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Liste der Kulturdenkmale in Lörrach

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In der Liste der Kulturdenkmale in Lörrach sind die Kulturdenkmale der Stadt Lörrach im Landkreis Lörrach in Baden-Württemberg aufgelistet. Aufgrund ihrer Größe ist die Liste in die vorliegende Liste des Hauptorts Lörrach mit den Stadtteilen Stetten, Tumringen und Tüllingen und die Liste der Kulturdenkmale in Lörrach (Ortsteile) mit den Stadtteilen Brombach, Haagen und Hauingen geteilt.

Legende

Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.

  • Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen: Datei hochladen
  • Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
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  • Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
  • Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
  • ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg

Abkürzungen

Kulturdenkmale

Lörrach (mit Stetten, Tumringen und Tüllingen)

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Christliches Vereinshaus der Altpietisten (heute ev. Stadtmission) Adlergässchen 13
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit flach geneigtem Satteldach, Kopfbau mit Seitenrisaliten und Lisenengliederung sowie großen Biforien und pilastergerahmtem Rundbogenportal, im Obergeschoss großer Saal mit Rundbogenfenstern und Empore, erbaut 1873/74 (a)

Seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm das Gemeindeleben in den Kirchen einen starken Aufschwung. Der Christliche Verein zu Lörrach, eine Vereinigung von Altpietisten, errichtete 1873/74 eine „christliche Vereinskapelle“ bzw. ein „christliches Vereinshaus“ mit Sälen und Räumen für Gemeindefeierlichkeiten, aber auch Bibelstunden und Gottesdienste. Hier sonderten sie sich von der evangelischen Stadtkirchengemeinde ab, welche ihnen als zu freisinnig und modern erschien. Das Gebäude zählt dabei zu den frühen Neurenaissancebauten der Stadt und vertritt noch den, um die Mitte des Jahrhunderts geprägten, Rundbogenstil.

95315143BW

Villenanwesen Alte Basler Straße Nord 38
(Karte)
Letztes Viertel 19. Jahrhundert, bestehend aus:
  • Wohngebäude, zweigeschossiger, freistehender verputzter Massivbau unter steilem Walm- bzw. Mansardwalmdach mit Gauben, Eingangs- bzw. Treppenhausrisalit, eingeschossiger Anbau mit Dachterrasse, Gliederung durch Lisenen und Stockwerksgesimse, Fenster mit Schlagläden, in der Beletage mit Kopfgesimsen;
  • Remise mit Holzlege, eingeschossiger verputzter Massivbau mit hölzernem Kniestock und flach geneigtem Satteldach;
  • Garten und Einfriedung, schmiedeeiserner Zaun auf Betonsockel

Das Villenanwesen veranschaulicht gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse im späteren 19. Jahrhundert und ist mit seiner an französische Landsitze angelehnten Architektur charakteristisch für den Villenbau der Gründerzeit. Es dokumentiert dabei die rasante Entwicklung der bisherigen Weinbauorte wie Lörrach-Stetten zu Industriegemeinden und deren ortsbauliches Wachstum im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts.

95315146
Garage Alte Basler Straße Nord
(Karte)
Verputzter Massivbau mit Rundbogentor und gebogenem Mansardwalmdach, dreieckige Gauben, dreiteilige Fenstergruppen mit dreieckigen Verdachungen, 1925 (a)

Das kleine Gebäude, ursprünglich zugehörig zu einem benachbarten Wohnhaus, dokumentiert eine neue Bauaufgabe, die mit der zunehmenden Automobilisierung nach dem Ersten Weltkrieg entstand: die Garage. Entsprechend der Bedeutung des Kraftwagens als Statussymbol – anfänglich konnten sich nur vermögende Schichten einen solchen leisten – ist der Bau repräsentativ gestaltet. Zeittypisch ist die Tradierung der Reformarchitektur, die hier durch einzelne expressionistische Elemente ergänzt wird. Das Gebäude ist damit Zeugnis der Lörracher Architektur- und Sozialgeschichte.

95315145BW

Zundelbrunnen Alte Basler Straße Nord
(Karte)
Unregelmäßig gerundetes Becken mit Fliesenauskleidung, Figurengruppe zweier Narren auf Schnecke, der untere mit Frosch in Händen als Wasserauslass, farbig gefasst, Entwurf von Bildhauer Herbert Bohnert, 1954 bis 1956 (a)

Der Zundelbrunnen von Lörrach-Stetten gehört in die Reihe der zahlreichen sog. Narrenbrunnen in der Region, die in der Regel von den örtlichen Fastnachtsgesellschaften gestiftet wurden und oftmals einzelnen, regional- bzw. ortsspezifischen Fastnachtsfiguren gewidmet sind. Da Stetten bis zum Anfall an das Großherzogtum Baden vorderösterreichisch war und damit katholisch geprägt wurde, spielt die Fastnacht eine bedeutende Rolle im Jahreslauf. Der humorvoll gestaltete Brunnen wurde von dem Lörracher Bildhauer und Grafiker Herbert Bohnert (1928 bis 1994) entworfen und in Keramik, seinem bevorzugten Material, modelliert. Der Brunnen ist mit seiner Beckenform charakteristisch für die 1950er-Jahre. Er ist ein wichtiges Werk im Schaffen Bohnerts und hat stadt- und kulturgeschichtliche Bedeutung.

95318552
Wohnhaus mit Hinterhof Am Hebelpark 1
(Karte)
Remise und Ökonomiegebäude; Wohnhaus dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, rückwärtig Risalit mit Balkon, im Erdgeschoss seitliche Tordurchfahrt zum Hinterhof, Gliederung durch seitliche Lisenen und Sohlbankgesims im 1. Obergeschoss, mittiger Balkon mit schmiedeeisernem, ornamentalem Geländer, im Inneren originale Raumaufteilung und wandfeste Ausstattung (insbesondere Treppenhaus und Türen), im rückwärtigen Hinterhof gepflasterte Hoffläche, Remise kleines Gebäude mit flach geneigtem Pultdach und frontseitigen Schiebetoren aus Holz; Ökonomiegebäude mit Pultdach, im Erdgeschoss des Ökonomiegebäudes geflieste Wände der Waschküche; Wohnhaus und Ökonomiegebäude für Jakob Müller und J. Georg Noll durch Jakob Müller für sich selbst geplant 1876(a), Remise Ende 19./Anfang 20. Jahrhundert, Dachgeschoss des Wohngebäudes rückseitig erhöht nach Plänen von Architekt Paul Adler in Lörrach 1970(a)

Nach Auflassung des älteren Lörracher Friedhofs 1864 wurde das Areal vor dem Stadttor als Teil einer systematischen Stadterweiterung bebaut. Auf der Nordseite des neu angelegten Hebelplatzes, heute Hebelpark, entstand eine Zeile von gleichartigen, charakteristischen traufständigen Wohnhäusern, die mit ihrer Zweigeschossigkeit und den Torfahrten die Tradition frühneuzeitlicher Modellhäuser fortsetzen. Das Anwesen dokumentiert so die städtebauliche Entwicklung Lörrachs im Zuge der Industrieansiedlung und des damit einhergehenden raschen Wachstums.

95318545BW

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Parkanlage Hebelpark Am Hebelpark
(Karte)

Angelegt anstelle des alten Friedhofs, 1875 (a), bestehend aus:

  • Parkareal mit Wegesystem;
  • Hebel-Denkmal, Bronzestatue des Dichters Johann Peter Hebel auf Granitsockel mit Inschriftplatte und Bronzereliefs, entworfen von Bildhauer Wilhelm Gerstel, 1909 (a), eingeweiht 1910 (a);
  • Koechlin-Denkmal, Granitfindling mit bronzener Inschriftplatte, gesetzt von der Stadt zu Ehren des Textilfabrikanten Nikolaus Koechlin, 1875 (i);
  • Wetterstation

Der Hebelpark entstand als begründet Platzanlage anstelle des 1864 aufgelassenen älteren Lörracher Friedhofs im Auftrag des Bürgermeisters Johann Josef Grether (1840 bis 1910). 1875 wurde er eingeweiht. In diese Zeit gehört der Granitfindling, welchen die Stadt zu Ehren des Textilunternehmers Nikolaus Koechlin (1781 bis 1852) setzte, der zu den Begründern der im 19. Jahrhundert blühenden Lörracher Textilindustrie zählte. Diese beschleunigte die Entwicklung der badischen Amtsstadt zum wichtigen Industriestandort in Südbaden. Typisch für öffentliche Grünanlagen der Gründerzeit ist die kleine Wetterstation. Als zentraler Stadtpark wurde der Hebelplatz 1910 mit dem Denkmal des Schriftstellers Johann Peter Hebel (1760 bis 1826) geschmückt, der durch seine alemannische Mundartdichtung berühmt wurde und zeitweilig als Lehrer in Lörrach tätig war. Er gilt als quasi badischer Nationaldichter. Modelliert wurden Statue und Sockelreliefs 1909 von dem Bildhauer Wilhelm Gerstel (1879 bis 1963) und 1910 in Anwesenheit des badischen Großherzogspaares feierlich eingeweiht. Der Hebelpark ist damit ein anschauliches Zeugnis einer öffentlichen Parkanlage der Gründerzeit und dokumentiert dabei die Ausgestaltung und Verschönerung der rasch wachsenden Industriestadt in der Gründerzeit unter einem tatkräftigen Bürgermeister.

96594109
( Wikidata)

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Neuer jüdischer Friedhof Nähe Bächlinweg 3
(Karte)
Jüdischer Friedhof, längliche Anlage, mit:
  • Friedhofsmauer, verputzt, zwei Sandsteintorpfeiler mit eisernem Gittertor;
  • zentrale Allee

Die jüdische Gemeinde legte direkt neben dem christlichen Friedhof 1891 ebenfalls einen neuen Begräbnisplatz an, der den älteren, seit 1670 belegten Friedhof der Gemeinde am Fuß des Schädelberges ablöste. Er wird bis heute belegt und ist ein zentrales Zeugnis der jüdischen Geschichte und Kultur Lörrachs. Eine jüdische Gemeinde ist für die markgräflich-badische Stadt seit der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts belegt. Sie bestand bis 1938 und ging unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft bis auf wenige Überlebende unter. Die Neugründung erfolgte erst 1995.

99595465

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Bahnhofsanlage Lörrach Hauptbahnhof Bahnhofstraße 1, 1 a, 1 f
(Karte)
Von der privaten Gesellschaft der Wiesenthalbahn eröffnet 1862 (a), Kauf der Wiesentalbahn und der Bahnhofsanlage durch den badischen Staat 1889 (a), Modernisierung der Bahnhofsanlage mit neuem Empfangsgebäude, Bahnsteigen mit Bahnsteigüberdachungen, Stellwerksgebäude und Güterbahnhof durch die Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen, 1905 bis 1910 (a), bestehend aus:
  • Empfangsgebäude, mehrteiliger verputzter Baukörper mit Mittelbau und Kopfbauten, Fassaden teilrustiziert und teils mit Haustein verkleidet, erbaut 1905 bis 1907 (a), Einweihung 1910 (a), Erneuerung 1936 (a);
  • Bahnsteige mit Bahnsteigüberdachungen, um 1908 bis 1910 (a), Sanierung und Erneuerung Dachdeckung 1979/80 (a);
  • Wärterstellwerk Stellwerksgebäude 1 (Südlicher Bahnhofskopf, Personenbahnhof, Blechenstraße), Klinkerbau mit Walmdach, Inbetriebnahme 1908 (a), Außerbetriebnahme 2004 (a);
  • Befehlsstellwerk Stellwerksgebäude 2 (Mitte Personenbahnhof, Bahnhofstraße 1a), Klinkerbau mit Walmdach, Inbetriebnahme 1908 8a), seit 1979 Befehlsstellwerk, Außerbetriebnahme 2004 (a);
  • Wärterstellwerk Stellwerksgebäude 3 (Nördlicher Bahnhofskopf, Güterbahnhof, bei Schwarzwaldstraße 52), Klinkerbau mit Walmdach, Inbetriebnahme 1908 (a), Außerbetriebnahme 1998 (a)
98354983
( Wikidata)

Hebelschule Bahnhofstraße 3
(Karte)
Langgestreckter, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit flach geneigtem Walmdach, dreiachsiger Mittelrisalit, Gliederung durch Ecklisenen sowie Stockwerks- und durchlaufende Sohlbankgesimse, gekoppelte Rundbogenfenster, Eingang mit großen Rundbögen, errichtet nach Entwurf von Bezirksbauinspektor Jakob Friedrich Alois Hemberger, 1871/72 (a); Brunnen im Schulhof, vasenförmiger, ovaler Brunnentrog aus Kalksandstein, Gusseisenfigur eines Knaben mit Schwab, 1864 bis 1866 (a), Brunnentrog des urspr. Sprudelbrunnens in der Grabenstraße, vor 1888 (a), in den Schulhof verstelzt, 1888 (a), Aufsatz der Figur 1889 (a)

Das stattliche Gebäude der Hebelschule schließt den Platzraum des Hebelparkes nach Süden ab. Der Bau wurde möglich, nachdem man den alten Lörracher Friedhof 1864 aufgegeben und zu einem begründeten Platzraum umgestaltet bzw. zur systematischen Stadterweiterung nach Norden, in Richtung des 1862 eröffneten Bahnhofs, erschlossen hatte. Der große, repräsentative Schulbau entsprach den Anforderungen der Zeit und war im Angesicht einer durch die Industrialisierung Lörrachs stetig wachsenden Bevölkerung notwendig geworden. Entworfen wurde er von Jakob Friedrich Alois Hemberger (1826 bis 1906), einem Schüler von Heinrich Hübsch am Karlsruher Polytechnikum, der in Lörrach auch das Amtsgericht plante. Sein Schulbau orientiert sich deutlich an italienischen Frührenaissancebauten und zeigt sich dabei auch von seinem Lehrer Hübsch beeinflusst. Er gehört zu einer Reihe früher Neurenaissancegebäuden, welche das Gesicht der jungen Industriestadt prägten. Die Hebelschule ist damit ein wichtiges Zeugnis der Lörracher Stadtbau- und Bildungsgeschichte und dokumentiert nicht zuletzt das umfangreiche Schaffen des badischen Baubeamten Hemberger. Der Brunnen im Schulhof ersetzte einen älteren, kleinen Wandbrunnen. Dabei stellte man einen älteren Brunnentrog des Klassizismus auf und versah ihn mit einer eigens in Basel bei der Firma J. C. Kellerhals angekauften, bereits zwischen 1864 und 1866 gefertigten Figur, übrigens die einzige Gusseisenskulptur im Markgräflerland.

95318549

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Hauptpostamt Lörrach (heute Amtsgericht Lörrach) Bahnhofstraße 4 a
(Karte)
Zweiflügeliger, zweigeschossiger Massivbau, Satteldächer mit Gaubenreihen, einachsige Risalite mit Zwerchgiebeln, turmartige Eckausbildung mit steilem, abgeplattetem Mansarddach und Lukarnen, reiche Fassadengliederung, Erdgeschoss mit Bänderrustizierung, darüber Klinkerverblendung mit Sandsteingliederungen, seitlich große Torfahrt, am Eck Arkade, erbaut nach Plänen von Johann Griesser-Sutter, 1887 (a)

Der stattliche Baukomplex beherbergte einst das Hauptpostamt und liegt daher in zeittypischer Weise nicht allzu weit entfernt vom Bahnhof, wurde doch die Post zunehmend mit dem neuen Verkehrsmittel Eisenbahn transportiert. Entsprechend der öffentlichen Aufgabe ist das Gebäude in repräsentativen Formen gehalten, die sich an Formen der französischen Renaissance- und Barockarchitektur orientieren. Entworfen wurde der Bau von dem in Lörrach viel beschäftigten Johann Griesser-Sutter, zu dessen Hauptwerken der Baukomplex gerechnet werden darf. Er ist Bestandteil des Ensembles großer öffentlicher Bauten, die in diesem Areal in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden. Er ist wichtiges Zeugnis für das öffentliche Bauen in der Kaiserzeit und hat Bedeutung für die Lörracher Architektur-, Stadtbau- aber auch Postgeschichte.

97025378
( Wikidata)

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Justizbauten Bahnhofstraße 4
(Karte)
Bestehend aus:
  • Großherzoglich Badisches Amtsgericht (Bahnhofstraße 4), langgestreckter, dreigeschossiger verputzter Massivbau unter flach geneigtem Walmdach, Erdgeschoss rustiziert, Obergeschosse mit genuteten Ecklisenen, Konsolkranzgesims, dreiachsiger Mittelrisalit mit Attika und badischem Wappen zwischen Greifen als Aufsatz, großes Rundbogenportal, erbaut 1865 (a), Erweiterung nach Norden um dreiachsigen Anbau, verputzt, Fenster in Werksteingewänden, im Erdgeschoss mit verzierten Gittern und hohen Bekrönungen, breites Zwerchhaus, 1930 (a);
  • rückwärtig, parallel dazu Amtsgefängnis, langgestreckter dreigeschossiger Bau aus Rotsandstein mit flach geneigtem Walmdach, südliche Schmalseite mit vorgesetztem Rundturm unter eingeknicktem Kegeldach, Abschluss durch Segmentbogenfries über Konsolen, Segmentbogenfenster, 1868 (a)

Der Komplex aus Amtsgericht und zugehörigem Gefängnisbau dokumentiert die Rechts- und Justizgeschichte Badens in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts und die Verwaltungs- und Mittelpunktsfunktionen der einstigen Bezirksamtsstadt. Entworfen wurde das Amtsgericht von dem großherzoglichen Baubeamten Jakob Friedrich Alois Hemberger (1826 bis 1906), einem Schüler von Heinrich Hübsch. Er entwarf das Gerichtsgebäude in zeittypischer Weise als frühen Neurenaissancebau, der sich an italienische Palastbauten wie den Palazzo della Cancellaria in Rom anlehnt. Den Mittelrisalit bekrönt das badische Staatswappen zwischen Greifen und weist so auf den hoheitlichen Zweck des Hauses hin. Das Amtsgericht war Hembergers erster großer Bau in Lörrach und führte Neurenaissanceformen in die bisher vom Klassizismus geprägte Stadt ein. In dem aufwendig gestalteten Bau repräsentierte sich der badische Staat. Wie üblich gehört zum Gericht auch ein Amtsgefängnis, das 1868 in unmittelbarer Nähe, nämlich dahinter, errichtet wurde und die alten Gefängnisse im abgebrochenen Gefängnisturm des 17. Jahrhunderts ablöste. Das Thema der sicheren Verwahrung klingt in der wehrhaft wirkenden, bewusst steinsichtigen Architektur an. Mit dem an Senkschartenreihen italienischer Kastelle gemahnenden Kranzgesims aus Segmentbögen auf Konsolen, der Steinsichtigkeit und den Segmentbogenöffnungen ist der Bau charakteristisch für badische Gefängnisgebäude seit dem 2. Viertel des 19. Jahrhunderts. Der burghafte Charakter wird noch durch den runden Treppenturm unterstrichen. Das Gerichtsgebäude selbst wurde 1930 nach Norden in Formen der konservativen Moderne erweitert und schließt damit direkt an die ebenfalls von Hemberger einige Jahre später erbaute Hebelschule (Bahnhofstraße 3) an. Der Komplex hat wichtige Bedeutung für die badische Staatsbaukunst im 19. und 20. Jahrhundert und dokumentiert das umfangreiche Schaffen des Baubeamten Hemberger.

96594340
( Wikidata)

Bezirksamt Bahnhofstraße 6
(Karte)
Später Landratsamt (heute Notariat), dreiflügeliger, zweigeschossiger Massivbau mit flach geneigtem Walmdach, Schauseiten in weißer Sandsteinverblendung mit reicher Architekturgliederung, Sockel in rotem rustiziertem Sandstein, Erdgeschoss teils rustiziert, Seitenrisalite, Rundbogenportal mit Säulenvorbau, Zwerchgiebel in Mittelachse mit badischem Staatswappen in Kartusche, hofseitige Fassaden verputzt, im Inneren bauzeitliche Raumaufteilung und wandfeste Ausstattung, vor Zimmer 102 modernes Wandmosaik, Darstellung gedeckter Tisch, Sonne und Halbmond, Pflanze, um 1960, errichtet nach Entwurf von Architekt Joseph Durm, 1891/92 (a)

Das einstige badische Bezirksamt, später Landratsamt, zählt zu den bedeutendsten Beispielen späthistoristischer Architektur in Lörrach und wurde von dem für Baden wichtigen Architekten und Karlsruher Hochschullehrer Josef Durm (1837 bis 1919) entworfen. Er schuf einen Bau in Formen der italienischen Hochrenaissance, einen Stil, den er für Profanbauten persönlich bevorzugte. In dem Gebäude repräsentiert sich die eindrücklich die badische Staatsverwaltung, wie sich auch im Wappen als Hoheitsausweis im Zwerchgiebel der Mittelachse zeigt. Vorbildhaft für das Bezirksamt waren Palastbauten des 16. Jahrhunderts, deren Reichtum als angemessen für einen Verwaltungsbau erachtet wurde. Das Gebäude ist damit ein wichtiges Zeugnis im vielfältigen Schaffen Durms und dokumentiert die Staatsbaukunst im Großherzogtum Baden des späten 19. Jahrhunderts. Es unterstreicht die damalige Bedeutung Lörrachs als Verwaltungszentrum eines Bezirksamtes und späteren Kreises. In der Zeit der Nutzung als Landratsamt entstand 1960 das qualitätvolle Mosaik auf dem Flur, eine charakteristische Arbeit der Nachkriegszeit.

95318551

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Bahnhof Stetten Basler Straße 24 a, 24
(Karte)
Erbaut Ende 19. Jahrhundert, bestehend aus:
  • Empfangsgebäude, zweigeschossiger verputzter Massivbau, rundum überstehendes Walmdach mit Gauben, Gliederung durch Backsteinlisenen- und Werksteingesimse, Fenster in Werksteingewänden mit Überfangbögen aus Backstein;
  • Bahnwärterhaus (24a), kleiner Bau mit Giebelverbretterung, Krüppelwalmdach

Das Empfangsgebäude des Haltepunktes Stetten ist mit seiner Gestaltung ein charakteristisches Beispiel für einen Bahnhofsgebäude des späten 19. Jahrhunderts. Das zugehörige Bahnwärterhäuschen ist charakteristisch für den Bautypus. In regelmäßigen Abständen wurden damals kleine Gebäude zur Überwachung eines Streckenabschnitts errichtet, in denen ein Bediensteter dauerhaft wohnte. Der kleine Typenbau ist daher ein ebenso sprechendes Zeugnis der Eisenbahngeschichte wie das Empfangsgebäude.

97024863
( Wikidata)
Wohnhaus mit Garten und Einfriedung Basler Straße 28
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau in markanter Kopflage, Mansardwalmdach mit Gauben und Zwerchhaus, seitlich Treppenturm mit Mansard-Schopfwalmdach und aufgemalten Wappen, Eingangsloggia mit Bossenmauerwerk, Sandsteingliederungen, bauzeitliche Raumstruktur mit Ausstattung, Anfang 20. Jahrhundert

Das villenartige Gebäude bildet den Kopfbau einer Hauszeile mit städtebaulich wichtiger Wirkung im Straßenbild. Am Treppenturm sind gut sichtbar die Wappen der Stadt und der Hausbesitzer aufgemalt. Mit seiner Kubatur und Gestaltung ist das Anwesen ein charakteristisches Beispiel für die Stilbewegung bzw. den Jugendstil, der hier noch in Details von Formen des späten Historismus mitgeprägt ist. Mit der überlieferten Raumstruktur und wandfesten Ausstattung veranschaulicht das Anwesen gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse in der Industriestadt zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es ist wichtiges Zeugnis der Lörracher Stadtbauentwicklung und Architekturgeschichte.

95314674BW
Wohnhausgruppe mit Vorgärten und Einfriedung Basler Straße 30, 32, 34
(Karte)
Drei massive, verputzte Zeilenhäuser mit Mansarddächern, asymmetrische Baukörper mit Erker- und Risalitausbauten, bossierte Sockel, 1. Jahrzehnt 20. Jahrhundert

Die Baugruppe ist ein anschauliches Beispiel für den spekulativen Wohnbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Mit ihrer Kubatur, dem asymmetrisch-malerischen Fassadenaufbau und den Putzfassaden mit zurückhaltendem Dekor sind die Gebäude charakteristisch für die Reformarchitektur des frühen 20. Jahrhunderts in bewusster Abkehr vom späten Historismus. Sie dokumentieren die städtebauliche Entwicklung der Industriestadt wenige Jahre vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs und veranschaulichen bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse der Zeit.

95274413BW
Wohnhaus mit Gaststätte Basler Straße 38
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit einseitigem Drittelwalm und breitem Zwerchhaus, im Giebel Ovalfenster, Lisenengliederung, frühes 20. Jahrhundert

Das stattliche Anwesen ist mit seiner einfachen, an Vorbilder der Zeit um 1800 angelehnten Architektursprache ein charakteristisches Zeugnis der Reformarchitektur im frühen 20. Jahrhundert. Dabei zeigt die Dachform den Einfluss der Heimatschutzbewegung, knüpft der Bau doch mit seiner Kubatur und Gestaltung an regionale Traditionen im südlichen Oberrheingebiet an. Er dokumentiert die Lörracher Stadtentwicklung und Baugeschichte.

95275300BW
Wohnhaus mit Einfriedung und Eibe Basler Straße 44
(Karte)
Dreigeschossiger Bau, weitgehend massiv und verputzt, Satteldach mit geschweiftem Zwerchgiebel, Klinker- und Fachwerkdekor, Fenster in Werksteingewänden, Hauseingang mit Vordach und Schwebgiebel, Ende 19. Jahrhundert/um 1900

Das Gebäude ist Teil einer fast durchgängigen Zeilenbebauung mit zugehörigen Vorgartenzonen, die entsprechend der für die Bebauung erlassenen Vorschriften angelegt wurden. Es steht mit seiner Architektur gestalterisch am Übergang vom späten Historismus mit zeittypisch neurenaissancen Festerfassungen und Zwerchgiebel zum Jugendstil, wie das Zierfachwerk im 2. Obergeschoss mit seinen geschwungenen Streben ausweist. Es handelt sich um ein anschauliches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte in der Zeit um 1900.

95275302BW
Villa mit Garten und Einfriedung Basler Straße 61
(Karte)
Freistehender, zweigeschossiger verputzter Massivbau, hohes Mansardwalmdach mit Gauben und Zwerchhäusern, Gliederung durch breite genutete Lisenen, an südl. Schmalseite Balkon, Hauseingang mit Pilastern und halbrundem Oberlicht, darüber Maskenmedaillon, Einfriedung mit schmiedeeisernem Zaun zwischen genuteten Pfeilern, wohl 1920er-Jahre

Das stattliche, in einem umgebenden Garten freistehende Gebäude ist ein anschauliches und qualitätvolles Beispiel für eine große, repräsentative Unternehmervilla des frühen 20. Jahrhunderts, die etwa zwischen 1910 und 1925 entstanden sein dürfte. Mit ihrer Kubatur und der an Bauten der Zeit um 1800 angelehnten Architektur ist sie ein aussagekräftiger Vertreter der Reformarchitektur. Das gehobene Bürgertum und die Unternehmer schätzten bis zu Beginn der 1930er-Jahre barockisierende Bauten im Stil von Landhäusern des 18. Jahrhunderts als Ausweis ihres errungene gesellschaftlichen Status. Das Anwesen ist damit ein wichtiges Zeugnis der Lörracher Architektur-, Stadtbau.- und Sozialgeschichte.

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Hofanlage Basler Straße 78 a, 78
(Karte)
Wohl Fabrik, bestehend aus:
  • Wohnhaus, traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau unter flach geneigtem Satteldach mit Gauben, verzierter Konsoltraufgesims aus Holz, Fenster in einfachen Rechteckgewänden, Beletagefenster mit ornamentierten Terrakottagebälken und Kopfgesimsen, Erschließung über nördl. Giebelseite, um 1850 mit Veränderungen um ca. 1870;
  • Rückgebäude, wohl Produktions- und Lagerbau, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit breitem Giebel, darin querovaler Okulus, Gliederung durch Sohlbankgesimse, einfache Rechteckfenster, im Erdgeschoss mit Keilsteinen im Sturz, wohl um 1910;
  • Vorgarteneinfriedung mit Sandsteinpfeilern

Bei dem Anwesen dürfte es sich um einen historischen Fabrikkomplex handeln. Das Wohnhaus mit der zugehörigen Vorgarteneinfriedung gehört stilistisch in die Zeit des späten Klassizismus und wird wohl um 1850 errichtet worden sein, wobei es wohl in den 1870er-Jahren zu einer Überformung der Fassade mit dem aufgelegten, reich verzierten Konsoltraufgesims gekommen ist. Das große rückwärtige Gebäude hingegen, gibt sich zwar klassizistisch, zeigt aber in den Details, dass es erst um 1910 errichtet wurde und ist damit ein charakteristischer Vertreter der Reformarchitektur, die bevorzugt auf Vorbilder der Zeit um 1800 zurückgriff. Die Baugruppe ist Zeugnis der Lörracher Stadtbau- und Wirtschaftsgeschichte im 19. und frühen 20. Jahrhundert.

95275305BW
Villa bzw. Haus Say-Währer mit Garteneinfriedung Basler Straße 80
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau und Walm- und Satteldächern mit Gauben, Seitenrisalite mit Ecklisenen, mittig dreiteilige Fenstergruppen mit Werksteingewänden, an einer Schmalseite hölzerner Wintergartenvorbau, mit Backsteinen ausgefacht, mit Schnitzereien und Laubsägedekoren an der Eingangsloggia sowie Ätzglasscheiben, bauzeitliches beschnitztes Türblatt, historische wandfeste Ausstattung, errichtet von dem Zimmermeister Jakob Müller zwischen 1862 und 1867 (a)

Das stattliche Anwesen wurde von dem Zimmermeister Jacob Müller erbaut und dokumentiert den gehobenen Wohnanspruch des Handwerksmeisters, der sich hier einen der frühen Lörracher Villenbauten errichten ließ. Mit den beiden Seitenrisaliten und den hohen beidseitigen Walmdächern rezipiert der Bau französische Villen der Zeit. Seine Details sind dezidiert historistisch und von Neurenaissanceformen beeinflusst, allerdings nicht wie bei den etwa zeitgleichen öffentlichen bzw. behördlichen Neubauten in italianisierenden Formen, sondern eher von der Renaissance nördlich der Alpen beeinflusst. Die überlieferten wandfesten Ausstattungselemente veranschaulichen gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. 1895 verkauften Müllers Erben das Anwesen an den Eisengießerei-Besitzer Albert Say aus Lörrach-Stetten, der damals eine Villa für seinen Ruhestand suchte. Das Anwesen ist wichtiges Zeugnis der Lörracher Villenkultur im 19. Jahrhundert und dokumentiert die Architektur-, Bau- und Sozialgeschichte der seinerzeit aufstrebenden jungen Industriestadt.

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Gasthaus Louis Renaux Basler Straße 90
(Karte)
Seit 1909 Zum Kranz, dreigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Aufschiebling, einseitigem Halbwalm und Fachwerkzwerchhaus unter abgewalmtem Satteldach, Eckquaderung, 2. Obergeschoss mit ornamentierter Pilastergliederung, Fachwerkgiebel, im Erdgeschoss große Rundbogenfenster, Hauseingang mit Voluten-Schulterbogen, gerahmt von Pilastern, im Sturz Baudatum und Wappenschild mit Initiale L, reich beschnitztes Türblatt mit vergittertem Zwillingsfenster, Neubau anstelle eines Vorgängers für Ludwig Renaux, 1903 (i)

Das Gasthaus Zum Kranz, seit 1909 unter diesem Namen geführt, zählt zu den Traditionswirtschaften Lörrachs. Gegründet wurde es bereits 1872 durch einen gewissen Herrn Mangold, der damals die Schankwirtschaftskonzession vom Großherzoglichen Bezirksamt erwarb. Bereits 1877 ging das Lokal in den Besitz von Ludwig Renaux über, der 1903 den Neubau in zeittypisch späthistoristischen Bauformen mit engen Bezügen zur regionalen Architektur des Spätmittelalters bzw. der Renaissance errichten ließ. Letztere sollten den altdeutschen Charakter unterstreichen, wie er damals von einem gutbürgerlichen Gasthaus erwartet wurde. Das qualitätvolle gestaltete Gebäude, das ursprünglich auch noch Fassadenmalereien mit historischen Figuren zierten, ist ein wichtiges Zeugnis der Architektur um 1900 in Lörrach und hat stadt- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung.

95275309BW
Wohnhaus mit Garteneinfriedung Basler Straße 108
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Gauben, Beletagefenster auf durchlaufendem Sohlbankgesims und mit Kopfgesimsen, Hauseingang in profiliertem Gewände mit Kopfgesims, 3. Viertel 19. Jahrhundert

Das Gebäude dokumentiert die Zeilenbebauung entlang der Basler Straße und damit die Stadterweiterung in der Gründerzeit. Nach einheitlichen Vorgaben mussten die Häuser in Zeilenbauweise und mit Vorgärten errichtet werden. Als Bauherren dürften wie so oft in jener Zeit Investoren aufgetreten sein, Lörracher Bürger, aber auch Bauunternehmer. Mit seiner Architektur ist es charakteristisch für die einfacheren, kleinstädtischen Gründerzeitbauten am Übergang vom späten Klassizismus zur Neurenaissance. Das Wohnhaus ist damit Zeugnis der Stadtbau- und Sozialgeschichte.

95275311BW
Wohnhaus Basler Straße 110
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Gaubenreihe, genutetes Erdgeschoss und genutete Eckpilaster, Beletagefenster mit Gebälken und Kopfgesimsen, 3. Viertel 19. Jahrhundert

Das Gebäude dokumentiert die Zeilenbebauung entlang der Basler Straße und damit die Stadterweiterung in der Gründerzeit. Nach einheitlichen Vorgaben mussten die Häuser in Zeilenbauweise und mit Vorgärten (hier nicht erhalten) errichtet werden. Als Bauherren dürften wie so oft in jener Zeit Investoren aufgetreten sein, Lörracher Bürger, aber auch Bauunternehmer. Mit seiner Architektur ist es charakteristisch für die einfacheren, kleinstädtischen Gründerzeitbauten am Übergang vom späten Klassizismus zur Neurenaissance. Das Wohnhaus ist damit Zeugnis der Stadtbau- und Sozialgeschichte.

95275312BW
Wohnhaus Basler Straße 112
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, axialsymmetrische Fassade mit rustizierten Ecklisenen und Horizontalgesimsen, Beletagefenster mit Gebälken und Kopfgesimsen, 3. Viertel 19. Jahrhundert

Das Gebäude dokumentiert die Zeilenbebauung entlang der Basler Straße und damit die Stadterweiterung im 3. Viertel des 19. Jahrhunderts an der nach Süden führenden Ausfallstraße. Nach einheitlichen Vorgaben mussten die Häuser in Zeilenbauweise errichtet werden. Als Bauherren dürften wie so oft in jener Zeit Investoren aufgetreten sein, Lörracher Bürger, aber auch Bauunternehmer. Mit seiner Architektur ist das Haus charakteristisch für den späten Klassizismus. Das Wohnhaus ist damit Zeugnis der Stadtbau- und Sozialgeschichte.

95275313BW
Wohnhaus mit Garteneinfriedung Basler Straße 114
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit zwei Gauben, Gliederung durch genutete Lisenen und Gesimse, Beletagefenster mit Kopfgesimsen, 3. Viertel 19. Jahrhundert

Das Gebäude dokumentiert die Zeilenbebauung entlang der Basler Straße und damit die Stadterweiterung im 3. Viertel des 19. Jahrhunderts an der nach Süden führenden Ausfallstraße. Nach einheitlichen Vorgaben mussten die Häuser in Zeilenbauweise errichtet werden und erhielten jeweils einen Vorgarten, von dem hier die schmiedeeiserne Einfriedung in Teilen überliefert ist. Als Bauherren dürften wie so oft in jener Zeit Investoren aufgetreten sein, Lörracher Bürger, aber auch Bauunternehmer. Mit seiner Architektur ist das Haus charakteristisch für den späten Klassizismus der beginnenden Gründerzeit. Es ist baugleich zu seinen Nachbargebäuden, die optisch durch genutete Lisenen voneinander getrennt sind. Das Wohnhaus ist damit Zeugnis der Stadtbau- und Sozialgeschichte.

95275314BW
Wohnhaus Basler Straße 116
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit drei Gauben, Gliederung durch genutete Lisenen und Gesimse, Beletagefenster mit Kopfgesimsen, 3. Viertel 19. Jahrhundert

Das Gebäude dokumentiert die Zeilenbebauung entlang der Basler Straße und damit die Stadterweiterung im 3. Viertel des 19. Jahrhunderts an der nach Süden führenden Ausfallstraße. Nach einheitlichen Vorgaben mussten die Häuser in Zeilenbauweise errichtet werden. Als Bauherren dürften wie so oft in jener Zeit Investoren aufgetreten sein, Lörracher Bürger, aber auch Bauunternehmer. Mit seiner Architektur ist das Haus charakteristisch für den späten Klassizismus der beginnenden Gründerzeit. Es ist baugleich zu seinen Nachbargebäuden, die optisch durch genutete Lisenen voneinander getrennt sind. Das Wohnhaus ist damit Zeugnis der Stadtbau- und Sozialgeschichte.

95275315BW

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Untere Villa Aichele Basler Straße 120
(Karte)
Villenanwesen, 1939 bis 1945 Gestapo-Quartier, bestehend aus:
  • Villa, freistehender, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Mezzanin, flaches Walmdach, Erdgeschoss mit Nutungen und Eckquaderung, Obergeschoss mit genuteten Ecklisenen, flacher, genuteter Mittelrisalit mit Hauseingang, Mezzanin mit Schmuckfeldern, abschließender Konsolkranzgesims, Erdgeschossfenster in profilierten Segmentbogengewänden, Beletagefenster auf profiliertem Solbankgesims mit Gebälken und Kopfgesimsen, zweiläufige Freitreppe, Hauseingang in profiliertem Segmentbogengewände, bauzeitliches Türblatt mit Oberlicht, erbaut für KBC-Geschäftsführer Albert Aichele, 1861 (a);
  • Nebengebäude mit Remise, Stallungen und Kutscherwohnung, langgestreckter, mehrgliederiger Massiv- und Fachwerkbau von zwei Geschossen mit vorgesetztem Turmbau unter steilem Walmdach, Sattel-, Mansard- und Walmdächer, Ende 19. Jahrhundert;
  • Park und Einfriedung

Die untere Villa Aichele zählt zu den überlieferten wichtigen Fabrikantenvillen, die für Gesellschafter der KBC Manufaktur Koechlin, Baumgartner & Cie. errichtet wurden. Der Bauherr, Albert Aichele, war 1832 bis 1882 Geschäftsführer der für die Lörracher Industrialisierungs- und Wirtschaftsgeschichte zentralen Stoffdruckerei. Die Villa erhebt sich als zweigeschossiger kubischer Baukörper mit Mezzanin unter flachem Walmdach inmitten eines Parks. Ihre Architektur ist charakteristisch für die Entstehungszeit in den 1860er-Jahren und markiert den Übergang vom späten Klassizismus zur italianisierenden Neurenaissance der frühen Gründerzeit. Zugehörig zum Anwesen ist ein langgestreckter Trakt für Remisen, Kutscherwohnung, Stallungen Waschküche und andere Versorgungs- und Ökonomieeinrichtungen des großbürgerlichen Anwesens. In dem Villenbau manifestierte sich Aicheles gesellschaftlicher Aufstieg zu einem der führenden Honoratioren in der Stadt. In Anlehnung an den Adel suchte sich das Bürgertum repräsentative Wohnsitze im Stil von Landhäusern zu schaffen, welche den neuen Rang zur Schau stellten. Die untere Villa Aichele ist damit ein zentrales Zeugnis der Lörracher Villenkultur im 3. Viertel des 19. Jahrhunderts und dokumentiert gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse sowie die Villenarchitektur am Beginn der Gründerzeit in Baden. Zeitgeschichtliche Bedeutung erhält sie durch ihre Funktion unter der nationalsozialistischen Diktatur als Sitz der Gestapo 1939 bis 1945. Hier wurden Regimegegner gefoltert und im Park ermordet.

96594535

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Obere Villa Aichele mit Aichele-Park Basler Straße 122
(Karte)
Villenanwesen, erbaut für Nicolas Koechlin, evtl. nach Plänen von Frédéric Louis de Rutté, Mühlhausen, 1861 (a), im Besitz der Familie Aichele, 1906 bis 1937 (a), ab 1945 (a) Sitz der französischen Militärregierung, seit 1955 (a) städtisch, bestehend aus:
  • Villa, freistehender, eingeschossiger verputzter Massivbau mit Eckquaderung, Mansarddach mit reich gestalteten Gauben, hoher Kellersockel, nach Norden zwei Seitenrisalite, dazwischen Vordach mit Vorfahrt, flache genutete Risalite an den Schmalseiten, nach Süden Mittelrisalit mit vorgelegter, überdachter Terrasse mit Freitreppe;
  • Park mit historischer Wegführung und altem Baumbestand sowie Einfriedung mit aufwändig gestaltetem Tor, öffentlich zugänglich seit 1959 (a)

Die Obere Villa Aichele, eigentlich Villa Koechlin, ist eine der bedeutendsten Fabrikantenvillen der frühen Gründerzeit in Lörrach und darüber hinaus. Errichtet wurde sie für den Gesellschafter der KBC Manufaktur Koechlin, Baumgartner & Cie., welche für die frühe Industrie- und Wirtschaftsentwicklung Lörrachs eine herausragende Rolle spielte. Sie unterscheidet sich stilistisch von der benachbarten Unteren Villa Aichele (Nr. 120), die noch deutlich dem späten Klassizismus verpflichtet ist, durch ihre rein neubarocke Gestalt. Das verweist deutlich auf französische Vorbilder, die wiederum von adeligen Landsitzen des 18. Jahrhunderts inspiriert waren. Es ist anzunehmen, dass der Bauherr, Nicolas Koechlin d. J., den im elsässischen Mühlhausen (Mulhouse) ansässigen Architekten Frédéric Louis de Rutté mit dem Entwurf beauftragte, war dieser doch mehrfach für die Familie, die auch in Mühlhausen über einen Industriebetrieb verfügte, tätig. Das Gebäude war 1906 bis 1937 im Besitz der Familie Aichele, von der es den Namen übernahm und diente nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs als Sitz der französischen Militärregierung. Das seit 1955 im Besitz der Stadt befindliche Anwesen vermittelt anschaulich, wie sich der neue Fabrikantenadel in seiner errungenen gesellschaftlichen Stellung zu inszenieren suchte. Die Villa dokumentiert mit dem zugehörigen obligatorischen Park großbürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse des gründerzeitlichen Unternehmertums und ist als sehr früher reiner Neubarockbau in Südbaden ein wichtiges Zeugnis der Lörracher Architektur-, Bau- und Sozialgeschichte.

96594543
Hofanlage Basler Straße 132, 134
(Karte)
Vierflügelanlage, bestehend aus:
  • Wohn- und Geschäftshaus (Nr. 132), zweigeschossiger verputzter Massivbau, flach geneigtes Satteldach mit Gauben, reich gestalteter, pilastergegliederter Ladenzone im Erdgeschoss, Fenster darüber mit Solbänken auf Konsolen und Keilsteinen im Sturz, hofseitig Laubengang, Ende 19. Jahrhundert, im Kern wohl älter;
  • Wohn- und Geschäftshaus (Nr. 134), zweigeschossiger verputzter Massivbau unter Satteldach mit einseitigem Schopfwalm, einfache Rechteckfenster, rundbogiges Kellerportal zum Hof, verbretterte Laube zum Hof mit Holztreppe, wohl 18. Jahrhundert, Ladenzone mit gerundeten Fenstern, Anfang 20. Jahrhundert;
  • zwei Seitenflügel bzw. Nebengebäude, zweigeschossig, an Nr. 132, mittels mit Laubengang, 18./19. Jahrhundert;
  • Rückgebäude (Adlergässchen), traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Aufschiebling, 1837 (i)

Das stattliche Anwesen aus verschiedenen Gebäuden dokumentiert eindrücklich ein großes bürgerliches Anwesen des 18. bis 20. Jahrhunderts mit sich im Lauf der Zeit ändernden Funktionen. Ursprünglich wohl ein Weinbauerngehöft, erhielten die Gebäude zur Basler Straße im späteren 19. und frühen 20. Jahrhundert Ladeneinbauten. Die beiden Vorderhäuser und ein Seitentrakt weisen zum Hof hin Laubengänge auf. Das Anwesen veranschaulicht vormoderne und gründerzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse in der badischen Oberamts- und Bezirksamtsstadt und ist ein hauskundlich bemerkenswertes Zeugnis der Stadtbau- und Siedlungsgeschichte am südlichen Ausgang des alten Stadtkerns.

104045583BW
Wohnhaus Basler Straße 136
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Gauben, Fenster in einfachen Rechteckgewänden, Nischeneingang mit Keilstein im Sturz und Freitreppe, rückseitig rundbogiges Kellerportal, im Inneren wandfeste Ausstattung wie Riemenböden, Parkettböden, Wandtäfer, ältere Türen mit Beschlägen, 18. und spätes 19. Jahrhundert, im Flur dekorativer Fliesenboden, Ende 19. Jahrhundert, bepflasterter Keller mit Holz- und Sandsteinstützen, erbaut im 18. Jahrhundert, modernisiert, u. a. Dachausbau mit Gauben, Ende 19. Jahrhundert

Das barockzeitliche Zeilenhaus ist ein charakteristisches Beispiel für die frühneuzeitliche Wohnbebauung, welche die Lörracher Innenstadt und besonders die Hauptdurchgangsstraße bis heute in Teilen prägt. Es veranschaulicht mit seinen überlieferten, teils hochwertigen wandfesten Ausstattungen stadtbürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse der Frühen Neu- und der Gründerzeit. Es ist wichtiges Zeugnis der Stadtbaugeschichte und historischen Siedlungsstruktur Lörrachs.

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Museumsbrunnen Basler Straße 138
(Karte)
Als Wandbrunnen aufgestellter Laufbrunnen, reich gegliederter Brunnentrog vor einer Wand mit rundbogiger Vertiefung, aus der das Wasserrohr hervor ragt, Trog aus Solothurner Weißjurakalkstein aus dem Bruch des Steinsägers Urs Bargetzi aus Solothurn, bez. 1882

Der Brunnen dokumentiert die historische Wasserversorgung Lörrachs und gehört zu einer ganzen Reihe von Brunnen in Lörrach, die im Lauf des 19. Jahrhunderts aus von der Steinhauerfirma des Marmorierers Urs Bargetzi in Solothurn geliefert wurde. Charakteristisch ist der längliche polygonale Trog, der sich nach unten verjüngt.

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Dreiländermuseum Basler Straße 143
(Karte)
Ehem. Tabakfabrik, ab 1761 Pädagogium, 1883 bis 1960 Gymnasium (seit 1977 Museum, seit 2012 Dreiländermuseum), spätbarocker, dreigeschossiger, verputzter Massivbau über L-förmigem Grundriss, überkragendes Walmdach, Gliederung durch genutete und flache Lisenen sowie Stockwerksgurte, Segmentbogenfenster mit Schlagläden, rundbogiges Nischenportal mit Treppe, als Tabakfabrik erbaut durch Anton Schrotz, 1755 (a), Umbau zum Schulhaus 1761 (a)

Der stattliche, stadtbildprägende Bau nahe der evangelischen Pfarrkirche (Nr. 145) wurde 1755 als Tabakfabrik errichtet und zählt damit zu den ältesten überlieferten Industriebauten in Baden-Württemberg. Der Tabakanbau spielte am Oberrhein seit dem 17. Jahrhundert eine zunehmend bedeutende Rolle. Errichtet wurde der Komplex unter Leitung des markgräflich-badischen Werkmeisters Anton (Anthony) Schrotz (1701 bis 1762). Er dokumentiert dabei die Bemühungen des Markgrafen Carl Friedrich von Baden-Durlach um die Ansiedlung von Manufakturen in Lörrach und Umgebung, die maßgeblich von dem Landvogt Gustav Tabakfabrik wie so manches Manufakturunternehmen der Zeit nicht sehr lange und wurde bereits 1761 durch die Stadt als Schulhaus für das Pädagogium übernommen und umgebaut. Zeittypisch ist die strenge Gliederung des Barockbaus durch – weitgehend – genutete Lisenen, Stockwerksgesimse und Segmentbogenfenster. Das Gebäude hat wichtigen Stellenwert für das Schaffen von Schrotz wie auch für die Wirtschafts- und Bildungsgeschichte Lörrachs in der Frühen Neuzeit. Hier wirkte der Dichter Johann Peter Hebel (1760 bis 1826) in seiner Lörracher Zeit 1783 bis 1791 als Präzeptoratsvikar.

98761598
( Wikidata)

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Ev. Stadtkirche Lörrach (St. Johannes) Basler Straße 145
(Karte)
Erhöht gelegener massiver verputzter Saalbau mit Satteldach und zwei östlichen Flankentürmen mit flach geneigtem Pyramidendächern, nach Südwesten über Eck gestellter Turm mit Eckquaderung, Pyramidendach, Ostfassade mit hohem, tiefem Blendbogen, darin Haupteingang mit dorischen Säulen, darüber dreiteiliges Fenster, Freitreppe, sonst zweigeschossiger Fassadenaufbau in hohen Blendbögen, Konsoltraufgesims, Seitenportale mit Kopfgesimsen auf Konsolen, im Inneren flach gedeckter Predigtsaal mit vierseitig umlaufende Emporen auf dorischen Säulen, Kanzelwand mit Orgel, im Turm Taufkapelle (seit 1963) mit Sternrippengewölbe, Südwestturm errichtet 1517 (i); Neubau Langhaus nach Entwurf von Wilhelm Frommel unter Leitung von Christoph Arnold, 1815 bis 1817 (a)

Die evangelische Stadt- bzw. Johanneskirche setzt mit ihrer erhöhten Lage und ihrer monumentalen Eingangsfront einen markanten Akzent im Bild der alten Lörracher Hauptdurchgangsstraße. Sie ist ein äußerst anschauliches und selten vollständig überliefertes Beispiel einer klassizistischen Stadtpfarrkirche aus dem 1. Viertel des 19. Jahrhunderts. Entworfen 1813 durch Landbaumeister Wilhelm Frommel (1759 bis 1837) und ausgeführt 1815 bis 1817 durch den Weinbrenner-Schüler Christoph Arnold (1779 bis 1844), ist sie mit ihrer Architektur ein Paradebeispiel für den von Friedrich Weinbrenner und seinen Schülern bzw. Mitarbeitern in der großherzoglichen Bauverwaltung nachhaltig geprägten Staatsklassizismus Badens, der sich u. a. in einheitlichen, aber doch je nach Bedürfnissen, variablen Mustern für Sakralbauten äußerte. Die Haupteingangsfront zeichnet beispielsweise ein monumentaler Überfangbogen aus, in dem sich die Portal- und Fensterarchitektur dorischer Ordnung entwickelt, während die Längsseiten eine charakteristische Gliederung hoher Bögen mit zweigeschossig angeordneten Fenstern – entsprechend der Innenaufteilung des Predigtsaales mit einer umlaufenden Empore – prägt. Aus Kostengründen wurde der spätmittelalterliche Kirchturm des Vorgängerbaus von 1517 – ursprünglich St. Peter und Paul geweiht –, dessen Erdgeschoss ein für die Entstehungszeit typisches Netzrippengewölbe auszeichnet, in den Neubau übernommen. Dieser ist mit dem auf eine Kanzelwand mit darüber gelegener Orgel ausgerichteten Predigtsaal zeittypisch für den evangelischen Kirchenbau in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts in Tradition barocker Predigträume dieser Art. Die evangelische Johanneskirche ist damit ein wichtiges Zeugnis für die Entwicklungen im evangelischen Sakralbau Badens am Ausgang der Vormoderne und die klassizistische Architektur im Großherzogtum unter Weinbrenners Einfluss. Nicht zuletzt dokumentiert sie die Stadt- und Kirchengeschichte Lörrachs seit dem Mittelalter.

95275322
( Wikidata)
Gesamtanlage Burghof Basler Straße 143, 145, 147; Burghof
(Karte)
gem. Satzung vom 03.11.1969. 106177974BW
Gasthaus zum schwarzen Bären Basler Straße 146
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Bruchsteinbau mit leicht geknickter Fassade, flach geneigtes Satteldach, Fenster in einfachen Reckteckgewänden, vollplastische Auslegerfigur eines Bären, farbig gefasst, historischer Schriftzug aus Putz, Nischeneingang, historische Fensterverglasung der Wirtsstuben, spätes 18./frühes 19. Jahrhundert, seit 1749 (a) Gasthaus

Das Gasthaus Zum schwarzen Bären ist mit seiner Bauweise und Traufständigkeit charakteristisch für die historische Zeilenbebauung in der einstigen Hauptdurchgangsstraße des alten Lörracher Stadtkerns. Es datiert vielleicht noch ins späte 18., in jedem Fall aber in das frühe 19. Jahrhundert und zeigt ein frühklassizistisches Gesicht. Als Gasthaus ist das Gebäude seit 1749 belegt, als hier Jakob Sütterlin das neunte Wirtshaus der Stadt eröffnete, das ab 1863 auch Brauerei war. Blickfang ist die große, vollplastische Bärenfigur, die auf die Funktion und den Namen des Hauses verweist, das ein anschauliches Beispiel für einen großen vormodernen Gasthof ist, in dem Fuhrleute und Reisende auf dem Weg nach und von Basel kommend Unterkunft fanden. Das Anwesen ist damit wichtiges Zeugnis der Stadtbau-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte der einstigen badischen Amtsstadt.

95275323BW
Ev. Pfarrhof Lörrach Basler Straße 147
(Karte)
Bestehend aus:
  • ev. Pfarrhaus, traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau unter Halbwalmdach mit Aufschiebling, Gliederung durch Ecklisenen und Gurtband, Fenster in einfachen Rechteckgewänden, mittiger Nischeneingang in profiliertem Gewände mit Keilstein, darüber Wappen der Stadt Lörrach, um 1759/60;
  • Pfarrgarten;
  • verputzte Einfriedungsmauer

Der evangelische Pfarrhof entstand im Zusammenhang mit einer baulichen Neuordnung des Areals um den alten Burghof um die Mitte des 18. Jahrhunderts, als hier ein markgräfliches Verwaltungszentrum geschaffen wurde. Das zur alten Hauptdurchgangsstraße traufständige Gebäude des Pfarrhauses ist mit seiner Kubatur beispielhaft für barockzeitliche Pfarrsitze in der Markgrafschaft Baden und veranschaulicht mit dem zugehörigen obligatorischen Pfarrgarten Wohn- und Lebensverhältnisse eines Ortsgeistlichen und seiner Familie in der Frühen Neuzeit. Es ist als einstiger Verwaltungsmittelpunkt der 1102 erstmals belegten Pfarrei wichtiges Zeugnis der Stadt- und regionalen Kirchengeschichte.

96594809BW

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Stadtbibliothek Basler Straße 152
(Karte)
Ehem. Warenhaus Knopf, dreigeschossiger Sichtbetonbau in Ecklage, überstehendes Mansarddach mit (neuen) Segmentbogengauben, abgeschrägte Ecke im Erd- und 1. Obergeschoss mit halbrundem Erker, 1. und 2. Obergeschoss mit kolossaler Pilastergliederung, im Erdgeschoss Ladeneingang über Eck und Schaufenster in Blendkorbbögen, erbaut nach Entwurf von Architekt Philipp Walther für Sally Knopf, Freiburg, 1909/10 (a)

Das stattliche Eckhaus ist ein anschauliches Beispiel für ein kleinstädtisches Warenhaus des frühen 20. Jahrhunderts. Es ist mit seinen klassizistierenden Repräsentationsformen zeittypisch für Geschäftsbauten des Reformstils. Entworfen wurde der Bau für den Warenhausbesitzer Sally Knopf, der bereits 1899 ein Kaufhaus in Lörrach eröffnet hatte, von dem Freiburger Architekten Philipp Walther. Es bildet den ersten Beton- bzw. sogar Sichtbetonbau in Lörrach und war damit seinerzeit äußerst modern. Dabei fällt der seinerzeit übliche, noch handwerkliche Umgang mit dem neuen Baumaterial auf. Das Warenhaus Knopf ist wichtiges Zeugnis der Architektur- und Stadtbaugeschichte Lörrachs und hat als einstiges Kaufhaus eines in den 1930er-Jahren von den Nationalsozialisten boykottierten und schließlich zwangsarisierten jüdischen Geschäftshauses Bedeutung für die Wirtschafts- und Stadtgeschichte im 1. Drittel des 20. Jahrhunderts.

95275735
( Wikidata)
Wohn- und Geschäftshaus Basler Straße 156
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit flach geneigtem Satteldach, Gliederung durch profilierte Sohlbankgesimse, Fenster in profilierten Gewänden mit Kopfgesimsen, Erdgeschosszone mit genuteten bzw. lannelierten Pilastern, Gauseingang mit beschnitztem, verglastem zweiflügeligem Türblatt und Oberlicht, 3. Viertel 19. Jahrhundert, Ladenfront wohl Ende 19. Jahrhundert

Das Wohn- und Geschäftshaus dokumentiert, wie die traditionelle traufständige Bebauung in der Lörracher Innenstadt im 3. Viertel des 19. Jahrhunderts tradiert wurde. Die strenge Gliederung der Fassade ist charakteristisch für den späten Klassizismus am Übergang von der Biedermeier- zur Gründerzeit. Die reich gestaltete Ladenzone dürfte zu Ende des 19. Jahrhunderts in zeittypischen Neurenaissanceformen geschaffen worden sein. Das Haus ist damit Zeugnis der Lörracher Stadtbau- und Architekturgeschichte.

95313913BW

Kronenbrunnen Basler Straße 157
(Karte)
Laufbrunnen, bestehend aus Brunnentrog sowie Brunnenstock, Brunnenstock mit Postament und schlanker Säule, von einer Vase bekrönt, Trog aus Solothurner Weißjurakalkstein aus dem Bruch des Steinsägers Urs Bargetzi, Solothurn, urspr. bez. 1827, im Auftrag des Bürgermeisteramts Lörrach hergestellt 1827 (a, i)

Der Laufbrunnen ist ein anschauliches Zeugnis der vormodernen Wasserversorgung Lörrachs und dokumentiert die Ausstattung des Stadtraums mit teils repräsentativ gestalteten klassizistischen Brunnenanlagen im Lauf des 19. Jahrhunderts. Gearbeitet wurde er von der Solothurner Steinhauerfirma des Marmorierers Urs Bargetzi, der nicht nur Lörrach, sondern auch viele andere Orte der Region mit seinen Brunnen belieferte.

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Wohn- und Geschäftshaus Glünkin (heute Café) Basler Straße 157
(Karte)
Viergeschossiger, asymmetrischer Baukörper mit reich gegliederter Hausteinfassade aus fränkischem Muschelkalk in Ecklage, geschweifte Giebel, im 2. und 3. Obergeschoss polygonaler Eckerker mit Konsolköpfen am Dachansatz, große Schaufenster im 1. und 2. Obergeschoss, teils noch mit bauzeitlicher Sprossierung, Balkon mit schmiedeeisernem Geländer, am Eck Bossenquader und Kartusche mit Bauinschrift, errichtet nach Entwurf von Architekt Rudolf Schmid, Freiburg, 1903 (i)

Das stattliche Eckgebäude zeigt mit seiner zweigeschossigen Ladenzone, seinen Dimensionen und seiner Architektur großstädtisches Format und setzt einen markanten Akzent im Straßenbild. Es ist mit seiner anspruchsvollen Fassadengestaltung in Haustein ein qualitätvoller Vertreter des Jugendstils in Lörrach und beispielhaft für einen städtischen Geschäftsbau des frühen 20. Jahrhunderts, der den Aufschwung und die bauliche Innenentwicklung der Industriestadt in der wilhelminischen Kaiserzeit illustriert. Dabei zeigt sich, wie der Jugendstil traditionsreiche Stilelemente – hier des Barock – aufgriff, aber völlig eigenständig und neu umformte und interpretierte. Das Gebäude ist wichtiges Zeugnis der Architektur- und Stadtbaugeschichte Lörrachs und von Bedeutung für das Werk des Freiburger Architekten Rudolf Schmid (1868 bis 1947).

95314016

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Gasthaus Meyerhof (Riegeler Bierablage) Basler Straße 162
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Aufschiebling, Gauben und einseitigem Schopfwalm, zwei Zwerchgiebel in Zierfachwerk mit Schopfwalmen, mittig Zwerchgiebel mit Schweifwerk und Voluten, hier halbe Welsche Haube, darunter Wappenmalerei, Beletagefenster mit Kopfgesimsen über ornamentierten Gebälken, am Eck Statue des Königs Gambrinus, auf der Nordseite mit dem Nachbarhaus Basler Straße 164 verbundener Torbogen mit Giebel, darin zwei Wappenschilde, im Kern spätes 18./frühes 19. Jahrhundert, Umbau durch Johann Griesser-Sutter, 1894 (a)

Das Gebäude zählt mit seiner Traufständigkeit zu den charakteristischen Zeilenbauten der Frühen Neuzeit im alten Stadtzentrum von Lörrach und dürfte im Kern mindestens ins frühe 19. Jahrhundert oder gar ins 18. Jahrhundert datieren. Es war als Gasthaus Adler seit 1726 belegt und wurde mit der Übernahme durch die Riegeler Brauerei Meyer 1890 in „Meyerhof“ umbenannt. 1894 erfolgte ein repräsentativer Umbau des Gasthauses durch den Architekten Johann Griesser-Sutter in späthistoristischen Formen, die zum Ziel hatte, mittels deutscher Neurenaissanceformen den für Wirtshäuser erwünschten, altdeutschen Charakter zu schaffen, um so traditionsreiche Gastlichkeit und Gemütlichkeit zu inszenieren. Dazu zählt auch die im Historismus sehr beliebte Figur des sagenhaften Königs Gambrinus als Symbol für die glücklichen Zecher, der den Vorbeikommenden mit erhobenem Weinpokal zuprostet und hier passend zur Fassade in Renaissancegewandung des 16. Jahrhunderts erscheint. Das Gebäude ist damit ein anschauliches Beispiel eines traditionsreichen, alteingesessenen Gasthofes an der historischen Hauptdurchgangsstraße Lörrachs und hat Bedeutung für die Stadtbau- und Wirtschaftsgeschichte. Nicht zuletzt dokumentiert es die Tätigkeit des in Lörrach mehrfach tätigen Architekten Griesser-Sutter.

95314018

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Wohn- und Geschäftshaus Zum Schwanen Basler Straße 163
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger Massivbau, Satteldach mit Ovalgauben, aufwendige Hausteinfassade in Rotsandstein, gegliedert durch komposite Kolossalpilaster und Lisenen, abgeschlossen durch breiten Giebel mit Lisenengliederung und Segmentbogenabschluss, seitlich Obeliskaufsätze, im 1. Obergeschoss mittig Balkon, Seitenachse mit reich gestaltetem Hauseingang mit Sprenggiebel und querovalem Oberlicht, darüber halbrund vortretender Erker mit Segmentbogengiebel, errichtet nach Entwurf von Rudolf Schmid für Friedrich Asal, 1904 (i, a)

Das Haus Zum Schwanen wurde für den Inhaber des Wohn- und Textilgeschäftes Asal, Friedrich Asal, nach Entwürfen des renommierten Freiburger Architekten Rudolf Schmied (1868 bis 1947) errichtet. Es ist bezeichnend, dass sich Lörracher Geschäftsleute (vgl. Basler Straße 157) einen Großstadtarchitekten für ihre Bauprojekte holten. Das großzügig dimensionierte Wohn- und Geschäftshaus, das seinen städtebaulich dominanten Akzent an der weiten Fläche des Alten Marktes setzt, zeigt mit seiner Größenordnung und der aufwändigen Fassadengestaltung charakteristisch großstädtisches Format. Schmid entwarf einen Bau in Formen des Neubarock, der allerdings deutlich von Jugendstileinflüssen durchzogen ist. Vorbildhaft für Schmid wirkte Ratzels Haus des Kunstvereins in Karlsruhe, wobei Schmid hier den Barock deutlich zurücknahm. Das gilt insbesondere für die teils abstrahierte und stilisierte Ornamentik im Sinne des Jugendstils. So entstand ein äußerst repräsentativer und dabei moderner Geschäftsbau, mit dem der Geschäftsinhaber Asal sich und sein Warenhaus präsentierte. Historistisch gedacht ist dabei die Tradierung des Hausnamens, ja auch die Stilwahl, erhebt sich das Gebäude doch anstelle es Vorgängers von 1738. Es ist wichtiges Zeugnis für die Architektur-, Stadtbau und Wirtschaftsgeschichte Lörrachs in der wilhelminischen Kaiserzeit, als die Stadt im Inneren teils umgebaut wurde, und dokumentiert nicht zuletzt das umfangreiche Schaffen des Freiburgers Schmid in Südbaden.

95314020
Wohn- und Geschäftshaus Basler Straße 168
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Gaubenreihe, Konsolgesims, Traufgesims, Beletagefenster mit ornamentierten Gebälken und Kopfgesimsen, Fenster im 2. Obergeschoss mit Sohlbänken auf Konsolen und Keilsteinen im Sturz, 3. Viertel 19. Jahrhundert

Das Gebäude tradiert die traufständige Zeilenbauweise, wie sie die Lörracher Innenstadt seit der Frühen Neuzeit prägt. Mit seiner Fassadengestaltung ist es charakteristisch für den späten Klassizismus am Übergang von der Biedermeier- zur Gründerzeit im 3. Viertel des 19. Jahrhunderts, als sich die südbadische Bezirksamtsstadt zum wichtigen Industriestandort wandelte. Das Gebäude dokumentiert so den damaligen innerstädtischen Ausbau und hat stadtbaugeschichtliche Bedeutung.

95314023BW

Marktplatzbrunnen Basler Straße 170
(Karte)
Laufbrunnen aus Solothurner Weißjurakalkstein, großes viereckiges Brunnenbecken mit vier Eckausrundungen, säulenförmiger Brunnenstock, Kapitell bekrönt von drei ineinander verflochtenen Delphinen, Entwurf von Architekt Melchior Berri, Modellierung Johann Heinrich Neustück, Basel, Ausführung durch UIrs Bargetzi, 1838 (a)

Der Marktbrunnen ist der künstlerisch qualitätvollste historische Laufbrunnen Lörrachs aus der Zeit des Klassizismus. Er wurde 1838 nach Entwurf des bedeutenden Basler Architekten Melchior Berri (1801 bis 1856) und nach Modellen des Basler Bildhauers Johann Heinrich Neustück (1802 bis 1868) durch Steinhauermeister und Marmorierer Urs Bargetzi geschaffen, wobei der Brunnen das Modell des Spittelsprungbrunnens in Basel von 1837 wiederholt. Die große Brunnenschale aus Solothurner Marmor musste aus Transportgründen aus zwei Hälften hergestellt werden. Der Brunnen ist damit nicht nur ein Zeugnis der vormodernen Wasserversorgung Lörrachs, sondern auch der damaligen Stadtausgestaltung durch einen repräsentativen Laufbrunnen auf dem Hauptplatz der badischen Bezirksamtsstadt. Er dokumentiert dabei nicht nur das Schaffen Berris, sondern auch das Wirken der Steinhauerfamilie Bargetzi, die im 19. Jahrhundert den südbadischen Raum mit zahlreichen Brunnen aus Solothurner Marmor belieferte.

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Gasthaus Zum Wilden Mann Basler Straße 172
(Karte)
Zweieinhalbgeschossiger verputzter Massivbau in Ecklage mit einseitig abgewalmtem Satteldach, Beletagefenster mit Kopfgesimse, Hauseingang in Segmentbogengewände mit Keilstein, am Eck Ausleger mit Metallschnitt-Schild, Gasthaus gegründet durch Bartlion Brödlin, 1682 (a), bestehender Bau errichtet 1764 (i), Fassadenumgestaltung 19. Jahrhundert

Das Eckhaus dokumentiert die große Dichte an Gasthäusern an der einstigen Hauptdurchgangsstraße, lag das alte Lörrach doch an einer wichtigen Verbindung von und nach Basel. Das Gebäude, dessen Fassaden später klassizistisch überformt und das wohl auch im 19. Jahrhundert um ein Mezzanin aufgestockt wurde, stammt im Kern von 1764, wobei das Haus Zum Wilden Mann selbst bereits für das Jahr 1682 belegt ist, als hier Bartlin Brödlin eine Gastwirtschaft einrichtete, die zu den ältesten in Lörrach zählt. Sie ist wichtiges Zeugnis der Lörracher Stadtbau- und Wirtschaftsgeschichte in der Vormoderne.

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Skulpturen der heiligen drei Könige an Hausfassade des Hotels Drei Könige Basler Straße 173
(Karte)
Farbig gefasste Figuren, wohl 1. Viertel 19. Jahrhundert

Die drei Figuren dokumentieren die historische Tradition des Gebäudes als Gasthaus bzw. Hotel Drei Könige und erinnern damit an die Bedeutung Lörrachs als Etappen- und Absteigequartier an der wichtigen Straßenverbindung von und nach Basel. Sie dürften stilistisch ins frühe 19. Jahrhundert datieren, als das im Kern barockzeitliche Gasthaus umgestaltet wurde, und dokumentieren die lokale Bildhauerkunst des Klassizismus.

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Wohn- und Geschäftshaus Maurath Basler Straße 174
(Karte)
Traufständiger, viergeschossiger Massivbau an einem Knick der Basler Straße, Satteldach mit (modernisierten) Gauben, Schaufassade mit aufwendiger Sandsteinverblendung, zentraler dreigeschossiger Kastenerker über mittigem Zugang, abgeschlossen durch Welsche Haube mit achteckiger Laterne, Erdgeschoss in dorischer Ordnung, rustiziert, errichtet nach Entwurf von Architekt Keßner, 1901 (a)

Das stattliche Gebäude dokumentiert, wie innerhalb der vormodernen Zeilenbebauung aus traufständigen Gebäuden in der Zeit um und kurz nach 1900 großstädtisch dimensionierte Wohn- und Geschäftshäuser errichtet wurden. In zeittypischer Weise zeigt die Fassade eine späthistoristische Gestaltung in Neurenaissanceformen, die sich an Bauten der deutschen Renaissance (u. a. Nürnberg) anlehnen. Das Bürgertum im wilhelminischen Kaiserreich identifizierte sich stark mit der Zeit der Renaissance und Reformation. Dem entsprach die Stilwahl. Einen markanten Akzent im Straßenbild, der den Straßenknick an dieser Stelle städtebaulich betont, setzt der turmartige Kastenerker mit seinem Kuppelaufbau. Das Gebäude ist damit Zeugnis des innerstädtischen Ausbaus sowie der Wirtschafts- und Architekturgeschichte Lörrachs um 1900.

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Ev. Gemeindehaus Baumgartnerstraße 14
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Massivbau in Ecklage, hohes, rundum auskragendes Walmdach mit Zwerchhäusern und Gauben, Erd- und 1. Obergeschoss zusammengefasst durch Kolossalpilaster Eingang mit kräftigem Gebälk, seitlich eingeschossiger Anbau mit Dachterrasse und Pilastergliederung, erbaut nach Entwurf von Architekt Karl Meyer, 1928 (a)

Das Gebäude dokumentiert eine im späteren 19. Jahrhundert neu entstandene Bauaufgabe: das kirchliche Gemeindehaus, wurden doch Kirchengemeinden mehr und mehr zu Lebensmittelpunkten. Daher wurden entsprechende Räumlichkeiten benötigt für Feste, Bibelkreise, Konfirmandenunterricht etc., aber auch Verwaltung. Die evangelische Stadtkirchengemeinde Lörrach ließ sich 1928 ein großes Gemeindehaus von dem Architekten Karl Meyer entwerfen, das mit seiner Architektur das lange Nachwirken der Reformarchitektur der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg belegt. Es knüpft mit seiner strengen, klassizistierenden Gliederung an Bauformen der Zeit um 1800 an, wie sie von der Stilbewegung in frühen 20. Jahrhundert bevorzugt wurden. Der stattliche Bau ist dabei durch seine Formen als öffentlicher Repräsentationsbau ausgezeichnet. Das evangelische Gemeindehaus ist Zeugnis der Lörracher-Architektur- und Stadtbaugeschichte mit zentraler Bedeutung für die Geschichte der evangelischen Gemeinde.

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Wohnhaus Baumgartnerstraße 18
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau, flach geneigtes Satteldach mit Halbrundgauben, genutetes Erdgeschoss, Doppelfenster in gekehlten Gewänden, flacher Seitenrisalit mit Hauseingang, bauzeitliche beschnitzte Eingangstür, letztes Viertel 19. Jahrhundert

Das Zeilenhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohnbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Industriestadt erstellt wurde. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der nordischen Renaissance, die vom Kontrast zwischen aufwendig gearbeiteten Werksteingliederungen und Putzflächen lebt und so vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens zeugt. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Lörracher Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im späten 19. Jahrhundert.

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Gasthaus Baumgartnerstraße 22
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Massivbau in Ecklage, flach geneigtes, weit überstehendes Satteldach, flach vortretender Eckrisalit, abgeschrägte Ecke mit Gasthauseingang, darüber Balkon mit gebauchtem schmiedeeisernem Brüstungsitter, Beletagefenster mit ornamentierte Gebälken und Kopfgesimsen, bauzeitliche, beschnitzte Gasthaustür, Ende 19. Jahrhundert

Das Eckhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Industriestadt erstellt wurde. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der Renaissance, die vom Kontrast zwischen aufwendig gearbeiteten Werksteingliederungen und Putzflächen lebt und so vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens zeugt. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im späten 19. Jahrhundert.

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Weitere Bilder
Hans-Thoma-Gymnasium Baumgartnerstraße 26
(Karte)
Vormals Städtische Realschule, ausgedehnter Baukomplex, errichtet nach Entwurf von Stadtbaumeister Ferdinand Himbeck, bestehend aus:
  • Schulgebäude, langgestreckter, dreigeschossiger verputzter Massivbau über hohem Sockelgeschoss mit bossierter Werksteinquaderung, Satteldach mit einseitiger Anbewalmung, breiter Mittelpavillon unter Schopfwalmdach, fünfgeschossiger Eckturm mit Uhr unter Pyramidendach mit Aufschiebling, kurzer Seitenflügel nach Süden mit einseitig abgewalmtem Satteldach, dreiteilige Fenstergruppen, rundbogiges Eingangsportale, Strebepfeiler, Ecklisenen und Turm mit figürlichem Reliefschmuck, in Inneren Eingangshalle mit ornamental bemalter Kassettendecke, kreuzgratgewölbtes Treppenhaus, Pfeiler mit Bildreliefs musizierender Kinder, gewölbte Flure, vier Wandbrunnen von Friedrich Geisendörfer, Karlsruhe, 1909 bis 1911 (a)
  • Turnhalle, verputzter Massivbau unter Schopfwalmdach mit Aufschiebling und Dachreiter, Sockel mit bossierter Quaderung, Lisenengliederung und große Rundbogenfenster, Eingang an Schmalseite mit Vordach über Bügen, Bildreliefs mit Kinderdarstellungen, 1910/11 (a);
  • quer dazu angebaut Hausmeisterwohnung, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit einseitigem Schopfwalm, Fenster mit Schlagläden, 1910/11 (a)

Zwischen Baumgartnerstraße und Kreuzstraße steht der große Komplex des heutigen Hans-Thoma-Gymnasiums, vormals die Städtische Realschule. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert besuchten die Lörracher Schüler – bis auf die Gymnasiasten – die Hebelschule. In die Hebelschule gingen auch die Schüler der 1899 gegründeten Bürgerschule, die später Realschule und danach das Hans-Thoma-Gymnasium wurde. Da für die stetig wachsende Schülerzahl der Raum in der Hebelschule nicht mehr ausreichte, beschloss die Stadt einen Neubau und kaufte dafür 1906 einen Bauplatz am südöstlichen Stadtrand. Schulhäuser mit Turnhallen zu errichten, war seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts auf Grund der größeren Schülerzahlen und dem gestiegenen Anspruch an die Bildungseinrichtungen eine verbreitete Bauaufgabe. Der Lörracher Stadtbaumeister Ferdinand Himbeck reichte 1908 und 1909 verschiedene Entwürfe ein, die bis 1911 realisiert wurden. Schulhaus und Turnhalle verbinden in ihrer Architektur Formen des Heimat- und des Reformstils. Sowohl das Schulhaus, als auch die Turnhalle sind mit Reliefplatten dekoriert, die im Wesentlichen Kinderszenen zeigen. Diese Szenen spielen auf das Leben in der Schule, das Lernen, den Fleiß und die Weisheit an. Am Mittelrisalit des Schulhauses erscheint die Darstellung des Fleißes in Form honigsammelnder Bienen mit Bienenkorb. Außerdem sind ein Knabe mit Schultasche und ein Mädchen mit Strohhut auf ihrem Weg zur Schule wiedergegeben. Am Nebeneingang an der Nordwestecke ein weinender Knabe mit aufgeschlagenem Buch, der wohl verdeutlichen soll, dass Lernen mitunter mit Mühsal verbunden ist. Im Portalscheitel des Seiteneingangs eine Eule, die auf Büchern sitzt und die Weisheit symbolisiert, die aus den Büchern gezogen werden kann. Vier Wandbrunnen mit Knabenköpfen als Wasserspeier von dem Karlsruher Künstler Friedrich Geisendörfer befinden sich in den Korridoren. Auch die Turnhalle ist mit kleinen Relieftafeln geschmückt. Hier sieht man Knaben und Mädchen in der Natur: ein Junge mit Botanisiertrommel, ein Mädchen mit Blumenstrauß, und ein Junge mit Rucksack und Wanderstab. Außerdem finden sich Putti, die Instrumente spielen. Im Innern zeigen Steinkonsolen, die die Balken der Deckenkonstruktion tragen, Reliefs von Sportgeräten wie beispielsweise Keulen. Dieser künstlerische Dekor ist charakteristisch für Volksschulbauten der Reformarchitektur und zielte auf die künstlerische Bildung der Kinder, aber auch auf die Idee der Schule als einer kindgerechten Lernumgebung. Zur reichen Ausstattung gehört weiterhin ein Relief am Turm, das mit Darstellung der Burg Rötteln den Bezug zur Heimat herstellt. Die aufwendige Jugendstil-Farbverglasung, welche das Treppenhaus zierte, befindet sich heute im Dreiländermuseum. Die einstige Realschule zählt damit zu den wichtigsten Beispielen des Schulbaus der Reformarchitektur im frühen 20. Jahrhundert im Kreisgebiet. Aus ihr spricht der Stolz der Bürgerschaft auf den Bildungsbau, der zentrale Bedeutung für die Bau- und Kulturgeschichte Lörrachs im frühen 20. Jahrhundert hat.

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( Wikidata)
Evangelisch-lutherisches Gemeindehaus Baumgartnerstraße 27
(Karte)
Zweigeschossiger, verputzter Massivbau, Satteldach mit Gauben, prägnante Horizontalgliederung durch Gesimse und Bänder, Traufgesims mit Klötzchenfries, im Obergeschosssaal mit Rundbogenfenstern, 3. Viertel 19. Jahrhundert

Das einstige evangelisch-lutherische Gemeindehaus entstand als Vorläufer des 1928 gebauten neuen Gemeindehauses in der Baumgartnerstraße 14. Im Lauf des 19. Jahrhunderts entstand ein aktives Gemeindeleben. Für Versammlungen, Feierlichkeiten und Bibelkreise wurden eigene Gebäude benötigt, womit eine neue Bauaufgabe entstand. Auf die Funktion als kirchlicher Bau weisen nur die großen Rundbogenfenster im Obergeschoss des traufständigen Hauses Nr. 27 hin, das sich stilistisch ansonsten unauffällig in die spätklassizistische Zeilenbebauung einfügt, wie sie die Lörracher Architektur bis in die 1870er-Jahre prägte. Das Gebäude ist damit Zeugnis der Stadtbau- und Kirchengeschichte und hat als frühes Beispiel eines Gemeindehauses Bedeutung für die Entwicklung der Bauaufgabe.

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Wohnhaus Baumgartnerstraße 29
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, traufseitig vorkragendes Satteldach mit Gauben, Traufgesims mit Klötzchenfries, Gliederung durch Sohlbankgesims, Nischeneingang mit Treppe, rückseitig hölzerner Laubengang mit verbretterter Brüstung, Mitte 19. Jahrhundert

Ab etwa 1840 kam es östlich der ursprünglich befestigten Innenstadt zur Neuanlage von Straßen und Wohnquartieren, die nach und nach bebaut wurden. Die spätklassizistische Bebauung in diesen Straßen tradiert dabei die für die Region und Lörrach charakteristische traufständige Zeilenbauweise der Frühen Neuzeit. Ein rückseitiger Laubengang könnte auf einen Gerber als Besitzer schließen lassen, wurden doch solche Gänge zum Trocknen von Häuten benötigt. Das Wohnhaus veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse zur Zeit des Biedermeier und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte.

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Wohnhaus Baumgartnerstraße 31
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Gauben, Gesimsgliederung, seitlich Einfahrtstor, rückseitig verbretterter Anbau, Mitte 19. Jahrhundert

Ab etwa 1840 kam es östlich der ursprünglich befestigten Innenstadt zur Neuanlage von Straßen und Wohnquartieren, die nach und nach bebaut wurden. Die spätklassizistische Bebauung in diesen Straßen tradiert dabei die für die Region und Lörrach charakteristische traufständige Zeilenbauweise der Frühen Neuzeit.

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Wohnhaus Baumgartnerstraße 33
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau in Kopflage, Mansardwalmdach mit Gaubenreihen, Gesimsgliederung, Mitte, Beletagefenster mit Kopfgesimsen auf Konsolen, 3. Viertel 19. Jahrhundert

Nach 1840 dehnte sich Lörrach entlang neu angelegter Straßen rasch aus. Das Eckhaus dokumentiert anschaulich diese Entwicklung. Seine Architektur folgt noch spätklassizistischen Prinzipien, doch zeigt das Mansardwalmdach deutlich die Abwendung von der Strenge der bisherigen Zeilenbauweise. Das Gebäude ist damit ein charakteristisches Zeugnis für die frühe Gründerzeitarchitektur in Lörrach, das damals einen rasanten Aufschwung zur Industriestadt nahm.

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Villenanwesen Baumgartnerstraße 35
(Karte)
Freistehender, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Vor- und Rücksprüngen, mächtiges, rundum überkragendes Mansardwalmdach mit Gauben, rustizierter Sockel, polygonaler Standerker am Eck, im Innern bauzeitliche wandfeste Ausstattung wie Treppe, Türen, Wandtäfer, Böden sowie ein Buntglasfenster, mit Garten und Einfriedung, erbaut durch den Architekten und Bauunternehmer Muny, 1914 (a)

Mit seiner Kubatur und den einfachen Putzfassaden über hochgemauertem Sockel mit Bossenquadern ist das Gebäude ein charakteristisches Beispiel für die Reformarchitektur des frühen 20. Jahrhunderts in strenger Abgrenzung vom späten Historismus. Auf Grundlage der Tradition suchte man eine neuen, zeitgemäße Formensprache zu entwickeln. Das Anwesen veranschaulicht dabei mit der überlieferten gediegenen Ausstattung gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse am Ausgang der wilhelminischen Kaiserzeit und ist Zeugnis für die Lörracher Architektur- und Stadtbaugeschichte im frühen 20. Jahrhundert.

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Wohnhaus Belchenstraße 6
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau, Sattelfdach mit Gauben, flacher Mittelrisalit mit Mittelbalkon, betonte Horizontalgliederung durch Gesimse, letztes Viertel 19. Jahrhundert

Das Zeilenhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohnbau der Gründerzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Industriestadt erstellt wurde. Zeittypisch für die Entstehungszeit, die wohl in den 1870er-Jahren anzunehmen ist, ist das lange Festhalten an spätklassizistischen Formen, wie sie die Fassade zeigt. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im 3. Viertel des 19. Jahrhunderts.

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Wohnhaus Belchenstraße 7
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger Backsteinbau, Satteldach mit Gauben und mittigem Schweifgiebel, Schaufassade in orangefarbigen Verblendklinkern mit reicher Werksteingliederung, sandsteinverblendetes Erdgeschoss mit genuteten Pilastern, seitlich Hauseingang in Nische mit Treppen, im Giebel bezeichnet, 1898

Das Zeilenhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohnbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der nordischen Spätrenaissance, die vom Kontrast zwischen aufwendig gearbeiteten Werksteingliederungen und Backsteinflächen lebt und so vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens zeugt. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte in der Zeit um 1900.

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Wohnhaus Belchenstraße 9
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Gauben, flacher Mittelrisalit, reiche Werksteingliederungen, genutetes Erdgeschoss, Beletage mit Fensterverdachungen, Balkon auf Volutenkonsolen mit gebauchtem, schmiedeeisernem Brüstungsgitter, spätes 19. Jahrhundert

Das Zeilenhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohnbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Industriestadt erstellt wurde. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der Renaissance, die vom Kontrast zwischen aufwendig gearbeiteten Werksteingliederungen und Putzflächen lebt und so vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens zeugt. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im späteren 19. Jahrhundert.

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Wohnhaus Belchenstraße 16
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau, Mansarddach mit Gauben, zwei flache Seitenrisalite mit gebänderten Lisenen und genuteten Erdgeschossen, Balkone mit gusseisernen ornamentalen Brüstungsgittern, im Mittelteil des Erdgeschosses toskanische Pilastergliederung und Figurennische, seitliche Hofeinfahrt mit Segmentbogen und bauzeitlichen, verglasten Torflügeln mit Oberlicht, spätes 19. Jahrhundert

Das Zeilenhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohnbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Industriestadt erstellt wurde. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der nordischen Spätrenaissance, die vom Kontrast zwischen aufwendig gearbeiteten Werksteingliederungen und Putzflächen lebt und so vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens zeugt. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im späten 19. Jahrhundert.

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Wohnhaus Belchenstraße 17
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau, Mansarddach mit zwei Segmentbogengauben, Erdgeschoss mit Sandsteinverblendung sowie Korbbogen-Torfahrt und seitlichem Hauseingang mit hochovalem Oberlicht, Obergeschosse mit genuteter Lisenengliederung, mittig zweigeschossiger polygonaler Balkon mit Altan, darüber breiter Volutenzwerchgiebel mit gewelltem Abschluss und seitlichen Urnenaufsätzen, nach Norden großer Volutengiebel, erbaut um ca. 1905 bis 1910

Das stattliche Zeilenhaus ist mit seiner reichen Neubarockarchitektur ein anschauliches Zeugnis für den Ausklang des Späthistorismus zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Er ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohnbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Industriestadt erstellt wurde und dokumentiert den hohen gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens in jener Zeit, der sich u. a. im bauskulpturalen Schmuck des Giebels und des Erkers äußert. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im frühen 20. Jahrhundert.

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Wohnhaus Belchenstraße 21
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger Backsteinbau, Satteldach mit Gaubenreihe, Erdgeschoss verputzte, Fassade darüber mit orangefarbigen Verblendklinkern und reicher Werksteingliederung, Balkon mit ornamentalem Brüstungsgitter, seitliche Torfahrt, spätes 19. Jahrhundert

Das Zeilenhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohnbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der nordischen Spätrenaissance, die vom Kontrast zwischen aufwendig gearbeiteten Werksteingliederungen und Backsteinflächen lebt und so vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens zeugt. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im späten 19. Jahrhundert.

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Wohnhaus Belchenstraße 23
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger, weitgehend verputzter Massivbau, flach geneigtes Satteldach, Seitenrisalite, in den Obergeschossen verklinkert, aufwendige Werksteingliederungen, im linken Risalit Torfahrt mit Segmentbogen, mittig im 1. und 2. Obergeschoss je ein Balkon mit ornamentalem Brüstungsgitter, rückseitig Fachwerk mit Klinkerausfachung, bauzeitliche Ausstattungselemente, spätes 19. Jahrhundert.

Das Zeilenhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der nordischen Spätrenaissance, die vom Kontrast zwischen aufwendig gearbeiteten Werksteingliederungen und Putz- sowie Backsteinflächen lebt und so vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens zeugt. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im späten 19. Jahrhundert.

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Wohnhaus Bergstraße 10
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger Massivbau mit Giebelmansarddach, straßenseitige Fassade verputzt, Gliederung der Straßenseite als Schauseite durch Rechteckfenster, Sohlbankgesims im Obergeschoss und Abschlussgesims, auf der Gebäuderückseite Laube am Obergeschoss, originale Raumaufteilung und wandfeste Ausstattung, erbaut um 1895

Das Wohnhaus Bergstraße 10 wurde um 1895 errichtet. Es ist ein unterkellerter, zweigeschossiger Massivbau mit Giebelmansarddach, der als Bestandteil einer spätgründerzeitlichen Häuserreihe (Bergstraße 12-18, gerade Nummern) geplant wurde. Die straßenseitige Fassade ist als Schauseite gestaltet. Umrahmte Rechteckfenster, Sohlbänke mit Konsolen, ein Sohlbankgesims im Obergeschoss sowie das Abschlussgesims prägen als historisierende Baudetails das Fassadenbild. An der Gebäuderückseite ist eine Laube an das Obergeschoss angesetzt. Im Inneren verfügt das Wohnhaus über die intakte Grundrissaufteilung und originale Ausstattung der Bauzeit. Das Wohnhaus dokumentiert durch seine anschauliche Überlieferung die ortstypische Bauweise solcher städtischen Haustypen in den als gründerzeitliche Stadterweiterungen entstandenen Bereichen der Kleinstadt Lörrach.

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Wohnhaus Bergstraße 14
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger Massivbau mit Satteldach, straßenseitige Fassade verputzt und mit seitlichem Flachrisalit, Gliederung der Straßenseite als Schauseite durch Rechteckfenster, Sohlbankgesimse und Abschlussgesims mit Konsolen, auf der Gebäuderückseite zweigeschossige Laube am 1. Obergeschoss und 2. Obergeschoss, bauzeitliche Ausstattung, erbaut für K. Möschlin, um 1895

Das Wohnhaus Bergstraße 14 wurde um 1895 für K. Möschlin errichtet. Es ist ein unterkellerter, dreigeschossiger Massivbau mit flach geneigtem Satteldach, der als Bestandteil einer spätgründerzeitlichen Häuserreihe (Bergstraße 12-18, gerade Nummern) geplant wurde. Die straßenseitige Fassade mit seitlichem Flachrisalit ist als Schauseite reich gestaltet. Umrahmte Rechteckfenster, Sohlbänke mit Konsolen, Sohlbankgesimse sowie das Abschlussgesims mit geschwungenen Konsolen prägen als historisierende Baudetails das Fassadenbild. Das 1. OG wird durch die geraden oder als Dreiecksgiebel ausgeführten Fensterverdachungen am Außenbau als Beletage ausgezeichnet. Auf der Gebäuderückseite ist eine zweigeschossige Laube am 1. und 2. Obergeschoss angesetzt. Im Inneren verfügt das Wohnhaus über die intakte Grundrissaufteilung und weitgehend originale wandfeste Ausstattung der Bauzeit. Das Wohnhaus bezeugt durch seine anschauliche Überlieferung und ortstypische Bauweise solcher städtischen Wohnhaustypen in den als gründerzeitliche Stadterweiterungen entstandenen Bereichen der Kleinstadt Lörrach.

