Wikiwand AI

Lokomotiwny

From Wikipedia, the free encyclopedia

Lokomotiwny (russisch Локомоти́вный) ist eine Siedlung städtischen Typs in der Oblast Tscheljabinsk (Russland) mit 7942 Einwohnern (Stand: Volkszählung 2021).[2]

Schnelle Fakten Flagge, Wappen ...
Siedlung städtischen Typs
Lokomotiwny
Локомотивный
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Ural
Oblast Tscheljabinsk
Stadtkreis Lokomotiwny
Gegründet 1963
Frühere Namen Kartaly-6, Solnetschny
Siedlung städtischen Typs seit 1992
Bevölkerung 8498 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Höhe des Zentrums 340 m
Zeitzone UTC+5
Telefonvorwahl (+7) 35133
Postleitzahl 457390
Kfz-Kennzeichen 74, 174
OKATO 75 558
Geographische Lage
Koordinaten 53° 3′ N, 60° 36′ O
Lokomotiwny (Europäisches Russland)
Lokomotiwny (Europäisches Russland)
Lage im Westteil Russlands
Lokomotiwny (Oblast Tscheljabinsk)
Lokomotiwny (Oblast Tscheljabinsk)
Lage in der Oblast Tscheljabinsk
Schließen

Geographie

Die Siedlung liegt im östlichen Vorland des südlichen Ural, knapp 250 km Luftlinie südsüdwestlich der Oblasthauptstadt Tscheljabinsk und nur knapp 3 km südwestlich des Stadtzentrums von Kartaly, dessen Vorort es praktisch ist.

Lokomotiwny ist eine der geschlossenen Siedlungen (SATO) Russlands und als solche der Oblastverwaltung administrativ direkt unterstellt.

Geschichte

Die Geschichte des Ortes beginnt 1963, als beschlossen wurde, bei Kartaly eine Einheit der sowjetischen Strategischen Raketentruppen zu stationieren. Die 59. Raketendivision trat ihren Dienst am 18. Dezember 1966 an. Der militärische Codename für den Stützpunkt war Kartaly-6, für die zugehörige Wohnsiedlung, deren Selbstverwaltungsorgane 1974 die Arbeit aufnahmen, auch Solnetschny.

Ab 1979 wurden bei Kartaly-6 als einem von sechs Standorten bis zu 46 Interkontinentalraketen der verschiedenen Modifikationen des Typs R-36M (von den sowjetischen Streitkräften RS-20, von der NATO SS-18 Satan genannt) stationiert, die bis Ende der 1990er-Jahre das Rückgrat der sowjetischen bzw. russischen Nuklearstreitkräfte blieben.

1992 erhielt der Ort den Status einer geschlossenen, oblastunterstellten Siedlung städtischen Typs und den heutigen Namen, der auf die Bedeutung des nahen Kartaly als Eisenbahnknotenpunkt verweist (russisch lokomotiw für Lokomotive).

Im Mai 2002 wurde im Rahmen der Mittelkürzungen für die russischen Streitkräfte und als Resultat der russisch-amerikanischen START-II- und SORT-Verträge mit der Vernichtung der bei Lokomotiwny stationierten Raketensysteme begonnen. Ende 2005 war sie im Wesentlichen abgeschlossen; die Raketendivision wurde aufgelöst. Der Status als geschlossene Siedlung (SATO) blieb jedoch auch nach 2010 bestehen. Mit Stand 2024 ist Lokomotiwny weiterhin als geschlossene administrativ-territoriale Einheit direkt der Oblast Tscheljabinsk unterstellt.[3]

Bevölkerungsentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
200210.741
20108.498
2021 7.942
Schließen

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Wirtschaft und Infrastruktur

Nach Abzug der Raketentruppen der russischen Streitkräfte ist Lokomotiwny vorrangig Wohnsiedlung mit verschiedenen Handels- und Versorgungseinrichtungen. Seit den 2010er-Jahren wurde ein Teil der militärischen Infrastruktur zivil umgenutzt, darunter Wohnblocks und Versorgungseinrichtungen. Die wirtschaftliche Basis bleibt schwach; viele Einwohner pendeln nach Kartaly oder Tscheljabinsk.[4]

Die nächstgelegenen Bahnstationen sind Kartaly-1 und Kartaly-2. Am bedeutenden Eisenbahnknotenpunkt Kartaly kreuzen sich die Strecken Tscheljabinsk – Troizk – Orsk und Ufa – Magnitogorsk – kasachische Grenze (weiter Richtung Astana und Qaraghandy).

Commons: Lokomotiwny – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks