Longifolen

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Longifolen ist der Trivialname eines natürlich vorkommenden Kohlenwasserstoffs. Longifolen ist ein chirales, rechtsdrehendes, tricyclisches Sesquiterpen.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Longifolen
Allgemeines
Name Longifolen
Andere Namen
  • (1R,2S,7S,9S)-3,3,7-Trimethyl-8-methylentricyclo-[5.4.0.02,9]undecan
  • (+)-Longifolene
  • LONGIFOLENE (INCI)[1]
Summenformel C15H24
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 475-20-7 [(+)-Longifolene]
EG-Nummer 207-491-2
ECHA-InfoCard 100.006.812
PubChem 1796220
Wikidata Q6673936
Eigenschaften
Molare Masse 204,36 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig[2]

Dichte

0,9328 g·cm−3[3]

Siedepunkt

260–261 °C[4]

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser, mischbar mit Ethanol[5]

Brechungsindex

1,504 (20 °C)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[6]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 304317410
P: 273280301+310+331302[6]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
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Vorkommen

Kiefer (Pinus roxburghii)

Der Name leitet sich ab von Pinus longifolia, einem mittlerweile nicht mehr gebräuchlichen Name der Kiefer Pinus roxburghii, aus dessen Harz er isoliert wurde und in dem es in einer Konzentration von 5 bis 10 % vorliegt.[7][8][9]

Verwendung

Longifolen wird in der Organischen Chemie für die Herstellung von Dilongifolylboran, einem chiralen Hydroborierungsreagenz, verwendet.[10]

Longifolen ist einer der Hauptaromakomponenten der Teespezialität Lapsang Souchong, da diese über Kiefernholz geräuchert wird.[11]

Synthese

Die Struktur der tricyclischen Verbindung wurde von verschiedenen Arbeitsgruppen untersucht. Die Totalsynthese von E. J. Corey führte dabei zur Entwicklung neuer synthetischer Methoden.[12]

Die Synthese nach Corey erfolgt ausgehend vom Wieland-Miescher-Keton in einer dreizehnstufigen Synthese über Wittig-Reaktion, Oxidation der dabei entstehenden Doppelbindung zum Diol mittels Osmiumtetroxid, Ringerweiterung,[13] interner Cyclisierung und weiterer Reaktionsschritte unter Bildung des Racemats.

Totalsynthese des Longifolenes
Totalsynthese des Longifolenes

Die Darstellung der optisch aktiven Komponente gelingt in einer mehrstufigen Synthese mittels (+)-2,3-Butandithiol als chiralem Agent.[12]

Einzelnachweise

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