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Schokoladenfabrik Suchard Bergstraße 55, 57; Brombacher Straße 3, 18; Philippe-Suchard-Straße 11, 12, 13, 14, 15 a, 15, 16, 17, 18, 20; Untereckstraße
(Karte)
Bestehend aus:
  • Fabrikgebäude der Schokoladenfabrik Suchard (Hauptbau/Hochbau des ehemaligen Werks 1, Brombacher Straße 3, Flstnr.: 204/1), in drei Hauptbauphasen entstandenes großes Fabrikgebäude aus lang gestreckten Geschossbauten, früher südwestlicher sowie mittlerer Gebäudeteil mit drei Hauptgeschossen, später nordöstlicher Gebäudeteil mit vier Hauptgeschossen, verputzte Massivbauten mit streng gereihten Rechteckfenstern zur Belichtung der tiefen Fabriksäle, südwestlicher Gebäudeteil mit Kopfbau unter Walmdach, zur Straße gerichtete Ecke des nordöstlichen Gebäudeteils betont durch Flachrisalit mit Giebel sowie ein markantes Turmgeschoss, im Inneren Grundstruktur der Fabriksäle erhalten, südwestlicher Gebäudeteil als Weberei für die Seidenbandfabrik Bischoff & Söhne erbaut nach Plänen des Architekten Johann Jakob Stehlin d. J., Basel, um 1862 (a), Schokoladenfabrik von Johannes Carl Maria Ruß-Suchard ab 1882 (a), Planung des mittleren Gebäudeteils für die Russ-Suchard & Cie. durch Baumeister Jakob Müller, Neustetten, als erste Erweiterung, 1893 (a), Planung und Bau des späten südöstlichen Gebäudeteils für Schokoladenfabrik Philippe Suchard, 1906/07 (a), Nutzung als Werk 1 für die Schokoladenfabrikation bis 1985;
  • Arbeiterwohnhäuser der Schokoladenfabrik Suchard (Bergstraße 55, 57, Flstnr. 1541), zweigeschossiger verputzte Massivbauten, Mansardwalmdächer mit Dachhäusern, Balkone und Vordächer über den Eingängen, erbaut nach Entwurf der Architekten Wilhelm August Roesch, Brombach, und Carl Marx, Lörrach, 1907 (a);
  • Meisterhaus der Schokoladenfabrik Suchard (Brombacher Straße 18, Flstnr.: 1541), zweigeschossiger verputzter Massivbau, über beschnitzten Pfettenköpfen giebelseitig vorkragendes Satteldach, Gliederung durch Ecklisenen und umlaufenden Sohlbankgesims, Seitenrisalit mit Hauseingang, 2. Hälfte 19. Jahrhundert;
  • Betonreliefs am Werk II (Brombacherstraße 37, Flstnr.: 1875), Walter Schelenz, 1960 (a);
  • Wohnkolonie II der Schokoladenfabrik Suchard vornehmlich für Werkmeister und Arbeiter, in Wohnhäuser mit Freiflächen bzw. Gärten (Philippe-Suchard-Straße 11, 12, 13, 14, 15, 15a, 16, 17, 18, 20; Flstnr.: 630/8, 630/9, 630/10, 630/11, 630/12, 630/13, 630/14, 630/15, 630/16, 630/17), erbaut um 1891 (einheitliche Typenbauten Nr. 12-20 gerade Nummern), um 1911 (individuelle Einzelentwürfe Nr. 11, 13, 15,15a, 17)

Die Schokoladenfabrik Suchard (seit 2012 zu Mondelez International gehörig) in Lörrach ging eigentlich aus einer der für die frühe Industrialisierungsgeschichte der Stadt und Region wichtigen Textilfabriken hervor, die bis heute den Kernbau des historischen Produktionsgebäudes bildet. Dieser wurde 1862 für die Seidenfabrik Bischoff & Söhne errichtet. Er ist mit seiner strengen und einfachen Architektur charakteristisch für die frühen Industriebauten zu Beginn der Gründerzeit und durchaus noch spätklassizistisch geprägt. Entworfen wurde dieser Bau von dem seinerzeit erfolgreichen Bauunternehmer Johann Jakob Stehlin d. J. (1826 bis 1894), der 1855 das väterliche Baugeschäft übernommen hatte und zu den gefragten Architekten Basels in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts gehörte. 1880 gründete der alte, schon zu Lebzeiten berühmte Neuenburger Schokoladenfabrikant Philippe Suchard (1797 bis 1882) zusammen mit seinem designierten Nachfolger und Schwiegersohn Johannes Carl Maria Ruß (1838 bis 1925) die erste Auslandsniederlassung des höchst erfolgreichen Unternehmens in Lörrach. Für diese wurde der bestehende Baukomplex übernommen und 1906/07 in zurückhaltend barockisierenden Formen der Reformarchitektur erweitert. Den markanten, stadtbildprägenden Akzent setzt ein polygonaler Eckturm. Grund für die Einrichtung einer deutschen Dependance waren u. a. zollpolitische Erwägungen, nicht zuletzt aber auch die gute Eisenbahnanbindung Lörrachs, welche den Antransport des Kakaos wie auch die Verbreitung der fertigen Produkte – u. a. die seit 1901 eingetragene Marke „Milka“ in charakteristischem Jugendstil-Violett – ermöglichte. Unter Carl Maria Ruß-Suchard entstanden eigens Arbeiterwohnhäuser bzw. die Wohnkolonie II der Schokoladenfabrik Suchard mit einheitlichen Typenbauten (um 1891) und individuell gestalteten Reformarchitektur-Häusern (um 1911), welche deutlich die patriarchale Fürsorge des Unternehmensinhabers für seine Arbeiterschaft belegen. So bildet der Komplex des im Lörracher Volksmund „d’Suchardi“ genannten Unternehmens aus Fabrik und den zugehörigen Wohnbauten für Meister und Arbeiter ein wichtiges und zentrales Zeugnis der Wirtschafts- und Industriegeschichte im Dreiländereck.

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Villa Brombacher Straße 23
(Karte)
Freistehender zweigeschossiger, verputzter Massivbau, Mansardwalmdach mit Gauben, Seitenrisalit, Gliederung durch rustizierte Ecklisenen und Gesimsbänder, Balkon auf Volutenkonsolen mit gebauchtem Schmiedeeisengeländer, letztes Viertel 19. Jahrhundert

Das stattliche freistehende Gebäude ist ein charakteristisches Beispiel für eine Fabrikantenvilla im historistischen Stil, wie sie im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts in Lörrach als Wohnsitze der erfolgreichen Industrieunternehmer – oft nahe ihrer Betriebe – entstanden. Typisch für die Villen der Gründerzeit ist die Gestaltung in Renaissanceformen in Verbindung mit einem französischem Mansarddach.

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Umspannwerk Brombacher Straße 77, 79, 81; Schwarzwaldstraße 60, 62
(Karte)
Erbaut durch die KWR, bestehend aus:
  • Umspannwerk (Nr. 81), dreigeschossiger, verputzter Massivbau mit flach geneigtem Satteldach, westlich eineinhalbgeschossiger Anbau mit Pultdach, Gliederung durch Ecklisenen, Giebelband und Stockwerksgurte, Ende 19. Jahrhundert;
  • Werkswohnhaus, Doppelhaus (Nr. 60, 62), zweigeschossiger verputzter Massivbau, Mansardwalmdach mit Gauben und Dachhäusern, Hauseingänge an den Schmalseiten, 1. Viertel 20. Jahrhundert;
  • Werkswohnhaus, Doppelhaus (Nr. 77, 79), zweigeschossiger, verputzter Massivbau, rundum überkragendes Walmdach mit Mansard-Zwerchgiebel, aufgeputzte Ecklisenen, Haustüren mit bauzeitlichen, verglasten Türblättern, Garten und Einfriedungsmauer, 1. Viertel 20. Jahrhundert;
  • Nebengebäude, langgestreckter, leicht geknickter eingeschossiger Bau mit Satteldach, verputzt, Ende 19. Jahrhundert

Der Gebäudekomplex dokumentiert die Entstehung und Entwicklung der Elektrizitätsversorgung in der Industriestadt Lörrach seit dem späten 19. Jahrhundert. Das eigentliche Umspannwerk ist ein charakteristischer Industriebau der Zeit um 1900 in noch späthistoristischen Formen, während die zugehörigen beiden Doppelhäuser für Werksangehörige die für das frühe 20. Jahrhundert typische Reformarchitektur vertreten. Der Baukomplex ist Zeugnis der Versorgungs- und Technikgeschichte Lörrachs.

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Weitere Bilder
Hauptriedhof Lörrach Raiffeisenstraße 50, Brombacher Straße
(Karte)
Angelegt nach Verlegung, 1864 (a), erweitert bis 1960 (a), bestehend aus:
  • Friedhofseinfriedung sowie Binnenmauern innerhalb des Friedhofs;
  • Wegeführung, insbesondere Allee in Richtung Gefallenendenkmal mit Andeutung der Umrisse der ersten Friedhofskapelle;
  • Aussegnungshalle, Zentralbau über ovalem Grundriss mit vorgelegtem offenem Wandelgang, Stahlbetonskelett, flache Kupferkuppel mit Kreuzbekrönung, Wände in weißen Klinkern bzw. wandhoher Farbverglasung, seitlich Annexbauten mit Flachdächern, Wandelgang mit Farbverglasung, im Inneren Mosaikbrunnen, Aussegnungshalle im Inneren mit Netzrippengewölbe, Empore mit leichtem Eisengeländer und gebogenem Treppenaufgang, Chorwand mit Wandgemälde, erbaut nach Entwurf der Lörracher Architekten Meyer und Schäfer, 1954 (a);
  • drei Laufbrunnen, einer aus Solothurner Marmor von Urs Bargetzi, 1874 (a), die anderen beiden 19. und frühes 20. Jahrhundert;
  • Gefallenendenkmal, Bronzeskulptur auf Quadersockel mit Inschrift, Bildhauer Adolf Strübe, 1929 (i)

Der Lörracher Hauptfriedhof wurde 1864 an die heutige Stelle verlegt, nachdem er zuvor wie üblich um die Stadtkirche angelegt war und sich ab dem 17. Jahrhundert auf dem Gelände des heutigen Hebelparks befand. Die Stadterweiterung im Zuge des raschen Wachstums der jungen Industriestadt machte die Verlegung notwendig. Aus der Anfangszeit blieben die Einfriedung und das historische Wegesystem mit der Allee erhalten, die mit Baumpflanzungen auch den Umriss der älteren Friedhofskapelle nachzeichnet. In ihrer Sichtachse erhebt sich das 1929 von dem Maler Adolf Strübe (1881 bis 1973) entworfene Gefallenendenkmal, das sich in seiner Gestaltung deutlich von ähnlichen, oftmals martialischen Denkmälern der Zeit unterscheidet. Strübe zählt als Mitbegründer der Badischen Sezession 1927 zu den bedeutenden Künstlern der Vorkriegsmoderne aus Südwestdeutschland und fand selbst auf dem Hauptfriedhof seine letzte Ruhe. Unbestreitbarer Höhepunkt der Friedhofsanlage ist aber der Komplex der Aussegnungshalle der Lörracher Architekten Meyer und Schäfer. Der ovale Zentralbau ist mit seiner Bauweise, Transparenz und Leichtigkeit charakteristisch für die 1950er-Jahre, wobei seine fast schon spielerische Eleganz angesichts der Funktion ungewöhnlich erscheint. Das Innere überwölbt ein Sternrippengewölbe, das wie das große Wandgemälde an der Chorwand noch spätexpressionistische Züge aufweist, wie überhaupt in dem Bau die Einflüsse der so vielgestaltigen Vorkriegsmoderne deutlich zum Tragen kommen. Die Lörracher Aussegnungshalle darf dabei aufgrund ihrer qualitätvollen und originellen Gestaltung sicher zu den bedeutendsten Bauten dieser Art in den 1950er-Jahren zumindest in Südwestdeutschland zählen. Der Hauptfriedhof ist damit ein wichtiges Zeugnis der Stadt-, Kunst- und Architekturgeschichte Lörrachs im 19. und 20. Jahrhundert.

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( Wikidata)
Villenanwesen mit Gärten und Einfriedung Brühlstraße 6, 7
(Karte)
Doppelvilla zweigeschossiger und verputzter Massivbau mit Mansarddach das (erneuerte) Gauben aufweist; reich gegliederte Schmuckfassaden mit Bänderrustizierungen, ornamentierten Lisenen und Gesimsen; im Erdgeschoss umrahmte Stichbogenfenster und im Obergeschoss umrahmte Rechteckfenster mit Giebeln, jede Haushälfte mit jeweils zwei Balkonen auf Karyatiden und Drachenkonsolen, reich verzierte schmiedeeiserne Brüstungsgitter, Hauseingänge mit profilierten und gekehlten Segmentbogengewänden, bauzeitliche zweiflügelige Türblätter und Oberlichter, originale Grundrissaufteilung und wandfeste Ausstattung (insbesondere Böden, Türen), von Stadtbaumeister Johann Griesser-Sutter in Lörrach für sich selbst als Wohnhaus geplant 1875 (a)

Die von Stadtbaumeister Johann Griesser-Sutter ungemein aufwendig gestaltete Doppelvilla folgt einem für den Lörracher Villenbau seit den 1860er-Jahren etablierten Typus nach französischen Vorbildern mit einer aufwendigen Neurenaissancearchitektur in enger Verbindung mit barocken Elementen. Sie ist ein charakteristisches Beispiel für den Historismus der Gründerzeit in den 1870er-Jahren, als die junge Industriestadt Lörrach einen rasanten Aufschwung erfuhr. Die vermögenden Unternehmer ließen sich standesgemäße Wohnsitze in Anlehnung an Adelspalais errichten, in denen sich ihr gesellschaftlicher Aufstieg und ihre Stellung innerhalb der Stadtgesellschaft manifestierten. Dazu gehörte obligatorischer Weise auch ein Park. Die Doppelvilla zählt zu den besonders qualitätvollen Beispielen der Lörracher Villenkultur im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts und dokumentiert das Schaffen des einheimischen Stadtbaumeisters Johann Griesser-Sutter. Sie ist Zeugnis der Stadtbau- und Sozialgeschichte.

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Wohnhaus Brunnenweg 1
(Karte)
Später Feuerwehrhaus, traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Aufschiebling und Gaubenreihe, Fachwerkgiebel, Fenster und Türen in einfachen Rechteckgewänden, 18. Jahrhundert

Das Gebäude, zeitweilig als Feuerwehrhaus der Gemeinde Untertüllingen genutzt, dokumentiert die Bebauung im alten Ortskern des heutigen Lörracher Stadtteils. Es veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse der Landbevölkerung und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

97024978BW
Tüllinger Gemeindebrunnen Brunnenweg 2
(Karte)
Laufbrunnen, Sandstein, achteckiger Trog, Brunnenstock mit ornamentiertem Obeliskaufsatz, bekrönt von Kugel, badisches Wappen in Rocaillekartusche, verfertigt durch Steinmetzmeister Mathias Abt, Istein, 1768/69 (a, i), Obelisk neu gehauen nach altem Muster, 1952 (a)

Der große Brunnen in Untertüllingen dokumentiert nicht nur die vormoderne Wasserversorgung des einst eigenständigen Dorfes. Er ist dabei in charakteristischer Weise ähnlich städtischen Brunnen auch als repräsentatives Schaustück gearbeitet. Der Obelisk wurde dabei vorbildhaft für die Gestaltung zweier etwas jüngerer Laufbrunnen im Ort. Sein Dekor verweist mit Weinranken einerseits auf den Haupterwerbszweig der Untertüllinger in der Vormoderne, mit dem badischen Wappen und der Markgrafenkrone aber auch auf die politische Zugehörigkeit des Dorfes. Der Brunnen ist damit ein aussagekräftiges Zeugnis der Ortsgeschichte.

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Gehöft Brunnenweg 4
(Karte)
Bestehend aus:
  • Wohnhaus, zweigeschossiger verputzter Massiv- und Fachwerkbau mit einseitig abgeschlepptem Satteldach, Fenster- und Türgewände in einfachen Rechteckgewänden, giebelseitige Erschließung, 1811 (i);
  • Scheune, Bruchsteinbau mit Satteldach, rundbogiges Kellerportal

Die Hofanlage dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur des seit 1935 zu Lörrach gehörigen Dorfes Untertüllingen. Sie veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse der Landbevölkerung im Markgräflerland am Ausgang der Frühen Neuzeit und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

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Laufbrunnen Brunnenweg 10
(Karte)
Monolithischer Sandsteintrog, Brunnenstock als Sandsteinpfeiler mit Obeliskaufsatz, bekrönt von Kugel, 1781 (i)

Der spätbarocke Laufbrunnen dokumentiert die vormoderne Wasserversorgung des Dorfes Untertüllingen. Der als Obelisk gestaltete Brunnenstock belegt dabei, dass der Brunnen auch als ein repräsentatives Objekt zur Ausschmückung des Ortsbildes gedacht war. Der Stock folgt gestalterisch dem älteren Untertüllinger Gemeindebrunnen von 1768/69.

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Scheune Brunnenweg
(Karte)
Bruchsteinbau mit Satteldach, über Zugangsseite auf Bügen vorkragend, Eckquaderungen, abgeschrägte Ecke, Rundbogentor mit seitlicher Rundbogenpforte, wohl 1. Viertel 19. Jahrhundert

Die Scheune dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur des heute zu Lörrach gehörigen Dorfes Untertüllingen. Sie veranschaulicht einen vormodernen Speicherbau und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

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Wasserhochbehälter Buckweg 1
(Karte)
Rotes Sandsteinmauerwerk, Eckquaderung, Türgewände und Zinnenschmuck in weißem Sandstein, errichtet 1897 (i)

Der Hochbehälter ist ein charakteristisches Zeugnis für die Einrichtung einer modernen öffentlichen Wasserversorgung in Lörrach bzw. Stetten ab 1886, welche die bisherige Versorgung durch quellgespeiste Laufbrunnen ablöste. Wie damals üblich wurde das Eingangsbauwerk des technischen Funktionsbaus anspruchsvoll gestaltet, um den Hochbehälter als romantisch-historistische Staffage harmonisch ins Landschaftsbild einzufügen.

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Villenanwesen Buckweg 2
(Karte)
Errichtet zwischen ca. 1910 und 1925, bestehend aus:
  • Villa, freistehender, zweigeschossiger verputzter Massivbau über hohem Kellersockel, überkragendes Walmdach mit Zwerchhäusern, nach Osten mittig halbrunder Standerker mit Altan, gegliedert durch Rundpfeiler, nach Süden seitlich angeordneter viereckiger Standerker mit Altan, umlaufender Sohlbankgesims, Erdgeschossfenster in Blendbögen, Hauseingang mit einläufiger Freitreppe und Vorplatz;
  • Garten mit Einfriedung

Die Villa ist mit ihrer Kubatur, den Putzfassaden und dem zurückhaltenden, stark abstrahierten Dekor ein charakteristisches Beispiel für den Wohnbau der Reformarchitektur im frühen 20. Jahrhundert. Sie veranschaulicht gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der Lörracher Stadtbau- und Architekturgeschichte im 1. Viertel des 20. Jahrhunderts.

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Zehnttrotte (Kelter) des Klosters St. Alban bzw. der Stadt Basel (heute Gemeindehaus Alte Feuerwache) Burghof 2
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, im Erdgeschoss giebelseitig Segmentbogentor, im Obergeschoss Rechteckfenster mit gekehlten Gewänden sowie vierteilige Fenstergruppe, Dachkonstruktion liegender Dachstuhl, 1543 (a)

In der Lörracher Innenstadt gibt es kaum noch Bauzeugen aus der Zeit des Mittelalters. Aus dem Ausgang der Epoche datiert die Zehnttrotte, also die Kelter, des Zehnthofes des Basler Klosters St. Alban, das seit seiner Gründung 1083 über umfangreichen Güterbesitz und den Kirchensatz und damit die Zehntrechte in Lörrach verfügte. Mit der Reformation 1529 gingen das Kloster und alle seine Güter in den Besitz der Stadt Basel über. Zur Verwaltung dieser Güter wurde wohl schon früh ein Hof angelegt, zu dem auch eine Kelter gehörte, spielte doch der Weinbau in der Region bis ins 19. Jahrhundert eine zentrale Rolle für das Erwerbsleben der Stadt und der umliegenden Dörfer. Sie wurde auf Veranlassung der Stadt Basel 1543 durch Lörracher Handwerker neu errichtet und ist damit ein Zeugnis der Herrschafts- aber auch der Reformationsgeschichte. Nicht zuletzt dokumentiert sie als eines der ältesten überlieferten Bauwerke der Lörracher Innenstadt anschaulich einen vormodernen Kelterbau. Sie zeigt die für die Spätgotik im Oberrheingebiet seit dem 14. Jahrhundert charakteristischen und üblichen Fensterformen.

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Brunnen Burgstraße 5 a
(Karte)
Längstrog mit abgerundeten Ecken, quadratischer Stock mit Kugelaufsatz, wohl 1, Hälfte/Mitte 19. Jahrhundert

Der Laufbrunnen dokumentiert die vormoderne Wasserversorgung des einst selbstständigen Dorfes Tumringen. Er ist charakteristisch für einfacheren Ausführungen solcher Brunnen aus Solothurner Kalkstein, die von der Steinhauerfirma Bargetzi aus Solothurn geliefert wurden.

97025262BW

Einhaus Burgstraße 5
(Karte)

Massiv- und Fachwerkbau über L-förmigem Grundriss mit zweigeschossigem Wohnteil, Satteldach mit Aufschiebling, über dem Scheunenteil traufseitig über Bügren vorkragend, Eckquaderung, giebelseitige Erschließung über zweiläufige Freitreppe, 1795 (a)

Das Einhaus dokumentiert die ursprünglich von der Landwirtschaft und vom Weinbau geprägte historische Siedlungsstruktur Tumringens. Es vertritt einen in der Region weit verbreiteten Typus des Bauernhauses, der in bewährter Weise Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereinigt. Das Anwesen veranschaulicht frühneuzeitliche Lebens- und Arbeitsverhältnisse und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte.

95315045
Gehöft Dorfstraße 16
(Karte)
Bestehend aus: Wohnhaus (Nr. 16), traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau über hohem Kellergeschoss, Satteldach mit Aufschiebling, Giebel in verputztem, Fachwerk, Segmentbogenfenster, traufseitige Erschließung über einläufige Freitreppe, Hauseingang mit verziertem Keilstein, darin Initialen J. K. und R. N., 1871 (i), im Kern vielleicht älter; nördl. anstoßend Doppelscheune (Teil von Nr. 14), Fachwerkkonstruktion mit Satteldach, Scheunentore mit Bögen, 1740 (i)

Das Gehöft dokumentiert die von der Landwirtschaft und vom Weinbau geprägte historische Siedlungsstruktur des bis 1935 selbstständigen Dorfes Untertüllingen. Sie veranschaulicht vormoderne Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbaugeschichte. Bemerkenswert ist der Scheunenteil mit seiner barockzeitlichen Fachwerkkonstruktion.

96936292BW
Hofanlage Dorfstraße 17
(Karte)
Bestehend aus:
  • Einhaus, verputzter Massivbau mit zweigeschossigem Wohnteil, Satteldach mit Aufschiebling, über Ökonomieteil traufseitig über Bügen weit vorkragend, Fenster und Hauseingang in einfachen Rechteckgewänden, traufseitige Erschließung, rundbogiges Scheunentor, im Schlussstein Wappenschild mit Initialen FM, BM, MAEW, 1755 (i);
  • nach Osten anstoßend Querflügel, zweigeschossiger verputzter Massivbau unter Satteldach, hofseitig versetzt zueinander angeordnete, über Treppe miteinander verbundene Galerien mit verbretterter Brüstung, 18./19. Jahrhundert;
  • quer dazu Schopf, zweigeschossig mit Satteldach, Erdgeschoss massiv und verputzt mit über Eck gesetztem Eingang, darüber Holzlage in offener Fachwerkkonstruktion, 18./19. Jahrhundert

Die Hofanlage dokumentiert die von der Landwirtschaft und dem Weinbau geprägte historische Siedlungsstruktur des bis 1935 selbstständigen Dorfes Untertüllingen. Das Hauptgebäude bildet ein für die Region charakteristisches Einhaus, das Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereinigt. Es wurde wohl im Lauf des 18./19. Jahrhunderts nach Osten um Anbauten erweitert. Die Hofanlage veranschaulicht vormoderne Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse der Landbevölkerung im Markgräflerland und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

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Streckgehöft Dorfstraße 19
(Karte)
Bestehend aus: Einhaus, verputzter Massivbau mit großem, zweigeschossigem Wohnteil, Satteldach mit Aufschiebling, Fenster und Hauseingang in einfachen Rechteckgewänden, Scheunentor mit Korbbogen, im Keilstein Wappenschild mit Initialen, 1754 (i); nördlich anstoßend Ökonomiegebäude, zweigeschossiger verputzter Massivbau unter Satteldach mit traufseitig vorkragendem Aufschiebling, Halbrundfenster, 1. Hälfte 19. Jahrhundert

Das Streckgehöft, gebildet aus einem traditionellen Einhaus und einem jüngeren, giebelseitig daran angesetzten Ökonomietrakt, dokumentiert die von der Landwirtschaft und dem Weinbau geprägte historische Siedlungsstruktur des bis 1935 selbstständigen Dorfes Untertüllingen. Es veranschaulicht vormoderne Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse der Landbevölkerung im Markgräflerland. Mit seiner Traufständigkeit ist das ältere Einhaus charakteristisch für das Ortsbild, der jüngere Anbau ist mit seinem Halbrundfenstern im Obergeschoss typisch für den einfachen Klassizismus Weinbrennerscher Prägung im Großherzogtum Baden in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Hofanlage ist wichtiges Zeugnis der Ortsbau- und Agrargeschichte.

95314379BW
Wohnhaus Dorfstraße 20
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau unter Satteldach mit Aufschiebling, Fenster in einfachen Rechteckgewänden, ehem. traufseitige Erschließung, im Keilstein des urspr. Türsturzes bezeichnet mit Initialen MW, 1814 (i)

Das stattliche Wohnhaus ist mit seiner Traufständigkeit charakteristisch für die historische Siedlungsstruktur des bis 1935 selbstständigen Dorfes Untertüllingen. Es zeugt eine für die Entstehungszeit typische einfache Gestaltung mit einer axialsymmetrischen Gliederung durch streng gereihte Fenster im Sinne des Weinbrennerschen Klassizismus, der auch das Bauen in den ländlichen Gebieten des Großherzogtums prägte. Das Gebäude veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse in einem Dorf des Markgräflerlandes und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

95314381BW
Gehöft Dorfstraße 21
(Karte)
Bestehend aus: Wohnhaus, traufständiger, zweigeschossiger teilverputzter Massivbau mit Satteldach, Fenster mit profilierten und gekehlten Gewänden, urspr. teils zweiteilig, rundbogiger Hauseingang, 1592 (i); südlich anstoßend zurückgesetzter Ökonomieteil, Fachwerkkonstruktion mit geschossübergreifendem Ständer und Schwertung

Das breit gelagerte, in die Tiefe reichende traufständige Zeilenhaus ist einer der ältesten überlieferten bäuerlichen Wohnbauten des bis 1935 selbstständigen Dorfes Untertüllingen und dokumentiert die von der Landwirtschaft und dem Weinbau geprägte historische Siedlungsstruktur. Charakteristisch für das 16. Jahrhundert und die Region sind die noch gotisch profilierten Fenstergewände. Das Anwesen veranschaulicht mit dem zugehörigen Ökonomieteil in Fachwerk, der eine teils noch altertümliche Konstruktion zeigt, Wohn- und Wirtschaftsverhältnisse der Landbevölkerung am Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit.

95314382BW
Einhaus Dorfstraße 26
(Karte)
Traufständiger verputzter Massivbau mit zweigeschossigem Wohnteil, Satteldach mit Aufschiebling, rundbogiges Scheunentor, 1756 (i)

Das Einhaus dokumentiert eine für die Region charakteristische Form des Bauernhauses, das Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereinigt. Es illustriert dabei die von Landwirtschaft und Weinbau geprägte historische Siedlungsstruktur des bis 1935 selbstständigen Dorfes Untertüllingen. Das Anwesen veranschaulicht frühneuzeitliche Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Landbevölkerung im Markgräflerland und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

95314384BW
Brunnenstock Dorfstraße 28
(Karte)
Sandstein, Obelisk mit Kugelaufsatz auf Postament, 1785 (i)

Der spätbarocke Brunnenstock ist mit seiner Obeliskform charakteristisch für die Brunnen des 18. Jahrhunderts in Untertüllingen in Nachfolge des großen Gemeindebrunnens und dokumentiert die vormoderne Wasserversorgung des einst selbstständigen Dorfes.

95314387BW

Ortsbild Dorfstraße 11, 13, 15, 17, 19, 21, 23, 25 a, 25, 27, 29, 31, 35, 37, 41, 43, 45, 49; Zwetschgenweg 3, 5, 6, 7
(Karte)
Gesamtanlage gem. Satzung vom 16. Oktober 1961. 106127549
Streckgehöft Dorfstraße 41
(Karte)
Bestehend aus: Wohnhaus, traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Aufschiebling und Kastentraufgesims, hoher Kellersockel, traufseitige Erschließung über kleine Freitreppe, Hauseingang in Rechteckgewände mit Keilstein; daran anstoßend niedrigere Scheune, verputzter Massivbau, Satteldach mit traufseitig weit vorstoßendem Aufschiebling, rundbogiges Scheunentor, im Keilstein bezeichnet mit Initialen F LO und RS, 1804 (i); rückwärtig quer dazu Anbau, Fachwerk- und Massivbau mit Satteldach, 19. Jahrhundert

Das in einfachen Formen errichtete Streckgehöft dokumentiert die von Landwirtschaft und Weinbau geprägte historische Siedlungsstruktur des bis 1935 selbstständigen Dorfes Untertüllingen. Es veranschaulicht vormoderne Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Landbevölkerung im Markgräflerland und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Agrargeschichte.

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Schul- und Rathaus Untertüllingen Dorfstraße 53
(Karte)
Freistehender, traufständiger und zweigeschossiger verputzter Massivbau, über Pfettenköpfen und kleinen Bügen giebelseitig vorkragendes Satteldach, Gliederung durch Ecklisenen und umlaufenden Sohlbankgesims, Giebelfries, Erdgeschossfenster mit Kopfgesimsen, Obergeschossfenster mit Überfangbögen aus Ziegeln, im Giebel 3. Viertel 19. Jahrhundert

Das Schul- und Rathaus ist ein charakteristischer ländlicher Multifunktionsbau für wesentliche Einrichtungen der Gemeinde. Im Erdgeschoss befand sich die Dorfschule, im Obergeschoss das Rathaus des bis zur Eingemeindung nach Lörrach 1935 selbstständigen Untertüllingen. Seine Architektur und Gestaltung tradiert einen im Spätklassizismus um die Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelten Typus, der mit seiner hier bereits deutlich reicheren Detailausführung kennzeichnend ist für ländliche Kommunalbauten im Großherzogtum Baden der Gründerzeit. Sie heben das Haus als Sonderbau innerhalb der historischen Siedlungsstruktur deutlich hervor. Das Gebäude ist wichtiges Zeugnis der Orts- und Bildungsgeschichte.

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Wohnhaus Eulerstraße 8
(Karte)
Giebelständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit flach geneigtem Satteldach, Fenster in einfachen Rechteckgewänden, im Giebel Bogenfenster, rückwärtige Laube, traufseitige Erschließung, 3. Viertel 19. Jahrhundert

Das Gebäude östlich der Bahnlinien dokumentiert das Wachstum Lörrachs infolge der verhältnismäßig frühen Industrialisierung der badischen Bezirksamtsstadt seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Es ist noch ganz in den einfachen Formen eines Klassizismus gestaltet, wie ihn um 1800 der badische Baumeister Friedrich Weinbrenner geprägt hatte und der lange den Wohnbau im Großherzogtum bestimmte. Das Haus ist damit Zeugnis der Stadtbaugeschichte Lörrachs am Übergang vom Biedermeier zur Gründerzeit.

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Wohn- und Geschäftshaus Feldbergstraße 1
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Massivbau mit verschiefertem Giebelmansarddach, in Ecklage, im EG Ladengeschäft, umrahmte Rechteckfenster mit Holzsprossenfenstern, als viertes Vollgeschoss ausgebautes Mansardengeschoss, an der Rückseite Balkone, Sturz der Eingangstür in der schiffskehlenförmig abgeschrägten Gebäudeecke bez. „EBEN 1925 EZER“, originale Raumaufteilung und wandfeste Ausstattung (insbesondere Treppenhaus, Türen mit Umrahmungen), originale Dachkonstruktion, von Architekt Rudolf Donsbach in Lörrach für sich selbst erbaut um 1925(a, i)

Das im westlichen Winkel der Straßenkreuzung von Luisenstraße und Feldbergstraße stehende Wohn- und Geschäftshaus Feldbergstraße 1 in Lörrach wurde 1925 von dem Architekten Rudolf Donsbach in Lörrach für sich selbst geplant. Im Erdgeschoss sollte eine Bäckerei untergebracht werden. Es enthielt sieben Wohnungen; eine neben dem Laden im Erdgeschoss und jeweils zwei in den darüber liegenden Geschossen. Ihm kommt Bedeutung zu, da es durch seine qualitätvolle Architektur und überlieferte ortsfeste Ausstattung ein besonders aussagekräftiges Beispiel für die städtische Wohn- und Geschäftshausarchitektur des frühen 20. Jahrhunderts darstellt. In seinem guten Überlieferungszustand vermittelt es authentisch die Lebensbedingungen und Wohnverhältnisse des Bürgertums in einer Kleinstadt der Republik Baden 1925. Durch seine zeittypische baukünstlerische Gestaltung sowie aufgrund seiner städtebaulichen Funktion als auffälliges Eckhaus an einer Straßenkreuzung ist das Objekt stadtbildprägend. Das zur Verdichtung der bestehenden Wohnbebauung errichtete Objekt dokumentiert exemplarisch die stadtbaugeschichtliche Weiterentwicklung der Kleinstadt Lörrach innerhalb dieses als gründerzeitliche Stadterweiterung entstandenen Stadtviertels. Es zählt zu den aussagekräftigsten Zeugnissen der Architektur der 1920er-Jahre in Lörrach. Seine für die Entstehungszeit um 1925 als progressiv zu bezeichnende Baugestaltung mit betont klar aufgebauten, gänzlich schmucklosen Schauseiten ist der Architekturströmung des Sachlichen Bauens verpflichtet. Auf eine kleinteilige Fassadengliederung mit schmalen Fensterformaten und mehreren Gesimsen pro Fassade, die für die älteren Nachbarhäuser aus der Epoche des Historismus charakteristisch waren, wurde aus gestalterischen Gründen verzichtet.

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Wohnhaus Feldbergstraße 3
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Mansarddach mit Gauben, Fenster und Hauseingang in profilierten und geohrten Gewänden, im 1. Obergeschoss mit Kopfgesimsen, 4. Viertel 19. Jahrhundert

Das traufständige Zeilenhaus dokumentiert die Stadterweiterung nördlich der historischen Innenstadt seit den 1860er-Jahren, als hier systematisch neue Wohnquartiere für eine wachsende Bevölkerung, insbesondere Arbeiter, hochgezogen wurden. Es ist mit seiner Architektur charakteristisch für den Historismus der Gründerzeit und veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse im späteren 19. Jahrhundert.

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Laufbrunnen Freiburger Straße
(Karte)
Länglicher, vorne abgerundeter Trog, rechteckiger Brunnenpfeiler mit Aufsatz, am Trog Initialen J. O. G., 1833 (i)

Das klassizistische Laufbrunnen ist ein anschauliches Zeugnis der historischen Wasserversorgung im Dorf Tumringen: Hier holten die Haushalte ihr Brauchwasser, an dem langen Trog wurde das Vieh getränkt. Er hat ortsgeschichtliche Bedeutung und dokumentiert die lokale Steinhauerkunst.

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Kath. Pfarrhof Stetten Fridolinsgasse 15
(Karte)
Erbaut 1758/59 (a, i), bestehend aus:
  • Pfarrhaus, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdachüber hohem Hanggeschoss, dieses mit zwei großen Rundbogentoren, Fenster und Hauseingang in einfachen Reckteckgewänden, Erneuerung 1871 (a);
  • daran anstoßend Scheune, traufständiger, verputzter Massivbau mit Satteldach, Rundbogentor, Lüftungsschlitze, Neubau anstelle eines Vorgängers

Der katholische Pfarrhof bildet zusammen mit der Pfarrkirche St. Fridolin eine markante Baugruppe im alten Ortskern des einst eigenständigen, bis zur Annexion durch Baden 1806 vorderösterreichischen Dorfes Stetten. Der stattliche barocke Pfarrhof dokumentiert die konfessionelle Prägung des Ortes und veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse eines katholischen Ortsgeistlichen im 18. Jahrhundert. Mit seiner Kubatur hebt sich das Gebäude deutlich als Sonderbau aus der übrigen Bebauung hervor. Im Hanggeschoss befindet sich der Zehntkeller, also der Raum, in welchem ein Teil der Zehntabgaben an die Kirche – vorzugsweise in Wein – gelagert wurde. Als Verwaltungssitz der seit 1275 belegten St. Fridolins-Pfarrei Stetten hat der Baukomplex orts- und kirchengeschichtliche Bedeutung.

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Weitere Bilder
Kath. Pfarrkirche St. Fridolin Stetten Fridolinsgasse 17
(Karte)
Erhöht gelegener, ortbildprägender Saalbau, verputzter Massivbau mit mächtiger Doppelturmfront, eingezogener Polygonalchor mit seitlichen Sakristeianbauten, Langhaus mit hohen Rundbogenfenstern, Hauptfassade mit großem Thermenfenster, Obergeschoss ausgekragt mit zwei großen, durch Pilaster gefassten Hochkantfenstern, Vorhalle auf Pfeilern, Glockengeschosse mit Eckpilastern, im Inneren Flachdecke über umlaufendem Zahnfried mit zurückhaltenden Stuckaturen von Jodok Friedrich Wilhelm, Westempore mit dorischen Säulen und girlandengezierter Brüstung, über Sakristeitüre gemalte Ovalmedaillons, Orgelprospekt, Altäre und Kanzel von Wilhelm, Bilder der Seitenaltäre von Melchior Paul, Deschwanden, 1871, Hochaltar rekonstruiert, 1974/75 (a), mit Kruzifix, um 1660, Kreuzwegstationen, wohl von Wendelin Moosbrugger, errichtet anstelle des mittelalterlichen Vorgängers nach Entwürfen von Oberbauinspektor Christoph Arnold, 1821/22 (a)

Die stattliche katholische Pfarrkirche St. Fridolin setzt durch ihre erhöhte Lage und mit ihrer monumentalen Doppelturmfront den dominanten Akzent im alten Ortskern des einst selbstständigen Dorfes Stetten. Sie ersetzte einen mittelalterlichen Vorgänger. Bereits um die Mitte des 18. Jahrhunderts hatte die Gemeinde den Wunsch nach einem Neubau geäußert, doch konnte dieser erst in badischer Zeit nach langen Vorplanungen, an denen u. a. Friedrich Weinbrenner beteiligt war, verwirklicht werden. Schließlich entwarf der Oberbauinspektor Christoph Johann Jakob Arnold (1779 bis 1844), ein Schüler und Neffe Weinbrenners, den ausgeführten Bau, der zu seinen Hauptwerken zählt und dessen Hauptfassade gestalterisch den Vorläufer für die katholische Pfarrkirche in Bad Rippoldsau von 1829 bildet. Die strenge klassizistische Architektur ist charakteristisch für die Weinbrenner-Schule im Großherzogtum Baden im 1. Viertel des 19. Jahrhunderts, als zahlreiche Kirchen – sowohl evangelisch wie katholisch (vgl. Stadtkirche Lörrach, Basler Straße 145) neu errichtet wurden. Dabei bedienten sich die badischen Baubeamten einer Art Baukastenprinzip, ähnlicher Motive, das in immer neuen Varianten den entsprechenden Wünschen und Bedürfnissen der Auftraggeberschaft angepasst wurde. So entstand ein das ganze Land prägender Stil, zu dem auch die Fridolinskirche gehört. Überraschen ist das Innere, das zwar eine klassizistische Grundhaltung vertritt, tatsächlich aber als spezifisch katholische Kirche eine selten überlieferte bauzeitliche Ausstattung aufweist, deren Deckenstuck und Wandbilder über den Sakristeitüren noch den späten Barock nachklingen lässt. Ausgeführt wurden Stuck und Ausstattung von dem Stukkator und Bildhauer Jodok Friedrich Wilhelm (1797 bis 1843), die Kreuzwegbilder schuf der Maler Wendelin Moosbrugger (1760 bis 1849). Als einheitliche katholische Kirchenausstattung der 1820er-Jahre hat die Einrichtung des Kirchenraums Seltenheitswert. Die Fridolinskirche ist damit ein herausragendes Zeugnis klassizistischen Sakralbaus im einstigen Großherzogtum Baden. Als Mittelpunkt einer seit 1275 fassbaren Pfarrei ist das Kirchengebäude darüber hinaus das zentrale Zeugnis der Orts- und Kirchengeschichte Stettens.

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( Wikidata)
Oberdorfbrunnen Hauptstraße 51
(Karte)
Laufbrunnen mit Solothurner Steintrog und verzierter Gusseisenstock, 1896 (a)

Der Oberdorfbrunnen ist der einzige Laufbrunnen der Region mit einem gusseisernen Brunnenstock, wie er für die Zeit der Hochindustrialisierung in weiten Teilen Südwestdeutschlands üblich war. Der Trog, wohl älter als der wohl 1896 von der Firma Gebr. Joos im pfälzischen Landau beschaffte Stock, stammt aus der Werkstatt Bargetzi in Solothurn. Der Brunnen dokumentiert die historische Wasserversorgung Stettens und ist Zeugnis der Ortsgeschichte.

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Einhaus Fridolinsgasse 23
(Karte)
Verputzter Bruchsteinbau unter Satteldach mit zweigeschossigem Wohnteil, Fachwerkgiebel, Wohnteil mit giebelseitiger Erschließung, Scheunentor mit Verblattungen, 1797 (i), im Kern vielleicht älter

Das Einhaus dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur des einst selbstständigen Dorfes Stetten. Es vertritt einen für die Region üblichen Typus des Bauernhauses, das Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereinigt. Das Anwesen veranschaulicht frühneuzeitliche Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Landbevölkerung im 18. Jahrhundert und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte.

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Weitere Bilder
Kraftwerk Vogelbach Gewerbekanal
(Karte)
Kraftwerksgebäude über dem Gewerbekanal mit südlichem Abschnitt des Gewerbekanals, verputzter Massivbau mit flach geneigtem Walmdach, kubischer Baukörper mit glatten Wandoberflächen (vermutlich steinmetzmäßig bearbeiteter Vorsatzbeton), nach funktionalen Erfordernissen angeordnete Rechteckfenster, gestuft profiliertes Abschlussgesims an der Frontseite durch sehr niedrige Giebelwand durchbrochen, südlicher Abschnitt des Gewerbekanals, erbaut 1927 (i)

Das Kraftwerk Vogelbach ist ein anschauliches und charakteristisches Zeugnis für einen Industrie- und Versorgungsbau in Formen der Neuen Sachlichkeit in der Zwischenkriegszeit. Es entstand über dem bereits existenten Gewerbekanal, der für die Energieversorgung bzw. den Antrieb der frühen Industriebetriebe Lörrachs von wichtiger Bedeutung war. Das Kraftwerks wurde durch die Kraftübertragungswerke Rheinfelden (KWR) 1927 errichtet und betrieben. Es ist Zeugnis für den Ausbau der Elektrizitätsversorgung Lörrachs in der Epoche der Weimarer Republik. Das Kraftwerk ist damit wichtiges Zeugnis der Versorgungs- und Technikgeschichte der Stadt im 1. Drittel des 20. Jahrhunderts.

97025273
Wohn- und Geschäftshaus Goethestraße 2
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Mansardwalmdach, sehr differenziert aufgebauter Baukörper, an der Südseite eingeschossiger Gebäudeteil (ehem. Backstube) mit Dachterrasse und Balusterbrüstung, abgeschrägte Gebäudeecke mit Balkon, rückwärtige Laube, originale Raumaufteilung und wandfeste Ausstattung (Insbesondere Treppenhaus mit Terrazzoböden und Holztreppen, Kassettentüren mit Rahmungen), für Adolf Eckerlin von Architekt B. Reitsch in Lörrach-Stetten geplant 1906(a)

Das Wohn- und Geschäftshaus Goethestraße 2 wurde 1906 für Adolf Eckerlin von Architekt B. Reitsch in Lörrach-Stetten geplant. In dem eingeschossigen Gebäudeteil auf der Südseite sollte eine Bäckerei untergebracht werden. In seinem guten Überlieferungszustand vermittelt es authentisch die Lebensbedingungen und Wohnverhältnisse des Bürgertums in einer Kleinstadt des Großherzogtums Baden vor dem Ersten Weltkrieg. Es dokumentiert exemplarisch die stadtbaugeschichtliche Weiterentwicklung der Kleinstadt Lörrach innerhalb dieses als gründerzeitliche Stadterweiterung entstandenen Stadtviertels. Nach der Eröffnung des Bahnhofs Lörrach 1862 dehnte sich die Bebauung auch auf die im Südosten des Stadtkernes gelegenen Flächen östlich der Eisenbahnstrecke aus. Vor dem Ersten Weltkrieg entstanden zahlreiche neue Straßenzüge, die rasch mit solchen Einzelhäusern oder Mietshäusern für das Bürgertum bebaut worden waren. Insbesondere wegen der Textilindustrie war in Lörrach während der Blütezeit um die Jahrhundertwende ein rapider Bevölkerungsanstieg zu verzeichnen. Das Wohn- und Geschäftshaus Goethestraße zählt zu den aussagekräftigsten Zeugnissen der Architektur des ersten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts in Lörrach. Es handelt sich um ein charakteristisches Beispiel für die gehobene bürgerliche Wohnarchitektur der Zeit, welche sich auch in diesem Fall unmittelbar an repräsentativ gestalteten Villenanwesen der Oberschicht orientierte.

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Gasolin-Tankstelle Gretherstraße 5
(Karte)
Kassenhaus, verputzter Massivbau mit abgerundeter, auf Kelchstütze über Tankinsel vorkragender Dachplatte, 1957 (a)

Die einstige Gasolin-Tankstelle in Lörrach ist Zeugnis der rasanten Automotorisierung der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Ausbau eines flächendeckenden Tankstellennetzes war notwendig, zumal seit 1951 Benzin wieder frei und ohne Bezugsscheine zu erwerben war. Überall wurden Tankstellen errichtet, für welche die Mineralölunternehmen mitunter markante und unverwechselbare Typenbauten entwerfen ließen, welche die bisherigen Provisorien der unmittelbaren Nachkriegsjahre ersetzten und die jeweilige Marke baulich inszenierten. So ist auch die Lörracher Gasolin-Tankstelle ein anschauliches Beispiel für solche Typenbauten. Die Tankstellen der 1950er-Jahre waren elegant gestaltete Gebäude, in denen sich die Dynamik des Autoverkehrs und der Geschwindigkeit ausdrückte, wie sie damals auch die schnittigen Automobilmodelle vertraten. Mit ihrer Leichtigkeit sind sie charakteristisch für die Architektur der Zeit. So ruht das Vordach der Lörracher Tankstelle über der Fahrgasse und der Tankinsel auf einer eleganten Kelchstütze und ist an den Ecken abgerundet. Die Tankstelle ist damit Zeugnis der Architektur- und Verkehrsgeschichte in der jungen Bundesrepublik.

