Liste der Kulturdenkmale in Lonsee
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In der Liste der Kulturdenkmale in Lonsee sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Lonsee im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg aufgelistet.
Legende
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
- Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen:

- Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
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- Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale nach Ortsteilen
Ettlenschieß
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
Weitere Bilder |
Evangelische Kirche (St. Georg und Bernhard) | Dorfstraße 28 (Karte) |
Verputzte Saalkirche mit Satteldach, im Winkel von Kirchenschiff und Chor quadratischer Turm mit vierseitigem Helm, wohl 14. Jahrhundert; in Verlängerung des Chores nach Osten Sakristeianbau mit Wandmalereien, Mitte 14. Jahrhundert; an der Südfassade der Kirche, westlich des Turms, zwei Epitaphien, im Chor Wandmalereien, 18. Jahrhundert; Langhauserweiterung mit polygonalem westlichem Abschluss durch Münsterbaumeister Karl Bauer, 1912
Ursprünglich gehörte die 1433 ersterwähnte Pfarrkirche zur Geislinger Urkirche in Altenstadt, dann war sie Filial der Kirche in Rorgensteig und gehörte damit zum Bistum Konstanz. Die schlichte Saalkirche enthält einige bemerkenswerte Ausstattungselemente, wie zum Beispiel fünf z. T. nur noch fragmentarisch erhaltene Szenen eines Passionszyklus im Chor und in den Laibungen des Ostfensters zwei Heilige, links ein Mönch, rechts der hl. Bernhard. Diese aus dem 14. Jahrhundert stammenden Wandmalereien wurden bei der Renovierung 1965 freigelegt. Die Kirche ist sowohl für die Bau- und Kunstgeschichte, als auch für die Kirchen- und Ortsgeschichte Lonsees von großer Bedeutung. |
1214765 | |
| Pfarrhof | Dorfstraße 36 (Karte) |
Bestehend aus: Pfarrhaus (Nr. 36), zweigeschossiger verputzter Bau mit Krüppelwalmdach, 1641, Umbauten 1822–27/32 und 1887; Pfarrscheuer (Nr. 34), Massivbau mit Krüppelwalmdach, Giebel Fachwerk, um 1820; Wasch- und Backhaus (Nr. 34), verputzter Massivbau mit Satteldach, Giebel Fachwerk, um 1840
Zu einem Pfarrhof gehörte seit dem ausgehenden Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert üblicherweise neben dem Pfarrhaus auch die Pfarrscheuer und gelegentlich ein Wasch- und/oder Backhaus. Nur selten, wie hier in Ettlenschieß, sind sämtliche Gebäude eines solchen Pfarrhofes erhalten. Architekturgeschichtlich interessant ist, dass beim Um- bzw. Neubau im frühen 19. Jahrhundert an der für die Pfarrhausarchitektur des Ulmer Landes seit Jahrhunderten üblichen Hausform mit Krüppelwalmdach, sowohl für das Pfarrhaus als auch für die Scheuer, festgehalten wurde. Der stattliche Pfarrhof ist aufgrund seiner Vollständigkeit von Bedeutung für die Baugeschichte und durch die Stellung der Pfarrfamilie im Sozialgefüge des Ortes auch ein heimatgeschichtliches Dokument. |
101731996 | ||
| Hüle | Lange Lache (Karte) |
Sog. Lange Lache, vor 1881
Bevor im späten 19. Jahrhundert die Trinkwasserversorgung der Albdörfer eingerichtet war, gab es - oft in der Mitte des Ortes gelegene - Dorfhülen, die zusammen mit anderen Hülen das Wasserreservoir des Ortes bildeten. Hülen (auch Hülben genannt), die durch Oberflächenwasser gespeist und als Viehtränken und Löschwasserteiche dienten, waren damals für diese Albgegend charakteristisch. Die Hüle in Ettlenschieß ist ein ansprechendes Zeugnis dieser Gattung der Oberflächenwasserteiche der Alb. |
