Logelbach
Kanal in Frankreich
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Der Logelbach (französisch: Canal du Logelbach) ist ein künstlich errichtetes Fließgewässer im französischen Département Haut-Rhin der Region Grand Est.
| Logelbach Logelbach-Kanal | ||
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Der nordöstliche Mündungsarm des Logelbaches im Winter | ||
| Daten | ||
| Gewässerkennzahl | FR: A1600952 | |
| Lage |
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| Flusssystem | Rhein | |
| Abfluss über | Lauch Canalisée → Ill → Rhein → Nordsee | |
| Abzweig von der Fecht | im Gemeindegebiet von Turckheim 48° 5′ 1″ N, 7° 15′ 38″ O | |
| Quellhöhe | ca. 246 m[1] | |
| Mündung | im Stadtgebiet von Colmar in die Lauch Canalisée 48° 4′ 48″ N, 7° 22′ 34″ O | |
| Mündungshöhe | ca. 185 m[2] | |
| Höhenunterschied | ca. 61 m | |
| Sohlgefälle | ca. 6,6 ‰ | |
| Länge | 9,2 km[3] | |
Geographie
Der Logelbach beginnt als Abzweigung vom Fluss Fecht im Gemeindegebiet von Turckheim. Er entwässert von dort generell Richtung Osten, durchquert den Ort Logelbach im Gemeindegebiet von Wintzenheim und erreicht schließlich die Stadt Colmar, die er im Stadtzentrum teilweise im Untergrund durchquert. Er teilt sich dort in zwei getrennt Mündungsarme, mit denen der Logelbach nach insgesamt rund 9 km als linker Zufluss in die Lauch Canalisée einmündet, welche selbst kurz danach die Ill erreicht.
- Der Logelbach bei Turckheim
- Der Logelbach im Ort Logelbach (Wintzenheim)
- Der Logelbach am Stadtrand von Colmar
- Der Logelbach in Colmar
- Der Logelbach im Stadtzentrum von Colmar
Geschichte
Quellangaben[4]
Der Umleitungskanal, der in Turckheim beginnt, wurde bereits im späteren Mittelalter angelegt. Er diente ursprünglich zur Bewässerung der Stadtgräben von Colmar und wurde auch beim Aufbau der Stadt für die Holzflößerei eingesetzt. Später war er aber auch eine unverzichtbare Quelle des Wohlstands für die rasch wachsende Stadt. Dieser Kanal, der unter dem Namen Logelbach von Westen in die Stadt Colmar mündet, verlief früher entlang ehemaliger Mühlen sowie Papierfabriken und Spinnerei-Betrieben, die dieses Gewässer für ihren Betrieb nutzten. Der Logelbach gab dem gleichnamigen Ort in der Gemeinde Wintzenheim, den er durchquert, seinen Namen. In Colmar teilt sich der Logelbach in zwei Arme. Der eine fließt nach Nordosten und mündet schließlich im Kanalhafen in die Lauch Canalisée. Dieser Abschnitt wird auch Brennbächlein genannt. Der Name bezieht sich auf die Brenner und Destillateure, die sich seit dem 16. Jahrhundert an seinen Ufern angesiedelt hatten und deren Branntweine im gesamten Oberrhein berühmt waren.
Der zweite Arm des Logelbachs fließt in südöstlicher Richtung und erreicht die Colmarer Innenstadt am Sinnplatz. An dieser Stelle trägt der Bach auch den Namen Sinnbach, weil dort einst Gewichte und Maße geprüft wurden. Das Verb "sinnen" bedeutet messen. Er erreicht hier das Stadtviertel Klein-Venedig, das auch heute noch mit seiner Vielzahl an Wasserläufen eine große Touristenattraktion darstellt. In weiterer Folge ist er als Mühlbach bekannt, da hier auch einige Mühlen betrieben wurden. Er beendet seinen Lauf schließlich im Gerberviertel, wo er zum Gerberbach wird, weil er einige Lohgerbereien bediente.
Aktuell werden am Logelbach Renaturierungsmaßnahmen getroffen, um seine Freilaufabschnitte vom Status eines Kanals wieder auf den eines ökologischen Fließgewässers umzurüsten.
Weblinks
- Colmar und die Geschichte ihrer Gewässer (französisch)