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Beamtenhaus mit Garten und Einfriedung Gretherstraße 34
(Karte)
Villenartig gestaltetes Mehrfamilienwohnhaus, zweigeschossiger Massivbau mit Mansardenwalmdach, straßenseitig breiter Dachaufbau mit Giebel, verputzte Fassaden mit streng gereihten Fensterachsen, Rechteckfenster mit Klappläden, Gliederung durch Lisenen und Geschossgesims, historische Raumstruktur sowie wandfeste Ausstattung, insbesondere Treppen, Kachelöfen, Türen mit Rahmungen, umfriedeter Vorgarten, erbaut für das Bankhaus Gebr. Röchling Bank (Bankhaus Röchlin) nach Entwurf von Architekt B. Wildmann, Freiburg i. Br., 1923 (a), Einfriedung 1924 (a)

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts waren die Grundstücke im Norden des Lörracher Stadtkerns für eine planmäßige Stadterweiterung vorgesehen. Das Bauland wurde durch ein regelmäßiges Straßennetz in rechteckige Baublöcke aufgeteilt. In der Zwischenkriegszeit entstanden an der Nordseite der Gretherstraße drei repräsentativ gestaltete Wohnbauten mit großzügigen Gartengrundstücken. Das große villenartige Beamtenwohnhaus Nr. 2 entstand für Bankbeamte der Röchling Bank. Das überdurchschnittlich aufwendig gestaltete Beamtenwohnhaus vermittelt exemplarisch die in diesem Fall von Neubarock und Neuklassizismus beeinflusste, den Architekturgeschmack der Zeit widerspiegelnde Baugestaltung eines charakteristischen Mehrfamilienwohnhauses der frühen 1920er-Jahre. Es dokumentiert durch seine Lage und zeittypische, von unterschiedlichen Baustilen beeinflusste Formensprache beispielhaft, wie sich die Kleinstadt Lörrach nach dem Ersten Weltkrieg städtebaulich weiterentwickelte, als das weiträumige Areal nördlich des Stadtkerns bebaut wurde. Das Mehrfamilienhaus war der Initialbau für die Bebauung dieses Bereichs der Gretherstraße mit beachtlichen Villen, die von großzügigen Gartenanlagen umgeben sind. Die für ein Mehrfamilienwohnhaus überraschend anspruchsvolle, ein herrschaftliches Palais aus der Zeit um 1800 nachahmende Architektur sowie die Frei- und Gartenfläche spiegelt außerdem das Prestige der Gebr. Röchling Bank wieder, die zeitweise zu den größten Privatbanken in Deutschland zählte. Die großzügige Frei- und Gartenfläche ermöglichte wie bei einer repräsentativen Villa die Inszenierung des Freiraumes und stellt unterschiedliche Blickachsen zur Umgebung her, die das Wohnhaus auch vom Straßenraum her erlebbar machen. In der von Wohnungsnot und Armut geprägten Notzeit nach dem Ersten Weltkrieg stellte die Errichtung dieses großen Mehrfamilienwohnhauses eine durchaus beachtliche Leistung der sozialen Fürsorge für die Bankangestellten und deren Familien dar. Die Geschäftsfelder der 1849 aus einem Handelshaus der Industriellenfamilie Röchling hervorgegangenen Gebr. Röchling Bank waren hauptsächlich der Handel mit Aktien und Wechseln. Die Lörracher Filiale des Bankhauses wurde 1921 als offene Handelsgesellschaft gegründet und schon 1927 wieder geschlossen. Das Gebäude ist damit wichtiges Zeugnis der Lörracher Architektur-, Stadtbau- und Wirtschaftsgeschichte in der Zwischenkriegszeit.

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Villa Mohr Gretherstraße 36
(Karte)
Villenanwesen, bestehend aus: Villa, zweigeschossiger verputzter Massivbau über L-förmigem Grundriss, Walmdach mit Gauben, hofseitig hölzerne Galerie, Garagentor mit Segmentbogen, zart sprossierte Rechteckfenster mit Schlagläden; umgebender Garten; Einfriedung, Toreinfahrt mit genuteten Pfeilern, daneben Fußgängerpforte, erbaut nach Plänen von Architekt Paul Schmitthenner, Stuttgart, unter Leitung von Heinrich Pfister, Lörrach, für Bankier Ludwig Adolf Mohr und dessen Ehefrau, 1931 (a)

Die Villa entstand in einem Wohngebiet nördlich der Innenstadt, das seit den 1920er-Jahren zunehmend mit gehobenen bürgerlichen Wohnbauten in großen Gartengrundstücken aufgesiedelt wurde. Sie diente als Wohnsitz für den Bankier Ludwig Adolf Mohr und dessen Familie. Mohr beauftragte einen bereits seinerzeit schon prominenten Architekten, den Stuttgart Paul Schmitthenner (1884 bis 1972), einen der Vertreter der sog. Stuttgarter Schule und damit der konservativ ausgerichteten Moderne der Zwischenkriegszeit. Die Villa ist mit ihrer einfachen, nüchternen und strengen Kubatur und Gestaltung absolut charakteristisch für das Werk Schmitthenners, der die Tradition der Reformarchitektur aufgriff, aber noch weiter vereinfachte. Dabei ging es ihm durchaus um ein landschaftsbezogenes Bauen auf dem Fundament der Tradition in Abgrenzung zu der Bewegung des Neuen Bauens. Schmitthenners konservative, aber doch zeitgemäße Architektur sprach gerade vermögende Bauherren aus dem konservativen Besitzbürger- und Unternehmertum an. Die Villa in Lörrach ist sein südwestliches Werk und hat wichtige Bedeutung für sein Schaffen als Wohnhaus- und Villenarchitekt. Nicht zuletzt ist sie Zeugnis der Lörracher Stadtbau- und Sozialgeschichte in der Weimarer Republik.

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Villa Voigt Gretherstraße 42
(Karte)
Villenanwesen, bestehend aus: Villa, langgestreckter, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Walmdach mit Gauben, Eckquaderung, straßenseitig links und rechts zwei polygonale Standerker, Fenster und Türen in Segmentbogengewänden mit Keilsteinen; Garten und Einfriedung mit genuteten Pfeilern, erbaut nach Entwurf von Architekt Fritz Hornberger für Fabrikant Wilhelm Voigt, 1925 (a)

Die Villa Voigt entstand in einem Gebiet nördlich der Innenstadt, das in der Zwischenkriegszeit mit einer ganzen Reihe vornehmer Villenbauten in großzügigen Gärten aufgesiedelt wurde. Bauherr war der Fabrikant Wilhelm Voigt. Wie sein Nachbar Mohr (Nr. 36) beauftragte auch Voigt einen Stuttgarter Architekten mit der Planung für seine Villa, nämlich Fritz Hornberger (geb. 1877). Er war ein zeittypischer Vertreter der sog. Stuttgarter Schule, die eine konservative Ausrichtung verfolgte. Diese fand gerade beim vermögenden, politisch und gesellschaftlich konservativ orientierten Besitzbürger- und Unternehmertum großen Anklang. Hornberger verlieh der Villa den Charakter eines barocken Landhauses, der in der Kubatur, besonders aber in den Segmentbogenfenstern mit den Agraffen-Keilsteinen zum Tragen kommt. Das Gebäude ist damit ein wichtiges Zeugnis der Lörracher Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte in der Weimarer Republik.

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Wohnhaus aus drei Hausteilen Gretherstraße 44, 46, 48
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Massivbau mit flach geneigtem Walmdach, Gliederung durch Sohlbankgesims und Balkone, Windfanvorbauten mit Freitreppen, Treppenhäuser mit vertikalen Fensterbändern, erbaut nach Entwurf von Architekt Karl Meyer für die Rechtsanwälte Alexander und Martin Schlosser, 1935 (a)

Das dreiteilige Mehrfamilienhaus wurde offenbar als Investitionsobjekt für die Rechtsanwälte Alexander und Martin Schlosser nach Entwurf des renommierten Lörracher Architekten Karl Meyer errichtet. Es ist mit seiner Architektur charakteristisch für den konservativ geprägten Wohnbau der Zwischenkriegszeit, wie er in der Zeit des Nationalsozialismus tradiert und bevorzugt wurde. Gleichwohl erscheinen mit den vertikalen Fensterbändern der Treppenhäuser und weiteren Details neusachlich-moderne Einflüsse. Das Gebäude dokumentiert die Lörracher Architektur- und Stadtbaugeschichte.

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Denkmal zur Erinnerung an den Lörracher Flugplatz in Tumringen Nähe Grüttweg
(Karte)
Naturstein mit Inschriftenplatte, darüber ein dreiflügliger Metallpropeller, Inschrift: „Zur Erinnerung an den Flugplatz Lörrach im Grütt 1920 bis 1921 und 1925 – Erster Postflug am 14.11.1920 von Frankfurt nach Lörrach – Flugzeugabsturz am 7.1.1925 im Grütt – Pilot Emil Schäpe im Doppeldecker D 477“, aufgestellt 1988 (a)

Das Denkmal erinnert an den zeitweilig in Tumringen bestehenden Lörracher Flugplatz, der 1920 eröffnet wurde. Es ist damit von stadt- und verkehrsgeschichtlicher Bedeutung.

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Wohn- und Geschäftshaus Haagener Straße 1
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Massivbau in Kopflage, flach geneigtes Satteldach mit einseitigem Halbwalm und Zwerchhaus, traufseitig große gekehlte und profilierte Kielbogenblende mit Fensterachse und Balkon mit schmiedeeisernem Geländer, Fester in gestäbten Gewänden, Fensterbrüstungen mit Blendmaßwerk, am Eck Laden, giebelseitiger Hauseingang in Rollwerkrahmung, 1902 (i)

Das stattliche Gebäude in Kopflage ist ein anschauliches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Die Fassade zeigt das um 1900 beliebte „altdeutsche“ Erscheinungsbild, in dem sich Formen der Spätgotik mit solchen der deutschen Renaissance (Eingangsportal) mischen. In dem Blendmaßwerk der Fensterbrüstungen und vor allem dem verschlungen-vegetabilen Balkongitter zeigen sich aber auch charakteristische Jugendstileinflüsse. Das Gebäude ist damit ein aussagekräftiges Zeugnis für die Architektur- und Stadtbauentwicklung im Lörrach der Zeit um 1900.

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Wohnhaus Haagener Straße 10
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Gauben, Traufgesims mit Zahnschnittfries, Fenster und seitlich angeordneter Hauseingang in einfachen Sandsteingewänden, Mitte 19. Jahrhundert

Das Zeilenhaus ist mit seiner einfachen Gestaltung charakteristisch für die spätklassizistischen Wohnbauten, welche im Zuge der nördlichen Stadterweiterung um die Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet wurden. Es veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse am Ausgang der Biedermeierzeit und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte.

97025039BW
Villenanwesen Haagener Straße 21
(Karte)
Bestehend aus: Villa, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Gauben und zwei venezianischen Kaminaufbauten, flacher Eingangsrisalit, Pilaster- und Gesimsgliederung, im Erdgeschoss flachbogiger Erker; Garten sowie Einfriedung; am Eck achteckiger Pavillon, verputzter Massivbau mit Blendbogengliederung und Welscher Kupferhaube, 1. Viertel 20. Jahrhundert

Die Villa ist ein anschauliches und charakteristisches Beispiel für den anspruchsvollen Wohnbau der bürgerlichen Eliten kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Sie folgt den Kriterien der Reformarchitektur, die in strikter Abkehr vom späten Historismus auf Grundlage einheimischer Traditionen eine moderne, zeitgemäße Formensprache zu verwirklichen suchte. Typisch hierfür sind die Kubatur und die Orientierung an Vorbildern der Zeit um 1800. Ungewöhnlich sind die beiden venezianisch anmutenden Kamine, die auf dem First des Walmdaches markante Akzente setzen. Das Gebäude illustriert gehobene Wohn- und Lebensverhältnisse am Ausgang der wilhelminischen Kaiserzeit und ist Zeugnis der Lörracher Architektur- und Stadtbaugeschichte.

97025040BW
Wohnhaus mit Rückgebäude Haagener Straße 24
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Mansarddach mit Gauben, flacher Mittelrisalit, Traufgesims mit Klötzchenfries, profilierter Stockwerksgurt, seitlich angeordnet Einfahrt; zweigeschossiger Rückgebäude unter Pultdach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, letztes Viertel 19. Jahrhundert

Das Gebäude ist mit seiner traufständigen Zeilenbauweise charakteristisch für die Stadterweiterung nach Norden in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Mit seinem Mansarddach und der historistischen Fassadengestaltung ist es typisch für die Gründerzeit. Das Rückgebäude dokumentiert die oftmals vorhandene hofseitige Bebauung mit Werkstatt- und Nebengebäuden. Das Anwesen ist damit Zeugnis der Lörracher Stadtbau- und Sozialgeschichte im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts.

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Villenanwesen Haagener Straße 25
(Karte)
Bestehend aus: Villa, freistehender, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Walmdach mit Gauben, übergiebelter Mittelrisalit mit Balkon; umgebender Garten, um 1925

Die große Villa ist mit ihrer Kubatur und Gestaltung charakteristisch für den gehobenen Wohnbau, den sich Fabrikbesitzer und vermögende Bürger in Lörrach in der Zwischenkriegszeit errichten ließen. In zeittypischer Weise folgt das Anwesen den Vorstellungen einer traditionalistisch ausgerichteten Strömung der Moderne, wie sie u. a. die sog. Stuttgarter Schule vertrat, und die den politisch und gesellschaftlich in der Regel konservativ ausgerichteten besseren bürgerlichen Kreisen entsprach. Obligatorisch ist der große Garten. Das Anwesen ist Zeugnis der Lörracher Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte in der Zwischenkriegszeit.

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Ev. Pfarrhaus Nord der ev. Kirchengemeinde Lörrach mit Einfriedung und Garten Haagener Straße 27
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Halbwalmdach, giebelständig zur Haagener Straße, jede Gebäudeseite unterschiedlich aufgebaut, Sockel aus grob behauenen grauen Natursteinquadern, einzeln oder zusammengefasst angeordnete Rechteckfenster, an der Straßenseite konvex vorspringender Erker im EG mit darüberliegendem Balkon in korbbogiger Wandnische, auf dem südlichen Dachflügel türmchenartiges Dachhaus mit flankierenden Gauben, originale Raumaufteilung und wandfeste Ausstattung (insbesondere Holztreppe, Kassettentüren, Dielenböden), für die Nordpfarrei (Pfarrei II) der Stadtpfarrei Lörrach von dem Vorstand der Evangelischen Kirchenbauinspektion Karlsruhe Baurat Rudolf Burckhardt geplant 1912 (a), erbaut 1912/13 (a)

Die erste evangelische Predigt in Lörrach wurde 1556 gehalten, kurz bevor Markgraf Karl II. von Baden-Durlach im Markgräflerland die Reformation und eine neue Kirchenordnung einführte. Im Jahr 1557 entstand die als „Alte Pfarrei“ bezeichnete Stadtpfarrei Lörrach. Die Alte Pfarrei der evangelischen Kirchengemeinde wurde 1906 in Südpfarrei (Pfarrei I) und Nordpfarrei (Pfarrei II) aufgeteilt. Im Jahr 1912/13 wurde das Pfarrhaus Nord errichtet und dahinter der zugehörige Pfarrgarten angelegt. Die im März 1912 von der Evangelischen Kirchenbauinspektion Karlsruhe angefertigten Pläne sind von deren Vorstand signiert, dem Baurat Rudolf Burckhardt. Das Pfarrhaus bildete das Zentrum der Pfarrei Nord, die erst Jahrzehnte später mit dem Bau der Christuskirche in den Jahren 1955/56 ihr eigenes Kirchengebäude erhielt. Das Pfarrhaus Nord stellt ein für die Stadt- und Kirchengeschichte von Lörrach bedeutendes Zeugnis dar. Als Dienstgebäude der Pfarrei sowie Wohnhaus des Pfarrers Wilhelm Schulz (Amtszeit 1906 bis 1919) hatten die Amtsräume und Wohnräume des Pfarrhauses sowohl öffentlichen als auch privaten Charakter. Das Pfarrhauses Nord unterscheidet sich nicht nur durch seine in Anbetracht der traditionellen Bauaufgabe durchaus progressiv wirkende Baugestaltung, sondern auch durch seine Nutzung von typischen Pfarrhausbauten des 19. Jahrhunderts. Es waren keine Ökonomiegebäude für die Nebenerwerbslandwirtschaft zur Selbstversorgung des Pfarrers mehr vorhanden. Statt einem Pfarrhof mit Nutzgarten und Scheune wies das Pfarrhaus bereits einen Ziergarten auf. Das Pfarrhaus Nord gehörte zu den letzten ausgeführten Bauten des 1914 verstorbenen Architekten Rudolf Burckhardt (1851 bis 1914). In Anbetracht des frühen Geburtsjahres von Baurat Burckhardt wirkt die Baugestaltung seines Lörracher Entwurfs bemerkenswert fortschrittlich, was eine gewisse Offenheit des jahrzehntelang in historisierenden Stilen bauenden Architekten für moderne Bauformen gegen Ende seiner Künstlerkarriere erkennen lässt.

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Doppelwohnhaus mit Garten und Einfriedung Haagener Straße 34, 36
(Karte)
Freistehender, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Walmdach mit Gauben, straßenseitig flacher Mittelrisalit mit Rundbogenfenstern, Mezzanin und Dreiecksgiebel, an den Schmalseiten einachsige Treppenhausrisalite, umlaufendes Gurtband, seitlich angeordnete Eingänge mit Freitreppen, für die Gebrüder Emil und Gustav Veit geplant 1922 (a)

Das stattliche Doppelhaus entstand für gehobener bürgerliche Wohnverhältnisse, es wurde 1922 für die Gebrüder Emil und Gustav Veit geplant. Es ist mit seiner Kubatur und Gestaltung ein charakteristischer Vertreter der Reformarchitektur, die bis weit in die 1920er-Jahre nachwirkte und ihre Vorbilder u. a. im frühen Klassizismus der Zeit um 1800 suchte. Hier wirkten offenbar die Bauten des badischen Baumeisters Friedrich Weinbrenner anregend. Das Gebäude ist Zeugnis der Lörracher Architektur- und Stadtbaugeschichte in der Zwischenkriegszeit.

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Wohnhaus Haagener Straße 38
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, auffällig schmaler Baukörper mit rechteckigem Grundriss giebelständig zur Straße, Rechteckfenster mit Klappläden; portalartig gestalteter Hauseingang mit dorischen Säulen, wuchtigem Gebälk und Gesims im Stil des Neuklassizismus sowie reich verzierter Haustür, Garten, Garteneinfriedung mit zwei Torpfosten und schmiedeeisernem Tor, durch Bauleiter und Architekt Veit in Offenburg für Rudolf Veit geplant, 1922 (a), rückwärtiger Anbau für den Chrischona-Schwesternverband Lörrach durch Architekt und Bauleiter Paul Adler in Lörrach geplant, 1950 (a)

Durch seine zeittypische baukünstlerische Gestaltung mit neuklassizistischen Hauseingang sowie im Zusammenspiel mit dem ebenfalls um 1922 für die Familie Veit errichteten Nachbarhaus Haagener Straße 34, 36 ist das Wohnhaus Haagener Straße 38 stadtbildprägend. Das zur Verdichtung der bestehenden Wohnbebauung entlang der damaligen Wilhelm-Straße errichtete Objekt dokumentiert exemplarisch die stadtbaugeschichtliche Weiterentwicklung der Kleinstadt Lörrach innerhalb dieses nach 1900 entstandenen Stadtteils. Dem Gebäude kommt baugeschichtliche Bedeutung zu, weil es durch seine für ein solches Einfamilienwohnhaus der 1920er-Jahre überdurchschnittlich qualitätvolle Architektur sowie anschaulich überlieferte ortsfeste Ausstattung ein besonders aussagekräftiges Beispiel für die Entwicklung kleinstädtischer Wohnhausarchitektur im 1. Viertel des 20. Jahrhunderts darstellt. Es vermittelt authentisch die Lebensbedingungen und Wohnverhältnisse des Bürgertums in einer Kleinstadt der Republik Baden um 1920. Seine qualitätvolle Baugestaltung verdeutlicht auf besonders anschauliche Weise den grundsätzlichen Wandel des Architekturgeschmacks nach der Wilhelminischen Epoche in der späten Kaiserzeit. Am Beispiel dieses im Sinne funktionsorientierter moderner Architektur gestalteten Entwurfs lässt sich exemplarisch die Entwicklung der sich im Spannungsfeld von Traditionalismus und Moderne bewegenden Architekturmode der Zwischenkriegszeit aufzeigen. Die für die Entstehungszeit 2 als progressiv zu bezeichnende Baugestaltung mit betont klar aufgebauten, fast gänzlich schmucklosen Schauseiten war schon früh der progressiven Architekturströmung des Sachlichen Bauens verpflichtet. Gleichzeitig wurden durch den aufwendigen Hauseingang mit flankierenden Säulen sowie die Halbkreisfenster in den Giebelwänden auch neuklassizistische und somit historisierende Stilzitate gewählt, die der zeitgenössischen Architekturmode verpflichtet waren.

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Wohnhaus Haagener Straße 56
(Karte)
Freistehender, dreigeschossiger verputzter Massivbau, Walmdach mit Aufschiebling und Gauben, symmetrische Balkonanordnung, mittiger Hauseingang in Nische, Garteneinfriedung, teils genutet, erbaut nach Einwurf von Architekt Karl Meyer, Lörrach, 1936 (a)

Das Mehrfamilienhaus dürfte für Firmenangestellte errichtet worden sein. Es ist ein beispielhaftes Zeugnis für das Schaffen des Lörracher Architekten Karl Meyer. Die Architektur ist typisch für die Entstehungszeit und folgt der Neuen Sachlichkeit, wobei mit dem Walmdach und der genuteten Einfriedung charakteristische Elemente der traditionalistischen Moderne erscheinen, wie sie den Wohnbau der 1930er-Jahre prägte. Das Gebäude dokumentiert die Lörracher Architektur- und Stadtbaugeschichte im 2. Viertel des 20. Jahrhunderts.

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Weitere Bilder
Kath. Pfarrkirche St. Peter Haagener Straße 99
(Karte)
Betonbau, zusammengesetzter Zentralbau mit elliptischem Grundriss, stützenfreier Kirchenraum durch gekrümmte Wände umfasst, auch im Äußeren dynamisch wirkende Form des als Stahlbetonskelettbau ausgeführten Baukörpers, angegliederter Glockenturm aus Betonelementen, Kirchenraum frei überspannt durch Hängedach mit kreuzweise vorgespannten Spannbetonrippen, farbige Glasfenster der Beton-Lichtwand von Kunstmaler Wilfrid Perraudin in Freiburg, Passionsfenster von Paul Ibenthaler in Eichsel, Altarinsel, geschwungene Emporenanlage, Ausstattung (Altar, über dem Altar aufgehängtes Mosaikkreuz, Gestühl, Beichtstuhl, Orgel), Zubehör, vor dem Kirchturm als skulpturale Bildsäule gestaltete Petrussäule von Paul Ibenthaler, erbaut nach einem Entwurf von Stadtbaudirektor Rudolf Dietsche in Lörrach, 1962 bis 1964 (a)

Die katholische Pfarrkirche St. Peter wurde 1963/64 am nördlichen Rand der Lörracher Nordstadt erbaut. Den Entwurf lieferte 1962 Architekt Rudolf Dietsche (1911 bis 2003), der als Stadtbaurat und Direktor an der Spitze des Lörracher Bauamtes stand. An der künstlerischen Ausstattung waren Wilfrid Perraudin und Paul Ibenthaler maßgeblich beteiligt. Von Perraudin stammt der Entwurf für die 1964 von Frey-Isele in Freiburg hergestellte Betonglaswand. Die Betonkirche ist ein großer Stahlbetonskelettbau mit flachem Dach über einem annähernd kreisrunden Grundriss, der durch seine sich schneckenhausartig in die Höhe schraubende Architektur auffällt. Dem Kirchengebäude eng zugeordnet ist der in die Vertikale entwickelte Glockenturm, der als architektonisches Zeichen das Erscheinungsbild von St. Peter wesentlich prägt. Die im Kirchenraum sichtbare, schmucklose Raumdecke ist ein Hängedach mit kreuzweise vorgespannten Spannbetonrippen. Die gekreuzten Spannbetonrippen bilden durch ihre Krümmungen eine netzartige Struktur, welche man als Fischernetz des heiligen Petrus interpretierte. Gemeinderaum und Chorraum gehen ohne bauliche Trennung ineinander über und bilden dadurch einen Einheitsraum. Besonders eindrucksvoll ist die circa 220 m³ große Beton-Lichtwand von Wilfrid Perraudin auf der Ostseite, deren diaphane Betonverglasung den Kirchenraum durch ihre leuchtende Farbigkeit in den dominierenden Farbtönen Blau, Gelb und Rot in ein stimmungsvolles Licht taucht. Die Beton-Lichtwand von Wilfrid Perraudin galt zur Zeit ihrer Fertigstellung 1963 als die größte der Welt in neuartiger Beton- statt traditioneller Bleiverglasung. Die Pfarrkirche St. Peter ist ein phantasievoller Einzelentwurf, bei dem sich der Architekt Dietsche von traditionellen Baugedanken des Kirchenbaus loslöste. Bezüglich Form und Detailausbildung entspricht sein Entwurf keinem konkreten Kirchentypus des von experimenteller Vielfalt, Formenreichtum sowie neuartigen Baustoffen und Materialien geprägten Sakralbaus der Nachkriegsmoderne. Durch sein ungewohntes Erscheinungsbild grenzt sich der progressive Entwurf deutlich von profaner Architektur ab und spiegelt dadurch das damalige Verständnis von moderner Sakralarchitektur wider. Das Alleinstellungsmerkmal von Dietsches Entwurf ist die deutlich erkennbare Schneckenform, die den elliptischen Zylinder dynamisiert. Anfang der 1960er-Jahre stellte diese phantasievolle Bauidee eine exzeptionelle Innovation dar, die bei solchen großen Kirchenbauten noch nicht verbreitet war. Sehr charakteristisch für den Kirchenbau der Zeit sind unter anderem die spannungsvolle Kombination von öffnungslosen Wandflächen und transparenten Glasflächen oder die gekrümmten Umfassungswände. Anhand der zahlreichen Krümmungen zeigt der Entwurf eine klare Tendenz zur „plastisch-dynamischen Strömung“ im Kirchenbau der 1960er-Jahre. Am Beispiel von St. Peter lässt sich anschaulich der grundlegende Wandel in dem maßgeblich durch die liturgischen Neuerungen des Zweiten Vatikanischen Konzils veränderten Formverständnis des modernen Kirchenbaus der 1960er-Jahre aufzeigen. Der während des Zweiten Vatikanischen Konzils und der 1963 verabschiedeten Liturgieverfassung entstandene Kirchenbau dokumentiert exemplarisch die Vielfalt des katholischen Kirchenbaus der Zeit. Am Beispiel des durch Gemeinderaum und Altarinsel gebildeten Einheitsraums kann beispielhaft aufgezeigt werden, wie die durch das Zweite Vatikanische Konzil gewandelten liturgischen Voraussetzungen zu einer Annäherung des katholischen und des evangelischen Kirchenbaus führten. Wegen ihrer hohen architektonischen und baukünstlerischen Qualität ist St. Peter als ein wichtiger regionaler Beitrag zur Kirchenbaulandschaft der Nachkriegsmoderne in Baden-Württemberg zu bewerten.

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Weitere Bilder
Fridolinschule Stetten Hauptstraße 27
(Karte)
Bestehend aus zwei durch zwei winkelförmig zueinanderstehenden, durch einen Arkadengang mit Durchfahrt miteinander verbundenen Baukörpern, Altbau zweigeschossig und verputzt mit flach geneigtem Walmdach übergiebelter Mittelrisalit mit Palmettenaufsatz, 1876/77 (a); Neubau, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach und Gaubenband, Entwurf von Architekt Otto Hertel, Bauleitung Architekt Carl Marx, 1927/28 (a)

Der Komplex der heutigen Fridolinschule im Stadtteil Stetten dokumentiert beispielhaft die Entwicklung des Schulbaus von der Gründerzeit bis in die Zeit der Weimarer Republik. Der Altbau ist mit seiner einfachen, fast noch spätklassizistisch geprägten Gestaltung charakteristisch für die 1870er-Jahre und zeigt, wie in dem damals wachsenden, katholisch geprägten Dorf Stetten ein neuer Schulbau notwendig wurde. 1927/28 wurde dieses Gebäude im Zuge eines Wettbewerbs um einen großen Neubau erweitert, der in geschickter Weise mit dem Altbau über einen Arkadengang verbunden wurde. Die Formensprache des Neubaus ist nüchtern und folgt Ideen der Neuen Sachlichkeit, auch wenn mit der Kubatur und dem Arkadengang Elemente der traditionalistischen Richtung der Moderne Anwendung fanden. Der Schulkomplex ist damit Zeugnis der Lörracher Stadtbau- und Bildungsgeschichte sowie für das Werk des Lörracher Architekten Otto Hertel.

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Wohnhaus Hauptstraße 28
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, hohes Kellergeschoss, Fenster und Haustüre in einfachen Rechteckgewänden, traufseitige Erschließung über zweiläufige Freitreppe, Türsturz mit girlandenüberfangenem Keilstein, 1836 (i)

Das Gebäude dokumentiert die Erweiterung des einst selbstständigen Dorfes Stetten westlich des alten Ortsetters entlang der Hauptstraße in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es ist mit seiner einfachen, von der Weinbrenner-Schule geprägten Architektur ein charakteristisches Zeugnis des Klassizismus. Das Haus veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse der Biedermeierzeit und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

97025051
Niederdorfbrunnen Hauptstraße 28
(Karte)
Laufbrunnen. Kastentrog mit abgeschrägten Kanten und Stock mit Eichelbekrönung aus Stein, 19. Jahrhundert

Der klassizistische Laufbrunnen dokumentiert die vormoderne Wasserversorgung Lörrachs. Er dürfte dem Stil nach von dem Solothurner Marmorierers und Steinmetzen Urs Bargetz geliefert worden sein, der zahlreiche Brunnen für die Stadt fertigte.

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Einhaus Hauptstraße 30
(Karte)
Langgestreckter verputzter Massivbau unter Satteldach, zweigeschossiger Wohnteil über hohem Kellersockel, Fenster und Haustür in einfachen Rechteckgewänden, rundbogiges Kellerportal, Erschließung über kleine Freitreppe, Hauseingang mit girlandenüberfangenem Keilstein im Sturz, rückseitig verglaste überkragende Holzgalerie mit Verbretterung, 1825 (i), Ökonomieteil mit Stall und großen Rundbogentor, wohl Neubau 1843 (i)

Das Einhaus dokumentiert die von der Landwirtschaft gekennzeichnete historische Siedlungsstruktur des einst selbstständigen Dorfes Stetten und illustriert das Ortswachstums jenseits des alten Ortsetters entlang der Hauptstraße in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es ist beispielhaft für einen in der Region weit verbreiteten Typus des Bauernhauses, der Wohnen und Wirtschaften unter einem gemeinsamen Dach vereinigt, wobei der Ökonomieteil offenbar nicht von Anfang an zusammen mit dem Wohnteil erstellt wurde oder aber einen älteren Stall-Scheunen-Teil ersetzt hat. Die Architektur ist charakteristisch für den von der Weinbrenner-Schule in Karlsruhe geprägten Klassizismus. Wie mehrfach in der Region zu beobachten, findet sich an der rückwärtigen Traufseite ein Laubengang. Das Gebäude veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

97025052
Winkelgehöft Hauptstraße 48
(Karte)
Bestehend aus: Wohnhaus, traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau unter flach geneigtem Satteldach, Fenster in einfachen Rechteck- und Segmentbogengewänden, Hauseingang mit gefastem Rundbogen, im Kern wohl Ende 17. Jahrhundert, Umbauten 18./19. Jahrhundert; quer dazu anstoßend Scheune, verputzter Fachwerk- und Massivbau, freiliegender Fachwerkgiebel, Satteldach, Scheunentor mit hölzernem Rundbogen, im Scheitel Initialen, H H, erbaut 1695 (i)

Die Hofanlage dokumentiert die von Landwirtschaft und Weinbau geprägte historische Siedlungsstruktur des einst selbstständigen Dorfes Stetten. Das Wohnhaus dürfte, wie die gefaste Rundbogenpforte annehmen lässt, im Kern etwas aus derselben Zeit stammen wie die inschriftlich auf 1695 datierte Scheune, wurde allerdings bis ins 19. Jahrhundert mehrfach aus- und umgebaut. Das Anwesen veranschaulicht vormoderne Wohn- und Wirtschaftsverhältnisse der Landbevölkerung und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte.

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Wohnhaus Hauptstraße 52
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Aufschiebling, profiliertes Traufgesims, Fenster und Hauseingang in einfachen Rechteckgewänden, Eingang mit Keilstein im Sturz, frühes 19. Jahrhundert.

Das stattliche Wohnhaus am östlichen Ausgang des alten Ortskerns von Stetten ist mit seiner Traufständigkeit charakteristisch für das Ortsbild. Mit seinen einfachen Bauformen ist es zeittypisch für die von der Weinbrenner-Schule in Karlsruhe geprägte Architektur auch in der badischen Provinz. Das Gebäude veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse der Biedermeierzeit und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

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Wohnhaus Hauptstraße 54
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Aufschiebling und traufseitiger Vorkragung, Fenster und Haustüre in einfachen Rechteckgewänden, Türsturz mit Keilstein, frühes 19. Jahrhundert

Das Gebäude ist mit seiner Traufständigkeit charakteristisch für die Zeilenbebauung innerhalb des alten Stettener Ortskerns. Es ist mit seiner einfachen Gestaltung zeittypisch für den Wohnbau im frühen 19. Jahrhundert. Das Haus veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

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Hofanlage Hauptstraße 64
(Karte)
Bestehend aus:
  • Wohnhaus, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Fachwerkgiebel, traufseitig überstehendes Satteldach mit Aufschiebling, Fenster und traufseitige Haustür in einfachen Rechteckgewänden, wohl Anfang 19. Jahrhundert;
  • quer dazu Ökonomiegebäude/Scheune, verputzter Massiv- und Fachwerkbau, Satteldach mit Aufschiebling, im Kern wohl 1. Viertel 19. Jahrhundert, Umbauten Anfang 20. Jahrhundert

Die Hofanlage mit einem regionaltypischen Wohnhaus dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur des einst selbstständigen Dorfes Stetten. Sie veranschaulicht vormoderne Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und ist Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte.

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Wohn- und Geschäftshaus Hermann-Albrecht-Straße 10
(Karte)
Straßenbildprägendes Eckhaus, zweigeschossiger verputzter Bau mit Halbwalmdach, im Erdgeschoss rundbogige Wandöffnungen mit profilierten Umrahmungen, im Obergeschoss einzeln oder gepaart angeordnete Rechteckfenster mit Klappläden, hohe und gekehlte Abschlussgesimse, originale Raumaufteilung und ortsfeste Ausstattung (insbesondere Treppe, Parkettböden, Türbestand), von einem anonymen Architekt oder Baumeister wohl für Friedrich Egle erbaut, 1906 (i)

Das Wohn- und Geschäftshaus Hermann-Albrecht-Straße 10 wurde laut der Bauinschrift über der Eingangstür 1906 von einem anonymen Architekt oder Baumeister erbaut, vermutlich für Friedrich Egle in Stetten. Durch seinen überdurchschnittlich guten Überlieferungszustand vermittelt es besonders authentisch die Lebensbedingungen und Wohnverhältnisse des Bürgertums in einer südbadischen Kleinstadt um 1900 bis 1910. Es dokumentiert exemplarisch die stadtbaugeschichtliche Weiterentwicklung der Kleinstadt Lörrach innerhalb dieses als gründerzeitliche Stadterweiterung entstandenen Stadtviertels. Nach der Eröffnung des Bahnhofs Lörrach 1862 dehnte sich die Bebauung auch auf die im Südosten des Stadtkernes gelegenen Flächen östlich der Eisenbahnstrecke aus. Der Bauplatz des Hauses Hermann-Albrecht-Straße 10 lag in einem im späten 19. Jahrhundert noch kleinteilig parzellierten Gebiet zwischen Lörrach und Stetten, das als Neustetten bezeichnet wurde. Nach der Errichtung der acht Reihenhäuser an der Friedensgasse und der Niederfeldgasse entstanden hier neue Straßenzüge, die rasch mit solchen Einzelhäusern oder Mietshausgruppen für das Bürgertum bebaut wurden. Lörrach und Stetten wuchsen dadurch allmählich zusammen. Insbesondere wegen der Textilindustrie war in Lörrach während der Blütezeit um die Jahrhundertwende ein rapider Bevölkerungsanstieg zu verzeichnen. Das Wohn- und Geschäftshaus verdeutlicht anschaulich den Wandel des Architekturgeschmacks während der Wilhelminischen Epoche in der späten Kaiserzeit. Seine für die Entstehungszeit 1906 als progressiv zu bezeichnende baukünstlerische Gestaltung unter Einfluss von Reformstil und Heimatstil mit neubarocken Anklängen orientiert sich in freier Form an barocken Bauten aus dem 18. Jahrhundert. Am Beispiel dieses qualitätvollen Entwurfs lässt sich besonders gut die aktuelle Architekturmode der Zeit aufzeigen. Der ungewöhnliche Abschluss des Baukörpers mit einem gekehlten Fries statt einem profilierten Abschlussgesims deutet auf einen Schweizer Einfluss hin.

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Figur Herrenstraße 5
(Karte)
Keramische Halbplastik die eine Frauenfigur darstellt, von Max Laeuger 1935, früher in der Eingangshalle der Stadthalle und heute im Kultur- und Veranstaltungszentrum Burghof

Die keramische Halbplastik stellt eine nackte Frauenfigur dar und wurde 1935 von dem Architekten und Keramiker Max Laeuger (1864 bis 1952) geschaffen. Sie war früher in der Eingangshalle der Stadthalle und befindet sich heute im Kultur- und Veranstaltungszentrum Burghof. Der vielfältig talentierte Künstler Laueger gehörte zu den Gründern des 1907 ins Leben gerufenen Deutschen Werkbunds. Er hatte in Karlsruhe eine eigene Werkstatt und war ein wichtiger Wegbereiter der deutschen Kunstkeramik des 20. Jahrhunderts. In der Lörracher Nordstadt ist die Lauegerstraße nach nach ihm benannt. Sein Nachlass ist in der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe erhalten.

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Villa Walz Holzgasse 27
(Karte)
Villenanwesen, mehrgeschossiger und verputzter Massivbau mit Giebelmansarddach, unterschiedlich aufgebaute Fassaden, hohes Untergeschoss mit Verblendung aus rustizierten Natursteinquadern, an der Langseite breiter Risalit mit drei Loggien im 1. OG und ausgebautem Mansardenwalmdach, mehrere Erker, mit Garten, erbaut nach Plänen von Maurermeister Max Muny durch das Baugeschäft Max und Fritz Muny in Lörrach für Brauereidirektor Heinrich Walz (Reitter-Bräu), 1911 (a)

Das frei in einem großen Garten stehende Gebäude ist ein anschauliches und charakteristisches Beispiel für den bürgerlichen Villenbau der Reformarchitektur im frühen 20. Jahrhundert. Aus traditionellen Elementen wird eine neue Formensprache entwickelt, wobei u. a. die Architektur des 18. und frühen 19. Jahrhunderts Pate stand. Zeittypisch ist der als tragendes Element ausgewiesene Unterbau in Bossenquadern, über dem sich ein nach malerischen Gesichtspunkten aufgebauter Baukörper erhebt. Die Villa wurde von dem renommierten Lörracher Baugeschäft Max und Fritz Muny für den Brauereidirektor Heinrich Walz errichtet, wobei Max Muny die Entwürfe lieferte. Sie dokumentiert die gehobenen Wohn- und Lebensverhältnisse und den gesellschaftlichen Status eines erfolgreichen Unternehmers aus der Lebensmittelbranche am Ende der wilhelminischen Kaiserzeit und ist nicht nur Zeugnis der Lörracher Architektur- und Stadtbau-, sondern auch der Sozialgeschichte.

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Staatliches Forstamt Humboldtstraße 5
(Karte)
Villenartiges Anwesen mit Einfriedung, freistehender, zweigeschossiger verputzter Massivbau, mächtiges Zeltdach mit polygonalen Gauben, turmartiger, polygonaler Standerker mit spitzem Zeltdach, reiche Werksteingliederungen, bossierte Ecke, im 1. Obergeschoss Loggia, Fenster in gestäbten Sandsteingewänden, Hauseingang in gestäbtem und gekehlte Rundbogen, Oberlicht mit Vorhangbogen und Fischblasenmaßwerk, umgebender Garten und Freifläche, ornamental reich gestalteter schmiedeeiserner Gartenzaun, um 1905 bis 1910

Das Staatliche Forstamt ist ein besonders qualitätvolles und charakteristisches Beispiel für einen badischen Staatsbau im frühen 20. Jahrhundert. Die damaligen Dienstsitze mit Dienstwohnung der Forstbeamten wurden oftmals in der Art großer, repräsentativer Villen in späthistoristischem Stil errichtet. Hier wird mit den Formen sehr bewusst an die Architektur der Spätgotik im Oberrheingebiet angeknüpft, um so einen Bezug zur Region und deren Geschichte zu schaffen. Dabei zeigen sich in manchen Details deutliche Einflüsse von Reform- und Jugendstil, besonders in dem elegant geschwungenen Schmiedeeisenwerk des Einfriedungszaunes. Das stattliche Gebäude ist wichtiges Zeugnis der Architektur- und Stadtbaugeschichte Lörrachs in der wilhelminischen Kaiserzeit und dokumentiert nicht nur das staatlichen Bauen, sondern auch badische Behördengeschichte.

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Keramik an der Fassade des Gesundheitsamtes Humboldtstraße 12
(Karte)
Relief Mann und Frau mit Pflanze und Vogel, Entwurf Alfred und Gerta Halter, Keramik Richard Bampi, 1957 (a)

Das Relief ist in seiner Gestaltung und Ausführung ein sehr charakteristisches Beispiel für das Thema Kunst am Bau in den 1950er-Jahren. Entworfen von Alfred und Gerta Halter, wurde das Keramikrelief durch den Künstler Richard Gustav Bampi (1896 bis 1965) ausgeführt, der zahlreiche Keramikbilder als Kunst am Bau ausführte. Das Relief thematisiert die Einheit der Schöpfung und die menschliche Existenz in Abhängigkeit von Natur und Umwelt. Es ist auch Zeugnis für das Schaffen des Ehepaars Halter wie auch des in Kandern ansässigen und tätigen Bampi.

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Wohnhaus Hünerbergweg 3
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Aufschiebling und traufseitiger Vorkragung, verbretterter Fachwerkgiebel, einfache Rechteckfenster in gefasten Gewänden, am Türbogen bezeichnet, 1563

Das am Übergang vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit errichtet Haus steht in der sog. Ufhabi, einer Siedlung östlich des alten Lörracher Stadtkerns, und ist mit seiner inschriftlichen Datierung auf 1563 eines der ältesten noch bestehenden Bauernhäuser Lörrachs. Die Anlage solcher Höfe im Areal des vormaligen Klosterwaldes wurden vom – seinerzeit bereits reformierten – Basler Kloster St. Alban gefördert. Das Gebäude veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse der Landbevölkerung in der Region und ist ein wichtiges und hauskundlich interessantes Zeugnis der Bau- und Siedlungsgeschichte Lörrachs.

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Villenanwesen Hünerbergweg 7
(Karte)
Villa mit Garten und bossierter Einfriedung, eingeschossiger verputzter Massivbau mit bossiertem Sockel, ausladendes, traufseitig weit überstehendes Halbwalmdach mit verschindeltem Gaubenband, Giebel ist strengem, stilisiertem Zierfachwerk mit Balkon, am Eck dreiviertelrunder Standerker, traufseitig Eingangsloggia, erbaut von Regierungsbaumeister Freund, 1920 (a)

Die Villa ist ein charakteristisches, aber zugleich auch spätes Beispiel für die vom Heimatschutzgedanken beeinflusste Richtung der Reformarchitektur, in der sich auch Jugendstilanklänge finden, wie das Fachwerk des Giebels mit den leicht gebogenen Streben verrät. Das mächtige Dach und der Balkon am Giebel assoziieren Schwarzwaldhäuser, deren traditionsreiche Form hier weiterentwickelt und modern interpretiert ist. Der Schwarzwaldhausstil erfreute sich dabei im frühen 20. Jahrhundert in Baden großer Beliebtheit, wurde er doch mit Heimatliebe und Regionalpatriotismus in Verbindung gebracht. Das Gebäude ist ein wichtiges Zeugnis der Lörracher Villenkultur und der Stadtbau- und Architekturgeschichte.

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Villenanwesen Hünerbergweg 34
(Karte)
Villa mit Garten, freistehender, zweigeschossiger verputzter Massivbau, durch Balkone und Erker modellierter Baukörper unter Satteldach mit Aufschiebling und Aufbauten, am Giebel Wetterdach, bossierter Werksteinsockel, Fenster mit Schlagläden, errichtet nach Entwurf von Architekt Heinrich Pfister, 1923 (a)

Die am Hang, in Aussichtslage auf das Wiesental gelegene Villa, ist wichtiges Zeugnis der Lörracher Villenkultur und Zeugnis der Architektur- und Stadtbaugeschichte. Entworfen wurde sie 1923 von dem renommierten Lörracher Architekten Heinrich Pfister. Das Gebäude bildet mit seiner durch Erker und Balkone modellierten Kubatur ein charakteristisches, und dabei auch spätes Beispiel für die Reformarchitektur der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, die in der Region aber bis in die 1920er-Jahre im Sinne eines traditionalistisch orientierten, konservativen Bauens mit starken Heimatbezügen tradiert wurde. Das Anwesen veranschaulicht dabei gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse in der Zwischenkriegszeit.

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Pumpwerk Ötlingen Am Stammbachgraben
(Karte)
Eingangsbauwerk aus Mauerwerk mit Sandsteinquadern, Tür- und Fensterrahmungen in hellerem Stein, auf der Decke Schornstein mit quadratischer Grundfläche, im Innern Reste der historischen Technik, 1901 (i)

Das Gebäude ist ein anschauliches Zeugnis für die Einrichtung einer modernen Wasserversorgung in Lörrach und Umgebung in der Zeit um 1900. Wie üblich, wurde der Eingang zum erdgedeckten Hochbehälter aufwendig als Werksteinarchitektur gestaltet, um so die Bedeutung der Einrichtung hervorzuheben und den Funktionsbau zugleich als Staffage in das Landschaftsbild einzubinden. Mit der überlieferten technischen Einrichtung dokumentiert das Pumpwerk auch Technikgeschichte der Zeit.