101733359 |
Halzhausen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Bauernhaus | Eisenlauer Weg 2/1 (Karte) |
Eingeschossig mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Sichtfachwerkgiebel, wohl 17. Jahrhundert
Dem Typus der Albhäuser in dieser Gegend entsprechend, die um 1600 aber auch noch im 17. Jahrhundert verbreitet waren, lagen Wohn- und Stallteil unter einem großen Dach, hier dreigeschossig mit ansprechendem Sichtfachwerkgiebel zur Straßenseite. Bezeichnend für die Gestaltung des Sichtfachwerks sind die geraden Dreiviertelstreben und die Andreaskreuze in den Brüstungsfeldern, sowie die mehrfach profilierten Stockschwellen. Das Gebäude ist für die Baugeschichte von Bedeutung. |
101746190 | ||
| Kapelle | Ettlenschießer Straße 9 (Karte) |
Rechteckiges verputztes Langhaus aus Bruchstein, Turm im oberen Teil Fachwerk mit Satteldach, eingezogener Chor im Ostturm, spätgotisch
Die Kapelle, auch Kapelle zum Heiligen Jakob genannt, gehört seit ihrer Entstehung zur Pfarrei Lonsee. Für Halzhausen ist die Kapelle ein anschauliches Zeugnis der Kirchen- und Ortsgeschichte. |
1211849 | ||
| Ventilbrunnen mit Wegweiser | Ettlenschießer Straße 11 (Karte) |
Gusseisen, am Sockel Blendfelder mit Jakobsmuscheln und Halzhausener Ortswappen, Kompositkapitell, kraterionartige Brunnenschale, 1881
1881 wurde Sinabronn an die Albwasserversorgung angeschlossen und damit unabhängig von Hülen mit ihrer problematischen Trinkwasserqualität. Die Bedeutung dieser fortschrittlichen wassertechnischen Einrichtung spiegelt sich in der Wahl einer mit Aufwand gestalteten Brunnensäule wider, deren Formen an historischen Vorbildern – im weitesten Sinne des Klassizismus – orientiert sind. Die funktionale Verbindung mit einem Wegweiser macht die Brunnensäule in Sinabronn zu einer Art Sinnbild für den Einzug des technischen Fortschritts, der damals nicht nur eine extreme Verbesserung der Trinkwasserqualität mit sich brachte, sondern auch eine Erhöhung des Verkehrsaufkommens und die damit nötige Wegkennzeichnung für Fremde. Dieses gute Beispiel eines historistischen Dorfbrunnens mit der Sonderfunktion eines Wegweisers ist für die Heimatgeschichte von Bedeutung. |
101749506 | ||
| Schildausleger des Gasthauses Hirsch | Ettlenschießer Straße 14 (Karte) |
Schmiedeeisen, mit Elementen des Rokoko und des Klassizismus, Ende 18. Jahrhundert
Der Schildausleger ist eine elegante, schmiedeeiserne Arbeit zwischen Rokoko und Klassizismus. Er ist als Bestandteil eines Gasthauses ein anschauliches Dokument der Schmiedekunst und der Volkskunde. |
101748379 | ||
| Wohnhaus eines Bauerngehöftes | Wagnergasse 4 (Karte) |
Zweigeschossig und verputzt mit Satteldach, Segmentbögen über den Fenstern, Zierfassungen an den Hausecken, 1883
Die schmuckvolle Ausformung dieses Gebäudes als Teil einer Hofanlage wurde von kleinstädtischen Wohnhäusern des Historismus inspiriert. Neben den Einhäusern, bei denen Wohnen und Ökonomie unter einem Dach vereint sind, gibt es in der Region auch Hofanlagen mit separat stehenden Wohnhäusern, wovon dieses ein bemerkenswertes Beispiel darstellt. Es ist ein für die Bau- und Heimatgeschichte bedeutendes Gebäude. |
