Wodzisław Śląski
Stadt in Polen
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Wodzisław Śląski [] (deutsch: Loslau) ist eine Stadt im Powiat Wodzisławski der Woiwodschaft Schlesien in Polen.
| Wodzisław Śląski | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Schlesien | |
| Powiat: | Wodzisław Śląski | |
| Fläche: | 49,62 km² | |
| Geographische Lage: | 50° 0′ N, 18° 27′ O | |
| Höhe: | 290 m n.p.m. | |
| Einwohner: | 44.833 (1. Jan. 2024)[1] | |
| Postleitzahl: | 44-300 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 32 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SWD | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | Gliwice–Ostrava | |
| Nächster int. Flughafen: | Katowice | |
| Gmina | ||
| Gminatyp: | Stadtgemeinde | |
| Einwohner: | 44.833 (1. Jan. 2024)[1] | |
| Gemeindenummer (GUS): | 2415041 | |
| Verwaltung (Stand: 2006) | ||
| Bürgermeister: | Mieczysław Kieca (PO) | |
| Adresse: | ul. Bogumińska 5 44-300 Wodzisław Śląski | |
| Webpräsenz: | www.wodzislaw-slaski.pl | |

Geographie

Die Stadt liegt in der Region Oberschlesien auf 275 m ü. NHN,[2] rund 50 Kilometer südwestlich von Katowice (Kattowitz) und etwa 25 Kilometer nördlich von Ostrava (Ostrau) in unmittelbarer Nähe der Landesgrenze zu Tschechien.
Stadtgliederung
Auf Beschluss des Stadtrats vom 28. Juni 1996 wurde das Stadtgebiet von Wodzisław Śląski in neun Stadtteile gegliedert:
- Jedłownik Osiedle
- Jedłownik (Jedlownik)-Turzyczka (Klein Thurze)-Karkoszka (Krausendorf)
- Kokoszyce (Kokoschütz)
- Nowe Miasto (Neustadt)
- Trzy Wzgórza (Drei Hügel)
- Radlin II (Radlin Zweite)
- Stare Miasto (Altstadt)
- Wilchwy (Wilchwa)
- Zawada
Geschichte




Die Ursprünge der Stadt sind unbekannt. Besonders verheerend war der Mongolensturm im Jahre 1241. 1257 wurde Loslau nach Magdeburger Stadtrecht vom Oppelner Herzog Wladislaus I. Er hatte wahrscheinlich 1257 das Minoritenkloster Loslau gegründet.
Von 1464 bis 1483 war Loslau Sitz des damals přemyslidischen Herzogtums Loslau. Von 1515 an war der Inhaber der Herrschaft Loslau ein Status minor, d. h. ein Stand ohne Stimmrecht auf den Fürstentagen, in Abgrenzung zu den Freien Standesherren.
Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Loslau mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. Die Stadt gehörte zunächst zum Kreis Pleß und seit 1818 zum neugebildeten Kreis Rybnik im Regierungsbezirk Oppeln der Provinz Schlesien. Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Loslau eine evangelische Kirche, eine katholische Kirche, eine Synagoge, eine Lungenheilanstalt, eine Ziegelei, eine Bierbrauerei und Zigarrenfabrikation. Von 1879 bis 1921 war es Sitz des Amtsgerichts Loslau, das zum Bezirk des Landgerichts Ratibor und des Oberlandesgerichts Breslau gehörte.[2]
Während des Zweite Schlesischen Aufstandes kam es im August 1920 auch in Loslau zu gewalttätigen Ausschreitungen, bei denen ein Deutscher getötet wurde.[3][4] Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien 1921 über die zukünftige staatliche Zugehörigkeit des Gebiets des Kreises Rybnik entschied sich eine Mehrheit für die Angliederung an Polen, so dass der größte Teil des Kreises, einschließlich der Stadt Loslau, 1921 an Polen abgetreten und Loslau in Wodzisław_Śląski umbenannt wurde. Statt des deutschen Amtsgerichts wurde gemäß polnischer Gerichtsverfassung ein Sąd Rejonowy eingerichtet. Nach dem deutschen Überfall auf Polen wurde die Stadt vorübergehend in Loslau zurückbenannt und in den Landkreis Rybnik eingegliedert.