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Weitere Bilder
Eisenbahnüberführung Wiesebrücke an der Strecke Weil am Rhein – Lörrach (VzG-Streckennummer 4410) zwischen den Stationen Weil am Rhein Ost und Lörrach Dammstraße Nähe Insel
(Karte)
Zur Überquerung der Wiese, der heutigen B 317 und eines Uferweges, drei Öffnungen, eingleisige Bogenbrücke kombiniert mit zwei seitlich anschließenden Gewölbebrücken an beiden Seiten zur Weg- bzw. Straßenüberquerung, Widerlager bzw. Brückenpfeiler und seitliche Gewölbe mit Natursteinmauerwerk verblendet; rustizierte Sockelsteine, Abschlussgesimse und Kantenquaderungen und Bogensteine an den Stirnseiten der Brückengewölbe; eiserner Hauptbogen aus zwei genieteten Bogenträgern mit unmittelbar auf den Bogenscheiteln aufliegender und nach den Seiten aufgeständerter Fahrbahn, Gesamtlänge 96 m, Lichtweite des Hauptbogens 52 m, Lichtweite der Seitenbogen jeweils 16 m, Höhe über Wasserspiegel etwa 15 m, Gesamtgewicht 190 t, Gründung auf Pfählen, Bogenträger von der Brückenbauanstalt Kaiserslautern ausgeführt 1888 bis 1900 (a), Inbetriebnahme der Verbindungsbahn Leopoldshöhe – Lörrach als strategische Bahn zur Umfahrung des Schweizer Territoriums durch die Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen, 1890 (a), Sprengung des Hauptbogens am 24. April 1945, Fertigstellung der Wiederherstellung im Auftrag der Bundesbahndirektion Karlsruhe unter Aufsicht des Bundesbahn-Betriebsamtes Basel durch die Firma Eisenbahn Wyhlen A. G. in Wyhlen (Baden), 1953 (a)

Das große Brückenbauwerk ist ein wichtiges Zeugnis der Verkehrsgeschichte im Grenzgebiet des Oberrheins und dokumentiert anschaulich Eisenbahngeschichte und Ingenieurbaukunst im Zeitalter der Hochindustrialisierung. Als Teil der strategischen Umfahrung des neutralen Schweizer Staatsgebietes illustriert das eindrucksvolle Brückenbauwerk auch die militärische Bedeutung des Eisenbahnwesens in den Planungen der Militärs in der wilhelminischen Kaiserzeit sowie den Ausbau der Schienenwege in der Region durch den Badischen Staat.

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( Wikidata)

Einhaus Inzlinger Straße 10
(Karte)
Traufständiger, teilverputzter Bruchsteinbau mit Schopfwalmdach, zweigeschossiger Wohnteil mit einfachen Rechteckfenstern, Scheunenteil mit großem Korbbogentor und querovalen Okuli, rückseitig quergestellter Anbau, 1828 (i)

Das stattliche Einhaus dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur des einst selbstständigen Dorfes Stetten. Es verkörpert einen für die Region üblichen Typus des Bauernhauses, der Wohnen und Wirtschaften unter einem gemeinsamen Dach vereinigt. Die Bauformen wirken mit dem Korbbogentor und den Okuli am Scheunenteil durchaus noch Spätbarock, doch tradierten sich solche Stilelemente im 1. Drittel des 19. Jahrhunderts in der Region. Das Anwesen veranschaulicht Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Landbevölkerung am Ausgang der Vormoderne und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte.

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Einhaus Inzlinger Straße 11 b
(Karte)
Breitgelagerter verputzter Massivbau, Satteldach mit Aufschiebling, zweigeschossiger Wohnteil, Ökonomieteil mit großem, gefastem Rundbogentor, traufseitige Erschließung, wohl 17. /18. Jahrhundert

Das von der Straße zurückgesetzte Einhaus dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur des einst selbstständigen Dorfes Stetten. Es vertritt einen für die Region üblichen Typus des Bauernhauses, der Wohnen und Wirtschaften unter einem gemeinsamen Dach vereinigt. Das Gebäude veranschaulicht frühneuzeitliche Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Landbevölkerung und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte.

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Weitere Bilder
Kath. Filialkirche Heilige Familie Käppelestraße
(Karte)
Saalkirche mit längsrechteckigem Grundriss und freistehendem Glockenturm, Eingangsvorhalle mit Flachdach über schlanken Stützen, giebelseitig verglastes, umlaufendes Fensterband, seitlich Betonglasfenster von Emil Wachter, Herstellung durch Glaswerkstätte Frey-Isele, Freiburg, Metall- und Steinmetzarbeiten von Josef Henger, Taufstein von Matthias Buchhaas, als Fertigbau nach dem Typ Frank errichtet, entworfen von Wilhelm Frank, 1965/66 (a)

Die katholische Filialkirche Heilige Familie ist ein längsrechteckiger Bau, der von einem großen und steilen, an den Langseiten weit herab gezogenen Satteldach überspannt wird. Der Kirchengemeinde wurde der Rohbau der Kirche durch die Diözese Freiburg vollständig bezahlt, weil man sich hier zum ersten Mal in der Diözese für die Errichtung einer Fertigbaukirche entschieden hatte. Dabei bediente man sich des Systems Frank, das von dem Architekten Wilhelm Frank (geb. 1913), Stuttgart, entwickelt worden war. An der Eingangsfassade ist dem Bau eine offene Eingangshalle vorgelegt. Von hier führt ein zweiflügeliges Portal ins Innere der Kirche, deren Ausstattung weitgehend bauzeitlich ist. Dominiert wird der Kirchenraum durch Glasfenstern von Emil Wachter (1921 bis 2012), die in kräftigen Farbtönen das Innere belichten. Der Ravensburger Künstler Josef Henger (1931 bis 2020) entwarf Metallarbeiten wie Kruzifix und Sakramentshaus. Von ihm stammen auch der Hochaltar und der Ambo – beides aus Muschelkalk – und das Eingangsportal mit den 12 Toren des himmlischen Jerusalem sowie dem Lamm Gottes. Den Taufstein schuf der Lörracher Bildhauer Matthias Buchhaas.

Der Kirche kommt als Fertigbau wichtige Bedeutung für die Entwicklungen im katholischen Sakralbau der 1960er-Jahre zu. So waren in der Diözese Rottenburg Fertigbaukirchen in mehreren unterschiedlichen Typen beispielhaft entwickelt wurden. Seltenheitswert hat die Kirche dadurch, dass Fertigbaukirchen vor allem in der Diözese Rottenburg, vorkommen, nicht aber in der Diözese Freiburg im Bereich des südlichen Badens, insbesondere des Markgräflerlandes. Das Gotteshaus hat dabei zentrale Bedeutung für die Stadt- und Konfessionsgeschichte Lörrachs in der Nachkriegszeit und dokumentiert mit ihrer Ausstattung das Schaffen der Künstlerpersönlichkeiten Wachter und Henger.

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( Wikidata)
Kirchbrunnen Kirchplatz 8
(Karte)
Laufbrunnen, querrechteckiger Trog mit abgeschrägten Ecken, Brunnenstock mit steilem, kugelbekröntem Pyramidenaufsatz, wohl um 1840 bis 1844

Der Kirchbrunnen im einst selbstständigen Dorf Stetten ist ein anschauliches Beispiel für die zahlreichen Varianten, welche die Solothurner Steinhauerfirma des Marmorierers Urs Bargetzi im 19. Jahrhundert in den südbadischen Raum lieferte. Er dokumentiert die vormoderne Wasserversorgung Stettens und zeugt dabei, dass Brunnen auch als repräsentativ gestaltete Ausstattungen des Ortsbildes dienten.

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Wohnhaus Kirchstraße 5
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau in Ecklage, Satteldach mit einseitigem Halbwalm und Gaubenreihe, Konsoltraufgesims, an umlaufender Giebellinie fortgesetzt, axialsymmetrische Fassade mit Horizontalgliederung durch umlaufenden Sohlbankgesims, Erdgeschossfenster mit Keilsteinen, Beletagefenster mit profilierten Kopfgesimsen, traufseitige Erschließung über mittigen Eingang, Mitte 19. Jahrhundert

Das Gebäude tradiert mit seiner Traufständigkeit die für die Lörracher Innenstadt charakteristische Zeilenbauweise, welche das Ortsbild nachhaltig prägte. Mit seinen Stilformen gehört es in den späten Klassizismus. Das Gebäude veranschaulicht bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse der späten Biedermeierzeit und dokumentiert den innerstädtischen Ausbau um die Mitte des 19. Jahrhunderts.

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Wohnhaus Kirchstraße 6
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit traufseitig vorkragendem Satteldach, Gliederung durch Stockwerksgurt, seitlich Einfahrt in Rechteckgewände, Mitte 19. Jahrhundert

Das Gebäude ist mit seiner traufständigen Zeilenbauweise und einfachen Gestaltung charakteristisch für die klassizistischen Stadterweiterungen und Ausbauten Lörrachs. Es veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse am Ende der Biedermeierzeit und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte.

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Wohnhaus Kirchstraße 8
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Gauben, Sockel in Rotsandstein, Gliederung durch Sohlbankgesims, Beletagefenster mit Kopfgesimsen auf Gebälken, seitlich Torfahrtrisalit, Einfahrt in rustizierter Segmentbogenblende, Mitte 19. Jahrhundert

Das Gebäude ist mit seiner traufständigen Zeilenbauweise und Gestaltung charakteristisch für die spätklassizistische Erweiterung der Kirchstraße nach Osten. Dabei werden Formen barockzeitlicher Modellhäuser mit seitlicher Torfahrt tradiert. Das Gebäude veranschaulicht bürgerliche Lebens- und Wohnverhältnisse am Ausgang der Biedermeierzeit und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte. Im Straßenbild fällt es durch die verhältnismäßig aufwendige Gestaltung des Einfahrtstore mit einer rustizierten Bogenblende auf.

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Wohnhaus Kirchstraße 9
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Gaubenreihe, Gliederung durch Sohlbankgesims, Fenster und Hauseingang in einfachen Rechteckgewänden, mit Kopfgesimsen über Gebälken, Mitte 19. Jahrhundert

Das Gebäude ist mit seiner traufständigen Zeilenbauweise und einfachen Gestaltung charakteristisch für die spätklassizistische Erweiterung der Kirchstraße nach Osten. Es veranschaulicht bürgerliche Lebens- und Wohnverhältnisse am Ausgang der Biedermeierzeit und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte.

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Wohnhaus Kirchstraße 10
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Gaubenreihe, Sohlbankgesims, Fenster in einfachen Rechteckgewänden, in Beletage mit Kopfgesimsen auf Gebälken, seitlich angeordnete rechteckige Torfahrt, Mitte 19. Jahrhundert

Das Gebäude ist mit seiner traufständigen Zeilenbauweise charakteristisch für die spätklassizistische Erweiterung der Kirchstraße nach Osten ab Mitte des 19. Jahrhunderts. Dabei werden Formen barockzeitlicher Modellhäuser mit seitlicher Torfahrt tradiert. Das Gebäude veranschaulicht bürgerliche Lebens- und Wohnverhältnisse am Ausgang der Biedermeierzeit und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte.

97025225BW
Wohnhaus Kirchstraße 13
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, vorkragendes Satteldach mit drei Gauben, Fenster in einfachen Rechteckgewänden, Nischeneingang in profiliertem Rechteckgewände, 1862 (i)

Das Gebäude ist mit seiner traufständigen Zeilenbauweise charakteristisch für die spätklassizistische Erweiterung der Kirchstraße nach Osten ab der Mitte des 19. Jahrhunderts. Das Gebäude veranschaulicht bürgerliche Lebens- und Wohnverhältnisse am Ausgang der Biedermeierzeit und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte.

97025226BW
Wohnhaus Kirchstraße 15
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Gauben, Fenster in einfachen Rechteckgewänden, seitlich angeordnete Torfahrt mit gefasten Gewänden, hofseitig hölzerner Laubengang mit verbretterter Brüstung über schlanken Holzstützen, um 1860

Das Gebäude ist mit seiner traufständigen Zeilenbauweise charakteristisch für die spätklassizistische Erweiterung der Kirchstraße nach Osten ab Mitte des 19. Jahrhunderts. Dabei werden Formen barockzeitlicher Modellhäuser mit seitlicher Torfahrt tradiert. Das Gebäude veranschaulicht bürgerliche Lebens- und Wohnverhältnisse am Ausgang der Biedermeierzeit und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte.

97025227BW
Wohnhaus Klostergasse 1
(Karte)
Giebelständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Fachwerkgiebel, Satteldach mit Aufschiebling, Fenster und Haustür in einfachen Rechteckgewänden, rundbogiges Kellerportal, erbaut 1653 (i), Umbau/Erneuerung 1773 (i)

Das stattliche, breit gelagerte Wohnhaus dokumentiert den Wiederaufbau des Dorfes Tumringen nach den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges und gehört zu den wenigen Bauten, welche die Zerstörung des Ortes durch die Franzosen im Holländischen Krieg 1678 überstanden haben. Über einem zweigeschossigen steinernen Bau erhebt sich ein großer Fachwerkgiebel. Das rundbogige Kellerportal verweist auf einen wichtigen Erwerbszweig in dem Ort, den Weinbau. Das Anwesen, 1773 erneuert, veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

97025230BW
Wohnhaus Klostergasse 4
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, flach geneigtes, traufseitig über Bügen weit vorkragendes Satteldach mit einseitigem Halbwalm, Fenster und Rundbogenpforte mit teils gekehlten Gewänden, hölzerner Balkon, wohl 17. Jahrhundert, Erneuerung wohl 1784 (a)

Das Gebäude zählt neben dem Haus Klostergasse 1 zu den ältesten überlieferten Wohnbauten Tumringens und dürfte im 17. Jahrhundert entstanden sein. Es gehört zu den wenigen Bauten, welche die Zerstörung des Ortes durch die Franzosen im Holländischen Krieg 1678 überstanden haben. Das Haus dokumentiert die vormoderne Bebauung des Ortskerns und zeigt für die Entstehungszeit und Region charakteristische Formen wie gekehlte Fenster- und Türgewände. Eine Besonderheit stellt der Holzbalkon über dem Hauseingang dar.

97025232BW
Wohnhaus Körnerstraße 1
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau in markanter Ecklage, steiles Walmdach mit Gauben und Firstaufsätzen, Gliederung durch Kisenen, Gesimse und Seitenrisalite, Fenster in Ohrengewänden, In der Beletage mit Kopfgesimsen, letztes Viertel 19. Jahrhundert

Das verhältnismäßig aufwendig gestaltete historistische Wohnhaus setzt mit seiner Pilastergliederung, dem steilen Walmdach und den Risaliten einen städtebaulich markanten Akzent im Straßenbild. Es zeigt eine für die Gründerzeit in Lörrach charakteristische Gestaltung in Anlehnung an wohl über das Elsass vermittelte französische Vorbilder. Das Haus veranschaulicht gehobenere, bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse im späteren 19. Jahrhundert und ist Zeugnis der Lörracher Architektur- und Stadtbaugeschichte.

97025233BW
Wohnhaus mit Garten Leuselhardtweg 10
(Karte)
Eingeschossiger verschindelter Fachwerkbau mit Halbwalmdach auf massivem Untergeschoss, an den westlichen Gebäudeecken zwei polygonale Eckerker, in den Giebeln breite Loggien in Form eines Schwarzwaldhaus-Trippels, originale Raumaufteilung und wandfeste Ausstattung, insbesondere Holztreppe, Wandtäfer und Deckenverkleidungen, mit Garten, von Anton Gött aus Oy bei Kempten als Fertighaus gelieferter Haustyp „Schwarzwald“ im Stil der Heimatschutzarchitektur, für Otto und Helene Böhler aufgebaut 1930(a)

Dem 1930 für das anthroposophisch lebende Ehepaar Böhler erbauten Wohnhaus kommt bautypologische Bedeutung zu, da es durch seine qualitätvolle Gestaltung im Stil der Heimatschutzarchitektur und überlieferte ortsfeste Ausstattung ein besonders aussagekräftiges Beispiel für ein zeittypisches Fertighaus der Zwischenkriegszeit darstellt. In seinem guten Überlieferungszustand vermittelt es anschaulich die typisierte Bauweise eines „Holzhausbaus“ der 1922 gegründeten und heute noch existierenden Zimmerei Anton Gött in Oy bei Kempten sowie die Lebensbedingungen und Wohnverhältnisse in einem architektonisch durchaus anspruchsvollen Fertighaus, das durch seine qualitätvolle handwerkliche Ausführung überzeugt. Im Unterschied zu typischen Fertighäusern anderer Hersteller ist der, auf einem massiven Untergeschoss aufgesetzte, Fachwerkbau der Firma Anton Gött von außen betrachtet kaum von einem in konventioneller Bauweise erstellten Wohnhaus unterscheidbar. Es handelt sich aller Wahrscheinlichkeit nach um das einzige Fertighaus, das die Zimmerei Anton Gött herstellte und hat auch dadurch architektur- und baugeschichtliche Bedeutung.

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Doppelwohnhaus Leuselhardtweg 14, 16
(Karte)
Zweigeschossiger Bau unter variantenreich abgewalmtem Dach mit Kaminaufsatz und Dreiecksgauben, Erdgeschoss massiv und verputzt, darüber Holzverblendung, Außentreppe zum 1. Obergeschoss, nach Entwurf von Architekt Erwin Bauer in Inzlingen errichtet 1924 (a)

Das Doppelhaus stellt eine Besonderheit innerhalb des Wohnbaus der 1920er-Jahre in Lörrach dar, greift es doch deutlich mit seiner originellen Dach- und der Grundrissform anthroposophische Formen auf. Das ist sicher kein Zufall, liegt doch das Zentrum der Anthroposophie nicht so weit entfernt im schweizerischen Dornach. Diese war in den 1920er-Jahren durchaus einflussreich. Das Gebäude ist damit ein bemerkenswertes Zeugnis für die Lörracher Architekturgeschichte der Zwischenkriegszeit.

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Historische Grenzzeichen der Gemarkung Lörrach
(Karte)
auch jene zwischen den Ortsteilen (Sachgesamtheit). 97025434BW

Laufbrunnen Luckestraße 3 a
(Karte)
Großer, fast quadratischer, monolithischer Trog, abgerundete Ecken, an Vorderseite bezeichnet mit Initialen HF S V und ISG, 1780 (i), dazu Brunnenstock, Pfeiler mit Kapitell und Kugelaufsatz, am Postament Maske als Wasserauslass, darüber Wappen, am Schaft Initialen HFSV, 1774 (i); daneben Brunnenstube, Sandsteinplattenbau mit Abdeckplatte, dort bezeichnet, 1830

Der große Laufbrunnen am östlichen Ausgang des alten Turmringer Ortskerns dokumentiert zusammen mit der überlieferten Brunnenstube von 1830 die vormoderne Wasserversorgung des Dorfes. Er zeigt einen aufwendig gestalteten Brunnenstock mit dem Wappen der oberschwäbischen Familie Gräter, die einen gekrönten Biber in Schild führt (seit 1959 Ortswappen von Stafflangen, Stadt Biberach). Der Brunnen ist wichtiges Zeugnis der Orts- und Siedlungsgeschichte Tumringens.

97025241
Wohnhaus Luckestraße 7
(Karte)
Wohl urspr. Gasthaus, stattlicher zweigeschossiger verputzter Massivbau in Hanglage, hohes Kellergeschoss, Schopfwalmdach mit Aufschiebling, Eckquaderungen, Fenster in einfachen Segmentbogengewänden mit Schlagläden, giebelseitiger Hauseingang in fastiertem Rechteckgewände mit Keilstein, im Inneren Saal mit einfachen Rahmenstuckaturen, 1801 (i)

Bei dem ungemein stattlichen Gebäude dürfte es sich um einen vormaliges Gasthaus handeln, darauf weist der Saal mit einfachen, frühklassizistischen Deckenstuckaturen hin. Kubatur und Gestaltung sind noch ganz der Baukunst des 18. Jahrhunderts verpflichtet. Das Gebäude ist wichtiger Bestandteil der historischen Bebauung im alten Ortskern von Tumringen und Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

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Vogtshaus Tumringen Luckestraße 10 a, 10
(Karte)
Hofanlage, erbaut unter Vogt Johann Gold, 1732 (a), bestehend aus:
  • Wohnhaus, giebelständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau in Hanglage über hohem Kellergeschoss, Satteldach mit Aufschiebling, Wetterdach am Giebel, südliche Traufseite mit hölzerner Galerie, giebelseitig rundbogiges Kellerportal, traufseitige Erschließung über Freitreppe;
  • daneben Scheune, traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Korbbogentoren, mittleres Tor am Schlussstein bez. Hans Gold Vogt, Susana Kogerin 1751, Satteldach mit traufseitig über Bügen weit vorkragendem Aufschiebling, Obergeschoss mit Wohnung, rückwärtig daran anstoßend Seitenflügel

Die Hofanlage, einst Sitz des herrschaftlichen Vogtes der Vogtei Rötteln in Tumringen, aus dem die Mehrzahl der Röttelner Vögte kam, sticht schon durch ihre Größe, aber auch verhältnismäßig repräsentative Gestaltung entsprechend ihrer Funktion und Bedeutung unter der Bebauung im alten Ortskern hervor. Sie veranschaulicht Wohn- und Wirtschaftsverhältnisse eines landesherrlichen Beamten in der Frühen Neuzeit und ist ein zentrales Zeugnis der Ortsbau- und regionalen Herrschaftsgeschichte.

97025243

Gasthaus Engel Luckestraße 13
(Karte)
Gasthof, bestehend aus:
  • Gast- und Wohnhaus, giebelständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Aufschiebling, Fenster in einfachen Rechteckgewänden, traufseitige Erschließung, schmiedeeiserner Ausleger mit Blechschnittengel, traufseitig Wandgemälde des 20. Jahrhunderts, erbaut 1794 (i);
  • daran anschließend langer Schopf, eingeschossig mit Satteldach, wohl Ende 18. Jahrhundert;
  • quer dazu Scheune, verputzter Massivbau mit traufseitig über Bügen vorkragendem Satteldach, Korbbogentor, im Keilstein Initialen GF RA und ELB M mit Weintraube, 1821; darüber Spolie eines Portals mit badischem Wappenschild, 1569 (i)

Der Baukomplex des Gasthauses Engel in Tumringen, entstanden 1794 und 1821, dokumentiert mit seinen Bauten anschaulich einen großen Landgasthof am Ausgang der Frühen Neuzeit. Es zählt mit der 1794 durch den Markgrafen verliehenen Schildgerechtigkeit zu den ältesten Wirtshäusern am Ort. Bemerkenswert sind der kunstvolle Ausleger mit dem Blechschnittengel, der das heimische Handwerk um 1800 dokumentiert, und ein über dem Scheunentor eingesetzter älterer Torschlussstein mit badischem Wappen von 1562, der wohl von der Burg Rötteln oder einem Amtsgebäude am Ort stammen wird. Der Gasthof ist wichtiges Zeugnis der Ortsbau- und Wirtschaftsgeschichte Tumringens.

97025244
Wohnhaus Luckestraße 14
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit versetztem Vorderbau, beide Teile unter Satteldach mit Aufschiebling, vorderer Teil am Eck mit Fachwerkobergeschoss, hohes Kellergeschoss, Fenster mit einfachen Rechteckgewänden, traufseitige Erschließung über Freitreppe, 18. Jahrhundert

Das Anwesen in Ecklage ist wichtiger Bestandteil der überlieferten historischen Bebauung im Ortskern des einst selbstständigen Dorfes Tumringen. Es veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse auf dem Land und ist Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte.

97025245BW

Wasserhochbehälter Luckestraße 19
(Karte)
Verputzter massiver Baukomplex mit eingeschossigem Trakt unter Flachdach und zweigeschossigem Pavillon mit Pyramidendach, letzterer reich durch Bänder gegliedert, Eingangsfront mit rasterförmiger Fenstereinteilung und Dachplatte über Zugang, 1900, erweitert 1920er-Jahre

Das Wasserhochbehälter dokumentiert die Einrichtung einer modernen Wasserversorgung in Tumringen um 1900 und wurde in der Zwischenkriegszeit erweitert. Die Erweiterung ist als anspruchsvoll gestalteter Bau inszeniert. Den Höhepunkt bildet hierbei der durch Bänder und eine rasterförmige Fenstergestaltung in Formen des Expressionismus entworfene Pavillon. Er reicht über die reine Funktion des Behälters hinaus und dokumentiert den damals noch gültigen ästhetischen Anspruch an die Bauaufgabe.

97025248
Wohnhaus eines Arztes Luisenstraße 5
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit polygonalen Turmgauben unter Zwiebelhauben und mit mittigem, reich verziertem Zwerchgiebel, Schaufassade mit aufwendigen Werksteingliederungen, u. a. Balkon mit Maßwerkbrüstung, Pilastergliederung im 1. Obergeschoss, großes seitliches Rundbogenportal mit Volutengiebel, im Keilstein Äskulapschlange mit Kelch, 1898/99 (a)

Das Zeilenhaus, das mit der seitlichen Torfahrt und seiner Zweigeschossigkeit die ältere Zeilenbebauung seit dem 18. Jahrhundert tradiert, ist ein anschauliches und qualitätvolles Beispiel anspruchsvollen bürgerlichen Bauens des späten Historismus am Ausgang des 19. Jahrhunderts. Formen der deutschen Renaissance erfreuten sich im wilhelminischen Kaiserreich großer Beliebtheit beim Bürgertum. Die Äskulapschlange im Keilstein verweist auf einen Arzt und damit einen wohlsituierten Akademiker als Bauherrn hin; die großen Erdgeschossfenster dürften die Praxisräume erhellt haben, während sich in der Beletage die Wohnung befand. Das Gebäude ist damit wichtiges Zeugnis der Lörracher Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte um 1900.

97025249BW
Wohnhaus Luisenstraße 6
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit (modern ausgebautem) Satteldach, SandsteinGliederungen, Fenster in Stabwerkgewänden, teils mit Vorhangbögen, Segmentbogen-Hauseingang in Rollwerkrahmung mit querovalem Oberlicht, Volutenkeilstein, spätes 19. Jahrhundert

Das Zeilenhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der deutschen Renaissance, die vom Kontrast zwischen reich gearbeiteten Werksteingliederungen und Putzflächen lebt und so vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens zeugt. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte am Ausgang des 19. Jahrhunderts.

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Villenanwesen Villa Lioba (seit 2018 Städt. Musikschule) mit Gartenfläche Luisenstraße 9
(Karte)
Freistehender, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, Flachrisalit mit Dreiecksgiebel, Rundbogenfenster, im Obergeschoss mittig Balkon, um 1920

Die Villa Lioba ist mit ihrer klassizisierenden Architektur ein charakteristisches Beispiel für das gehobene, konservative Bauen des vermögenden Bürgertums in der Zwischenkriegszeit, wobei bewusst stilistische Anklänge an den Klassizismus der Weinbrenner-Zeit in Baden und damit im Sinne eines regionalen Bauens gewählt wurden. Das Gebäude veranschaulicht großbürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse in der Industriestadt der Weimarer Republik und ist Zeugnis der Stadtbau- und Sozialgeschichte Lörrachs.

97025252BW
Wohnhaus Luisenstraße 10
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit gedrungenem Eckturm, Mansardwalmdach mit Gauben bzw. Schwebegiebeln am Turm, Gliederung durch Ecklisenen, Balkon mit gebauchtem schmiedeeisernem Brüstungsgitter, spätes 19. Jahrhundert

Das Haus in Ecklage ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung unter kombinierender Verwendung von Motiven aus der Architektur der Renaissance und des Barock, die vom Kontrast zwischen reich gearbeiteten Werksteingliederungen und Putzflächen lebt und so vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens zeugt. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im späten 19. Jahrhundert.

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Landeszentralbank Luisenstraße 12
(Karte)
Zweigeschossiger Massivbau mit Walmdach, gelbliche Hausteinfassade mit Eckquaderungen und Fensterfassungen in rotem Sandstein, seitlich Voluten-Zwerchgiebel, um 1900

Das Gebäude fällt durch seine Hausteinverblendung auf, die es gegenüber anderen Gebäuden in der Umgebung deutlich nobilitiert und so den herausgehobenen Charakter als Bankgebäude unterstreicht. Dabei zeigt das Haus eine für die Zeit kurz nach 1900 charakteristisch einfache Gestaltung bei deutlicher Ablehnung an Formen der deutschen Renaissance im Sinne des Späthistorismus. Das Gebäude ist damit ein bemerkenswertes Zeugnis der Lörracher Architektur-, Stadtbau- und Wirtschaftsgeschichte in der wilhelminischen Kaiserzeit.

97025254BW

Weitere Bilder
Rathaus Lörrach mit Vorplatzgestaltung und altem Baumbestand Egon-Hugenschmidt-Platz; Luisenstraße 16
(Karte)
Hochhaus mit zwei Untergeschossen für Technik und Archiv, angelagerter Tiefgarage und 17 aufgehenden Geschossen, Erdgeschoss und das 1. Obergeschoss mit Auskragung unter Turmkörper, wirkungsvoll als farblich und in Obwerkflächenstruktur abgesetzte Sockelzone, bauzeitlicher Innenausbau und Innenausstattung, Architekt Thomas Heiß und das Freiburger Architekturbüro F 70 mit den Architekten Manfred Sass und L. Dorgerloh, 1972 bis 1975 (a)

Das 1972 bis 1975 erbaute Lörracher Rathaus setzt einen markanten, weithin prägenden Akzent im Stadtbild. Am 13. November 1969 beschloss der Gemeinderat der Empfehlung eines Preisgerichts unter dem Vorsitz des Architekten Egon Eiermann zu folgen und für den preisgekrönten Entwurf zum Rathausneubau eine baureife Planung ausarbeiten zu lassen. Den Siegerentwurf schuf der Architekt Thomas Heiß, der sich zur Realisierung dieses Projektes mit dem Freiburger Architekturbüro F 70 mit den Architekten Manfred Sass und L. Dorgerloh verband. Das Erdgeschoss und das 1. Obergeschoss laden unter dem Turmkörper wirkungsvoll aus und bilden so eine in Farbe und Oberflächenstruktur abgesetzte Sockelzone, über der die darüber liegenden Geschosse aufragen. Die Erschließung erfolgt von dem durch Natursteinpflaster aus schwarzweißem Granit und rotem Porphyr gestalteten Rathausplatz über eine ebenerdige Halle. Zu den einzelnen Stockwerken führen die vier zentral angeordneten Aufzüge, an die Nassräume angegliedert sind. Die Aufzugsblöcke sind durch farbig emaillierte Stahlpanele verkleidet. Ihre unterschiedlichen Farben dienen als Leitsystem im Haus. An der Westseite befindet sich ein durchgehendes Sicherheitstreppenhaus. Von der Erdgeschosshalle mit Ausstellungsraum führt eine breite Treppe zum 1. Obergeschoss mit dem öffentlichen Sitzungsbereich. Hier befinden sich der große Sitzungssaal mit bauzeitlicher Ausstattung sowie weitere Sitzungssäle. Die darüber liegenden Geschosse mit dem Verwaltungsbereich sind je nach Größe der einzelnen Ämter durch Deckenöffnungen zu zwei oder dreigeschossigen Einheiten zusammengefasst, die durch interne Treppen erschlossen werden. Sondergeschosse bilden das 11. Obergeschoss mit den Räumen für die Bürgermeister und das 13. Obergeschoss. Von außen sind diese Sondergeschosse durch Fassadeneinschnitte ablesbar. Hierdurch sowie durch die Vor- und Rücksprünge im Bereich der Sondergeschosse wird der Rathausaußenbau abwechslungsreich und lebhaft gestaltet. So kontrastieren die fein reliefierten und hell gehaltenen Fassadenbereiche mit vorgelegten Rundstützen mit den glatten Fassadenteilen des Turmes aus dunkelgrünen emaillierten Panelen. Sehr gelungen und individuell ist der Umgang mit Erd- und 1. Obergeschoss, die recht kunstfertig in den Bau ein- bzw. untergeschoben sind. Bestandteil des Kulturdenkmals ist die bauzeitliche Innenausstattung sowie die Kunst am Bau im Inneren, wie auch auf dem Rathausvorplatz, ebenso wie der Baumbestand aus der Zeit der Villa Favre, der bei der Planung Ende der 1960er-Jahre berücksichtigt werden musste. Das Rathaus ist Ausdruck des Selbstbewusstseins der Industriestadt Lörrach in Folge von Wirtschaftswunder und Prosperität in der Nachkriegszeit und veranschaulicht den Wunsch nach Selbstdarstellung der Stadt durch einen seinerzeit hochmodernen, dabei in den Details anspruchsvollen Neubau mit ausreichend Platz für die Verwaltung. Es hat daher Bedeutung für die Stadt- und Architekturgeschichte Lörrachs im 3. Viertel des 20. Jahrhunderts.

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( Wikidata)
Wohnhaus Luisenstraße 19
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Gauben und mittigem Fachwerk-Zwerchhaus, flacher Mittelrisalit, seitlich Torfahrt, Fenster in Stabwerkgewänden, mittig Achse mit flachbogigen Balkonen in zweigeschossiger Nische, Anfang 20. Jahrhundert

Das Zeilenhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohnbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt im Zuge der Erweiterung nach Norden erstellt wurde. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der Renaissance, die vom Kontrast zwischen reich gearbeiteten Werksteingliederungen und Putzflächen lebt und so vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens zeugt. Dabei zeigen die Balkone mit ihren Schmiedeeisengeländern deutlich den Einfluss des Jugendstils auf das zeitgenössische Bauen. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

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Wohnhaus Luisenstraße 23
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger Massivbau mit Satteldach, flacher Mittelrisalit, seitliche Torfahrt, spätes 19. Jahrhundert

Das Zeilenhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohnbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung in Neurenaissanceformen, die vom Kontrast zwischen aufwendigen Werksteingliederungen und Putzflächen lebt und so vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens zeugt. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im späteren 19. Jahrhundert.

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Wohnhaus Luisenstraße 33
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, mittig Zwerchgiebel, aufwendiger Sandsteindekor, um 1901

Das Zeilenhaus, wohl in einem Zug mit der benachbarten 35 vom selben Architekten erbaut, ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der deutschen Renaissance, die vom Kontrast zwischen reich gearbeiteten Werksteingliederungen und Putzflächen lebt und so vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens zeugt. Das qualitätvolle Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als sich die Stadt entlang der Bahnlinie nach Norden ausdehnte.

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Wohnhaus (jetzt Beratungsstelle) mit Vorgarten und Einfriedung Luisenstraße 35
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau, vorgelegter Risalit auf Arkaden, aufwendige Sandsteingliederungen, an Fassade bezeichnet, Vorgarten und Einfriedung, 1901

Das Gebäude, wohl in einem Zug mit Nr. 33 erbaut, ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohnbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der deutschen Renaissance, die vom Kontrast zwischen reich gearbeiteten Werksteingliederungen und Putzflächen lebt und so vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens zeugt. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte um 1900.

97025258
Wohnhaus Luisenstraße 37
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger Massivbau mit Mansarddach, flacher Mittelrisalit, Erdgeschoss mit rustizierter Sandsteinverblendung, darüber Ziegelfassade mit Werksteingliederungen, mittig im 1. Obergeschoss Balkon mit gebauchtem schmiedeeisernem Brüstungsitter, spätes 19. Jahrhundert

Das Zeilenhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohnbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der Renaissance, die vom Kontrast zwischen reich gearbeiteten Werksteingliederungen und Backsteinflächen lebt und so vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens zeugt. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im späten 19. Jahrhundert.

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Villenanwesen Landhaus Dörflinger Markus-Pflüger-Straße 10, 12
(Karte)
Haus Schenz, bestehend aus:
  • Villa (Nr. 10, Haus Gabriel), freistehender, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit überkragendem Mansarddach, Giebel mit Wetterdächern, traufseitig eingeschossiger polygonaler Standerker auf bossiertem Werksteinsockel, giebelseitig seitlich zweigeschossiger halbrunder Standerker mit Wetterdächern bzw. Mansarddach mit Gaubenband, Fensterbänder, Balkonloggien, für Wilhelm Dörflinger von Architekt W. Aug. Roesch in Lörrach geplant 1911(a);
  • Garage und Gartenhaus (Nr. 12), eingeschossiger verputzter Massivbau, Mansardenwalmdach mit Gauben, zwei Tore mit Vorhalle, für den Inhaber der Mechanischen Weberei Otto Schenz von Architekt und Bauleiter Hans Christen in Freiburg geplant 1921(a);
  • Garten;
  • darin Pavillon, verputzter Massivbau mit oktogonaler Grundform, um 1920;
  • Garteneinfriedung, Holzlattenzaun zwischen Betonpfeilern, teils verputzte Massivmauern, Rundbogenportal mit Rocailleschmuck, Torfahrt mit genuteten und reich verzierzten Pfeilern, abgeschlossen durch Deckelvasen, schmiedeeisernes Gittertor, für Otto Schenz geplant um 1920

Das 1911 von Architekt W. Aug. Roesch in Lörrach für Wilhelm Dörflinger als „Landhaus Dörflinger“ geplante Wohnhaus zählt mit seiner Kubatur und Gestaltung sowie den barockisierenden Elementen zu den besonders qualitätvollen und dabei charakteristischen Zeugnissen des Villenbaus der Reformarchitektur im frühen 20. Jahrhundert. Es dokumentiert mit dem zugehörigen, 1921 von Architekt und Bauleiter Hans Christen in Freiburg für den Inhaber der Mechanischen Weberei Otto Schenz Garagen- und Gartenhaus, dem großen Garten sowie Pavillon und repräsentativer Einfahrt gehobene bürgerliche Wohnverhältnisse am Ausgang der wilhelminischen Kaiserzeit und der Zwischenkriegszeit. Das Anwesen ist wichtiges Zeugnis der Lörracher Villenkultur, wie sie von ansässigen Unternehmern seit der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Industriestadt entwickelt und gepflegt wurde. Es hat Bedeutung für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte.

98306671BW
Villa Markus-Pflüger-Straße 14
(Karte)
Kubischer, zweigeschossiger Baukörper mit Mansarddach, Gauben und Zwerchhaus, verputzter Massivbau mit Lisenengliederung, im 1. Obergeschoss mittig Balkon mit kunstvollem Schmiedeeisengeländer, Fensterachsen vertikal zusammengefasst durch Brüstungsfelder, wohl 1. Hälfte 1920er-Jahre

Der stattliche Baukörper dokumentiert den Villenbau zu Anfang der Zwischenkriegszeit in Lörrach. Charakteristisch für die Wohnbauten des vermögenden Bürgertums und der Fabrikantenschicht ist die konservative Orientierung an der Reformarchitektur vor dem Ersten Weltkrieg in Anknüpfung an Wohnbauten des Spätbarock und Frühklassizismus. Das Gebäude dokumentiert den Repräsentationsanspruch der Bauherrschaft und veranschaulicht gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse in der Zeit der Weimarer Republik. Es ist Zeugnis der Lörracher Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte.

97025261BW

Weitere Bilder
Historische Grenzzeichen
(Karte)
der Staatsgrenze zwischen Deutschland und der Schweiz (Sachgesamtheit). 97025435
Arbeiterwohnhaus Mozartstraße 2, 4
(Karte)
Doppelwohnhaus, traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Mansarddach mit Gauben und Zwerchhäusern, bauzeitliche Türblätter, erbaut 1915 (a)

Das einfach gehaltene Doppelhaus ist ein charakteristisches Beispiel für die Arbeiterwohnungen in der Industriestadt Lörrach am Ende der wilhelminischen Epoche. Die zurückhaltenden Putzfassaden zeigen deutlich den Einfluss der Reformarchitektur, während die Fenster- und Türgewände noch Formen des späten Historismus tradieren. Das Doppelhaus veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse der Arbeiterschaft zu Anfang des 20. Jahrhunderts und ist Zeugnis der Stadtbau- und Sozialgeschichte.

98306710BW
Mietshaus für Landesbeamte Mozartstraße 11, 13, 15
(Karte)
Langgestreckter, traufständiger und zweigeschossiger verputzter Massivbau, über Konsolplatten vorkragendes Walmdach mit Gauben, axialsymmetrische Gliederung mit genuteten Ecklisenen, Eingangsirisaliten an den Schmalseiten und mittig konkav einschwingender Eingangsachse, rückwärtige Gärten, errichtet durch das Bezirksbauamt nach Entwurf von Architekt Hermann Maier, 1929 (a)

Das langgestreckte Mehrfamilienhaus dokumentiert die soziale Fürsorge des Staates für seine Landesbeamten in der Zwischenkriegszeit, als allerorten Wohnraum knapp und teuer war. Die Gestaltung folgt den Formen der Reformarchitektur der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg in Anlehnung an Bauten des Spätbarock und Frühklassizismus. Einen monumentalisierenden Akzent setzt die konkave, genutete Eingangsachse im Mittelteil. Das Gebäude veranschaulicht das Schaffen des Karlsruher Regierungsbaumeisters Hermann Maier und ist ein eindrucksvolles Zeugnis der Lörracher Stadtbau- und Architekturgeschichte in der Zeit der Weimarer Republik.

97025264BW
Siedlungshäuser der Seidenspinnerei Maeder Mühlemattweg 1, 3, 5, 7, 9, 11, 13, 15; Mühlestraße 42, 44
(Karte)
Zwei Baublocks, zweigeschossige verputzte Massivbauten, Walmdächer mit Fledermausgauben. Hauseingänge mit Freitreppen und kleinen Vorlauben, 1923 (a)

Die Siedlungsanlage ist mit ihrer einfachen, zurückhaltenden, dem konservativen Bauen bzw. Heimatschutz verpflichteten Architektursprache charakteristisch für den sozialen Wohnungsbau der Zwischenkriegszeit. Sie wurde im Auftrag der Seidenweberei Lörrach-Tumringen Alfred Mader sen. 1923 errichtet. Sie veranschaulicht damit Wohn- und Lebensverhältnisse der Arbeiterschaft in der Weimarer Republik und dokumentiert die Stadtbauentwicklung und Architekturgeschichte Lörrachs im 1. Drittel des 20. Jahrhunderts.

98308562BW
Arbeiterwohnhaus der Seidenfabrik Maeder Lörrach-Tumringen Mühlestraße 50, 52
(Karte)
Doppelwohnhaus, traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau, flach geneigtes, über beschnitzten Pfettenköpfen giebelseitig vorkragendes Satteldach, Gliederung durch Ecklisenen und Sohlbankgesims im 2. Obergeschoss. im Giebelsitz Okuli, Erschließung über Giebelseiten, 1898 (a)

Bei dem großen Doppelhaus, das noch spätklassizistisches Formengut tradiert, entstand als Arbeiterwohnhaus der Seidenweberei Lörrach Tumringen, welche sich seit 1890 im Besitz der Firma Keller & Maeder (ab 1896 nur noch Alfred Maeder, heute Oberbadische Bettfedernfabrik) befand. Die Fabrik selbst wurde bereits 1850 durch die Firma Dolfus Mieg & Cie. aus Mühlhausen (Mulhouse) gegründet und 1864 an die Firma Koechlin Baumgartner & Co verkauft. Das Anwesen dokumentiert damit die Siedlungsentwicklung sowie Wirtschafts- und Sozialgeschichte Tumringens im 3. Viertel des 19. Jahrhunderts.

97025265BW
Wohnhaus Obere Ortsstraße 2
(Karte)
Giebelständiger, zweigeschossiger Bau, Erdgeschoss und eine giebelfront massiv und verputzt, sonst konstruktives Fachwerk,. Satteldach, am Giebel Wetterdach, Eckquaderung,1784 (a)

Das Wohnhaus dokumentiert die vormoderne Bebauung des Tumringer Ortskerns und veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse der u. a. vom Weinbau lebenden Bevölkerung. Es ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der älteren Ortsbaugeschichte.

97025267BW
Wohnhaus Obere Ortsstraße 4, 5
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau über hohem Kellergeschoss, Satteldach mit Aufschiebling, traufseitige Erschließung über Freitreppe, an Fenstersturz bezeichnet mit Initialen, 1743 (i), an Eckquader 1762

Das schmale, hoch aufragende Wohnhaus dokumentiert die vormoderne Bebauung des Tumringer Ortskerns und veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse der u. a. vom Weinbau lebenden Bevölkerung. Es ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der älteren Ortsbaugeschichte.

97025268BW
Laufbrunnen in Tumringen Klostergasse
(Karte)
Rechteckiger Trog mit abgrasten Ecken und quadratischer Stock mit Pinienzapfenaufsatz, wohl 1. Hälfte/Mitte 19. Jahrhundert

Der Laufbrunnen im alten Tumringer Ortskern dürfte wie viele Brunnen der Region von der Solothurner Steinhauerfirma des Urs Bargetzi geliefert worden sein. Charakteristisch ist der monolithische Trog, an dem die Tiere getränkt wurden. Er ist Zeugnis der vormodernen Wasserversorgung des einst selbstständigen Dorfes. Dass solche Einrichtungen auch der Ortsverschönerung dienten, belegt die aufwendige Gestaltung des Stocks mit einer für den Klassizismus typischen Bekrönung mittels Pinienzapfen.

97025229BW
Gesamtanlage Obertüllingen Obertüllingen 103, 105, 106, 107, 108, 109, 111 a, 111, 112, 113
(Karte)
gem. Satzung vom 15. November 1961. 106103234BW
Friedhof Obertüllingen Nähe Obertüllingen 119
(Karte)
Friedhofmauer aus verputztem Bruchstein, Pfeilertor mit Schmuckaufsätzen, angelegt 1822 (i)

Wie in vielen Gemeinden üblich, wurde auch in Tüllingen der Gottesacker um die Pfarrkirche in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgegeben und an den Ortsrand verlegt. Dies geschah aus Hygiene- und Platzgründen. Der Friedhof ist damit Zeugnis der Orts- und Siedlungsgeschichte.

95315144BW

Denkmal Nähe Obertüllingen 120
(Karte)
zur Erinnerung an die Schlacht von Tüllingen-Friedlingen 1702 unter Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden, Findling mit Metallrelief, Entwurf Hans Jucker, Rastatt, 1902/03 (a)

Das Denkmal erinnert an den Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden (1655 bis 1707), gen. Türkenlouis, der als Reichsgeneralfeldmarschall im Spanischen Erbfolgekrieg die Reichsarmee am Oberrhein kommandierte, um die Region gegen die Armeen Ludwigs XIV. von Frankreich zu verteidigen. Bei Friedlingen kam es in einer für die Reichsarmee kritischen Situation am 14. Oktober 1702 zu einer großen Schlacht, die sich auch auf dem Gebiet Tüllingens abspielte, und zwar in einem Waldgebiet mit Namen Käferholz. Ludwig Wilhelm schlug die vorrückenden Franzosen unter Villars, die über den Rhein gesetzt hatten, zwar kurzfristig zurück, wobei aber ein eindeutiger Sieg Ludwig Wilhelms ausblieb und die Franzosen nur wenige Tage später nach Abzug Ludwig Wilhelms in Richtung Breisgau das Markräflerland heimsuchten und plünderten. Gleichwohl sah das wilhelminische Kaiserreich in der Schlacht einen großen Sieg Ludwig Wilhelms, weshalb diesem als Verteidiger der Reichsgrenze 1902 bei Tüllingen zum 200. Jahrestag der Schlacht im Käferholz das Denkmal gesetzt wurde. Es wurde mit großem militärischem Zeremoniell in Anwesenheit des großherzoglichen Paares 1903 eingeweiht. Das Denkmal ist damit ein zeittypisches Zeugnis historistisch-nationalistischer Geschichtsinterpretation im wilhelminischen Kaiserreich und der Verehrung für das Haus Baden bzw. einen seiner berühmtesten Vertreter.