101749215 |
Lonsee
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Ulmisches Amtshaus | Hauptstraße 27 (Karte) |
Zweigeschossig mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss Fachwerk, verputzt, mit Aufzugsluken im Giebel, ehemaliges Remisentor und ehemalige Stalltür, 1618; barocke Toreinfahrt
Lonsee war vom späten Mittelalter bis 1803 einer der zunächst einunddreißig, später nur noch dreizehn Orte mit Sitz eines Ulmer Amtmanns. Zum Amt Lonsee gehörten am Ende der Reichsstadtzeit neben diesem Ort selbst Sinabronn, Halzhausen, Ettlenschieß, Luizhausen, Reutti und Urspring. Das repräsentative, an der Durchfahrtsstraße in direkter Nachbarschaft zur Kirche gelegene Gebäude hat als ehem. Ulmisches Amtshaus damit vor allem herrschaftsgeschichtliche Bedeutung. |
101726586 | ||
| Gefallenendenkmal | Hauptstraße 29 (Karte) |
Quadratischer Block aus Kunststein mit Namenstafeln und Adlerplastik, 1922; erweitert 1950/52
Das Erinnerungsmal wurde zum Gedenken an die Gefallenen der Kriege 1870/71 und 1914/18 unmittelbar vor der südlichen Kirchenlanghausseite aufgestellt. Bezeichnend für die Gestaltung ist die Kombination von strenger geometrischer Form eines Blocks und realistischer, ausdrucksvoller Darstellung des mächtigen Reichsadlers. Eine nach dem Zweiten Weltkrieg zugefügte Marmorplatte enthält die Namen der zwischen 1939 und 1945 Gefallenen, eine weitere auf der Vorderseite die Inschrift: „In Dankbarkeit gewidmet von der Gemeinde“. Das Gefallenendenkmal ist von Bedeutung für die Kunst- und Heimatgeschichte und ein anschauliches Dokument der Erinnerungskultur. |
101711730 | ||
| Ehemaliger Zehntstadel der Kirchenstiftsverwaltung Ulm | Hindenburgstraße 19 (Karte) |
Verputzter Massivbau aus Bruchstein mit Satteldach, Wappennische an der südlichen Längsseite des Gebäudes, mittelalterlich; großes Rechtecktor und Dachstuhl wohl 18. Jahrhundert
Bis zur Auflösung des Zehntrechts 1849 wurde das Gebäude zur Lagerung des großen Zehnten genutzt. Zehntherr war die Kirchenstiftungsverwaltung Ulm. Der Lonseer Zehntstadel ist ein Zeugnis der damaligen Herrschafts- und Kirchenverhältnisse bzw. des Abgabewesens und damit bau- und heimatgeschichtlich bedeutend. |
101728508 | ||
| Gasthof Löwen | Haldestraße 30; Hauptstraße 14, 21 (Karte) |
Zweigeschossig und verputzt mit Satteldach, an der Nordfassade abgewalmt, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss Fachwerk, frühes 16. Jahrhundert; Wirtshausschild, Gaststube und Tanzsaal, 19. Jahrhundert, samt Kegelbahn (Hauptstraße 21), 1903 und Kellerhaus (Haldestraße 30), 1860 (i)
Das Gasthaus an der Ortsdurchfahrtsstraße besitzt durch seine lange Tradition – bereits 1268 wird hier eine Taverne genannt – vor allem ortsgeschichtliche Bedeutung. Mit seiner Bauzeit im frühen 16. Jahrhundert ist der Löwen heute neben der Pfarrkirche das älteste Gebäude in Lonsee, zudem eine der ältesten Gastwirtschaften des Ulmer Landes. Bemerkenswert sind auch die jüngeren Bestandteile des Gasthofs vor allem aus der Zeit um 1900, die ihn zu einem besonders anschaulich überlieferten Beispiel regionaler Gasthauskultur machen: Tanzsaal mit Ausstattung des 19. Jahrhunderts, alte Kegelbahn mit Gastgarten und einem Kellerhaus außerhalb des Ortes. |