Loslau war als Eisenbahnknotenpunkt eines der beiden Zielorte des von der SS brutal angetriebenen Todesmärsche der überlebenden KZ-Häftlinge aus Auschwitz, die zwischen dem 19. und dem 23. Januar 1945 Gleiwitz und das 60 km entfernte Loslau erreichten.[5]
Demographie
| Jahr | Einwohnerzahl | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1742 | kaum 700 | [6] |
| 1753 | 768 | [6] |
| 1780 | 883 | [6] |
| 1791 | 963 | [6] |
| 1800 | 1133 | [6] |
| 1803 | 1311 | [7] |
| 1810 | 1319 | [7] |
| 1812 | 1324 | [6] |
| 1816 | 1400 | davon 88 Evangelische, 1120 Katholiken, 192 Juden[7] |
| 1820 | 1367 | [6] |
| 1825 | 1559 | darunter 69 Evangelische, 252 Juden[8] |
| 1830 | 1695 | [6] |
| 1821 | 1373 | [7] |
| 1840 | 1990 | davon 87 Evangelische, 1582 Katholiken, 321 Juden[9] |
| 1850 | 1776 | [6] |
| 1855 | 2277 | ohne Schloss und Vorwerk Loslau (48 Einwohner)[10] |
| 1860 | 2408 | [6] |
| 1861 | 2503 | mit Schloss und Vorwerk Loslau, davon 112 Evangelische, 1990 Katholiken, 401 Juden[10] |
| 1867 | 2349 | am 3. Dezember[11] |
| 1871 | 2401 | darunter 120 Evangelische und 450 Juden (1300 Polen);[12] nach anderen Angaben 2401 Einwohner (am 1. Dezember), davon 67 Evangelische, 2022 Katholiken, 303 Juden[11] |
| 1900 | 2701 | meist Katholiken[2] |
| 1905 | 3126 | [13] |
| 1910 | 3493 | [13] ohne Schloss und Gutsbezirk Loslau mit (am 1. Dezember) 68 Einwohnern[14] |
Verkehr
Die Stadt ist über die Autobahn A1, die nach Norden bis zur Ostseeküste bei Danzig verläuft, und die Straßen DK78, DW932, DW933 und DW936 an das überregionale Straßennetz angebunden. Sie hat einen Bahnhof an der Strecke Bohumín–Chałupki–Wodzisław–Rybnik–Kattowitz (Bahnstrecke Rybnik Towarowy–Chałupki).
Kultur
Religion
In Wodzisław Śląski gibt es elf römisch-katholische Kirchen, die zu den Dekanaten Wodzisław Śląski und Pszów im Erzbistum Katowice gehören. Neben einer Gemeinde der Evangelisch-Augsburgischen Kirche, die zur Diözese Katowice gehört, bestehen weitere kleinere Protestantische Gemeinden. Nachdem sich die Jüdische Gemeinde 1924 aufgelöst hatte, wurde deren Synagoge profaniert. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente sie zeitweise als Kino. Heute ist in dem Gebäude ein Bekleidungsgeschäft untergebracht.
Sport
Der örtliche Fußballverein Odra Wodzisław Śląski spielte von 1996 bis 2010 in der Ekstraklasa, der höchsten polnischen Spielklasse. Nach mehreren Abstiegen und dem Rückzug aus der fünftklassigen IV liga tritt er seit 2025 in der neuntklassigen Klasa B an.
Politik
Bürgermeister
An der Spitze der Verwaltung steht der Bürgermeister. Seit 2006 ist dies Mieczysław Kieca, der seit 2010 der Platforma Obywatelska angehört, aber für das Wahlkomitee „Unser Wodzisław“ antritt. Bei der turnusmäßigen Wahl im April 2024 wurde folgendes Ergebnis ermittelt:[15]
- Mieczysław Kieca (Wahlkomitee „Unser Wodzisław“) 40,2 % der Stimmen
- Dezyderiusz Szwagrczak (Wahlkomitee „Örtlicher Verwaltungsverband“) 21,7 % der Stimmen
- Alan Szatyło (Wahlkomitee „Wodzisław 2.0“) 15,6 % der Stimmen
- Dariusz Szymczak (Wahlkomitee „Die Stimme der Generationen“) 13,9 % der Stimmen
- Marcin Piwoński (Wahlkomitee „Wodzisław verbindet uns“) 8,6 % der Stimmen
In der damit notwendigen Stichwahl wurde Amtsinhaber Kieca mit 55,4 % der Stimmen gegen Szwagrczak wiedergewählt.
Die turnusmäßige Wahl im Oktober 2018 brachte folgendes Ergebnis:[16]
- Mieczysław Kieca (Wahlkomitee „Unser Wodzisław“) 54,8 % der Stimmen
- Jarosław Mrozek (PiS) 22,2 % der Stimmen
- Kacper Biernacki (Wahlkomitee „Wodzisław 2.0“) 17,2 % der Stimmen
- Dariusz Prus (Wahlkomitee „Die Stimme der Generationen“) 5,8 % der Stimmen
Damit wurde Amtsinhaber Kieca bereits im ersten Wahlgang wiedergewählt.