97025274

Weitere Bilder
Denkmal für Gefallene des Ersten Weltkrieges Nähe Obertüllingen 120
(Karte)
Altarartiges Tischmonument auf gemauerter Estrade, in Vorderfront Relief des badischen Greife, rückwärtig Inschrift, 1920er-Jahre

Das Denkmal für die Gefallenen der 8. Landwehrdivision ist mit seiner Form ausgesprochen ungewöhnlich. Es ist als Altarmensa inmitten des Waldes konzipiert. Der Altarcharakter wird noch durch die Estrade betont, auf der sich der Rechteckblock mit Greifenrelief auf der Vorderseite erhebt. So entsteht der Eindruck einer Weihestätte inmitten der Natur. Das Denkmal, westlich von Untertüllingen gelegen, ist Zeugnis der Orts- und Militärgeschichte und dokumentiert die Gedenkkultur der Zwischenkriegszeit.

97025028
Friedhof Tumringen-Rötteln Nähe Oscar-Grether-Straße 15
(Karte)
Angelegt nach Aufgabe des älteren Begräbnisplatzes um die Pfarrkirche Rötteln, 1868 (a), bestehend aus:
  • Friedhofsmauer aus Sandsteinquadern mit Abdeckplatten, einschließlich Eingangsportalen mit Sandsteinpfeilern, teils mit Kugelaufsätzen, und Gittertoren, 1868 (a);
  • verbindende Allee zwischen den Portalen;
  • Laufbrunnen, Sandstein, länglich-achteckiger Trog, Pfeiler mit Urnenaufsatz und Röttelner Wappen, 1928 (i)

Wie so oft wurde auch in Rötteln der Friedhof um die alte Pfarrkirche aus Hygiene- und Platzgründen im 19. Jahrhundert aufgegeben und 1868 schließlich durch eine Neuanlage außerhalb des Ortes ersetzt. Als Begräbnispatz von Tumringen und Haagen ist der Friedhof wichtiges Zeugnis der Ortsgeschichte. Mit der symmetrischen Anlage, den Portalen und dem mittleren Erschließungsweg ist er zeittypisch für Begräbnisplätze im 19. Jahrhundert unter den Vorzeichen des Klassizismus. Er hat dokumentarischen und beispielhaften Wert für die Entwicklung der Sepulkralkultur.

97025293BW
Wasserhochbehälter Kuhstelle
(Karte)
Verputzte Eingangsseite mit rustiziertem Sockel und rustizierten Ecklisenen, erbaut um 1900

Der Hochbehälter ist Zeugnis für die Einrichtung einer modernen Wasserversorgung in Lörrach und den umgebenden Dörfern, welche die bisherigen Laufbrunnen ersetzte. In zeittypischer Weise ist das Eingangsbauwerk zu dem erdüberdeckten Wasserbehälter architektonisch ansprechend gestaltet, um so das Funktionsgebäude harmonisch in das Landschaftsbild einzubetten.

109728594BW
Hindenburgdenkmal Nähe Ötlinger Weg
(Karte)
Findling mit Reliefporträt und Inschrift, Lindenhain, auf dem Lindenplatz gelegen, 2. Jahrzehnt 20. Jahrhundert

Das Denkmal, das nach der Inschrift von der Festungs-Maschinengewehrtruppe Hüningen zum Andenken an den Ersten Weltkrieg und den Reichsfeldmarschall als obersten Feldherrn des deutschen Heeres gesetzt wurde, ist ein charakteristisches Zeugnis für die Verehrung Paul von Hindenburgs durch die nationalkonservativen Gruppierungen in der Reichswehr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Dabei wurde Hindenburgs – noch vor seiner Zeit als Reichspräsident – vor allem als Militär und erfolgreicher Sieger der sog. Schlacht bei Tannenberg in Ostpreußen gegen die Russen 1914 gedacht.

97025239BW
Wohn- und Geschäftshaus Rainstraße 1
(Karte)
Straßenbildprägendes Eckhaus, dreigeschossiger Massivbau mit Walmdach, repräsentativ gestaltete Schauseiten, verputzte Fassaden mit unterschiedlichen Fensterformaten, an der Nordseite niedriger Gebäudeteil mit begehbarer Dachterrasse und seitlich angegliedertes Hinterhaus mit Flachdach, bauzeitliche Grundrissaufteilung, historische ortsfeste Ausstattung, insbesondere Treppen mit Holzgeländern, Fußbodenleisten, Türen, Stuckdecken, zwei gusseiserne Säulen im Gaststättenraum im Erdgeschoss, erbaut für Marie Osswald, um 1898 (a)

Vor dem Ersten Weltkrieg verzeichnete die Kleinstadt Lörrach ein starkes industrielles Wachstum, das maßgeblich mit der Textilindustrie zusammenhing. Um die Jahrhundertwende entstanden deshalb zahlreiche neue Wohnhäuser, die oft auch geschäftlich genutzt wurden. Das Wohn- und Geschäftshaushaus Rainstraße 1 wurde 1898 für Marie Osswald errichtet. Es steht auf dem Eckgrundstück an der Straßenkreuzung Rainstraße / Weinbrennerstraße / Teichstraße und bildet städtebaulich wirksam den südlichen Abschluss einer spätgründerzeitlichen Häuserreihe (Rainstraße 1-21, ungerade Nummern). Das Gebäude ist ein unterkellerter, dreigeschossiger Massivbau mit flach geneigtem Walmdach, an dessen Nordseite ein eingeschossiger Gebäudeteil mit Flachdach als begehbarer Dachterrasse (urspr. Nebenzimmer der Gaststätte im EG) sowie ein dreigeschossiges Hinterhaus mit Flachdach angegliedert sind. Die Hausstruktur und Aufteilung des situationsbedingt unregelmäßig angelegten Hausgrundrisses wurden speziell an die Ecklage angepasst. Die südöstliche Gebäude ist abgeschrägt und verfügt über einen Eingang zur Gastwirtschaft im Erdgeschoss. Als Schauseiten wurden die südliche Schmalseite und die östliche Langseite als verputzte Fassaden mit Fensterumrahmungen aus Werkstein aufwendig gestaltet. Im Inneren verfügt das Wohn- und Geschäftshaus über die weitgehend intakte Grundrissaufteilung und originale historische Ausstattung. Es vermittelt durch seine gute Überlieferung und historische Ausstattung beispielhaft die ortstypische Bauweise solcher zeittypischen Wohn- und Geschäftshäuser in den als gründerzeitliche Stadterweiterungen entstandenen Stadtbereichen und Vierteln von Lörrach.

111875303BW
Wohn- und Geschäftshaus Rainstraße 3
(Karte)
Dreigeschossiges massives Eckgebäude mit Klinkerfassaden, abgewalmtes Dach mit Gauben, abgeschrägte Ecke mit (zugestelztem) Ladeneingang, Erdgeschoss mit Bänderrustizierung, Obergeschosse mit Sandsteingliederung, spätes 19. Jahrhundert

Das Eckhaus, Abschluss einer Zeilenbebauung, ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Industriestadt erstellt wurde. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der nordischen Spätrenaissance, die vom Kontrast zwischen aufwendig gearbeiteten Werksteingliederungen und Backsteinflächen lebt und so vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens zeugt. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im späten 19. Jahrhundert.

97025276BW
Wohn- und Geschäftshaus Rainstraße 5
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger Massivbau, Satteldach mit Gauben, Klinkerfassaden, Erdgeschoss mit rustizierter Putzbänderung und bauzeitlichem Laden, Werkseingliederungen, spätes 19. Jahrhundert

Das Zeilenhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der nordischen Spätrenaissance, die vom Kontrast zwischen reich gearbeiteten Werksteingliederungen und Backsteinflächen lebt und so vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens zeugt. Das Gebäude, das offenbar zusammen mit dem Nachbarhaus Nr. 3 erstellt wurde, hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im späten 19. Jahrhundert.

97025277BW
Wohnhaus Rainstraße 9
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Gaubenreihe, Obergeschossfenster auf durchlaufendem Sohlbankgesims und mit Kopfgesimsen, seitliche Tordurchfahrt, Mitte 19. Jahrhundert

Das Gebäude dokumentiert den frühen Stadtausbau Lörrachs infolge einer raschen Industrialisierung und einem damit einhergehenden Bevölkerungswachstum seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Es tradiert als traufständiges Torfahrthaus barockzeitliche Formen des Modellhauses in Baden, die bis weit in die Zeit des Spätklassizismus verbindlich blieben. Das Anwesen ist damit Zeugnis der Stadtbau- und Architekturgeschichte Lörrachs.

98308771BW
Wohn- und Geschäftshaus Rainstraße 13
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger Massivbau mit Satteldach, Klinkerfassade mit Werksteingliederungen, Erdgeschoss rustiziert und mit bauzeitlicher Ladenfront, seitliche Torfahrt mit zweiteiligem Oberlicht, 1898 (i)

Das Zeilenhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der nordischen Spätrenaissance, die vom Kontrast zwischen aufwendig gearbeiteten Werksteingliederungen und Backsteinflächen lebt und so vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens zeugt. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im späten 19. Jahrhundert.

97025278BW
Wohnhaus Rainstraße 17
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Gauben, Fenster in einfachen Rechteckgewänden, seitlicher Nischeneingang, 3. Viertel 19. Jahrhundert

Das schlicht gehaltene Gebäude ist mit seiner Traufständigkeit und seiner Zweigeschossigkeit charakteristisch für den frühen Lörracher Stadtausbau in Formen des Spätklassizismus zu Beginn der Gründerzeit, als die Stadt einen rasanten Aufschwung als frühes Industriezentrum nahm. Es veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse am Ausgang des Biedermeiers und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte.

97025279BW
Wohn- und Geschäftshaus Rainstraße 24
(Karte)
Zweiteiliger, zweigeschossiger Massivbau in Ecklage mit Sattel- bzw. Halbwalmdach, Sandsteinsockel, Ecklisenen, Obergeschossfenster auf durchlaufendem Sohlbankgesims, am (jüngeren?) Seitenflügel gründerzeitlicher Ladeneinbau und Torfahrt, 3. Viertel 19. Jahrhundert

Das zweiflügelige Gebäude in Ecklage dokumentiert den Stadtausbau Lörrachs zu Beginn der Gründerzeit, als die Bezirksamtsstadt infolge einer frühen und raschen Industrialisierung ein rasantes Wachstum erlebte und erweitert wurde. Die Architektur ist noch mit Dimensionen, Gestaltung und Kubatur dem späten Klassizismus verpflichtet. Das Anwesen veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse im 3. Viertel des 19. Jahrhunderts und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte.

97025280BW

Adlerbrunnen Rathausgasse 2
(Karte)
Laufbrunnen, länglicher Trog aus Solothurner Stein mit abgerundeten Kanten, 1897 (i), Brunnenstock aus Buntsandstein mit achteckigem, kapitellbekröntem Pfeiler auf Postament, Abschluss durch Pinienzapfen (Replik aus Kunststein), 1832 (i)

Der in zwei Phasen, 1832 und 1897, entstandene Adlerbrunnen dokumentiert die historische Wasserversorgung im einst selbstständigen Dorf Stetten. Der große Trog des Laufbrunnens dürfte einer der letzten großen Steintröge aus Solothurner Fabrikation sein, die in der Region aufgestellt wurden. Er dürfte, anders als die Datierung an seiner Vorderseite ausweist, nicht erst 1897 geschaffen worden sein, als solche Tröge aufgrund der Einrichtung einer modernen Wasserversorgung gar nicht mehr neu angeschafft, sondern vielmehr verkauft wurden. Es ist eher anzunehmen, dass er damals als Schaustück in Verbindung mit dem älteren, neu untermauerten Brunnenstock aufgestellt wurde.

97025048

Ehem. Zehntscheune Rathausgasse 6
(Karte)
Ab ca. 1843 Rathaus des ehemaligen Ortsteils Stetten, traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, zwei Torbögen mit Keilseinen, dazwischen Hauseingang in fasziertem Gewände, Kopfgesims auf Gebälk, Ehrentafel zum Andenken an die Teilnehmer des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71, erbaut 1825 (a)

Das einstige Stettener Rathaus wurde ursprünglich als Zehntscheune erbaut, worauf bis heute die beiden großen Tore im Erdgeschoss verweisen. Nach dem Wegfall der Zehntlasten wurde das Gebäude wohl um 1843 zum Rathaus umgebaut. Es ist ein für die Entstehungszeit charakteristischer klassizistischer Bau der Weinbrenner-Schule. Auf die öffentliche Funktion als Rathaus verweist u. a. die am Gebäude angebrachte Sandsteintafel, welcher der Teilnehmer des Deutsch-französischen Krieges 1870/71 aus Lörrach gedenkt. Das Gebäude ist wichtiges Zeugnis der Orts-, Herrschafts- und Verwaltungsgeschichte des einst eigenständigen, katholischen Dorfes Stetten.

97025282
Einhaus Rebgasse 5, 7, 9
(Karte)
Eingeschossiger verputzter Massivbau, längs in Firstrichtung geteilt, Halbwalmdach, spätmittelalterliches Dachwerk, vermutlich urspr. nur wirtschaftlich genutzt, Dachwerk 1439 (d), Veränderungen wohl 17./18. Jahrhundert

Das mit dem eichenen Dachstuhl dendrochronologisch auf 1439 datierte Gebäude zählt zu den ältesten überlieferten ländlichen bauten im heutigen Stadtgebiet Lörrachs. Es ist wichtiger Bestandteil des historischen Ortskerns des vormals selbstständigen Dorfes Stetten und von zentraler Bedeutung für die Ortsbau-, Haus- und Siedlungsgeschichte dieses Stadtteils. Das Gebäude war ursprünglich wohl ein reiner Wirtschaftsbau, evtl. eine Scheune, der im Lauf des 17./18. Jahrhunderts zum regionaltypischen bäuerlichen Einhaus umfunktioniert und angepasst wurde.

97025283BW
Wohnhaus Riesstraße 5
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Gauben, Traufgesims mit Klötzchenfries, Beletagefenster auf durchlaufendem Sohlbankgesims und mit Kopfgesimsen, Hauseingang in Nische, seitlich Durchfahrt, 3. Viertel 19. Jahrhundert

Das Gebäude gehört zu einer Reihe solcher Zeilenhäuser, die im 3. Viertel des 19. Jahrhunderts in noch spätklassizistischen Formen entstanden als das früh industrialisierte, rasch wachsende Lörrach systematisch erweitert wurde. Mit der Zweigeschossigkeit und Traufständigkeit sowie der seitlichen Durchfahrt tradiert das Gebäude dabei barockzeitliche Modellhäuser, deren Grundform in Baden bis in die frühe Gründerzeit verbindlich blieb. Das Anwesen ist damit Zeugnis der Lörracher Stadtbau- und Architekturgeschichte.

97025284BW
Wohnhaus Ringgasse 3
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Aufschiebling, giebelseitig anschließend zweigeschossiges Schopfgebäude mit traufseitig über Bügen vorkragendem Satteldach, spätmittelalterlich, am Torbogen bezeichnet, 1562

Das Wohnhaus, wohl Sitz eines Winzers, mit dem angebauten Schopf, zählt zu den ältesten überlieferten Gebäuden im einst selbstständigen Dorf Tumringen und ist wichtiger Bestandteil der historischen Siedlungsstruktur. Es veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse auf dem Land an der Wende vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit und dokumentiert regionale Bauformen. Das Gebäude ist damit rein hauskundlich bemerkenswertes Zeugnis der älteren Ortsbau- und Siedlungsgeschichte.

97025285BW
Wohnhaus Ringgasse 5
(Karte)
Giebelständiger, dreigeschossiger Bau, Satteldach mit Aufschiebling., Erd- und 1. Obergeschoss massiv und verputzt, darüber Fachwerk, seitlich über Bügen auskragende Laube, am Torbogen bezeichnet 16…. (urspr. 1697)

Das stattliche, ortsbildprägende Gebäude ist wichtiger Bestandteil des historischen Ortskerns des einst selbstständigen Dorfes Tumringen. Es veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse der Landbevölkerung und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbaugeschichte. Ein gekehltes Doppelfenster dokumentiert die lange Tradierung spätgotischer Bauformen in der Region bis kurz vor 1800.

97025286BW

Wohnhaus Ringgasse 7 a
(Karte)
Kleines zweigeschossiges Eckgebäude eines ehem. Gehöfts, giebelständig zur Straße, Satteldach mit Aufschiebling, Erdgeschoss massiv und verputzt, darüber Fachwerk mit Andreaskreuze unter den Fenstern, 1814 (a)

Das im 1. Viertel des 19. Jahrhunderts errichtete kleine Bauernhaus veranschaulicht die teils bescheidenen Wohn- und Lebensverhältnisse der Landbevölkerung in der Vormoderne. Es ist wichtiger Bestandteil der historischen Bebauung und Siedlungsstruktur im alten Kern des vormals selbstständigen Dorfes Tumringen und hat ortsbaugeschichtliche Bedeutung.

99977284
Einhaus mit Wohn- u. (modernisiertem) Ökonomieteil Ringgasse 7, 9
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau, Satteldach, mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss mit teils zweiteiligen gekehlten Fenstergewänden, darüber Fachwerk, 1675 (a)

Das Einhaus dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur des einst selbstständiges Dorfes Tumringen. Es vertritt einen in der Region üblichen Typus des Bauernhauses, der Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereint. Die gekehlten Fenstergewände zeigen, wie lange sich spätgotische Formen in der Region auf dem Land hielten. Das Anwesen veranschaulicht frühneuzeitliche Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse der Landbevölkerung und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

97025287BW
Wohnhaus Röntgenstraße 3
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Gauben, flacher Mittelrisalit, Fenster in einfachen Rechteckgewänden, seitlicher Nischeneingang, 3. Viertel 19. Jahrhundert

Das Gebäude ist mit seiner Zweigeschossigkeit und Traufständigkeit charakteristisch für die Zeilenbebauung, welche die systematischen Stadterweiterungen Lörrachs im 3. Viertel des 19. Jahrhunderts prägt und spätklassizistischen Gestaltungsprinzipien folgt. Das Haus dokumentiert Wohn- und Lebensverhältnisse in der seinerzeit rasant wachsenden Industriestadt und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte.

97025288BW
Wohnhaus Röntgenstraße 5
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Gauben, Traufgesims mit Klötzchenfries, Obergeschossfenster auf durchlaufendem Sohlbankgesims und mit Kopfgesimsen, seitlicher Nischeneingang, 3. Viertel 19. Jahrhundert

Das Gebäude ist mit seiner Zweigeschossigkeit und Traufständigkeit charakteristisch für die Zeilenbebauung, welche die systematischen Stadterweiterungen Lörrachs im 3. Viertel des 19. Jahrhunderts prägt und spätklassizistischen Gestaltungsprinzipien folgt. Das Haus dokumentiert Wohn- und Lebensverhältnisse in der seinerzeit rasant wachsenden Industriestadt und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte.

97025289BW

Weitere Bilder
Villenanwesen Villa Rosenfels Koechlinstraße 21; Rosenfelsweg 25 a, 25
(Karte)
Begründet als Landgut durch Fabrikant Peter Koechlin, um 1830, bestehend aus:
  • Villa (Rosenfelsweg 25), freistehender, zweigeschossiger verputzter Massivbau, abgeplattetes Mansarddach mit Gauben und Zwerchhaus, Eingangsseite mit Turmrisalit unter steilem Walmdach, reiche Gliederung, erbaut anstelle eines älteren Pavillons nach Entwurf von Architekt E. Gysoponger, Mühlhausen/Mulhouse für Amalie Baumgartner, 1882 bis 1884 (a);
  • Gärtnerhaus im Schweizerlandhausstil (Rosenfelsweg 25a), eingeschossiger Blockbau mit Kniestock flach geneigtem Satteldach, hangseitig Balkon mit reichen Schnitzereien, massiver Sockel, erbaut als Sommerhaus für Amalie Baumgartner, 1883 (a)
  • Gartenanlage Rosenfelspark (seit 1942 städtischer Park), landschaftliche Anlage mit altem Baumbestand, Wegesystem, Substruktionsmauern am Hangfuß, Treppenanlagen mit flacher Terrasse, westl. Ummauerung, Ausstattung mit Skulptur Junge mit Füllhorn, gemauerter Sitzbank, Brunnenbecken, Kaskade, Kapitell und zwei großen Felsblöcken „Meeresbrandung“, angelegt um 1830, Ausbau und Umgestaltungen bis um 1884

Die Villa Rosenfels zählt mit ihrem heute öffentlich zugänglichen Park zu den ausgedehntesten Villenanwesen des 19. Jahrhunderts in Lörrach. Sie ist auf das engste verknüpft mit den führenden Familien der Lörracher Textilindustrie, insbesondere der KBC. Wohl um 1830 ließ der Mühlhauser Fabrikant Peter Koechlin ein Landgut mit Landschaftsgarten und einem Pavillon – seinerzeit als Lustschloss bezeichnet – anlegen. Dieses Gut gelangte schließlich in den Besitz der vermögenden Witwe Amalie Baumgartner, welche durch den Mühlhausener Architekten E. Gysponger 1882 bis 1884 den Pavillon durch einen aufwendigen späthistoristischen Villenbau ersetzen ließ. Vorbildhaft waren französische Villenarchitekturen der Epoche, wie die Architektur in einer Mischung aus Renaissance- und Barockformen ausweist. Daneben war bereits 1883 das sog. Sommerhaus, später Gärtnerwohnung, im damals für Landhäuser äußerst beliebten Schweizerhausstil errichtet worden. Der Park wurde weiter ausgestaltet und mit Figuren, einer Terrassenanlage und Felsen bestückt, darunter die Szenerie „Meeresbrandung“. Das Anwesen veranschaulicht bis heute eindrucksvoll den Repräsentationsanspruch und die adelsgleichen Lebensverhältnisse der neuen Fabrikantenelite im Lauf des 19. Jahrhunderts. Die Villa Rosenfels ist mit ihrem Park eines der zentralen und besonders aussagekräftigen Zeugnisse der Lörracher Villenkultur, die sich schon seit dem frühen 19. Jahrhundert auszuprägen begann.

97025290

Parallelgehöft Rötteln 4
(Karte)
Schulhaus, bestehend aus:
  • Schul- und Wohnhaus, giebelständiger, eingeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Seitenrisalit mit verbrettertem Obergeschoss, rundbogiges Kellerportal unter Vordach, traufseitige Erschließung über kleine Freitreppe, Hauseingang in Segmentbogen, im Keilstein bezeichnet, erbaut unter Vogt Johannes Fünfschilling, 1789 (i);
  • Scheune, Bruchsteinbau mit Satteldach, verbretterter Fachwerkgiebel, wohl Ende 18. Jahrhundert

Die Hofanlage auf der Nordseite der Röttelner Kirche war Wohnsitz des Lehrers und Schulhaus und wurde unter der Ägide des Vogtes Johannes Fünfschilling erbaut, wie der Keilstein am Hauseingang ausweist. Die Anlage veranschaulicht Wohn- und Wirtschaftsverhältnisse eines Dorfschulmeisters am Ausgang der Frühen Neuzeit, der in der Regel auf den Betrieb einer eigenen Landwirtschaft zur Eigenversorgung angewiesen war. Das Gehöft des Lehrers mit dem Schulhaus ist wichtiger Bestandteil des weitgehend geschlossen überlieferten Ortskerns um die Kirche und Zeugnis der Orts-, Bau- und Schulgeschichte von Rötteln.

97025294BW

Weitere Bilder
Ev. Pfarrkirche Rötteln (St. Gallus) Rötteln 5
(Karte)
Bestehend aus:
  • Kirchengebäude, Saalbau mit geradem Chorschluss, Satteldach und Flankenturm unter Satteldach im Norden, daneben Erhardskapelle (heute Sakristei), nach Süden doppelgiebeliger Anbau und runder Treppenturm, ein weiterer im Westen, nach Osten markgräfliche Gruftkapelle (Georgskapelle) unter Satteldach, am Außenbau Denkmal für die Toten des Ersten Weltkriegs sowie verschiedene historische Grabsteine und Epitaphien, 1551 bis 1674 (i), Grabplatte für einen Herrn von Rötteln, wohl Ende 13. Jahrhundert, über Westportal Sandsteintafel mit Bauinschrift, 1401 (i), Langhaus mit bemalter hölzerner Felderdecke, nördl. Seitenkapelle mit bemaltem Netzrippengewölbe, Turm- sowie Gruftkapelle mit Kreuzrippengewölben und Wappenschlusssteinen, südl. Anbau mit bemaltem Kreuzrippengewölbe, Westempore, 1903 (a), Farbverglasung von Fritz Geiges, Freiburg, 1903 (a), Turmkapelle mit Fresken, verschiedene, teils figürliche Epitaphien bzw. Grabsteine, um 1420 bis 1710 (i), u. a. für Landvogt Christoph Daniel von Anwyl, 1620 (i), historische Ausstattungselemente, weitgehend 1903, Chorgestühl und Kanzelfuß mit Wappen Rudolfs IV., 15. Jahrhundert, im Gruftanbau mit hochqualitativen Grabmalereien versehene Nischen für Rudolf III. und Anna von Freiburg, um 1400 bis 1420, Neubau anstelle einer bereits 751 erstmals genannten Kirche unter Markgraf Rudolf III. als Grablege des Hauses Hachberg-Sausenberg, 1401 (i, d), Gruftkapelle 1402/03 (d), Anbau der südl. Kapelle an Nordseite unter Rudolf IV., 2. Hälfte 15. Jahrhundert, Umbauten Mitte 19. Jahhrundert, Erweiterung nach Süden und Innenrenovierung nach Entwürfen von Carl Schäfer, Karlsruhe, 1901 bis 1903 (a);
  • umgebender Kirchhof;
  • Kirchhofmauer mit Treppenanlagen

Die Pfarrkirche zu Rötteln, urspr. dem hl. Gallus geweiht, liegt weithin sichtbar unweit der Burg Rötteln über dem Wiesental. Sie zählt neben der Burg zu den bestimmenden Landmarken der Stadt Lörrach und hat zentrale historische Bedeutung als alte Pfarrsitz. Eine Kirche ist für Rötteln bereits 751 belegt, und diese stand wohl in enger Abhängigkeit vom Kloster St. Gallen, über welches sich das frühere, später in Vergessenheit geratene Patrozinium erklärt. Sie ist Mittelpunkt einer der Urpfarreien der Region. Der heutige Kirchenbau entstand 1401 bis 1403 unter dem Markgrafen Rudolf III. von Hachberg-Sausenberg, der 1418 versuchte, seine Röttler Kirche zur Hauptkirche (ecclasia cathedralis) erheben zu lassen. Sie sollte, so die Absicht Rudolfs, für die Selbstdarstellung und Repräsentation der Markgrafen von Hachberg-Sausenberg eine zentrale Rolle spielen. In unmittelbarer Nähe zu einer der beiden großen Residenzburgen der Hachberger gelegen, bestimmte Rudolf das Gotteshaus zur Grablege. Dabei knüpfte er vermutlich an eine bereits bestehende Tradition der Nutzung von St. Gallus als Grablege durch die Herren von Rötteln an, worauf ein Grabstein des späteren 13. Jahrhunderts mit Rötteln-Wappen am Außenbau hinweist. Für Rudolf (um 1346 bis 1428) und seine Gemahlin Anna von Freiburg (1374 bis 1427) wurde 1402/903 an die Kirche im Osten eine eigene Gruftkapelle angebaut, welche in zwei ausgemalten Grabnischen die Grabdenkmäler für den Markgrafen und seine Gemahlin birgt. Sie zählen zu den außerordentlichen Beispielen der gotischen Skulptur am Oberrhein und dürften noch zu Lebzeiten Rudolfs und Annas kurz nach 1400 entstanden sein, wie die Darstellung von Mode und Rüstung belegt. In den beiden Grabmälern zeigt sich der Wunsch der Auftraggeber sich als herausragende Vertreter eines für die Region politisch bedeutenden Adelsgeschlechtes mit großer Königsnähe zu inszenieren. Dabei wurde auch die Kirche selbst reich ausgestattet, wovon allerdings nur noch das Chorgestühl der Zeit um 1400 und ein spätgotischer Kanzelfuß zeugen. Letzterer verweist mit seinem Wappen auf Rudolf IV., von Hachberg-Sausenberg, der in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts die Erhardskapelle, die heutige Sakristei, anbauen ließ. 1901 bis 1903 wurde die Kirche durch den bedeutenden späthistoristischen Architekten Carl Schäfer verhältnismäßig behutsam erneuert und dabei nach Süden um einen Anbau vergrößert. Auf diese Zeit geht auch der Großteil der erhaltenen historistischen Ausstattung u. a. mit Glasfenstern von Fritz Geiges (1853 bis 1935) zurück, die teils engen Bezug auf die Geschichte der Markgrafen von Hachberg-Sausenberg als bedeutendem Zweig der Markgrafen von Baden nehmen. So ist das Röttler Gotteshaus nicht nur ein wichtiges Zeugnis der regionalen Kirchen- und Herrschaftsgeschichte, sondern auch für die hochentwickelte, qualitativ herausragende Kunst der Gotik am Oberrhein sowie nicht zuletzt für die Denkmalpflegegeschichte im frühen 20. Jahrhundert.

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Gesamtbild Rötteln Rötteln 1, 1 a, 3, 4, 5, 7, 8, 9, 10 a, 10, 12
(Karte)
Rötteln befindet sich am Südrand des Markgräfler Hügellandes auf der lokal spornartig ausgeprägten Niederterrasse der Wiese unterhalb des Röttler Waldes. Mit seiner Ersterwähnung im Jahr 751 war die Röttler Kirche dem Kloster St. Gallen geschenkt worden. Spätestens um 1200 hatte man oberhalb des Ortes eine Burg angelegt, den Stammsitz eines edelfreien Geschlechtes, das von hier aus seine Herrschaft verwaltete. Die Röttler Kirche war ihre Grablege. Nach dem Aussterben des Ortsadels 1316 kam die Herrschaft Rötteln an die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg, 1503 übernahm die Hauptlinie der Markgrafen von Baden, 1535 die Markgrafen von Baden-Durlach die Herrschaft. Rötteln war Mittelpunkt einer als Rötteler Viertel bezeichneten Verwaltungseinheit. Seit 1788 zu Tumringen gehörig wurde Rötteln 1935 nach Lörrach eingemeindet. Mit seiner frühen Ersterwähnung im Jahr 751 ist Rötteln als merowingische Gründung anzusprechen, wobei die gleichzeitig genannte Kirche eine Urpfarrei mit großem Kirchspiel darstellt. Bei dem s. g. Basler Erdbeben im Jahr 1356 wurde neben der Kirche wohl auch der Ort zerstört. Offenbar hatte man lediglich den Ortskern wieder aufgebaut, denn im hohen Mittelalter bestand Rötteln nur aus der Kirche mit Friedhof sowie einigen Gebäuden. Ausgelöst durch die Stiftungen der Markgrafen wurden im 15. Jahrhundert Teile des Friedhofes überbaut. Zu den Pfründhäusern kamen weitere Gebäude wie eine Lateinschule, das Landvogtei-Amtshaus und das s. g. Landschaftshaus. Mit Ausnahme der Kirche erlitten diese Gebäude in den Franzosenkriegen 1678 und 1702 starke Schäden. Inzwischen hatte Rötteln seine zentralörtliche Funktion eingebüßt, so dass Rötteln wohl nur noch Bauernweiler wieder entstand, in dem es bis heute kein Wachstum mehr gab. Direkt südlich der eingetieften Autobahntrasse gelegen entfaltet Rötteln mit seiner am höchsten Punkt des Ortes befindlichen Kirche eine weiträumige Fernwirkung, die nur von der oberhalb befindlichen gleichnamigen Burg übertroffen wird. Die vor allem nach Süden und Osten stark abfallenden Ortsränder sind durch die allseitig vorhandenen Gärten und Obstwiesen gekennzeichnet und binden den Ort trotz exponierter Lage gut in die Landschaft ein. Im Innern dominiert die heute evangelische St. Gallus Kirche, die im Wesentlichen durch den 1401 abgeschlossenen Wiederaufbau und die Erweiterung von 1901 bis 03 bestimmt ist. zurückgeht und Grablege der Herren von Rötteln war. Die den Kirchhof umgebenden Höfe und Häuser des 16. bis 19. Jahrhunderts lassen noch die einstigen Sondergebäude des alten Verwaltungssitzes erahnen. Rötteln hat als merowingische Urpfarrei und ehemaliger Herrschaftsmittelpunkt mit erkennbaren Sondergebäuden hohen dokumentarischen Wert für die Geschichte des Markgräflerlandes. 106150386
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Ev. Pfarrhof Rötteln Rötteln 7
(Karte)
Bestehend aus:
  • ev. Pfarrhaus, traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau in Hanglage mit Satteldach, nach Westen zweigeschossiger Anbau unter einseitig abgewalmtem Satteldach, nach Osten schmaler Anbau mit flach geneigtem Satteldach, errichtet für Pfarrer Eccard, 1741 (a), Erweiterung nach Westen, 1828/29 (a), Verlegung der Kellertreppe, 1855 (a);
  • im Osten Pfarrscheune, teilverputzter Bruchsteinbau mit Satteldach, rundbogiges Scheunentor, Fensterschlitze über zwei Geschosse, Neubau 1802 (a), Kellereinbau 1813 (a); Beschlagwerkrahmung, 16. Jahrhundert
  • Schopf mit Wohnteil, wohl Ende 18./Anfang 19. Jahrhundert, sekundär vermauerter Wappenstein in Beschlagwerkrahmung, 16. Jahrhundert;
  • Pfarrgarten
  • Teilweise gepflasterte Freifläche der Hofanlage und Einfriedungsmauer

Das mittelalterliche Röttler Pfarrhaus wurde wie der ganze Ort 1678 im Holländischen Krieg von den Franzosen niedergebrannt. Fast 100 Jahre besaß die Gemeinde kein eigenes Pfarrhaus. Erst 1774 wurde das heutige Anwesen als Pfarrhof für die Geistliche Verwaltung angekauft, nachdem es schon zuvor an die Ortsgeistlichen vermietet worden war. Errichtet wurde das Gebäude 1741 anstelle des alten Alts- und Landvogteihauses als Witwensitz durch Pfarrer Eccard, bald aber schon als Pfarrerwohnung genutzt. Die frühneuzeitliche Anlage dokumentiert Wohn- und Lebensverhältnisse der Röttler Pfarrherrn im 18. und frühen 19. Jahrhundert. Als Sitz der uralten, spätestens seit dem 13. Jahrhundert belegten Pfarrei, ist die Hofanlage ein zentrales Zeugnis der Orts-, Bau- und regionalen Kirchengeschichte. Sie bildet einen wichtigen Bestandteil des landschaftsprägenden Bauensembles um die Pfarrkirche.

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Wohnhaus Rötteln 8
(Karte)
Sog. Böhringer’sches Haus, urspr. Landschaftshaus, stattlicher zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Treppengiebeln und Satteldach, seitlich kleiner Anbau unter Pultdach, wohl Waschhaus, traufseitige Erschließung, Hauseingang in fasziertem Sandsteingewände, bezeichneter Keilstein, im Kern 1609 (i), Umbau und Erneuerung 1846 (i)

Bei dem stattlichen Gebäude mit für die Entstehungszeit charakteristischen spätgotischen Treppengiebeln dürfte es sich um das einstige Landschaftshaus und damit um ein Gebäude der Röttelner Amtsverwaltung handeln, welches neben der Kirche als einziger Bau am Ort die Zerstörung durch die Franzosen im Holländischen Krieg 1678 unbeschadet überstanden hat. 1575 ist es allerdings bereits im Besitz der Familie Böhringer genannt. Es ist wichtiger Bestandteil des landschaftsprägenden Bauensembles um die Röttler Pfarrkirche. Es diente nach der Zerstörung Röttelns kurzzeitig als Wohnsitz des evangelischen Ortsgeistlichen. Das inschriftlich auf 1609 datierte Haus ist damit wichtiges Zeugnis der Bau- und Ortsgeschichte.

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Gedenkstein für die Heimatvertriebenen der ehe. deutschen Ostgebiete Luisenstraße
(Karte)
An den Seiten Wappen der Landsmannschaften sowie Kreuz mit Inschrift, Bildhauer Karl Schwarzwälder, errichtet 1953 (a)

Der Gedenkstein ist Zeugnis der Lörracher Stadtgeschichte in der unmittelbaren Nachkriegszeit, als zahlreiche Geflüchtete aus den einstigen deutschen Ostgebieten hier eine neue Heimat fanden.

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Stettener Schlösschen Inzlinger Straße 6; Schlossgasse 9
(Karte)
Meierhof des Damenstifts Säckingen und bis 1727 Sitz der Herren von Schönau, bestehend aus:
  • Schlossgebäude (Schlossgasse 9) [§ 28], 14 m hoch aufragender, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit traufseitig überkragendem Satteldach, fünfgeschossiger achteckiger Treppenturm mit Zeltdach, Eckquaderung, Fenster in gekehlten Gewänden, teils zweiteilig, rundbogiges Kellerportal und Eingangstüren in Rustikafassung, Türsturz des Treppenturms mit Wappen von Schöne/Truchsessen von Rheinfelden, errichtet für Johann Baptist von Schönau, um 1630, vielleicht mit älterem Kern, Wiederaufbau nach Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg für Johann Dietrich von Schönau-Zell, 1666 (i);
  • sog. Pförtnerhaus, Nebengebäude (Inzlinger Straße 6) [§ 2], zweigeschossiger verputzter Massivbau, traufseitig überkragendes Schopfwalmdach mit Aufschiebling, Fenster in einfachen Rechteckgewänden, auf Westseite im 2. Obergeschoss hölzerner, auf Streben vorkragender Laubengang, wohl 17. Jahrhundert bzw. um 1830;
  • Einfriedungsmauer, verputzt und ziegelgedeckt; großes Rundbogentor in Rustikafassung mit seitlicher Pforte in Stabwerkrahmung mit Eselsrückenbogen, 1630 (i); weitere kleine Rechteckpforte zur Schlossgasse

Das Stettener Schlösschen setzt am Südrand des alten Ortskerns des vormals eigenständigen Dorfes einen markanten Akzent. Stetten gehörte ursprünglich seit seiner Gründung wohl im 7. Jahrhundert dem Damenstift in Säckingen, das vor Ort zur Verwaltung seiner Güter einen Meier aus niederadeliger Familie einsetzte. Diese als „Großmeier“ bezeichneten Verwaltern des Klosterbesitzes zogen allerdings mehr und mehr Herrschafts- und Besitzrechte in Stetten an sich, um eine eigene Ortsherrschaft aufzubauen. Um 1600 waren die Herren von Schönau Großmeier in Stetten. Als standesgemäßer, zumindest temporärer Wohnsitz diente ihnen der Meierhof, der bis heute das geschlossene Bild eines kleinen Rittersitzes auf dem Land abgibt. Um 1630 kam es unter Johann Baptist von Schönau-Laufenburg zu einem weitgehenden Neubau des Herrensitzes, wobei im Hauptbau vielleicht ältere Substanz aufging. Der turmartige Wohnbau mag dabei mit zum Teil altertümlich spätgotischen Formen auf die vermeintlich althergebrachten Rechte der Schönauer an Stetten verweisen, um diese in der Ortsherrschaft gegenüber dem Damenstift zu legitimieren. Allerdings ist dabei zu bedenken, dass spätgotisches Formengut bis in die 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts, bis zur Durchsetzung des Barock, am südlichen Oberrhein charakteristisch für bürgerliche und adelige Wohnbauten blieb. Sehr typisch für die Renaissancearchitektur sind im 17. Jahrhundert sind die rustizierten Portale und Türen. Nach Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg wurde, wie die Wappen und die Jahreszahl am Türsturz zum Treppenturm ausweisen, das Schlösschen unter Johann Dietrich von Schönau-Zell (1616 bis 1670) und seiner Gemahlin Maria Agatha Truchsessin von Rheinfelden wiederaufgebaut. Nach langen Rechtsstreitigkeiten erwarb das Damenstift Säckingen 1727 Stetten und die Herrschaftsrechte der Schönauer wieder zurück und verwaltete bis zur Säkularisation 1802 seine Stettener Güter selbst. Das Anwesen ist damit ein zentrales Zeugnis der Stettener Orts- und Herrschaftsgeschichte in der Vormoderne. Darüber hinaus dokumentiert es sehr anschaulich Baukultur und Lebensweise des Niederadels zur Renaissancezeit am Oberrhein.

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( Wikidata)
Brunnen Schlossgasse
(Karte)
Länglicher Trog mit abgeschrägten Ecken, quadratischer Stock mit Kugelaufsatz, 19. Jahrhundert

Der Laufbrunnen aus Solothurner Weißjurakalkstein zählt zu einer ganzen Reihe von Brunnen, welche im Lauf des 19. Jahrhunderts durch die Fi8rma des Solothurner Steinhauermeisters und Marmorierers Urs Bargetzi gefertigt und geliefert wurden. Er dokumentiert die vormoderne Wasserversorgung des einst eigenständigen Dorfes Stetten.

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Wohnhaus Schlossgasse 10
(Karte)
Zweigeschossig verputzter Massivbau mit Satteldach, zwei- und dreiteilige Fenster in gekehlten Sandsteingewänden, traufseitige Erschließung, im Türsturz bezeichnet, 1619

Das Gebäude im Stadtteil Stetten ist mit seinen gekehlten Fenstern charakteristisch für die besseren bäuerlichen Wohnbauten aus der Zeit am Übergang von Mittelalter zur Frühen Neuzeit in der Region. Ein dreiteiliges Fenster zeichnet im Obergeschoss äußerlich die Lage der Stube als Hauptwohnraum aus. Das Anwesen veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse. Im unmittelbaren Umfeld des Schlosses Stetten gelegen, mag es ursprünglich im Zusammenhang mit diesem gestanden haben. Es dokumentiert die ältere Bebauung des Stettener Ortskerns und ist ein hauskundlich interessantes und wichtiges Zeugnis der Siedlungs- und Baugeschichte.

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Wohnhaus Schulze-Delitzsch-Straße 5
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Massivbau, Walmdach mit Dachhäusern, Haueingang mit Verdachung auf Konsolen und halbrundem Oberlichtfenster, 1920er-Jahre

Das Gebäude ist ein anschauliches und charakteristisches Beispiel für den sozialen Wohnungsbau, wie er in der Zwischenkriegszeit auch in Lörrach entstand, um die grassierende Wohnungsnot in der Industriestadt zu lindern. Die Architektur und Kubatur sind dabei zeittypisch für eine konservativ ausgerichtete Strömung der Moderne, die nahtlos an die Reformarchitektur direkt vor dem Ersten Weltkrieg anschloss. Das Gebäude dokumentiert die Stadtbauentwicklung Lörrachs in der Weimarer Republik.

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Wohnhaus Schulze-Delitzsch-Straße 4, 6
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Massivbau, Walmdach mit Gauben, Gliederung durch umlaufendes Sohlbankgesims im 2. Obergeschoss, 1920er-Jahre

Das Gebäude ist ein anschauliches und charakteristisches Beispiel für den sozialen Wohnungsbau, wie er in der Zwischenkriegszeit auch in Lörrach entstand, um die grassierende Wohnungsnot in der Industriestadt zu lindern. Die Architektur und Kubatur sind dabei zeittypisch für eine konservativ ausgerichtete Strömung der Moderne, die nahtlos an die Reformarchitektur direkt vor dem Ersten Weltkrieg anschloss. Das Gebäude dokumentiert die Stadtbauentwicklung Lörrachs in der Weimarer Republik.

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Wohnhaus Schulze-Delitzsch-Straße 7
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Massivbau, Walmdach mit Dachhäusern, 1920er-Jahre

Das Gebäude ist ein anschauliches und charakteristisches Beispiel für den sozialen Wohnungsbau, wie er in der Zwischenkriegszeit auch in Lörrach entstand, um die grassierende Wohnungsnot in der Industriestadt zu lindern. Die Architektur und Kubatur sind dabei zeittypisch für eine konservativ ausgerichtete Strömung der Moderne, die nahtlos an die Reformarchitektur direkt vor dem Ersten Weltkrieg anschloss. Das Gebäude dokumentiert die Stadtbauentwicklung Lörrachs in der Weimarer Republik.

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Wohnhaus Schulze-Delitzsch-Straße 10
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Massivbau, Walmdach mit Dachhäusern, Hauseingang mit Verdachung auf Konsolen, halbrundes Oberlichtfenster, 1920er-Jahre

Das Gebäude ist ein anschauliches und charakteristisches Beispiel für den sozialen Wohnungsbau, wie er in der Zwischenkriegszeit auch in Lörrach entstand, um die grassierende Wohnungsnot in der Industriestadt zu lindern. Die Architektur und Kubatur sind dabei zeittypisch für eine konservativ ausgerichtete Strömung der Moderne, die nahtlos an die Reformarchitektur direkt vor dem Ersten Weltkrieg anschloss. Das Gebäude dokumentiert die Stadtbauentwicklung Lörrachs in der Weimarer Republik.

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Wohnhaus Schulze-Delitzsch-Straße 12
(Karte)
Dreigeschossig er verputzter Massivbau, Walmdach mit Dachhäusern, einachsiger Eingangsrisalit, Hauseingang mit genuteten Pfeilern und halbrundem Oberlicht, 1920er-Jahre

Das Gebäude ist ein anschauliches und charakteristisches Beispiel für den sozialen Wohnungsbau, wie er in der Zwischenkriegszeit auch in Lörrach entstand, um die grassierende Wohnungsnot in der Industriestadt zu lindern. Die Architektur und Kubatur sind dabei zeittypisch für eine konservativ ausgerichtete Strömung der Moderne, die nahtlos an die Reformarchitektur direkt vor dem Ersten Weltkrieg anschloss. Das Gebäude dokumentiert die Stadtbauentwicklung Lörrachs in der Weimarer Republik.

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Sog. Bargetzi-Brunnen Schützenstraße 11
(Karte)
Urspr. Ziegelhüttenbrunnen, Laufbrunnen bestehend aus Brunnentrog mit abgeschrägten Ecken sowie Brunnenstock, Brunnenstock mit oktogonaler Säule die von einer Vase bekrönt ist im Stil des Klassizismus, Trog aus Solothurner Weißjurakalkstein, 1844 (i), im Auftrag des Lörracher Gemeinderats hergestellt durch Marbri(e)r Bargetzi in Solothurn 1843/44 (a), von der urspr. Brunnenstätte an der unteren Ziegelhütte durch den Eisenbahnbau entfernt 1861 (a), Versetzung an die Schützenstraße vor 1878

Der länglich polygonale Trog aus Solothurner Kalkstein ist charakteristisch für die Stücke, welche die Firma von Urs Bargetzi aus Solothurn im 19. Jahrhundert in die Region lieferte. Der klassizistische, am Stock inschriftlich datierte Laufbrunnen ist einer von mehreren im Lörracher Stadtgebiet, der damals im Auftrag der Gemeinde gefertigt wurde. Er veranschaulicht die vormoderne Wasserversorgung Lörrachs.