101724635 | ||
| Pfarrhaus | Hindenburgstraße 26 (Karte) |
Zweigeschossig mit Satteldach und Krüppelwalm, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss und Giebel in Fachwerk mit Vorkragungen, verputzt, 1623
Beim Pfarrhaus in Lonsee handelt es sich um ein typisches Beispiel der evangelischen Pfarrhausarchitektur im Ulmer Land: Im Obergeschoss liegt die Pfarrwohnung, im Erdgeschoss waren Ökonomie- und Wirtschaftsfunktion untergebracht (von außen ablesbar an den kleinen, unregelmäßig angeordneten Fenstern). Das stattliche Gebäude ist für die Bau- und Heimatgeschichte bedeutend und gibt zudem Aufschluss über die Lebensweise der Pfarrfamilie, die auch zum Lebensunterhalt auch Landwirtschaft betrieb. |
101726933 | ||
| Kellerhaus des Gasthauses Hirsch | Steigäcker (Karte) |
Zweigeschossig mit Satteldach, Untergeschoss massiv, Obergeschoss überwiegend Fachwerk, 1853
Das Kellerhaus wurde als Nebengebäude des nahegelegenen Gasthauses errichtet und diente zur Kühlung von Getränken und zur trockenen Lagerung von Heu und Getreide. Im Obergeschoss mit seiner durch die Hanglage ebenerdigen Toreinfahrt an der nördlichen Traufseite waren zugleich landwirtschaftliche Geräte untergebracht. Es handelt sich beim Kellerhaus um eines der letzten erhaltenen gastwirtschaftlichen Nebengebäude dieser Art im Alb-Donau-Kreis, wodurch es zu einem bedeutenden Zeugnis der Heimatgeschichte wird. |
101728982 |
Luizhausen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Ehemaliger Maierhof | Scharenstetter Straße 4 (Karte) |
Heute Gasthaus Zum Löwen, zweigeschossig und verputzt mit Satteldach, an der südlichen Giebelseite unter Rauchloch abgewalmt, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss Fachwerk, zwei Gewölbekeller, frühes 16. Jahrhundert; nördliche Gebäudeerweiterung mit Sichtfachwerk im Giebel, heute verputzt, um 1700; Anbau nach Westen, um 1900; weitere Umbauten um 1900 und 1956
Auf den Hof des Meiers – einem herrschaftlichen Gutsverwalter, zunächst wohl der Herren von Helfenstein – geht wahrscheinlich die Entstehung des Dorfes Luizhausen zurück. 1544 war der Hof Leib- und Gnadenlehen der Reichsstadt Ulm; der Luizhauser Meier war damals einer der reichsten Bauern im Ulmer Land. Im 18. Jahrhundert wird das Gebäude als gut eingerichtete Wirtschaft für alle Art von Reisenden an der Strecke Wien-Paris beschrieben; am 15.10.1805 soll hier sogar Napoleon logiert haben. 1812 wird die Poststation hierher verlegt; 1819–46 war sie Fürstlich Thurn und Taxis’sche Lehenspostanstalt. Der traditionsreiche Gasthof ist vor allem ortsgeschichtlich bedeutend. |
1211861 | ||
| Grabkreuz des Löwenwirts Bartholomäus Rau | Scharenstetter Straße 6 (Karte) |
Schmiedeeisern, mit klassizistischen Ornamenten, 1810 (i)
Laut Sockelinschrift wurde das aufwendige Grabkreuz für den Wirt des renommierten Gasthauses Löwen, Bartholomäus Rau, ausgeführt. Dieses klassizistische schmiedeeiserne Grabkreuz ist von seltener Größe und kunsthandwerklicher Qualität und dadurch sowohl künstlerisch als auch im Hinblick auf die Person des Löwenwirtes heimatgeschichtlich bedeutend. |
101752457 | ||
| Grabkreuz | Scharenstetter Straße 6 (Karte) |
Schmiedeisern, mit bemalten Blechfiguren, wohl 1. Hälfte 18. Jahrhundert
