Loedebest
Bauwerk im Vereinigten Königreich
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Loedebest ist eine aufgegebene Siedlung in der schottischen Council Area Highland.[1] Die Anlage ist als Scheduled Monument denkmalgeschützt.[2]

Geschichte
Die Ortschaft Loedebest wird als nachmittelalterlich beschrieben. Die frühesten erhaltenen Fundamente datieren auf die frühe nachmittelalterliche Zeit, möglicherweise gar noch früher. Spätestens im späteren 16. Jahrhundert existierte die Ortschaft bereits. Die Siedlung Lybuster auf Timothy Ponts Karte aus dem frühen 17. Jahrhundert entspricht vermutlich Loedebest. In Urkunden aus dem Jahre 1619 ist sie als Lodubiste erwähnt, während Roys um 1750 entstandenes Kartenwerk die Siedlung Lodbas nennt.[2]

Auf dem Kartenblatt der ersten Karte der Ordnance Survey aus dem Jahre 1877 sind in Loedebest zwei bedachte und zwölf unbedachte Häuser verzeichnet. Von letzteren handelt es sich bei sechs um Langhäuser. Die Siedlung mit abgegrenzten Ackerflächen gliederte sich in fünf Schwerpunkte. Das entsprechende Kartenblatt aus dem Jahr 1962 zeigt hingegen ein bedachtes sowie 16 unbedachte Gebäude.[3] Der Eintrag der Denkmalbehörde aus dem Jahre 1991 beschreibt den letzten bewohnten Bauernhof als „kürzlich aufgelassen“.[2] Der Friedhof am Westrand wurde im mittleren 17. Jahrhundert angelegt.[4]
Ebenso wie die direkt umgebenden Siedlungsreste bietet Loedebest einen wertvollen Einblick in die Siedlungsstruktur einer nachmittelalterlichen Siedlung und die Veränderungen im Zuge der Highland Clearances in der Grafschaft Caithness. Ebenso wie die historischen Feldgrenzen sind auch die Grundstücksumfriedungen teilweise erhalten.[2]

Geographie
Loedebest lag in der traditionellen Grafschaft beziehungsweise Verwaltungsgrafschaft Caithness im Nordosten Schottlands. Es lag am Unterlauf des Dunbeath Waters etwa drei Kilometer nordwestlich des Küstenortes Dunbeath. Rund drei Kilometer flussaufwärts befand sich die ebenfalls als Wüstung vorliegende Ortschaft Achnaclyth. Ein Weg entlang des linken Ufer des Dunbeath Water erschloss die Ortschaft.[5]
Umliegende Siedlungsteile
In der direkten Umgebung des Zentrums von Loedebest befinden sich verschiedene Siedlungsreste, die mit Loedebest verbunden gewesen sein dürften. Direkt westlich befindet sich ein einzelnes umfriedetes Langhaus, das über einen ovalen Wall und einen Schafweide verfügt. Teilweise ist das etwa einen Meter mächtige Mauerwerk des 32 Meter langen und 5,5 Meter breiten Gebäudes erhalten. Das Gebäude ist in drei Abschnitte unterteilt, die jeweils über Türen in der Ostmauer zugänglich sind. Der zugehörige ovale Wall ist überwachsen und etwa 13 Meter lang und 6,5 Meter breit. Er ist mit einer zentralen Senke ausgeführt.[6]
Die am gegenüberliegenden Ufer gelegene Siedlung besteht aus drei Gebäuden, von denen eines separiert steht. Hiervon ist eines ein Langhaus, dessen Fundament in Teilen das Vorhandensein einer früheren Siedlung am Standort nahelegt.[7] Der Dachstuhl des Langhauses war ursprünglich Cruck ausgeführt.[8] Weiter westlich finden sich die Reste von sechs weiteren Gebäuden, von denen die Fundamente von vieren erhalten sind. Die vermutlich vergleichsweise alte Siedlung weist eine weitläufige Feldstruktur auf.[9] Am gegenüberliegenden Ufer dieses Siedlungsteils befindet sich zwei weitere, aus Langhäusern bestehende Bauernhöfe, zu denen ein weiteres Gebäude sowie eine Darre gehören.[10] Älter als Loedebest ist vermutlich eine aus drei Rundhütten bestehende Siedlung am gegenüberliegenden Hang. Diese durchmessen höchstens 9,5 Meter. Ihre Reste wurden teilweise zur Einrichtung eines Zugangswegs zu neueren Gehöften gestört. Auch eine neuere Umfriedung wurde auf dem Areal errichtet.[11]

Cairns
Inmitten der Hauptsiedlung befindet sich ein etwa 13 Meter durchmessendes Kammergrab. Ein einschneidender späterer Straßengraben zeigt eine 0,5 Meter mächtige Deckschicht. Fünf Spitze Platten im Zentrum der Anlage markieren die Position der Kammer.[12]
Am Südrand der Siedlung befindet sich ein weiterer Cairn. Bei der fünf Meter durchmessenden und 0,6 Meter hohen Anlage handelt es sich um ein Steinkistengrab. Drei Steinplatten bilden die 0,9 Meter lange, 0,4 Meter breite und 0,2 Meter tiefe Kammer.[13]
Die direkt westlich von Loedebest gelegene Anlage Carn Liath besteht aus zwei Cairns. Der 58 Meter lange und 18,3 Meter breite Long Cairn verjüngt sich nach Westsüdwest auf eine Breite von 11,3 Meter. An seiner breiteren Seite ist er 1,5 Meter hoch. Spuren legen eine Kammer an der Ostnordost-Seite und drei weitere entlang des Cairns nahe. Etwa 30 Meter nordwestlich befindet sich ein weiterer, 13,4 Meter durchmessender Cairn. Nach Steinabtragungen ist dieser stark gestört. Drei aufrechte Platten indizieren das Vorhandensein einer Kammer.[14]

Nahe der Kuppe des 172 Meter hohen Cnoc na Maranaich nordwestlich von Loedebest befindet sich ein Kammergrab. Die 19 Meter durchmessende Anlage ist etwa zwei Meter hoch und teilweise von Erde bedeckt. Insbesondere das Zentrum des Cairns ist stark gestört. Die Kammer ist durch ihre aufrechten Steinplatten erkennbar. Etwa 75 Meter südöstlich befindet sich eine weitere Steinkiste, deren 1,2 Meter × 0,9 Meter messender Deckstein ist in situ, was auf eine ungestörte Anlage hindeutet. Ein Steinbruch nordwestlich der Anlage könnte der Gewinnung der benötigten Steine gedient haben. Sichtbar sind noch flache Steine, die als Keile abzubauenden Blöcken untergeklemmt sind. Optisch entsprechen sie den genutzten Decksteinen. Auf dem Kammergrab wurden vier jüngere Cairns errichtet. Im Nordosten grenzt eine Schafweide an. Sieben Meter östlich steht ein Menhir aus einem Stein, welcher den Decksteinen der Cairns ähnelt. Der sich nach oben zuspitzende Stein ist 2,6 Meter hoch.[15]