Stadtrat
Der Stadtrat besteht aus 21 Mitgliedern und wird von der Bevölkerung in Mehrpersonenwahlkreisen gewählt. Die Gemeinderatswahl 2024 führte zu folgendem Ergebnis:[17]
- Prawo i Sprawiedliwość (PiS) 22,7 % der Stimmen, 6 Sitze
- Koalicja Obywatelska (KO) 20,8 % der Stimmen, 6 Sitze
- Wahlkomitee „Örtlicher Verwaltungsverband“ 18,8 % der Stimmen, 4 Sitze
- Wahlkomitee „Unser Wodzisław“ 15,0 % der Stimmen, 2 Sitze
- Wahlkomitee „Wodzisław 2.0“ 11,0 % der Stimmen, 2 Sitze
- Wahlkomitee „Die Stimme der Generationen“ 8,8 % der Stimmen, 1 Sitz
- Übrige 2,9 % der Stimmen, kein Sitz
Die Gemeinderatswahl 2018 führte zu folgendem Ergebnis:[18]
- Wahlkomitee „Unser Wodzisław“ 32,6 % der Stimmen, 8 Sitze
- Prawo i Sprawiedliwość (PiS) 24,0 % der Stimmen, 6 Sitze
- Wahlkomitee „Örtlicher Verwaltungsverband“ 13,8 % der Stimmen, 3 Sitze
- Wahlkomitee „Einwilligung und Entwicklung“ 13,0 % der Stimmen, 2 Sitze
- Wahlkomitee „Wodzisław 2.0“ 10,0 % der Stimmen, 1 Sitz
- Wahlkomitee „Die Stimme der Generationen“ 6,6 % der Stimmen, 1 Sitz
Städtepartnerschaften
Wodzisław Śląski unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften:
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Eleasar Löw (1758–1837), Rabbiner
- Johann Peter Paul Beier (1769–1842), preußischer Generalleutnant
- Benjamin Wolf Löw (1773–1851), polnisch-ungarischer Rabbiner, Talmudgelehrter
- Carl Graf von Reichenbach (1778–1820), preußischer Regierungspräsident von Oppeln (1816–1820)
- Jacob Hamburger (1826–1911), deutscher Rabbiner, Bibelforscher, Lexikograph und Enzyklopädist
- Alexander von Schalscha (1836–1895), Reichstags- und Landtagsabgeordneter (Zentrum)
- Gustav von Görtz (1842–1903), österreichisch-ungarischer Kammerherr (geboren auf Gut Zawada)
- Emanuel Aufrecht (1844–1933), deutscher Arzt
- Martin Hennig (1864–1920), evangelisch-lutherischer Theologe, Direktor des Rauhen Hauses
- Paul Pospiech (1878–1922), römisch-katholischer Geistlicher und Politiker, Reichstagsabgeordneter
- Wanda Treumann (1883–1963), deutsche Schauspielerin und Filmproduzentin
- Hugo Heinrich Figulla (1885–1969), deutsch-britischer Altorientalist
- Alojzy Adamczyk (1895–1940), Widerstandskämpfer
- Bolesław Kominek (1903–1974), Erzbischof von Breslau
- Barbara Haeger (1919–2004), deutsche Bildhauerin
- Tadeusz Kijonka (1936–2017), polnischer Dichter, Journalist, Dramaturg und Politiker
- Herbert Rösch (* 1943), deutscher Kommunalpolitiker
- Idzi Panic (* 1952), polnischer Historiker, Professor
- Henryk Siedlaczek (* 1956), polnischer Politiker
- Bogdan Marcinkiewicz (* 1966), polnischer Politiker
- Krzysztof Sosna (* 1969), polnischer Biathlet
- Piotr Sowisz (* 1971), polnischer Fußballspieler
- Grzegorz Karnas (* 1972), polnischer Jazzsänger
- Tomasz Sikora (* 1973), polnischer Biathlet
- Sławomir Elsner (* 1976), polnischer Künstler
- Leszek Blanik (* 1977), polnischer Kunstturner
- Remigius Bunia, (* 1977), deutscher Komparatist
- Wojtek Czyz (* 1980), deutscher Paralympic-Goldmedaillen-Gewinner
- Claudia Ciesla (* 1987), polnisches Model
- Damian Rączka (* 1987), polnischer Fußballspieler
- Kamil Wilczek (* 1988), polnischer Fußballspieler
- Ewelina Kamczyk (* 1996), polnische Fußballspielerin
Persönlichkeiten, die im Ort gewirkt haben
- Joseph Rölle (1815–1870), deutscher Gutsbesitzer und Politiker, Bürgermeister von Loslau
Literatur
- Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien. Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1865, S. 772–777.
- Friedrich Gottlob Leonhardi: Erdbeschreibung der preussischen Monarchie. Band 3, Teil 1: Hemmerde und Schwetschke. Halle 1792, S. 190–192.