Das Grabkreuz aus der Zeit des Rokoko ist von seltener Größe und besonderer kunsthandwerklicher Qualität. Es handelt sich sowohl um ein bemerkenswertes Zeugnis des lokalen Schmiedehandwerks als auch um ein Dokument der Erinnerungskultur. |
101752487 | ||
Weitere Bilder |
Evangelische Pfarrkirche (St. Michael) | Scharenstetter Straße 6 (Karte) |
Einschiffige Saalkirche, Langhaus mit Satteldach, verputzt, in der Substanz mittelalterlich; Sakristeianbau und nahezu quadratischer Ostturm mit Zwiebelhelm, eingezogener Rechteckchor, durch Johann Martin Kapfer neu erbaut, 1787; Schiffsverlängerung nach Westen, 1862/63
Die Pfarrkirche liegt im oberen Ortsteil Luizhausens und bildet durch den Turm eine Dominante im Ortsbild. Das heutige Erscheinungsbild der Kirche geht auf den umfänglichen Neubau des späten 18. Jahrhunderts zurück. Bei der durchgreifenden Innenerneuerung 1965 wurden die 24 Emporenbilder von Christoph Nikolaus Kleemann von 1770/80 wieder aufgehängt. Die Kirche St. Michael ist ein bedeutsames Dokument der Kirchen- und Ortsgeschichte. |
1211853 | |
| Evangelisches Pfarrhaus | Scharenstetter Straße 10 (Karte) |
L-förmig, zweigeschossig und verputzt mit Satteldach, Hauptfassade im Süden durch zwei seitliche Giebel und dazwischenliegenden Traufteil gegliedert, Erdgeschoss massiv über hohem Sockel, Obergeschoss und Giebel mit vorkragendem Fachwerk, 1584; Umbauten 18. oder 19. Jahrhundert
Wie bei Pfarrhäusern im Ulmer Land üblich, liegt im Obergeschoss die Pfarrwohnung, im Erdgeschoss waren Ökonomie- und Wirtschaftsräume untergebracht, wie heute noch an der unregelmäßigen Fensteranordnung in diesem Bereich zu erkennen ist. Das stattliche Pfarrhaus in Luizhausen ist für die Geschichte der Pfarrhausarchitektur im ländlichen Raum und für die Heimatgeschichte bedeutend. |
1211857 |
Radelstetten
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Hüle | Bei der Hüle 7 (Karte) |
Unregelmäßiger Grundriss, vor 1881
Die Hüle diente vor dem Anschluss Radelstettens an die Albwasserversorgung im Jahr 1881 als Wasserreservoir des Ortes. Solche Hülen waren in dieser an Grundwasser armen Gegend der Alb charakteristischer Bestandteil der Dörfer; sie wurden durch Oberflächenwasser gespeist und vor allem als Viehtränke und Löschwasserteich genutzt. Typisch ist die Lage in der Ortsmitte, hier gegenüber der Einmündung der Ulmer Straße in die Ortsdurchfahrtsstraße. Die Radelstetter Hüle, eine der letzten auf der Schwäbischen Alb, ist ein kulturgeschichtlich interessantes Beispiel der Wasserspeicherung vor der modernen Technik der Wasserversorgung. |
101766436 | ||
| Ventilbrunnen mit Wegweiser | Bei der Hüle 7 (Karte) |
Gusseisern, am Sockel Blendfelder mit Jakobsmuscheln, Säule mit floralen Motiven und kapitellartigem Abschluss, 1881
Der reich verzierte, gusseiserne Dorfbrunnen ist an der Ortsdurchfahrtsstraße gegenüber der von Scharenstetten einmündenden „Ulmer Straße“ aufgestellt und dient auch als Wegweiser. 1881 wurde Radelstetten an die Albwasserversorgung angeschlossen und damit unabhängig von Hülen mit ihrer problematischen Trinkwasserqualität. Der von der Firma Gebr. Benckiser aus Pforzheim gefertigte Ventilbrunnen zur öffentlichen Trinkwasserentnahme funktioniert in direkter Verbindung mit der Wasserleitung. Die Bedeutung dieses wassertechnischen Fortschritts spiegelt sich in der Wahl einer mit Aufwand gestalteten Brunnensäule wider, deren Formen an historischen Vorbildern – im weitesten Sinne des Klassizismus – orientiert sind. Der Brunnen ist für die Technik- und Heimatgeschichte Radelstettens bedeutend. |