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Hochhäuser Schützenwaldweg 10, 12, 14
(Karte)
Dreiteilige Baugruppe aus zwei durch einen Verbindungsbau miteinander verbundenen elfgeschossigen Hochhäusern und eingeschossigem Verbindungsbau, teils gewinkelte Fassaden, überkragende Dachplatten, schmale Risalite, u. a. für Treppenhäuser, Balkone über teils rhomboiden Grundrissen, Zwischenbau mit Pfeilergliederung, erbaut nach Entwürfen von Dipl. Ing. Gottfried Holzer und Architekt Reinhold Weizenhöfer in Lörrach, 1954 (a)

Die beiden durch einen niedrigen Zwischenbau verbundenen turmartigen Wohnhochhäuser verraten mit ihrer Grundrissform den deutlichen Einfluss der zeitgleichen, organisch gestalteten Wohnhochhäuser Hans Scharouns in Stuttgart, wie beispielsweise „Romeo und Julia“ und „Salute“ sowie am Fasanenhof. Die Baugruppe ist ein zentrales und wichtiges Zeugnis für die frühe Nachkriegsmoderne in Lörrach bzw. im Markgräflerland und dokumentiert die Stadtbaugeschichte und Stadtentwicklung in der Zeit des sog. Wirtschaftswunders, die ganz im Zeichen eines Neuanfangs und des Aufbruchs stand. Für dieses Zeitgefühl stehen auch die Lörracher Wohnhochhäuser, die zu den frühesten Hochhäusern überhaupt in der Region zählen. Dabei belegen die Bauten auch neue Lösungen, um der Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg u. a. durch den Zuzug zahlreicher Vertriebener zu begegnen.

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Wohnhaus Schwarzwaldstraße 1
(Karte)
Dreigeschossiger Eckbau, Mansarddach mit Gaubenreihen, abgeschrägte Ecke mit dreigeschossigem Erker, Erdgeschoss mit Rustikamauerwerk, darüber Klinkerfassade mit riechen Sandsteingliederungen, über Hauseingang zwei Balkone mit gebauchten schmiedeeisernen Brüstungsgittern, spätes 19. Jahrhundert

Das Eckhaus ist ein anschauliches Beispiel für den spekulativen Miethausbau des späten 19. Jahrhunderts. Zeittypisch ist die historistische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der nordeuropäischen Renaissance, die vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens zeugt. Städtebaulich wichtig ist die abgeschrägte Ecke, die durch den aufwendig gestalteten Erker hervorgehoben ist. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im späten 19. Jahrhundert.

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Wohn- und Geschäftshaus Schwarzwaldstraße 3
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach und breitem Zwerchgiebel, Erdgeschoss mit Werksteinverblendung und Blendarkaden, mittige Korbbogennischen mit großen Lakonen, daneben polygonaler Erker mit halber Welscher Haube, Vorhangbogenfenster im 1. Obergeschoss mit Maskenschmuck, um 1905

Das Zeilenhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Industriestadt erstellt wurde. Die Fassade ist mit ihrer Mischung aus Späthistorismus und Jugendstil zeittypisch für den Beginn des 20. Jahrhunderts und dokumentiert den gestalterischen Anspruch an das bürgerliche Bauen der Zeit. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte Lörrachs in den Jahren um 1900.

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Wohnhaus Schwarzwaldstraße 15
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Massivbau in Ecklage, Stuttgarter Dach mit Dachterrasse und Hauben, Gliederung durch Ecklisenen und Gesimse, spätes 19. Jahrhundert

Das Eckhaus ist ein anschauliches Beispiel für den spekulativen Miethausbau des späten 19. Jahrhunderts. Zeittypisch ist die historistische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der Renaissance, wobei die Putzfassade mit reicher Gliederung durch Ecklisenen und Gesimse charakteristisch ist für den Wohnbau der Gründerzeit in der Region. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im späten 19. Jahrhundert.

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Scheune und Waschhaus Sodgasse 3
(Karte)
Beides urspr. zum Wohnhaus Dorfstraße 20 gehörig (beide Gebäude heute zu Wohnzwecken umgebaut), Scheune tlw. in Fachwerk, tlw. in Bruchsteinmauerwerk, verputzt, Satteldach, 19. Jahrhundert

Scheune und Waschhaus einer einstigen Hofanlage dokumentieren ländliche vormoderne Alltagskultur und die Ortsbaugeschichte des einst eigenständigen Dorfes Untertüllingen und sind wichtige Elemente innerhalb der überlieferten historischen Siedlungsstruktur.

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Streckgehöft Sodgasse 4
(Karte)
Bestehend aus Wohnhaus, traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, traufständige Erschließung, 1800 (i); Scheune und Schopf, verputzter Fachwerk- und Massivbau, im Kern wohl 17. Jahrhundert

Das Gehöft dokumentiert die von der Landwirtschaft und vom Weinbau geprägte historische Siedlungsstruktur Untertüllingens. Es veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse der Landbevölkerung im Markgräflerland und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

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Scheune Sodgasse 5
(Karte)
Massivbau, tlw. Bruchsteinkonstruktion, Satteldach, giebelseitig Scheunentor mit Korbbogen, dort bezeichnet, 1828

Der stattliche vormoderne Speicherbau dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte Siedlungsstruktur Untertüllingens und ist ein wichtiges Zeugnis der Ortsbau- und Agrargeschichte.

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Streckgehöft Sodgasse 6
(Karte)
Bestehend aus: Wohnhaus, traufständiger, dreigeschossiger Bau mit traufseitig vorstehendem Satteldach, Erdgeschoss und 1. Obergeschoss massiv und verputzt, darüber Fachwerk mit naturkrummen Streben, rundbogiges, gefastes Kellerportal, Fenster in einfachen Rechteckgewänden, 1782 (i); daran anschließend Ökonomiebau/Scheune, Massiv- und Fachwerkbau mit Satteldach, teils verputzt und verbrettert, traufseitig über Freipfosten weit vorkragendes Vordach, wohl 17./18. Jahrhundert

Das Streckgehöft dokumentiert die von Landwirtschaft und Weinbau geprägte historische Siedlungsstruktur Untertüllingens. Es veranschaulicht vormoderne Wohn- und Wirtschaftsverhältnisse im Markgräflerland und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbaugeschichte. Die naturkrummen Hölzer am 2. Obergeschoss des Wohnhauses, welches wohl vornehmlich Wirtschaftszwecken diente, weisen auf den Mangel an brauchbarem Bauholz infolge von Übernutzung der Wälder in der Frühen Neuzeit hin.

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Wohnhaus Sodgasse 8
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, 2. Obergeschoss Fachwerkkonstruktion, traufseitige Erschließung, 17./18. Jahrhundert

Das Gebäude ist wichtiger Bestandteil der historischen Bebauung im alten Ortskern des einst eigenständigen Dorfes Untertüllingen. Es veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

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Kunstwerke im Krankenhausaltbau Spitalstraße 25
(Karte)
Im Krankenhausaltbau Verbindungsbau „E“ Mosaikfußboden und
  • Keramikwandbild, Prof. Baumann, um 1954;
  • Keramikwandbild Mutter mit Kind, Max Laeuger, um 1940;
  • vor dem Haupteingang Skulptur Mutter mit Kind, Bronzeplastik auf Steinsockel, Alexander Zschokke, 1956 (a)

Die drei Kunstwerke sind charakteristische Beispiel für Kunst am Bau bzw. zur Ausgestaltung von Freiräumen im Zusammenhang mit öffentlichen Bauten. Das Relief von dem bedeutenden Lörracher Künstler Max Laeuger (1864 bis 1952) dokumentiert dessen enge Zusammenarbeit mit der Karlsruher Majolika seit 1921. Es kam posthum in das erst 1955 eingeweihte Städtische Krankenhaus, für dessen Eingangshalle der Kunstprofessor Baumann den Mosaikfußboden schuf. Vor dem Gebäude steht eine Mutter mit Kind, ein Werk des aus Basel stammenden Bildhauers Alexander Zschokke (1894 bis 1981), der zwar dem Gegenständlichen treu blieb, sich mit seinen Formen aber den Strömungen und dem Geschmack der 1950er-Jahre anzupassen wusste.

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Wohnhaus Spitalstraße 60
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Gliederung durch Gesimse, seitlicher Nischeneingang, 3. Viertel 19. Jahrhundert

Das Zeilenhaus ist ein anschauliches Beispiel für die nördliche Stadterweiterung Lörrachs im 3. Viertel des 19. Jahrhunderts. Dabei wurden die Gebäude als Blockrandbebauung in traufständiger Zeilenbauweise errichtet. Die Architektur ist mit ihrer strengen Gliederung noch ganz dem späten Klassizismus verpflichtet. Das Haus dokumentiert damit die Lörracher Stadtbaugeschichte am Beginn der Gründerzeit, als die badische Bezirksamtsstadt infolge der Industrialisierung einen rasanten Aufschwung nahm.

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Wohnhaus Spitalstraße 62
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Gliederung durch durchlaufendes Sohlbankgesims im 1. Obergeschoss, seitlicher Nischeneingang, Treppenhaus mit bauzeitlichem gedrechseltem Geländer, 3. Viertel 19. Jahrhundert

Das Zeilenhaus ist ein anschauliches Beispiel für die nördliche Stadterweiterung Lörrachs im 3. Viertel des 19. Jahrhunderts. Dabei wurden die Gebäude als Blockrandbebauung in traufständiger Zeilenbauweise errichtet. Die Architektur ist mit ihrer strengen Gliederung noch ganz dem späten Klassizismus verpflichtet. Das Haus dokumentiert damit die Lörracher Stadtbaugeschichte am Beginn der Gründerzeit, als die badische Bezirksamtsstadt infolge der Industrialisierung einen rasanten Aufschwung nahm.

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Wohnhaus Spitalstraße 64
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Gliederung durch durchlaufenden Sohlbankgesims wie Nachbarhaus Nr. 62, seitlicher Nischeneingang, umrahmte Rechteckfenster, im 1. Obergeschoss mit Kopfgesimsen, rückwärtig Lauben, bauzeitliche Raumaufteilung und wandfeste Ausstattung, insbesondere Treppenhaus, Terrazzoboden, Türen, rückwärtig Nebengebäude mit Pultdach, um 1870 bis 1900

Das Zeilenhaus ist ein anschauliches Beispiel für die nördliche Stadterweiterung Lörrachs im 3. Viertel des 19. Jahrhunderts. Dabei wurden die Gebäude als Blockrandbebauung in traufständiger Zeilenbauweise errichtet. Die Architektur ist mit ihrer strengen Gliederung noch ganz dem späten Klassizismus verpflichtet. Das Haus dokumentiert damit die Lörracher Stadtbaugeschichte sowie Wohn- und Lebensverhältnisse am Beginn der Gründerzeit, als die badische Bezirksamtsstadt infolge der Industrialisierung einen rasanten Aufschwung nahm.

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Winkelgehöft Steinenweg 1
(Karte)
Bestehend aus:
  • Wohnhaus, giebelständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Aufschiebling und einseitigem Drittelwalm, traufseitig verbretterter und verglaster Laubenvorbau auf Pfosten, sowie Hauseingang, Fenster in einfachen Rechteckgewänden, frühes 19. Jahrhundert;
  • Scheune bzw. Ökonomie, verputzter Massivbau mit Satteldach, hofseitig weit über Freipfosten vorstehend, frühes 19. Jahrhundert

Das Winkelgehöft dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur des alten Stettener Ortskerns, wobei sich der Hof am früheren östlichen Ortsausgang befindet. Er veranschaulicht vormoderne Wohn- und Wirtschaftsverhältnisse der Landbevölkerung im Markgräflerland und ist ein hauskundlich wichtiges Zeugnis für die Ortsbau- und Siedlungsgeschichte Stettens.

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Wegkreuz Nähe Steinenweg 31
(Karte)
Rotes Sandsteinkreuz mit Dreipassenden, Korpus in hellem Stein, 1868 (i)

Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und hat ortsgeschichtliche Bedeutung.

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Friedhof Stetten Stettengasse 45
(Karte)
Anlage wohl im 1. Viertel 19. Jahrhundert, bestehend aus:
  • Friedhofsmauer, verputzte Bruchsteinmauer, Tor mit genuteten Pfeilern und Urnenaufsätzen;
  • Kapelle, kleiner verputzter Saalbau mit dreiseitigem Chorschluss, 1874/1875
  • Friedhofsfläche mit Mittelallee sowie Treppen- und Terrassenanlagen

Das Bevölkerungswachstum, vor allem aber der Neubau der Pfarrkirche St. Fridolin führten zur Neuanlage eines Begräbnisplatzes außerhalb des Ortes, wie dies aus Platz- und Hygienegründen im Lauf des 19. Jahrhunderts fast in allen Landgemeinden vorkam. Den Eingang zum Gottesacker, der am Hang liegt, rahmen rustizierte Pfeiler mit klassizistischen Urnenaufsätzen. Die Mittelachse, als Allee gestaltet, ist auf die zentrale Kapelle ausgerichtet. Der Friedhof dokumentiert die Begräbniskultur sowie die Siedlungs- und Baugeschichte des einst eigenständigen, vorzugsweise katholisch geprägten Dorfes Stetten.

97025324
Wohn- und Geschäftshaus Teichstraße 4
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, umrahmte Rechteckfenstere, reiche Fassadengliederung im Stil der italienisch beeinflussten Neurenaissance, um 1890 bis 1900 113170664BW
Wohnhaus Teichstraße 18
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, traufseitig überstehendes Satteldach mit Aufschiebling und kleinen Gauben, axialsymmetrische Fassadengliederung, Hauseingang mit dorischen Pilastern, Gebälk und Kopfgesims, 1. Viertel 19. Jahrhundert

Das Gebäude ist ein charakteristisches Beispiel für den klassizistischen Wohnbau im Lörrach der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es ist mit seiner einfachen und strengen Architektursprache sichtlich von der sog. Weinbrenner-Schule beeinflusst, welche das Bauen im Großherzogtum im ersten Jahrhundertdrittel nachhaltig prägte. Das Gebäude veranschaulicht bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse der Biedermeierzeit und ist wichtiges Zeugnis der Stadtbaugeschichte zu einem Zeitpunkt, als Lörrach einen ersten, frühen Industrialisierungsschub und damit auch ein bauliches Wachstum erlebte.

97025325BW
Firma Koechlin Clara-Immerwahr-Straße; Färberweg 2, 4, 6, 8, 10, 12, 14, 16, 18, 20, 22, 24, 26, 28, 30, 32; Gretherstraße; Haagener Straße 29, 31; Imbachweg 13; Kanderner Straße 41, 43, 45, 47, 49, 51, 53, 55, 57, 59, 61, 63, 65, 67, 69, 71; Marie-Curie-Straße 8; Untere Herrenstraße 21 a, 21 b, 23 a, 23; Weinbrennerstraße 4; Wiesenweg
(Karte)
Baumgartner & Cie. AG (KBC), Fabrikanlage mit zugehörigen Villen und Arbeiterwohnungen, gegründet von Philipp Jakob Oberkampf, 1752 (a), Übernahme als Küpfersche Cotton- und Indiennefabrique durch Johann Friedrich Küpfer, 1753 (a), Übernahme durch das Handelshaus Merian aus Basel und die Fabrikantenfamilie Koechlin aus Mühlhausen (Mulhouse), 1808 (a), seit 1854 (a) unter dem Namen Koechlin, Baumgartner & Co, bestehend aus:
  • Arbeitersiedlung (Färberweg 2-32, Kanderner Straße 41-71), zwei langgestreckte Doppelhausreihen, von zwei Seiten zugänglich, mit Vorgärten, traufständige, verputzte Massivbauten, Satteldächer mit Gaubenreihen, an den Ende abgewalmt und über Pfettenköpfen vorkragend, Fenster in einfachen Rechteckgewänden mit Schlagläden, Eingangsvorbauten in Fachwerk mit Backsteinausfachungen, 1906/07 (a);
  • Direktorenvilla A mit Garten und Einfriedung (Haagener Straße 29), freistehender, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Mansardwalmdach mit Gauben, Gliederung durch Eckpilaster, Eingangsvorbau mit Altan, Erdgeschossfenster mit Gebälken und Kopfgesimse, bauzeitliche Innenaufteilung mit wandfester Ausstattung; Garteneinfriedung mit schmiedeeisernem Zaun, erbaut nach Entwurf von Architekt Robert Mühlbach, Freiburg, 1922 (a);
  • Direktorenvilla B mit Garten, Einfriedung und Gartenpavillon (Gretherstraße 17, bei, Haagener Straße 31), freistehender, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Mansardwalmdach mit Gauben, Gliederung durch Eckpilaster, Eingangsvorbau mit Altan, Erdgeschossfenster mit Gebälken und Kopfgesimse, bauzeitliche Innenaufteilung mit wandfester Ausstattung; Garteneinfriedung mit schmiedeeisernem Zaun; achteckiger massiver und verputzter Eckpavillon unter Welscher Kupferhaube, erbaut nach Entwurf von Architekt Robert Mühlbach, Freiburg, 1922 (a);
  • Untere Mühle (heute Wohnhaus, Imbachweg 13), zweigeschossiger verputzter Massivbau mit flach geneigtem Satteldach, Fenster in einfachen Rechteckgewänden, Mitte 19. Jahrhundert;
  • Trockengebäude (Marie-Curie-Straße 3, bei), hoch proportionierter verputzter Massivbau mit flach geneigtem Satteldach, innen an der östlichen Giebelseite durch Treppe erschlossen, Trockenräume mit Aufhängevorrichtungen für Stoffbahnen, spätes 19. Jahrhundert;
  • daneben Eisenbetonschornstein (Marie-Curie-Straße 1, 3, bei), Industriekamin mit rundem Querschnitt, Höhe 85 m, Entwurf nach Patent „System Hof“ der Firma Franz Hof Spezialgeschäft für Dampfkamine und Feuerungsbau in Frankfurt a. M., 1921 (a);
  • Verwaltungsgebäude mit vorgelagertem Zaun (Marie-Curie-Straße 4), zweiflügeliger, viergeschossiger verputzter Massivbau, Hauptfassade mit flachen Pilastern auf niedrigem Kellersockel, säulenflankierter Eingang in genuteter Blende, bauzeitliches zweiflügeliges Türblatt, im Dachbereich Dreiecksgiebel, Vorstandsbereich mit qualitätvoller Ausstattung, in die heutige Form gebracht nach ach Brand in den 1920er-Jahren;
  • Handdruckgebäude (Marie-Curie-Straße 8), Fabrikhochbau, viergeschossiger verputzter Massivbau mit flachem Satteldach und segmentbogigen Fenstern, im Obergeschoss Fensterband unmittelbar unter der Traufe, im Inneren Produktionssäle mit Gusseisenstützen sowie historische technische Einrichtung, im Kern wohl noch 18. Jahrhundert, sonst weitgehender Neubau nach 1854;
  • Handdruckgebäude., später Kantinengebäude (Marie-Curie-Straße 9), zweigeschossiger, langgestreckter verputzter Massivbau mit Satteldach, an östl. Schmalseite doppelläufige Freitreppe., Fenster in einfachen Rechteckgewänden, im Erdgeschoss Speisesaal, im Obergeschoss Festsaal, im Kern frühes 19. Jahrhundert, Umbau zur Kantine durch Architekt Paul Adler, 1940er-Jahre (a);
  • sog. Teich, Gewerbekanal (Teichstraße) mit Uferfassungen, angelegt im 19. Jahrhundert;
  • Villa Küpfer-Koechlin mit Garten und Einfriedungsmauern (Untere Herrenstraße 21a, 21b), bestehend aus: Wohnhaus, breit gelagerter, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Halbwalmdach mit Aufschiebling Fenster und Nebeneingang in Segmentbogengewänden, giebelseitige Erschließung über zweiläufige Freitreppe, darunter Kellerportal, Hauseingang in profiliertem, geohrtem Segmentbogengewände mit Keilstein und gewölbtem Kopfgesims, erbaut für Niklaus Küpfer etwa zwischen 1780 und 1785 (a), ab 1808 im Besitz der Familie Koechlin; Nebengebäude, zweigeschossiger verputzter Bau in Hanglage, Walmdach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, umlaufender Hängezierfries an Dachtraufe, Ende 18./Anfang 19. Jahrhundert;
  • Pförtnerhaus (Untere Herrenstraße 23), zweigeschossiger verputzter Massivbau mit rundum vorkragendem Walmdach, Rechteck- und Segmentbogenfenster, Ansätze von Einfriedungsmauern, Ende 18./frühes 19. Jahrhundert;
  • Villa Koechlin-Favre mit Garten und Einfriedung (Weinbrennerstraße 4), freistehender, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Gliederung durch Gurtband, straßenseitig zweieinhalbgeschossiger Mittelrisalit mit Giebel, im Erdgeschoss mit Bänderrustizierung und Blendbögen, darüber kolossale toskanische Pilasterstellung, giebelseitig Rundbogenfenster und im Giebel großes Thermenfenster, begonnen als Verwaltungsgebäude des Wiesenkreises, vor 1811, nach Übernahme durch Ausbau als Villa für die Familie Koechlin, nach 1815 (a), ab 1862 Wohnsitz der Familie Favre, jüngerer polygonaler Standerker;
  • Pumpenhaus (Wiesenweg 31, hinter), eingeschossiger verputzter Massivbau unter Pyramidendach, flache Wandvorlagen und rundbogige Fensteröffnungen, 1920er-Jahre
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Brücke über den Gewerbekanal (Teich) Teichstraße 55
(Karte)
Gewölbebrücke mit Hausteinpfosten, spätes 19. Jahrhundert

Die Brücke über den Gewerbekanal, den sog. Teich, dokumentiert den Ausbau der innerstädtischen Infrastruktur und Verkehrswege im Zuge des Lörracher Wachstums im 19. Jahrhundert. Die relativ aufwendige Brückenarchitektur belegt dabei den gestalterischen Anspruch der Bürgerschaft bzw. Stadtgemeinde an solche öffentlichen Bauaufgaben.

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Tuchfabrik Lörrach AG (heute Technische Textilien Lörrach GmbH) Teichstraße 56, 69, 71, 73, 75, 77, 79
(Karte)
Gegründet durch Friedrich vom Hove, 1838 (a), bestehend aus:

Verwaltungs- und Magazingebäude (Teichstraße 56), dreigeschossiger verputzter Massivbau mit flach geneigtem Dach und abgeschrägten Ecken, einzeln oder gepaart angeordnete Stichbogenfenster mit Umrahmungen aus Werkstein, in jedem Geschoss jeweils zwei durchlaufende Stützenreihen mit verzierten Kapitellen, beherbergte im Erdgeschoss Packraum und unteres Magazin, im 1. Obergeschoss Büroräume und im 2. Obergeschoss ein großes oberes Magazin, geplant im Auftrag der Tuchfabrik Lörrach, 18834 (a), erweitert bis 1903 (a);

Arbeiterwohnhäuser (Teichstraße 69-79), langgestreckter, traufständiger, dreigeschossiger verputzter Baukomplex, Satteldach mit Gaubenreihen, Gliederung durch Ecklisenen, durchlaufende Sohlbankgesimse und flache, übergiebelte Risalite, erbaut nach Entwürfen von Architekt Griesser-Sutter, 1888/89 (a)

In der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebten Lörrach und das Wiesental einen verhältnismäßig rasanten frühindustriellen Aufschwung durch sich hier ansiedelnde Textilfabriken. Beschleunigt wurde dies durch den Beitritt Badens zur Zollunion 1836. In der Folge gründete der aus Rheinpreußen stammende Unternehmer Friedrich vom Hove (1805 bis 1883) im Jahr 1838 mit landesherrlicher Genehmigung seine Tuchfabrik Lörrach. Die überlieferten historischen, unter Denkmalschutz stehenden Bauten datieren allerdings sämtlich erst aus der Zeit nach vom Hoves Tod. Das große Verwaltungsgebäude, noch im Todesjahr des Unternehmers errichtet, wurde 1903 erweitert und ist ein charakteristisches Beispiel für einen Verwaltungs- und Magazinbau mit Büro- und Lagerräumen. Vom sozialen, patriarchalen Fürsorgeanspruch des Unternehmens zeugen die Arbeiterwohnhäuser, die von der Firma 1888/89 entlang der Teichstraße als langgestreckter Baublock errichtet wurden und welche den Arbeiterfamilien je 22 größere und kleinere Zwei- und Dreizimmerwohnungen boten. Die Architektur tradiert dabei mit den durch Ecklisenen und Sohlbankgurte gegliederten Putzfassaden ältere, spätklassizistische Modelle, die sich in Lörrach bis ins letzte Viertel des 19. Jahrhunderts gerade im Arbeiterwohnbau großer Beliebtheit erfreuten.

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Pumpenhaus Tüllinger Straße 46
(Karte)
Eingeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, symmetrischer Fassadengliederung mit mittigem Eingang, im Keilstein des Türsturzes bezeichnet, 1936

Das kleine Gebäude dokumentiert die Einrichtung und den Ausbau einer modernen Wasserversorgung im Stadtgebiet Lörrachs in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Wie seinerzeit üblich ist das technische Bauwerk im Sinne des Heimatschutzgedankens so gestaltet, dass es sich dem Orts- und Landschaftsbild einfügt.

97025331BW
Haus Laeuger Tüllinger Straße 114
(Karte)
Sog. Rebhüsli, 1947 bis 1952 Wohnhaus des Künstlers Prof. Max Laeuger, freistehender, zweigeschossiger teilverputzter und teilverschindelter Fachwerkbau mit Satteldach, Querbau mit freiliegendem Fachwerkgiebel unter Schopfwalmdach, Geschossvorkragungen über Balkenköpfen, Garten, erbaut als Rebhaus für den Vater nach eigenem Entwurf von Laeuger, 1902 (a), erweitert 1908 (a)

Das im Volksmund als „Rebhüsli“ bekannte, villenartige Anwesen entwarf der für Baden und darüber hinaus im 1. Drittel des 20. Jahrhunderts bedeutende Künstler, Keramiker und Architekt Max Laeuger (1864 bis 1952) 1902 als Weinberghaus für seinen Vater. Sechs Jahre später wurde das Haus nach Laeugers Entwurf nochmals erweitert. Die Architektur zeigt Laeugers Bedeutung als wichtiger Vertreter der Stilbewegung bzw. der Reformarchitektur im frühen 20. Jahrhundert, der er letztendlich zeitlebens treu blieb. Mit seiner Kubatur und seiner Materialität (Fachwerk, Holzschindeln) gibt sich das Haus als ländliches Anwesen zu erkennen, was seiner ursprünglichen Funktion als Haus in den Weinbergen oberhalb Lörrachs entsprach. Laeuger selbst zog hier aber erst 1947 ein. Er lebte und arbeitete im Rebhüsli bis zu seinem Tod 1952. Das Objekt ist wichtiges Zeugnis im architektonischen Schaffen des Universalkünstlers Laeuger und hat als letzter Wohnsitz des aus Lörrach gebürtigen Kunstprofessors zentrale Bedeutung für die Ortsgeschichte.

97025332BW
Doppelwohn- und Geschäftshaus Tumringer Straße 210, 212
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger Massivbau mit Satteldach (jüngerer Dachaufbau auf Nr. 212), spiegelbildlich gestaltete Schaufassade, Erdgeschoss mit Sandsteinverblendung, darüber Putzfassade mit reichen Sandsteingliederungen, u. a. zwei Balkone mit Maßwerkbrüstungen, erbaut für Witwe Böhler nach Entwürft von Architekt Walter Scheidt, um 1900

Das Zeilenhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen großstädtischen Wohn- und Geschäftsbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde, in diesem Fall von einer offenbar vermögenden Witwe. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der Spätgotik bzw. Renaissance, die vom Kontrast zwischen aufwendig gearbeiteten Werksteingliederungen und Putzflächen lebt und so vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens zeugt. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte in der Zeit um 1900.

97025333BW
Gasthaus Zum Rössle Tumringer Straße 217
(Karte)
Zweigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus in Ecklage, verputzter Massivbau mit flach geneigtem Walmdach, im Erdgeschoss Einfahrt mit rechteckigem Tor, umrahmte Rechteckfenster, Rechteckfenster im Obergeschoss zusätzlich mit Konsolen unter den Sohlbänken und Verdachungen; aufwendige Gliederung durch Lisenen, Flachrisalit an der Ostseite, Sohlbankgesims im Erdgeschoss, geschosstrennendes Bandgesims, reich profiliertes Abschlussgesims sowie Dachüberstand mit Klötzchenfriesen, im Inneren Gewölbekeller, Reste der originalen Ausstattung, insbesondere Treppe mit Geländer, erbaut im Zusammenhang mit der Stadterweiterung im Bereich der kath. Pfarrkirche St. Bonifatius, um 1860 bis 1880, Einbau einer Küche im Erdgeschoss für Michael Teufel, 1921 (a)

Das Eckhaus dokumentiert beispielhaft die charakteristische spätklassizistische Bebauung der Stadterweiterung nach Norden im 3. Viertel des 19. Jahrhunderts. Es löste als Gasthaus das ältere Rössle in der Badstraße ab. Das Haus veranschaulicht Das Bauen in Lörrach an der Wende von der Biedermeier- zur Gründerzeit und ist Zeugnis der Stadtbau- und Wirtschaftsgeschichte.

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Kath. Pfarrhaus St. Bonifaz Tumringer Straße 218
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau in Kopflage, umseitig überstehendes, flach geneigtes Satteldach mit einseitiger Abwalmung, Gliederung durch Eckquaderung und Gesimse, Erdgeschossfenster mit Segmentbögen, Hauseingang an Schmalseite in kreuzbekrönter Segmentbogennische, 1869 bis 1871 (a)

Mit dem rasanten Wachstum Lörrachs zogen auch viele Katholiken in die bisher evangelisch geprägte Stadt zu, und die katholische Kirche in Stetten reichte vom Platz her nicht aus. So wurde in Lörrach mit St. Bonifaz eine eigenständige katholische Kirche erbaut, die Mittelpunkt einer Pfarrkuratie wurde. Selbige wurde 1868 zur eigenständigen Pfarrei erhoben. Damit wurde der Bau eines eigenen Pfarrhauses notwendig, der 1869 bis 1871 erfolgte. Es ist mit seiner Architektur charakteristisch für das frühe gründerzeitliche Bauen in Lörrach, das am Übergang vom späten Klassizismus zu einem von der Neurenaissance geprägten Historismus steht. Ein Kreuz über dem Nischenportal verweist auf die kirchliche Funktion des Hauses. das als Verwaltungsmittelpunkt der Bonifatiusgemeinde Lörrach wichtige Bedeutung für die städtische Kirchen- und Konfessionsgeschichte hat.

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Weitere Bilder
Kath. Pfarrkirche St. Bonifatius Tumringer Straße 220
(Karte)
Massivbau mit Klinkerverblendung, dreischiffige Basilika mit Polygonalchor und Chorflankenturm, Gliederung durch Lisenen, Pfeiler, Klötzchenfriese und Rundbogenfenster, Westportal mit kreuzbekröntem rundbogigem Säulenvorbau, an Turmostseite Keramikrelief von Max Laeuger, 1902 (a), im Inneren Holzdecken über Konsolen bzw. Bügen, Apsis mit kräftigen Rippen über Lisenen, Langhaus mit Lisenengliederung und Rundbogenarkaden, Reste der historischen Ausstattung, u. a. Altarblätter von Melchior Paul von Deschwanden, Kirche errichtet unter Bauaufsicht von Stadtbaumeister Meeser nach Plänen von Bezirksbaumeister Heinrich Leonhard unter Mitwirkung von Lukas Engesser, Grundsteinlegung 9. Juli 1865, Weihe 6. August 1867 (a)

Der rasante Aufschwung Lörrachs im Zeichen der Frühindustrialisierung führte zum Zuzug zahlreicher Arbeiter und ihrer Familien in die badische Bezirksamtsstadt. Darunter waren auch viele Katholiken. Zwar existierte in Stetten eine katholische Pfarrkirche, doch reichte deren Raum kaum aus, so dass die Lörracher Katholiken einen eigenen Bau anstrebten, für den 1859 der Bezirksbaumeister Heinrich Leonhard (1813 bis 1878) erste Pläne vorlegte. Umgesetzt wurden diese aber erst 1865 bis 1867, wobei Lukas Engesser (1820 bis 1880) als Vorstand des Erzbischöflichen Bauamtes in Freiburg Einfluss auf die Gestaltung nahm. Die Bauleitung hatte der Stadtbaumeister Meeser. Die Bonifatiuskirche, benannt nach dem Apostel der Deutschen, verrät mit ihrer Gestaltung deutlich, dass sowohl Leonhard wie auch Engesser Schüler des 1863 verstorbenen badischen Baumeisters Heinrich Hübsch waren, welcher die Architektur und auch den Kirchenbau im Großherzogtum Baden seit dem 2. Viertel des 19. Jahrhunderts nachhaltig geprägt hatte. Das Gotteshaus ist ein charakteristischer Vertreter des von Hübsch bevorzugten Stils, einer Mischung aus italianisierender Renaissance und Romanik, die aber eigenständig interpretiert werden. Die strenge Gliederung zeigt dabei, dass Hübschs und seine Schüler durchaus noch vom Klassizismus geprägt waren. Charakteristisch für den badischen Kirchenbau jener Zeit ist die Verwendung verschiedenfarbigen Baumaterials, das in dezenter Weise zueinander kontrastiert wird. Das Innere präsentiert sich als quasi frühchristlich wirkende Basilika, sah man doch im spätantik-frühchristlichen Christentum noch den wahren, echten Glauben, den es in einer Epoche der Anfechtungen durch zahlreiche gesellschaftliche Umwälzungen zu erneuern galt. Verschiedene purifizierende Renovierungen in der Nachkriegszeit haben von der ursprünglichen Ausstattung nur wenig übrig gelassen, darunter die hervorragenden Altarblätter des regional bedeutenden Malers Melchior Paul von Deschwanden (1811 bis 1881), einem der führenden Vertreter des Nazarenerstils. Am Turm befindet sich seit 1902 ein Relief des aus Lörrach stammenden für Baden im 1. Drittel des 20. Jahrhunderts zentralen Universal-Künstlers Max Laeuger (1864 bis 1952), das sein umfangreiches Schaffen als hervorragender Keramiker dokumentiert. Die Bonifatiuskirche ist damit ein zentrales und wichtiges Zeugnis des frühen historistischen Sakralbaus im Großherzogtum Baden und beispielhaft für die Schule Heinrich Hübschs. Sie zählt neben Hübschs Obersäckinger Pfarrkirche zu den bedeutendsten architektonischen Leistungen dieser Zeit im Markgräflerland.

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( Wikidata)
Wohn- und Geschäftshaus mit Rückgebäuden Tumringer Straße 223
(Karte)
Vorderhaus traufständiger, dreigeschossiger Massivbau, Satteldach mit Gauben, reich gestaltete Schaufassade, im Erdgeschoss mit genuteten Pfeilern, darüber verputzt mit aufwendigen Sandsteingliederungen, seitliche Toreinfahrt; drei rückwärtige Nebengebäude, ein- bis zweigeschossig mit Pultdächern letztes Viertel 19. Jahrhundert

Das Zeilenhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der nordischen Spätrenaissance, die vom Kontrast zwischen aufwendig gearbeiteten Werksteingliederungen und Putzflächen lebt und so vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens zeugt. Beispielhaft überliefert ist die Hinterhofbebauung, die in der Regel Werkstätten, Stallungen und Remisen aufnahm. Der Baukomplex hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte Lörrachs im späten 19. Jahrhundert.

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Wohnhaus Tumringer Straße 227
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Gliederung durch Gesimse, Beletagefenster mit ornamentierten Gebälken und Kopfgesimsen, seitlich Torfahrt mit Schulterbogen, 3. Viertel 19. Jahrhundert

Das Zeilenhaus ist ein anschauliches Beispiel für die nördliche Stadterweiterung Lörrachs im 3. Viertel des 19. Jahrhunderts. Dabei wurden die Gebäude als Blockrandbebauung in traufständiger Zeilenbauweise errichtet. Die Architektur ist mit ihrer strengen Gliederung noch ganz dem späten Klassizismus verpflichtet. Das Haus dokumentiert damit die Lörracher Stadtbaugeschichte am Beginn der Gründerzeit, als die badische Bezirksamtsstadt infolge der Industrialisierung einen rasanten Aufschwung nahm.

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Wohn- und Geschäftshaus Tumringer Straße 233
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Gauben, Gliederung durch Ecklisenen und durchlaufenden Sohlbankgesims im 1. Obergeschoss, Beletagefenster mit Kopfgesimsen, seitliche Torfahrt, 3. Viertel 19. Jahrhundert

Das stattliche Zeilenhaus ist ein anschauliches Beispiel für die nördliche Stadterweiterung Lörrachs im 3. Viertel des 19. Jahrhunderts. Dabei wurden die Gebäude als Blockrandbebauung in traufständiger Zeilenbauweise errichtet. Die Architektur ist mit ihrer strengen Gliederung noch ganz dem späten Klassizismus verpflichtet. Das Haus dokumentiert damit die Lörracher Stadtbaugeschichte am Beginn der Gründerzeit, als die badische Bezirksamtsstadt infolge der Industrialisierung einen rasanten Aufschwung nahm.

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Wohn- und Geschäftshaus Tumringer Straße 240
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Massivbau in Ecklage mit abgewalmtem Dach, zwei übergiebelte Risalite, abgeschrägte Ecke mit Ladeneingang, Werksteingliederungen, letztes Viertel 19. Jahrhundert

Das Eckhaus ist ein anschauliches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Industriestadt erstellt wurde. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der deutschen Renaissance, die vom Kontrast zwischen aufwendig gearbeiteten Werksteingliederungen und Putzflächen lebt und so vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens zeugt. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im späten 19. Jahrhundert.

97025340

Doppelwohnhaus Tumringer Straße 244, 246
(Karte)
Dreigeschossiger, symmetrisch gegliederter Baukörper mit Walmdach, zur Straße zwei flankierende Standerker mit Balkonaustritten, rückwärtig seitlich angeordnete Balkonloggien mit Altanen im Dachbereich, Eingänge in profilierten Kunststeingewänden mit ornamentierten Gebälken und Kopfgesimsen, im Innern bauzeitliche Treppenhäuser, Türen, Stuckrahmendecken und Parkettböden, erbaut nach Entwurf von Architekt Paul Adler, Lörrach, 1936 (a)

Der langgestreckte Wohnblock ist mit seiner konservativen Gestaltung charakteristisch für die traditionalistische Strömung der Moderne in der Zwischenkriegszeit. Die Türgestaltungen weisen mit ihrem monumentalisierenden Charakter allerdings deutlich auf die Entstehungszeit in den 1930er-Jahren nach der nationalsozialistischen Machtergreifung hin. Das Wohnhaus dokumentiert den Stadtausbau im 2. Viertel des 20. Jahrhunderts und ist Zeugnis der Lörracher Architekturgeschichte. Es dokumentiert dabei auch das Schaffen des aus Gera gebürtigen, in Lörrach ansässigen Architekten Paul Adler (1896 bis 1981).

97025341

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Villenanwesen Flachsländer Hof (heute Kulturzentrum Nellie Nashorn) Tumringer Straße 248 a, 248
(Karte)
Erbaut Ende 19. Jahrhundert, bestehend aus:
  • Villa, freistehender, traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit mittiger Gaube, Zinnen-Treppengiebel mit Ecktürmchen, bossierter Kellersockel, Ecklisenen, axialsymmetrische Fassade, Fenster und Hauseingang mit Wasserschlägen, Erschließung über zweiläufige Freitreppe;
  • zwei Nebengebäude mit Remisen und Stallungen, Sandstein- und Fachwerkbau mit Kniestock, Pultdach mit Zwerchhaus und Gauben, im Giebel reiche Laubsägearbeiten mit Adlerwappen, Zinnen-Treppengiebel;
  • Ehrenhof mit Allee;
  • Garten und Einfriedung mit Torpfeilern und Gitterzaun

Der Flachsländer Hof stand ursprünglich frei außerhalb der Stadt an der nach Norden führenden Ausfallstraße. Er ist mit seiner dreiflügeligen Anlage um einen weiten Ehrenhof und mit dem Garten ein anschauliches Beispiel eines Herrensitzes im späteren 19. Jahrhundert und veranschaulicht gehobene Wohn- und Lebensverhältnisse der bürgerlichen, durch Unternehmertum zu Geld gekommenen Elite, die sich adelsgleich inszenierte. Mit dem freistehenden Herrenhaus und den flankierenden Ökonomie- bzw. Stallungen und Remisen folgt die Anlage dem historischen, tradierten Vorbild der Landhaus- und Lustschlossarchitektur, wie sie sich mit dem oberitalienischen Villenbau schon in der Renaissance ausgeprägt hatte. Hier allerdings wurde alles in neugotische Stil gestaltet, um Anciennität, d. h. Geschichtlichkeit und Tradition, vorzuführen. Zeitweilig war dem seinerzeit verehrten völkischen Blut-und-Boden-Dichter, Schriftsteller und Maler Hermann Burte (1879 bis 1960) der Flachsländer Hof zur Wohnung überlassen, bis er diesen 1945 nach Internierung im Lörracher Gefängnis durch die Franzosen aufgeben musste. Das Anwesen, heute als Kulturzentrum genutzt, ist damit ein wichtiges Zeugnis der Lörracher Bau-, Sozial- und Stadtgeschichte.

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Hirschenbrunnen (Kronenbrunnen) Turmstraße 2
(Karte)
Laufbrunnen, polygonaler, länglicher Trog mit Ornamenten und Stadtwappen, runder Stock mit Vasenaufsatz, Solothurner Weißkalkstein, gefertigt durch Urs Bargetzi, Solothurn, 1827 (a, i)

Der große klassizistische Laufbrunnen, benannt nach dem einst benachbarten Gasthaus Zum Hirschen, ist einer von mehreren repräsentativ gestalteten Brunnen aus Solothurner Kalkstein, die von der Stadtgemeinde bei dem dortigen Steinhauer und Marmorierer Urs Bargetzi in Auftrag gegeben wurden. Dieser belieferte die gesamte Region mit seinen qualitätvollen Brunnen, je nach Geldbeutel und Anspruch mehr oder minder aufwendig gestaltet. Der Brunnen dokumentiert dabei die vormoderne Wasserversorgung der damaligen Bezirksamtsstadt und ist Zeugnis für das umfangreiche Sortiment der Firma Bargetzi.

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Wohn- und Geschäftshaus Turmstraße 20
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Massivbau in Ecklage, abgewalmtes Dach mit Zwerchhaus, abgeschrägte Ecke mit Ladeneingang und turmartigem Eckerker unter Zwiebelhaube, über zwei Geschosse reichende Ladenzone mit hohen Korbbogenarkaden, reiche Gliederung in Sandstein, u. a. Blendmaßwerk, im 2. Obergeschoss des Erkers bauzeitliche Farbverglasung, Hauseingang mit bauzeitlichem beschnitztem Türblatt, 1901 (i)

Das stattliche, beinahe großstädtisch wirkende Gebäude, ist ein charakteristisches Beispiel für jene großen Wohn- und Geschäftshäuser, wie sie von verschiedenen Kaufleuten in der Lörracher Innenstadt zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet wurden. Sie entstanden als aufwendig und reich gestaltete Konsumtempel in zeittypisch späthistoristischen Formen, in diesem Fall an der deutschen bzw. oberrheinischen Spätgotik orientiert. In den späten 1920er-Jahren enthielt das Gebäude die Pension der Familie Juliusberger aus Waldshut. Der stattliche, qualitätvoll gestaltete Bau setzt einen markanten Akzent im Straßenbild. Er ist wichtiges Zeugnis für den innerstädtischen Ausbau Lörrachs in wilhelminischer Zeit und hat Bedeutung für die Architektur- und Stadtbaugeschichte.

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Wohn- und Geschäftshaus Turmstraße 22
(Karte)
Bestehend aus: Eckhaus, Zwischenbau, nördlicher Gebäudeteil; Eckhaus dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldächern, abgeschrägte Ecke, Gliederung durch Ecklisenen und Gesimse, Beletagefenster Rechteckfenster mit Verdachungen; an die Nordseite angeschlossener Zwischenbau und nördlicher Gebäudeteil beide verputzte Gebäudeteile mit bauzeitlichen Schaufensterfronten, Zwischenbau mit begehbarem Flachdach, nördlicher Gebäudeteil mit Mansarddach, im Inneren originale Raumaufteilung und hölzerne Treppen; Eckgebäude für Jakob Müller und J. Georg Noll durch Jakob Müller für sich selbst geplant 1876(a), nördlicher Gebäudeteil erbaut um 1880 bis 1895, Zwischenbau geplant für das Damen-Confektions-Geschäft Ph. Stegmüller 1899(a), Nutzung als Kleiderfabrik für Herren-, Damen- und Kinderkleider Gustav Reichert seit 1904

Das Eckhaus ist mit seiner Gestaltung ein anschauliches Beispiel für die Architektur des Spätklassizismus, wie sie die Erweiterungen der aufstrebende Industriestadt im 3. Viertel des 19. Jahrhunderts prägte. Zeittypisch ist die Abschrägung der Ecke, welche im Städtebau seit dem Beginn des Jahrhunderts üblich wurde. Das Gebäude dokumentiert mit seinen Erweiterungen die Wohn- und Lebensverhältnisse am Übergang von der Biedermeier- zur Gründerzeit und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte.

97025349BW
Sog. Lasser-Keller Über der Wiese
(Karte)
Eiskeller, stollenartiger gewölbter Zugangsbereich, sodann höhlenartiger, in den Naturboden gehauener Raum., einschließlich der vom Höhlenraum abgehenden Luftschächten, 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Der Lager- und Eiskeller dokumentiert in eindrucksvoller Weise ein historisches Kühlsystem aus vorindustrieller Zeit, das allein durch die Anwendung von Bautechnik, Materialwahl und das Ausnutzen physikalischer Eigenschaften zuverlässig seine Funktion erfüllte. Als gewerbespezifische Kellerarchitektur des 19. Jahrhunderts und insbesondere als frühe Kelleranlage einer der bedeutendsten Brauerei der Stadt bezeugt die Anlage ein wichtiges Kapitel der Wirtschafts- und Sozialgeschichte Lörrachs.

