Lois Martin

US-amerikanische Musikerin (Bratsche) From Wikipedia, the free encyclopedia

Lois Martin (* 29. Oktober 1952; † 19. November 2025 in New York City[1]) war eine US-amerikanische Musikerin (Bratsche), die nicht nur in der Klassischen Musik tätig war.

Leben und Wirken

Martin wuchs auf der elterlichen Truthahnfarm in York, Pennsylvania, auf. Sie studierte Bratsche bei Arthur Lewis an der Peabody Preparatory School. Sie schloss ihr Bachelorstudium als Stipendiatin von Francis Tursi an der Eastman School of Music ab und spielte während ihres Studiums im Rochester Philharmonic Orchestra. Ihr Masterstudium absolvierte sie an der Juilliard School bei Lillian Fuchs.

Martin war Gründungsmitglied des Atlantic String Quartet, eines Ensembles, das sich der Aufführung zeitgenössischer Kompositionen widmete. Ihr Engagement für zeitgenössische Musik umfasste auch Auftritte mit dem New York Chamber Symphony, Concordia, den Salon Chamber Soloists, der Group for Contemporary Music, den ISCM Chamber Players, dem Ensemble Sospeso, dem Ensemble 21, dem New York New Music Ensemble, Speculum Musicae, der Composers’ Guild, dem Composers Forum, den Da Capo Chamber Players und mit Steve Reich. Sie war außerdem festes Mitglied von String Fever, einer Klassik-Fusion-Gruppe unter der Leitung der Dirigentin Marin Alsop, und des American Chamber Ensemble.[1]

Lois war Solo-Bratschistin des Stamford Symphony (heute Orchestra Lumos), des OK Mozart Festivals und der Little Orchestra Society. Sie war langjähriges Mitglied des Orchestra of St. Luke’s und trat regelmäßig mit dem Mostly Mozart Festival Orchestra und dem Orchester des New York City Ballet auf. Lois Martins Karriere umfasste 61 Auftritte in der Carnegie Hall, beginnend mit ihrem Debüt 1975 mit dem Contemporary Chamber Ensemble und zuletzt 2017 im Rahmen des Programms „Three Generations: Arvo Pärt, Philip Glass and Steve Reich“. Sie nahm Werke von über 50 zeitgenössischen Komponisten auf, darunter ihre Auftragskomposition von Charles Wuorinens „Viola-Variationen“, die sie 2008 in der Merkin Hall in New York uraufführte und später anlässlich Wuorinens 70. Geburtstags in der Library of Congress aufführte.[1]

Martins Vielseitigkeit reichte weit über die klassische Musik hinaus; sie konzertierte u. a. mit Michael und Randy Brecker, Chris Potter, Fred Hersch, Ornette Coleman, John Lewis, Esperanza Spalding, Shirley Bassey, Cyndi Lauper, Elton John, Paul Simon, Tyne Daly, Don Alias, Richard Bona, Gil Goldstein, Bucky Pizzarelli, Ryan Truesdell, Brian Landrus, Brad Mehldau und Mike Mainieri.[1] Im Bereich des Jazz war sie laut Tom Lord zwischen 1984 und 2023 an 54 Aufnahmesessions beteiligt, zuletzt mit Donny McCaslin (I Want More).[2]

Martin war Dozentin an der Komponistenkonferenz des Wellesley College und lehrte an der Princeton University.

Diskographische Hinweise

  • Charles Wuorinen – Peter Serkin, Lois Martin, Brentano String Quartet: Scherzo, First String Quartet, Viola Variations, Second Piano Quintet (Naxos, 2011)
  • Lukas Foss, New York New Music Ensemble with Guests David Broome, Lois Martin and Deborah Wong: Pieces of Genius (Albany Records, 2016)

Einzelnachweise

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