101767055 |
Urspring
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Bauernhaus | Albstraße 4 (Karte) |
Zweigeschossig mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss und vorkragender Giebel Fachwerk, Anfang 17. Jahrhundert, spätere Veränderungen
Die Stattlichkeit des Gebäudes sowie die Flurbezeichnung der dahinterliegenden Wiesen als „Maierwiesen“ legen die Vermutung nahe, dass es sich hier um einen Teil der ehem. Meierhofanlage handelt. Das Gebäude ist für die Bau- und Ortsgeschichte Ursprings von Bedeutung. |
101767497 | ||
| Wohnstallhaus | Albstraße 16 (Karte) |
Zweigeschossig mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss und Giebel in Fachwerk, heute verputzt, Mitte 16. Jahrhundert
Bemerkenswert ist die in dieser Gegend ungewöhnliche, gestelzte Bauweise, das heißt, dass die eigentliche Wohnung im Obergeschoss des Hauses lag, im Erdgeschoss waren Nebenräume und Ställe untergebracht. Sie ist hier wohl auf die Hochwassergefahr durch die in unmittelbarer Nähe des Gebäudes gelegene Lonequelle zurückzuführen. Das Wohnstallhaus gibt Aufschluss über die historische Wohn- und Wirtschaftsweise im ländlichen Raum und ist damit für die Bau- und Ortsgeschichte bedeutend. |
101767616 | ||
| Gasthaus Adler | Albstraße 21 (Karte) |
Zweigeschossig mit Satteldach und Zwerchhaus an der Straßenfront, massives Erdgeschoss, Obergeschoss und Giebel in Fachwerk, 1799; an der Westseite doppelköpfiger gusseiserner Reichsadler als Wirtshausschild; biedermeierlicher Erker, 1834
Die traditionsreiche Schildwirtschaft wurde nach einem Ortsbrand 1799 errichtet; 1834 wurden klassizistische Veränderungen vorgenommen, aus dieser Zeit stammen auch die Balkone des Obergeschosses. Als stattliches Gasthaus, zentral an der Ortsdurchfahrtsstraße gelegen, hat es ortsgeschichtliche Bedeutung. |
101767827 | ||
| Gasthaus Hirsch | Albstraße 25 (Karte) |
Zweigeschossig mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss und Giebel Fachwerk, zwei Gewölbekeller, vier Aufzugsluken, an der Südostecke Schildausleger aus Blech mit ausgeschnittenen Figuren, 1799
Das Gasthaus, das ein Jahr nach dem Ortsbrand von 1798 wieder aufgebaut wurde, ist eine der beiden traditionsreichen und durch die Lage im Ort an einer alten Fernhandelsstraße einst sehr bedeutenden Schildwirtschaften. Im Erdgeschoss befanden sich die Wirtsstuben, der rückwärtige Teil war für die Ökonomie vorgesehen; im Obergeschoss war der für Gasthäuser der Zeit charakteristische Tanzsaal untergebracht. Das Gasthaus ist mit seiner Raumaufteilung und dem zugehörigen Aushängeschild ein sprechendes Zeugnis der Bau- und Ortsgeschichte. |
101780346 | ||
| Ortstafel aus Beton | An der Herberge (Karte) |
1909
Die Ortstafel auf dem Bahnsteig des Haltepunkts ist zeitgleich mit dem Stationsgebäude errichtet worden, das inzwischen abgebrochen ist. Es handelt sich um ein seltenes und frühes Exemplar aus Beton und ist daher nicht nur aus ortsgeschichtlichen, sondern auch aus technikgeschichtlichen Gründen von Bedeutung. |
101806331 | ||
| Schmiede | Kirchstraße 1 (Karte) |
