck. |
100766816 | ||
| Forstrevieramt | Mönchsberg 5 (Karte) |
Zweigeschossiges Gebäude mit Halbwalmdach, im Erdgeschoss verputzter Steinbau, Obergeschoss verschindelt, Giebel verbrettert, axiale Fensteröffnungen, erbaut um 1850, daneben eingeschossiger Schweinestall mit Satteldach, Fachwerkkonstruktion, möglicherweise 17./ 18. Jahrhundert
Das unmittelbar an der Territorialgrenze zu Grundherrschaft Hohenlohe stehende württembergische Forstrevieramt ist ein wichtiges Zeugnis der Wirtschaftsgeschichte, wurde von hier aus doch der Staatswald mit dem höchsten Anteil an Nutzholz im ehemaligen Oberamt Weinsberg verwaltet. Das Nebengebäude spiegelt die damals übliche Landwirtschaft zur Selbstversorgung der Revierförster wider. |
100767043 | ||
| Pfarrhaus | Pfarrgasse 6 (Karte) |
Zweigeschossiges Wohnhaus mit Satteldach, Erdgeschoss Sandsteinmauerwerk mit Gurtbandgesims, württembergisches Wappen über den Hauseingang, Obergeschoss verschindelt, axiale Fensteröffnungen mit Verdachungen und Holzrahmungen, verbretterte Giebel mit zwei schwachen Vorkragungen, als Gemeindepfarrhaus im Auftrag des Staates erbaut, 1879/80
Das Pfarrhaus in Mainhardt stellt ein weitgehend im Originalzustand erhaltenes Beispiel eines Baus im sog. Schweizerhausstil dar. Dieser fand häufig Anwendung im ländlichen Wohnhausbau des 19. Jahrhunderts und zeichnet sich durch die Neubearbeitung von Elementen traditioneller Fachwerkarchitektur (u.a. Brettschnitzereien) aus. Zudem hat es als Zeugnis staatlicher Bautätigkeit in der Region auchj heimatgeschichtliche Bedeutung. |
100766837 | ||
| Postamt | Poststraße 6 (Karte) |
Zweigeschossiger Bau mit Halbwalm, verputztes Erdgeschoss, im straßenseitigen Bereich Schalterhalle mit Rundbogenfenstern, Obergeschoss und Giebel verbrettert und mit schwachen Vorkragungen, als Postamt mit Dienstwohnung im Obergeschoss erbaut, 1920
Das ehemalige Postamt stellt ein Beispiel für den sog. Heimatstil dar, ein Baustil, der auf ländliche und auch regionale Architekturformen und Bautraditionen zurückgriff. Seit den 1870er Jahren erfuhr dieser Stil im Villen- und Landhausbau weite Verbreitung, wobei es zu einer Vermischung einzelner landschaftstypischer Baumerkmale kam. Diese Architektur spielt seit dem beginnenden 20. Jahrhundert in Württemberg als Reformbewegung eine Rolle, propagiert durch die Württembergische Bauausstellung in Stuttgart von 1908 und durch die Bauberatungsstelle unter der Leitung von Paul Schmohl seit 1905. |
100766849 |
Einzelnachweise
Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.