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Wohnhausgruppe an der Hartmattenstraße Schulze-Delitzsch-Straße 2; Untere Hartmattenstraße 2, 4, 6, 8, 10; Untereckstraße 15
(Karte)
Wohn- und Geschäftshäuser, dreiteiliger und gestaffelter Baukomplex aus dreigeschossigen verputzten Massivbauten, Walm- bzw. Satteldächer mit Zwerchhäusern und Gauben, Gliederung durch umlaufende Sohlbankgesimse und flache, geschossübergreifende Blendbögen an den Kopfbauten, Hauseingänge in Kunststeingewänden, für die Gemeinnützige Baugenossenschaft Lörrach e G. m. b. H. durch Architekt Hermann Reinhardt in Leopoldshöhe geplant, 1924 (a, i)

Die 1924 von Architekt Hermann Reinhardt in Leopoldshöhe für die Gemeinnützige Baugenossenschaft Lörrach e G. m. b. H. geplante Wohnhausgruppe an der Hartmattenstraße ist mit ihrer Architektur charakteristisch für die konservative Strömung der Moderne in der Zwischenkriegszeit, welche nahtlos an die Reformarchitektur vor dem Ersten Weltkrieg anknüpfte und sich großer Beliebtheit u. a. für den sozialen Wohnungs- bzw. Siedlungsbau erfreute. In diesem Kontext ist auch diese Wohnanlage zu sehen, die in einer Zeit großer Wohnungsnot entstand, um günstigen Wohnraum in der Industriestadt zu schaffen. Die Gebäude dokumentieren dabei die Stadtbauentwicklung Lörrachs in der Zeit der Weimarer Republik.

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Mietshaus Untere Herrenstraße 29
(Karte)
Freistehender dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, (zugesetzte) Balkonloggien, axialsymmetrische Gliederung, mittig Hauseingang mit geschweiftem Giebelabschluss, 1920er-Jahre

Das Gebäude ist ein charakteristisches Beispiel für den sozialen Miethausbau in der Zwischenkriegszeit, als Wohnraum in der Industriestadt Lörrach knapp und teuer war. Die Stadt, Firmen wie auch Bauvereine und Genossenschaften suchten hier Abhilfe zu schaffen. Die Gestaltung in konservativen, an die Reformarchitektur der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg anknüpfenden Formen, ist zeittypisch für den sozialen Wohnungsbau in der Weimarer Republik. Das Anwesen veranschaulicht damalige Wohn- und Lebensverhältnisse von Arbeitern und kleinen Angestellten und ihren Familien und ist Zeugnis der Lörracher Stadtbau- und Sozialgeschichte.

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Mietshaus mit umgebender Grünfläche und Einfriedung Untere Herrenstraße 38
(Karte)
Freistehender, dreigeschossiger verputzter Massivbau, ausladendes Walmdach mit Zwerchhaus, 1920er-Jahre

Das Gebäude ist ein charakteristisches Beispiel für den sozialen Miethausbau in der Zwischenkriegszeit, als Wohnraum in der Industriestadt Lörrach knapp und teuer war. Die Stadt, Firmen wie auch Bauvereine und Genossenschaften suchten hier Abhilfe zu schaffen. Die Gestaltung in konservativen, an die Reformarchitektur der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg anknüpfenden Formen, ist zeittypisch für den sozialen Wohnungsbau in der Weimarer Republik. Das Anwesen veranschaulicht damalige Wohn- und Lebensverhältnisse von Arbeitern und kleinen Angestellten und ihren Familien und ist Zeugnis der Lörracher Stadtbau- und Sozialgeschichte.

97025066BW
Streckgehöft Untere Ortsstraße 2
(Karte)
Bestehend aus: Wohnhaus, traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau auf hohem Kellersockel, Satteldach, traufseitige Erschließung über Freitreppe mit Kellerbogen, im Keilstein des Hauseingangs Wappenschild, 1824 (a); daran anschließend Ökonomieteil, verputzter Massivbau mit traufseitig über Bügen vorstehendem Satteldach, Rundbogentor, bezeichnet 1820

Das Streckgehöft, eine in der Region weit verbreitete Hofform, dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur des einst eigenständigen Dorfes Tumringen. Es ist mit seiner einfachen Architektur charakteristisch für das bauen auf dem Land im 1. Viertel des 19. Jahrhunderts. Das Anwesen veranschaulicht vormoderne Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse der Landbevölkerung im Markgräflerland und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

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Einhaus Untere Ortsstraße 6, 6 a
(Karte)
Langgestreckter verputzter Massivbau mit traufseitig über Bügen weit vorstehendem Satteldach, zweigeschossiger Wohnteil, traufseitige Erschließung, am Ökonomieteil Ochsenaugen, im rückwärtigen Teil Balkonlaube über Bügen, Stalltüren mit Segmentbögen, großes Korbbiogentor, im Keilstein Initialen, 1792 (i)

Das stattliche Einhaus vertritt einen in der Region weit verbreiteten, alten Typus des Bauernhauses, der Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereint. Es dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur des einst eigenständigen Dorfes Tumringen. Eine Besonderheit stellen die barocken Ochsenaugen als Lüftungs- und Lichtöffnungen der Scheune dar. Das Anwesen veranschaulicht frühneuzeitliche Lebens- und Wohnverhältnisse der Landbevölkerung im Markgräflerland und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

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Laufbrunnen Untere Ortsstraße 8 a
(Karte)
Länglicher Trog mit abgerundeten Ecken, Stock mit Obeliskaufsatz, Solothurner Weißjurakalkstein, wohl 1. Hälfte oder Mitte 19. Jahrhundert

Der anspruchsvoll gestaltete Laufbrunnen ist ein anschauliches Zeugnis der historischen Wasserversorgung auf dem Dorf: Hier holten die Haushalte ihr Brauchwasser, an dem langen Trog wurde das Vieh getränkt. Der Brunnen gehört zu einer ganzen Reihe solcher Anlagen, die im Lauf des 19. Jahrhunderts aus Weißjurakalkstein aus der Gegend von Solothurn/Schweiz durch die Firma der Familie des Urs Bargetzi in Serie hergestellt wurden und ist dabei auch ein Zeugnis für die künstlerische Gestaltung solcher Einrichtungen zur Ortsverschönerung.

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Wohnteil eines Streckgehöfts Untere Ortsstraße 7
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach über hohem Hang-Kellergeschoss, Erdgeschoss massiv und verputzte, darüber konstruktives Fachwerk, traufseitige Erschließung über kleine Freitreppe, 1806 (a)

Der Wohnteil eines für die Region typischen Streckgehöftes veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse der Landbevölkerung im Markgräflerland zu Ende der Frühen Neuzeit. Er ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

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Wohnhaus Untere Ortsstraße 12
(Karte)
Giebelständiger, zweigeschossiger Bau auf hohem Kellersockel, traufseitig überstehendes Satteldach, Keller- und Erdgeschoss massiv und verputzt, darüber konstruktives Fachwerk, Giebel verbrettert, 1780 (a)

Das Wohnhaus ist wichtiger Bestandteil der überlieferten historischen Bebauung im Kern des einst eigenständigen Dorfes Tumringen. Es veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse der Landbevölkerung im Markgräflerland und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

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Wohn- und Geschäftshaus Untere Wallbrunnstraße 1
(Karte)
Vorderhaus dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, im Erdgeschoss Schaufenster mit reicher Pilaster- und Pfeilergliederung, Obergeschosse mit streng gereihten Rechteckfenstern, fein gegliedertes Traufgesims; Hinterhaus mehrgeschossiger Bau mit Flachdach, Raumaufteilung und wandfeste Ausstattung, insbesondere Türen mit Umrahmungen, Treppengeländer etc. im Vorderhaus und Hinterhaus, Vorderhaus im Kern 1436 (d), Umbauten 1, Hälfte und Ende 19. Jahrhundert, Hinterhaus neu erbaut nach Plänen von Architekt Karl Krotzinger, Lörrach, für Kaufmann Hermann Spitz, 1926/27 (a)

Das im Äußeren als für Lörrach charakteristisch klassizistischer Bau erscheinende Gebäude ist mit seinem dendrochronologisch auf 1436 datierten Dachwerk der bisher älteste bekannte überlieferte Wohnbau im Stadtzentrum. Das Anwesen erlebte mehrere Umbau- und Erweiterungsphasen und dokumentiert so sehr lebendig und eindrücklich die Lörracher Stadtbau- und Hausgeschichte vom 15. bis ins 1. Drittel des 20. Jahrhunderts.

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Weitere Bilder
Altes Rathaus (heute Volkshochschule) Untere Wallbrunnstraße 2
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger Massivbau, Satteldach mit Dachreiter, einachsiger Mittelrisalit mit Uhrengiebel, reich gestaltete, axialsymmetrisch aufgebaute Fassade, Erdgeschoss rustiziert, abschließender Konsoltraufgesims, Eingangsportal mit Balkon über kannelierten dorischen Säulen, errichtet anstelle des barockzeitlichen Vorgängers durch Stadtbaumeister Meeser, 1869/70 (a)

Mit der erneuten Stadtrechtsverleihung und dem Aufschwung Lörrachs im 18. Jahrhundert erhielt die Stadt ihr erste großes, eigenes Rathaus, einen 1756 erstellten Barockbau, der 1869 einem Neubau nach Entwürfen des Stadtbaumeisters Meeser weichen musste. Dabei übernahm der Neubau Traufständigkeit und Zweigeschossigkeit des Vorgängers, erhielt allerdings eine weitaus reicher gestaltete Fassade in Formen, die in zeittypischer Weise am Übergang von einem späten Klassizismus zu einer italianisierenden Neurenaissance stehen und in den Details auch Einflüsse des 1863 verstorbenen Heinrich Hübsch erkennen lassen. Die Schaufassade ist als Palastbau aufgefasst, entsprechend der vornehmen Bauaufgabe des öffentlichen Gebäudes. Ein Säulenportal mit traditionellem Balkon zeichnet die axialsymmetrische Fassade aus, deren Mittelrisalit von einem Zwerchhaus mit Uhr überragt wird. Letztere kennzeichnet wie der offene Dachreiter mit Glocke das Gebäude in traditioneller Weise als Rathaus. Das Gebäude ist ein qualitätvolles Zeugnis der Baukunst der frühen Gründerzeit und hat als früheres Rathaus zentrale Bedeutung für die Stadt- und Verwaltungsgeschichte Lörrachs. In dem damaligen Neubau repräsentierte sich selbstbewusst die junge, aufstrebende Industriestadt.

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Löwenapotheke Untere Wallbrunnstraße 5
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger Massivbau mit Mezzanin und flach geneigtem Satteldach, Erdgeschoss mit dorischer Säulengliederung, darüber reich gestaltete, axialsymmetrisch aufgebaute Schaufassade mit gekoppelten Rundbogen. und Segmentbogenfenstern zwischen – teils ornamentierten – Pilastern, errichtet nach Entwurf von Stadtbaumeister Meeser unter Einbeziehung von Resten des Vorgängerbaus, 1862 (a)

Die Lörracher Löwenapotheke zählt zu den traditionsreichen Einrichtungen dieser Art in der Stadt. Bereits 1737 erteilte der Markgraf von Baden dem Apotheker Johann Detlev Hoyer die Genehmigung zur Einrichtung einer Apotheke. Sehr wahrscheinlich befand sich diese Apotheke bereits am Platz des heutigen Baus. Dieser ersetzte ein klassizistisches oder vielleicht sogar älteres Gebäude und wurde 1862 nach Entwürfen des Stadtbaumeisters Meeser errichtet, der ein begabter Vertreter der italianisierenden Neurenaissance in Lörrach war und auch das Alte Rathaus (Nr. 2) entworfen hat. Für die Fassade orientierte sich Meeser sichtlich an Bauten der oberitalienischen Frührenaissance, wie die dekorierten Pilaster und die rundbogigen Zwillingsfenster ausweisen. Das Erdgeschoss mit der Ladenfront löste Meeser in eine Stellung verdoppelter römisch-dorischer Säulen auf. Über dem Hauptgesims erhebt sich als Abschluss der Fassade ein Mezzaningeschoss.

97025367
Wohn- und Geschäftshaus Untere Wallbrunnstraße 7
(Karte)
Traufständiger, viergeschossiger Massivbau mit geschweiftem Zwerchgiebel, reich gestaltete Schaufassade, Erd- und 1. Obergeschoss mit Hausteinverblendung, 2. Obergeschoss und Giebel verputzt, Vorhangbogenfenster und Blendmaßwerk, im Giebelaufsatz Wappen, 1906 (i)

Das repräsentativ und anspruchsvoll gestaltete Gebäude ist mit seiner an Formen der deutschen Spätgotik und Renaissance orientierten Schaufassade ein charakteristisches Beispiel für die Spätphase des Historismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es dokumentiert den innerstädtischen Ausbau an einem der Hauptplätze der Stadt und ist ein anschauliches Zeugnis der Lörracher Architektur- und Stadtbaugeschichte in der wilhelminischen Kaiserzeit, welche den Gestaltungsanspruch an das bürgerliche Bauen der Epoche illustriert.

97025369BW
Dienstgebäude der Großherzoglich badischen Bezirksbauinspektion Lörrach sowie Wasser- und Straßenbauinspektion Lörrach (heute Vermessungsamt) Untere Wallbrunnstraße 11
(Karte)
Streng spiegelsymmetrisch aufgebauter Baukörper mit zwei rückwärtigen Gebäudeteilen, zweigeschossiger Massivbau mit Walmdächern, Sockel aus grob behauenen roten Sandsteinquadern, Fassadenverblendungen aus gelblichen Klinkersteinen, reiche Gliederungen aus Werkstein, zur Straße orientierte Schauseite mit zwei Risaliten die am Obergeschoss Balkone mit Balusterbrüstungen aufweisen bezeichnet „MDCCCI XXXXVI.“, über den Risaliten Satteldachgauben mit Dreiecksgiebeln, Rückseite einfacher gestaltet, originale Raumaufteilung und überraschend aufwendige wandfeste Ausstattung vergleichbar mit einer Villa, insbesondere Treppen mit Geländern, Fußbodenbeläge aus keramischen Platten, Parkettböden, Kassettentüren mit geohrten Umrahmungen und kassettierte Lamberien, in einem Raum Stuckdecke mit Stuckrossette und in den Ecken Rocaillen mit Burgendarstellungen, Gewölbekeller, als Dienstgebäude für die Bezirksbauinspektion Lörrach (westliche Gebäudehälfte) sowie die Wasser- und Straßenbauinspektion Lörrach (östliche Gebäudehälfte) nach Entwurf von Architekt Forschner erbaut, 1896/97 (i, a)

Das stattliche zweiteilige Gebäude ist mit seiner anspruchsvollen Ausstattung ein anschauliches und qualitätvolles Beispiel eines badischen Verwaltungsgebäudes im späten 19. Jahrhundert. Es entstand anstelle der alten Landvogtei. Wie seinerzeit üblich in der bürgerlichen Baukunst orientieren sich die Fassaden mit ihrer Kontrastierung von Klinkerverblendungen und aufwendig gearbeiteten Sandsteingliederungen an der Architektur der nordeuropäischen Renaissance, die sich in den 1890er-Jahren großer Beliebtheit erfreute. Das Gebäude, das gleich als Dienstsitz zweier Behörden diente, ist wichtiges Zeugnis für das Bauen des badischen Staates in der wilhelminischen Kaiserzeit und dokumentiert Stadtbau- wie auch Verwaltungsgeschichte zu Ende des 19. Jahrhunderts.

97025373BW
Laufbrunnen Untere Wallbrunnstraße 12
(Karte)
Längsovaler Trog, Brunnenstock mit Säulenaufsatz und Kugelabschluss über Rechteckpostament, Kalksandstein, Mitte oder 3. Viertel 19. Jahrhundert

Der Laufbrunnen in klassizistischen Formen dürfte 1862 von dem Steinhauer Ruf aus Kirchen gearbeitet worden sein. Er dokumentiert die vormoderne Wasserversorgung Lörrachs und ist Zeugnis der Stadtbau- und Siedlungsgeschichte.

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Wohn- und Geschäftshäuser Untere Wallbrunnstraße 15, 17
(Karte)
Sog. Modellhäuser, traufständige, zweigeschossige verputzte Massivbauten mit Satteldächern, Fenster in einfachen Rechteckgewänden mit Schlagläden, Torfahrten mit Korbbögen und profilierten Kopfgesimsen auf Volutenkonsolen, errichtet 1756 bis 1759 (a)

Nach den weitreichenden Zerstörungen vieler Städte am Oberrhein wurden in den Territorien der Kurpfalz und der Markgrafschaften Baden-Baden und Baden-Durlach Modellhaustypen entwickelt, die schließlich auch für Stadterweiterungen und überhaupt Neubauten verbindlich wurden und sich bis weit ins 19. Jahrhundert tradierten. Dabei handelte es sich in der Regel um ein- bis zweigeschossige traufständige Bauten mit seitlich angeordneter Torfahrt. Sie prägen das Bild vieler badischer Städte. In Lörrach entstanden mehrere solcher Modellhäuser nach einheitlichen, von der Landesherrschaft erlassenen Bauvorschriften, als Dienstwohnungen, nachdem die Stadtrechte Lörrachs vom Markgrafen von Baden. Durlach bestätigt worden waren und der Ort zum Verwaltungsmittelpunkt ausgebaut wurde. Die beiden Lörracher Modellhäuser wurden tatsächlich prägend für das weitere Baugeschehen in der Stadt, auch noch für die Stadterweiterung im 3. Viertel des 19. Jahrhunderts. Sie sind wichtige Zeugnisse barocken Stadt- und Hausbaus im Markgräflerland.

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Wohnhäuser für Arbeiter der Firma Conrads Nachfolger Untereckstraße 5, 7, 9
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Eckblock, flach geneigte Satteldächer, hofseitig übergiebelte Eingangsrisalite, erbaut für die Firma nach Entwurf von Architekt Heßner, 1902 bis 1909 (a)

Der Baublock ist ein anschauliches Beispiel für die soziale, patriarchalische Fürsorge der Unternehmen und Fabrikbesitzer in der wilhelminischen Kaiserzeit, die für ihre Arbeiter einfache, aber möglichst ordentliche und gesunde Wohnungen errichteten. Die Architektur ist dabei sehr zurückhaltend und tradiert immer noch Muster aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, wobei hier eventuelle bereits Einflüsse der Reformarchitektur wirksam werden, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts gerne auf Formen des Klassizismus zurückgriff. Im Großherzogtum Baden bot sich hier die Architektur Friedrich Weinbrenners als vorbildhaft an. Der Baukomplex ist damit Zeugnis der Stadtbau- und Sozialgeschichte und dokumentiert nicht zuletzt die Bedeutung, welche die ansässigen Industrieunternehmen auch für den Wohnungsbau in Lörrach einnahmen.

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Brauerei Lasser Belchenstraße 5; Wallbrunnstraße 31
(Karte)
Bestehend aus:
  • Gaststätte (heute Brauhaus, Wallbrunnstraße 31), traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, straßenseitige Frontseite mit streng gereihten und umrahmten Rechteckfenstern, zwei Dachhäuser mit Satteldächern, dazwischen Gaubenband, an die südöstliche Schmalseite angesetzter eingeschossiger Gebäudeteil mit Dachterrasse, tlw. gewölbte Kellerräume, wohl erbaut um 1818 (i), Ausschank der Brauerei Lasser ab 1864 (a), rückwärtiger Treppenhausanbau von Architekt Scheidt in Lörrach für Carl Lasser geplant, 1925 (a), Dachhäuser um 1925 bis 1935, Anbau mit Dachterrasse, um 1937 bis 1940 (a);
  • Verwaltungsgebäude der Brauerei Lasser (Belchenstraße 5), traufständiges Wohn- und Geschäftshaus mit Tordurchfahrt in einer Häuserzeile, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, reiche Schmuckfassade im Stil der deutsch beeinflussten Neurenaissance, rückseitig Mittelrisalit, Erdgeschoss mit Verblendung aus grob behauenen gelblichen Sandsteinquadern und Fries bez. „BRAUEREI LASSER“, Tordurchfahrt mit schmiedeeisernen Torflügeln, in den Obergeschossen Erker mit Balkon, bez. 1899, sowie gepaarte Rechteckfenster mit Umrahmungen aus Werkstein, über Erkerbalkon verkupferte Zwiebelhaube, Zwerchhaus mit zwei Rundbogenfenstern und Segmentbogengiebel, geschweifte Giebel mit Kugelaufsätzen und Kaminen, Raumaufteilung und wandfeste Ausstattung, insbesondere Fußböden, Türen, Treppe, im Erdgeschoss ursprünglich Büroräume, Obergeschosse für Wohnungen, erbaut durch Baumeister Friedrich Höfle, Lörrach, für Th. Berlinger, 1899 (i, a);
  • Felsenkeller (Schützenwaldweg 8, Bereich), bergmännisch hergestellter Stollen unterhalb des Schädelbergs zur unterirdischen Lagerung von Natureis für die Bierproduktion, in der Hangstützwand aus Bruchsteinmauerwerk rundbogiger Eingang mit Türsturz bezeichnet mit FWE/1850, schmaler Gang mit Widerlagern und gewölbtem First aus Bruchsteinmauerwerk, dahinter drei aneinander gereihte und aus dem rohen Fels gehauene Räume, Gesamtlänge des Stollens etwa 44 m, für den Küfer und Bierbrauer Friedrich Wilhelm Enderlin (1828 bis 1857) erbaut, 1850 (i), Verkauf an Johann Josef Grether sen. 1858 (a), Verkauf an Adam Lasser 1864 (a), Eröffnung einer saisonal konzessionierten Kellerwirtschaft im Felsenkeller durch Wolfgang Lasser 1869 (a)
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Viehmarktbrunnen Wallbrunnstraße 36
(Karte)
Laufbrunnen, länglicher Brunnentrog mit abgeschrägten Ecken aus Solothurner Weißjurakalkstein, Brunnenstock mit zwei seitlichen Auslaufrohren und Abdeckplatte, aus dem Steinbruch der Familie Bargetzi in Solothurn, 1878 (i, a)

Der anspruchsvoll gestaltete Laufbrunnen ist ein anschauliches Zeugnis der historischen Wasserversorgung Lörrachs: Hier holten die Haushalte ihr Brauchwasser, an dem langen Trog wurde das Vieh getränkt. Der Brunnen gehört zu einer ganzen Reihe solcher Anlagen, die im Lauf des 19. Jahrhunderts aus Weißjurakalkstein aus der Gegend von Solothurn/Schweiz durch die Firma der Familie Bargetzi in Serie hergestellt wurden und sich dabei per Katalog bestellen ließen. Der Brunnen, 1878 bestellt und gefertigt, ist dabei auch ein Zeugnis für die künstlerische Gestaltung solcher Einrichtungen zur Stadtverschönerung.

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Gasthaus Engel Wallbrunnstraße 42
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Aufschieblingen, 1traufseitige Erschließung, im Kern wohl 16./ 17. Jahrhundert, Umbauten wohl 18./19. Jahrhundert

Das Gebäude dürfte im Kern noch zu den ältesten Bauten im alten Lörracher Stadtzentrum zählen und beherbergte den traditionsreichen Gasthof Engel, der verkehrsgünstig an der sich hier platzartig aufweitenden Wallbrunnenstraße als Ausfallstraße nach Osten erhebt. Die gekehlten Fenstergewände am Giebel weisen auf eine Entstehung im 16. oder 17. Jahrhundert hin. Das Gebäude ist damit wichtiges Zeugnis der Lörracher Stadtbau- und Wirtschaftsgeschichte.

97025383BW
Wohn- und Geschäftshaus Wallbrunnstraße 48
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau in markanter Ecklage, Mansarddach mit Gauben, abgeschrägte Ecke mit Turmaufbau unter steilem Walmdach mit Okulus und Aufschiebling, Ladeneingang über Eck, darüber Balkon mit gebauchtem Brüstungsgitter, übergiebelter Risalit, seitlich Torfahrt mit bauzeitlichem, beschnitztem Blatt, errichtet nach Entwurf von Zimmermeister Friedrich Bayer, Lörrach, für sich selbst, 1898/99 (a)

Das stattliche Eckhaus setzt mit seiner turmartig überhöhten Ecke einen städtebaulich markanten Akzent im Straßenbild. Es ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der Renaissance, die vom Kontrast zwischen aufwendig gearbeiteten Werksteingliederungen und Putzflächen lebt und so vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens zeugt. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im späten 19. Jahrhundert.

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Wohnhaus Wallbrunnstraße 50
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger Bruchsteinbau, Mansarddach mit aufwendig gestalteten Gauben, verputzte Schaufassade, Sandsteingliederungen, mit seitlicher Eingang, spätes 19. Jahrhundert

Das Zeilenhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung in Neurenaissanceformen. Die insgesamt einfache Gestaltung weist das Gebäude als Wohnhaus für Kleinbürger oder Arbeiter aus. Einen originellen Akzent setzen die im späthistoristischen Sinne als malerischer Bauschmuck eingesetzten aufwendige gestalteten Dachgauben. Das Haus hat Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im späten 19. Jahrhundert.

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Weitere Bilder
Alter Jüdischer Friedhof mit Grabstätten und Umfassungsmauer Nähe Wallbrunnstraße 86
(Karte)
17.-20. Jahrhundert

Am nördlichen Rand des Schädelbergs liegt unterhalb des Schützenwaldwegs der Alte Jüdische Friedhof von Lörrach. Unter teilweise hohen, schattenspendenden Bäumen stehen die heute noch vorhandenen 24 Grabsteine. Die wenigen älteren Steine tragen noch hebräische, jüngere Steine deutsche Inschriften. Seit wann in Lörrach Juden sesshaft wurden, ist nicht genau zu sagen. Nachweislich seit dem 17. Jahrhundert bestand in Lörrach eine jüdische Gemeinde. Als Begräbnisort für seinen verstorbenen Sohn erwarb Nathan Ulmann am 8. Dezember 1670 am Schädelberg ein Stück Feld für 6 Gulden. Dieser zunächst in Privatinitiative entstandene Ort für Bestattungen entwickelte sich im Laufe des 18. Jahrhunderts zum Friedhof der Juden in der Herrschaft Rötteln. Er wurde auch von Juden aus der Umgebung, vor allem aus den Dörfern Tumringen, Fischingen und Kirchen, benutzt. In den Jahren 1800, 1812, 1865 und 1873 wurde der Friedhof erweitert, sodass er sich heute von Ost nach West auf einer Länge von 115 m und einer Breite von 25 m erstreckt. 1891 entschloss man sich beim städtischen Friedhof an der Brombacher Straße einen neuen jüdischen Friedhof anzulegen. Die letzten Begräbnisse auf dem „Alten Friedhof“ fanden 1902 statt. Bereits 1914 bis 1918 sowie 1934/35 kam es auf dem Friedhof zu umfangreichen Verwüstungen und in der Folge des Novemberpogroms 1938 nochmals zu weiteren Zerstörungen. 1942 sollte schließlich der „Alte Jüdische Friedhof“ planiert und zu einem Park umgestaltet werden, wogegen sich der Denkmalpfleger Julius Willhelm energisch wehrte. Der Alte jüdische Friedhof ist ein bedeutendes Zeugnis der jüdischen Begräbniskultur im Markgräflerland. Er dokumentiert wichtige Aspekte der Religions- und Ortsgeschichte und veranschaulicht die Geschichte der jüdischen Gemeinde seit dem 17. Jahrhundert.

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( Wikidata)
Feuerwehr-Drehleiter Weiler Straße 4
(Karte)
Herstellerfirma Magirus, 1912

Die Feuerwehr-Drehleiter ist ein selten überliefertes Zeugnis der Brandbekämpfungs-Ausrüstung einer örtlichen Feuerwehr im frühen 20. Jahrhundert. Sie dokumentiert Technikgeschichte und das Feuerlöschwesen in Lörrach.

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Arbeitsgericht Weinbrennerstraße 5
(Karte)
Ehem. Burgvogtei, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Mansardwalmdach, rückwärtig dreigeschossiger Risalit, nordöstlich eingeschossiger Anbau mit Flachdach, südöstlich Anbau über bossiertem Sockel mit eingezogenen, polygonalem Abschluss, Hauptgebäude mit axialsymmetrischer Fassade, mittiger Eingang erschlossen über zweiläufige Freitreppe, querovales Oberlicht, großer, 3 m tiefer Weinkeller, 1728 (i), Erweiterungen 2. Hälfte 19. Jahrhundert, erneuert nach Dachstuhlbrand, 1958 (a)

Die Burgvogtei erinnert an den früheren Herrschaftssitz in Lörrach, das im 18. Jahrhundert zu einem lokalen Verwaltungszentrum ausgebaut wurde. 1678 waren die Röttler Burg und der markgräfliche Verwaltungssitz in Lörrach von den Franzosen im Holländischen Krieg zerstört worden. 1720 wurde die fürstliche Verwaltung der Oberen Markgrafschaft nach Lörrach in das Areal der alten Wasserburg verlegt. Neben einem großen Herrschaftsspeicher entstand 1728 der Neubau der Burgvogtei, welchen der Burgvogt drei Jahre später beziehen konnte. Ein großer Keller unter dem barocken Gebäude, das eine für Verwaltungsbauten der Zeit typische Kubatur aufweist, diente der Lagerung von Wein. Das stattliche Amtshaus wurde im späteren 19. Jahrhundert um Anbauten erweitert. Es ist wichtiges Zeugnis des umfangreichen landesherrlichen Bauschaffens in der Barockzeit und dokumentiert Herrschafts- und Verwaltungsgeschichte der Frühen Neuzeit im Markgräflerland.

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Polizeidirektion Weinbrennerstraße 6
(Karte)
Freistehender, zweigeschossiger, gestaffelter Baukörper mit abgewalmten Dächern, verputzter Massivbau mit Sandsteingliederungen über bossiertem Kellersockel, dreiachsiger Mittelrisalit mit Eingangsportal, frühes 20. Jahrhundert

Das Gebäude der Polizeidirektion im einstigen Lörracher Burgareal und nahe dem barockzeitlichen Verwaltungssitz veranschaulicht die Bedeutung der Stadt als Verwaltungsmittelpunkt durch die Jahrhunderte. Mit seiner späthistoristische, an Formen der deutschen Spätgotik und Frührenaissance orientierten Gestaltung ist es charakteristisch für Verwaltungsbauten im Großherzogtum Baden zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Das Gebäude ist damit Zeugnis der Stadtbau- und Behördengeschichte.

97025395BW

Polizeidirektion Weinbrennerstraße 8
(Karte)
Ehem. Herrschaftsspeicher, zweigeschossige Dreiflügelanlage, verputzte Massivbauten, Satteldächer mit kopfseitigen Schopfwalmen, erbaut unter Landvogt Friedrich von Leutrum, 1719 bis 1727 (a)

Die markgräfliche-durlachische Regierung beschloss um 1720 die Verwaltung der Oberen Markgrafschaft nach Lörrach zu verlegen, wo sich im Areal der 1678 zerstörten Wasserburg ausreichend Baugrund zur Errichtung der Verwaltungs- und Lagerbauten fand. Als erstes entstand 1719 bis 1727 der große Herrschaftsspeicher, ein dreiflügeliger Baukomplex, welcher der Lagerung der landesherrlichen Naturaleinkünfte diente. Der ausgedehnte Zweckbau zeigt eine seiner Bestimmung entsprechende einfache Architektur. Er ist wichtiges Zeugnis der Herrschafts-, Agrar- und Verwaltungsgeschichte der Frühen Neuzeit in der Markgrafschaft Baden-Durlach.

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Gaskugel Wiesenweg
(Karte)
Genieteter Kugelgasbehälter, 1953 bis 1954 (a)

Der Gasbehälter dokumentiert den Ausbau der städtischen Infrastruktur in den Nachkriegsjahren, da die bisherigen Kapazitäten zur Gasbevorratung nicht ausreichten. Er verfügt über ein Fassungsvermögen von 16.000 kg Gas und diente bis 1964 zur Speicherung des Stadtgases, zuerst aus dem Steinkohlebetrieb, ab 1964 aus Flüssiggasspaltung. Da diese nicht mehr lukrativ war, wurde der Behälter aufgegeben. Der Gasbehälter dient heute nur noch der Zwischenspeicherung. Er ist Zeugnis der Technik- und Versorgungsgeschichte sowie des industriellen Ingenieurbaus um die Mitte des 20. Jahrhunderts.

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Wohnhaus Wiesenweg 23
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Gauben, axialsymmetrische Fassade mit zwei flachen Seitenrisaliten, einer mit Torfahrt, Gliederung durch Stockwerks- und Sohlbankgesimse, letztes Viertel 19. Jahrhundert

Das Gebäude tradiert mit seiner Traufständigkeit und der seitlich angeordneten Torfahrt immer noch das offenbar bewährte Muster der in der Barockzeit entwickelten Modellhäuser, wie sie seit dem 18. Jahrhundert viele badische Städte prägten. Dabei zeigt die Fassade eine charakteristische Gestaltung in einem Übergangsstil vom späten Klassizismus zur Neurenaissance, wie er für das gründerzeitliche Bauen in Lörrach bezeichnend ist. Das Haus veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte.

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Wandbild Nähe Wintersbuckstraße 8
(Karte)
Großformatiges Sgraffito an der östliche Schmalseite von Bau D der Gewerbeschule Lörrach, gegenständliches Motiv das eine Baustellenszene mit Handwerkern darstellt, phantasievoll abstrahierte Darstellung deren Bildkomposition einer Zeichnung gleicht, von Maler und Bildhauer Professor Adolf Strübe in Lörrach 1959(a)

Das Wandbild ist ein charakteristisches Beispiel für Kunst am Bau bzw. zur Ausgestaltung von Freiräumen im Zusammenhang mit öffentlichen Bauten. Der Neubau der Gewerbeschule Lörrach wurde 1950 bis 1959 in vier Bauabschnitten ausgeführt. Dabei entstand 1956 bis 1959 der Werkstättentrakt III (Bau D). Als Bestandteil der künstlerischen Gestaltung des Schulneubaus entwarf der Künstler Professor Adolf Strübe (18881 bis 1973) das 1959 an der östlichen Schmalseite von Bau D angebrachte Wandbild. Es handelt es sich um ein großformatiges Sgraffito, das thematisch auf die Bildungsaufgabe der Gewerbeschule Bezug nimmt. Das Wandbild stellt in spannungsvoller Bildkomposition eine Baustellenszene mit stark abstrahierten Handwerkern bei der Herstellung einer Mauer dar. Die künstlerisch anspruchsvolle, gegenständliche Darstellung ist in einem moderat-modernen, abstrahierendem Realismus zu verorten. Solche Darstellungen tüchtiger Arbeiter und Handwerker, welche die Wiederaufbauarbeit in den kriegszerstörten Städten leisteten, spiegelten die alltägliche Lebenswirklichkeit der damaligen Zeit wider und waren deshalb bevorzugte Motive für Kunst im öffentlichen Raum. Ebenfalls charakteristisch für die Zeit um 1960 ist die traditionelle Herstellungstechnik als Sgraffito, die wegen der Dauerhaftigkeit solcher Wandbilder eine bevorzugte Dekorationstechnik zur künstlerischen Gestaltung von Wandoberflächen war.

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Albert-Schweitzer-Schule Wintersbuckstraße 11, 13, 15
(Karte)
Pavillonschule, jeweils ein- bzw. zweigeschossige Baukörper, verputzter Beton- und Ziegelbau, Pultdächer, Gliederung durch Stahlbetonträger, große Fensterfronten, verglaster Eingangsvorbau mit geknicktem Flugdach über Eisenstreben, errichtet durch die Stadt Lörrach nach Entwürfen der Architekten Albrecht Haas und Friedrich Bauer, Bauleitung Architekt W. Strausser, 1953 bis 1955 (a)

Die Albert-Schweitzer-Schule war Lörrachs erster großer Schulbau seit dem frühen 20. Jahrhundert. Mit ihr wurde dem Bedarf einer rasch durch Flüchtlingszuzug angewachsenen Bevölkerung nach neuen., modernen Bildungseinrichtungen entsprochen. Der Baukomplex dokumentiert anschaulich die veränderten Anforderungen an einen Schulbau in der vom demokratischen Aufbruch bestimmten Zeit der 1950er-Jahre. Statt wilhelminischer Paukanstalten sollten Schulgebäude als freundliche, kindgerechte Gebäude errichtet werden, wobei sich in dieser Zeit das offene Pavillonsystem nach skandinavischen und schweizerischen Vorbildern großer Beliebtheit erfreute. Die Klassenräume und Gänge sind großzügig durch Fenster belichtet, die ganze Architektur zeigt die für die Zeit so typische Leichtigkeit. Die Albert-Schweitzer-Schule, 1955 eingeweiht, ist damit eines der charakteristischen Beispiele für die die Entwicklungen eines an einer veränderten Pädagogik orientierten Schulbaus in der Nachkriegszeit in der damaligen Bundesrepublik.

97025411
Wohnhaus Zeppelinstraße 22
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, (erneuertes) Mansarddach, Erdgeschossfenster und seitlicher Eingang mit Segmentbögen, Beletagefenster mit Kopfgesimsen auf ornamentierten Gebälken, letztes Viertel 19. Jahrhundert

Das Zeilenhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung, die – für Lörrach typisch – den späten Klassizismus tradiert und mit Formen des Historismus kombiniert. Das Gebäude zeugt so vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens und hat Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im späteren 19. Jahrhundert.

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Wohnhaus eines Architekten oder Werkmeisters Zeppelinstraße 30
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Mansardwalmdach, Risalitausbauten, kleine seitliche Eingangsloggia mit stilisierter Säule, flachbogiger Standerker, großes Zwerchhaus, bauzeitliche Eingangstüre, innen bauzeitliches Treppenhaus mit Glasabschlüssen und Terrazzoboden, Einfriedung, erbaut 1911 (i)

Das villenartige Anwesen wurde offenbar für einen Architekten oder Werkmeister erbaut, wie Zirkel und Dreieck im Medaillon über dem Hauseingang vermuten lassen. Es ist mit seiner Kubatur und den einfachen Putzfassaden ein charakteristisches Beispiel für die Reformarchitektur im 2. Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts. Zeittypisch ist die abstrahierende Stilisierung bestimmter tradierter Architekturformen. So ist die runde Eckstütze der Eingangloggia als stilisierte Säule gestaltet mit einem nur durch Ornamentierung in geometrisierenden Jugendstilformen angedeuteten Kapitell. Das Haus dokumentiert anschaulich gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse im Lörrach der späten wilhelminischen Kaiserzeit und ist damit Zeugnis der Architektur-, Sozial- und Stadtbaugeschichte.

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Wohnhaus Zeppelinstraße 44
(Karte)
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau, Schopfwalmdach mit geschweiftem Zwerchgiebel in Werkstein, am Giebel Wetterdach, Gliederung durch Sandsteinelemente, u. a. Ecklisenen, werksteinverblendeter Kellersockel, mittig Erker mit Balkonaustritten, seitliche Einfriedung, frühes 20. Jahrhundert

Das Gebäude ist mit seiner barockisierenden Jugendstilgestaltung ein anschauliches Beispiel für die variantenreichen Tendenzen in der Reformbewegung der Architektur zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es ist dabei charakteristisch für den spekulativen Wohnbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er in der rasch wachsenden Industriestadt Lörrach entstand, um den Bedarf an Wohnraum zu decken. Das Gebäude wandte sich an eine gehobenere bürgerliche Schicht. Es ist damit Zeugnis der Lörracher Architektur-, Sozial- und Stadtbaugeschichte.

97025422
Wohnhaus Zeppelinstraße 45
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Mansarddach, seitlicher Risalit mit Balkon, asymmetrischer Fassadenaufbau mit Fensterumrahmungen und gliedernden Gesimsen, im Inneren Holztreppe und Türen, 3. Viertel 19. Jahrhundert

Das als Bestandteil einer geschlossenen Häuserzeile östlich gegenüber dem Bahnhof Stetten errichtete Wohnhaus dokumentiert die bürgerlichen Wohnverhältnisse in einem für Lörrach charakteristischen, städtisch geprägten Haustyp aus dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Sein asymmetrischer Fassadenaufbau mit seitlichem Risalit und Balkon taucht in gespiegelter Form auch bei dem Nachbarhaus Nr. 46. auf. Das Wohnhaus ist mit einem quer zur Firstlinie liegenden, seitlichen Flur erschlossen. Im Inneren sind nicht nur die originale Raumstruktur, sondern auch wesentliche Teile der historischen Ausstattung erhalten. Es ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte in der Gründerzeit.

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Wohnhaus Zeppelinstraße 46
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Mansarddach, seitlicher Risalit mit Balkon, asymmetrischer Fassadenaufbau mit Fensterumrahmungen und gliedernden Gesimsen,3. Viertel 19. Jahrhundert

Das als Bestandteil einer geschlossenen Häuserzeile östlich gegenüber dem Bahnhof Stetten errichtete Wohnhaus dokumentiert die bürgerlichen Wohnverhältnisse in einem für Lörrach charakteristische, städtisch geprägten Haustyp aus dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Sein asymmetrischer Fassadenaufbau mit seitlichem Risalit und Balkon taucht in gespiegelter Form auch bei dem Nachbarhaus Nr. 45 auf. Das Wohnhaus ist mit einem quer zur Firstlinie liegenden, seitlichen Flur erschlossen. Es veranschaulicht die Stadtbauentwicklung in der Gründerzeit.

97025426
Villenanwesen Zum Blauenblick 6, 10
(Karte)
Bestehend aus: Villengebäude, freistehender, zweigeschossiger verputzter Massivbau unter Mansardwalmdach mit Gauben, Gliederung durch umlaufenden Sohlbankgesims im 2. Obergeschoss, länglich-polygonaler Standerker mit Altan aus Werkstein, Fenster in einfache Rechteckgewänden und mit hölzernen Schlagläden,; umgebender Garten; Einfriedung mit achteckigem Gartenpavillon unter Zeltdach am Eck, erbaut 1924 (a)

Die Villa ist mit ihrer Gestaltung charakteristisch für die Lörracher Wohnhäuser der bürgerlichen Elite der Industriestadt in der Zwischenkriegszeit, die sich zu ihrer Repräsentation konservativer Architekturformen bediente. Dabei ist eine Tradierung der Reformarchitektur mit Anlehnung an barockzeitliche Landhäuser und Lustschlösser der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zu beobachten, an die nahtlos angeknüpft wurde. Das Anwesen mit einem turmartigen Eckpavillon an der Einfriedungsmauer, welcher der Anlage einen gewollt schlossartigen Charakter verleiht, veranschaulicht gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse in der Zeit der Weimarer Republik und ist als wichtiges Dokument der Lörracher Villenkultur ein eindrucksvolles Zeugnis der Architektur-, Sozial- und Stadtbaugeschichte im 1. Drittel des 20. Jahrhunderts.

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Streckgehöft Zwetschgenweg 3, 5
(Karte)
Bestehend aus: Wohnhaus, traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, hohes Kellergeschoss, traufseitige Erschließung über Freitreppe; daran anstoßend Scheune, Massiv- und Fachwerkbau mit Satteldach, teilverputzt, stark profilierte Rundbogenpforte, im Kern wohl 16. Jahrhundert, Umbau und Fachwerk Ende 18. oder 1. Hälfte 19. Jahrhundert; gegenüber Brennhäuschen, langgestreckter eingeschossiger Massivbau unter Pultdach, 19. Jahrhundert

Das Streckgehöft ist eine für die Region charakteristische Form des Bauernhofes und dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur des einst eigenständigen Dorfes Untertüllingen. Ältester Teil ist offenbar die Scheune, wie die Rundbogenpforte mit kräftiger Renaissanceprofilierung nahelegt, die wohl ins 16. oder frühe 17. Jahrhundert datieren wird. Das Hauptgebäude zeigt hingegen für den Klassizismus des späten 18 und frühen 19. Jahrhunderts zeittypische Charakteristika. Das Anwesen veranschaulicht zusammen mit dem gegenüber gelegenen Brennhäuschen vormoderne Wohn- und Wirtschaftsverhältnisse der Markgräfler Landbevölkerung und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

97025430BW

Weitere Bilder
Ev. Ottilienkirche (urspr. wohl St. Michael) Tüllingen Obertüllingen 108
(Karte)
Bestehend aus:
  • Kirchenbau, massiver verputzter Saalbau mit Satteldach, seitlich höherer Polygonalchor, südlich daran Chorflankenturm mit Satteldach, im Inneren Flachdecke und hölzerne Westempore, historische Ausstattung mit Kanzel von Jodok Friedrich Wilhelm, 1839 (a), Pfarrerepitaphien und Gedenktafeln für Tote der beiden Weltkriege, u. a. für den Ersten Weltkrieg von Max Laeuger, im Chor Helig-Grab, darüber Sakramentsnische in geschweiftem Bogen, im Tympanon Relief eines Pfarrers, darüber Messkelch, Reste von Wandmalereien im Hl. Grab und über Nische, 2. Hälfte 15. Jahrhundert, Kirche erstmals erwähnt 1173 (a), Langhaus im Kern wohl noch 12. Jahrhundert, Turm 14. Jahrhundert, Choranbau und Langhauserneuerung Ende 14., Langhauserweiterung nach Süden, 1687 (a)
  • Kirchhof mit Gefallenendenkmal für den Deutsch-französischen Krieg 1870/71, Säulenstumpf mit Inschrift sowie Helm und Gewehr im Siegerkranz, bekrönt von Kanonenrohren und Kugeln;
  • Kirchhofmauer

Die alte Tüllinger Kirche erhebt sich in landschaftsbeherrschender Spornlage am Südrand Obertüllingens hoch über dem Wiese-Tal. Sie zählt wohl zu den ältesten Gotteshäusern in der Region, ein Gewannname eines Weinbergs – der einzige nach einem Heiligen – könnte Hinweis geben auf ein einstiges Michaelspatrozinium. Heute wird das Gotteshaus allgemein als Ottlienkirche bezeichnet. Es ist ein einfacher, im Kern romanischer Saalbau, der im 14. Jahrhundert dem Kloster St. Blasien inkorporiert und damals um Turm und Chor erweitert wurde. Eine Besonderheit für das Markgräflerland stellt die Heilig-Grab-Anlage im Chor in Kombination mit der Sakramentsnische dar. Über der Grabnische wurde die Hostie aufbewahrt, in Tüllingen bewacht von einem steinernen Priester. Reste von Wandmalereien, die den Einfluss des bedeutenden oberrheinischen Künstlers Konrad Witz auf den hiesigen Maler belegen, datieren in die 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts. Das Tüllinger Heilige Grab gilt dabei als das schönste und bemerkenswerteste in der Gruppe dieser Einrichtungen, die unter dem liturgischen Einfluss der Abtei St. Blasien in der Region entstanden sind. Die Dorfkirche, die 1687 nochmals nach Süden erweitert wurde, ist damit ein wichtiges Zeugnis der Kirchengeschichte und der künstlerischen Äußerungen der Liturgie im Spätmittelalter. Kulturgeschichtlich und kunsthistorisch interessant sind auch das Denkmal für die Gefallenen und Kriegsteilnehmer des Deutsch-französischen Krieges von 1870/71 und eine von dem herausragenden badischen Jugendstilkünstler und Architekten Max Laeuger entworfene Gedenktafel für die Toten des Ersten Weltkriegs im Inneren des Gotteshauses.

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