Zweigeschossig und verputzt mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss und Giebel Fachwerk, wohl erste Hälfte 18. Jahrhundert
Für das an der Fernhandelsstraße vor und nach einer Steigung gelegene Urspring spielten die Schmieden eine wichtige Rolle, da hier neben den Vorspannpferden auch die Tiere der Durchreisenden versorgt werden mussten. Eine außergewöhnlich lange Tradition besitzt diese an der Ortsdurchfahrt gelegene Schmiede; ein Vorgängerbau an dieser Stelle wurde bereits 1290 erwähnt. Werkstatt und Stallungen lagen im Erdgeschoss, die Wohnung des Schmieds im Obergeschoss. Das Gebäude ist ein gut überliefertes Handwerkerhaus mit lokalgeschichtlicher Bedeutung. |
101781012 | ||
| Evangelische Pfarrkirche (St. Agatha) | Kirchstraße 12 (Karte) |
Einschiffige Saalkirche aus Backstein mit Satteldach, heute verputzt, Sockel aus Quadermauerwerk, Turm bis zur Glockenstube quadratisch, darüber oktogonal mit spitzem Turmhelm, errichtet nach Plänen vom Ulmer Münsterbaumeister Ferdinand Thrän, 1860
Die Kirche hat Bedeutung als Zeugnis des neugotischen evangelischen Kirchenbaus in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Mit der Planung durch den Ulmer Münsterbaumeister zeigt sich die Bedeutung der Fortführung der Arbeiten am Ulmer Münster, die großen Einfluss auf die Stilentwicklung des Historismus in der Region hatte. |
1210889 | ||
| Pfarrhaus | Kirchstraße 23 (Karte) |
Zweigeschossig mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss und Giebel Fachwerk, leicht vorkragend, heute verputzt, Gewölbekeller, 1534; Satteldach mit ungleichen Krüppelwalmen, Mitte 17. Jahrhundert
Unmittelbar nach Einführung der Reformation wurde in Urspring durch die Reichsstadt Ulm im Jahre 1534 vom Pfarrkirchenbaupflegamt ein neues Pfarrhaus errichtet. Es handelt sich um eines der frühesten evangelischen Pfarrhäuser nicht nur im Ulmer Land, sondern auch im Gebiet des heutigen Bundeslandes Baden-Württemberg. Charakteristisch ist die Raumaufteilung mit der Pfarrwohnung im Obergeschoss und ehemaligen Ökonomie- sowie Wirtschaftsräumen im Erdgeschoss. Das Pfarrhaus, das Wohnen und Wirtschaften der Pfarrfamilie dokumentiert, ist für die Entwicklung des Bautypus evangelisches Pfarrhaus wie auch für die Bau- und Ortsgeschichte von Bedeutung. |
101781393 | ||
| Feuerwehrgeräte- und Beiwohnerhaus | Lonseer Straße 1 (Karte) |
Gestelzt, zweigeschossig mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss Fachwerk, an den Traufseiten vorkragend, an der Nord- und der Ostseite verputzt, an der Südseite überdachte Außentreppe, 1792 bis 1795
Der untere Teil des Gebäudes wurde 1792 von der Gemeinde Urspring und der Heiligenpflege Reutti als Feuerwehrgerätehaus, der obere Teil 1795 vom Schuhmacher und Beiwohner Matthes Mayer als Wohnung errichtet. Bemerkenswert ist hierbei, dass ein Beiwohner, der zur untersten sozialen Schicht des Dorfes zählte und im Unterschied zum Bauern oder Seldner kein Gemeinderecht besaß, seine Wohnung auf einem gemeindeeigenen Gebäude errichten durfte. Das unterschiedliche Stockwerkseigentum erklärt auch die gestelzte Bauweise des Hauses. Das kombinierte Feuerwehrgeräte- und Beiwohnerhauses ist ein im Hinblick auf die Geschichte ländlicher Unterschichten bemerkenswertes Objekt und für die Bau- und Ortsgeschichte von Bedeutung. |
101782080 |